Klärwerk.info - Wegweiser

Übersicht

Willkommen bei klaerwerk.info. Am schnellsten finden Sie, was Sie suchen, wenn Sie einen oder mehrere Begriffe in das Feld in das Suchen-Feld („Auf klaerwerk.info suchen") rechts oben eingeben und die Entertaste drücken.

Ansonsten finden Sie alle Artikel geordnet in Sachgebiete. Klaerwerk.info bietet eine umfassende Fülle von Informationen und Links, die man täglich braucht. Damit Sie wissen, wo Sie was finden, nachfolgend eine Übersicht über die einzelnen Sachgebiete:

A. Aktuelles

Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen chronologisch geordnet. Suchen Sie frühere Meldungen, so sehen Sie in den Sachgebieten nach oder geben rechts oben einen Suchbegriff in das Suchen-Feld ein.

1)      Tägliche Meldungen

B. Forum

1)      Fragen und Antworten

Das Forum steht allen Nutzern zur Verfügung. Hier können Sie alle Beiträge lesen, selbst Beiträge erstellen oder auf Beiträge antworten

C. Fachwissen

Hier schreiben Praktiker für Praktiker. Haben Sie auch etwas Interessantes zu berichten, so schreiben Sie uns an Kontakt@Klaerwerk.info .

1)     Abwasserreinigung
2)      Energie- und E-Technik
3)      Kanal- und Entwässerung
4)      Maschinentechnik
5)      Labor
6)      Schlammbehandlung
7)      Gaserzeugung und BHKW
8)      Aus Bund Ländern und EU
         a) Vom Bund
         b) Aus der EU und aller Welt
         c) Aus den einzelnen Bundesländern (geordnet nach Bundesländer)
9)      Recht und Gesetze
         a) Beiträge zum Umweltgesetzbuch
         b) Beiträge zur Wasserrahmenrichtlinie (WWRL)
         c) Beiträge zum Energieeinspeisegesetz (EEG)
10)    Neue Fachliteratur
         a) Neue Bücher
         b) CD/ DVD's
         c) Downloads
         d) Fachzeitschriften
         e) Lexika und Wörterbücher
11)  Tipps und Tricks

D. Berufliches

Der zweite Schwerpunkt von Klärwerk.info. Hier finden Sie alles für Arbeitnehmer und Vorgesetzte und was Sie persönlich angeht.

1)      Arbeitssicherheit
         a) Unfallverhütungsvorschriften- Regeln und Information
         b) Formulare und Erlaubnisscheine
         c) Gesetze und Verordnungen zur Arbeitssicherheit
         d) Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung
         e) Unterweisungshilfen
         f ) Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung
         g) Ex-Schutz auf Kläranlagen
2)
      Tarif- und Arbeitsrecht
         a) Tarifrecht, Tarifvertrag, Gehaltsrechner und mehr
         b) Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilung
         c) Leistungsorientierte Bezahlung
         d) Tabelle TVöD (West)
         e) Arbeitszeugnisse
3)      Aus- und Weiterbildung
         a) Ansprechpartner
4)      Azubiseite
         a) Ausbildungshilfen für Ausbilder und "Azubis"
         b) Musterkläranlage
         c)  Prüfungsaufgaben
         d) Übungsaufgaben
         e) Informationen für Auszubildende
         f)  UT-Ausbildertreffen Fachkraft für Abwassertechnik
         g) Formeln, PSE und weitere Hilfen
5)      Meisterschüler
         a) Informationen für Meisterschüler
         b) Prüfungsaufgaben
6)        Offene Stellen

E. DWA-Infos

1)      Klärwerksnachbarschaften
         a) Kläranlagennachbarschaften in Bayern
         b) Kläranlagennachbarschaften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
         c) Kläranlagennachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland
2)      DWA-Informationen
         a) DWA Arbeitsblätter
         b) KA-Betriebs-Infos
         c) Mitgliederrundbriefe aus den Landesverbänden
         d) Meldungen der DWA

F. Kläranlagen

1)      Links zu Kläranlagen und Abwasserverbänden
2)      Kläranlagen - Videos
3)      Meldungen von den Kläranlagen

G. Nützliches

1)      Wetter und Hochwasser
2)      Firmennachrichten
3)        Verbandsnachrichten        
4)      Nützliche Links
         a) Umweltschutzorganisationen
         b) Fachzeitschriften, Lexika und Wörterbücher
         c) Behörden
         d) Berufsverbände und Vereinigungen
         e) Fachinformationen
         f) Gesetze und Verordnungen
5)      Meldungen aus der Wissenschaft
6)      Meldungen aus aller Welt
7)      Allgemeine Meldungen und Berichte

H. Fortbildungsdatenbank

1)      Fortbildungen
2)        Fortbildungen in Österreich
3)        Fortbildungen in der Schweiz
4)        Messen und Tagungen

I. Lieferantendatenbank

J. Kontakt

1)      Impressum
2)      Über Uns
3)      Kontakt

05.02.2012 12:00

Klärwerk.info / Ablage / Tägliche Meldungen 2009

Tägliche Meldungen 2009

Übersicht über alle News und Zugang zum Archiv
Alle Meldungen 2007
Alle Meldungen 2008

Dezember 2009

Umwelt und Forschung 
Gesellschaft 
Gesundheit   
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Umwelt und Forschung
31.12.2009
Anzeiger für saubere Gewässer: Die Froschlaichalge wird Alge des Jahres 2010 
27.12.2009
Bonner Forscher setzen Zugspitz-Gipfel unter Strom 
22.12.2009
Internationales Symposium "Auen und Hochwasser" in Ingolstadt 
19.12.2009
Wider den wilden Wurzelwuchs: Kanäle umweltschonend bauen 
16.12.2009
Desertec: Wirtschaftliche Dynamik und politische Stabilität durch Solarkraft? 
12.12.2009
Nutzung von Biomasse: Chancen und Perspektiven 
09.12.2009
Sauberes Wasser in Vietnam mit Wittener Konzepten
05.12.2009
Tag des Bodens: Mehr als nur Dreck unter unseren Füßen 
03.12.2009
Trinkwasserangebot genügt höchsten Ansprüchen 
02.12.2009
So geht es der Umwelt in Deutschland - das Umweltbundesamt macht Kassensturz 
01.12.2009
Rettungsringe für den Golfstrom?
- Klimawandel liefert vermehrt salzreiches Wasser aus dem Indischen Ozean -
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Gesellschaft
21.12.2009
Time Magazine kürt Computer-Algorithmus für Packprobleme zu einer der 50 wichtigsten Erfindungen 2009
13.12.2009
Wie Star Trek die Welt veränderte - Weihnachtsvorlesung an der FH KL 
10.12.2009
UDE: Wie man fährt, so zahlt man seine KFZ-Versicherung 
04.12.2009
Stabile Entwicklung der Arbeitsmarktzahlen im November 
01.12.2009
Tatort Küche 
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Gesundheit
29.12.2009
Helfen Sie mit, die Ursachen des Typ-1-Diabetes während der Pubertät herauszufinden! 
23.12.2009
Auch Plätzchen können Kopfschmerzen verursachen - Deutliche Gewichtszunahme kann Kopfschmerz auslösen 
18.12.2009
Neue Influenza: Ständige Impfkommission aktualisiert Impfempfehlungen 
14.12.2009
Braune Fettzellen lassen Fettpölsterchen schmelzen 
11.12.2009
Lesebrille adieu ! 
06.12.2009
Wurzelbehandlung aus einem Guss 
01.12.2009
Eisentherapie kann vielen Herzkranken helfen 
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November 2009

Umwelt und Forschung
Gesellschaft
Gesundheit  
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Umwelt und Forschung
30.11.2009
Mit „Spannung" erwartet: Das BattG-Melderegister geht online 
28.11.2009
Solarforscher Prof. Eicke Weber: Sonne ist Stromquelle der Zukunft 
25.11.2009
Weiterer Ausbau der bioliq®-Pilotanlage am KIT 
21.11.2009
Koblenzer Biennale der Gewässerkundler 
21.11.2009
Studie: Wie viel Wasser hat das Meer? 
18.11.2009
Neues internationales Netzwerk zur Klimapolitik 
16.11.2009
Sächsische Wasserforscher stellen erste Ergebnisse ihrer gemeinsamen
internationalen Forschungen vor

14.11.2009
Veränderungen der belebten Umwelt: Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier 
06.11.2009
Deutscher Strom- und Gasverbrauch ist gesunken 
03.11.2009
Schadet zu viel feiern der Umwelt? 
01.11.2009
Praxisforum Membrantechnik 
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Gesellschaft 
28.11.2009
Auch der Besuch der betrieblichen Weihnachtsfeier ist unfallversichert  
25.11.2009
Hasso-Plattner-Institut bekommt zum 10. Geburtstag eigene HPI-Primzahl geschenkt 
18.11.2009
Gene lernen aus Stress - Frühgeburtliche Traumata haben lebenslange Wirkung auf Gedächtnisleistung, Emotion und Antrieb 
16.11.2009
Wirtschaftskrise verändert das Wertesystem der Bundesbürger 
14.11.2009
Esperanto für TV, PC und Co. 
06.11.2009
Neue Mindestlöhne treten in Kraft 
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Gesundheit
28.11.2009
Dunkle Schokolade ist gesund - Mediziner haben den Zusammenhang zwischen Magnesium im Blut und Zahnfleischentzündungen untersucht 
25.11.2009
Schweinegrippe: UKM-Geburtsexperte empfiehlt Schwangeren individuelle Beratung zur Impfung 
21.11.2009
Passivrauchbelastung in der Gastronomie 
18.11.2009
Warum erkrankt der gesunde Mensch? 
16.11.2009
Ein Drittel aller Erwerbstätigen klagt über psychische Belastungen 
14.11.2009
Infektionsprävention in Krankenhäusern 
06.11.2009
Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung 
03.11.2009
CO2-Speicherung: Gefahr für Trinkwasser im Raum Flensburg? 
01.11.2009
Was ist chronische Herzschwäche? 
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Oktober 2009

Umwelt und Forschung 
Gesellschaft 
Gesundheit 
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Umwelt und Forschung
29.10.2009
Neu: Kartendienst zur Luftqualität 
26.10.2009
Experten erklären Klimawandel 
26.10.2009
Die Vereinten Nationen - gemeinsam für ein weltweites Chemikalienmanagement 
23.10.2009
Nanotechnik für Mensch und Umwelt - Chancen fördern und Risiken mindern 
23.10.2009
Klimaschutz mit Sicherheitsmarge 
23.10.2009
Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien steigen 
21.10.2009
Beschäftigungsmotor Klimaschutz 
21.10.2009
Hightech fürs Fahrrad 
21.10.2009
Neues vom Wasser 
18.10.2009
Gas- und Stromverbrauch weiter rückläufig 
16.10.2009
Wettbewerb "Erfindergeist contra Wasserpest" erbrachte spannende Ideen, aber bislang nicht die erhoffte Allzweckwaffe 
12.10.2009
Europäische Chemikalienpolitik 
09.10.2009
Kleine Flüsse, große Wirkung: neue Wasserkraftanlage feiert Weltpremiere 
07.10.2009
Tunnel lösen Entsorgungsprobleme 
04.10.2009
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt Film zur Produktsicherheit vor 
04.10.2009
Materialien für die Energieversorgung - Und: Warum Energiesparlampen gar nicht so schlecht sind 
01.10.2009
Foto- und Ideenwettbewerb: Die Energie der einfachen Ideen 
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Gesellschaft  
29.10.2009
Interesse an Wasch- und Reinigungsmitteln mit EU-Umweltzeichen wächst 
18.10.2009
DGNR: Warum Angstschweiß Menschen zum Fürchten bringt 
16.10.2009
Warum Amerikaner keine Klima-Appelle hören wollen 
12.10.2009
Fahrerinnen klassischer Automobile: Frauen, die das Original lieben 
07.10.2009
Jetzt Wetterpatenschaft für 2010 sichern - Meteorologen der Freien Universität Berlin vergeben Namen für Hochs und Tiefs 2010 
01.10.2009
Maßgeschneiderte Arbeitszeitmodelle für Ältere 
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Gesundheit
29.10.2009
Zahl der Arbeitsunfälle im ersten Halbjahr 2009 stark gesunken 
26.10.2009
HIV-Schutz aus Pflanzen 
18.10.2009
Fit durch Wii und Co? Sportmediziner untersuchen den Trainingseffekt interaktiver Videospielkonsolen 
16.10.2009
Experten warnen Sportler: Kein Schmerzmittel vorab, nicht zu viel Wasser 
12.10.2009
Schweinegrippe-Impfung für Rheumapatienten: Ja oder Nein? 
09.10.2009
Implantatgetragener Zahnersatz: Keine Belege für Zusatznutzen gegenüber konventionellen Prothesen 
09.10.2009
Für und wider den Heißhunger - Wie ein wenig bekanntes Hormon das Körpergewicht beeinflusst 
07.10.2009
Warum wir häufiger Tango tanzen sollten 
04.10.2009
Nur vergesslich oder schon dement? 
01.10.2009
Blutdrucksenker im Vergleich: Nutzen der Diuretika ist am besten belegt 
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September 2009

Umwelt und Forschung  
Gesellschaft
Gesundheit  
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Umwelt und Forschung
28.09.2009
"Meeresenergien" und "Stromnetze und intelligente elektrische Systeme" 
26.09.2009
Wenn die Weltmeere ersticken 
26.09.2009
Unsichtbare Spuren im Wasser - Die mathematische Entschlüsselung eines faszinierenden Sinnesorgans: 
23.09.2009
Ziegelsteine aus dem Klärwerk 
21.09.2009
Pestizide - Belastung und Wirkung in Gewässern jetzt einfacher nachweisbar 
18.09.2009
Schirm gegen Schwermetalle 
14.09.2009
Mit Leichtigkeit Energie sparen 
14.09.2009
Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie 
11.09.2009
Klimaschutz: Atomkraft ist keine Alternative 
08.09.2009
Chemikalien: Öffentliche Kommentierung zu besorgniserregenden Stoffen eröffnet 
08.09.2009 
Von Insekten lernen - Startschuss für neue Projektgruppe »Bio-Ressourcen« 
05.09.2009
Aber bitte energieeffizient! 
05.09.2009
Aufschwung für Methanol? 
02.09.2009
Strom und Wärme vor Ort erzeugen 
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Gesellschaft 
23.09.2009
Mannheimer Forscher laden ein zu www.wahlumfrage2009.de 
21.09.2009
Fast jeder zweite Beschäftigte geht krank zur Arbeit 
18.09.2009
"Analog-Käse" - Brauchen wir strengere Gesetze?
11.09.2009 
Die Deutschen - ein Volk von Neidern? 
08.09.2009
Premium-Informationen für Autofahrer 
05.09.2009
Gutes Aussehen keine Garantie für guten Umsatz 
02.09.2009
Die erstaunliche Wirkung von Cannabis auf die Morphin-Abhängigkeit 
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Gesundheit
28.09.2009
Impfen gegen Zuckerkrankheit - Pre-POINT-Studie: Insulin kann möglicherweise Typ-1-Diabetes vorbeugen 
26.09.2009
Rapsöl macht Babynahrung gesünder 
23.09.2009
Plötzlicher Herztod bei Sportlern - wer ist gefährdet? 
21.09.2009
Ist Rheuma erblich? Lebensstil und Gene beeinflussen Rheuma gleichermaßen 
18.09.2009
Molekularer Schutzmechanismus gegen Alterung entdeckt 
14.09.2009
Den Ursachen des Tinnitus auf der Spur 
11.09.2009 
Ursprung der Milch-Verträglichkeit bei Erwachsenen liegt in Südosteuropa 
02.09.2009
Sind weiche oder harte Zahnbürsten besser? 
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August 2009

Umwelt und Forschung 
Gesellschaft 
Gesundheit 
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Umwelt und Forschung
30.08.2009
EWE-Forschungszentrum eröffnet - Energiekonzern fördert Spitzenforschung in Oldenburg 
27.08.2009
Erster Turm aus lebenden Bäumen - Baubotaniker der Uni Stuttgart erfolgreich 
27.08.2009
Wasser-Recycling gegen die Trockenheit 
24.08.2009
Membranbioreaktoren entlasten Abwassermanagement 
24.08.2009
Meeresboden unter Druck 
21.08.2009
Die Wirkung kosmischer Strahlung im Weltall 
21.08.2009
Wie gesund ist die Ostsee? 
17.08.2009
Kluge Köpfe für große Aufgaben im Umwelt- und Klimaschutz gesucht 
17.08.2009
Energieeffiziente Kläranlagen 
14.08.2009
Umweltinformatik-Spezialisten aus aller Welt kommen zur EnviroInfo 2009 nach Berlin 
14.08.2009
Wasser marsch - ohne Frost und ohne Rost 
12.08.2009
Emissionshandel für den Luftverkehr 
12.08.2009
REACH und Kunststoffrecycling 
10.08.2009
Energieeffizienz bei Elektromotoren 
08.08.2009 
Hamsterkäufe von Glühlampen unsinnig 
08.08.2009 
Meeresschutz: Blinden Passagieren geht es an den Kragen 
05.08.2009
Chemikalien: Umweltbundesamt schlägt fünf Anthracenöle für EU-weite Zulassungspflicht vor 
03.08.2009
Wasser kennt Grenzen - Zustand der Flüsse in Ost und West unterscheidet sich stark 
03.08.2009
Sorge der Bürger um den Erhalt unserer Umwelt 
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Gesellschaft
14.08.2009
Unsicherheit spornt Fußballer an 
12.08.2009
Studie zeigt: Gut gewollt ist noch längst nicht gut getan 
05.08.2009
Auch Minijobber müssen zur gesetzlichen Unfallversicherung angemeldet werden 
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Gesundheit
30.08.2009
"Rheuma-Video" offenbart Entzündungsherde frühzeitig 
30.08.2009
Hitze und Herz: Nicht nur genug, auch das richtige trinken 
27.08.2009
Wasserhaus bald auch in Namibia-Interesse an Potsdamer Uni-Projekt 
24.08.2009
Neues Portal zur Gefährdungsbeurteilung eröffnet 
21.08.2009
Krebs: Starker Gewichtsverlust verhindert Heilung 
17.08.2009
Biomarker identifizieren Patienten mit Alzheimer-Risiko 
10.08.2009
Wer Rind- und Schweinefleisch grillt, spielt mit dem Feuer - Endogene Dickdarmkarzinogene auf 11. IDE-Workshop diskutiert 
10.08.2009
Eine professionelle Zahnreinigung alle drei Monate ist effektiv 
08.08.2009
Nur geringe Unterschiede bei ESL-Milch - Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts untersuchen Milch 
05.08.2009
Zu wenig Magensäurebildung führt zu Osteoporose 
03.08.2009
Die Heinzelmännchen der Trinkwasserversorgung 
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Juli 2009

Umwelt und Forschung   
Gesellschaft   
Gesundheit  
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Umwelt und Forschung
28.07.2009
Strom aus Abwärme - Freiburg ist Vorreiter in der Thermoelektrik 
20.07.2009
Wasser nur im Doppelpack mit Energie 
18.07.2009
Neuerscheinung: Flechten - Überlebenskünstler und Umweltzeiger 
14.07.2009
Designerdiesel aus Altfett - Geschäftsidee belegt 4ten Platz im Gründerwettbewerb 
14.07.2009
Per- und polyfluorierte Chemikalien: Einträge vermeiden - Umwelt schützen 
10.07.2009
Warum sind Kieselalgen so erfolgreich? 
10.07.2009 
Mini-Kunststoffkugeln statt Chemie: Kläranlagen umweltschonend sauber 
08.07.2009
Sauberes Wasser - ganz ohne Chemikalieneinsatz 
04.07.2009
Per- und polyfluorierte Chemikalien: Einträge vermeiden - Umwelt schützen 
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Gesellschaft 
29.07.2009
Gut gefedert auf die Mountainbike-Piste 
18.07.2009
Ingenieurmangel: Warum viele junge Menschen den Lockruf aus Wirtschaft und Hochschulen überhören 
14.07.2009
Urtümliche Pflanze birgt genetische Überraschungen 
10.07.2009 
Ehemalige Abgeordnete sind Politiker im Unruhestand 
08.07.2009 
Böden als Archive vergangener Kulturen 
04.07.2009
Der Siebenschläfer: Cleverer Familienplaner statt Wetterprophet 
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Gesundheit   
30.07.2009
Kochsalzreduktion kann den Blutdruck senken  
20.07.2009
Der Himmel voller Pilze 
20.07.2009
Rückenschmerzen: Bloß nicht ins Bett! 
18.07.2009
Gute Hygienestandards bei Minisalamis - Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts belegen hygienische Qualität 
08.07.2009 
Australische Studie belegt: Bestimmte Honigsorten effektiver als Antibiotika 
04.07.2009
Frauen erklären Kopfschmerzen anders als Männer 
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Juni 2009

Umwelt und Forschung  
Gesellschaft  
Gesundheit 
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Umwelt und Forschung 
29.06.2009
Neue Methode zur Grundwasserüberwachung - Wie erreichen innovative Konzepte und Technologien den Markt? 
26.06.2009
Nationale Klimapolitik: UBA plädiert für mehr Mut zum Handeln 
26.06.2009
Zuviel Feinstaub in deutschen Innenstädten 
26.06.2009
Fraunhofer Know-how für die ökologische Musterstadt Masdar City 
24.06.2009
Drei Länder gemeinsam für mehr Schutz der natürlichen Ressourcen 
21.06.2009
E.ON gefährdet flächendeckend Geothermiepotenziale; Untersuchungen für CO2-Endlager in Schleswig-Holstein beantragt 
18.06.2009
Waldbericht der Bundesregierung: Zustand des deutschen Waldes ist besorgniserregend 
18.06.2009
Trinkwasser aus Luftfeuchtigkeit 
15.06.2009
Die großen Tierwanderungen verschwinden zunehmend 
15.06.2009
Wissenschaftler aus aller Welt fordern: Das Thema Versauerung der Meere muss auf die Tagesordnung von Kopenhagen gesetzt werden 
12.06.2009
Marktchance: Abwärme nutzen 
12.06.2009
Neun Kommunen für hervorragende Klimaschutzprojekte ausgezeichnet 
10.06.2009
Schadstoffe in meiner Nachbarschaft 
10.06.2009
Umweltfreundliche Flugzeuge 
07.06.2009
Wie steht es um den Umweltschutz in Deutschland? 
04.06.2009
Schnelle Auskunft beim Chemieunfall 
04.06.2009
Massenwanderung des Distelfalters - ein seltenes Phänomen 
02.06.2009
Neues Verfahren ermöglicht Gesamtrisikokarten für Hochwassergebiete 
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Gesellschaft   
29.06.2009
Neuer Leitfaden zur umweltfreundlichen Beschaffung von Notebooks 
24.06.2009
Jobsuche im Internet 
21.06.2009
Deutsche lieben ihre Sprache 
18.06.2009
Aktuelle Studie bestätigt Faszination der Deutschen für Obama 
11.06.2009
Einfach weitermachen ... RUB-Studie: Stress fördert gewohnheitsbasiertes Verhalten 
04.06.2009
Wenn Krebse durch die Wasserleitung krabbeln 
02.06.2009
Wie funktioniert das Gehirn bei einer Panikstörung? 
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Gesundheit  
29.06.2009
DEGUM: Ultraschall verbessert Früherkennung bei Brustkrebs 
24.06.2009
Kupfer gegen Keime: Erwartungen wurden übertroffen 
21.06.2009
Warum es regnet: Wie Aerosole das Wetter beeinflussen 
15.06.2009
Hormone beschleunigen Gelenkverschleiß 
12.06.2009
Malaria: Neues vom Erreger 
07.06.2009
Arbeiten im Freien: Mit heiler Haut davonkommen 
07.06.2009
Asiatische Kampfkunst erhöht Schmerzschwellen - Studie untersucht, wie Abhärtungstraining auf Schmerzempfindung wirkt 
02.06.2009
Zahn-Implantate: Patienten sollten sich vor einer Behandlung gut über Möglichkeiten und Grenzen informieren 
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Mai 2009

Umwelt und Forschung 
Gesellschaft 
Gesundheit
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Umwelt und Forschung 
29.05.2009
Kleinwasserkraft - Potentiale für die Energie von morgen 
26.05.2009
ACHEMA 2009 vermittelt Aufbruchstimmung : Zufriedene Gesichter am Ende des Weltgipfels der chemischen Technik 
26.05.2009
Hochwasser begünstigt die Vielfalt - Schnecken der Auen überleben Extremflut 
24.05.2009
Saubere Energie aus Biomasse 
21.05.2009
Schilf ist als Brennstoff geeignet 
21.05.2009
Sinkende Küsten in der südlichen Ostsee: Küstenforscher präsentieren ihre Ergebnisse 
18.05.2009
Grundwasser - eine oft unterschätzte Georessource 
16.05.2009
Mit Biomasse Ressourcen sparen 
13.05.2009
Flockungshilfsmittel aus Stärke - Technisch ebenbürtig, finanziell interessant 
11.05.2009
Stromfressende Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen sollen vom Markt verschwinden 
11.05.2009
Erneuerbare Energien: ThyssenKrupp Nirosta liefert Material für eine der größten Biogasanlagen der Welt 
08.05.2009
Fernsehgeräte sollen künftig sparsamer werden 
06.05.2009
Neuerscheinung: Wasserversorgung im Umbruch. Der Bevölkerungsrückgang und seine Folgen für die öffentliche Wasserwirtschaft
04.05.2009
KLIFWA untersucht Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Wasserressourcen in Niedersachsen 
04.05.2009
Zertifizierung von Biokraftstoffen kann Umweltgefahren nur teilweise ausschließen 
01.05.2009
Heizen mit "grüner" Kohle als alternativem Energieträger 
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Gesellschaft  
29.05.2009
Treue Männer bringen keine Blumen 
13.05.2009
Blauer Engel mit neuen Vorgaben für Reifen  
08.05.2009
Gesetzliche Unfallversicherung: Persönlich Budgets werden noch selten in Anspruch genommen 
06.05.2009
Neue umfangreiche Studie zeigt: Intelligenz macht erfolgreich
01.05.2009
Warum "Der Struwwelpeter" bis heute ein Besteller ist 
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Gesundheit 
29.05.2009
Auch Sportmuffel können dem Herzinfarkt entgehen 
24.05.2009
Welt Hypertonie Tag warnt vor zu hohem Salzkonsum
24.05.2009
In sechs Minuten vom Glas ins Hirn 
21.05.2009
Vitaminpräparate steigern Diabetes-Risiko 
18.05.2009
Salz und Bluthochdruck - Forscher werfen neues Licht auf dieses Rätsel 
18.05.2009
Wer lange arbeitet, schläft schlechter - Lange Arbeitszeiten wirken sich auf die Gesundheit aus 
16.05.2009
Schröpfen: Klinische Wirksamkeit erstmals belegt 
16.05.2009
Krebsrisiko aus Grill und Pfanne 
13.05.2009
Mikroalbuminurietest nun auch im Vorsorgepaket der gesetzlichen Kassen enthalten 
11.05.2009
Fantastische Fähigkeit: Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität stellt für das menschliche Gehirn kein Problem dar 
08.05.2009
Lärm: Die Belastung fängt im Kindesalter an 
06.05.2009
Arsen und Selen in Lebensmitteln - eine unterschätzte Gefahr? 
04.05.2009
Hoher Salzkonsum begünstigt Bluthochdruck! 
01.05.2009
Beereninhaltsstoffe könnten vor M. Parkinson schützen 
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April 2009

Umwelt und Forschung
Gesellschaft
Gesundheit 
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Umwelt und Forschung 
30.04.2009
Forschungsprojekt Extremsturmfluten: Wir wirken sich Sturmfluten auf Sylt und in Hamburg aus? 
26.04.2009
Biomasse statt Erdöl - 50 Millionen Euro für einzigartiges Forschungszentrum am Chemiestandort Leuna 
22.04.2009
Kohlenstoff-Nanoröhren und die Umwelt 
19.04.2009
Das Elektroauto als Stromspeicher 
17.04.2009
Biomasse statt Erdöl - 50 Millionen Euro für einzigartiges Forschungszentrum am Chemiestandort Leuna 
15.04.2009
Abwassertechnik für Hanoi - Versuchsanlage in Darmstadt wird am 30. März eingeweiht 
15.04.2009
Georessource Wasser im Globalen Wandel: acatech startet Projekt zur Zukunft der Wasserversorgung 
11.04.2009
Denn entscheidend ist, was hinten rauskommt: Fischkot "lernt" schwimmen 
06.04.2009
Forschung für eine sichere Wasserversorgung 
06.04.2009
Forscher empfehlen eine ökonomische Sichtweise auf internationale Wasserkonflikte- Untersuchungen zu grenzüberschreitenden Flüssen 
03.04.2009
Vom neuen Wert des Wassers: Marode Abwasserkanäle durch innovative Infrastrukturen ersetzten 
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Gesellschaft
30.04.2009
"Der Schlingel hat die Welt erobert - ganz friedlich, ohne Blutvergießen" 
26.04.2009
Niederlagen vermeiden 
22.04.2009
Elektronische Unterschrift 
19.04.2009
Alarmanlage im Hirn: Fehler können vom Gehirn bereits erkannt werden, bevor sie geschehen sind 
17.04.2009
Die Belastung durch Einkommensteuer und Sozialabgaben 
11.04.2009
Die Belastung durch Einkommensteuer und Sozialabgaben 
03.04.2009
Rachsucht zahlt sich nicht aus 
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Gesundheit 
30.04.2009
Erstes Hohenheimer Ernährungsgespräch: Unzureichende Vitamin-D-Versorgung in Deutschland - Experten sehen Handlungsbedarf 
26.04.2009
Besser lernen auf dem "Schaukelstuhl" 
22.04.2009
Warum das Herz links schlägt 
19.04.2009
Start der Aktion "Wir gegen Viren" - Richtiges Händewaschen schützt 
17.04.2009
Osteoporose: Schuld sind nicht allein die Wechseljahre 
15.04.2009
Herzinfarkt-Risiko als Erblast: Frühzeitig gegensteuern! 
11.04.2009
Nach neuer Studienlage: Diskussion um PSA-Screening geht weiter 
06.04.2009
Herpesgefahr durch Textilien? 
03.04.2009
Fetter Fisch kann vor Darmkrebs schützen 
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März 2009

Umwelt und Forschung 
Gesellschaft  
Gesundheit
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Umwelt und Forschung
31.03.2009
Die Wetter-Profiler 
28.03.2009
Insel Mainau macht Besucher zu Entdeckern - Forschungsexpedition zum Thema Wasser vom 03.7. bis 31.08.2009 
25.03.2009
Für "Nobelpreis für Umweltschutz" 100 Vorschläge auf dem Tisch 
22.03.2009
Moschus belastet die Kläranlagen 
19.03.2009
Darwins Zeitmaschine 
13.03.2009
Chemikalien leasen - Umwelt entlasten 
13.03.2009
Wie der Stickstoff aus dem Meer entkommt 
11.03.2009
Überleben in der Eiszeit - Stuttgarter Zoologen testen Bärtierchen auf Kältetoleranz 
07.03.2009
Wieviel Schutz vor Hochwasser? 
05.03.2009
Entwicklungen auf dem Gebiet der Kleinkläranlagen 
01.03.2009
Nicht jeder Brennstoff darf in den Kamin- oder Kachelofen 
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Gesellschaft 
28.03.2009
Verkehr: Autos als Staumelder 
22.03.2009
Was Frauen aus dem Beruf drängt 
19.03.2009
Warum die Giraffe nicht wie ein Dackel laufen kann 
11.03.2009
Tödliche Arbeitsunfälle auf historischem Tiefstand 
07.03.2009
Umweltfreundlichere Autoklimaanlagen müssen jetzt kommen 
05.03.2009
Wie Hyänen ihren sozialen Status "vererben" 
01.03.2009
Schuhsohlen und Klebefolien nach Vorbild des Geckos 
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Gesundheit 
31.03.2009
Wie "tickt" der Mensch? 
28.03.2009
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Glycidamid in Lebensmitteln 
25.03.2009
Umwelthormone im Mineralwasser 
22.03.2009
Neue Information für Menschen mit Diabetes 
19.03.2009
Akupunktur hilft bei Heuschnupfen 
13.03.2009
Cholesterinspiegel - wie hoch darf er wirklich sein? 
11.03.2009
Der weiße Hautkrebs ist auf dem Vormarsch 
07.03.2009
DGE: Bluthochdruck oft durch Hormonstörung verursacht 
05.03.2009
Nach den tollen Tagen wieder an die Ernährung denken! Studie: Olivenöl und Gemüse schützen auch vor geistigem Abbau im Alter 
01.03.2009
Parodontitis und Herzinfarkt: Zusammenhang genetisch belegbar 
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Februar 2009

Umwelt und Forschung
Gesellschaft   
Gesundheit 
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Umwelt und Forschung 
26.02.2009
Wird der Golfstrom zu süß? - Kieler Meeresforscher untersuchen Klimasignale in der Karibik 
26.02.2009
Reform mit Folgen: Die Umweltverwaltung ist geschwächt 
21.02.2009
RFIDs funken durch Metall 
21.02.2009
Strom aus Stroh 
18.02.2009
Prozessgas: nicht lange fackeln 
16.02.2009
Neues Fraunhofer-Institut für Windenergie 
14.02.2009
Das Umweltgesetzbuch als erstes Opfer des Vorwahlkampfes 
14.02.2009
Naturschutz-Kleinod wechselt Besitzer: Prora (Rügen) erste DBU-Naturerbe-Fläche 
11.02.2009
ACHEMA 2009 bleibt auf Erfolgskurs 
09.02.2009
Wann lohnt die Deich-Sanierung? - Software zur Prognose von Deichversagen 
07.02.2009
Wirtschaft, Politik und Umweltorganisationen fordern Umdenken beim Einsatz von Papier 
07.02.2009
Verbraucherfreundliche CO2-Kennzeichnung für neue Pkw muss endlich kommen 
06.02.2009
Umweltforschungsplan 2009 ab sofort online 
04.02.2009
Abwasser und Ressourcenschutz: die DBU auf der Terratec 2009 
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Gesellschaft  
18.02.2009
Wenn der Arbeitgeber kündigt: Nur jeder achte klagt 
16.02.2009
Betriebliche Weiterbildung: Fachübergreifende Kompetenzen werden immer wichtiger 
11.02.2009
Ein Treffer kommt selten allein - Das Hot Hand Phänomen als evolutionäre Anpassung an Umweltmuster 
09.02.2009
Ötzis letzte Tage - Gletschermann wurde möglicherweise zweimal attackiert 
06.02.2009
Von Benjamin Blümchen zum begleiteten Fahren: Wie Kinder den Autokauf der Eltern beeinflussen 
04.02.2009
Mehr Überblick für Autofahrer 
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Gesundheit  
26.02.2009
Wie das Ohr zwischen Lärm und Flüstern unterscheidet 
21.02.2009
Neue Ansätze zur Vererbung von Herzinfarkt gefunden 
18.02.2009
Das Gen, das die Lebensuhr zurückdreht 
16.02.2009
Forschungsgruppe fordert Erstattung von Akupunktur bei Kopfschmerzen 
14.02.2009
Auslösern von Panikattacken auf der Spur 
06.02.2009
Gefahr Hepatitis B: Gemeinsam Handeln 
04.02.2009
Zitronenmelisse hält Herpes-Viren in der Zellkultur in Schach 
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Januar 2009

Umwelt und Forschung  
Gesellschaft  
Gesundheit    
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Umwelt und Forschung
26.01.2009
Luftqualität 2008: Grenzwerte für Feinstaub weiterhin überschritten 
18.01.2009
Umweltfreundliche Beschaffung spart bares Geld 
18.01.2009
Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger 
09.01.2009
Roboter inspiziert Windkraftanlagen 
07.01.2009
Bienen stoppen Raupen 
07.01.2009
Wasserversorgung trotz Klimawandel sichern 
05.01.2009
Misteln zeigen verborgene Belastungen in Böden 
03.01.2009
Kristallklarer Durchblick bei der Kalkbildung 
01.01.2009
Wärmepumpenanlagen - Fachtagung stellt Betriebsergebnisse aus der Praxis vor 
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Gesellschaft
27.01.2009
Arbeit gestalten, geistige Fitness erhalten 
20.01.2009
So alt wie man sich fühlt - Senioren fühlen sich 13 Jahre jünger als es ihrem Lebensalter entspricht 
15.01.2009
Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2008: Anstieg im Osten etwas stärker als im Westen 
09.01.2009
Das Element Uran im Trinkwasser, im Kernkraftwerk und beim Nobelpreiskomitee 
05.01.2009
Fenchel: Arzneipflanze des Jahres 2009 
01.01.2009
Stigmatisierung wegen Arbeitslosigkeit hemmt den Wiedereinstieg in den Beruf 
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Gesundheit  
27.01.2009
Diabetes kann Ursache für Magen-Darm-Beschwerden sein 
20.01.2009
Milch ist nicht gleich Milch - das Max Rubner-Institut informiert über die Unterschiede 
15.01.2009
Höchste Zeit für die Grippe-Schutzimpfung 
09.01.2009
Sensor in Arterie misst Blutdruck 
03.01.2009
Besser laufen mit dem Sportschuh ohne Hacke 
01.01.2009
Was Sonnenschutzmittel mit Hormonen zu tun haben 


Neuer Leitfaden zur umweltfreundlichen Beschaffung von Notebooks

Beschaffungs-Portal „ITK-Beschaffung.de" nun auch in Englisch und Französisch

Die öffentliche Ausschreibung und der Einkauf umweltfreundlicher Notebooks wird für Wirtschaft und Verwaltung einfacher. Der Hightech-Verband BITKOM, das Umweltbundesamt (UBA) und das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Inneren (BeschA) haben hierzu einen neuen Leitfaden „Empfehlungen für die umweltfreundliche Beschaffung von Notebooks" veröffentlicht. „Die Broschüre ist eine verlässliche und verständliche Hilfe für die Einkäufer der öffentlichen Hand und gibt auch privaten Unternehmen Tipps beim Einkauf umwelt-freundlicher Notebooks", sagte Martin Jetter, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Notebooks werden immer beliebter: Nach BITKOM-Berechnungen werden in Deutschland in diesem Jahr 7,2 Millionen Geräte verkauft, 26 Prozent mehr als 2008. Heute entfallen 62 Prozent der verkauften PCs auf Notebooks und 38 Prozent auf Tischrechner (so genannte Desktop-PCs). Vor drei Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt.

