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Gelsenwasser informiert zum Thema Perfluortenside (PFT)
Was sind PFT?
Perfluorierte organische Tenside (PFT) werden industriell eingesetzt, um Gebrauchsgegenstände wie z. B. Papier, Verpackungsmaterialien und Textilien Wasser abweisend auszurüsten. Außerdem können sie in Reinigungsmitteln und Löschschaum vorkommen. Es handelt sich um die Substanz Perfluoroctansäure (PFOA) und eine weitere PFT-Substanz, die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS).
PFT bauen sich nicht biologisch ab. Sie finden sich bereits weltweit im menschlichen Blut und Gewebe sowie sogar in der Leber von Eisbären. Die von PFT ausgehende Gefährdung ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Wie ist PFT zu bewerten?
Die Trinkwasserverordnung, die die Anforderungen an Trinkwasser verbindlich regelt, enthält aktuell keine Grenzwerte für die Stoffgruppe PFT. Bei Bekanntwerden neuer Erkenntnisse über Inhaltsstoffe im Trinkwasser ist die Trinkwasserkommission beim Bundesumweltamt für die Bewertung solcher Stoffe zuständig. PFT sind Mitte 2006 bewertet worden. Die damalige Bewertung ist am 7. August 2007 ausdrücklich bestätigt worden.
Zusammenstellung der wichtigsten, in der aktuellen UBA-Empfehlung (bestätigte Fassung 7.8.2007) enthaltenen Höchstwerte für die Perfluortenside (PFT) Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluorsulfonsäure (PFOS):
| Art des Höchstwertes | Zahlenwert Summe aus PFOA plus PFOS |
| Lebenslang gesundheitlich duldbarer Leitwert für alle Bevölkerungsgruppen | ≤ 0,3 µg/l |
| Zielwert (Langfristiges Mindestqualitätsziel bzw. allgemeiner Vorsorgewert für PFOA, PFOS und evtl. weitere PFT) | ≤ 0,1 µg/l |
| Vorsorglicher Maßnahmewert für Säuglinge |
0,5 µg/l |
| Maßnahmewert für Erwachsene |
5,0 µg/l |
1 Mikrogramm (µg) ist 1 millionstel Gramm.
1µg/l = 0,000001 g/l
Maßeinheiten der Trinkwasseranalyse (Grafik)
(www.gelsenwasser.de/de/privatkunden/infocenter/info_perfluortenside2.php)
Wie ist die Situation an der Ruhr?
In der Möhne und ihren Zuflüssen sowie in der Ruhr ist PFT gefunden worden. Mit Bekanntwerden erhöhter Werte Ende Mai informierten die Wasserwerke die Behörden, die sofort aktiv wurden. Die ersten Ergebnisse wurden durch Kontrolluntersuchungen bestätigt. Die Konzentrationen von PFT sind im Bereich der Möhnetalsperre am höchsten.
Ursache für die PFT-Konzentration sind nach bisherigen Erkenntnissenen ein auf landwirtschaftlichen Flächen im Einzugsgebiet der Möhne ausgebrachter „Bio-Dünger"sowie Einträge aus Industrieunternehmen. Das NRW-Umweltministerium hat 69 Unternehmen identifiziert, die mit PFT arbeiten und mit PFT belastete Abwässer produzieren. In einer Vereinbarung mit den wichtigsten Wirtschaftsverbänden wurde verabredet, die PFT-Belastung dieser Abwässer deutlich zu reduzieren.
Durch eine kontollierte Wassermengenwirtschaft und Dosierung von Aktivkohlepulver in Wasserwerken, die GELSENWASSER beliefern, ist es gelungen, den Leitwert von 0,3 µg pro Liter Trinkwasser immer zu unterschreiten. Vielfach wird auch heute schon der langfristige ZIelwert von 0,1 µg/l unterschritten.
Hier finden Sie die für GELSENWASSER wesentlichen Messergebnisse zu PFT.