In dem Leitfaden werden unter anderem Beschaffungskriterien in den Bereichen Energieverbrauch, Materialeigenschaften und Geräuschemissionen bei Notebooks vorgeschlagen sowie praxisnah dargestellt und erläutert. Der ab Juli 2009 gültige Energieeffizienz-Standard „Energy Star 5.0" ist dabei bereits berücksichtigt. „Die Beschaffung energiesparender Notebooks durch die öffentliche Hand trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Außerdem lässt sich so Energie sparen und damit auch Steuergelder", sagte der Vizepräsident des Umweltbundesamtes Dr. Thomas Holzmann. Notebooks verbrauchen grundsätzlich weniger Energie und Material im Vergleich zu Desktops. Die öffentliche Verwaltung wird 2009 nach BITKOM-Schätzungen für Computer, Software und Dienstleistungen rund um IT und Kommunikation über 18 Milliarden Euro ausgeben. Dabei entfällt ein Großteil auf Software (vier Milliarden Euro) und Hardware wie Computer (2,3 Milliarden Euro). „Die öffentliche Hand hat eine Einkaufsmacht, die sie noch stärker für umweltfreundliche Produkte einsetzen sollte", so Holzmann.

Die Publikation wurde im Rahmen der Online-Plattform „ITK-Beschaffung.de" erstellt. Das Projekt von BITKOM, UBA, BeschA und dem IT-Amt der Bundeswehr bietet öffentlichen Auftraggebern Hilfe bei der Ausschreibung und dem Einkauf von ITK-Produkten. Diese Vorgänge sind oft komplex, schließlich müssen viele rechtliche Vorgaben und Ansprüche an Umweltschutz und Vergaberecht erfüllt werden. Das Online-Angebot ist mittlerweile in Deutsch, Englisch (www.ICT-procurement.org) und Französisch abrufbar und wird laufend erweitert. Demnächst wird in einer aktualisierten Version des schon erschienenen „Leitfaden für die umweltfreundliche Beschaffung von Desktops" ebenfalls der neue Standard „Energy Star 5.0"-aufgenommen. „Für die Einkäufer der öffentlichen Hand ist das Internet-Portal zur ITK-Beschaffung eine große Erleichterung", sagte Klaus-Peter Tiedtke, Direktor des Beschaffungsamtes. "Das Portal fördert den Wettbewerb und die Transparenz. Dadurch können wir einen größere Anzahl von Angeboten auf unsere Ausschreibungen erzielen und sorgt so für Einsparungen. Wir können das Geld der Steuerzahler effizienter einsetzen und haben juristische Sicherheit", so Tiedtke.

Der Leitfaden zur Beschaffung umweltfreundlicher Notebooks kann unter http://www.itk-beschaffung.de/index.php?id=4 kostenlos heruntergeladen werden 

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Neue Methode zur Grundwasserüberwachung - Wie erreichen innovative Konzepte und Technologien den Markt?

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Leipzig. Die Überwachung von Wasserressourcen kann in Zukunft effektiver und sicherer erfolgen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Stockholm entwickelten dazu ein neues Berechnungsverfahren, das es erlaubt, von einzelnen Kontrollbrunnen besser auf den gesamten Wasserkörper im Untergrund zu schließen. Das Monitoring von Schadstofffahnen und die Vorhersage ihres Verhaltens sind entscheidend für ein effektives Management von Grundwasserverunreinigungen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Water Resources Research".
Durch das neue Rechenverfahren ist es nun möglich, die Qualität des Grundwassers und mögliche Umweltbeeinträchtigungen einzuschätzen. Immerhin stammen drei Viertel des Trinkwassers in Deutschland aus dem Grundwasser. "Früher musste dazu aufwendig an vielen Stellen gebohrt und unzählige Wasserproben ausgewertet werden", erläutert Prof. Georg Teutsch vom UFZ. "Das neue Verfahren wird die Überwachung von Schadstofffahnen im Grundwasser, wie sie unter vielen ehemaligen Industriestandorten existieren, wesentlich vereinfachen." Seit 2000 arbeiten die Forscher an dem Verfahren im Rahmen des Forschungsprogrammes SAFIRA II, das an verschiedenen Standorten in Deutschland neue technische Methoden zur Untersuchung und Sanierung von großflächigen Schadstoffverunreinigungen - so genannte Megasites - untersucht. Geplant ist, die neuen Formeln in eine Software zu integrieren, damit sie künftig von Behörden und Ingenieurbüros genutzt werden können. Dabei werden die Wissenschaftler von einem Kompetenzzentrum unterstützt, das den Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis fördert. Das Terra-, Aqua- und Sanierungskompetenzzentrum Leipzig (TASK) hat sich die Förderung einer effizienten Verwertung von Forschungsprodukten im Bereich Boden, Grundwasser und Flächenrevitalisierung zum Ziel gesetzt.

Um aus Ideen wie dieser schneller marktreife Produkte zu machen treffen sich am 23. und 24. Juni Experten aus Forschung, Verwaltung und Technik auf dem 1. TASK-Symposium in Leipzig. Die TASK-Initiative wird von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung unterstützt und steht unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Außerdem wird in Leipzig das Konzept und Vorgehen der TASK-Initiative für den Eintritt von Produkten im nationalen und internationalen Markt vorgestellt. Die Unterstützungsmaßnahmen von TASK laufen derzeit in den Bereichen Sickerwasserprognose, Erkundungsmethoden für großflächige Bodenverunreinigungen, Natural Attenuation und geophysikalische Untersuchungsmethoden. Eine Fachausstellung informiert über innovative Ergebnisse und Produkte aus den Bereichen Monitoring-, Erkundungs- und Sanierungstechnologien.
Tilo Arnhold

Publikation:
Bayer-Raich, M., Jarsjö, J., Teutsch, G. (2009):
Breakthrough of attenuating contaminant plumes in pumping wells: Analytical model and implications for integral pumping tests
Water Resour. Res. 45, W02413
http://dx.doi.org/10.1029/2007WR006075

Weitere fachliche Informationen:
Martin Bittens
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235- 1682
http://www.ufz.de/index.php?de=17038
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
http://www.ufz.de/index.php?de=12869

Weiterführende Links:
1. TASK Symposium und Produktmesse
http://www.task.ufz.de/index.php?de=17954

SAFIRA-II-Projekt:
http://www.ufz.de/index.php?de=13244

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weitreichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
http://www.ufz.de
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
http://www.helmholtz.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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DEGUM: Ultraschall verbessert Früherkennung bei Brustkrebs

Medizin - Kommunikation, Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

DEGUM empfiehlt Sonografie
Brustkrebs: Ultraschall verbessert Früherkennung

Hamburg - Die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust verbessert bei Frauen mit dichtem Gewebe die Früherkennung von Brustkrebs. Bei einer solchen Mammasonografie liegt die Erkennungsrate, das zeigen Studien, bei bis zu 88 Prozent. Die Karzinom-Nachweisquote bei der röntgenologischen Mammografie hingegen liegt bei 56 Prozent. Die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben, fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben heute im Rahmen von Reihenuntersuchungen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. "Die Mammasonografie ist dennoch als gleich- und nicht nachrangige Methode zur Mammografie zu betrachten", betont Professor Dr. med. Eberhard Merz, Frankfurt, vom Vorstand der DEGUM. Ohne Zweifel stelle das Mammografie-Screening einen großen Fortschritt in der Frühdiagnostik des Brustkrebses dar, so der Frauenarzt. "Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, als löse die Röntgenuntersuchung allein das Problem der Brustkrebsfrüherkennung", setzt Merz hinzu.

Ein Drittel aller Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf, ein Fünftel nach dem 69. Lebensjahr. Diese Frauen seien auch künftig auf die Ultraschalluntersuchung angewiesen sein, welche viele Frauenärzte zusammen mit der Tastuntersuchung anbieten. "Gynäkologen sind in der Krebsvorsorge ein primärer Ansprechpartner für die Frauen: Oft betreuen sie ihre Patientinnen über lange Jahre", sagt der Experte. Auffällige Tastbefunde könnten mit Hilfe moderner Ultraschallgeräte, wie sie in der Schwangerenbetreuung zum Einsatz kommen, gezielt abgeklärt werden.

Die Mammasonografie spüre aber auch nicht-tastbare Tumore auf. Bei Frauen mit einer hohen Brustdichte im Röntgenbild - unter den Frauen europäischer Herkunft sind dies mehr als die Hälfte - hat der Brustultraschall nach Einschätzung von Merz sogar eindeutige Vorteile gegenüber der Mammografie: "Mit leistungsstarken Geräten werden viele Tumore entdeckt, die bei der Mammografie nicht erkennbar sind." Medizinischer Ultraschall biete sich deshalb auch zur Abklärung unklarer Befunde an. In einer aktuellen Studie entdeckt die Sonografie 15 Prozent der mammografisch nicht erkannten Tumoren in der Brust. Weitere Einsatzgebiete sieht der Experte in der Nachsorge der Krebspatienten. Die Ultraschalluntersuchung könne hier eingesetzt werden, um Narben in der Brust oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle zu beurteilen oder um das Gewebe um Brustimplantate zu prüfen.

Voraussetzung für den Erfolg der Sonografie ist laut Merz neben einer guten technischen Ausstattung auch die Erfahrung der Ärzte. Die DEGUM zertifiziert deshalb Mediziner nach einem 3-Stufen-Konzept. Sie stellt damit sicher, dass die Untersuchung von kundigen Ärzten durchgeführt wird. Merz: "Wir betrachten die Ultraschalluntersuchung durch den Frauenarzt insgesamt als eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie durch den Radiologen und befürworten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auf hohem Niveau zum Wohle unserer Patientinnen." Frauen rät er, ihren Arzt nach seinem DEGUM-Zertifikat zu fragen.

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-163
Fax: 0711 8931-167
jakobi@medizinkommunikation.org

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Nationale Klimapolitik: UBA plädiert für mehr Mut zum Handeln

Neues Hintergrundpapier zum Start der Green Week

Um weitreichende Folgen des Klimawandels zu vermeiden, muss Deutschland bisher ungenutzte Potentiale zur Senkung der klimaschädlichen Treibhausgase erkennen und konsequent in Emissionsminderungen umsetzen. „Wir müssen mutiger werden, um uns und unsere Umwelt langfristig vor den Folgen der Klimaänderung zu schützen", sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). Diese Botschaft samt einer Bestandsaufnahme der deutschen Klimaschutzpolitik vermittelt auch das neue UBA- Hintergrundpapier „Klimaschutz konkret: Mut zum Handeln", das anlässlich der am 23. Juni 2009 in Brüssel startenden Green Week veröffentlicht wird. Die Green Week ist die jährlich stattfindende, größte Umweltkonferenz der Europäischen Union (EU) mit rund 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus EU-Institutionen, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen, Verwaltung und Wissenschaft. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Climate Change - Act and Adapt".

Das Hintergrundpapier gibt einen Überblick über die jüngsten Reformen in der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung, analysiert mögliche Hindernisse für eine erfolgreiche Umsetzung und benennt Lösungsvorschläge. Das UBA plädiert für mutiges Handeln zum Schutz des Klimas: Bisher unzureichend erschlossene Möglichkeiten für den Klimaschutz - etwa bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes, bei der Umsetzung umweltgerechter Mobilitätskonzepte oder einer emissionsärmeren Bereitstellung von Strom und Wärme - müssen erschlossen werden. So braucht Deutschland zum Beispiel ein Energiesystem, das den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen hohen Anteil erneuerbarer Energien zur Verfügung stellen kann. Die Energieeinsparverordnung, welche Höchstwerte für den Energieverbrauch von Gebäuden festlegt, darf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern muss wirksam umgesetzt werden. Die technischen Möglichkeiten für eine Senkung des durchschnittlichen Ausstoßes an Kohlendioxid der Neuwagenflotte auf 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (g CO2/km) im Jahr 2020 sind vorhanden. Deshalb sollte dieser Grenzwert auch EU-Gesetz werden. Schließlich profitiert von einem solchen Strukturwandel der Energiebereitstellung und des Energieverbrauchs nicht nur die Umwelt; Unternehmen sowie Endverbraucherinnen und -verbraucher können so ihren Energieverbrauch deutlich senken und damit mittelfristig Kosten sparen.

Noch steigen die globalen Treibhausgasemissionen weiter an. Um untragbare Folgen für Mensch und Umwelt zu vermeiden, müssen wir - so der Internationale Klimarat, ein Gremium renommierter Klimaforscher - die Erderwärmung weltweit auf 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Um diese kritische Zwei-Grad-Schwelle nicht zu überschreiten, müssen alle Staaten weltweit ihre Treibhausgasemissionen so bald und so stark wie möglich verringern: Bis zum Jahr 2020 muss das Wachstum der Emissionen gestoppt sein. 2050 darf der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen nur noch halb so groß sein wie im Jahr 1990.

Das Hintergrundpapier „Klimaschutz konkret: Mut zum Handeln" steht im Internet unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3809.pdf zum Download zur Verfügung.

(Quelle: Umweltbundesamt)

(nach oben)


Zuviel Feinstaub in deutschen Innenstädten

Weitere Maßnahmen zur Emissionsminderung nötig

Die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist weiterhin zu hoch. In sechs Städten - darunter Stuttgart und München - ist der Grenzwert (Tagesmittelwert) von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m3) bereits jetzt an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Weitere zehn Städte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen und Sachsen stehen kurz vor der Grenzwertüberschreitung. Ein Grund dafür ist das Wetter zu Beginn dieses Jahres: windschwache Hochdruckwetterlagen, die häufiger auftraten als in den Jahren 2007 und 2008, behinderten den Abtrans­port der Luftschadstoffe.

„Wir müssen die Feinstaubbelastung dringend senken, damit die Menschen - gerade in den Innenstädten - gesunde, saubere Luft atmen können", sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). „Möglichkeiten, die Feinstaubemissionen zu senken, gibt es. Sie müssen nun schleunigst Wirklichkeit werden."

Der Straßenverkehr ist eine wichtige Emissionsquelle für Feinstaub. Hier gilt es anzusetzen:

- Würden in Umweltzonen nur noch Kraftfahrzeuge mit grüner Plakette - also Fahrzeuge der Schadstoffgruppe EURO 4 und besser - fahren, ließen sich bis zu 18 Überschreitungstage pro Jahr vermeiden.

- Ein Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde auf den betroffenen Hauptverkehrsstraßen innerhalb der Städte ließe 10 Überschreitungstage weniger im Jahr als bei Tempo 50 erwarten.

Die Nachrüstung leichter Nutzfahrzeuge der Schadstoffklassen EURO 3 und schlechter mit Dieselrußfiltern sollte die obigen Maßnahmen ergänzen. Betroffen sind bis zu 300.000 leichte Nutzfahrzeuge in Deutschland. Die Länder, die für die Einhaltung der Luftqualitätsanforderungen verantwortlich sind, könnten für Förderprogramme auf Gelder aus dem EU-Strukturfonds zugreifen.

Nicht nur der Verkehr ist für die hohe Feinstaubbelastung verantwortlich. Auch andere Quellen sind relevant - beispielsweise die Holzheizungen und Kamine in privaten Haushalten und im Kleingewerbe. So genannte Kleinfeuerungsanlagen sind nach dem Straßenverkehr der zweitgrößte Verursacher des Feinstaubes. Um hier Emissionsminderungen zu erreichen, muss es anspruchsvolle Grenzwerte für diese Heizungen geben. Die geplante Novellierung der „Verordnung über kleine und mitt­lere Feuerungsanlagen" sieht dies vor. Wichtig ist, dass auch Altanlagen ihre Emissionen senken müssen. Nach einer angemessenen Übergangsfrist sollte auch für sie ein anspruchsvoller Staubgrenzwert gelten. Um diesen einzuhalten, haben die Betreiber zwei Möglichkeiten: Sie können die Anlage mit einem Filter zur Feinstaubminderung nachrüsten oder die alte Anlage durch eine neue ersetzen. Für eine Reihe von Anlagen plant das Bundesumweltministerium (BMU) Ausnahmen - beispielsweise für Anlagen, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit sind, sowie für solche Anlagen, die vorrangig zum Kochen dienen.

Die hohe Feinstaubbelastung in den Städten entsteht nicht nur aus den Emissionen vor Ort. Ein bedeutender Anteil des Feinstaubes, der sich in der Atmosphäre auch aus den Vorläufersubstanzen Schwefel- und Stickstoffoxiden bildet, kommt von weit her in unsere Ballungsräume. Hier sind europäische Lösungen gefragt: Eine deutliche Minderung der Emissionen aus großen Industrieanlagen - wie etwa Kraftwerken - ist erforderlich. Die Europäische Union überarbeitet derzeit die Vor­schriften für diese Industrieanlagen. Dabei sind es vor allem Anlagen in Osteuropa, die einen großen Sanierungsbedarf haben. Deutschland setzt sich für anspruchsvolle Grenzwerte für Staub selbst und für die Vorläufersubstanzen ein und wird profitieren: Mittelfristig könnte die Belastung, die aus dem Ausland nach Deutschland kommt, deutlich abnehmen.

Das aktuelle UBA-Hintergrundpapier „Feinstaubbelastung in Deutschland" steht unter Verfügung unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3565.

Aktuelle Luftqualitätsdaten finden Sie im Internet unter http://www.env-it.de/umweltbundesamt/luftdaten/index.html 

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Fraunhofer Know-how für die ökologische Musterstadt Masdar City

Die Stadt der Zukunft wächst derzeit am Rande von Abu Dhabi: Masdar City soll ausschließlich mit regenerativen Energien versorgt werden und weder Kohlendioxid noch Müll erzeugen. An der Entwicklung neuer Technologien für Planung und Realisierung der ökologischen Musterstadt, sind Fraunhofer-Forscher beteiligt.

Am 21. Juni 2009 unterzeichneten die Fraunhofer-Gesellschaft und die Abu Dhabi Future Energy Company als Repräsentantin des Masdar City Projekts ein Kooperationsabkommen über eine strategische Partnerschaft. Ziel der Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer, der größten europäischen Einrichtung für angewandte Forschung, und der ökologischen Zukunftsstadt Masdar City im Emirat Abu Dhabi ist zunächst die Gründung einer gemeinsamen Projektgruppe. Langfristig wollen beide Partner bei der nachhaltigen Stadtentwicklung und Gebäudeplanung eng zusammenarbeiten. Beteiligt an der Kooperation sind die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für Bauphysik IBP sowie für Solare Energiesysteme ISE.

»Die Verknüpfung von angewandter Forschung und Nachhaltigkeit ist eine Stärke unserer Institute«, so Fraunhofer-Präsident Prof. Hans-Jörg Bullinger. »Es bietet sich daher an, Fraunhofer Know-how in das einmalige ökologische Zukunftsprojekt Masdar City einzubringen. Daher freue ich mich sehr über diese strategische Kooperation. Die Zusammenarbeit ist ein Meilenstein für die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen zur Bewältigung der globalen Herausforderungen.«

»Wir wollen die Entwicklung innovativer nachhaltiger Technologien beschleunigen und sie global verfügbar machen«, sagt Masdar CEO Dr. Sultan Al Jaber. »Es ist unsere Überzeugung, dass weltweite Zusammenarbeit notwendig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Unsere Partnerschaft mit MIT, DLR, Imperial College und dem Tokyo Institute of Technology beweisen dies. Auch die Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft wird die Schlüsselrolle Masdars bei der Entwicklung von erneuerbaren Energien in Abu Dhabi stärken, indem wir Innovation und Vermarktung nachhaltiger Technologien kontinuierlich vorantreiben.«

Masdar City wird etwa 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Abu Dhabi auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern errichtet und ist für rund 50.000 Einwohner geplant. Das als CO2-neutrale Stadt geplante Vorhaben soll vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden, durch konsequentes Recycling nahezu abfallfrei sein, einen signifikant reduzierten Wasserverbrauch aufweisen und dank eines unterirdischen Verkehrssystems autofreie Straßen haben.

In einem ersten Schritt entsenden die beteiligten Institute je einen Vertreter und bilden eine Projektgruppe in Masdar. Ihr Aufgabe ist es, Projekte zu akquirieren sowie die Gründung eines Centers vorzubereiten. Auch die Möglichkeit, später ein gemeinsames Institut für nachhaltigen Städtebau zu gründen, soll geprüft werden. Eine enge Zusammenarbeit mit dem im Aufbau befindlichen Masdar Institute of Science and Technology wird angestrebt.

Angestoßen wurde die strategische Kooperation durch bereits bestehende Kontakte und laufende Projekte besonders des Fraunhofer- Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. »Um die notwendige Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien voranzutreiben braucht es ehrgeizige Beispiele. Dieses weltweit beispielgebende Konzept für nachhaltigen Städtebau wird globale Ausstrahlung haben, und wir freuen uns auf die Gelegenheit, dazu einen wesentlichen Beitrag zu liefern«, so Institutsleiter Prof. Eicke R. Weber, der stellvertretend für die Fraunhofer-Gesellschaft das Memorandum of Understanding vor Ort unterzeichnete.

Das Fraunhofer ISE arbeitet derzeit an ersten Projekten mit Masdar auf dem Gebiet der solaren Klimatisierung sowie der solarthermischen Prozesswärmeerzeugung. Mit den Firmen Mirroxx, Concentrix Solar und Solar Spring sind bereits drei Spin-off Firmen des Instituts in Masdar aktiv geworden oder haben Kontakte. Die Solarenergie mit ihren unterschiedlichsten Anwendungsbereichen ist ein zentraler Teil der Kooperation.

Eine ebenso wichtige Rolle spielen energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Rohstoffe, Trinkwasseraufbreitungstechnologien, intelligente Stromversorgungskonzepte, Elektromobilität, Architektur und Engineering Simulation sowie Sustainable Behavior. Auch Design-Projekte, die auf Virtual Reality basieren, sind geplant. Planer, Nutzer und Besucher können die geplante Zero-Carbon-City bereits im Planungsstadium mittels einer Virtual Reality Software des IAO gemeinsam entwickeln und erleben. Komplexe Planungsprozesse werden effizient unterstützt und erlauben Kunden und Besuchern, die Stadt mittels beeindruckender Echtzeit-Computergrafik zu erleben.

Parallel dazu werden Forscher vom IBP, die Erfahrung mit Bauen in extremen Klimazonen haben, Möglichkeiten aufzeigen, wie sich die Behaglichkeit und Energieeffizienz in den geplanten Gebäuden steigern lässt.

Beratung, Machbarkeitsstudien und Testcenter werden den Auftakt der Zusammenarbeit von Fraunhofer und Masdar City bilden. Die deutsche Industrie, die in vielen relevanten Bereichen die weltweite Marktführerschaft besitzt, wird in das Projekt miteinbezogen.

(Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft )

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Drei Länder gemeinsam für mehr Schutz der natürlichen Ressourcen

Die Umweltministerien und -ämter Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vertiefen ihre Zusammenarbeit. Der Wissensaustausch zu Strategien der nachhaltigen Ressourcennutzung mit abfallwirtschaftlichem Schwerpunkt soll intensiviert werden. Am 23. und 24. Juni 2009 findet die erste gemeinsame Fachtagung „Re-source 2009" unter dem Titel „Ressourcen- und Recyclingstrategien - Von der Idee zum Handeln" statt. Sie zeigt den Entwicklungsstand, Hemmnisse sowie Potenziale bei der Steigerung der Ressourceneffizienz auf. Die im Vergleich zum vergangenen Jahr stark gesunkenen, aber volatilen Preise für Primärrohstoffe wie Kupfererz, aber auch für Sekundärrohstoffe wie Stahlschrott können nicht darüber hinwegtäuschen: „Mit dem Anziehen der Weltkonjunktur und der damit verbundenen Rohstoffnachfrage in Staaten wie China, Indien, Brasilien oder Russland werden Ressourcenknappheiten bei Metallen und Mineralien wieder offen zu Tage treten", erklärte heute der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, anlässlich der Eröffnung der Fachtagung „Re-source 2009" in Berlin.

Die mit dem Abbau und der Aufbereitung der Rohstoffe verbundenen Umweltbelastungen wie Flächenverbrauch, Grundwasserverunreinigungen und Luftverschmutzung werden bei steigender Nachfrage verstärkt ins Augenmerk der Weltöffentlichkeit rücken. Dazu gehören auch die daraus entstehenden sozialen Probleme, wie niedrige Arbeitssicherheitsstandards, Lohndumping und Gesundheitsrisiken in den Entwicklungsländern. In vielen Entwicklungsländern erfolgen der Rohstoffabbau und das Recycling unter niedrigsten ökologischen und sozialen Standards. Gleichzeitig mangelt es den ökologisch innovativen Recyclinganlagen westlicher Industriestaaten häufig an Material zur Verwertung. „Angesichts der Knappheit der Ressourcen stehen wir vor der großen Herausforderung, die enormen Effizienzpotentiale zu erschließen", sagte Müller.

In den letzten Jahren wurden europaweit verstärkt Klimaschutzmaßnahmen angegangen. Nun ist es an der Zeit, das Augenmerk auch auf eine nachhaltige Material- und Ressourcenbewirt-schaftung zu richten. Deutschland, Österreich und die Schweiz mit ihren fortschrittlichen Technologien bei Produktion und Verwertung und mit ihren Strategien zum nachhaltigen Konsum, können eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es darum geht, Ressourcen effizienter zu nutzen und ihren Verbrauch zu verringern. „Weil natürliche Ressourcen begrenzt verfügbar sind, müssen sie effizient bewirtschaftet werden. Nachhaltige Rohstoff- und Ressourcenpolitik ist ohne staatliche Regulierung der Märkte nicht machbar. Die Wirtschaftskreisläufe und Güterströme sind heute global. Ein koordiniertes Vorgehen der Staaten hat große Priorität, damit keine Marktverzerrungen und Wettbewerbsnachteile entstehen", sagte Bruno Oberle, Direktor des schweizerischen Bundesamts für Umwelt in seiner Eröffnungsrede.

Die „Re-source 2009" dient dem fachlichen Dialog zur nachhaltigen Ressourcennutzung und soll Beiträge zur Entwicklung von Konzepten mit abfallwirtschaftlichem Schwerpunkt liefern. Jedes Land setzt dabei auch eigene Akzente:

Die vom deutschen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt eingebrachten Themen reichen vom Recycling strategisch wichtiger Metalle aus dem Elektronikschrott bis hin zur Nutzung von Sekundärrohstoffen aus dem Abriss von Gebäuden als anthropogene Lagerstätten („Urban Mining").

Mit seinem Rohstoffplan setzt Österreich einen wichtigen Schritt, Konflikte durch konkurrenzierende Flächennutzungsansprüche zu bereinigen. Der Rohstoffplan sichert die Verfügbarkeit von Rohstoffen für künftige Generationen. Die österreichische Abfallvermeidungs- und -verwertungsstrategie unterstützt Effizienzsteigerungen und verstärkt den Trend zur Bereitstellung von Sekundär-Rohstoffen. Dies schont nicht nur die Ressourcen, sondern entlastet auch die Umwelt. „Eine Steigerung der Ressourceneffizienz ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen immens wichtig. Für die Entlastung der Umwelt sind gemeinsame Standards bei der Aufarbeitung von Abfällen notwendig, deren Einhaltung national und international kontrolliert wird. Weiter ist es uns ein Anliegen, die Öffentlichkeit und die Konsumentinnen und Konsumenten stärker zu sensibilisieren und zu einem effizienteren Umgang mit Energie und Rohstoffen zu ermutigen", betonte DDr. Reinhard Mang, Generalsekretär des österreichischen Umweltministeriums.

Das schweizerische Bundesamt für Umwelt ist seit Jahren aktiv im Bereich nachhaltiger Konsum und Labels. Es anerkennt und fördert die ökologischen Beurteilungsmethoden von Produkten und setzt sich für deren Anwendung ein. Aus diesem Grund betreut die Schweiz den Themenblock zu Nachhaltigen Produktions- und Konsummustern und ihre Auswirkungen auf die Materialströme.

Ansprechpartner für die Medien:

Deutschland: Bundesumweltministerium, Pressestelle, Tel +49-(0)3018-305-2015
Umweltbundesamt, Pressestelle, Tel. +49 (0) 340 2103 2122

Österreich: Lebensministerium, Pressestelle, Dr. Gerhard Popp, Stubenring 1, 1012 Wien,
Tel.: +43/1 /711 00 -6703

Schweiz: Bundesamt für Umwelt, Mediendienst, Tel. +41 (0) 31 322 90 00

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Jobsuche im Internet

Miriam Riemann, Presse- und Informationsstelle
Fachhochschule Osnabrück

Prof. Dr. Carsten Steinert von der Fachhochschule Osnabrück erforscht wie Jobbörsen im Internet genutzt werden und wie zufrieden die Nutzer mit den Angeboten sind.
Monster, FAZjob.net, stepstone - drei von etwa Hunderten von Jobbörsen, die ihre Leistungen im Internet anbieten. Bei der Stellensuche sind diese Dienste inzwischen sehr gefragt. Aber welche Jobbörse führt den Arbeitssuchenden wirklich schnell zum Ziel? Das hat Prof. Dr. Carsten Steinert in einer Onlineumfrage gemeinsam mit der Profilo rating GmbH und Crosswater Systems Ltd. untersucht. An der Umfrage haben sich dabei mehr als 3.000 User beteiligt.

Jobbörsen funktionieren wie der Stellenmarkt in einer Zeitung. Hier können potenzielle Arbeitgeber ihre Stellen ausschreiben. Jobsuchmaschinen hingegen durchsuchen das Internet nach Stellenangeboten, das funktioniert ähnlich wie bei Google. Die Ergebnisse der Untersuchung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Steinert zeigen, dass Jobbörsen mit einem Anteil von 63% deutlich stärker genutzt werden als Jobsuchmaschinen. Auch die Zufriedenheit der Nutzer wurde allgemein positiver bewertet. Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 4 (überhaupt nicht zufrieden) erreichten Jobsuchmaschinen eine Durchschnittsnote von 2,1 und Jobbörsen eine 1,9. Bei der Qualität der Suchergebnisse und der Treffergenauigkeit schneiden die bewerteten Jobbörsen mit 2,1 eher durchschnittlich ab.

Bei der Frage wer die Jobbörsen überwiegend zur Stellensuche nutzt, ergab sich dass die Altersgruppe von 31-50 Jahren mit 53,8% besonders stark vertreten ist. Das Nutzerverhalten ist sehr unterschiedlich: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer geben an, dass sie in Jobbörsen und Jobsuchmaschinen aktiv nach Stellenanzeigen recherchieren, während 33% der Jobsuchenden eher auf eine passive Suchstrategie vertrauen; sie nutzen überwiegend Bewerberdatenbanken oder lassen sich über neue Jobangebote per E-Mail informieren. Andere Funktionen wie Gehaltsanalysen, Bewerbungsunterlagen-Check und Informationen zu Arbeitgebern und Branchen werden weniger nachgefragt.

Die Mehrzahl der Befragten (58,7%) bevorzugt die Bewerbung via E-Mail, mit Lebenslauf und Zeugnissen im Anhang. Die klassische Bewerbung in Papierform bevorzugen rund 20%. Ein Drittel aller Umfrageteilnehmer empfindet es als lästig, Online-Bewerbungsformulare auszufüllen. Rund 20% der Kandidaten geben an, dass ein vorgeschaltetes Online-Bewebungsformular oder -Assessmentcenter sie gegebenfalls von einer Bewerbung abhält.

Interessierte Arbeitgeber und Betreiber von Jobbörsen können die Umfrage-Ergebnisse per Online-Recherche im Abonnement buchen und erhalten dadurch auch Einblick in die Ergebnisse jeder bewerteten Jobbörse. Ein halbjährlicher Ergebnisbericht wird ebenfalls bereitgestellt. Nähere Informationen unter http://www.crosspro-research.com

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Kupfer gegen Keime: Erwartungen wurden übertroffen

Jens Oliver Bonnet, Konzernbereich Unternehmenskommunikation/Pressestelle
Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

Asklepios Klinik in Hamburg setzte spezielle Türklinken und Lichtschalter gegen Antibiotika-resistente Bakterien ein - Patienten profitieren 

Türgriffe und Lichtschalter aus Kupfer sind ein wirksames, zusätzliches Mittel um die Verbreitung von gefährlichen Keimen in Krankenhäusern zu stoppen. Das ist das Ergebnis eines weltweit beachteten Feldversuchs in der Asklepios Klinik Wandsbek in Hamburg. Dabei wurden jeweils über mehrere Monate hinweg im Sommer 2008 und im Winter 2008/2009 zwei Krankenhausstationen mit Türgriffen, Türplatten und Lichtschaltern aus speziellen Kupferlegierungen ausgestattet.
Die benachbarten Bereiche behielten für den Forschungszweck ihre herkömmlichen Griffe und Schalter aus Aluminium, Edelstahl oder Plastik. Unabhängige Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg haben regelmäßig Proben genommen und die Anzahl der Keime auf den verschiedenen Kontaktflächen verglichen. Der gewünschte Effekt trat dabei insbesondere bei den Türklinken auf. So ließ sich unter Alltagsbedingungen nachweisen, dass die Zahl der Antiobiotika-resistenten Bakterien (MRSA) um ein Drittel verringert wurde. Auch die Neubesiedlung der Kupfer-Türgriffe und Kupfer-Schalter durch Keime wurde erheblich vermindert. Dies hatte einen unmittelbaren Nutzen für die Patienten: Auf den mit Kupferkliniken ausgestatten Stationen gab es im Untersuchungszeitraum einen erfreulichen Trend zu niedrigeren Infektionsraten bei Patienten, der allerdings in größeren Studien noch genauer untersucht werden muss.

Erwartungen wurden übertroffen
"Die jetzt erzielten Ergebnisse, eine Reduzierung der Keime um mehr als ein Drittel, machen Hoffnung. Kontaktflächen wie Griffe und Schalter aus Kupfer können damit eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Hygienemaßnahmen wie der Händedesinfektion sein", sagt Professor Dr. med. Jörg Braun, Chefarzt der I. Medizinischen Abteilung der Asklepios Klinik Wandsbek. Positiv zu bewerten sei auch der Trend zum Rückgang der so genannten nosokomialen Übertragung, also der im Krankenhaus erworbenen Infektionen. "Dieser klinische Effekt hat meine Erwartung übertroffen", so Professor Braun. Auch die Bewertung durch Professor Dr. Dietrich H. Nies, Direktor des Instituts für Biologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Spezialist für Biometallstoffwechsel, fällt positiv aus: "Auf den Kupferoberflächen fanden sich im Vergleich zu den Kontrolloberflächen, also den herkömmlichen Türgriffen, Türplatten und Lichtschaltern, nur 63 Prozent der Keime. Außerdem hat sich in der Praxis gezeigt, dass Kupfer die Neubesiedlung der Oberflächen mit Keimen wesentlich reduziert."

Der Feldversuch "Antimikrobielle Kupfer-Oberflächen"¬ - jeweils 16 Wochen lang im Sommer und im Winter - wurde gemeinsam von Medizinern der Asklepios Klinik Wandsbek und Wissenschaftlern der Universität Halle-Wittenberg vorbereitet und durchgeführt. Unterstützt wurde das Projekt vom Deutschen Kupferinstitut (DKI). Vorausgegangen waren viel versprechende Laboruntersuchungen, die eine signifikante Wirksamkeit spezieller Kupferlegierungen im Kampf gegen Keime auch im klinischen Alltag erwarten ließen. Die aktuellen Forschungen schließen dabei eine wissenschaftliche Lücke, die schon sehr lange existiert: "Die Menschheit hat Jahrtausende lange positive Erfahrung mit der hygienischen Wirkung von Kupfer", sagt Dr.-Ing. Anton Klassert, Geschäftsführer Deutsches Kupferinstitut (DKI). Jetzt würden diese Erfahrungen wissenschaftlich belegt. "Es ist für mich faszinierend zu sehen, was nach den Vorversuchen in Japan und England seit 2008 in Hamburg an Forschung stattgefunden hat", so Dr. Klassert. Diese Dynamik halte an: "Aktuell startet das US-Verteidigungsministerium ein groß angelegtes Forschungsprojekt in den Intensivstationen von drei Kliniken in New York City und Charleston, South Carolina," sagt Dr. Klassert, der zugleich Leiter des europäischen Kupferkompetenzzentrums "Antimikrobielle Eigenschaften" ist.

Manchmal kann Altbewährtes auch innovativ sein: Kupfer galt schon in der griechischen Antike als stark antimikrobiell. Diese Fähigkeit spielt jetzt beim Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime eine zentrale Rolle. Denn die Keime werden nicht nur von Hand zu Hand, sondern in vielen Fällen auch über das Berühren von Klinken und Schaltern übertragen. Die größte Gefahr geht dabei von Antibiotika-resistenten Bakterien (MRSA) aus, an denen in Kliniken und Pflegeheimen weltweit zunehmend Patienten erkranken.

Weltweit wird mit Hochdruck geforscht
Der Feldversuch in der Asklepios Klinik Wandsbek steht im Kontext weltweit mit Hochdruck betriebener Forschung. Auch Wissenschaftler in England, Japan, Südafrika, Chile und den USA testen derzeit diverse Kupferlegierungen an den unterschiedlichsten Einsatzorten, um die am besten geeignete Legierung und Einsatzgebiete zu ermitteln. Unter Laborbedingungen ist bereits bewiesen, das Oberflächen aus Kupfer unter innerhalb kürzester Zeit bis zu 99 Prozent der Keime eliminieren können. Zwar gehört die häufige Händedesinfektion bei Medizinern und Pflegepersonal zum Alltag, doch das genügt auch trotz größter Vorsichtsmaßnahmen und Hygieneregelungen nicht immer. Gerade geschwächte Patienten müssen besonders vor gefährlichen Krankenhauskeimen geschützt werden. "Der Kampf gegen hochresistente Erreger ist mit den bisherigen Mitteln wie dem Einsatz immer neuer Antibiotika und intensiver Desinfektionsmaßnahmen nicht zu gewinnen. Wir müssen neue Wege gehen, um das Gefahrenpotential für unsere Patienten zu reduzieren", so Professor Braun von der Asklepios Klinik Wandsbek.

Klassische Hygienemaßnahmen reichen nicht aus, die weitere Ausbreitung von MRSA zu stoppen. Oberflächen aus Kupferlegierungen können einen wesentlichen Beitrag zur Krankenhaushygiene leisten.

Jahr für Jahr 50.000 Tote in Europa, 100.000 in den USA

Nach seriösen Schätzungen treten allein in deutschen Krankenhäusern jährlich mehr als eine halbe Million so genannter nosokomialer - also in der Klinik erworbener - Infektionen auf. Europaweit sind es nach Angaben des Europäischen Zentrums für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) europaweit drei Millionen Fälle, wovon 50.000 tödlich verlaufen. In den USA verursachen Krankenhausinfektionen nach Einschätzung der Infectious Diseases Society jährlich sogar 100.000 Todesfälle - bei zwei Millionen Infektionen. Eine besonders große Gefahr geht dabei von Antibiotika-resistenten Keimen wie MRSA aus (MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus).

Neben der zum Teil lebensbedrohlichen Gefahr für die Patienten kommt noch ein enormer wirtschaftlicher Schaden hinzu, der allein in Deutschland in die Milliarden gehen dürfte. Für die USA gibt es eine Einschätzung des Centers for Disease Control (CDC), wonach nosokomiale Infektionen Kosten von mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar anrichten. In Großbritannien schätzt der National Health Service (NHS) die zusätzlichen Kosten auf eine Milliarde Pfund jährlich. Patienten, die sich in der Klinik mit MRSA infizieren, liegen nach Schätzungen im Durchschnitt bis zu vier Tage länger im Krankenbett und verursachen Mehrkosten von 4.000 Euro, in Einzelfällen sogar bis zu 20.000 Euro. Zu den häufigsten Komplikationen geschwächter Patienten nach einer MRSA-Infektion zählen Wundinfektionen, Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Harnwegsinfektionen

Foto- und Filmmaterial sowie die Powerpoint-Präsentationen der Vortragenden
zum Thema "Kupfer & Keime" stehen auf Nachfrage zur Verfügung.

Ingrid Keller
Deutsches Kupferinstitut
Tel.: +49 (211) 47 96 314
E-Mail: ikeller@kupferinstitut.de
Weitere Informationen:
http://www.asklepios.com
http://www.kupferinstitut.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Deutsche lieben ihre Sprache

Dr. Annette Trabold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Deutsche Sprache

Die große Mehrheit der Deutschen empfindet Liebe und Stolz für die deutsche Sprache. Das ist das Ergebnis einer deutschlandweiten, repräsentativen Studie zu Spracheinstellungen in Deutschland, die das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IDS) und der Lehrstuhl Sozialpsychologie der Universität Mannheim heute in Berlin veröffentlichten. Über 2.000 Menschen in Deutschland, darunter auch Nicht-Muttersprachler, wurden nach ihren Gefühlen gefragt, die sie für die deutsche Sprache empfinden. Sie bewerteten Dialekte und fremdsprachige Akzente, äußerten sich zur Entwicklung des Deutschen und machten Angaben zu ihrem Mediengebrauch. Förderer der Studie ist die Volkswagenstiftung.
Eines der wichtigsten Ergebnisse der in ihrer Komplexität einzigartigen Studie ist die große Verbundenheit der Deutschen mit ihrer Sprache. 87% aller Befragten geben an, dass ihnen die deutsche Sprache gut bis sehr gut gefällt. Sie empfinden Stolz (56%) und Liebe (47%) für ihre Sprache und beschreiben sie als schön, anziehend, logisch, aber auch schwierig. Während 1997/1998 nur 13% aller Deutschen erklärten, ein großes Interesse an der Pflege der deutschen Sprache zu haben, sind es heute 35%.

- Norddeutscher Dialekt am sympathischsten:
Mehr als die Hälfte aller Deutschen, nämlich 60%, sprechen einen Dialekt. Die meisten Dialektsprecher leben im Süden bzw. Südwesten Deutschlands und im Ostteil Berlins: Im Saarland sind es 94%, in Bayern und in Baden-Württemberg jeweils 86%, in Rheinland-Pfalz 75%. Mit 83% gehört auch der Ostteil Berlins zu einem der Gebiete mit dem höchsten Anteil an Dialektsprechern. Das Vorurteil, Dialekte seien ein Zeichen von niedrigem sozialen Status, konnte die Studie widerlegen: Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Dialektkompetenz und Bildungsgrad.
Am sympathischsten wird der norddeutsche Dialekt empfunden (24%), gefolgt von Bairisch (20%) und Alemannisch (13%). Nur eine Minderheit (9%) gibt an, keinen Dialekt zu mögen, und immerhin fast ein Drittel der Befragten findet keinen der deutschen Dialekte unsympathisch.

- Französischer Akzent am beliebtesten:
Fremdsprachigen Akzenten stehen die Deutschen eher positiv gegenüber. Fast die Hälfte aller Teilnehmer der Studie (48%) erklären, dass es keinen Akzent gibt, der ihnen unsympathisch ist. Nur ein Fünftel findet keinen Akzent sympathisch. In der Riege der positiv bewerteten Akzente schneidet der französische mit 36% eindeutig am besten ab. Deutsch mit einem italienischen Akzent wird von 21% der Befragten als sympathisch bewertet.

- Verständigung mit Einwanderern wird häufig als schwierig empfunden:
Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung (43%) empfindet die Verständigung mit Einwanderern als schwierig oder sogar sehr schwierig. Dass Einwanderer in bestimmten Lebensbereichen überwiegend ihre Muttersprache sprechen, bewerten 44% der Befragten ebenfalls als schlecht oder sehr schlecht.

- Mehrheit der Deutschen betrachtet die Entwicklung der deutschen Sprache mit gemischten Gefühlen und Sorge:
Waren es 1997/1998 noch 53% der Deutschen, denen Veränderungen in der deutschen Sprache auffielen, so sind es heute 84%. Als Ursachen des Wandels werden der Einfluss durch fremde Sprachen (28%), und hier vor allem des Englischen (21%), wahrgenommen, die (neue) Rechtschreibung (25%), die Sprache der Jugend (15%), mangelnde Sprachsorgfalt, unangemessenes Sprechen und Schreiben (12%) sowie Veränderungen in der Grammatik. Die Hauptverantwortung an der Veränderung der deutschen Sprache wird mit 37% den Medien zugeschrieben.

Die Mehrheit der Befragten betrachtet die Entwicklung der deutschen Sprache mit gemischten Gefühlen oder sogar mit Sorge. Auf die Frage, ob die Veränderung der deutschen Sprache positiv oder negativ zu bewerten sei, antwortet mehr als die Hälfte der Befragten (53%) unentschieden. 30% sind der Ansicht, die Entwicklung sei "eher besorgniserregend" oder "sehr besorgniserregend". 16% der in Deutschland lebenden Bevölkerung findet die Veränderungen "eher erfreulich" bzw. "sehr erfreulich". Einwanderer bewerten die Entwicklung der deutschen Sprache deutlich positiver als Muttersprachler.
Fast alle Befragten halten es für wichtig bis sehr wichtig, dass man sich beim Sprechen (92%) und Schreiben (95%) sorgfältig ausdrückt und die Rechtschreibregeln beachtet. Einwanderer messen der Sorgfalt beim Sprechen eine noch größere Bedeutung bei.

- Schule und Politik sollten mehr für die deutsche Sprache tun:
78% der Deutschen sind der Meinung, dass mehr für die deutsche Sprache getan werden sollte. Ein Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache lehnt die Mehrheit (58%) dennoch ab.
Vor allem von Lehrern, Schulen und Jugendeinrichtungen wird erwartet, dass sie sich stärker um die Sprache kümmern sollten (73%). An zweiter Stelle wird die Politik genannt (39%), an dritter Stelle die Eltern (28%).

- Lesen im Internet hemmt das Interesse an Büchern nicht:
Knapp die Hälfte der Befragten liest mindestens einmal pro Woche deutsche Bücher (49%) und deutsche Beiträge im Internet (45%). Noch mehr Befragte lesen regelmäßig deutsche Zeitungen oder Zeitschriften: 70% tun dies täglich, 21% einmal pro Woche. Während Frauen häufiger Bücher lesen als Männer, verfolgen Männer häufiger Beiträge im Internet.
Menschen, die häufig im Internet lesen, zeigen insgesamt ein intensiveres Leseverhalten. Sie nutzen häufiger deutsche Wörterbücher und lesen häufiger Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Hinweise darauf, dass der Internetkonsum dazu führt, dass weniger Bücher gelesen werden, finden sich in der Studie nicht.

Das Institut für Deutsche Sprache http://www.ids-mannheim.de ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Das IDS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Näheres unter: http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Kontakte:
Institut für Deutsche Sprache
http://www.ids-mannheim.de
Prof. Dr. Ludwig M. Eichinger
Telefon 0621 / 1581 125

Lehrstuhl Sozialpsychologie der
Universität Mannheim
http://www.uni-mannheim.de
Prof. Dr. Dagmar Stahlberg
Telefon 0621/ 181 2039

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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E.ON gefährdet flächendeckend Geothermiepotenziale; Untersuchungen für CO2-Endlager in Schleswig-Holstein beantragt

Nicola Moczek, Pressestelle
Geothermische Vereinigung e.V. - Bundesverband Geothermie

Im Elbe-Weser-Dreieck in den Landkreisen Wesermarsch und Cuxhaven hat die E.ON Gas Storage GmbH (EGS), Moltkestraße 76, 45138 Essen, beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld (LBEG) insgesamt vier Anträge auf Erteilung einer Erlaubnis gem. §7 Bundesberggesetz (BBergG) zur Aufsuchung von Sole gestellt. Die Erlaubnis soll zunächst für fünf Jahre befristet gelten. Die Nordsee-Zeitung vom 10.06.2009 spricht sogar von Anträgen beim LBEG für geologische Untersuchungen in 17 Landkreisen im Wesergebiet.

Der Deutsche Bundestag wird über das im Entwurf vorliegende CCS-Gesetz möglicherweise in dieser Woche entscheiden. Dazu Hartmut Gaßner, Präsident des GtV - Bundesverbandes Geothermie: "E.ON zeigt keinen Respekt vor dem Gesetzgeber. LBEG sollte den Versuch der Gesetzumgehung zurückweisen."

Wie vom GtV-Bundesverband Geothermie in den vergangenen Wochen wiederholt hervorgehoben, zielen die großen Energieversorgungsunternehmen auf weitflächige Untersuchungsräume für CO2-Ablagerungen ab, die die Geothermienutzung ausschließen werden.

Hartmut Gaßner: "Wenn E.ON-Vertreter tatsächlich behaupten sollten, Geothermie sei nur in Oberflächen-Schichten bis 200 m Tiefe sinnvoll, dann arbeiten sie mit Fehlinformationen. Der Deutsche Bundestag muss die Geothermie durch ein Gesetz wirksam schützen und den Vorrang der Erneuerbaren Energien absichern!"


Hintergrund:
Die EGS plant, in den genannten Bereichen den Untergrund auf seine Eignung für die "dauerhafte Einlagerung" von CO2 zu erkunden. Damit eine Erlaubnis gem. §7 BBergG erteilt werden kann, muss der Antrag u. a. ein entsprechendes Arbeitsprogramm enthalten, aus dem hervorgeht, welche Arbeiten in den benannten fünf Jahren ausgeführt werden sollen. Das LBEG hat als zuständige Bergbehörde für die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen die durch die EGS vorgelegten Arbeitsprogramme als "angemessen" beurteilt, so dass die Erteilung der Erlaubnis im beantragten Umfang befürwortet werden könne.

Derzeit diskutiert der Deutsche Bundestag eine Gesetzesvorlage zur Einspeicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken (CCS-Gesetz). Der Ausgang ist offen. Die EGS greift einer Beschlussfassung vor, in dem sie bereits jetzt Aufsuchungserlaubnisse nach BBergG stellt und so versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen.

Geologisch betrachtet gehört die Region, wie ein großer Teil der niedersächsischen Landesfläche zum Norddeutschen Becken. Dieses zeichnet sich u. a. durch das großflächige Vorkommen salzhaltiger Thermalwasserlagerstätten in tiefliegenden, porösen Sandsteinschichten aus. Bei dem salzhaltigen Thermalwasser handelt es sich um die in den Anträgen genannte Sole. Thermalwasseraquifere eignen sich hervorragend für die Erschließung von geothermischer Wärme. Sie gelten aber auch als eine der wichtigsten Formationen für die Endlagerung von CO2.

Unseres Erachtens darf das LBEG die beantragte Erlaubnis gar nicht erteilen. Schon der Antrag auf Erteilung einer bergrechtlichen Erlaubnis zur Aufsuchung von Sole ist unzulässig, weil die Erkundung offensichtlich nicht der Versorgung mit Sole dient, sondern einer Kohlendioxidablagerung. Hierfür müssen die die rechtlichen Voraussetzungen erst noch vom Gesetzgeber geschaffen werden.

Folgen:
In den beantragten Erschließungsgebieten könnte das geothermische Potenzial nicht erschlossen werden. Die Erlaubnis ist zwar zunächst für fünf Jahre beantragt, sie kann jedoch verlängert werden und bei erfolgter Einleitung von CO2 in die Aquifere für alle Zeiten tiefe Geothermienutzungen ausschließen, Den betroffenen Regionen würde letztendlich für immer die Möglichkeit genommen, die geothermischen Ressourcen in ihrem Untergrund zu nutzen. Auch ein späteres Durchteufen der Lagerstätten, um z. B. in tieferen Schichten Wärmetauschflächen für petrothermale (Heiz)Kraftwerke zu schaffen, verbietet sich dann aus Sicherheitsgründen. Ein enormes regeneratives Energiepotenzial ginge für alle Zeiten verloren. Die betroffenen Kommunen und Landkreise würden in Hinsicht auf diesen Bodenschatz quasi enteignet. Und das zugunsten von vergleichsweise kurzlebigen Kraftwerksprojekten in weit entfernten Gebieten, aus denen das CO2 erst mit Pipelines herangeschafft werden müsste. Dabei hat der Bundestag mit der Novelle des EEG zum 01.01.2009 mit einer speziellen Einspeisevergütung für petrothermale Systeme gerade erst die Voraussetzungen geschaffen, solche Anlagen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu errichten, nachdem nach zwei Jahrzehnte dauernden, intensiven Forschungsanstrengungen dafür die technischen Voraussetzungen geschaffen worden sind.

Auf den Nutzungskonflikt zwischen Geothermie und CO2-Einlagerung hat in den vergangenen Tagen auch das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) verwiesen. In der Nordsee-Zeitung vom 10.06.2009 behauptete EGS-Projektleiter Dr. Klaus Peter Röttgen dagegen, "aus technischen und wirtschaftlichen Gründen sei Geothermie nur in Oberflächen-Schichten bis 200 Metern Tiefe sinnvoll." Das ist natürlich grober Unsinn. Oberflächennahe geothermische Systeme in Verbindung mit Wärmepumpen sind nur eine der vielen Optionen geothermischer Nutzungen.

Was tun?
Landkreise und Kommunen haben zwei Möglichkeiten, diesen Bestrebungen entgegenzutreten: Sie können gegen die Erteilung der Erlaubnisse beim LBEG protestieren. Schon im Vorfeld können sie sich über regionale Planungsträger dafür einsetzen, dass die Möglichkeit der Geothermienutzung durch Festsetzung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten in Raumordnungsplänen gesichert wird.

Nachfragen an Hartmut Gaßner
Präsident GtV-Bundesverband Geothermie
hartmut.gassner@geothermie.de, Tel.: 030 7261026-0

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Warum es regnet: Wie Aerosole das Wetter beeinflussen

Barbara Abrell, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Der Chemiker als Klimaforscher: Am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz befasst sich Professor Meinrat Andreae mit den Auswirkungen von Aerosolen. Dass die winzigen Schmutzpartikelchen das Klima beeinflussen, weiß man bereits - unklar war bisher jedoch wie. Im Interview erklärt der Mainzer Wissenschaftler, warum es so knifflig ist, diese Frage zu beantworten.
Herr Professor Andrae, Sie befassen sich mit Auswirkungen von Aerosolen - den winzigen Schmutzpartikelchen, die von Autos, Kraftwerken und Heizungen in die Luft geblasen werden. Aerosole beeinflussen unser Klima - so viel ist schon klar - allerdings weiß man nicht genau wie. Wo liegt das Problem?

Andreae: Es hat vielleicht einfach damit zu tun, dass Aerosole aus vielen Komponenten bestehen. Da gibt es zum Beispiel schwarze Partikel, Rußpartikel, die sich ganz anders verhalten, als zum Beispiel farblose Partikel wie Sulfataerosole, Schwefelsäureteilchen, die aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehen können. Das heißt: Aerosole können das Klima in vielfacher und zum Teil gegensätzlicher Weise beeinflussen. Die Aerosole fangen an, mit den Mechanismen, die den Niederschlag erzeugen - also all dem, was in den Wolken vor sich geht - zu wechselwirken, das heißt die Aerosole sind beteiligt bei der Bildung von Wolkentröpfchen, sie entscheiden mit darüber, ob aus Wolkentröpfchen Regentropfen werden.

Wie wollen Klimaforscher wie Sie damit eigentlich zu konkreten Vorhersagen kommen?

Andreae: Die einzige Weise, wie wir wirklich zu Vorhersagen kommen können, ist, dass wir diese ganzen komplexen und wechselwirkenden Prozesse verstehen lernen und dann das Verständnis dieser Wechselwirkungen in Klimamodelle, in Wolkenmodelle einbauen und daraus die Nettoauswirkungen zunehmender Aerosolbelastung abschätzen können.

Die Auswirkung von Aerosolen lässt sich also schwer berechnen - und dabei geht es nicht nur um den Unterschied, ob es nun schwarze oder farblose Partikelchen sind. Da spielen auch noch andere Eigenschaften eine größere Rolle - welche sind das?

Andreae: Die Aerosole sind wie gesagt nicht eine Art von Teilchen, sondern ein Gemisch von vielen Arten von Teilchen. Da gibt es zum Beispiel natürliche Aerosole wie den Wüstenstaub oder das Meersalzaerosol. Das sind oft große Teilchen, die wiederum ganz andere Wirkungen auf Wolken haben, als das, was wir hauptsächlich aus den Industrieemissionen erzeugen - also eher kleine Teilchen, die aber am Wesentlichsten beteiligt sind bei der Bildung von Wolkentröpfchen.

Diese kleinen Aerosolteilchen - etwa in der Größenordnung von 0,1 Mikrometer Durchmesser - sind die wichtigsten Teilchen bei der Bildung von Wolken. Die stellen die Wolkenkondensationskeime dar. Wenn wir einmal den Extremfall annehmen, wenn es eine Atmosphäre gäbe, die gar keine Aerosole enthielte, so könnte sich in dieser Atmosphäre niemals Regen bilden, weil Wasserdampf eigentlich nie aus der Gasphase kondensiert. Wenn es nun ganz wenige Aerosole gibt, dann muss der Wasserdampf, wenn er eine Wolke bildet, sich an diesen sehr wenigen Teilchen kondensieren - diese müssen deswegen auch relativ groß werden und fangen deswegen sehr schnell an, aus der Atmosphäre zu fallen, das heißt, es regnet sehr schnell und aus relativ wenigen großen Tropfen ab. Wenn wir nun eine Wolke, um beim anderen Extrem zu bleiben, mit sehr, sehr vielen Tropfen versorgen, dann müssen diese Tröpfchen, weil sie sich die Menge Wasser teilen müssen, sehr klein sein. Das Problem dabei ist, dass sich diese vielen kleinen Tröpfchen niemals zu dem relativ großen Regentropfen zusammenfinden können, der dann auch fällt. Diese Wolke kann nicht regnen. Und nun stellt es sich heraus, dass es gerade in dem Zwischenbereich, in dem mittleren Bereich zwischen sehr hohen und sehr niedrigen Konzentrationen, einen optimalen Bereich gibt, aus dem die Wolke das Maximum an Niederschlag und auch das Maximum an Energie beim Aufstieg der Wolke herausholen kann.

Aerosole können auch ohne Wolken das Klima beeinflussen - was passiert denn da?

Andreae: Wenn Aerosole sich in der Atmosphäre befinden, dann haben sie zunächst einmal einen ganz einfachen Effekt, der auch ohne Wolken passiert, nämlich, dass sie Licht, das von der Sonne auf die Erde einstrahlt, wieder in den Weltraum zurückstreuen, das heißt, es kommt weniger Energie an der Erdoberfläche an. Wenn weniger Energie an der Erdoberfläche ankommt, dann steht auch weniger Energie dazu zur Verfügung, Luft mit Auftrieb zu versorgen - also Wolken zu erzeugen. Die Existenz von Aerosolen in der Atmosphäre hat also einen Sonnenschirmeffekt, der die Bildung von Wolken verzögern oder verringern kann.

Zu diesem kommt nun der Effekt, dass, wenn eine Wolke zu viele Tröpfchen hat, also zu viele Aerosolteilchen da sind, die zur Bildung sehr vieler kleiner Tröpfchen führen, dass diese Wolke es auch schwer hat, Wolkentröpfchen zur Kollision miteinander zu bringen, die dann zur Bildung der relativ großen Regentropfen führt.

Ihr Institut hat sich mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zur Partnerschaft Erdsystemforschung zusammengeschlossen. Alle diese Institute sind auch mit einem gemeinsamen Beitrag im Wissenschaftszug "Expedition Zukunft" vertreten. Warum gibt es diese Partnerschaft?

Andreae: Das Erdsystem ist zu groß, um an einem Institut alles erforschen zu können. Es geht beim Erdsystem um das Wechselwirken der menschlichen Komponente des Systems mit den natürlichen Komponenten - also den Vegetationen auf den Kontinenten, der Zirkulation der Vegetation in den Ozeanen, dem Eis auf der Erde - sowohl in Antarctica, in Grönland und den Gletschern. Es geht auch um die Atmosphäre, in der sich sowohl das, was wir als Klima bezeichnen, also die wetterbezogenen als auch viele chemische Prozesse abspielen. Alle diese Zusammenhänge sind viel zu groß und viel zu komplex, um sie mit den Mitteln eines Max-Planck-Instituts erforschen zu können.

Herzlichen Dank für das Interview!

Das Gespräch führte Birgit Fenzel

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Prof. Meinrat Andreae
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: +49 6131 305 - 420
Fax: +49 6131 305 - 487
E-Mail: biogeo@mpch-mainz.mpg.de
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/podcasts/scienceExpress/index.html - Dieses Interview im O-Ton

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Waldbericht der Bundesregierung: Zustand des deutschen Waldes ist besorgniserregend

Weitere Reduzierung der Schadstoffeinträge erforderlich

Die Bundesregierung veröffentlichte am 10. Juni 2009 den Waldbericht. Dieser benennt Ursachen für den immer noch sehr schlechten Waldzustand und zeigt Gegenmaßnahmen auf. Die Waldzustandserhebung in Deutschland zeigt: Nach wie vor sind mehr als zwei Drittel der Waldbäume geschädigt, 26 Prozent sogar stark. Mehr als die Hälfte der Eichen weist starke Kronenverlichtungen auf. Das ist ein neuer Höchststand. Verantwortlich für den schlechten Zustand der Wälder sind verschiedene Gründe, wobei die vom Menschen verursachten Luftverunreinigungen - und hier vor allem Stickstoffverbindungen - einen besonders großen Anteil haben. Die integrierte Strategie zur Minderung der Stickstoffemissionen des Umweltbundesamtes (UBA) stellt Maßnahmen zur Verringerung der landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen - wie etwa den sparsamen Einsatz stickstoffhaltiger Handelsdünger und stickstoffoptimierte Fütterung - als besonders wirkungsvoll und kosteneffizient heraus. Sie haben zudem deutliche Synergien: Neben dem Wald profitieren auch Gewässer und Klima.

Der Waldbericht der Bundesregierung stellt die Notwendigkeit der Minderung der Luftverunreinigungen dar, insbesondere der Freisetzung von Stickstoffverbindungen, die den Zustand der Wälder negativ beeinflussen. Stickstoffverbindungen stören durch einseitige Überdüngung und Säurebildung das Nährstoffgleichgewicht in Pflanzen und Böden. Waldbäume werden dadurch anfälliger gegenüber anderen Belastungsfaktoren wie etwa klimatische Einflüsse oder Schädlingsbefall. Darüber hinaus sind Stickstoffoxide aus Industrie und Verkehr Vorläuferstoffe für bodennahes Ozon, das zu direkten Blatt- oder Nadelschäden bei Waldbäumen und Wildpflanzen führt und ihre Vitalität mindert.

Wälder bedecken rund ein Drittel der Landfläche Deutschlands. Sie vollbringen für den Menschen unverzichtbare Dienstleistungen. Zu diesen gehören neben der Holzproduktion unter anderem auch die Wasserspeicherung und -filterung, der Schutz vor Hochwasser und Bodenerosion, der klimatische Ausgleich, die Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie als Raum für Erholung und Inspiration für den Menschen. Es droht die Gefahr, dass der Wald durch die Schadstoffeinträge seinen vielfältigen wichtigen Funktionen langfristig nicht mehr gerecht werden kann.

Zum Schutz der Ökosysteme verpflichtete sich Deutschland im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention und der EU-Richtlinie über nationale Emissionsobergrenzen, den Ausstoß von Luftverunreinigungen bis 2010 deutlich zu reduzieren. Diese Ziele werden in Bezug auf Stickstoffverbindungen durch die bisher ergriffenen Maßnahmen voraussichtlich nicht erreicht. Daher hat das UBA eine integrierte Strategie zur Minderung der Stickstoffemissionen erstellt. Diese Strategie weist deutliche Synergieeffekte und somit vielfältigen Nutzen auch für andere Ökosysteme aus. Besonders hohe Emissionsminderungspotenziale bei gleichzeitiger Kosteneffizienz geeigneter Maßnahmen bestehen in der Landwirtschaft. Sie ist für mehr als die Hälfte aller Stickstoffemissionen verantwortlich. Aber auch Maßnahmen im Verkehrssektor - wie die Ausweitung der LKW-Maut auf alle LKW über 3,5 t und alle Fernstraßen und eine zügige Einführung schwerer Nutzfahrzeuge, die die EURO-VI-Norm erfüllen - sowie weitere Emissionsminderungen bei der Stromproduktion in Großfeuerungsanlagen, tragen zu verringerten Einträgen gasförmiger und gelöster Stickstoffverbindungen in die Ökosysteme bei. Von solchen Maßnahmen profitieren nicht nur die deutschen Wälder, sondern auch unsere Binnen- und Küstengewässer sowie das Klima.

Den Waldbericht der Bundesregierung 2009 finden Sie hier: Vollversion

Die Stickstoffemissionsminderungsstrategie des Umweltbundesamtes finden Sie unter: http://www.umweltbundesamt.de/luft/downloads/emissionen/stickstoffemissionsminderungsstrategie.pdf

Weitere Informationen zu Wirkungen von Luftverunreinigungen erhalten Sie hier: http://www.umweltbundesamt.de/luft/eintraege-wirkungen/effekt.htm

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Aktuelle Studie bestätigt Faszination der Deutschen für Obama

Kristina Grimmer, Kommunikation und Marketing
UMC POTSDAM - University of Management and Communication (FH)

Der amerikanische Präsident Barack Obama war am 05. Juni zu Gast in Deutschland. Seine Faszination hat nicht nachgelassen und begeistert die Deutschen weiterhin. Die aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts A&B Framework in Kooperation mit der UMC Potsdam - University of Management and Communication (FH) zeigt, dass die große Begeisterung für die Person Obama nicht primär durch seine politische Programmatik erzeugt wird, sondern viel mehr durch seine menschlichen Werte und Handlungen, die die Deutschen beeindrucken und faszinieren.
Für Deutsche wirkt Obama wie die Neuinszenierung des amerikanischen Traums, der als glaubwürdige Geschichte zwar Bewunderung erfährt, aber mit gebührender Distanz eher 'aus der Ferne' beobachtet wird. Das 'Obama-Gefühl' der Deutschen reicht von euphorischer Schwärmerei bis hin zum nachdenklichen Innehalten. Die stärkste Wirkung entsteht immer dann, wenn Obama durch unscheinbare und 'einfach-menschliche' Gesten Performance und Menschlichkeit miteinander verbindet. Er berührt die Menschen tief, dass der geniale Redner Obama nicht nur ein Übermensch von beeindruckender Professionalität und Entschlossenheit ist, sondern auch ein Mensch, der seine Schwächen nicht verschweigt, Fehler zugibt und im Auftritt menschlich bleibt. Obama wird dadurch zu einer Inspiration für die persönliche Lebensführung des Einzelnen - aber nicht zu einem politischen Vorbild. Auch vor dem Hintergrund der Geschichte schreckt die Deutschen eine derartige Zentrierung aller Kräfte auf eine Person ab. Das austarierte Parteiensystem bietet mehr Sicherheit als die entschiedene Ausrichtung auf Wandel.

Die Studie wurde im Zeitraum Januar bis Mai 2009 durchgeführt. Insgesamt wurden 70 Deutsche in zweistündigen tiefenpsychologischen Explorationen für die Untersuchung befragt. Unter Leitung von Denise Sindermann von A&B Framework erstellten sieben UMC-Studierende des B.A.-Studienganges Wirtschaftspsychologie Erlebnisprotokolle und führten Tiefeninterviews durch.

Der dreijährige praxisnahe B.A.-Studiengang Wirtschaftspsychologie wird seit 2006 von der UMC Potsdam (FH) angeboten. Bundesweit einzigartig wurde nach dem morphologischen Ansatz auf einer tiefenpsychologischen Basis und in einer kulturpsychologischen Perspektive konzipiert. Der B.A.-Studiengang Wirtschaftspsychologie startet jährlich im September am Campus Potsdam der UMC Potsdam (FH).

Ansprechpartner

Ansprechpartner für die Studie
Thomas Strätling, Geschäftsführer A&B Framework
Tel.: (030) 308 816 40
Fax: (01805) 223 285
E-Mail: t.straetling@a-b-framework.de

Ansprechpartner für den Studiengang
Kristina Grimmer, Assistenz Marketing & Kommunikation
Tel.: (030) 275 603 29
Fax: (030) 275 603 30
E-Mail: k.grimmer@umc-potsdam.de
Weitere Informationen:
http://www.umc-potsdam.de/presse/361--aktuelle-studie-bestaetigt-faszination-der... -
Link zur Pressemeldung
http://www.a-b-framework.de/ - Weitere Infos zu A&B Framework
http://www.a-b-framework.de/de/download/presse/details/pm_02-06-2009_obama.html -
Weitere Infos zur Studie
http://www.umc-potsdam.de/studium/bachelor-studium/ba-wirtschaftspsychologie.htm... -
Weitere Infos zum B.A. Wirtschaftspsychologie

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Trinkwasser aus Luftfeuchtigkeit

Dr. Janine Drexler, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

Kein Pflänzchen weit und breit - dafür ist es in der Wüste zu trocken. Doch in der Luft ist Wasser enthalten. Forscher haben nun einen Weg gefunden, aus der Luftfeuchtigkeit Trinkwasser zu gewinnen. Das System basiert nur auf regenerativer Energie und ist daher autark.
Risse ziehen sich durch den ausgedörrten Wüstenboden - die karge Landschaft ist geprägt von Wassermangel. Doch selbst dort, wo es an Seen, Flüssen und Grundwasser mangelt, sind in der Luft erhebliche Wassermengen gespeichert: In der Negev-Wüste in Israel beispielsweise beträgt die relative Luftfeuchtigkeit im Jahresmittel 64 Prozent - in jedem Kubikmeter Luft befinden sich 11,5 Milliliter Wasser.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart haben gemeinsam mit ihren Kollegen von der Firma Logos Innovationen einen Weg gefunden, diese Luftfeuchtigkeit autark und dezentral in trinkbares Wasser umzuwandeln. "Der Prozess, den wir entwickelt haben, basiert ausschließlich auf regenerativen Energiequellen wie einfachen thermischen Sonnenkollektoren und Photovoltaikzellen, was diese Methode vollständig energieautark macht. Sie funktioniert also auch in Gegenden, in denen es keine elektrische Infrastruktur gibt", sagt Siegfried Egner, Abteilungsleiter am IGB. Das Prinzip: Hygroskopische Salzsole - also Salzlösung, die Feuchtigkeit aufsaugt - rinnt an einer turmförmigen Anlage hinunter und nimmt Wasser aus der Luft auf. Anschließend wird sie in einen Behälter gepumpt, der in einigen Metern Höhe steht und in dem Vakuum herrscht. Energie aus Sonnenkollektoren erwärmt die Sole, die durch das aufgenommene Wasser verdünnt ist. Der Siedepunkt liegt aufgrund des Vakuums niedriger als bei normalem Luftdruck. Diesen Effekt kennt man aus den Bergen: Da der Luftdruck auf dem Gipfel geringer ist als im Tal, kocht Wasser bereits bei Temperaturen deutlich unter 100 Grad Celsius. Das verdampfte, salzfreie Wasser kondensiert über eine Destillationsbrücke und läuft über ein vollständig gefülltes Rohr kontrolliert nach unten ab, wobei die Schwerkraft dieser Wassersäule kontinuierlich das Vakuum erzeugt - eine Vakuumpumpe ist nicht nötig. Die wieder konzentrierte Salzsole fließt erneut an der Turmoberfläche hinunter, um Luftfeuchtigkeit aufzunehmen.

"Das Konzept eignet sich für verschiedene Größenordnungen: Es sind sowohl Einzelpersonenanlagen denkbar als auch Anlagen, die ganze Hotels mit Wasser versorgen", sagt Egner. Für beide Komponenten, die Aufnahme der Luftfeuchtigkeit und die Vakuumverdampfung, gibt es Prototypen. In Laborversuchen haben die Forscher das Zusammenspiel der beiden Komponenten bereits getestet. In einem weiteren Schritt wollen die Forscher eine Demonstrationsanlage entwickeln.
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/06/Mediendienst062009Th...

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Hormone beschleunigen Gelenkverschleiß

Medizin - Kommunikation, Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Regenstauf - Übergewichtige schaden ihren Hüft- und Kniegelenken nicht nur durch die überflüssigen Pfunde, die darauf lasten. Nach neueren Untersuchungen tragen auch vom Fettgewebe abgesonderten Hormone zur Zerstörung des Gelenkknorpels bei. Gelingt es, diese Zusammenhänge weiter zu erforschen, könnten optimierte Therapien den häufig vorkommenden Gelenkverschleiß reduzieren, so die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).
Viele Menschen, die eine neue Hüfte oder ein künstliches Kniegelenk benötigen, sind übergewichtig. "Nach einer britischen Untersuchung sind ein Viertel aller Gelenkersatzoperationen an der Hüfte und zwei Drittel der Operationen am Kniegelenk auf Übergewicht und Fettleibigkeit in der Bevölkerung zurückzuführen", berichtet DGE-Pressesprecher Professor Dr. med. Helmut Schatz, Bochum: Es läge nahe, dies auf die Überbeanspruchung der Gelenke durch das hohe Gewicht zurückzuführen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Hormone dabei ebenfalls eine Rolle spielen.

Fettzellen im menschlichen Körper bilden das Hormon Leptin. Seine wichtigste Aufgabe ist die Regulierung des Körpergewichts. Bei Übergewichtigen ist die Menge dieses Hormons besonders hoch. Noch höher als im Blut ist die Leptin-Konzentration in der Gelenkflüssigkeit. Das Hormon beeinflusst außerdem das Immunsystem. Experten vermuten, dass es im Gelenk eine schleichende Entzündungsreaktion verursachen und die Zellen angreifen kann, die den Gelenkknorpel bilden und erhalten.

"Nach heutigem Kenntnisstand müssen wir davon ausgehen, dass Leptin den durch Übergewicht ausgelösten Gelenkschaden beschleunigt", erläutert Professor Schatz. Möglicherweise ist noch ein zweites Hormon beteiligt: Resistin wird - wie Leptin - in den Fettzellen gebildet, ist bei Gelenkverschleiß in den Gelenken vermehrt nachweisbar und mobilisiert Entzündungszellen.

Die Beteiligung der beiden Hormone am Gelenkverschleiß könnte für die Therapie neue Perspektiven eröffnen. Ein zukünftiger Ansatz wäre beispielsweise, die entzündungsfördernde Wirkung von Leptin und Resistin medikamentös zu hemmen und damit die Gelenke vor verstärktem Verschleiß zu schützen.

Quelle:
A. Anandacoomarasamy et al.;
Obesity and the musculoskeletal system;
Current Opinion in rheumatology 2009, 21; 71-77
DOI: 10.1097/BOR.Ob013e32831bc0d7

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org
Weitere Informationen:
http://www.endokrinologie.net Deutsche Gesellschschaft für Endokrinologie im Internet

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Die großen Tierwanderungen verschwinden zunehmend

Dipl.-Biol. Dagmar Andres-Brümmer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V.

Ob Gnus in der Serengeti oder Karibus in Nordamerika - viele Tiere legen auf ihren jährlichen Wanderungen riesige Distanzen zurück. Sie wandern, um bessere Nahrungsgebiete zu besuchen, dem Schnee zu entkommen oder optimale Regionen für die Geburt der Kälber aufzusuchen. In einem jetzt in Endangered Species Research veröffentlichten Paper kommen Wissenschaftler nach der Auswertung von Daten zu 24 Migrationen von Landsäugetieren zu dem Schluss, dass diese Wanderungen zunehmend verschwinden bzw. kleiner werden.
Rund 2.000 Kilometer läuft ein Gnu während einer Rundwanderung durch die Serengeti, doch die Gnus sind nicht die einzigen, die riesigen Strecken zurücklegen, weltweit gibt - oder vielmehr gab - es große Wanderungen von Tieren. Dennoch wissen wir bei den großen Landsäugetieren erstaunlich wenig über die Migrationen. Viele Wissenschaftler jedenfalls, die sich mit dem Thema beschäftigen, sind in großer Sorge darüber, dass wandernden Tieren zunehmend ihre Routen abgeschnitten werden.