Messwerte (www.gelsenwasser.de/de/privatkunden/infocenter/messwerte.php)
Wie ist GELSENWASSER betroffen?
GELSENWASSER bezieht etwa 57 Mio. m³ Trinkwasser jährlich von der Wasserwerke Westfalen GmbH und der Wassergewinnung Essen GmbH, deren Gewinnungen im Bereich der oberen, mittleren und unteren Ruhr liegen. Aus welchem Wasserwerk Sie Ihr Trinkwasser erhalten, finden Sie im Kapitel Wasser.
Zu den Ruhrwasserwerken zählen: Wasserwerk Echthausen, Wickede, Wasserwerk Halingen/Fröndenberg, Wasserwerk Witten, Wasserwerk Essen-Horst
Gibt es Einschränkungen in der Nutzung des Trinkwassers?
Das Trinkwasser, das GELSENWASSER von den Ruhrwasserwerken bezieht, ist nach der Bewertung der Trinkwasserkommission des Bundesumweltamtes für alle Anwendungsbereiche unbedenklich.
Das Trinkwasser aus anderen Wasserwerken, wie z. B. dem Wasserwerk Haltern ist von der PFT-Thematik nicht betroffen.
Wie handelt GELSENWASSER?
GELSENWASSER steht seit Bekanntwerden der Untersuchungen Ende Mai bzgl. der PFT-Thematik in engem Kontakt zu den zuständigen Gesundheits- und Wasserbehörden.
Die permanente Überprüfung der Roh- und Trinkwasserqualität wurde auf PFT ausgeweitet.
In den Wasserwerken werden alle Aufbereitungstechniken so eingestellt, dass die PFT-Konzentration möglichst minimiert wird.
Darüber hinaus fordern alle Wasserwerke an der Ruhr die Beseitigung der Verunreinigungen, die zu den PFT-Einträgen in das Flusswasser führen.
Sie haben weitere Fragen?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im GELSENWASSER-Kundenservice-Center geben Ihnen gern Auskunft unter Telefonnummer 0180 1 999991 (3,9 ct/Min. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom).
Weitere Informationen finden Sie hier:
Brief an den WDR zur Sendereihe Markt, Thema "PFT im Trinkwasser" (12./13.11.2007), PDF 67 KB)
(www.gelsenwasser.de/download/privatkunden/infocenter/brief_wdr_piel_071123.pdf)
Pressemitteilung der Wasserwerke Westfalen GMBH vom 5. November 2007 (PDF, 38 KB)
(www.gelsenwasser.de/download/privatkunden/infocenter/PM_WWW_PFT_071105.pdf)
Aktuelle Stellungnahme der Trinkwasserkommission vom 7.8.2007 (PDF, 120 KB)
(www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwasserkommission/fazit-hbm-studie-pft.pdf)
Vorgängerstellungnahme vom 21.6.2006 überarbeitet am 13.7.2006 (PDF, 183 KB)
(www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/pft-im-trinkwasser.pdf)
Pressemitteilung MUNLV, 12.03.2007 (PDF, 22 KB)
(www.gelsenwasser.de/download/privatkunden/infocenter/munlv_pft.pdf)
Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes "Perfluorierte Verbindungen: falscher Alarm oder berechtigte Sorge?" (PDF)
(www.gelsenwasser.de/download/privatkunden/infocenter/UBA_Hintergrundpapier_PFT_0702_sicherung.pdf)
Risikobewertung von Perfluortensiden als Beitrag zur aktuellen Diskussion zum REACH-Dossier der EU-Kommission (31.1.2005)
(www.gelsenwasser.de/download/privatkunden/infocenter/artikel__perfluortenside_20050131.pdf)
... und im Internet
Weitere Informationen zu Spurenstoffen in der Umwelt
(www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen/fachberichte/fabe2/fabe2start.htm)
Umweltbundesamt
(www.umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/index.htm)