Grant Hopcraft und Simon Thirgood von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt haben sich gemeinsam mit Erstautor Grant Harris (American Museum of Natural History), Joel Berger (Wildlife Conservation Society) und Joris Cromsigt (Mammal Research Institute, Polish Academy of Sciences) die verfügbaren Daten zu den Wanderungen großer landlebender Säugetierarten betrachtet. Ihr Ergebnis ist erschreckend: außer den Gnus in der Serengeti, den Weißohr-Kobs im Südsudan und den Karibus in Nordamerika haben alle Migrationen signifikant abgenommen, viele sind ganz verschwunden.

Von 24 Arten bzw. Unterarten weiß man, dass sie wandern bzw. in der Vergangenheit gewandert sind. Allesamt sind Huftiere. Sechs dieser Wanderungen -Springbock, Weißschwanzgnu, Blessbock, Kulan, Säbelantilope und Quagga - sind mittlerweile verschwunden, im Falles des Quaggas inklusive der Art selbst. Für viele andere weiß man relativ wenig über die zurückgelegten Distanzen, Populationsgrößen und Routen. Neun große Wanderungen finden in Afrika statt, die der Gnus in der Serengeti ist die einzige auf dem Kontinent die sich in einem Schutzgebiet befindet. Sechs Migrationen gibt es noch in Eurasien und vier in Nordamerika. In Südamerika und in Australien gibt es keine großen Wanderungen von Landsäugetieren.

Große Strecken zurückzulegen ist energieaufwändig und muss sich für eine Art lohnen. Harris und seine Kollegen haben vier Faktoren als treibende Kräfte identifiziert. Da wäre zunächst die Verfügbarkeit von Futter und von Wasser. Aber auch traditionelle Gebietsnutzung ist ein Argument für Tiere zu wandern, ebenso wie die Schneetiefe. Die Tiere wandern aus Regionen mit schlechter Nahrungsverfügbarkeit in Gebiete wo das Futter nahrhaft, gut zugänglich und ausreichend vorhanden ist. Die meisten Wanderer suchen nach frischem Gras. Und ob frisches Gras sprießt, hängt davon ab, ob es feucht genug ist - in der afrikanischen Savanne beispielsweise nach Regenfällen, in den Steppen Eurasiens oder der Tundra Nordamerikas etwa nach der Schneeschmelze. Für die Wanderer in Nordamerika und Eurasien, die Bisons, Elche oder Karibus, stellt die Schneetiefe einen entscheidenden Faktor für die Wanderung da, der sie zwingt, in tiefere Lagen oder niedrigere Breiten zu ziehen.

Zwei Hauptgründe gibt es, warum die eindrucksvollen Migrationen gerade zunehmend von unserem Planeten verschwinden. Zum einen hören Tiere auf zu wandern, wenn ihre Bestandszahlen schrumpfen, zum anderen wird den Migrationen vermehrt der Weg abgeschnitten, indem die Zuggebiete verbaut, landwirtschaftlich genutzt, mit Zäunen versehen und besiedelt werden. Daher appellieren die Autoren, die Zugrouten der Wanderer zu sichern und das Bewusstsein vor Ort zu stärken, wenn wir nicht weitere diese spektakulräen Ereignisse im Tierreich verlieren wollen.

G. Harris, S.Thirgood, J.G.C. Hopcraft, J.P.G.M. Cromsigt, J. Berger, (2009):
Global decline in aggregated migrations of large terrestrial mammals. Endang Species Res; Vol. 7: 55-76.

Die dem Paper zugrundeliegende Forschungsarbeit wurde unterstützt durch die John D. and Catherine T. MacArthur Foundation, Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die Wildlife Conservation Society und das Marie Curie Transfer of Knowledge project BIORESC.
Weitere Informationen:
http://www.int-res.com/abstracts/esr/v7/n1/p55-76/ - online Zugang zum ARtikel auf Engangerend Species Research

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Wissenschaftler aus aller Welt fordern: Das Thema Versauerung der Meere muss auf die Tagesordnung von Kopenhagen gesetzt werden

Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Die Versauerung der Meere, eine der wichtigsten Herausforderungen des Klimawandels, wird auf der Tagesordnung der UN-Konferenz von Kopenhagen eventuell fehlen, warnen Akademien der Wissenschaften aus aller Welt. Es ist zu erwarten, dass die Versauerung der Meere einen massiven Abbau unserer Korallenriffe und dramatische Veränderungen in der Zusammensetzung der Artenvielfalt unserer Meere verursachen sowie die Nahrungsmittelproduktion für und den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen beeinflussen werden.
Diese Warnung wurde in einer gemeinsamen Erklärung von 70 Mitgliedsakademien des InterAcademy Panel (des Internationalen Akademie-Ausschusses, IAP) publiziert, dem die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften angehört.

Martin Rees, Präsident der Royal Society London, sagte: "Jeder weiß, dass die wachsende CO2-Konzentration in der Atmosphäre zur Klimaveränderung führt. Aber es gibt noch einen anderen Umwelt-Effekt - die Versauerung der Meere -, dem keine hohe politische Aufmerksamkeit zuteil wurde. Falls der CO2-Ausstoß der Erde bis zum Jahr 2050 nicht um mindestens 50 Prozent und um mehr noch danach reduziert wird, könnten wir uns einer Unterwasser-Katastrophe mit unumkehrbaren Veränderungen in der Zusammensetzung unserer Artenvielfalt gegenübersehen. Die Folgen werden weltweit zu spüren sein: Bedrohung der Nahrungsmittelsicherung, Reduzierung des Küstenschutzes und Zerstörung derjenigen örtlichen Wirtschaften, die wahrscheinlich am wenigsten in der Lage sind, diese Folgen zu ertragen. Kopenhagen muss diese sehr reale und ernste Bedrohung thematisieren."

Die Erklärung ruft die führenden Persönlichkeiten der Welt auf, die direkte Bedrohung, welche den Meeren durch den steigenden CO2-Ausstoß in der Atmosphäre erwächst, und dessen tiefe Auswirkung auf die Umwelt und auf die Gesellschaft explizit anzuerkennen. Die Erklärung betont, dass die Versauerung der Meere unumkehrbar ist, und konstatiert, mit Bezug auf aktuelle Emissionsprognosen, dass alle Korallenriffe und polaren Ökosysteme im Jahr 2050 oder gar früher ernsthaft betroffen sein werden.

Diese Erklärung wurde während der UNFCCC*-Konferenz herausgegeben, die vom 1. bis zum 12. Juni 2009 in Bonn stattfindet und die schließlich die Verhandlungen von Kopenhagen gestalten wird, in denen eine Übereinkunft über CO2-Reduktionsziele erreicht werden muss, die notwendig sind, um gefährliche Klimaveränderungen zu vermeiden.

* UNFCCC = United Nations Framework Convention on Climate Change (Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen)

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Malaria: Neues vom Erreger

Robert Emmerich, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Mit einer klebrigen Hülle aus Proteinen umgibt sich der Malaria-Erreger in einer bestimmten Phase seiner Vermehrung. Das haben Wissenschaftlerinnen vom Zentrum für Infektionsforschung der Uni Würzburg herausgefunden. Die neue Erkenntnis könnte für die Entwicklung von Impfstoffen bedeutsam sein.
Der Malaria-Erreger Plasmodium falciparum ist ein Parasit, der nur aus einer einzigen Zelle besteht. Durch den Stich der Anopheles-Mücke wird er auf den Menschen übertragen. In dessen Körper befällt er die roten Blutkörperchen, ernährt sich von ihnen - und bringt den Menschen in Lebensgefahr.

Seine sexuelle Vermehrung erledigt der Parasit in den Mücken: Wenn die einen infizierten Menschen stechen, nehmen sie mit seinem Blut auch den Erreger in ihren Darm auf. Die Plasmodien reifen dort zu unterschiedlich großen Geschlechtszellen heran, die im Prinzip mit den Ei- und Samenzellen des Menschen vergleichbar sind: Sie verschmelzen miteinander, verlassen den Darm und wandern in die Speicheldrüsen der Mücke. Sticht die erneut einen Menschen, infiziert sie ihn und der Kreislauf hat sich geschlossen.

Proteinhülle umgibt Geschlechtszellen des Erregers

Ein Würzburger Forschungsteam um Gabriele Pradel und Nina Simon hat nun nachgewiesen: Der Erreger bringt kurz vor der Entstehung seiner Geschlechtszellen sechs spezielle Proteine hervor, die sich untereinander zu größeren Komplexen zusammenlagern. Diese Proteinhaufen finden sich später ausschließlich auf der Oberfläche seiner "Eizellen" wieder und bilden dort eine klebrige Hülle. Publiziert ist diese Entdeckung im Journal of Biological Chemistry.

Warum das ein spannendes Ergebnis ist? "Möglicherweise dient die klebrige Hülle dazu, die 'Samenzellen' festzuhalten. Denkbar ist aber auch, dass die 'Eizelle' sich damit gegen aggressive Substanzen schützt, die im Darm der Mücken vorkommen", mutmaßt Gabriele Pradel.

Plausibel wäre ein Schutzmechanismus. Denn im Mückendarm leben die Malaria-Erreger anfangs im Schutz der roten Blutkörperchen des Menschen. Diese platzen aber auf, sobald die Geschlechtszellen reif sind - von diesem Moment an könnte ein neuer Schutzschirm sinnvoll sein.

Neues Angriffsziel für Impfstoffe gefunden?

Eventuell ist die klebrige Hülle ein wunder Punkt des Malaria-Erregers. Denn falls sie für seine Fortpflanzung absolut notwendig ist, eignet sie sich als Angriffsziel für so genannte transmissionsblockierende Impfstoffe. Doch zuerst einmal muss Gabriele Pradel mit ihrem Team herausfinden, wozu die Hülle wirklich gut ist. Das kann einige Jahre dauern.

Neue Arzneimittel und Impfstoffe gegen die Malaria sind dringend nötig: Schätzungsweise ein bis drei Millionen Menschen sterben pro Jahr weltweit an dieser Infektion. Gegen die verfügbaren Medikamente werden die Erreger zunehmend unempfindlich, ein möglicher Impfstoff befindet sich derzeit in der klinischen Erprobung. Frühere Impfstoff-Kandidaten hatten sich allesamt als wirkungslos erwiesen.

Mückenzucht brachte Forschungserfolg

Die Entwicklung des Malaria-Erregers in der Anopheles-Mücke analysiert die Würzburger Forschungsgruppe in einem gesicherten Labor. Dort werden die Mücken gezüchtet, von den Eiern über die Larven und Puppen bis zu den erwachsenen Insekten. Für die Experimente nehmen die Wissenschaftler Mücken aus der Zucht heraus und lassen sie Menschenblut saugen, das zuvor mit Plasmodien versetzt wurde.

Die Zucht der Anopheles-Mücken im so genannten Insektarium ist der ganze Stolz von Gabriele Pradel: "Diese Forschungsmöglichkeit gibt es in Deutschland sonst nur noch in Hamburg und Heidelberg." Selten ist sie auch weltweit: Nur insgesamt rund zehn Labors verfügen darüber.

Gabriele Pradel: Zur Person

Die Mikrobiologin Gabriele Pradel leitet seit 2005 am Würzburger Zentrum für Infektionsforschung eine Nachwuchsgruppe. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ihre Arbeit im Rahmen des Emmy-Noether-Programms.

Kontakt: PD Dr. Gabriele Pradel, T (0931) 31-2174, gabriele.pradel@uni-wuerzburg.de

"Sexual Stage Adhesion Proteins Form Multi-protein Complexes in the Malaria Parasite Plasmodium falciparum", Nina Simon, Sabrina M. Scholz, Cristina K. Moreira, Thomas J. Templeton, Andrea Kuehn, Marie-Adrienne Dude, and Gabriele Pradel. The Journal of Biological Chemistry, Vol. 284, Issue 21, 14537-14546, MAY 22, 2009. DOI 10.1074/jbc.M808472200

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Marktchance: Abwärme nutzen

Holger Kock, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

Ungenutzte Abwärme wie die Körpertemperatur lässt sich mit thermoelektrischen Generatoren in elektrischen Strom verwandeln. Das erhöht die Effizienz von Prozessen und ermöglicht energieautarke Systeme. Beides verspricht große Marktchancen. Mehr als 400 Experten diskutieren darüber in Freiburg (Brg.) vom 26. bis 30. Juli 2009 auf der 28th International Conference on Thermoelectrics.
Mehr als 60 Prozent der insgesamt verbrauchten fossilen Primärenergie verpuffen laut einer Studie des Lawrence Livermore National Laboratory ungenutzt als Wärmeenergie. Thermoelektrische Generatoren (TE-Generatoren) sind in der Lage, den als Wärme verlorenen Energieanteil z.B. in Feuerungsanlagen, in industriellen Prozessen und besonders im Automobil zumindest teilweise zu verwerten und in elektrischen Strom umzuwandeln. Dass dies funktioniert, beweisen TE-Generatoren im Weltraum, wo sie schon seit Jahrzehnten als äußerst zuverlässige Energielieferanten für Sonden und Satelliten arbeiten - emissionslos, geräuschlos und vibrationsfrei.

Energieautarke Systeme
Kommerziell erhältliche thermoelektrisch betriebene Uhren zeigen, dass bereits die Differenz zwischen Körper- und Raumtemperatur zum Betrieb elektronischer Geräte mit niedrigem Verbrauch ausreicht. Mit solch geringen Temperaturgefällen, ganz gleich aus welcher Quelle sie stammen, können TE-Generatoren beispielsweise die Stromversorgung autarker Sensornetzwerke gewährleisten. So sollen sie zukünftig Batterien oder Akkus, deren Laufzeiten für viele Sensortypen nicht ausreichen, überflüssig machen. Die erzeugte Energie reicht völlig aus, um nicht nur den Sensor zu betreiben, sondern auch drahtlos Messdaten zu übertragen. Netzunabhängige Sensorsysteme sind vielfältig einsetzbar: Body Sensor Networks und medizinische Sensoren könnten zukünftig kabellos bestimmte Körperfunktionen überwachen; Sensoren übernehmen die Steuerung von Servicefunktionen im Transportwesen oder melden Materialermüdung, beispielsweise bei Flugzeugen. Eine Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ("Advances in Energy Harvesting Technologies", Sept. 2007) geht von einer führenden Rolle der Thermoelektrik in der energieautarken Sensorik aus.

Beste Marktchancen
Die Industrie hat das Potenzial der Thermoelektrik als wichtige Technologie für höhere Energieeffizienz längst entdeckt. Bei einer weiteren Verbesserung der thermoelektrischen Materialien ist mit einer Verzehnfachung des heutigen Marktes zu rechnen. Nicht zuletzt deshalb investieren vor allem Länder wie die USA, China und Japan derzeit massiv in die Forschung. Neue nanotechnologische Ansätze haben in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Verbesserung in der Materialgüte geführt. Als führende Nation bei den erneuerbaren Energien unternimmt auch Deutschland große Anstrengungen, um weiterhin vorne mitzuspielen: Beispielsweise wurden am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg erstmalig miniaturisierte, Wafer-basierte Dünnschicht-Thermoelektrik-Generatoren entwickelt, die die Firma Micropelt jetzt vermarktet.

Konferenz in Freiburg
Als Zeichen der Wertschätzung durch die internationale Thermoelektrik-Community treffen sich Experten aus aller Welt in diesem Jahr in Freiburg zur weltweit wichtigsten Thermoelektrik-Veranstaltung. Über 400 Experten aus Industrie und Forschung diskutieren vom 26. bis 30. Juli 2009 auf der 28th International Conference on Thermoelectrics, tauschen Forschungsergebnisse aus und erörtern gemeinsam die Marktchancen der Technologie. Weitere Informationen unter http://www.ict2009.its.org

Hintergrund:
Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM entwickelt und realisiert optische Sensor- und Belichtungssysteme sowie funktionale Materialien. Bei den Systemen sind Optik, Mechanik, Elektronik und Software ideal aufeinander abgestimmt. Die Lösungen sind besonders robust ausgelegt und jeweils individuell auf die Bedingungen am Einsatzort zugeschnitten. Auf dem Gebiet der Thermoelektrik ist das Institut international mitführend in Materialforschung, Simulation und Aufbau von Systemen.
Weitere Informationen:
http://www.ipm.fraunhofer.de - Fraunhofer IPM in Freiburg
http://www.ict2009.its.org - Homepage der Konferenz

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Neun Kommunen für hervorragende Klimaschutzprojekte ausgezeichnet

Sybille Wenke-Thiem, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik

Bundeswettbewerb: Preise in Höhe von 10.000 bis 50.000 Euro werden wieder in Klimaschutz investiert
Berlin/Köln Die Sieger des vom Bundesumweltministerium (BMU) gemeinsam mit der "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) initiierten Bundeswettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz 2009" wurden heute in Berlin bekannt gegeben. Mit dem Wettbewerb werden Kommunen und Regionen ausgezeichnet, die im Klimaschutz besonders vorbildliche Maßnahmen, Strategien oder Aktionen realisiert haben. Die von Staatssekretär Matthias Machnig vom BMU überreichten Preise gingen an:

Kategorie 1 "Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen"
- Gemeinde Vetschau/Spreewald (Brandenburg) für ihre Solarsporthalle
- Stadt Marburg (Hessen) für den Neubau der Kinderkrippe Marbach
- Stadt Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) für die Verwandlung eines Wohnblocks der 60er Jahre zum Technischen Rathaus

Kategorie 2 "Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes"
- Stadt Wilhelmshaven und Landkreis Friesland (Niedersachsen) für die "Wärmeschutzpartner Wilhelmshaven - Friesland"
- Landeshauptstadt München (Bayern) für das Bündnis "München für Klimaschutz"
- Gemeinde Morbach (Rheinland-Pfalz) für "Mit Energie Zukunft gestalten: Der Morbacher Weg zur energieautarken Kommune"

Kategorie 3 "Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen"
- Kreis Unna (Nordrhein-Westfalen) für das Projekt "mobil&Job- Betriebliches Mobilitätsmanagement"
- Stadt Augsburg (Bayern) für die Kampagne "e+haus"
- Stadt Tübingen (Baden-Württemberg) für die Kampagne "Tübingen macht blau"

Die Preisträger der ersten Kategorie (hier gab es 81 Bewerbungen) erhalten jeweils ein Preisgeld von 50.000 Euro, in der zweiten Kategorie (79 Bewerbungen) gibt es jeweils 10.000 Euro und in der dritten Kategorie (61 Bewerbungen) jeweils 20.000 Euro. Die Preisgelder sind wieder in Klimaschutzprojekte zu investieren.

Staatssekretär Machnig freute sich über die große Resonanz auf den Wettbewerb. Die 221 eingegangenen Bewerbungen zeigten, dass die Kommunen viele Antworten auf die Frage nach erfolgreichen Projekten anzubieten hatten. Machnig: "In den Kommunen gibt es ein enormes Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Ob in privaten Haushalten, in der Wirtschaft oder in öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern und Schulen - wer heute in Klimaschutz investiert, senkt dauerhaft seine Energiekosten." Für die Kommunen sei Klimaschutz aber auch ein wichtiges Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung. Die Sensibilisierung der Verbraucher/innen für mehr Klimaschutz fördere Investitionen in der Region genauso wie die energetische Modernisierung der kommunalen Infrastruktur, führte Machnig weiter aus. Das komme der heimischen Wirtschaft direkt zugute und sichere Arbeitsplätze gerade in konjunkturschwachen Zeiten.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der heutigen Konferenz "Kommunaler Klimaschutz - Ideen - Impulse - Innovationen" statt, ausgerichtet vom Bundesumweltministerium und der "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Difu in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Die Projekte der Gewinner im Einzelnen:

Stadt Vetschau: "Solarsporthalle Vetschau"
Die Solarsporthalle Vetschau verbindet auf beispielhafte Weise einen außergewöhnlich niedrigen Energieverbrauch mit einer beachtlichen Energiegewinnung durch eine Photovoltaikanlage. Neben ihrem innovativen Gebäudestandard in Passivbauweise verfügt die Sporthalle über ein energieeffizientes Versorgungskonzept.

Stadt Marburg: "Neubau der Kinderkrippe Marbach"
Beim Neubau der Kinderkrippe Marbach ist eine vorbildliche Kombination von hoher Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien gelungen. Zum einen erfüllt das Gebäude alle Kriterien, die an ein Gebäude mit Passivhausstandard gestellt werden, zum anderen wird die Solarenergie zur Heizungsunterstützung genutzt und der verbleibende Restwärmebedarf wird durch Biomasse gedeckt.

Stadt Mülheim an der Ruhr: "Verwandlung - vom Wohnblock der 60er zum Technischen Rathaus"
Der Umbau und die energetische Sanierung eines Wohnblocks zum Technischen Rathaus stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Hochhausbauten der 1960er und 1970er Jahre ökologisch, ökonomisch und städtebaulich einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden können. Durch die energetische Sanierung und Optimierung werden in erheblichem Maße schädliche CO2-Emissionen eingespart.

Stadt Wilhelmshaven und Landkreis Friesland: "Wärmeschutzpartner Wilhelmshaven-Friesland"
Die regionale Gemeinschaftsinitiative ist eine gelungene interkommunale Kooperation, die eine Vielzahl verschiedener Akteure einbindet. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und individuelle Beratung wird ein wichtiger Beitrag zur Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bei der energetischen Modernisierung bestehender Wohngebäude erbracht. Die strategische Vorgehensweise wird kontinuierlich überprüft, weiterentwickelt und optimiert.

Landeshauptstadt München: Bündnis "München für Klimaschutz"
Mit dem im Jahr 2007 gegründeten Bündnis von wichtigen lokalen Akteuren aus Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Institutionen und Medien ist es gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, das neue Ideen und Umsetzungsstrategien für den Klimaschutz entwickelt und größtmögliche CO2-Reduktionspotenziale für den Großraum München wirtschaftlich effizient zu erschließen vermag.

Gemeinde Morbach: "Mit Energie Zukunft gestalten: Der Morbacher Weg zur energie-autarken Kommune"
Um das Ziel der Energie-Autarkie bis 2020 zu erreichen, setzt Morbach auf eine komplexe Strategie, die auf den drei Bausteinen Leitbild, Energielandschaft und Energietourismus aufbaut. Darüber hinaus werden zahlreiche lokale Akteure aus den unterschiedlichsten Disziplinen konsequent in die Planung und Umsetzung der vielfältigen Maßnahmen einbezogen.

Kreis Unna: "mobil&Job - Betriebliches Mobilitätsmanagement"
Mit der innovativen und vorbildlichen Initiative "mobil&Job" bietet der Kreis Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen kostenlosen und individuellen Service zur Stärkung einer klimafreundlichen Mobilität.

Stadt Augsburg: "e+haus - Gebäude energetisch modernisieren"
Mit ihrer Initiative hält die Stadt für private Hausbesitzer ein umfassendes und kostenloses Informations- und Beratungsangebot bereit. Die Einbindung von zahlreichen regionalen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen sorgt für Neutralität und hohe Fachkompetenz.

Stadt Tübingen: "Tübingen macht blau - 10% weniger CO2 bis 2010"
Mit ihrer umfangreichen Klimaschutzkampagne verfolgt die Stadt konsequent ihr ambitioniertes Klimaschutzziel. Auf sehr originelle und informative Weise werden die Tübinger Bürgerinnen und Bürger ebenso nachdrücklich wie kontinuierlich zum Umdenken und zu klimaschützenden und energieeffizienten Verhaltensänderungen ermuntert.

Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten, zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung unter www.kommunaler-klimaschutz.de.
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Kurzinfo: "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz"
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat 2008 eine umfassende Klimaschutzinitiative mit dem Ziel gestartet, die Potenziale für den Klimaschutz durch die Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung regenerativer Energien kostengünstig zu realisieren. Außerdem sollen zukunftsweisende Klimaschutztechnologien und innovative Ideen durch Modellprojekte unterstützt und verbreitet werden. Dazu wurden umfangreiche Förderprogramme aufgelegt. Die Kommunen gehören zu den zentralen Zielgruppen der Initiative, denn hier wird aufgrund der räumlichen Konzentration und unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen, Gewerbe und Industrie, Verkehr, Freizeit) ein großer Teil klimarelevanter Emissionen erzeugt. Im Sommer 2008 wurde daher (gefördert durch das BMU) eine übergeordnete "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) eingerichtet. Sie dient als Service- und Beratungseinrichtung für Kommunen und bietet zugleich einen Wegweiser durch die verschiedenen Förderbausteine.

Die Arbeit der bundesweit agierenden Servicestelle umfasst folgende Aufgaben:
- Öffentlichkeitsarbeit zum Förderprogramm, insbesondere bei der Zielgruppe Kommunen
- Vorbereitung und Durchführung der Wettbewerbe "Kommunaler Klimaschutz"
- Beratungs- und Serviceleistungen zum kommunalen Klimaschutz

Kontakt:
Anna Hogrewe-Fuchs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Lindenallee 11, 50968 Köln
Telefon: 0221/340308-16, Telefax: 0221/340308-28
E-Mail: hogrewe-fuchs@difu.de, kontakt@kommunaler-klimaschutz.de
Internet: www.kommunaler-klimaschutz.de, www.difu.de

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftspolitik, Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Grundlage des Handelns des als GmbH geführten Instituts ist die Gemeinnützigkeit. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (VfK) ist alleiniger Gesellschafter der GmbH.
Weitere Informationen:
http://www.kommunaler-klimaschutz.de
http://www.difu.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Einfach weitermachen ... RUB-Studie: Stress fördert gewohnheitsbasiertes Verhalten

Dr. Josef König, Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

RUB-Forscher berichten im Journal of Neuroscience

Unter Stress spulen wir Gewohntes ab ? egal ob es sinnvoll ist oder nicht. Zielgerichtetes Lernen hingegen wird durch Stress behindert. Das haben Bochumer Kognitionspsychologen um Dr. Lars Schwabe in einer Studie herausgefunden, die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuroscience veröffentlicht ist. Versuchspersonen, die unter Stress gelernt hatten, welcher Klick wahrscheinlich eine Belohnung mit Saft oder Kakao auslöst, klickten später weiter auf das Symbol, obwohl sie keinen Saft oder Kakao mehr wollten. Lerner ohne Stressbelastung vermieden hingegen die entsprechenden Symbole.
Außerdem waren sie sich des Gelernten eher bewusst als die Gestressten.

Essen weil es schmeckt oder weil man es immer macht um halb eins

Die Fähigkeit zu lernen, dass wir unseren Hunger beseitigen können, indem wir mittags in ein Restaurant oder die Mensa gehen, um dort zu essen, ist für unser Leben von zentraler Bedeutung. Derartige Lernprozesse können durch zielgerichtete oder durch gewohnheitsbasierte, habituelle Prozesse gesteuert werden. Beispielsweise könnten wir zielgerichtet in die Mensa gehen, weil uns das Essen dort so gut schmeckt und unser Hunger dort am Besten gestillt wird. Oder aber wir könnten mittags in die Mensa gehen, weil wir dies nun mal jeden Tag um halb eins tun, ganz egal ob wir hungrig sind oder nicht. Was bestimmt, welcher der beiden Prozesse unser Lernverhalten kontrolliert. Gibt es eine Möglichkeit, die Nutzung dieser zielgerichteten oder habituellen Prozesse beim Lernen zu beeinflussen Basierend auf früheren Arbeiten, die zeigten, dass Stress einen Einfluss darauf hat, welche Lernstrategie wir zur Aufgabenbearbeitung verwenden, vermuteten die Bochumer Forscher Dr. Lars Schwabe und Prof. Dr. Oliver Wolf, dass Stress möglicherweise auch die Nutzung zielgerichteter und habitueller Prozesse beim Lernen reguliert.

Stressreaktion bleibt lange messbar

Um diese Hypothese zu prüfen, ersannen die Forscher einen komplexen Versuchsablauf. Sie teilten freiwillige Versuchspersonen zunächst zufällig in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe musste zu Beginn eine Stresssituation durchstehen: Sie musste ihre Hand in Eiswasser halten, währenddessen in eine Kamera blicken, die ihre Mimik aufzeichnete, und sich dabei von einem unfreundlichen Versuchsleiter kritisch beäugen lassen. Die andere Gruppe hielt die Hand einfach in warmes Wasser. Messungen von Blutdruck, Erregung und dem Spiegel des Stresshormons Cortisol belegten, dass die erste Gruppe eine deutliche Stressreaktion zeigte. 20 Minuten danach begann der Test. Blutdruck und Erregung normalisieren sich schnell wieder, der Cortisolspiegel bleibt aber bis etwa 60 Minuten nach dem Stressereignis erhöht, erläutert Dr. Schwabe.

Klick wird mit Kakao belohnt

Das Experiment bestand aus zwei Durchgängen: Im ersten Durchgang wurden die Probanden mit verschiedenen Formpaaren auf einem Monitor konfrontiert, die sie anklicken konnten. Der Klick auf bestimmte Formen hatte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Gabe von kleinen Mengen Orangensaft oder Kakao zur Folge, den die Versuchspersonen, die vorher gefastet hatten, gerne haben wollten. Alternativ wurden Wasser oder Pfefferminztee verabreicht. Die Getränke wurden über Schläuche gegeben, welche die Probanden wie Strohhalme im Mund hielten. Schnell hatten die Versuchspersonen sich gemerkt, welcher Klick wahrscheinlich Saft oder Kakao versprach. Nach dieser ersten Phase durften die Versuchspersonen entweder so viele Orangen oder so viel Schokoladenpudding essen wie sie wollten. Auf diese Weise wurde, wie die subjektiven Einschätzungen der Probanden bestätigten, ihre Lust auf Orangensaft bzw. Kakao reduziert?, erklärt Dr. Schwabe. Diese Getränke wurden sozusagen entwertet.

Zweite Phase: Kakao oder Saft sind unbeliebt

Danach startete der zweite Testdurchgang. Dabei wurden den Versuchspersonen erneut die aus der Lernphase bekannten Reizpaare präsentiert, erneut sollten sie sich jeweils für einen der beiden Reize entscheiden. Keiner hatte mehr Lust auf Kakao oder Organgensaft. Wer zielgerichtet gelernt hatte, musste also tunlichst die Klicks auf die Symbole vermeiden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eines dieser Getränke bedeuteten. Nicht gestresste Probanden verhielten sich auch genauso. Die vor dem Lernen gestressten Probanden hingegen blieben beim einmal eingeschliffenen Verhaltensmuster: Sie machten auch weiterhin jeweils den Klick, der zum entwerteten? Getränk führte obwohl sie es, wie sie selbst angaben, nicht mehr mochten. Ihr Verhalten war also offenbar gewohnheitsbasiert und vom Wert des Verhaltensergebnisses unabhängig, fasst Dr. Schwabe zusammen.

Folgen von Stress in der Schule

Die Implikationen der aktuellen Studie gehen weit über die Frage des Mensabesuches bei Hunger hinaus, so Schwabe. Sie deuten auf mögliche Folgen von Stress in Lernumgebungen wie der Schule oder dem Arbeitsplatz hin.? Zudem könnten sie zu einem besseren Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung von Zwangsstörungen oder Substanzabhängigkeiten beitragen, die maßgeblich durch festgefahrene, vom eigentlichen Ziel losgelöste Verhaltensgewohnheiten gekennzeichnet sind, schätzen die Forscher. Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; SCHW 1357/2-1) gefördert.

Titelaufnahme

Lars Schwabe and Oliver T. Wolf: Stress Prompts Habit Behavior in Humans. In: Journal of Neuroscience, Stress Prompts Habit Behavior in Humans, J. Neurosci. 2009 29: 7191-7198; doi:10.1523/JNEUROSCI.0979-09.2009

Weitere Informationen

Dr. Lars Schwabe, Kognitive Psychologie, Ruhr-University Bochum, Germany, Tel.: 0234/32-29324, Fax: 0234/32-14308, E-Mail: Lars.Schwabe@rub.de, Homepage: http://www.cog.psy.ruhr-uni-bochum.de/larss.html

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Schadstoffe in meiner Nachbarschaft

Neues Register gibt Bürgerinnen und Bürgern schnelle Auskunft

Wie viel Kohlendioxid bläst der Industriebetrieb in der Nachbarschaft in die Luft? Welche Schwermetalle leitet er in Flüsse ein? Und in welche Länder exportiert der Betrieb seine Abfälle? Wer aus privatem oder beruflichem Interesse Informationen über Freisetzungen von Schadstoffen sucht, findet diese ab sofort im neuen Schadstoffregister PRTR-Deutschland (Pollutant Release and Transfer Register). Der Zugriff erfolgt online unter www.prtr.bund.de und ist für alle Nutzerinnen und Nutzer völlig kostenlos.

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU), Michael Müller, schaltete das neue Umweltinformationsportal heute in Berlin frei: „Das neue PRTR-Portal wird einen bedeutenden Beitrag zu mehr Transparenz bei Umweltinformationen für die Öffentlichkeit schaffen. Nie war der Blick hinter die Werkstore bequemer als heute." Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA) sagte: „Bürgerinnen und Bürger können mit wenigen Mausklicks kostenlos und uneingeschränkt Informationen zu Schadstofffreisetzungen und Abfällen aus großen Industriebetrieben erhalten. Ab Ende September sind mit der Eröffnung der EU Register dann auch endlich internationale Vergleiche von Maßnahmen zu Emissionsminderung möglich". Der Beauftrage der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Dr. Hans-Bernhard Beus, lobte das elektronische PRTR als eines der erfolgreichsten E-Government 2.0 Projekte im Handlungsfeld Prozessketten: „Die frühe Einbeziehung der Wirtschaft und die konsequente Umsetzung von Anforderungen an die Datensicherheit sind nur zwei Aspekte, die das elektronische PRTR umsetzt. Das PRTR gehört seit 2008 zu den Leuchtturm-Projekten der neuen IT-Strategie der Bundesregierung und wird durch das BMI bzw. die Bundesregierung auch finanziell gefördert."

Für das neue Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister PRTR berichten über 4.000 Unternehmen ab sofort jährlich ihre Daten zu Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden sowie über den Verbleib des Abfalls und des Abwassers. Verpflichtet dazu sind große Industriebetriebe und andere Organisationen, etwa aus der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, aber auch die Intensivtierhaltungen und große Kläranlagen. Die berichtspflichtigen Unternehmen übermitteln jährlich ihre Daten online in der neuen Erfassungssoftware BUBE-Online (Betriebliche Umweltdatenbericht­erstattung) an die zuständigen Behörden. Die Länder prüfen diese Daten, leiten sie an das UBA weiter, das die Informationen aufbereitet und in der neuen Internetplattform www.prtr.bund.de aktualisiert.

Der Aufbau und Betrieb des Schadstoffregisters basiert auf einem internationalen Abkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE), das Deutschland und 35 weiteren Staaten unterzeichnet haben, sowie der EU-Verordnung über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (E-PRTR-Verordnung) vom 18. Januar 2006. Deutschland hat diese Verordnung mit dem Gesetz zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 (SchadRegProtAG) am 6. Juni 2007 in nationales Recht umgesetzt.

Weitere Informationen unter www.prtr.bund.de.

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Umweltfreundliche Flugzeuge

Schadstoffe und Lärm extrem reduzieren -­ daran arbeiten Fraunhofer-Wissenschaftler im europäischen Projekt »Clean Sky«. Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF koordiniert die Beiträge aller Fraunhofer-Institute in der Joint Technology Initiative (JTI), die mit 1,6 Milliarden Euro das größte europäische Projekt für Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrt in Europa ist. Auf der Paris Air Show vom 15. bis 21. Juni präsentieren sechs Institute ihre Ergebnisse in Halle 5 / Stand C6.

»Das Fliegen wird mit zunehmender Globalisierung für die Menschen immer wichtiger. Die Fraunhofer-Gesellschaft will ihren Beitrag leisten, damit die Luftfahrt trotz steigendem Aufkommens umweltfreundlicher wird«, sagt Professor Holger Hanselka, Leiter des LBF und Mitglied im Governing Board, dem Steuerungsgremium des JTI »Clean Sky«. Ziel des Projekts: Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen um 50 Prozent, die Stickoxidemissionen um 80 Prozent, die Lärmbelastung um 50 Prozent gesenkt und ein nachhaltiger Lebenszyklus für alle Komponenten des Luftverkehrs eingeführt werden. Forscher am LBF arbeiten zum Beispiel an einem intelligenten Frühwarn- und Monitoringsystem, das Tragflächen und andere Komponenten in Leichtbauweise sicherer macht. Es basiert auf optischen Fasern und piezokeramischen Patches. Das Besondere an den Arbeiten am LBF ist die enge Verzahnung von experimentellen und numerischen Prüfverfahren. Das erhöht die Sicherheit der Bauteile und verkürzt gleichzeitig die Entwicklungszeiten.

Eine einzigartige Testeinrichtung ist die »Flight Test Facility« des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP. Hier lässt sich die original Fluggastkabine eines Passagierjets unterschiedlichen Druck- und Raumklimaverhältnissen aussetzen, und so das Wohlbefinden von bis zu 80 Testpassagieren gleichzeitig analysieren. Das IBP untersucht auch, wie man Fluglärm reduzieren und die Energieeffizienz steigern kann. Gemeinsam mit Herstellern verbessern die Forscher das Kabinenklima. Sie analysieren Luftqualität, Hygiene, thermische Behaglichkeit, Akustik, Beleuchtung und suchen nach Lösungen, um Wärme- und Feuchtigkeitstransport in der Rumpfhülle zu verbessern.

Fortschritte bei Materialien und ihren Verbindungen sind ein Schwerpunkt anderer Fraunhofer-Institute. Forscher am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM haben Klebetechniken für Flugzeughersteller entwickelt, die beständigere und sicherere Verbindungen ermöglichen als bisherige Verfahren. In der Fraunhofer-Einrichtung für Elektronische Nanosysteme ENAS arbeiten Wissenschaftler an Mikro- und Nanotechnologien, um Smart Systems, komplexe Sensoren, in Bauteile zu integrieren. Faserverbundwerkstoffe sind leichter als herkömmliches Material und dabei gleichzeitig belastbarer. Experten am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT ist es gelungen, mit dem Verbundwerkstoffsystem Sheet-Moulding-Compound besonders widerstandsfähige Leichtbaulösungen zu entwickeln. Aufgrund der geringen Dichte, der Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit bei gleichzeitiger Formstabilität halten sie mechanischen, chemischen und thermischen Einflüssen stand.

Ein unentbehrliches Hilfsmittel zur Beschleunigung von Entwicklungsprozessen ist die Simulation von Materialien und Bauteilen. Das Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung IGD ermöglicht die visuelle Darstellung komplexer aerodynamischer Verhältnisse an den Tragflächenkanten.

Vom 15. bis 21. Juni zeigen die beteiligten Fraunhofer-Institute auf der Paris Air Show ihre Innovationen in Halle 5 / Stand C6.

Über Clean Sky - www.cleansky.eu
Die Joint Technology Initiative »Clean Sky« ist eine Partnerschaft der Industrie, vertreten durch Unternehmen des Luftfahrtsektors (AgustaWestland, Airbus, Alenia, Dassault Aviation, EADS-CASA, Eurocopter, Fraunhofer-Gesellschaft, Liebherr, Thales, Rolls-Royce, SAAB und Safran) und der Europäischen Union. Dem Projekt steht für die Laufzeit von 2007 bis 2014 ein Haushalt von 1,6 Mrd. Euro zur Verfügung. 800 Mio. Euro kommen aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, die andere Hälfte leisten die beteiligten Partner als Eigenanteil.

(Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft)

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Wie steht es um den Umweltschutz in Deutschland?

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)

Umwelt-Kernindikatoren ab sofort aktualisiert im Internet
Wie entwickelt sich der Umweltschutz in Deutschland? Das gerade aktualisierte Umwelt-Kernindikatorensystem (KIS) des Umweltbundesamtes (UBA) gibt Antwort darauf. Mehr als 50 Indikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt und zeigen, wo die Umweltpolitik erfolgreich und wo noch mehr zu tun ist: Gute Noten erhält Deutschland für das Jahr 2008 beim Klimaschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zudem ist die Energie- und Ressourcenproduktivität gestiegen. "Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen", sagt UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann.

So muss Deutschland - trotz der verbesserten Energie- und Rohstoffproduktivität - den absoluten Energie- und Rohstoffverbrauch weiter senken, der Verkehrssektor muss nachhaltiger werden und auch bei der Luftreinhaltung sind die Erfolge für das Erreichen eines hohen Niveaus zum Schutz der Gesundheit und zum Erhalt der biologischen Vielfalt noch mit weiteren großen Anstrengungen verbunden. Auch bei der Verringerung der Flächeninanspruchnahme und dem Ausbau des ökologischen Landbaus hat Deutschland seine Ziele noch nicht erreicht.
Hier einige konkrete Ergebnisse für eine erfreuliche Entwicklung des Umweltschutzes:
- Die Treibhausgasemissionen gingen von 1990 bis 2008 um 23,3 Prozent zurück. Das Minderungsziel für Deutschland bis zum Jahr 2012 von 21 Prozent, bezogen auf das Jahr 1990, ist somit bereits vorfristig erreicht.
- Der Beitrag der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zur gesamten Strombereitstellung betrug 2008 rund 14,8 Prozent. Das Ziel für 2010 von 12,5 Prozent ist somit übertroffen.
- Die Energieproduktivität erhöhte sich von 1990 bis 2008 um 40,7 Prozent. Hier sind weitere Anstrengungen notwendig, um das Ziel der Verdoppelung im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.
- Die Rohstoffproduktivität stieg zwischen 1994 und 2007 um 35,4 Prozent - bei einem rückläufigen Materialeinsatz um minus 9,7 Prozent und einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 22,3 Prozent. Die Entwicklung des Indikators ist positiv, aber das Tempo reicht für das gesetzte Ziel der Verdopplung gegenüber 1994 noch nicht aus.
- Gegenüber 1990 sank der Luftschadstoffindex der Emissionen bis 2007 um 56 Prozent auf 44 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 30 Prozent bis zum Jahr 2010. Auch hier sind noch weitere Maßnahmen erforderlich, um das avisierte Ziel zu erreichen.
Besondere Anstrengungen sind weiterhin in diesen Bereichen erforderlich:
- Von 1999 bis 2006 sank die Transportintensität des Personenverkehrs auf 95,6 Prozent. Die Transportintensität des Güterverkehrs stieg dagegen auf 114 Prozent. Das Tempo der Entkoppelung von Personentransportintensität und Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist noch zu gering. Bei der Gütertransportintensität findet sogar - im Hinblick auf das Ziel - eine gegenläufige Entwicklung statt.
- 2007 werden in Deutschland 5,1 Prozent der Anbaufläche nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung ist noch in weiter Ferne.
- Seit 1991 gingen die Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen um insgesamt 20 Prozent zurück. Angesichts eines Überschusses von immer noch über 100 Kilogramm pro Hektar reicht die bisherige Stickstoffeffizienz nicht aus, um das Ziel von 80 Kilogramm pro Hektar bis 2010 zu erreichen.
- Die tägliche Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ist im Zeitraum von 1992 bis 2007 von 120 Hektar pro Tag auf knapp unter 100 Hektar pro Tag zurückgegangen. Bis 2020 soll der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 Hektar pro Tag sinken. Von diesem Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind wir noch weit entfernt.
- Die Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert und beträgt immer noch 70 Prozent des Ziels der Bundesregierung für 2015. Das Ziel ist ohne erhebliche zusätzliche Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen in möglichst allen Politikfeldern nicht erreichbar.
Umweltindikatoren sind ein wichtiges Instrument für eine Erfolgskontrolle der Umweltpolitik. Bei der Sammlung der Daten arbeitet das UBA eng mit anderen Bundesbehörden zusammen - etwa dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesamt für Strahlenschutz sowie dem Statistischen Bundesamt.
Mit der Aktualisierung des Indikatorensystems gestaltete das UBA gleichzeitig auch den Internetauftritt der "Daten zur Umwelt - Umweltzustand in Deutschland" übersichtlicher und nutzerfreundlicher. Neue Funktionen ermöglichen den Nutzerinnen und Nutzern, Querverweise zu Hintergrundinformationen, zu verwandten Umweltthemen sowie zu weiterführenden Links und Literaturhinweisen zu erhalten.
Das Umwelt-Kernindikatorensystem des UBA finden Sie unter www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt/umwelt-kernindikatoren.
Die "Daten zur Umwelt" stehen unter www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt
zur Verfügung. 

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Arbeiten im Freien: Mit heiler Haut davonkommen

Jörg Feldmann, Pressestelle
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Jetzt lockt die Sonne wieder Menschen in Straßencafés oder an die Badeseen. Doch ihre wärmende Strahlung hat zwei Gesichter. Die anregende und wohltuende Wirkung eines Sonnenbads verkehrt sich schnell ins Gegenteil, wenn die Haut zu lange der Sonne ausgesetzt wird. Den anschließenden Sonnenbrand vergisst sie nie. Besonders gefährdet sind rund zweieinhalb Millionen Beschäftigte in Deutschland, die sich berufsbedingt häufig acht Stunden oder länger der prallen Sommersonne aussetzen müssen. An sie richtet sich die Broschüre "Licht und Schatten - Schutz vor Sonnenstrahlung für Beschäftigte im Freien", die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitmedizin (BAuA) veröffentlicht hat.
Insbesondere sind Beschäftigte in der Baubranche, der Land- und Forstwirtschaft aber auch im Dienstleistungsbereich wie Gebäudereiniger, Schornsteinfeger oder Erzieherinnen durch die Sommersonne gefährdet. Schließlich können langjährige, intensive Einwirkungen ihrer ultravioletten Strahlungsanteile zu Hautkrebs führen.

In Deutschland gibt es rund 140.000 Hautkrebsneuerkrankungen pro Jahr mit ansteigender Tendenz. Nach Expertenmeinung verursacht hauptsächlich die UV-Belastung durch zunehmenden Aufenthalt im Freien diese Entwicklung. Darum ist es besonders wichtig, das Risiko durch die UV-Strahlung abzuschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ein Blick auf den Himmel gibt erste Anhaltspunkte über die Sonneneinstrahlung, sichere Informationen stellt das deutsche UV-Messnetz (BfS/DWD/UBA) zur Verfügung. Unter der Adresse www.bfs.de befindet sich der UV-Index mit Erläuterungen im Internet. Eine potenzielle Gefährdung besteht ab Stufe drei oder höher. Anhand der UV-Karte für Deutschland lässt sich die aktuelle Gefährdung ermitteln. Bei gleichbleibender Wetterlage sind gute Prognosen für die nächsten Tage möglich.

Ist die Gefahr erkannt, sollte sie durch entsprechende Schutzmaßnahmen gebannt werden. Bereits die Römer setzten Sonnensegel beim Straßenbau ein, um sich vor gleißender Sonne zu schützen. Heute lassen sich beispielsweise auch Baugerüste durch Abdeckungen verschatten. Sonnenschirme oder Überdachungen erfüllen ihren Zweck nicht nur am Strand. An manchen Arbeitsplätzen im Freien wie Verkaufständen oder Montagestellen beim Bau lassen sich feste Unterstellmöglichkeiten einrichten. Bei Fahrzeugen wie Bussen, Bahnen, Traktoren oder Gabelstaplern sollte darauf geachtet werden, dass ihre Fenster die UV-Strahlung absorbieren.

Lassen die Verhältnisse vor Ort keine technischen Schutzmaßnahmen zu, kann auch geschickte Organisation das Risiko eines Sonnenbrandes verringern: Den Arbeitsablauf möglichst so gestalten, dass viele Tätigkeiten im Schatten durchgeführt werden können. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Einwirkungsdauer der Sonneneinstrahlung kurz bleibt. Einschränkungen für Arbeiten in der prallen Sonne gelten vor allem für die Mittagszeit. In den vier Stunden um den Sonnenhöchststand erreicht uns rund die Hälfte der täglichen UV-Strahlung. Auch Erzieherinnen sollten den Sonnenschutz bei der Planung ihres Tagesprogramms in der Kindertagesstätte berücksichtigen.

Zwar schreit das heiße Wetter nach weniger Kleidung, doch Kleidung bietet Schutz gegen die gefährliche Strahlung. Deshalb sollte sie den Körper gut bedecken. Mittlerweile gibt es Textilien, in denen man nicht so leicht ins Schwitzen kommt. Auch sollte der Kopf behütet werden. Hier schützen alle Arten von Kopfbedeckungen am besten mit Schirm wie beispielsweise der breitkrempige Hut der Zimmermannstracht. Sonnenschutzcremes sollten nicht nur einen hohen Lichtschutzfaktor aufweisen, sondern einen wasserfesten Schutzfilm bilden. Der hält sich länger auf nass geschwitzter Haut. Zu guter Letzt sehen Sonnenbrillen nicht nur "cool" aus. Auch die Hornhaut des Auges kann sich bei gleißender Helligkeit eine Entzündung zuziehen. Sonnenbrillen beugen einer solchen "Schneeblindheit" vor und schützen auch vor chronischen Schädigungen wie dem grauen Star. Darüber hinaus verhindern sie Blendungen, die zu Unfällen führen können.

Die Wahl der geeigneten Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge, technisch, organisatorisch und persönlich, schafft Arbeitsbedingungen, bei denen niemand seine Haut zu Markte tragen muss.

Weitere Informationen und Tipps enthält die Broschüre "Licht und Schatten - Schutz vor Sonnenstrahlung für Beschäftigte im Freien" der BAuA. Sie kann in kleinen Mengen kostenlos über das Informationszentrum der BAuA bezogen werden. Telefon 0231.90 71 20 71, Fax 0231.90 71 20 70, E-Mail info-zentrum@baua.bund.de.
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/nn_5846/sid_B2A9C0111B851FFCCA14E8367C63DADE/de/Publikationen... Link zur Broschüre "Licht und Schatten - Schutz vor Sonnenstrahlung für Beschäftigte im Freien" im PDF-Format (1,1 MB)

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Asiatische Kampfkunst erhöht Schmerzschwellen - Studie untersucht, wie Abhärtungstraining auf Schmerzempfindung wirkt

Rita Wilp, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

In vielen asiatischen Kampfkünsten gehört es traditionell zum Training dazu, sich Schmerzen zuzufügen, um auf Dauer gegen Schmerzen abgehärtet zu sein. Wissenschaftler der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster haben jetzt experimentell untersucht, wie sich dieses sogenannte Abhärtungstraining auf die Schmerzempfindung auswirkt. In einer Pilotstudie befragten sie dazu über 100 Sportler in Deutschland, die asiatische Kampfkünste ausüben.
"Dabei gab die Mehrheit an, dass sich durch die Abhärtungsübungen sowohl die Schmerzintensität als auch die affektive Bewertung von Schmerzen verändern würde. So berichteten viele Sportler, dass der Schmerz zwar noch gespürt, die Ausübung des Sports aber nicht mehr beeinträchtigt wird," sagte Prof. Dr. Dr. Stefan Evers, Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und Leiter der Studie. Es könne also sein, dass die Aktivierung schmerzhemmender Systeme durch Zufügung von Schmerzen langfristig auch zu einer positiven Beeinflussung von Kopfschmerzen führt.

Bei Probanden, die regelmäßig Kung Fu betreiben, untersuchten die Wissenschaftler dann im Verlauf solcher Abhärtungsübungen, wie sich Schmerzschwellen verändern. Dabei fanden sie heraus, dass nicht nur die Schmerzschwellen am Körper durch das Training ansteigen - dies bedeutet, dass ein Reiz immer stärker werden muss, um denselben Schmerz zu erzeugen - sondern, dass auch die Schmerzschwellen im Gesicht ansteigen, obwohl das Gesicht bei den Übungen gar nicht berührt worden ist. Die Gesichtsregion wird vom Nervus trigeminus versorgt, der auch für Kopfschmerzen verantwortlich ist. Die Abhärtungsübungen, die in dieser Studie ausschließlich an den Armen und Beinen durchgeführt worden waren, führten also auch dazu, dass die Schmerzempfindung bei Kopfschmerzen nachließ.

Es soll nun systematisch untersucht werden, ob eine kontrollierte Aktivierung der Schmerzhemmung auch langfristig therapeutisch in der Kopfschmerztherapie genutzt werden kann.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers
1. Vizepräsident der DMKG
Klinik und Poliklinik für Neurologie Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33, 48129 Münster
Tel. 0251/8348196, Fax 0251/8348181
E-Mail everss@uni-muenster.de

Generalsekretär und Pressesprecher DMKG
Prof. Dr. Dipl.-Psych. Peter Kropp
Institut für Medizinische Psychologie im Zentrum für Nervenheilkunde
an der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock
Gehlsheimer Str. 20, D-18147 Rostock
Telefon +49 381 4949530/31
E-Mail peter.kropp@med.uni-rostock.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Schnelle Auskunft beim Chemieunfall

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)

Gemeinsamer Stoffdatenpool von Bund und Ländern künftig auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich
Aktuelle, schnelle und verlässliche Informationen über chemische Stoffe und ihre Wirkungen auf die Umwelt sind wichtig - für den Umweltschutz und die Gefahrenabwehr durch Feuerwehr oder Polizei. Seit 1995 gibt es dafür den "Gemeinsamen Stoffdatenpool Bund/Länder", kurz GSBL. Ab sofort sind die Daten zu rund 400.000 chemischen Stoffen noch besser aufbereitet und für alle Bürgerinnen und Bürger im Internet verfügbar.

Am 28. Mai 2009 gaben Bund und Länder als Partner des GSBL den Startschuss zum neuen Online-Auftritt der Anwendung. Acht Länder und der Bund betreiben die Rechercheanwendung zu Stoffinformationen zentral. Die Daten sind über das Internet an jedem Ort mit Netzanschluss zugänglich. Bürgerinnen und Bürger haben künftig direkten und kostenlosen Zugriff auf den GSBL.
Der GSBL ist die größte und wichtigste Stoffdatenbank in Deutschland. Zu den rund 400.000 Stoffen sind in 480 Merkmalen die Stoffeigenschaften und rechtlichen Regelungen abgebildet. Dargestellt werden die Informationen als Faktendaten, wie Messwerte und beschreibt Maßnahmen - etwa für Havarien. Sowohl Experten als auch Laien erhalten die Stoffbeschreibungen in der für sie verständlichen Form. Zugangsberechtigt zur Gesamtanwendung sind alle staatlichen und kommunalen Behörden der beteiligten Partner. Für die breite Öffentlichkeit existiert eine Public-Use-Version, mit der die Daten online über das neue Portal recherchiert werden können.
Die Kooperation zwischen Bund und Ländern im GSBL hat lange Tradition: Schon seit 1995 pflegen Bund und Länder die Stoffdaten im gemeinsamen Daten-Pool. Seit 1998 gibt es eine Vereinbarung zur Rechercheanwendung. Umweltbehörden nutzen den GSBL für die Gewerbeaufsicht, den Arbeitsschutz oder bei der Entsorgung gefährlicher Stoffe. Die Wissenschaft schätzt die qualitativ hochwertige und aktuelle Zusammenstellung relevanter Information. Auch zur Gefahrenabwehr ist der GSBL seit Jahren über seine Gefahrstoff-Schnellauskunft (GSA) ein wichtiges Informationsinstrument, etwa bei Katastrophen, Unfällen und Havarien mit gefährlichen Stoffen. Ersteinsatzkräfte, wie Feuerwehr und Polizei, sind wichtige Institutionen, die den GSBL nutzen.
Mehr Informationen unter www.gsbl.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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TUB: Wenn Krebse durch die Wasserleitung krabbeln

Dr. Kristina R. Zerges, Presse- und Informationsreferat
Technische Universität Berlin

TU-Wissenschaftler erforschen, wie Trinkwasserleitungen von Asselbefall gereinigt werden können
Der Vorfall in Brieselang ist Mitte Februar durch die Medien aufgegriffen worden: Große Teile des Trinkwassernetzes der brandenburgischen Gemeinde sind unter anderem von Asseln befallen. Die bis zu 18 Millimeter langen Tiere gehören zu den Krebsen und stellen nicht nur ein ästhetisches Problem dar. Denn Wasserasseln (Asellus aquaticus) ernähren sich von organischen Stoffen, die sich als Biofilm an den Wänden von Trinkwasserleitungen festsetzen. Und das, was die Tiere zu sich nehmen, scheiden sie dort auch wieder aus. In Brieselang werden derzeit die Rohre mit einer innovativen Methode gereinigt, die von PD Dr. Günter Gunkel an der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Wasserreinhaltung, und der Firma Scheideler Verfahrenstechnik entwickelt wurde.

"Wasserasseln findet man in vielen Trinkwasserleitungen. Besonders dort, wo Oberflächenwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt wird", erläutert der Wissenschaftler. Die Tiere, die aussehen wie zu kurz geratene Tausendfüßler, krallen sich mit ihren Gliedmaßen in den Belägen der Wasserröhre fest und sind nicht einfach auszuspülen. Außerdem seien sie unempfindlich gegen Ozon und Chlor, berichtet Gunkel. In Trinkwassersystemen verbiete sich ohnehin der Einsatz von giftigen Substanzen. "Hygienische Probleme entstehen durch den Kot der Tiere oder tote Asseln", sagt der Fachmann.

Im Rahmen des Programmes "Pro Inno II" der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) finanzierte das Bundeswirtschaftsministerium von 2006 bis 2008 das Projekt "Entwicklung eines Verfahren zur Elimination von Wasserasseln und anderen Invertebraten (wirbellose Tiere) in Trinkwasserleitungen", das Gunkel gemeinsam mit der Firma Scheideler Verfahrenstechnik GmbH bearbeitete. Die Lösung des Problems klingt simpel: "Wir betäuben die Asseln mit in Wasser gelöstem Kohlendioxid (CO2). So können sie sich nicht mehr in den Rohren festhalten und ausgespült werden", erläutert der Limnologe. Nach umfangreichen Tests unter Laborbedingungen baute die Firma Scheideler einen transportablen CO2-Durchflussreaktor und einen "Niedrig-Druck-Hoch-Durchsatz-Filter", mit dem die betäubten Asseln aus dem Trinkwasser herausgefiltert werden können. "Das Verfahren wurde dann in mehreren norddeutschen Gemeinden erfolgreich getestet und wird bis Ende Mai auch in Brieselang angewendet", berichtet Gunkel. Eine Vergiftungsgefahr für die Verbraucher bestehe nicht, das CO2-haltige Spülwasser ist einem kohlen-säurehaltigen Mineralwasser vergleichbar und wird nach der Behandlung wieder ausgespült.

Derzeit arbeitet der Wissenschaftler am Antrag für ein Folgeprojekt, das in Kürze eingereicht werden soll. Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden und zwei mittelständischen Unternehmen will das Team von der TU Berlin dann weitere Daten erheben und ein neues mobiles Probeentnahme- und Messsystem entwickeln, mit dem die Wasserversorger direkt am Hydranten den Befall ihrer Leitungen mit Wasserasseln und anderen Organismen problemlos nachweisen und quantifizieren können.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: PD Dr. Günter Gunkel, TU Berlin, Fachgebiet Wasserreinhaltung, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-25847, E-Mail: guenter.gunkel@tu-berlin.de, Internet: www.wrh.tu-berlin.de

Weiterführende Links:
Scheideler Verfahrenstechnik: www.scheideler.com
Limno-Plan GrB: www.limnoplan.de/pdf/studie_web.pdf

Die Medieninformation und Fotos zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Massenwanderung des Distelfalters - ein seltenes Phänomen

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Leipzig/Halle (Saale). Seit Tagen häufen sich beim Tagfalter-Monitoring Deutschland und an anderen Stellen Meldungen zu außergewöhnlich zahlreichen Beobachtungen von Distelfaltern. Zuerst in Südwestdeutschland, später auch im Osten und Norden des Landes wurde dieses Massenphänomen wahrgenommen.
Der Distelfalter (mit wissenschaftlichem Namen Vanessa cardui) ist ein Wanderfalter, der jedes Jahr erneut in Deutschland einfliegt. Die hiesigen Winter sind zu streng, als dass Raupen, Puppen oder erwachsene Tiere überleben könnten. Die Tatsache, dass die Tiere - aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum kommend - die Alpen überqueren, um zu uns zu gelangen, weist sie als exzellente und ausdauernde Flieger aus. Ein Teil von ihnen zieht sogar bis nach Nordschweden und Finnland. Auch Großbritannien und Irland werden problemlos erreicht.
Im Jahr 2008 gab es kaum Distelfalterbeobachtungen in Deutschland (http://www.tagfalter-monitoring.de/). Ganz anders hingegen die aktuelle Situation in diesem Jahr: An vielen Orten in Deutschland und auch Frankreich wurden Ströme von Faltern beobachtet, die in schnellem, gerichtetem Flug nach Norden oder Osten unterwegs waren. Beobachter fühlen sich an das Verhalten von Zugvögeln erinnert; eine Kommunikation zwischen den Tieren wie in einem Vogelschwarm gibt es dabei allerdings nicht.
Bei science4you.org, wo neben der Datenbank des Tagfalter-Monitorings Deutschland auch das Online-Meldeportal der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderungen (DFZS) geführt wird, sind in diesem Jahr schon 300 Sichtungen mit jeweils mehr als 25 Distelfaltern erfasst worden. Bei 98 Meldungen wurden sogar jeweils mehr als 100 Falter beobachtet und immerhin 15 Meldungen beziehen sich auf mehr als 1000 Tiere an einem Ort innerhalb eines Tages. Alleine 11 der letzt genannten Meldungen stammen vom 17.5.2009 aus Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.
Die ersten Anzeichen für die anstehende Einwanderungswelle wurden bereits Ende März bis Mitte April diesen Jahres aus Spanien und Jordanien vermeldet. Die ersten Distelfalter kamen am 7.5.2009 in Bayern und Baden-Württemberg an, ab dem 10.5. auch in größeren Individuenzahlen. Hessen wurde um den 13.5. erreicht, das Saarland und Rheinland-Pfalz 1-2 Tage später. Am 17.5. dann die ersten größeren Falterzahlen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Beobachtung größerer Wanderzüge in Süddeutschland und Österreich. Am 18.5. erreichte der Strom Niedersachsen und am 19.5. Nordrhein-Westfalen. Von diesem Datum stammt auch die erste Meldung aus Stralsund an der Ostsee.

Was bedeutet eine solche Hochgeschwindigkeits-Invasion einer Art auf breiter Front für die Artenvielfalt und die Situation der Schmetterlinge in Mitteleuropa? Der Distelfalter gilt als Langstreckenwanderer schlechthin und ist aufgrund dieser hohen Mobilität nahezu überall auf der Welt zu finden. So faszinierend das Phänomen der Massenwanderungen beim Distelfalter und weiteren Arten auch ist, gibt es dennoch viele unbeantwortete Fragen. Dies soll sich ändern und gerade Laien können sich hier aktiv an der Forschung beteiligen. Über das Wanderfalter-Monitoring von science4you (http://www.science4you.org/) kann jedermann beobachtete Distelfalter melden. Ergänzende Angaben zum Erhaltungszustand und der Wanderrichtung der Tiere sind sehr nützlich, um Verhaltensmuster besser zu verstehen und Rückschlüsse auf die genaue Herkunft der Falter zu ziehen. Daraus ergeben sich Aussagen zu Klimawirkungen und zum Zustand der Lebensräume der Raupen südlich der Alpen, nicht aber zu unseren heimischen Habitaten.
Betrachtet man ausschließlich die Situation in Deutschland, so gilt das Jahr 2008 für die große Mehrzahl der Arten als relativ schlechtes Falterjahr und normalerweise häufige Spezies wie der Kleine Fuchs, der Admiral oder eben auch der Distelfalter waren kaum anzutreffen. Die Schmetterlingsarmut löste bei den Freiwilligen, die sich am Tagfalter-Monitoring Deutschland beteiligen, aber auch bei vielen Laien Besorgnis aus. Als eine wesentliche Ursache dafür wurde das extrem trockene Frühjahr 2008 ausgemacht. Die Raupen fanden einfach keine Nahrung und konnten sich nicht gut entwickeln. Je spezifischer dabei die Ansprüche einer Art an ihren Lebensraum sind, speziell an die Raupenfraß-Pflanzen, desto stärker können sie durch Klima- oder Landnutzungswandel in ihrem Bestand gefährdet sein. Ein Übriges taten die vorausgegangenen Winter, in denen richtige Kälteperioden fehlten. Zahlreiche Arten überwintern als Puppen und benötigen kalte, frostige Perioden. Ist es zu warm und feucht, so werden die Puppen anfällig für Parasiten oder verschimmeln schlicht.
Somit erklären sich die für Insekten typischen, meist zyklischen Entwicklungen von "schlechten" Jahren im Wechsel mit individuenreichen Vorkommen. Mit Projekten wie dem Tagfalter-Monitoring ist es möglich, den Trend der Bestandsentwicklung über Jahre und Jahrzehnte hinweg zu verfolgen. Am Ende lässt sich dokumentieren, ob das Auftreten einzelner Arten noch im Rahmen der "normalen" Fluktuation liegt oder ob es einen langfristigen Trend zur Abnahme oder auch Zunahme einer Art gibt. Koordiniert wird dieses Langzeitbeobachtungsprojekt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz (GfS).
Spannend ist es für die Beobachter in diesem Jahr, die weitere Entwicklung des Distelfalters, aber auch anderer Arten, mitzuverfolgen: Werden sich die geschwächten Bestände des Kleinen Fuchses wieder erholen oder registrieren wir gerade einen generellen Rückgang dieser Art, die doch eigentlich in jedem Garten anzutreffen war? Konnten Arten wie der Trauermantel, der es kühl und feucht bevorzugt, von dem letzten kalten Winter profitieren? Werden sich die Nachfahren der eingewanderten Distelfalter bei uns gut entwickeln können und werden wir dann zum Ende des Sommers wieder einen Massenflug dieser nächsten Generation zurück Richtung Süden beobachten?

Antworten auf diese Fragen werden die Zahlen geben, die seit April von Schmetterlingsfreunden auch in diesem Jahr bundesweit erhoben werden. Für sie heißt es nun wieder einmal pro Woche: Raus auf die festgelegten Beobachtungsstrecken und Schmetterlinge zählen.

Weitere fachliche Informationen:
Elisabeth Kühn, Dr. Reinart Feldmann
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0345-558-5263, 0341-235-1228
http://www.ufz.de/index.php?de=10387
oder über
Doris Böhme / Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de

Weiterführende Links:
http://www.tagfalter-monitoring.de/
Infos zum Tagfaltermonitoring

http://www.science4you.org/
Die Online-Community für Naturbeobachtung

http://www.science4you.org/platform/monitoring/dfzs/dfzs/index.do
Deutsche Forschungszentrale für Schmetterlingswanderungen - DFZS

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Zahn-Implantate: Patienten sollten sich vor einer Behandlung gut über Möglichkeiten und Grenzen informieren

Dipl. Biol. Barbara Ritzert, Pro Science Communications
Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V.

Ab sofort können sich Patientinnen und Patienten, die sich für Zahn-Implantate interessieren in einem unabhängigen Patientenportal über Möglichkeiten und Grenzen der Implantologie informieren. Das Web-Angebot wurde von der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Implantologie e.V. entwickelt, der größten wissenschaftlichen Fachgesellschaft Europas auf ihrem Gebiet. in der DGI arbeiten Wissenschaftler und Praktiker zusammenarbeiten, um die wissenschaftlichen Standards und Methoden in der Implantologie weiterzuentwickeln.
Die modernen Strategien in der Implantologie und ihre rasante Entwicklung erfordern gut ausgebildete Zahnärzte. Doch leider gibt es auch unseriöse Angebote und Geschäftemacherei. Darum ist es wichtig, dass sich Patienten gut über die Möglichkeiten der Behandlung und über die Qualifikation Ihres Arztes informieren, erklären Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. In einem neuen wissenschaftsbasierten Patientenportal der Gesellschaft können sich Patientinnen und Patienten nun über Zahn-Implantate informieren und nach Experten in ihrer Region suchen.

Wenn Zahnärzte, die bislang keine Implantate gesetzt haben, auf diesem Gebiet ohne gründliche Ausbildung aktiv werden, kann es geschehen, dass sie bei der Behandlung Risiken eingehen, die anschließend Probleme verursachen. Weder moderne Implantatsysteme noch eine hochgerüstete technische Ausstattung der Praxis können Erfahrung und Training ersetzen: Von ungeübten Händen können auch angeblich "idiotensichere" Implantat-Systeme falsch angewendet werden. Marktschreierische Angebote aus rein kommerziellen Gründen kommen hinzu.

Darum hat die Deutsche Gesellschaft für Implantologie, mit über 6500 Mitgliedern die größte wissenschaftliche Fachgesellschaft Europas auf ihrem Gebiet, bereits vor über zehn Jahren ein umfangreiches Ausbildungsangebot entwickelt. Mehr als 3000 Zahnärztinnen und Zahnärzte haben das Curriculum Implantologie durchlaufen, mehrere hundert besuchen jährlich die Kurse im Continuum, in dem fortgeschrittene Techniken vermittelt werden, und fast 200 Zahnmediziner haben den DGI-Studiengang zum Master of Science in Oral Implantology aufgenommen bzw. bereits abgeschlossen. "Dadurch sorgen wir dafür, dass Zahnärzte, die implantieren wollen, eine berufsbegleitende qualifizierte Ausbildung absolvieren können", sagt Prof. Dr. Günter Dhom, Präsident der DGI.

Transparenz dient dem Patientenschutz

Auf dem Gebiet der zahnmedizinischen Fortbildung gibt es Ausbildungsangebote von verschiedenen Anbietern mit deutlichen qualitativen Unterschieden. Für Patienten ist diese Titelflut intransparent: Nicht jede Urkunde, die in einem Wartezimmer hängt, ist ein Garant dafür, dass der Implantologe sein Metier wirklich beherrscht. So verleiht beispielsweise ein privater Anbieter den Teilnehmern eines Wochenendkurses einen "Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie", ohne dass dieser den Nachweis erbringen muss, schon jemals ein Implantat gesetzt zu haben.

Auf ihrem neuen Patientenportal listet die DGI?darum nicht nur ihre Mitglieder auf, sondern informiert auch darüber, welche Qualifikation diese haben und welche Anforderungen dazu erfüllt sein müssen.

Pressekontakt: DGI-Pressestelle
ProScience Communications - Die Agentur für Wissenschaftskommunikation GmbH
Dipl. Biol. Barbara Ritzert · Andechser Weg 17 · 82343 Pöcking/Starnberger See
Fon: 08157 9397-0 · Fax: 08157 9397-97 · E-mail: presse@dgi-ev.de
Weitere Informationen:
http://www.zahnimplantate-infoportal.de/

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Wie funktioniert das Gehirn bei einer Panikstörung?

Barbara Abrell, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) erlaubt Einblicke
Patienten mit einer Panikstörung erleben ohne erkennbaren Auslöser wiederholt Zustände massiver Angst, die oft von Herzrasen, Atemnot und Übelkeit begleitet werden. Tatsächlich werden diese Sinneseindrücke durch Fehlleistungen des Gehirns ausgelöst. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie untersuchten nun mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) Hirnregionen, die an der Verarbeitung emotionaler Information beteiligt sind. Im Vergleich zu gesunden Probanden zeigen Patienten mit einer remittierten Panikstörung eine verstärkte Aktivierung des Mandelkerns, einer Hirnregion, die für die Auslösung einer Furchtreaktion die Schlüsselrolle spielt. Interessanterweise tritt diese Überaktivität parallel mit einer verminderten Aktivierung des zingulären und präfrontalen Kortex auf. Panikattacken entstehen offensichtlich dadurch, dass diese höheren Steuerregionen ihre kontrollierende Funktion bei der Gefahreneinschätzung nicht ausreichend wahrnehmen können. (PLoS ONE, Online-Vorabpublikation 20. Mai 2009)

Bei der Panikstörung kommt es zum schlagartigen Ausbrechen von intensiven Angstgefühlen, ohne dass eine objektive Gefahr erkennbar ist. Die Angst kann sich zu Todesangst steigern und von zahlreichen körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen oder Übelkeit begleitet sein. Die Erkrankung tritt bei ein bis vier Prozent der Bevölkerung auf, wobei der Krankheitsausbruch meistens zwischen 20 und 40 Jahren liegt. Die Patienten sind häufig schwer beeinträchtigt. Zu den Symptomen der Panikstörung treten häufig Vermeidungsreaktionen, wie Agoraphobie - der Angst vor offenen Plätzen - mit Rückzugsverhalten und depressiven Reaktionen hinzu. In Extremfällen sind Patienten nicht mehr in der Lage, ihre Wohnung zu verlassen.

Bis heute sind die eigentlichen Ursachen der Panikstörung weitgehend unbekannt. Wegen der starken vegetativen körperlichen Reaktionen während der Panikattacke stand bisher ein neuronales Netzwerk im Gehirn im Zentrum des Interesses, das für die Erkennung der emotionalen Bedeutung eines Reizes und der Entstehung eines erregten Zustands verantwortlich ist. Dieses Netzwerk umfasst vor allem den Mandelkern und den vorderen zingulären Kortex.

n der aktuellen Studie untersuchten Dr. Sämann und seine Mitarbeiter mittels fMRT, inwieweit sich bei Patienten mit Panikstörung die Verarbeitung emotionaler Reize von gesunden Kontrollpersonen unterscheidet. Hierbei wurde Wert darauf gelegt, dass die Patienten im Zeitraum vor der Untersuchung frei von Panikattacken waren.

Während der zirka 20-minütigen Untersuchung wurden Bilder von Gesichtern gezeigt, die entweder mit einem passenden oder unpassenden Begriff kombiniert waren (siehe Abbildung 1). Die Testpersonen sollten per Tastendruck angeben, ob Text und Bild übereinstimmten oder nicht. Dabei waren sie angewiesen, vorwiegend auf den Gesichtsausdruck zu achten und soweit wie möglich den Wortgehalt zu ignorieren.

Eine leichte Irritation durch widersprüchliche Bild/Wort-Paare ist bei solchen Experimenten ein bekanntes Phänomen, das sich in einer verlangsamten Antwort niederschlägt. Patienten zeigen dieses Phänomen jedoch stärker als Gesunde. Außerdem treten bei Patienten deutliche Unterschiede in der Hirnaktivierung auf: Sie verringerten dann die Aktivität der Kontrollregionen im präfrontalen Kortex und reagierten mit einer Mehraktivierung des Mandelkerns, wenn ein widersprüchliches Bild/Wort-Paar vorausging. Je größer die Mehraktivierung ausfiel, desto stärker verzögerte sich die Antwort des Patienten - einer von mehreren Hinweisen, dass diese Erregung des Gehirns keine erfolgreiche Kompensation, sondern eher eine Fehlleistung darstellt. Interessanterweise zeigte sich ein gegensätzliches Bild beim Patienten, wenn ein übereinstimmendes Bild/Wort-Paar vorausging. Dann war die Aktivität der Kontrollregionen eher stärker als bei Gesunden.

Diese veränderten Aktivierungsmuster deuten auf eine instabile Reaktion derjenigen Hirnregionen hin, die normalerweise die Reaktion des Furchtsystems auf emotionale Reize regulieren. Die neuen Erkenntnisse helfen zu erklären, warum pharmakologische Substanzen, die vor allem mittelfristig die Reaktion limbischer und präfrontaler Hirnregionen beeinflussen, wie beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, bei der Panikstörung erfolgreich Wirkung zeigen.

Originalveröffentlichung:

Natalya Chechko, Renate Wehrle, Angelika Erhardt, Florian Holsboer, Michael Czisch, Philipp G. Sämann
Unstable prefrontal response to emotional conflict and activation of lower limbic structures and brainstem in remitted panic disorder
PLoS ONE (2009), 1-15, Online-Vorabpublikation 20. Mai 2009

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Barbara Meyer, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München
Tel.: +49 89 30622-616
Fax: +49 89 30622-348
E-Mail: bmeyer@mpipsykl.mpg.de
Weitere Informationen:
http://213.155.73.172/tvsender/stations/mpg/index.asp?VideoNr=481&player=2 - Video zum Thema

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Neues Verfahren ermöglicht Gesamtrisikokarten für Hochwassergebiete

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Leipzig. Hochwasserrisikokarten können künftig nicht nur ökonomische sondern auch soziale und ökologische Risiken aufzeigen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben dazu ein Verfahren entwickelt, das auf regionaler Ebene erlaubt, verschiedenste Kriterien in diese Karten einfließen zu lassen. Bisher wurden in der Regel nur Werte berücksichtigt, die in Euro und Cent beziffert werden konnten. Immaterielle Werte blieben so jedoch unberücksichtigt.
Eine neue EU-Hochwasser-Richtlinie fordert von allen Mitgliedsstaaten, entsprechende Risikokarten bis 2013 zu erstellen und zu veröffentlichen. Damit sollen Planer und Anwohner von Flüssen die Möglichkeit haben, sich auf potentielle Gefahren vorzubereiten und Vorsorge treffen zu können.

Das neue Verfahren wurde am Beispiel des Elbzuflusses Mulde erarbeitet. Für die Vereinigte Mulde in Sachsen wurden dabei neben den sonst üblichen ökonomischen Hochwasserschäden auch soziale und ökologische Risiken dargestellt. Damit sei es möglich, die Sichtweise von verschiedensten Interessengruppen zu visualisieren. Diese Diskussionsgrundlage könne helfen, eine allgemein akzeptierte Lösung zu finden, so die Forscher. "Eine Visualisierung der einzelnen Effekte von Überflutungen kann dazu beigetragen, einen Konsens zwischen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Interessen zu schaffen", erzählt Dr. Volker Meyer vom UFZ. "Es ist nun einmal schwierig, alle möglichen Effekte in Geld auszudrücken. Unser Ansatz ermöglicht es, alle Auswirkungen trotzdem gemeinsam darzustellen und ist damit eine gute Basis für Verhandlungen." Mit welchen Gewicht welche Effekte hierbei eingehen, ist letztlich eine Frage, die die Betroffenen untereinander diskutieren müssen, um einen allgemein akzeptierten Konsens beim Hochwasserschutz zu erreichen. "Kochbuchlösungen gibt es nun mal im Hochwasserschutz nicht", ergänzt Dr. Dagmar Haase vom UFZ. "Unser Verfahren kann dazu beitragen, dass schwächere, aber trotzdem stark betroffene Gruppen gleichberechtigt mit am Verhandlungstisch sitzen."

Bisher wurden vor allem ökologische Risiken bei der Bewertung kaum berücksichtigt. Als Beispiel nennen die Forscher neben der Verunreinigung durch Schadstoffe auch das Risiko der Eutrophierung von wertvollen Naturflächen: Durch Flusswasser können nährstoffarme Standorte gefährdet werden, auf denen speziell angepasste Arten nach einer Überflutung und der damit verbundenen Düngung des Bodes plötzlich Konkurrenz durch andere Arten bekommen. "Oder zum Beispiel der Spitzahorn. Diese Baumart hat eine ganz geringe Flutresistenz von ungefähr elf Tagen. Wenn diese überschritten ist, dann fallen die Bäume wirklich um - zum Leidwesen der Förster und Waldbesitzer", erklärt Dagmar Haase. Auch soziale Risiken können mit dem Verfahren dargestellt werden, so z.B. die Anzahl der Betroffenen Einwohner aber auch durch Hochwasser Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindergärten oder Altenheime die durch Hochwasser besonders verwundbar sind.

Risikoanalysen gehen oft von den aktuellen Verhältnissen aus und schreiben diese einfach fort. Im Zuge des Klimawandels werden die Häufigkeit von Fluten und auch deren Stärke zunehmen. Das, was heute beispielsweise noch als 200jähriges Ereignis gilt, könnte künftig statistisch bereits alle 150 Jahre oder noch häufiger auftreten. Hier sehen die Wissenschaftler ebenfalls einen Vorteil des Softwaretools FLOODCALC, das innerhalb des Projektes entwickelt wurde, denn dessen Parameter können angepasst werden. Das neue Verfahren kann damit auch die Anpassung in Flusseinzugsgebieten an den Klimawandel unterstützen. Trotz aller Fortschritte legen die Wissenschaftler jedoch Wert darauf, dass die Unsicherheiten bei der Analyse von Hochwasserrisiken nach wie vor sehr groß seien. Trotz Verbesserungen solle man nicht suggerieren, dass es jemals die perfekte Abschätzung des Risikos gäbe.
Das Verfahren wird derzeit in mehreren Projekten weiterentwickelt: Zum einen wird der Ansatz im Rahmen einer Diplomarbeit auf die Stadt Leipzig übertragen. Zum anderen sollen innerhalb des Projektes RISK MAP Möglichkeiten einer stärkeren Einbeziehung lokaler Interessengruppen bei der Erstellung von Risikokarten untersucht werden.
Tilo Arnhold

Publikationen:
Meyer, V., Scheuer, S., Haase, D. (2009):
A multicriteria approach for flood risk mapping exemplified at the Mulde river, Germany
Natural Hazards 48 (1), 17-39
http://dx.doi.org/10.1007/s11069-008-9244-4
Die Untersuchung wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Projektes FLOODsite gefördert.

Christine Kubal, Dagmar Haase (2009):
Hochwasserrisiko in Leipzig.
Statistischer Quartalsbericht 1/2009. Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Volker Meyer, Dr. Dagmar Haase
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1641, -1950
http://www.ufz.de/index.php?de=4715
http://www.ufz.de/index.php?en=4576
und
Dipl.-Geogr. Sebastian Scheuer
Institut für Geowissenschaften
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Telefon: 0345-55-26023
http://www.geo.uni-halle.de/geofern/mitglieder/scheuer/
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de

Weiterführende Links:
EU-Forschungsprojekt FLOODSite
http://www.floodsite.net/
FLOOD-ERA - Flood risk management strategies in European Member States:
http://www.ufz.de/index.php?de=14504

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Treue Männer bringen keine Blumen

Barbara Abrell, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Von extremer Untreue zu absoluter Treue ist nur ein minimaler evolutionärer Prozess nötig, wie Ornithologen an Australiens Staffelschwänzen belegen konnten
Diese Singvogelgattung ist berüchtigt für außereheliche Partnerschaften: Obwohl sie anscheinend in harmonischen Paarbeziehungen leben, sind die meisten Nachkommen von anderen Männchen. Inmitten dieser Gattung haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell und der Universität Freiburg nun einen sehr treuen Vertreter gefunden, den Purpurkopf-Staffelschwanz. Die bei Männchen anderer Staffelschwanzarten zahlreichen Anpassungen fürs Fremdgehen sind bei dieser Art verloren gegangen. Die Forscher zeigten, dass nahverwandte Arten mit ähnlicher Lebensweise sich stark in dem Grad der Partnertreue unterscheiden können. Bislang wurden Gründe für außereheliche Partnerschaften unter anderem durch die unterschiedlichen Lebensweisen der verschiedenen Arten erklärt (BMC Ecology, Online- Veröffentlichung vom 19. Mai 2009).

Staffelschwänze sind bunte und charismatische australische Singvögel. Obwohl sie so klein sind wie ein Zaunkönig, sind sie langlebig. Sie leben in Paaren, die ein gemeinsames Revier verteidigen und zusammen ihre Jungen großziehen. Die Staffelschwänze gelten daher wie die meisten Vogelarten als sozial monogam.

Alle der bisher untersuchten Staffelschwanzarten sind allerdings für ihre Untreue berüchtigt. In fast jeder Brut dieser Arten finden sich Nachkommen, die außerhalb des Paarbundes gezeugt wurden. Aber nicht nur die Weibchen sind notorische Fremdgeher, bei den Männchen finden sich zahlreiche Anpassungen in Morphologie und Verhalten, die mit außerehelichem Paarungsverhalten assoziiert sind. Ihre Reproduktionsorgane haben sich stark vergrößert und die Männchen können mehrmals pro Tag dabei beobachtet werden, wie sie ihr Territorium und ihre Partnerin verlassen. Dann bezirzen sie andere Weibchen in der Umgebung, oft mit Hilfe einer Blume.

Sjouke Anne Kingma und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und der Universität Freiburg haben nun herausgefunden, dass bei Purpurkopf-Staffelschwänzen so gut wie keine außereheliche Vaterschaft auftritt. Dazu haben die Forscher von einer in Westaustralien lebenden Population Proben von 227 Nachkommen aus 104 Nestern genommen und genetische Vaterschaftsanalysen durchgeführt. Bei alle außer 10 Nachkommen war der Vater auch der soziale Partner der Weibchen.

Besonders erstaunte die Wissenschaftler, dass den Männchen der Purpurkopf-Staffelschwänze Anpassungen in Morphologie oder Verhalten fehlten, die bei den promiskuitiven nahen Verwandten stark ausgeprägt sind. So mausern sich zum Beispiel die untreuen Staffelschwanzarten zur Brutzeit in ein buntes Federkleid. Im Gegensatz dazu bekommen die Purpurkopf-Staffelschwänze nur ein paar bunte Federn. Auch sind die Reproduktionsorgane der Purpurkopf-Staffelschwänze viel kleiner als bei anderen Staffelschwanzarten, was ein Hinweis für eine geringe Paarungskonkurrenz zwischen Männchen ist. Und während die Liebhaber bei der Partnerwerbung Blütenblätter präsentieren, haben die Freilandforscher in über 300 Beobachtungsstunden ein solches Verhalten bei den treuen Gatten der Purpurkopf-Staffelschwänze nicht beobachtet.

"Wir waren überrascht von der weiblichen Treue und der drastischen Reduzierung des Wettbewerbs zwischen den Männchen," so Kingma. Denn in Bezug auf die Brutbiologie und Ökologie finden sich nur geringe Unterschiede zwischen der treuen und den untreuen Staffelschwanzarten. Die Forscher schlussfolgern, dass sich Paarungssysteme in der Entwicklungsgeschichte schneller ändern können, als bisher angenommen. "Die nahe Verwandtschaft dieser Arten impliziert, dass diese Anpassungen in nur einem Ereignis im Artbildungsprozess verloren gingen", sagt der Wissenschaftler. Sogar ein so hoch entwickeltes Paarungssystem wie das der Purpurkopf-Staffelschwänze könnte also in relativ kurzer stammesgeschichtlicher Zeit verschwinden, ohne klare assoziierte Änderungen in anderen biologischen Aspekten. Dies habe auch Auswirkungen auf das Verständnis der verschiedenen Paarungssysteme: "Wenn die Unterschiede zwischen den Arten weder durch Abstammung, noch durch das Sozialsystem und ökologische Faktoren zu erklären sind, könnte das ein Grund dafür sein, warum wir noch weit vom Verständnis der evolutionären Grundlagen für außerehelichen Vaterschaften entfernt sind", erklärt der Ornithologe.

Originalveröffentlichung:

Sjouke A. Kingma, Michelle L. Hall, Gernot Segelbacher and Anne Peters
Radical loss of an extreme extra-pair mating system.
BMC Ecology, Online-Veröffentlichung vom 19. Mai 2009

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Sjouke Kingma, Behavioural Ecology of Sexual Signals Group
Max-Planck-Institut für Ornithologie, Radolfzell
Tel.: Zurzeit in Australien, + 8 h Zeitunterschied zu Deutschland: Tel: +61 (0)2-6125687
E-Mail: kingma@orn.mpg.de

Anne Peters, Behavioural Ecology of Sexual Signals Group
Max-Planck-Institut für Ornithologie, Radolfzell
Tel.: in Radolfzell: +49 7732-150153, zurzeit in Australien, + 8 h Zeitunterschied zu Deutschland: +61 (0)2-61251028
E-Mail: peters@orn.mpg.de
Weitere Informationen:
http://www.biomedcentral.com/bmcecol/

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Auch Sportmuffel können dem Herzinfarkt entgehen

Anne Bolsmann, Kommunikation
Universitätsklinikum Essen

Mehr Bewegung und weniger Kalorien: Forscher am Universitätsklinikum Essen haben jetzt ergründet, warum diese einfache Formel den Körper vor Herzinfarkten schützen kann.
Der demographische Wandel stellt unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen: Dank der verbesserten medizinischen Versorgung wird die Menschheit in der westlichen Welt immer älter. Mit steigendem Alter potenziert sich jedoch auch die Gefahr, einen schweren Herzinfarkt zu erleiden. Ein natürlicher Schutzmechanismus, den das Herz in sich trägt, geht nach und nach verloren. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Dieser Verlust der "Kardioprotektion", wie die angeborene Herzschutzfunktion in der Medizin genannt wird, lässt sich rückgängig machen - und zwar mit einem ganz einfachen Rezept: Viel Bewegung und kalorienreduziertes Essen bringen die Herzmuskeln wieder auf Trab.

Natürlich gelten sportliche Betätigungen und bewusste Ernährung schon seit langer Zeit als Hausrezept für ein langes Leben ohne Herzinfarkt. Doch jetzt sind Forscher am Universitätsklinikum Essen dem Mechanismus, der dahinter steckt, auf der Spur.

Den Umbauprozessen der Muskelzellen auf der Spur

"Zellbestandteile, insbesondere die Mitochondrien, verändern sich mit dem Alter, deshalb kann es verstärkt zu Veränderungen im Erbgut und der Funktion von Herzmuskelzellen kommen", erklärt Privatdozentin Dr. Kerstin Böngler vom Universitätsklinikum Essen, die für ihre Untersuchungen der Mitochondrienfunktion beim Herzinfarkt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. In den Zellen entstehen freie Radikale, die wiederum die DNA und Proteine beschädigen und dadurch zu Zellveränderungen und in letzter Instanz auch zum Zelltod führen können. "Dadurch wird das Herz stark geschädigt und verliert seinen Schutz vor Herzinfarkten", so Böngler. "Es sind ganz bestimmte Proteine, die mit dem Alter verloren gehen und für den Verlust des Schutzes vor dem Herzinfarkt verantwortlich sind. Andere Proteine wiederum sind nicht betroffen", ergänzt Professor Dr. Gerd Heusch, Direktor der Pathophysiologie am Essener Uniklinikum. Die Wissenschaftler haben untersucht, welche Signalmoleküle das Herz vor dem Infarkt schützen. In den Mittelpunkt stellten sie dabei die so genannte Ischämische Präkonditionierung, die die Wucht eines Herzinfarktes im Vorfeld abfedern kann. Für diese Präkonditionierung wird die Durchblutung der Herzmuskulatur kurzzeitig unterbrochen, dadurch werden Prozesse in den Muskelzellen in Gang gesetzt, die das Herz vor ähnlichen Reizen schützen. Kommt es dann zu einem richtigen Herzinfarkt, sind dessen Auswirkungen deutlich geringer. Bei älteren Menschen nimmt dieser Schutzmechanismus jedoch stetig ab, eine Ischämische Präkonditionierung wirkt dann nicht mehr so effektiv - mehr Gewebe stirbt ab, weil das Herz weniger geschützt ist.

Weniger Kalorien und mehr Sport = der Herzschutz
wird wieder hergestellt

Die Essener Forscher haben jedoch nicht nur dieses Phänomen beobachtet, sondern verfolgen nun auch das Ziel, den Verlust des Herzschutzmechanismus umzukehren. Eine deutliche Drosselung der Kalorienzufuhr und moderate körperliche Bewegung können dem Trend entgegenwirken.

Regelmäßige körperliche Betätigung führt dazu, dass mehr Antioxidantien gebildet werden, die freie Radikale in den Zellen abfangen können. Zudem wird erreicht, dass sich die Proteine wieder stabilisieren und dem Zelltod entgegengewirkt wird. Im Modellversuch mit Tieren stellte sich heraus, dass der körpereigene Herzschutz durch sportliche Betätigung teilweise wiederhergestellt werden kann, das Ergebnis lässt sich noch weiter verbessern, indem man Sport und eine Kalorienreduktion miteinander kombiniert. Auch die Kalorienreduktion verbessert die Funktion der Mitochondrien auf molekularer Ebene. "Die gute Nachricht dabei ist, dass schon leichte körperliche Betätigung ausreicht, um den maximalen Effekt zu erzielen", sagt PD Dr. Kerstin Böngler, die auch Couch-Potatoes Hoffnung macht: "Die positive Wirkung von mehr Bewegung lässt sich auch im höheren Alter noch erreichen, selbst wenn man vorher nie Sport gemacht hat", erklärt sie.

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie bei:
Privatdozentin Dr. Kerstin Böngler
Institut für Pathophysiologie
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
45147 Essen
Tel. 0201/723-4486
E-Mail: kerstin.boengler@uk-essen.de

Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Heusch
Direktor des Instituts für Pathophysiologie
Universitätsklinikum Essen
Tel. 0201/723-4480
E-Mail: gerd.heusch@uk-essen.de
Weitere Informationen:
http://www.uk-essen.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Kleinwasserkraft - Potentiale für die Energie von morgen

Dr. Ulrich Marsch, Zentrale Presse & Kommunikation
Technische Universität München

Einladung zum Pressegespräch in der Versuchsanstalt für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU München in Obernach
Wasser erzeugt "saubere Energie". Wasserkraft ist CO2-neutral und um die potentielle Energie des Wassers in Strom umzuwandeln, müssen weder Rohstoffe verschwendet noch Schadstoffe freigesetzt werden. Die guten Standorte für Wasserkraft mit großen Abflüssen un/oder Fallhöhen sind in Deutschland weitestgehend erschlossen. "Doch das Potential von Wasserkraft ist noch lange nicht ausgeschöpft," sagt Professor Peter Rutschmann, Ordinarius für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Technischen Universität München, "Insbesondere für die Kleinwasserkraft gibt es noch Potentiale, die nicht nur energetisch, sondern auch ökologisch interessant sind." Daher forscht die TUM gemeinsam mit Deutschlands größtem Wasserkraftbetreiber E.ON Wasserkraft GmbH an Kleinwasserkraftwerken, um in Zukunft auch ungünstigere Standorte zur Energieerzeugung nutzen zu können.

In Bayern gibt es an vielen Flüssen historische Wehre, natürliche Stufen oder Überfälle. Ist die Fallhöhe etwas mehr als ein Meter hoch, könnte hier Strom erzeugt werden. Doch um die Energiepotentiale von solch kleineren Flüssen effektiv zu nutzen, braucht es innovative Konzepte. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit der Wasserbauingenieure steht die Entwicklung einer effektiven Turbinentechnologie, die die Umwelt möglichst nicht beeinflusst und sich gleichzeitig unauffällig in die Landschaft integrieren lässt. In der Versuchsanstalt Obernach am Walchensee wird anhand von Fallstudien und Modellversuchen untersucht, wie Wasserkraft am effektivsten genutzt werden kann. Mit im Boot ist auch die E.ON Was-serkraft: "Im Eckpunktepapier zum Ausbau der Wasserkraft in Bayern haben wir uns gemeinsam mit der Staatsregierung das Ziel gesetzt, die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bayern um 10% zu erhöhen. Als Unternehmen haben wir daher ein großes Interesse an neuen Technologien, die umweltverträglich und wirtschaftlich auch kleinere Potentiale zur Energiegewinnung nutzen können", kommentiert Dr. Dominik Godde, Technischer Geschäftsführer der E.ON Wasserkraft.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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ACHEMA 2009 vermittelt Aufbruchstimmung : Zufriedene Gesichter am Ende des Weltgipfels der chemischen Technik

Dr. Kathrin Rübberdt, Öffentlichkeitsarbeit
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

· Stabile Besucher- und Ausstellerzahlen
· Internationaler als je zuvor
· Positive Stimmung und der Blick nach vorne

Chemie und Anlagenbau richten den Blick nach vorne: Das ist das Fazit der ACHEMA 2009, die am Freitag in Frankfurt zu Ende gegangen ist. Mehr als 173.000 Besucher aus der ganzen Welt besuchten an fünf Tagen die 3.767 Aussteller in den Hallen des Messegeländes, um sich über die neuesten Produkte und Technologien aus chemischer Technik, Biotechnologie, Umweltschutz und angrenzenden Branchen zu informieren. Auf 134.000 m² stellten Firmen, Institute und Forschungseinrichtungen ihre Neuentwicklungen aus chemischer Technik, Pharma- und Lebensmitteltechnik, Biotechnologie und verwandten Branchen aus. Vom Dichtungsring bis zum vollständigen Raffineriekonzept war alles zu finden, was Entwicklungsingenieure und Anlagenplaner brauchen. Dabei war die 29. ACHEMA sowohl von Aussteller- als auch Besucherseite internationaler als je zuvor: 46,6 % der Aussteller und 28 % der Besucher kamen aus dem Ausland.
Aussteller und Organisatoren waren mit dem Verlauf der Veranstaltung hoch zufrieden. "Aussteller und Besucher haben Präsenz gezeigt und damit ein Signal über die ACHEMA hinaus gesetzt: Unsere Branchen wollen anpacken und die Krise hinter sich lassen", sagte Prof. Dr. Gerhard Kreysa, Geschäftsführer der DECHEMA e.V.
Nicht nur die Zahlen stimmten: Auch die Qualität der Gespräche und Kontakte wurde von den Ausstellern einhellig gelobt. Von Krisenstimmung war an den Ständen und in den Hallen wenig zu spüren - "es warten alle darauf, dass jemand den Startknopf drückt und es wieder losgeht", beschrieb ein Aussteller die Grundstimmung. Erfahrungsgemäß münden etwa die Hälfte der Kontakte auf der ACHEMA in eine weitere Zusammenarbeit.
Wichtigstes Thema in diesem Jahr war die Prozesseffizienz, also der sparsame Einsatz von Energie und Rohstoffen. Aber auch biotechnologische Verfahren und der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bildeten einen Schwerpunkt. Viele Aussteller zeigten neue Komponenten für die Mikroverfahrenstechnik, während im Kongress die Nanotechnologie und die ionischen Flüssigkeiten breiten Raum einnahmen.
Auch der ACHEMA-Kongress war gut besucht: Die über 900 Vorträge lockten Wissenschaftler und Entwickler in die Vortragssäle, wo sie neue Forschungsergebnisse diskutieren konnten, die in naher Zukunft in die Anwendung überführt werden. In vier Plenarvorträgen und vier Podiumsdiskussionen wurden aktuelle Themen von allgemeiner Bedeutung behandelt. Besonderes Interesse fand die Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und BASF-Vorstand Stefan Marcinowski zum Thema "Grüne Gentechnik".
Mit dem Schließen der Hallen am Freitagabend hat für die Veranstalter der nächste Countdown begonnen: Am 1. Juni 2010 beginnt in Beijing / VR China die achte AchemAsia, die wichtigste Veranstaltung der Ausrüsterbranchen für die Prozessindustrie in Asien.
Weitere Informationen:
http://www.achema.de - Weitere Informationen und Bildmaterial zum Download
http://www.dechema.de - Weitere Veranstaltungen der DECHEMA
 
(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Hochwasser begünstigt die Vielfalt - Schnecken der Auen überleben Extremflut

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Dessau-Roßlau/Leipzig. Das Extremhochwasser 2002 hat an der Elbe für keinen Rückgang der Schneckenpopulationen in den Auen gesorgt. Im Gegensatz dazu wurden bei Laufkäfern und anderen Gliederfüßern drastische Verluste verzeichnet. Die Flut habe jedoch für eine Verschiebung des Artenspektrums zu eher Wasser liebenden Arten gesorgt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Hydrobiologia". Insgesamt wurden für die Studie über 46.000 Tiere von 56 verschiedenen Schneckenarten ausgewertet, die die Forscher über einen Zeitraum von sechs Jahren in den Elbauen bei Dessau gesammelt hatten.
Für die Untersuchung wurden Schneckenaufsammlungen im Biosphärenreservat Mittelelbe vor und nach dem Elbehochwasser 2002 ausgewertet. 36 der Probeflächen lagen bei Steckby und 12 weitere bei Wörlitz. Alle Flächen sind Auenwiesen, die saisonal von der Elbe überschwemmt und nicht intensiv bewirtschaftet werden. Im August 2002 waren sie von der höchsten jemals registrierten Elbeflut betroffen und standen über zwei Wochen unter Wasser. "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass in den Schneckengemeinschaften aller Teilgebiete Wasser liebende Arten zunahmen, die typischen Landschnecken aber zugleich erhalten blieben", erklärt Dr. Christiane Ilg vom UFZ. Eine besonders große Vielfalt fanden die Forscher dabei in nur zeitweise mit Wasser gefüllten Senken und Flutrinnen vor. Darunter befand sich auch die Ufer-Laubschnecke (Pseudotrichia rubiginosa), die charakteristisch für die wechselnden Bedingungen in Auenwiesen und -wäldern ist. Durch das Verschwinden ihrer natürlichen Lebensräume wird diese Art inzwischen als "stark bedroht" auf der Roten Liste in Deutschland eingestuft. "Fluten und Trockenphasen regulieren die Veränderungen in den Populationen der Auenschnecken", ergänzt Dr. Francis Foeckler von der ÖKON GmbH. "Sie spielen deshalb eine wichtige Rolle für die große Vielfalt an Schnecken, die wir gewöhnlich in diesen Ökosystemen vorfinden."
Mollusken bewegen sich bekanntermaßen vergleichsweise langsam. Deshalb können sie verloren gegangene Lebensräume auch nur sehr langsam wiederbesiedeln. Verglichen mit anderen Artengruppen zeigen Schnecken eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Fluten. Trotzdem könnten häufigere Fluten, wie sie im Zuge des Klimawandels vorhergesagt werden, dazu führen, dass die Zahl und Artenvielfalt der Schnecken in den Auen langfristig zurückgeht, fürchten die Wissenschaftler.
Auch wenn Landschnecken nicht schwimmen können, so sind sie trotzdem in der Lage, sich auf schwimmende Objekte wie Zweige zu retten, stromabwärts zu treiben und anschließend neue Lebensräume zu erschließen. Viele Schneckenarten nutzen die feuchte Umgebung nach einer Flut, um mehr Nachkommen als sonst zu produzieren, was innerhalb kurzer Zeit zur Wiederherstellung der alten Populationsgröße führt. Das könnte erklären, weshalb die Schneckenpopulationen nicht ernsthaft von der Elbe-Flut 2002 betroffen waren.

Das Roßlauer Oberluch ist am 12. Mai 2009 als ein "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet worden. Dabei handelt es sich um die erste großflächig umgesetzte Deichrückverlegung an der Mittleren Elbe. Durch diese Verlegung ist seit 2006 eine 140 Hektar große Altaue wieder an das Hochwassergeschehen angebunden. Das Projekt in Roßlau hat Modellcharakter für ganz Deutschland. Entlang der Mittleren Elbe sind derzeit 15 Deichrückverlegungen mit einer Gesamtfläche von etwa 2.600 Hektar geplant. Das Hochwasser im Frühjahr 2009 sorgte zum ersten Mal seit der Deichöffnung dafür, dass die Auenwiesen im Rückdeichungsgebiet der Stadt Dessau-Roßlau überflutet wurden. Dieses Renaturierungsprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe verbessert nicht nur den Hochwasserschutz. Es bietet auch der Forschung eine bisher einmalige Möglichkeit, die Auswirkungen auf Natur und Mensch zu untersuchen. Dazu wurde eine Forschungsplattform innerhalb des TERENO-Observatoriums Mitteldeutschland der Helmholtz-Gemeinschaft eingerichtet. Über 40 Wissenschaftler des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und vieler anderer Institute arbeiten hier gemeinsam, um das Wissen über Ökologie, Funktionen und Wirkungen von Renaturierungsmaßnahmen in Auen zu verbessern.
Tilo Arnhold

Publikation:
Ilg, C., Foeckler, F., Deichner, O. & K. Henle (2009): Extreme flood events favour floodplain mollusc diversity. Hydrobiologia 621: 63-73.
http://dx.doi.org/10.1007/s10750-008-9632-5
Die Untersuchungen wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) gefördert sowie vom Biosphärenreservat Mittelelbe/Sachsen-Anhalt unterstützt.

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Christiane Ilg, PD Dr. Klaus Henle
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1643, -1270
http://www.ufz.de/index.php?de=10468
http://www.ufz.de/index.php?de=1868
Dr. Francis Foeckler, Dipl.-Biol. Oskar Deichner
ÖKON Ges. für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung mbH
Telefon: 09473-951740
http://www.biodiv.de/index.php?L=0&id=63
http://www.oekon.com/
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de

Weiterführende Links:
Deichrückverlegung und Auenrenaturierung im Roßlauer Oberluch - Biosphärenreservat Mittelelbe:
http://www.ufz.de/index.php?de=11135
Interdisziplinäre Forschungsplattform für Auenökologie Mittelelbe:
http://www.ufz.de/index.php?de=10816
HABEX - Auenhabitate nach Extremhochwasserereignissen am Beispiel der Mittleren Elbe:
http://www.ufz.de/index.php?de=5542
Robustes Indikationssystem für ökologische Veränderungen in Auen (RIVA):
http://www.ufz.de/index.php?de=1770
Vegetation von Extremhochwasser kaum betroffen (Pressemitteilung vom 24. September 2008):
http://www.ufz.de/index.php?de=17211

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weitreichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
http://www.ufz.de
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
http://www.helmholtz.de
Das Biosphärenreservat Mittelelbe umfasst den sachsen-anhaltischen und mit rund 126.000 Hektar größten Teilbereich des länderübergreifenden Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe und repräsentiert damit gleichzeitig Deutschlands größtes Auenschutzgebiet. Es erstreckt es sich über den gesamten Elbelauf in Sachsen-Anhalt mit einer Länge von 303 Flusskilometern. Neben der Elbe selbst gehören auch ihre angrenzenden Auengebiete und die Mündungen der Elbe-Zuflüsse Schwarze Elster, Mulde, Saale, Havel und Aland dazu. Sechs Landkreise und zwei kreisfreie Städte, Dessau-Roßlau und Magdeburg, werden vom Biosphärenreservat Mittelelbe tangiert. Das Biosphärenreservat Mittelelbe begeht in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen.
http://www.mittelelbe.com
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=18102

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Saubere Energie aus Biomasse

Dr. Elisabeth Zuber-Knost, Stabsabteilung Presse, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

Experten gehen davon aus, dass auch mittelfristig der größte Teil des weltweiten Energiebedarfs durch den Einsatz chemischer Energieträger gedeckt werden muss. Das bedeutet: Der Einsatz von Brennstoffen mit niedrigem Heizwert, wie Biomassen, Abfälle oder Ölsande, wird angesichts begrenzter Ressourcen zunehmen. Eine Aufgabe der Forschung ist, diese minderwertigen Brennstoffe mit hohem Wirkungsgrad klimafreundlich in Nutzenergie zu verwandeln. Über die Erzeugung von hochwertigen Brennstoffen aus Biomasse diskutierten Experten der Internationalen Energieagentur am KIT.
Die Bioenergy Task 33 ist eine Sektion der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency, IEA), die sich mit der thermischen Vergasung von Biomasse in Hochtemperaturprozessen befasst. Die durch den Prozess erzeugten, hochwertigen Gase lassen sich entweder zur Erzeugung von Strom und Wärme im Kraftwerk oder zur Gewinnung von hochwertigen Kraftstoffen und Chemieroh-stoffen nutzen. Ziel der Bioenergy Task 33 der IEA ist es, technologische Hindernisse in diesem Bereich der Forschung zu überwinden, den Einsatz neuer Technologien im Markt zu beschleunigen und den Informationsaustausch zwischen Industrie und Forschung innerhalb der Mitgliedsländer zu intensivieren. Beim Treffen vom 13. bis 15. Mai diskutierten 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 10 Mitgliedstaaten am Campus Nord des KIT auf dem Gelände des Forschungszentrums über verschiedene technische Verfahren auf diesem Gebiet und berichteten über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Das Ergebnis der Diskussion ist die Ausrichtung der Task und die Festlegung der Arbeitsschwerpunkte für die kommenden drei Jahre. Auf dem Programm stand auch eine Besichtigung der Forschungseinrichtungen für die energetische Nutzung fossiler und biogener Brennstoffe am Campus Nord (Energy Lab).

Weitere 20 Experten aus Wissenschaft und Industrie trafen sich zu einem Workshop, bei dem es speziell um die Produktion von Synthesegas aus Biomasse ging. Den Abschluss der Veranstaltung bildet heute eine Exkursion zu den Forschungslaboratorien des Industriepartners Lurgi GmbH in Frankfurt.

"Die Herausforderung bei der Erzeugung von Synthesegas liegt darin, die Hochtemperaturprozesse energieeffizient, schadstoffarm und klimaverträglich zu gestalten - und das trotz minderwertiger Brennstoffe und teilweise hohem Schadstoffanteil in den Ausgangsstoffen", so Gastgeber Professor Thomas Kolb vom Institut für Technische Chemie am KIT.

Ein Beispiel für die Gewinnung von Kraft- und Chemierohstoffen aus den Sythesegasen aus Biomasse ist das am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte bioliq®-Verfahren. "Hier können wir ein sehr erfolgversprechendes Konzept anbieten, weil die Kombination aus dezentraler Biomassevorbehandlung und zentraler Gaserzeugung und Synthese dem regional verteilten Aufkommen an Biomasse gerecht wird und somit wirtschaftliche Anlagengrößen realisiert werden können", so Kolb.

Das mehrstufige bioliq®-Verfahren ermöglicht es, aus Stroh und anderen land- und forstwirtschaftlichen Einsatzstoffen vollsynthetischen Diesel- oder Ottokraftstoff herzustellen, dessen Qualität über dem anderer Biokraftstoffe und selbst der Mineralölprodukte liegt.
Hier wird Biomasse in einem ersten Schritt dezentral durch Schnellpyrolyse in einen pumpfähigen Brennstoff umgewandelt. In der nachfolgenden Vergaserstufe wird das Zwischenprodukt in Synthesegas umgewandelt. Das Verfahren wird derzeit im Pilotmaßstab (1 Tonne Durchsatz pro Stunde) auf dem Gelände des Forschungs-zentrums Karlsruhe am KIT realisiert.

Ein anderer Weg ist, das bei der Vergasung von Biomasse erzeugte Brenngas in einem Kombikraftwerk mit Gasturbine einzusetzen und hier hohe energetische Wirkungsgrade zu erreichen." Neben den hohen Wirkungsgraden bietet die Vergasungstechnik zusätzlich die Möglichkeit Kohlendioxid (CO2) effizient aus dem Kraftwerksprozess auszuschleusen", so Kolb. Wie dies technisch und wirtschaftlich möglich ist, auch darum ging es bei dem dreitägigen Treffen der IEA-Sektion.

Die Internationale Energieagentur (IEA) wurde 1973 von 16 Industrienationen während der ersten Ölkrise gegründet. Sie ist eine zwischenstaatliche Organisation für die Politikberatung in Energiefragen und hat heute 28 Mitgliedstaaten. Ihre Arbeitsgebiete sind die Klimapolitik, die Reform des Energiemarktes sowie die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energietechnologie, speziell mit Ländern, die Hauptproduzenten von Brennstoffen sind oder einen stark wachsenden Energiebedarf haben, wie China, Indien, Russland und die OPEC-Staaten.

In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität. In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.

Im Karlsruher Institut für Technologie schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit entsteht eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation. Es setzt neue Maßstäbe in der Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Für die Wirtschaft fungiert das KIT als wichtiger Innovationspartner.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Welt Hypertonie Tag warnt vor zu hohem Salzkonsum

Joachim Leiblein, Geschäftsstelle
Deutsche Hochdruckliga

Salz, die weiße Gefahr?
Der Welt Hypertonie Tag macht auf Risikofaktoren für Bluthochdruck aufmerksam und hebt in diesem Jahr den begünstigenden Einfluss von hohem Salzkonsum auf die Entstehung von Bluthochdruck hervor. Der 17. Mai steht unter dem Motto "Versalzen Sie sich nicht Ihre Gesundheit!"

Bluthochdruck (Hypertonie) ist die Volkskrankheit Nr.1 - die Zahl der Betroffenen nimmt in einem besorgniserregenden Maße stetig zu. Mindestens 30 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits betroffen. Man geht davon aus, dass bei den über 60-Jährigen jeder zweite hyperton ist, also einen zu hohen Bluthochdruck hat.

Die Folgen von Bluthochdruck sind gravierend, denn die Erkrankung geht mit einem deutlich erhöhten Risiko einher, gefährliche (kardio-)vaskuläre Krankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Retinopathie, Demenz) zu erleiden. So werden derzeit in Deutschland pro Jahr rund 200.000 Schlaganfälle registriert, von denen 90.000 tödlich verlaufen. Wenn man bedenkt, dass 40% dieser Schlaganfälle (und der daraus resultierenden Todesfälle) durch eine korrekte Blutdruckeinstellung verhindert werden könnte, wird deutlich, wie wichtig die Prävention sowie eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck sind.

Leider ist die Dunkelziffer der Hypertonie nach wie vor sehr hoch, da sie normalerweise ohne Symptome verläuft. Der hohe Bluthochdruck wird daher oftmals gar nicht bemerkt. Über die Hälfte der Patienten ist nicht diagnostiziert und nur jeder dritte diagnostizierte Patient wird auch behandelt.

Die Ursachen der essentiellen Hypertonie sind zwar multifaktoriell und nicht endgültig geklärt, aber bestimmte Risikofaktoren sind bekannt und könnten gut beeinflusst werden. Dazu gehört neben dem Rauchen und dem Übergewicht auch die salzreiche Kost. Was den wenigsten Menschen bekannt ist: Ein hoher Salzkonsum stellt einen Risikofaktor dar und kann zu Bluthochdruck führen. Das ist besonders problematisch, da wir oft unwissentlich "verstecktes" Salz zu uns nehmen - und zwar via Konserven, Fertiggerichte oder Fastfood-Essen. Der durchschnittliche pro Kopf-Salzkonsum ist fast doppelt so hoch wie empfohlen. Nach Angaben der Welt Hypertonie Liga könnten weltweit 2,5 Millionen Todesfälle jährlich vermieden werden, wenn die Menschen ihren Salzkonsum auf max. 6 g pro Tag halbieren würden.
Weitere Informationen:
http://www.hochdruckliga.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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In sechs Minuten vom Glas ins Hirn

Dr. Annette Tuffs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Heidelberg

Heidelberger Wissenschaftler weisen erstmals rasche, aber reversible Veränderungen durch Alkohol in den Gehirnzellen von Menschen nach
Schon ein Gläschen kann rasch zu Kopf steigen. Diese Alltagsweisheit haben Heidelberger Wissenschaftler genauer untersucht: Bereits sechs Minuten nach dem Konsum einer Alkoholmenge, die ungefähr drei Gläsern Bier oder zwei Gläsern Wein und damit einem Blutalkoholgehalt von 0,5 bis 0,6 Promille entspricht, zeigten sich erste Veränderungen in den Gehirnzellen, wie Heidelberger Wissenschaftler erstmals mit Hilfe der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) nachgewiesen haben. Bislang waren dazu nur Daten aus Tierversuchen verfügbar. Die Ergebnisse der Studie sind in der Zeitschrift "Journal of Cerebral Blood Flow and Metabolism" veröffentlicht worden.

Stoffwechsel der Gehirnzellen wird beeinflusst

Das Gehirn springt rasch auf den Alkohol an: "Unsere Studie liefert erste Hinweise darauf, dass das Gehirn umschaltet und statt Glukose ein Abbauprodukt des Alkohols zur Energiegewinnung nutzt", erklärt Dr. Armin Biller von der Arbeitsgruppe Cerebraler Metabolismus, Abteilung für Neuroradiologie des Heidelberger Universitätsklinikums (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Martin Bendszus). Die schädliche Wirkung setzt ebenfalls rasch ein. Während des Experiments nahm die Konzentration von Stoffen, denen zellschützende Effekte zugeschrieben werden, wie Kreatin (Energiestoffwechsel) und Aspartat, mit zunehmender Alkoholkonzentration ab. Cholin, ein Bestandteil der Zellwände, war ebenfalls erniedrigt. "Das weist möglicherweise darauf hin, dass sich sogar die Zellwände unter Alkoholeinfluss in ihrer Zusammensetzung ändern", so Dr. Armin Biller.

Ist jeglicher Alkoholkonsum schädlich für das Gehirn? "Die Verschiebungen im Hirnstoffwechsel nach moderatem Alkoholkonsum gesunder Menschen sind vollständig reversibel, wie unsere Kontroll-Untersuchungen am Folgetag gezeigt haben", so Dr. Armin Biller. "Wir vermuten jedoch, dass die Fähigkeit des Gehirns, sich von den Alkoholwirkungen zu erholen mit zunehmendem Alkoholgenuss abnimmt bzw. erlischt. Möglicherweise sind die akuten Effekte, wie wir sie in unserer Studie nachweisen konnten die Grundlage für die dauerhaften Schäden am Gehirn, wie sie bekanntermaßen bei alkoholabhängigen Menschen auftreten. Diese Frage muss noch in künftigen Studien geklärt werden."

Trinken für die Forschung / Keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen

An dem Alkoholversuch nahmen acht männliche und sieben weibliche Versuchspersonen teil. Während sie im Kernspintomographen lagen, tranken sie durch einen langen Strohhalm die definierte Menge an Alkohol. Ziel war ein Blutalkoholgehalt von 0,5 bis 0,6 Promille - also ein Wert, der die Verkehrstüchtigkeit einschränkt, aber keinen schweren Rausch auslöst. Bei der folgenden Magnetresonanzspektroskopie wurden Atomkerne des Hirngewebes durch einen Hochfrequenzimpuls angeregt und das während der Rückkehr in den Grundzustand ausgesendete Signal empfangen. Dieses Signal kann hinsichtlich seiner spektralen Beschaffenheit analysiert werden und erlaubt Rückschlüsse auf den Gehalt diverser Stoffwechselprodukte im untersuchten Hirngewebe. Unterschiedliche Ergebnisse zwischen männlichen und weiblichen Versuchsteilnehmern konnten in dieser Studie nicht nachgewiesen werden - das Gehirn der weiblichen und männlichen Probanden reagierte gleichermaßen auf den Alkoholkonsum.

Welche Substanzen verursachen den "Kater"?

In weiteren Studien untersuchen die Wissenschaftler nun zum einen, was sich beim so genannten "Kater" im Gehirn abspielt - mit Hilfe der Magnetresonanzspektroskopie lässt sich möglicherweise herausfinden, welche Inhaltsstoffe in alkoholischen Getränken den berühmten "hangover" auslösen. Zum anderen wird der Energiestoffwechsel des Gehirns unter Alkoholeinfluss mit der sogenannten Phosphorspektroskopie kernspintomographisch untersucht.

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=853&L=de

Literatur:
Armin Biller, Andreas Bartsch, György Homola, Laszlo Solymosi, Martin Bendszus. The Effect of Ethanol on Human Brain Metabolites Longitudinally Characterized by Proton MR-Spectroscopy, Journal of Cerebral Blood Flow and Metabolism 2009, in press.

Ansprechpartner:
Dr. Armin Biller
Abteilung für Neuroradiologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Tel.: 06221/56 38 38 3
E-Mail: armin_biller@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)

www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Schilf ist als Brennstoff geeignet

Jan Meßerschmidt, Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt konnte nachgewiesen werden, dass Niedermoor-Biomasse grundsätzlich als Brennstoff genutzt werden kann. Allein in Mecklenburg-Vorpommern kommen mehr als 50.000 Hektar als Paludikultur (Sumpfkultur)-Flächen zur Gewinnung von Energie-Biomasse in Frage. Auf der Abschlussveranstaltung des Projektes am 18. Mai 2009 werden die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt.
Im Nordosten Deutschlands existieren ausgedehnte Niedermoorflächen, die zu über 95 % entwässert sind. Somit wird die Torfmineralisation gefördert und große Mengen des Klimagases CO2 werden freigesetzt. Rund 30 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft bzw. 4 % der Gesamt-Treibhausgas-Emissionen Deutschlands werden durch die Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung von Moorflächen verursacht. Das Projekt "ENIM - Energiebiomasse aus Niedermooren" erforscht die Möglichkeit einer Nutzung von Mooren nach Wiedervernässung. Die als Paludikultur [palus (lat.): Sumpf] bezeichnete nasse, standortgerechte Bewirtschaftung vereinbart Moor- sowie Klimaschutz mit einer landwirtschaftlichen Wertschöpfung.

Das 2007 bis 2009 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt umfasst folgende Aspekte:
- landtechnische und agrarökonomische Fragen der Gewinnung von Niedermoor-Biomasse
- Charakterisierung der Brennstoffeigenschaften von Schilf und Rohrglanzgras
- Verbrennungsversuche im Labor
- versuchsweiser Dauereinsatz in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit Holz im Blockheizkraftwerk Friedland
- Bewirtschaftung nasser Niedermoore aus Sicht von Naturschutz und Landwirtschaft.

Die Abschlussveranstaltung des ENIM-Projektes richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe mit hohem Biomasseanfall aus Niedermooren und/oder hohem Wärmebedarf (Schweinezucht, Aquakultur usw.), Unternehmen mit großem Wärmebedarf (zum Beispiel Gartenbau, Kleinindustrie), Kommunen und öffentliche Einrichtungen, die in eine CO2-neutrale Wärmeversorgung aus regionaler Biomasse investieren wollen sowie Naturschutzvertreter, die eine sinnvolle Verwertung von Landschaftspflegematerial suchen.

Neben der Vorstellung der Projektergebnisse werden externe Referenten über praxisrelevante Fragen wie Brennstoffeigenschaften halmgutartiger Biomasse, Technologien und Anlagenalternativen sowie Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Erfahrungen aus Fallbeispielen veranschaulichen Potentiale und mögliche Schwierigkeiten der Verbrennung von halmgutartiger Biomasse.

"Heizen mit Schilf - Möglichkeiten dezentraler Wärmeenergieversorgung"
18. Mai 2009, 09:30 - 16:30 Uhr
Internationales Begegnungszentrum "Felix-Hausdorff"
Bahnhofstraße 2/3, 17489 Greifswald

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Wendelin Wichtmann
Geschäftsführung
Institut für dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde (DUENE) e.V.
c/o Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Grimmer Straße 88, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4143
Telefax 03834 86-4107
docuu@gmx.de
Weitere Informationen:
http://duene.botanik.uni-greifswald.de/ - Veranstaltungsprogramm
http://paludiculture.botanik.uni-greifswald.de/ - Paludikultur-Konzept

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Sinkende Küsten in der südlichen Ostsee: Küstenforscher präsentieren ihre Ergebnisse

Dr. Barbara Hentzsch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Vom 14. - 15. Mai 2009 findet am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde der Abschluss-Workshop zum DFG-Projekt SINCOS - Sinkende Küsten statt.
In dem seit 2002 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekt "Sinking Coasts - Geosphere, Ecosphere and Anthroposphere of the Holocene Southern Baltic Sea" haben Geowissenschaftler, Biologen, Klimaforscher und Archäologen Hand in Hand gearbeitet, um die Auswirkungen von Klimaveränderungen und Bewegungen der Erdkruste auf das Küstensystem der südlichen Ostsee herauszufinden. In dem Abschluss-Workshop im IOW, am 14./15. Mai, werden die wesentlichen Ergebnisse vorgestellt.

Es ist gelungen, die Küstenänderungen im Gebiet der südwestlichen Ostsee als komplexen Prozess von nacheiszeitlicher Landsenkung, klimatisch bedingtem Meeresspiegelanstieg und Sedimentdynamik auf der geologischen Zeitskala zu erklären und zu beschreiben. Damit ist es heute möglich, sowohl die Zeit seit dem Beginn der Geschichte der Ostsee als Brackwassermeer vor etwa 8.000 Jahren zu rekonstruieren als auch Zukunftsprojektionen für die nächsten Jahrzehnte zu entwerfen.

Mit Hilfe der im Rahmen von SINCOS erarbeiteten neotektonischen Karten lassen sich in Kombination mit Meeresspiegelanstiegsdaten aus Klimamodellen Gefahrenzonen für Überflutungen erkennen.

Sedimenttransportmodelle erlauben die Beschreibung der Küstenerosion im regionalen Maßstab. Entsprechende Modellrechnungen und Karten liegen für den Küstenbereich Mecklenburg-Vorpommerns und in speziellen Szenarien für die Wismarer Bucht und die Halbinsel Darss-Zingst vor.
Wegen der hohen ökologischen und sozio-ökonomischen Relevanz der Küstenänderungen, sind in die Modellbildung von Beginn an auf der einen Seite botanische und zoologische Daten, auf der anderen Seite archäologische Untersuchungen eingegangen. Die Kooperation mit Ur- und Frühgeschichtlern führte zur Entdeckung neuer meso-neolithischer Siedlungsplätze vor der Küste Westmecklenburgs. Die Auswertung der Artefakte lieferte neben den archäologischen Befunden wertvolle Hinweise zum Anstieg des Meeresspiegels im Holozän, dadurch konnten paläo-geographischen Modellrechungen untermauert werden.

Die folgenden Einrichtungen waren an SINCOS beteiligt: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Archäologisches Landesmuseum Schleswig-Holstein, Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie, Mecklenburg-Vorpommern, Römisch-Germanische Kommission Frankfurt a. M., Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung, Leibniz-Institut für angewandte Geophysik, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald: Institut für Botanik und Landschaftsökologie; Institut für Geographie und Geologie; Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrecht-Universität Kiel: Zoologisches Institut; Institut für Ur- und Frühgeschichte, TU-Dresden: Institut für Geodäsie, GKSS Forschungszentrum Geesthacht.

Sprecher des Konsortiums ist Prof. Dr. Jan Harff, Leibniz-Institut für Ostseeforschung.

Kontakt:
Prof. Dr. Jan Harff, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Seestr. 15, D-18119 Rostock, Tel.: 0381 5197 350 (351)
Weitere Informationen:
http://www.sincos.org

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Vitaminpräparate steigern Diabetes-Risiko

Manuela Heberer, Referat Öffentlichkeitsarbeit
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wissenschaftler der Universitäten Jena und Leipzig erforschen Wirkung von Antioxidantien
(Jena) Bewegung ist gesund. Und wer seinem Körper daneben noch mehr Gutes tun will, versorgt ihn zusätzlich mit Vitaminpräparaten. Das stärkt die Abwehrkräfte und erhöht die Lebenserwartung, so die weit verbreitete Meinung. Fehlanzeige, wie Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena jetzt gemeinsam mit Kollegen der Universität Leipzig, dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam und der Harvard Medical School in Boston herausgefunden haben. "Die gesundheitsfördernde Wirkung von körperlicher Bewegung wird durch die Einnahme von sogenannten Antioxidantien in Form von Vitamin C und E sogar unterdrückt", fasst Prof. Dr. Michael Ristow vom Jenaer Institut für Ernährungswissenschaften das Ergebnis zusammen.

Antioxidantien fungieren als Radikalfänger. Das bedeutet, dass sie schädigende Sauerstoffradikale, wie sie bei der Zellatmung in den Mitochondrien und somit bei Ausdauersport jeder Art entstehen, unschädlich machen können. "Es ist jedoch so, dass die durch Sport kurzfristig vermehrt gebildeten freien Radikale jedoch selbst die körpereigene Abwehr gegen reaktive Sauerstoffspezies erst in Gang setzen", erläutert Prof. Ristow das von ihm entwickelte Prinzip der Mitohormesis. "Freie Radikale wirken langfristig wie ein Impfstoff gegen oxidativen Stress. Antioxidatien unterdrücken die körpereigene Produktion von freien Radikalen - und damit diesen Impfeffekt."

Die Forscher haben jetzt festgestellt, dass freie Radikale (reactive oxygen species, kurz: ROS) sogar den Blutzuckerstoffwechsel verbessern und damit möglicherweise das Diabetes-Risiko senken können. In der Studie, bei der 39 junge Männer über vier Wochen lang ein Sportprogramm durchliefen und parallel verschiedene Parameter wie Genexpression und Blutinhaltsstoffe gemessen wurden, testeten die Jenaer Wissenschaftler den Einfluss von Antioxidantien auf den Bewegungseffekt. Ihre Ergebnisse sind in der heute erschienenen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)" veröffentlicht worden.

"Durch körperliche Bewegung werden die Mitochondrien stärker aktiviert und damit die Produktion der ROS angekurbelt", so Projektleiter Ristow. Parallel dazu haben die Wissenschaftler einen Anstieg der Expression von Genen gemessen, die regulierend auf die Insulinempfindlichkeit wirken - allerdings nur bei denjenigen, die keine Vitaminpräparate eingenommen hatten. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die durch Bewegung gebildeten ROS einer Insulin-Resistenz entgegenwirken", konstatiert der Inhaber des Lehrstuhls für Humanernährung der Universität Jena. "Das bedeutet", so Ristow weiter, "dass zeitweiliger oxidativer Stress durchaus eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von Typ-2-Diabetes mellitus spielen kann." Ein Effekt, der jedoch durch die Einnahme von Vitamin C und E zunichte gemacht werde. "Wir müssen sogar davon ausgehen, dass Antioxidantien das Diabetes-Risiko eventuell erhöhen, indem sie die Bildung von ROS verhindern", so der Ernährungswissenschaftler.

Für Menschen, die gesundheitsbewusst leben, besteht allerdings kein Grund zur Sorge. Der gesundheitsfördernde Effekt von frischem Obst und Gemüse bleibe unbestritten und wesentlich sei: Vitamintabletten könnten den Verzehr von Obst und Gemüse keinesfalls ersetzen - denn diese wären offenbar gesund, obwohl sie Antioxidatien enthielten.

Originalpublikation:
Ristow, M., Zarse, K., Oberbach, A., Klöting, N., Birringer, M., Kiehntopf, M., Stumvoll, M., Kahn, C. R., Blüher, M.: Antioxidants Prevent Health-Promoting Effects of Physical Exercise in Humans. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), early edition:
http://www.pnas.org/papbyrecent.shtml
Für Vorabdruck (nur für Presse), bitte pnasnews@nas.edu kontaktieren.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Michael Ristow
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 29, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949630
E-Mail: mristow@mristow.org
Download von Photomaterial etc: www.humanernaehrung.de

oder

Prof. Dr. med. Matthias Blüher
Universität Leipzig, Innere Medizin III
Philipp-Rosenthal-Str. 27
04103 Leipzig
E-Mail: bluma@medizin.uni-leipzig.de

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Grundwasser - eine oft unterschätzte Georessource

Jan Meßerschmidt, Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

In Deutschland wird Trinkwasser zu über 90 % aus Grundwasser (einschließlich Quellwasser und Uferfiltrat) gewonnen. Den Verbrauchern ist das jedoch kaum bewusst; Wasser kommt nun mal aus dem Wasserhahn, so wie Strom aus der Steckdose. Doch wie selbstverständliche ist sauberes Grundwasser? Während eines internationalen Workshops am 15. Mai 2009 diskutieren Hydrogeologen über verschiedene Aspekte dieser Fragestellung. Der Workshop findet von 09.00 Uhr bis ca. 12.40 Uhr im Konzilsaal im Hauptgebäude der Universität Greifswald statt.
Wenn über Umweltbelastungen gesprochen wird, dann sind üblicherweise Ökosysteme gemeint, d. h. Flora, Fauna und deren Lebensräume an Land und in den Oberflächengewässern - eben die sichtbare Welt. Das, was sich unter unseren Füßen im Untergrund befindet, und noch mehr das Grundwasser als das Wasser in den Hohlräumen der Gesteine, bleibt häufig unsichtbar, entzieht sich somit oft der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Hydrogeologie beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach unseren Grundwasserressourcen. Zunehmend erkennen auch politische Entscheidungsträger das Problem.

Im Jahre 1991 hat die Haager Konferenz der Umweltminister festgestellt: "Grundwasser ist ein natürlicher Rohstoff von sowohl ökologischem als auch ökonomischem Wert und von entscheidender Bedeutung für ein umweltgerechtes Leben, für die Gesundheit, für die Landwirtschaft und den Erhalt der Ökosysteme." Und die EU-Wasserrahmenrichtlinie erwartet ebenfalls für das Grundwasser einen mengenmäßigen und qualitativen guten Zustand.

Grundsätzlich muss Grundwasser als eine erneuerbare und daher gesicherte sowie aufgrund seiner durch geologische Deckschichten gegebenen Geschütztheit gute Trinkwasserressource angesehen werden. Allerdings ist sie in bestimmten Regionen gefährdet, sei es weil Raubbau an ihr getrieben wird oder aber Schadstoffe durch menschliche Aktivitäten hinein gelangen. Bewässerungen in trockenen Gebieten führen zu Boden- und Grundwasserversalzung, mit der zunehmenden Urbanisierung gelangen bislang unbekannte Stoffe, wie etwa Arzneimittel, ins Grundwasser. Und wie verhält sich der Mechanismus der Grundwasserneubildung bei fortschreitendem Klimawandel? Was ist zu befürchten, wenn Ländergrenzen überschreitende Grundwasserreservoire zu politischen und möglicherweise ideologischen Diskussionen führen? Wie kann in von Wasserknappheit gefährdeten Regionen Grundwasser so bewirtschaftet werden, dass weder die Menge noch die Qualität leidet?

Weitere Informationen
Hydrogeologen, sind Geologen, die sich mit der Wechselwirkung von Wasser und Gestein befassen. Sie bewegen sich zwischen Wasserwirtschaftern und Wasserbauingenieuren, haben aber vor allem dabei die Erdkruste im Blick, die Speicher und Schutzschild des wichtigsten Lebensmittels und der zugleich wichtigsten Georessource bildet.

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Maria-Theresia Schafmeister
Lehrstuhl für Angewandte Geologie/Hydrogeologie
Institut für Geographie und Geologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4590/-4592
Telefax 03834 86-4572
schaf@uni-greifswald.de
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de/~geo/_Neue-Seite-2007/Geologie/Geologie.html - Lehrstuhl für Angewandte Geologie/Hydrogeologie

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Salz und Bluthochdruck - Forscher werfen neues Licht auf dieses Rätsel

Barbara Bachtler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Seit Menschengedenken gilt hoher Salzkonsum als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Dennoch ist es nach wie vor ein Rätsel, wieso zuviel Salzaufnahme zu Bluthochdruck führen kann. Jetzt ist es Forschern der Universität Erlangen, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Universität Regensburg mit Forschern in Helsinki, Finnland, und Wien, Österreich, gelungen, neues Licht auf die Verbindung zwischen Salzkonsum, Wasserhaushalt und Blutdruckregulation zu werfen. In der Haut von Laborratten haben sie einen neuen Salzspeicher im Körper entdeckt. Ist dieser Speicherprozess gestört, bekommen die Tiere Bluthochdruck (Nature Medicine, doi: 10.1038/nm.1960)*.
Ohne Salz (Natriumchlorid) können weder Mensch noch Tier leben. Pflanzenfressende Tiere (Herbivoren) riskieren ihr Leben, um an Salz zu kommen. Fleischfressende Tiere fressen Herbivoren, und decken auf diese Weise unter anderem ihren Salzbedarf.

Salz reguliert den Wasserhaushalt des Körpers. Es wird vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen, das meiste davon scheiden die Nieren wieder aus. Jedoch speichert der Körper Salz in den Zellen und in den Bereichen zwischen den Zellen, dem Interstitium.

Dr. Jens Titze aus Erlangen und Forscher aus Berlin, unter ihnen Dr. Dominik N. Müller, Dr. Wolfgang Derer sowie Professor Friedrich C. Luft vom Experimental and Clinical Research Center des MDC, konnten jetzt zeigen, dass sich Salz im Interstitium der Haut von Laborratten ablagert, wenn ihre Nahrung einen hohen Salzanteil hat. Dieser Speicherprozess wird von weißen Blutzellen, den Makrophagen gesteuert.

In diesen Blutzellen entdeckten die Forscher einen Genschalter, TonEBP (tonicity-responsible enhancer binding protein) genannt. Dieser Genschalter wird bei sehr salzhaltiger Nahrung in den Makrophagen angedreht. TonEBP wiederum schaltet ein Gen an (VEGF-C- vascular endothelial growth factor C), das die Bildung von Gefäßen im lymphatischen System reguliert. Das Lymphgefäßsystem spielt nicht nur bei der Körperabwehr eine wichtige Rolle, sondern auch beim Flüssigkeitstransport und für den Blutkreislauf.

Geht die Zahl der Makrophagen zurück, oder fehlt die Bindestelle für das VEGF-C-Gen, können die Tiere schlechter Salz aus der Haut mobilisieren. Sie bekommen Bluthochdruck, stellten die Forscher fest. Noch aber ist dieser Prozess und seine Bedeutung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Menschen nicht vollständig verstanden.

Macrophages regulate salt-dependent volume and blood pressure by a vascular endothelial growth factor-C-dependent buffering mechanism

Agnes Machnik1, Wolfgang Neuhofer2, Jonathan Jantsch1,3, Anke Dahlmann1, Tuomas Tammela4, Katharina Machura5, Joon-Keun Park6, Franz-Xaver Beck2, Dominik N Müller7, Wolfgang Derer8, Jennifer Goss1, Agata Ziomber1, Peter Dietsch9, Hubertus Wagner10, Nico van Rooijen11, Armin Kurtz5, Karl F Hilgers1, Kari Alitalo4, Kai-Uwe Eckardt1, Friedrich C Luft7,8, Dontscho Kerjaschki12 & Jens Titze1

1Department of Nephrology and Hypertension, and Nikolaus Fiebiger Centre for Molecular Medicine, University Clinic and Friedrich Alexander University of Erlangen-Nuremberg, Germany. 2Department of Physiology, University of Munich, Munich, Germany. 3Institute of Clinical Microbiology, Immunology and Hygiene, University Clinic of Erlangen, Germany. 4Molecular/Cancer Biology Laboratory, Biomedicum Helsinki, Helsinki, Finland. 5Institute of Physiology, University Regensburg, Regensburg, Germany. 6Division of Nephrology, Department of Medicine, Hannover Medical School, Germany. 7Max Delbrück Center for Molecular Medicine and Experimental and Clinical Research Center, Medical Faculty of the Charité, Berlin, Germany. 8HELIOS Klinikum Berlin-Brandenburg, Berlin, Germany. 9Institute of Biochemistry, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Germany. 10Department of Safety and Quality of Meat, Max Rubner-Institute, Kulmbach, Germany. 11Department of Molecular Cell Biology, Vrije Universiteit Medical Center, Amsterdam, The Netherlands. 12Department of Pathology, Medical University Vienna, Vienna, Austria.

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de
http://www.mdc-berlin.de/

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Wer lange arbeitet, schläft schlechter - Lange Arbeitszeiten wirken sich auf die Gesundheit aus

Jörg Feldmann, Pressestelle
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Der Anteil von Beschäftigten, die über Schlafstörungen klagen, nimmt mit der Dauer der geleisteten Arbeitszeit zu. Ingesamt steigt das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei langen Arbeitszeiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Auswertung vier unabhängiger Befragungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer der geleisteten Arbeitsstunden und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden nachweisen. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und Arbeitsschwere wirken sich verstärkend aus.
Die Arbeitszeiten in Deutschland werden immer flexibler. Darüber hinaus verzeichnete das Statistische Bundesamt 2007 einen Höchststand der Anteile für Schicht-, Abend- und Nachtarbeit sowie die für die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen seit Beginn der Erhebungen. Seit längerem vermuten Arbeitswissenschaftler einen Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und gesundheitlichen Beschwerden. Die BAuA führte deshalb eine systematische Untersuchung durch, die sich auf eine große Stichprobe stützt. Dabei bildeten die dritte und vierte europäische Umfrage über die Arbeitsbedingungen (2000 und 2005), die Befragung "Was ist gute Arbeit?" (2004) und die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung (2006) die Datenbasis. Damit flossen die Daten von insgesamt über 50.000 Befragten in die Untersuchung ein.

Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt beispielhaft den Zusammenhang zwischen der wöchentlichen Arbeitsdauer und drei gesundheitlichen Symptomen - Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden - auf. Trotz unterschiedlichen Beschwerdeniveaus, das auf unterschiedliche Fragestellungen in den deutschen und europäischen Befragungen zurückgeführt wird, lassen sich in allen vier Datensätzen gleiche Strukturen in Form eines nahezu linearen Anstiegs der Beschwerdehäufigkeit erkennen, der von der Dauer der Arbeitszeit abhängt.

Besonders deutlich machen dies die beiden untersuchten Umfragen aus Deutschland. Hier klagt nur jeder zehnte Befragte in Teilzeit (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) über Schlafstörungen, bei Beschäftigten in Vollzeit (zwischen 35 und 44 Wochenarbeitsstunden) ist es bereit jeder Fünfte. Im Bereich der Beschäftigten mit deutlich überlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche leidet nach eigenen Angaben sogar etwa jeder vierte unter Schlafbeschwerden. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, Arbeit an Wochenenden oder schlechte Planbarkeit der Arbeitszeit wirken sich verstärkend auf gesundheitliche Beeinträchtigungen aus.

Für die meisten gesundheitlichen Beeinträchtigungen lassen sich in allen vier Studien ähnliche Zusammenhänge finden. Ausnahmen bilden Beschwerden wie Husten, Erkältung oder Allergien, die erwartungsgemäß wenig von der Arbeitsdauer abhängen.

Die Ergebnisse der vier untersuchten Stichproben stützen sich gegenseitig und sichern sich damit ab. Damit steht gesichert fest, dass längere Arbeitszeiten das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigung erhöhen. Die negativen Auswirkungen langer täglicher und wöchentlicher Arbeitszeiten auf das Unfallrisiko sind bereits seit einiger Zeit bekannt. In Diskussionen um Arbeitszeitverlängerungen sollte deshalb nicht nur auf die wirtschaftliche Komponente geschaut, sondern auch deren gesundheitlichen und sozialen Effekte berücksichtigt werden.
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/artikel20.html Zum Artikel "Lange Arbeitszeiten und Gesundheit" auf der Homepage der BAuA.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news313135

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Mit Biomasse Ressourcen sparen

Anna-Kristina Wassilew, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

Die klassische Biomasse wird knapp. Was bisher in der Land- und Forstwirtschaft als Abfall im besten Fall kompostiert wurde, kann zukünftig wertvolle Dienste leisten. Experten aus Sachsen-Anhalt und dem spanischen Valencia wollen gemeinsam erforschen, wie man Biomassereste gewinnbringend verwerten kann. Das Vorhaben wird mit 4 Mio. Euro von der EU gefördert.
In Sachsen-Anhalt sind es überwiegend Reste und Abfälle aus der Landschaftspflege. In Valencia dagegen fällt jede Menge Biomasse aus der Bewirtschaftung von Oliven- oder Orangenhainen an. Doch die Pflanzenreste bergen enormes Potenzial. Leider ist eine standardisierte und kostengünstige Verwertung dieser vielfältigen Reste für die Industrie schwierig. Natürlich lässt sich mit den ständig nachwachsenden Rohstoffen hervorragend auf umweltfreundliche Weise Energie gewinnen. Die sofortige energetische Nutzung ist sicher einträglich. Deutlich nachhaltiger ist allerdings die stoffliche Verwertung, also beispielsweise in die Verarbeitung in der Möbelindustrie.

Dafür entwickeln die Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF gemeinsam mit ihren internationalen Projektpartnern neue Prozesse und Technologien. So arbeiten die Magdeburger Wissenschaftler beispielsweise an klugen Konzepten für die Biomasselogistik. Denn: Die industrielle Nutzung verlangt Sortierung der unterschiedlichen Pflanzenreste. Sortierung setzt Identifikation voraus. Keine einfache Aufgabe, von der sich jeder Gärtner mit einem Blick auf seinen Komposthaufen überzeugen kann: Unglaublich, wie viele verschiedene Pflanzenreste dort zu finden sind. In der Zukunftsvision der Fraunhofer-Forscher könnten Resthölzer mit RFID-Bändern ausgerüstet oder bei der Landschaftspflege anfallender Grünschnitt mit luminiszenten Nanopartikeln angereichert werden. Mit der Bestimmung der genauen Biomasse ließe sich nun entscheiden, was damit geschehen soll. Äste und Zweige beispielsweise können tonnenweise zu Hackschnitzeln verarbeitet oder bei einem Möbelhersteller zu Spanplatten gepresst werden, auch der Einsatz als Dämmstoff oder als Zusatz in Betonbauteilen ist denkbar. Dementsprechend lässt sich die Logistikkette organisieren und überwachen: Von der Ernte, über die Lagerung und den Transport bis zum endgültigen Ort der Verwertung.

Petra Wernicke, Sachsen-Anhalts Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt ist von dem Vorhaben begeistert: "Bedenkt man die Mengen an ungenutzter Biomasse in Parkanlagen, auf Feldern und in Wäldern, wartet hier enormes Potenzial auf uns. Diese Chancen müssen wir nutzen. So lassen sich einerseits Ressourcen einsparen und andererseits die Umwelt schonen. Die Zukunft liegt in der systematischen Nutzung der regenerativen Energien."
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de/ Homepage des Instituts

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Schröpfen: Klinische Wirksamkeit erstmals belegt

Frederik Betsch, Pressestelle
Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Eine gemeinsame Studie des Lehrstuhls für Naturheilkunde der Universität Duisburg Essen und der Karl und Veronica Carstens-Stiftung zeigt erstmals die Wirksamkeit des blutigen Schröpfens beim Karpaltunnel-Syndrom.
Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter nächtlichem Ruheschmerz der Hand, Taubheitsgefühlen und Kribbeln in Daumen, Mittel- und Zeigefinger (Brachialgie). Häufig diagnostiziert ist ein Karpaltunnel-Syndrom, welches in vielen Fällen mit Nackenschmerzen und Verspannungen im Schulterbereich assoziiert ist.

Die Forschergruppe um Professor Andreas Michalsen (vormals leitender Oberarzt in Essen, jetzt Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin) hat sich die kürzlich entdeckte Verbindung zur Schulter zunutze gemacht. In einer randomisierten kontrollierten Therapiestudie, die nun im "Journal of Pain" veröffentlicht wurde, sind 52 Brachialgie-Patienten in zwei Gruppen unterteilt worden. Bei einer Gruppe wurde eine einmalige blutige Schröpfbehandlung im Schulterbereich durchgeführt, die Kontrollgruppe wurde mit einem Wärme spendenden Ingwersack behandelt.

Nach sieben Tagen Beobachtungszeit gingen die Beschwerden der Schröpfgruppe um 60 Prozent zurück, in der Kontrollgruppe lediglich um 23 Prozent. Neben verringerten Schmerzen in der Hand berichteten die Patienten über weniger Taubheits- und Kribbelgefühle, verringerte Nackenschmerzen und eine Verbesserung der funktionellen Beweglichkeit und physischen Lebensqualität.

Die Erwartungen an den Erfolg der Therapie waren in beiden Gruppen gleich hoch, ein Indiz dafür, dass die Schröpfbehandlung über reine Placeboeffekte hinausgeht. Ernste Nebenwirkungen wurden in keiner der Gruppen beobachtet. Die Schröpfbehandlung wurde von den Patienten gut vertragen und nicht als schmerzhaft empfunden. Ungeklärt bleibt, ob die positiven Effekte über einen längeren Zeitraum anhalten.

Professor Michalsen erklärt sich den Wirkmechanismus wie folgt: "Die Behandlung basiert vermutlich auf dem Prinzip der aus der Anatomie bekannten Reflexzonen. Das Schröpfen fördert die Durchblutung und muskuläre Spannungslösung in einem bestimmten Areal, in dieser Studie im Schulterdreieck. Dies wiederum hat günstige reflektorische Effekte auf den betroffenen Nerv."

Der Karpaltunnel (Handwurzelkanal) ist eine kleine Vertiefung am Handgelenk. Durch diese wird, neben verschiedenen Sehnen, ein Nerv geführt, der vor allem die ersten drei Finger der Hand versorgt. Ist diese Leiterbahn verengt, entsteht Druck auf den Nerv, die Reizweiterleitung funktioniert nicht mehr störungsfrei und es kommt zu Missempfindungen, wie Kribbeln, Taubheit und Schmerzen. Neben einer mechanischen Überbeanspruchung der Hand können Verspannungen des Bindegewebes im Schulterdreieck Auslöser für eine Verengung des Karpaltunnels sein.

Die konventionelle Behandlung des Karpaltunnel-Syndroms besteht im Anlegen von Handgelenksschienen, der Gabe von oralen Entzündungshemmern oder der lokalen Injektion von Cortisonpräparaten. Helfen diese Interventionen nicht, wird meist ein operativer Eingriff empfohlen.

Beim blutigen Schröpfen werden die Schröpfköpfe an Hautstellen angesetzt, die zuvor mit einer kleinen Kanüle oder Lanzette eingeritzt wurden.

Die Ergebnisse aus Essen bestätigen eine Pilotstudie aus dem Jahre 2006. Die Studie wurde ebenfalls von der Carstens-Stiftung gefördert und in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin und dem Evangelischen Krankenhaus Rüdersdorf durchgeführt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Michalsen
Immanuel Krankenhaus Berlin
Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde der Charité/Berlin
Königstrasse 63
14109 Berlin
E-Mail: a.michalsen@immanuel.de
Tel.: 030 80505 691

Rainer Lüdtke
Karl und Veronica Carstens-Stiftung
Referat: Biometrie in der Komplementärmedizin
Am Deimelsberg 36
45276 Essen
E-Mail: r.luedtke@carstens-stiftung.de
Tel: 0201 56305 16
Weitere Informationen:
http://www.carstens-stiftung.de Webseite der Karl und Veronica Carstens-Stiftung
http://www.immanuel.de/einrichtungen/berlin-wannsee/fachabteilungen/innere-mediz... Naturheilkundezentrum am Immanuel Krankenhaus Berlin
http://www.uni-duisburg-essen.de/naturheilkunde/ Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Duisburg Essen

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Krebsrisiko aus Grill und Pfanne

Dr. Stefanie Seltmann, Stabsabteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum

Rechtzeitig zum Start der Grillsaison bestätigen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum die Warnung: Finger weg von scharf angebratenen Steaks und angekohlten Würstchen, denn die beim Grillen oder Braten entstehenden heterozyklischen aromatischen Amine steigern erheblich das Risiko, bestimmte Gewebeveränderungen im Dickdarm zu entwickeln. Diese als Adenome bezeichneten Polypen sind häufig Vorstufen für Dickdarmkrebs.
Ob auf dem Grill oder in der Pfanne: Werden Fleisch, Fleischprodukte oder Fisch starker Hitze ausgesetzt, löst dies eine Vielzahl chemischer Reaktionen aus. Dabei entstehen Substanzen, die nichts Gutes verheißen: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder die heterozyklischen aromatischen Amine, die sich vor allem dann bilden, wenn Fleisch und Fisch lange scharf angebraten oder gegrillt werden.

Heterozyklische aromatische Amine stehen schon lange im Verdacht, die Entstehung von Adenomen im Darm zu fördern - zu Recht, wie Dr. Sabine Rohrmann und Kollegen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum mit einer aktuellen Untersuchung bestätigen.

Die Wissenschaftler ermittelten für 4484 Studienteilnehmer die Menge des als "PhIP" bezeichneten wichtigsten Vertreters dieser Substanzklasse in der Ernährung. Die Teilnehmer wurden anhand ihrer PhIP-Aufnahme in vier Gruppen eingeteilt. In der Gruppe mit der höchsten PhIP-Zufuhr beobachteten die Wissenschaftler etwa 50 Prozent mehr Dickdarmadenome als bei den Personen, deren Nahrung die geringste Menge dieser Substanz enthielt. Dies betraf vor allem Gewebeveränderungen im untersten Darmabschnitt.

"Das um 50 Prozent höhere Risiko für Dickdarmadenome in der Gruppe mit der höchsten PhIP-Zufuhr lässt sich nicht allein durch einen generell höheren Fleischkonsum erklären", sagt Sabine Rohrmann. Die Wissenschaftler beobachteten einen klaren Zusammenhang zwischen der Vorliebe für stark Gebratenes und der Häufigkeit von Adenomen, was die Rolle der heterozyklischen aromatischen Amine bei der Krebsentstehung bestätigt. Sabine Rohrmann folgert aus ihren Ergebnissen: "Vorsicht beim Grillen und Braten - lieber Schmorgerichte oder andere Zubereitungsarten wählen, die mit geringerer Hitze auskommen." Gerade beim Grillen ist außerdem zu bedenken, dass heterozyklische aromatische Amine nur ein Teil des Giftcocktails sind, der in Fleisch und Würstchen entstehen kann.

Die Untersuchung war Teil der europaweiten EPIC-Studie zu Ernährungsfaktoren und Krebs. EPIC-Teilnehmer hatten zu Beginn der Studie in einem detaillierten Fragebogen Auskünfte zu ihren Ernährungsgewohnheiten gegeben. Unter den Heidelberger Teilnehmern wurde anhand von Abbildungen zusätzlich der bevorzugte Bräunungsgrad von gegrilltem oder gebratenem Fleisch und Fisch ermittelt. Aus diesen Angaben berechneten die Forscher die Menge der mit der Nahrung aufgenommenen heterozyklischen aromatischen Amine. In die aktuelle Risikoanalyse wurden diejenigen 4482 Heidelberger EPIC-Teilnehmer einbezogen, in deren Darm entweder ein Adenom festgestellt worden war oder bei denen dagegen eine solche Gewebeveränderung durch eine Darmspiegelung sicher ausgeschlossen werden konnte.

Rund eine halbe Million Studienteilnehmer aus zehn europäischen Ländern geben seit 1992 im Rahmen von "EPIC" (European Investigation into Cancer and Nutrition) Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände. Diese Daten werden auf ihren Zusammenhang mit dem Auftreten neuer Krebsfälle bei den Teilnehmern untersucht. Die beiden EPIC-Studienzentren in Deutschland sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke.

Sabine Rohrmann, Silke Hermann und Jakob Linseisen: Heterocyclic aromatic amine intake increases colorectal adenoma risk: findings from a prospective European cohort study
American Journal of Clinical Nutrition 2009; Band 89 Seite 1418-1424, DOI:10.3945/ajcn.2008.26658

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Blauer Engel mit neuen Vorgaben für Reifen

Besseres Bremsverhalten bei Nässe, sparsamer und leiser

Der Blaue Engel für lärmarme und Kraftstoff sparende Reifen geht jetzt mit neuen und ambitionierten Vorgaben für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit an den Start und greift damit den ab 2012 geltenden EU-Grenzwerten vor. Die Vergabegrundlage des Blauen Engel verlangt den Reifen einiges ab: Sie müssen lärmarm sein und wenig Kraftstoff verbrauchen, was auch dem Geldbeutel der Autofahrer zugute kommt. Zudem müssen die mit dem Blauen Engel ausgezeichneten Reifen dafür sorgen, dass das Fahrzeug beim Bremsen auf nasser Fahrbahn rasch zum Stehen kommt. Auch der Gesundheitsschutz spielt eine große Rolle: Beim Beschleunigen, Fahren und Bremsen reiben sich die Reifen „auf" - es entsteht Staub, der so genannte Abrieb. Um die schädlichen Wirkungen des Abriebs zu verringern, sollten die Reifen so geschaffen sein, dass sie möglichst wenig davon erzeugen. Außerdem sollte der Abrieb so wenig gesundheitsschädigende Stoffe wie möglich enthalten - etwa Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die in großen Mengen Krebs verursachen können. Es gibt noch einen Vorteil: Ein Reifen mit wenig Abrieb hält länger.

Ab dem Jahr 2012 gelten für Reifen in Europa neue gesetzliche Anforderungen an den Rollwiderstand, das Bremsverhalten bei Nässe und strengere Grenzwerte für das Rollgeräusch. Der Blaue Engel greift diese Entwicklung vorzeitig auf - und geht noch darüber hinaus. Denn schon jetzt müssen die Anwärter für das Umweltzeichen im Durchschnitt einen 20 Prozent geringeren Rollwiderstand und eine um 25 Prozent bessere Verzögerung auf nasser Fahrbahn aufweisen als die neuen EU-Grenzwerte es für 2012 vorsehen. Außerdem dürfen die Rollgeräusche Blauer Engel-Reifen - egal in welcher Breite - nicht lauter als 70 Dezibel (dB(A)) sein.

„Die neuen EU-Grenzwerte für den Rollwiderstand bei PKW-Reifen sind wenig ambitioniert. Der Blaue Engel legt hier einen strengeren Maßstab an", sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). „Dieser Unterschied kann leicht 5 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch ausmachen. Umgerechnet bedeutet dies für den durchschnittlichen Autofahrer um etwa 50 Euro geringere Kraftstoffkosten im Jahr oder etwa 250 Euro für ein ganzes Reifenleben", so Holzmann.

Umweltfreundliche, sichere und sparsame Reifen, die all diese Anforderungen erfüllen, gibt es bereits zu kaufen. Das Problem ist allerdings, dass man sie oft schwer erkennen kann. Hier will der Blaue Engel den Kundinnen und Kunden helfen. „Ich hoffe, die Reifenhersteller setzen künftig verstärkt auf den Gesundheits- und Umweltschutz ", betont der UBA-Vizepräsident.

Reifenhersteller, die das Umweltzeichen für lärmarme und Kraftstoff sparende Reifen nutzen möchten, können beim RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. einen Antrag stellen.

Informationen zur Antragstellung erhalten Sie unter http://www.ral-umwelt.de/index.php?id=244.

Alles rund um den Blauen Engel finden Sie unter http://www.blauer-engel.de .

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Flockungshilfsmittel aus Stärke - Technisch ebenbürtig, finanziell interessant

Dr. Torsten Gabriel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Stärkebasierte Flockungshilfsmittel sind gegenüber herkömmlichen Mitteln technisch mindestens gleichwertig und kostenmäßig deutlich überlegen. Diese sehr erfreulichen Resultate erzielten die Universität Hamburg und das Clausthaler Umwelttechnik-Institut in einem gemeinsamen Forschungsprojekt an der Hamburger Hafenschlick-Aufarbeitungsanlage METHA III, das durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gefördert wurde.
Fest-Flüssig-Trennprozesse spielen bei der Aufbereitung von Abwässern und Schlämmen, die bei industriellen Prozessen z.B. in der Nahrungsmittelherstellung, der Metall- und Papierindustrie oder der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie entstehen und entsorgt werden müssen, eine große Rolle. Das ist auch bei der Hafenschlick-Aufbereitungsanlage METHA III der Hamburg Port Authority der Fall, die die Wasserstraßen des Hamburger Hafens regelmäßig ausgebaggert. Dort werden Sand und Schlick bislang noch mit Flockungsmitteln aus synthetischen Polymeren entwässert.

In dem abgeschlossenen Forschungsprojekt zeigten nun 4 Partner eine höchst interessante Alternative auf: Die Firma Emsland Stärke GmbH stellte verschiedene Stärkederivate bereit, die an der Universität Hamburg im Laborversuch getestet wurden. Als Versuchsmaterial lieferte die Hamburg Port Authority dazu Original-Hafenschlick und stellte Platz für vor-Ort-Versuche zur Verfügung. Die Cutec GmbH schließlich entwickelte einen Flockungsreaktor, um die Flockengrößenverteilung gezielt zu beeinflussen und zu optimieren.

Im Ergebnis stellte sich die Verwendung von kationischer Stärke in der ersten Stufe der Anlage als besonders günstig heraus, da verglichen mit dem sonst verwendeten synthetischen Polymer nur ca. die Hälfte des Materials benötigt wird. Aufgrund des starken Preisvorteils der Stärke ist deren Einsatz auch in nachfolgenden Prozessabschnitten, die einen höheren Materialeinsatz erfordern, zumindest kostenneutral. Die stärkebasierten Flockungshilfsmittel zeigten sich darüber hinaus auch hinsichtlich der Anwendungseigenschaften als den synthetischen Polymeren ebenbürtig oder sogar überlegen. Als großer Vorteil erwies sich dabei u.a. die gute Lagerfähigkeit und Stabilität der Stärkeprodukte

Die jährlich eingesetzten Flockungshilfsmittel verursachen einen Großteil der Betriebskosten der Hamburger Hafenschlick-Aufbereitungsanlage. Der Einsatz von Stärke-Flockungsmitteln eröffnet somit erhebliche Einsparpotentiale. Die viel versprechenden Ergebnisse stellen zudem eine Grundlage für Überlegungen zu weiteren Einsatzbereichen von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen dar.

Die Abschlussberichte zu den beiden Teilprojekten (22018505, 22015605) stehen Ihnen unter www.fnr.de/Projekte zur Verfügung.
Nr. 621

VON: NICOLE PAUL
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Mikroalbuminurietest nun auch im Vorsorgepaket der gesetzlichen Kassen enthalten

Dr. Bettina Albers, Pressearbeit
Gesellschaft für Nephrologie e.V. (GfN)

Mit dem Mikroalbuminurietest ist nun ein sensitiver Test zur Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion im Vorsorgeangebot enthalten
Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN / www.nierengesellschaft.de ) gibt bekannt, dass der Mikroalbuminurie-Test, ein effektiver und sensitiver Test zur Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion, nun auch im Vorsorgeangebot der gesetzlichen Kassen enthalten ist und von Hausärzten deutschlandweit bei den kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet werden kann (Ziffer 32135).

Damit ist ein Meilenstein in der Vorsorge von Nierenerkrankungen erreicht, für den sich die Fachgesellschaft seit langem eingesetzt hat.

Bislang war nur der weniger sensitive "Albuminurie-Test" in den Vorsorgepakten ("35+Check-Up") enthalten, der lediglich einen Albuminuriewert von >200 mg/Liter erfasst. "Das kann man kaum als echte Früherkennung werten, denn schon 10-fach niedrigere Albuminverluste im Urin weisen auf einen beginnenden Nierenschaden hin. Und gerade in der Frühphase der Nierenschädigung haben wir Nephrologen noch echten Handlungsspielraum und können einer weiteren Nierenschädigung meist effektiv begegnen und so eine terminale Niereninsuffizienz oftmals ganz abwenden", erläutert Prof. Dr. Jan Galle (Lüdenscheid), Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Der nun abrechenbare Mikroalbuminurietest erfasst bereits einen Albuminuriewert von 20-200 mg/Liter und ist damit bis um den Faktor 10 sensibler. "Damit ist eine vernünftige Früherkennung möglich", so Galle.

Albumin ist ein Eiweiß, das von den Nieren eigentlich zurückgehalten werden sollte. Ist viel von diesem Eiweiß im Urin enthalten, zeigt das an, dass die Filterfunktion der Nieren nicht mehr richtig funktioniert, weist also eine Nierenschädigung nach. Um eine Nierenschädigung frühzeitig zu diagnostizieren, ist daher dieser sensible Test - es handelt sich ebenfalls um einen einfachen Urin-Streifentest - notwendig.

Eine Alternative bot bis dato nur die direkte Albuminbestimmung aus dem Sammelurin, welche erstattet wurde, aber sehr viel aufwändiger ist als ein Streifentest. Sie kam daher kaum routinemäßig zur Früherkennung zum Einsatz, sondern wurde in erster Linie zur Abklärung bei einem konkreten Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung durchgeführt.

Mit dem Mikroalbuminurie-Streifentest ist nun eine unkomplizierte, routinemäßige Früherkennung beim Hausarzt möglich, die sicher und zuverlässig ist und weder mit Risiken noch Schmerzen oder Zusatzkosten für den Patienten verbunden ist.

Wie notwendig eine verbesserte Früherkennung ist, zeigt die immer noch steigende Inzidenz von chronischen Nierenerkrankungen in unserer Gesellschaft, die im engen Zusammenhang mit den im letzten Jahrzehnt dramatisch gestiegenen Diabetes- und Hypertonieerkrankungen steht. "Das Problem ist nach wie vor, dass Nierenerkrankungen viel zu spät entdeckt und behandelt werden - mit dramatischen Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitsbudget", kommentiert Galle. "Früh erkannte Nierenerkrankungen können unter nephrologischer Betreuung zum Stillstand gebracht bzw. kann ihr Fortschreiten deutlich verlangsamt werden. Wir hoffen daher, dass die Hausärzte den nun auch abrechenbaren Mikroalbuminurie-Test im Rahmen der Vorsorge routinemäßig bei ihren Patienten durchführen und Patienten mit auffälligen Befunden an einen Nephrologen überweisen."

Patienten über 35 Jahre sollten den Mikroalbuminurie-Test alle zwei Jahre durchführen lassen, Risikopatienten (Diabetiker, Hypertoniker, auch ältere Menschen) mindestsens jährlich, so lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

 

Für weitere Informationen oder Interviewanfragen an Prof. Galle wenden Sie sich bitte an die DGfN Pressestelle:

Dr. Bettina Albers

albersconcept | Jakobstrasse 38 | 99423 Weimar

Tel. 03643/ 776423 | Fax 03643/ 776452
Weitere Informationen:
http://www.nierengesellschaft.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Stromfressende Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen sollen vom Markt verschwinden

EU-Parlament entscheidet morgen über neue Anforderungen für sparsamere Haushaltsgeräte

Das EU-Parlament entscheidet voraussichtlich am morgigen Mittwoch über verschärfte Anforderungen an die Energieeffizienz von Kühl- und Gefriergeräten und Waschmaschinen. Folgt das Parlament den Beschlussvorschlägen der EU-Mitgliedstaaten von Ende März, wären in allen EU-Mitgliedstaaten Waschmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte mit einer Energieeffizienzklasse schlechter als A ab Juli 2010 von der Vermarktung ausgeschlossen. Eine zweite Stufe verbietet ab 1. Juli 2012 Kühl- und Gefriergeräte, die der Effizienz der bisherigen Klasse A entsprechen. Waschmaschinen mit der bisherigen Energieeffizienzklasse A dürften in der zweiten Stufe ab 1. Juli 2013 zu einem erheblichen Teil nicht mehr in den Handel kommen. „Ich begrüße die Entwürfe sehr. Bis zum Jahr 2020 lassen sich mit deren Umsetzung und neuen Kennzeichen zum Energieverbrauch 7,5 Milliarden Kilowattstunden Energie gegenüber dem erwarteten Verbrauch einsparen. Das entspricht knapp zwei Kraftwerken mit einer Leistung von 800 Megawatt. Damit würden wir 3,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid in der EU sparen", sagt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA).

Neben den Anforderungen an die Energieeffizienz liegen dem EU-Parlament weitere Entwürfe zur Aktualisierung der Kennzeichen zum Energieverbrauch vor, über die Anfang Mai beraten wird. Demnach sollen bei diesen Haushaltsgeräten die bisherigen Klassen A bis G bestehen bleiben und die Effizienzklasse A nach oben erweitert werden: unterschiedlich nach Produktgruppe zum Beispiel mit A minus 10, 20, 40, 60 oder 80 Prozent (A-x%).

Ob ein Energieetikett, bei dem die meisten aufgeführten Klassen gar nicht mehr im Verkauf sind, Verbraucherinnen und Verbraucher nach wie vor gut informiert und zur Entscheidung für besonders effiziente Geräte bewegen wird, ist fraglich. Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist eine regelmäßige Neuordnung der Klassen sinnvoller, als neue Klassen hinzuzufügen. „Falls das EU-Parlament den Vorschlag zur Kennzeichnung ablehnt, wäre das die richtige Schlussfolgerung", so Holzmann.

Im Hintergrundpapier „Neue Ökodesign-Anforderungen und Energieverbrauchskennzeichnung für Kühl- und Gefriergeräte sowie Waschmaschinen" finden Sie weiterführende Informationen: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3618

Eine Presseinformation zu den geplanten Anforderungen für Fernsehgeräte finden Sie unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2009/pd09-021_fernsehgeraete_sollen_kuenftig_sparsamer_werden.htm

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Erneuerbare Energien: ThyssenKrupp Nirosta liefert Material für eine der größten Biogasanlagen der Welt

Erik Walner, Öffentlichkeitsarbeit und Vorstandsbüro
ThyssenKrupp Stainless AG

Eine der größten Biogasanlagen der Welt entsteht derzeit in Sachsen-Anhalt. Im August sollen die ersten Aggregate in Betrieb gehen. Der 13 Hektar große Biogas-Park wird in der
8000-Einwohner-Stadt Könnern bei Halle von der Firma WELtec BioPower errichtet. Besonderheit dieses umweltschonenden Projekts ist die innovative Gasaufbereitung, die eine Direkteinspeisung in das Erdgasnetz ermöglicht. Das Herz einer Biogasanlage ist der sogenannte Fermenter, in dem die biologischen Abläufe stattfinden. Da die bei der Entstehung sehr aggressive Gaszusammensetzung viele Werkstoffe angreift, setzt WELtec BioPower im Bereich Behälter und Einbauten auf nichtrostenden Edelstahl. Das Material für die Kernelemente der umweltschonenden Anlage, die 16 Fermenter, lieferte die ThyssenKrupp Nirosta.

Natur trifft Technologie: Rund 120.000 Tonnen Gülle und Mais, von 30 Landwirten aus der Umgebung angeliefert, wird der neue Biogas-Park nach der vollständigen Inbetriebnahme im Jahr 2009 verarbeiten. Dabei kommen spezielle Bakterien zum Einsatz. Daraus entstehen rund 30 Millionen Kubikmeter Bio-Rohgas pro Jahr. Dies wird in einem innovativen Verfahren zu ca. 15 Millionen Kubikmetern Biomethan aufbereitet und dann in das Erdgasnetz eingespeist. Genug Heizwärme, um etwa 10.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. So wird die im Methan gespeicherte Energie optimal genutzt. Bei der Biomethangewinnung wird zudem CO2-neutral gearbeitet, was die Umwelt zusätzlich schont. Der andere Teil des Biogases wird energetisch umgewandelt und daraus Strom gewonnen.

Die zentralen Elemente der Anlage sind die 16 Fermenter (lat. Fermentum = Sauerteig). Diese riesigen Behälter sind 6,30 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 25 Metern. Bei der Biogasherstellung entstehen stets auch unerwünschte Bestandteile wie Schwefel oder Ammoniak. "Diese Zusätze sind sehr korrosiv. An das Material für die Fermenter werden daher höchste Ansprüche gestellt. Aus diesem Grund setzen wir bei unseren Anlagen ganzheitlich auf Edelstahl", erklärt Hajo Schierhold, Leiter Vertrieb und Marketing WELtec BioPower. "Vergleichbare Lösungen aus Beton oder emaillebeschichteten Blechen sind entweder zu korrosionsanfällig oder wesentlich teurer."

Exklusiver Edelstahl-Zulieferer der WELtec BioPower ist die ThyssenKrupp Nirosta. In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt rund 1.500 Tonnen Material für verschiedene Projekte des Anlagenbauers aus Vechta geliefert. Dabei handelt es sich je nach Beanspruchung um unterschiedliche Edelstahl-Güten, z. B. für die Behälterwände im Bereich der Flüssigkeit oder der Gasphase. "Den Großteil der Lieferung machen Bleche unseres auf den Anwendungsfall otpimierten Standardwerkstoffs Nirosta 4301 aus", berichtet Martin Stöckl vom Vertrieb der ThyssenKrupp Nirosta. "Besonders wichtig für WELtec BioPower ist der kaltverfestigte Zustand 2H. Mit dieser Ausführungsart können dünnere Bleche beim Bau der Fermenter verwendet werden und das bei gleichbleibender Stabilität. Dies bringt auch eine deutliche Kostenersparnis mit sich." Ein weiterer Vorteil: die äußerst glatte Oberfläche. "Der Nirosta 4301 2H gibt aggressiven Bestandteilen durch die verdichtete Oberfläche keine Angriffsmöglichkeit", so Schierhold. "Bakterien finden keinen Halt, um sich festzusetzen und einzunisten. Korrosion wird so direkt im Keim erstickt. Ein wichtiger Faktor für Langlebigkeit und Effizienz", betont der Vertriebs-Chef von WELtec BioPower.

Die Zahl umweltschonender Biogasanlagen wird im Zuge des neuen Erneuerbare Energien Gesetzes, das am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist, weiter steigen. So rechnet der Fachverband Biogas in diesem Jahr mit einem Zuwachs von weiteren 780 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von mindestens 200 Megawatt. Insgesamt wären dann 4.780 Anlagen in Betrieb, die drei Millionen Haushalte rund um die Uhr mit Strom versorgen könnten.

Die ThyssenKrupp Nirosta GmbH, das größte Einzelunternehmen der ThyssenKrupp Stainless, gehört zu den weltweit führenden Herstellern von nichtrostenden Edelstahl-Flacherzeugnissen mit Werken in Krefeld, Bochum, Düsseldorf-Benrath und Dillenburg. Im Geschäftsjahr 2007/08 erwirtschafteten die rund 4700 Mitarbeiter einen Umsatz von etwa 3,2 Milliarden Euro.
Die WELtec BioPower GmbH wurde 2001 durch ihre Muttergesellschaften Stallkamp und WEDA gegründet. Seitdem plant und produziert das Unternehmen aus Vechta Biogas-Komplettanlagen aus Edelstahl und ist in diesem Bereich einer der Weltmarktführer: Mit rund 50 Mitarbeitern wurden bereits mehr als 200 Anlagen in Europa, den USA, Japan und auf Zypern realisiert.

ThyssenKrupp Stainless AG
Erik Walner
Leiter Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 203 52 - 45130, Fax: - 45132
E-Mail: erik.walner@thyssenkrupp.com

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Fantastische Fähigkeit: Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität stellt für das menschliche Gehirn kein Problem dar

Barbara Abrell, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Viele Wege führen nach Rom. Wer das im echten Leben noch nicht erfahren hat, kann es in der Fiktion leicht nachholen, braucht dazu beispielsweise nur einmal die Abenteuer der wohl prominentesten Gallier der Comicgeschichte zu lesen. Ein Asterix-Heft zur Hand nehmen, und die Reise durch das römische Reich - mit Blick über die Schultern der beiden Fantasiehelden - kann losgehen. Denn Menschen besitzen die Fähigkeit, durch die Aufnahme von Inhalten aus den Medien problemlos in fiktive Welten einzutauchen und - als ob diese Befähigung noch nicht genug wäre - dabei den Bezug zur Realität nicht zu verlieren. (PLoS ONE, 11. März 2009)
Durch Filme, Romane und Computerspiele sind Menschen in der Lage, fließend in fiktive Welten einzutauchen. Wie ein Forscherteam vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften jetzt herausgefunden hat, sind sie sich dabei ihres "kognitiven Trips" nach Fantasialand stets bewusst und können die Realität ohne Probleme von der Fiktion trennen. Wie das menschliche Gehirn diesen Spagat zwischen Realität und Fiktion schafft, konnten die Wissenschaftler bereits in einer ersten Studie zu diesem Thema aufdecken: Es war ihnen gelungen zu zeigen, dass für das Lesen von realen und fiktiven Inhalten verschiedene Regionen im menschlichen Gehirn - genau gesagt der anteriore mediale präfrontale und der posteriore cinguläre Cortex - aktiv werden.

Reale Inhalte lösten bei den Untersuchungen Aktivitäten in den Gehirnbereichen aus, die auch gefragt sind, wenn der Gebrauch des autobiographischen Gedächtnisses oder selbstreferenzielle Prozesse anstehen. Fiktive Inhalte wurden dagegen in anderen Hirnregionen verarbeitet. Diese Entdeckung begründete die Vermutung der Forscher, dass für die kognitive Verarbeitung realer Inhalte folglich persönlich relevante Erfahrungen und Kenntnisse der jeweiligen Versuchspersonen eine Rolle spielten, da diese schließlich in denselben Gehirnregionen verarbeitet wurden.

Von dieser Annahme ausgehend, wollten die Max-Planck-Wissenschaftler mit einer Folgestudie herausfinden, ob die persönliche Relevanz realer Personen oder fiktiver Charaktere für Menschen tatsächlich eine Rolle spielt.

Dafür stellten sie zunächst drei verschiedene Gruppen mit Versuchsteilnehmern zusammen, wodurch sie automatisch gewährleisten konnten, dass die persönliche Relevanz der realen und fiktiven Figuren für die Probanden verschieden war. Anschließend mussten alle Teilnehmer Sätze lesen, die entweder von fiktiven Figuren wie Cinderella oder aber realen Personen erzählten, wobei die realen Personen wiederum bekannte, wie beispielsweise der amerikanische Präsident, waren oder aber Freunde und Familienmitglieder der Probanden. Wie Anna Abraham, leitende Wissenschaftlerin der Studie, erklärt, "hat sich dabei gezeigt, dass Familienmitglieder oder Freunde, zu denen eine persönliche Bindung besteht, eine hohe Relevanz bei den Versuchsteilnehmern genossen haben. Reale, bekannte Personen dagegen mussten schon deutlich an Wichtigkeit einbüßen - von den fiktiven Charakteren ganz zu schweigen."

Wie von den Forschern erwartet, verringerte sich das Aktivierungspotenzial in den verarbeitenden Hirnregionen, je unpersönlicher die Personen in den Szenarien für die Versuchsteilnehmer wurden."Diese Entdeckung, dass sich die Aktivitäten der Gehirnregionen spontan an dem Verhältnis von Stimulus und persönlicher Relevanz der Figuren für die Versuchsteilnehmer ausrichten, ist folgerichtig und nährt die Vermutung, dass eben diese persönliche Relevanz für die Unterscheidung von Realität und Fantasie eine Schlüsselrolle spielt", betont Anna Abraham. "So liegt es nahe, dass die Tiefe des persönlichen Bezugs zu realen oder fiktiven Figuren Einfluss nimmt auf Wahrnehmungs- und Speicherungsprozesse. Dadurch ist das Gehirn wiederum in der Lage zu unterscheiden, was real und was fiktiv ist."

Originalveröffentlichung:

Abraham A, von Cramon DY
Reality = Relevance? Insights from Spontaneous Modulations of the Brain's Default Network when Telling Apart Reality from Fiction
PLoS ONE 11. März 2009, doi:10.1371/journal.pone.0004741

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Anna Abraham
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
Tel.: +49 341 9940-132
E-Mail: abraham@cbs.mpg.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Lärm: Die Belastung fängt im Kindesalter an

UBA-Studie identifiziert Verkehr und Freizeitaktivitäten als häufige Lärmquellen

Der Alltag gibt den Kindern permanent etwas auf die Ohren. Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zur Lärmexposition und zu Lärmwirkungen bei 1.084 Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren zeigen: Jedes achte Kind weist eine auffällige Minderung der Hörfähigkeit auf. Jedes sechste Kind wohnt an stark befahrenen Haupt- oder Durchgangsstraßen, wobei bei fast zwei Dritteln davon das Kinderzimmer zur Straße ausgerichtet ist. Letztere Gruppe hatte andeutungsweise im Mittel einen leicht erhöhten Blutdruck. Jedes sechste der 11- bis 14-jährigen Kinder fühlt sich tags und jedes zwölfte nachts durch Straßenverkehrslärm belästigt. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sind insgesamt stärker betroffen. „Wir sollten uns bewusst werden, dass wir in einer zu lauten Welt leben. Lärm ist ein Stressfaktor für Erwachsene wie auch für Kinder. Hohe Schallpegel führen zu Gehörschäden, die sich über das gesamte Leben hinweg summieren. Deshalb müssen wir besonders Kinder und Jugendliche vor Lärm schützen", sagte Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA.

Die Daten stammen aus dem Kinder-Umwelt-Survey, einer vom UBA zwischen 2003 bis 2006 durchgeführten repräsentativen Studie zur Umweltbelastung der Kinder in Deutschland. Dazu wurde im Teilprojekt „Lärm" ein „Screening-Hörtest" bei den Kindern gemacht und der Blutdruck gemessen. Hinzu kamen Befragungen nach potenziell Gehör gefährdenden Freizeitgewohnheiten, Gehörsymptomen und der Belästigung durch Umweltlärm. Mit Hilfe des Fragebogens und einer kurzzeitigen orientierenden Schallpegelmessung bestimmten die UBA-Fachleute die Belastung der Wohnung durch Straßenverkehrslärm. Die Erhebungen liefern in erster Linie eine Zustandsbeschreibung der Belastungssituation der Kinder auf äußere und verhaltensbedingte Lärmexpositionen und potenzielle Lärmwirkungen.

Die Ergebnisse sind nun differenziert nach Alter, Geschlecht, sozialer Schichtzugehörigkeit, Migrantenstatus, Größe der Gemeinde und Gebietszugehörigkeit (Ost- und Westdeutschland) ausgewertet worden. Demnach weisen 12,8 Prozent der Kinder bei hohen und mittleren Tönen (Frequenzbereich 1-6 kHz) eine auffällige Hörminderung von mehr als 20 Dezibel (dB) auf mindestens einem Ohr auf. Betrachtet man nur die Tonhöhen, bei denen sich lärmbedingte Hörverluste vornehmlich zeigen (Frequenzbereich 4-6 kHz), so sind es 10,6 Prozent. Jungen hören bei diesen Testtönen schlechter als Mädchen. 11,4 Prozent der Kinder berichten über vorübergehende Ohrgeräusche (Tinnitus) nach dem Hören lauter Musik. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Fragebogenangaben zur Benutzung von Musikabspielgeräten mit Kopfhörern (etwa MP3-Player) und der Hörfähigkeit wurde bei den noch jungen Kindern jedoch nicht festgestellt. 44,6 Prozent der 8- bis 10-Jährigen und 70,3 Prozent der 11- bis 14-Jährigen hören Musik mit solchen Geräten. Bei letzterer Altersgruppe beträgt die durchschnittliche Hördauer eine halbe Stunde pro Tag; fünf Prozent von ihnen hören immerhin täglich mindestens zwei Stunden Musik über Kopfhörer. 23,5 Prozent der Gerätebenutzer geben an, die Musik laut zu hören, wobei 11,4 Prozent von ihnen den Lautstärkeregler immer am oberen Anschlag haben. Kinder mit niedrigem Sozialstatus benutzen die Geräte länger und hören lauter.

16,5 Prozent der Kinder wohnen an stark befahrenen Haupt- oder Durchgangsstraßen. Bei Familien mit niedrigem Sozialstatus ist das häufiger der Fall. Insgesamt ist das Kinderzimmer bei rund der Hälfte der Kinder (47,7 Prozent) zur Straße hin ausgerichtet; bei Kindern mit Wohnungen an lauten Straßen jedoch häufiger (61 Prozent). Von den 8- bis 10-Jährigen fühlen sich 7,3 Prozent tags und 6,8 Prozent nachts durch Straßenverkehrslärm belästigt. Bei den 11- bis 14-Jährigen liegen die Anteile etwas höher (16,4 und 7,9 Prozent). Im Vergleich zu repräsentativen Untersuchungen bei Erwachsenen sind die Kinder insgesamt jedoch weniger durch Straßenverkehrslärm belästigt. Der Kinder-Umwelt-Survey (KUS) ist ein Teilprojekt des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert Koch-Instituts.

Der Bericht "Kinder-Umwelt-Survey 2003/06 (KUS). Lärm, Daten- und Materialiensammlung - Deskription und Zusammenhangsanalysen" zum Download:

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3617.

Weitere Informationen zum Kinder-Umwelt-Survey:

http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/survey/us03/uprog.htm

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Fernsehgeräte sollen künftig sparsamer werden

Anforderungen an die Effizienz und neue Kennzeichnung können Energieverbrauch senken

Fernsehgeräte sollen künftig weniger Energie verbrauchen. Wie viel genau, könnten die Bürgerinnen und Bürger an einer neuen Energieverbrauchskennzeichnung erkennen. Dies beschlossen die EU-Mitgliedstaaten Ende März im Regelungsausschuss für Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung in Brüssel. Die Zustimmungen des EU-Parlaments und des Rates dazu stehen noch aus. Träten die Regelungen in Kraft, ließen sich im Jahr 2020 - im Vergleich zum Trend - 43 Terawattstunden (TWh) Energie sparen. Das entspricht dem Betrieb von elf Kraftwerken mit einer Leistung von 800 Megawatt und dem Ausstoß von 17,2 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids.

Nach Zustimmung des EU-Parlaments und der Rates, wird die Ökodesign-Verordnung ab dem zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU gelten. Gemäß den neuen Anforderungen dürfen ein Jahr nach Inkrafttreten alle Fernsehgeräte - je nach Bildschirmgröße - im Betrieb eine bestimmte Leistungsaufnahme nicht überschreiten. Zum Beispiel ist dann die Leistungsaufnahme eines Gerätes mit Standardbildschirm und einer Bildschirmdiagonale von 74 Zentimetern (29 Zoll) bei hochauflösenden Geräten mit 145 Watt und bei anderen, nicht-hochauflösenden Geräten mit 133 Watt begrenzt. Das entspricht bei einem täglichen Betrieb von etwa vier Stunden einem Jahresenergieverbrauch von rund 210 und 195 Kilowattstunden (kWh). Bei einer Bildschirmdiagonale von 107 Zentimetern (42 Zoll) liegen die Grenzen bei 283 und 256 Watt, was einem Jahresenergieverbrauch von rund 415 und 375 kWh entspricht.

Die Anforderungen würden sich ab April 2012 nochmals verschärfen. Neu wäre auch, dass ab dem 7. Januar 2010 Fernsehgeräte im Bereitschaftszustand (Standby) nicht mehr als 1 Watt verbrauchen dürfen, bei zusätzlicher Informationsanzeige höchstens 2 Watt und im Aus-Zustand 1 Watt, denn manche Geräte verbrauchen auch Energie, obwohl sie ausgeschaltet sind. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung würde dann eine Begrenzung im Bereitschaftszustand von 0,5 Watt, bei zusätzlicher Informationsanzeige von 1 Watt sowie im Aus-Zustand von 0,3 Watt gelten.

Wichtig ist die Regelung zum Energieverbrauch, weil - laut einer Studie des Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) - die Bürgerinnen und Bürger sich auch weiterhin mit Zweit- und Drittgeräten ausstatten und zudem immer größere Fernseher kaufen werden. Das lässt den Energieverbrauch erheblich steigen. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Röhrenfernsehgerät mit einer Bildschirmdiagonale von 74 Zentimetern (29 Zoll) verbraucht pro Jahr etwa 210 kWh, ein LCD-Fernseher (Flachbildschirm mit Flüssigkristallanzeige) mit 81 Zentimetern (32 Zoll) 230 kWh und ein Plasmafernsehgerät mit einer Diagonale von 107 Zentimetern (42 Zoll) sogar 500 kWh (Stand 2007). Hingegen benötigen die derzeit besten Kühl- und Gefriergeräte - in Abhängigkeit vom Volumen - nur um die 200 kWh oder sogar weniger. Prognosen zeigen, dass der Energieverbrauch der Fernsehgeräte in der EU von etwa 60 Milliarden kWh im Jahr 2007, das sind 60 TWh, auf etwa 132 TWh im Jahr 2020 ansteigen dürfte. Unter Berücksichtung der erzielbaren Einsparung von 43 TWh würde der Stromverbrauch von Fernsehgeräten im Jahr 2020 mit 89 TWh aber immer noch deutlich über dem Verbrauch von 2007 liegen.

Sollten EU-Parlament und Rat auch der neuen Energieverbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte zustimmen, wäre erstmalig eine Vergleichbarkeit der Energieverbräuche verschiedener Fernsehgeräte gewährleistet. Vorraussetzung ist, dass die EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie nach ihrem Inkrafttreten in ihr jeweiliges nationales Recht umsetzen. Der neue Vorschlag zur Energieverbrauchskennzeichnung funktioniert ähnlich der für Haushaltsgeräte bekannten Einteilung in die Energieeffizienzklassen A bis G. Die bei Kühlgeräten eingeführten Klassen A+ und A++ soll es in Zukunft generell für alle Produktgruppen nicht mehr geben. Stattdessen kommen Klassen von A minus x Prozent (%) zum Einsatz. Bei Fernsehgeräten sind dies A-20 %, A-40 %, A-60 % und A-80 %. Diese werden gestaffelt eingeführt und weisen die jeweils effizientesten Geräte auf dem Markt aus. Auch zeigt ein sprachneutrales Symbol auf der Energieverbrauchskennzeichnung den Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einen Blick, ob das Gerät einen Ausschalter besitzt oder nicht. Die Kennzeichnung soll die Nachfrage nach sparsameren Fernsehgeräten - ähnlich wie bei der weißen Ware - weiter steigern. Verbraucherinnen und Verbraucher haben nun die Möglichkeit, aus der Fülle der Geräte mit gleichen oder ähnlichen Parametern die besonders energieeffizienten besser zu erkennen.

Allerdings ist die Kennzeichnung kein dynamisches System in dem Sinn, dass eine Neuzuordnung der Effizienzklassen nach der Marktentwicklung möglich ist. Vielmehr ist es so, dass die neue Kennzeichnung die Zuordnung des Energieverbrauchs des Fernsehgerätes im Betriebszustand - ausgedrückt als Energieeffizienzindex - zu den Effizienzklassen festlegt. Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist eine regelmäßig - in Abhängigkeit von der Entwicklung der Energieeffizienz - vorzunehmende Neuzuordnung des Energieeffizienzindex, welchen die besten Geräte erreichen, zur Effizienzklasse A sinnvoller, um eine eindeutige Anpassung an den technischen Fortschritt zu garantieren.

Alle verfügbaren Dokumente zu den Effizienzanforderungen und zur neuen Energieverbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte finden Sie unter www.ebpg.bam.de/de/produktgruppen/index.htm.

(Quelle: Umweltbundesamt)

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Gesetzliche Unfallversicherung: Persönlich Budgets werden noch selten in Anspruch genommen

Stefan Boltz, Pressestelle
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV

Seit Anfang 2008 können rehabilitationsbedürftige Menschen ihre Teilhabeleistungen statt als Sachleistung als Geldleistung beanspruchen, mit der sie selbstständig die Sachleistung kaufen können. Sinn und Zweck des Persönlichen Budgets ist ein Mehr an Selbstbestimmung.
Bislang machen nur wenige Menschen von dieser Option Gebrauch. Ein Forschungsprojekt soll jetzt die Ursachen klären.

Im Jahr 2008 ist mehr als 900 Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung ein Persönliches Budget genehmigt worden. Das geht aus Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die deren Spitzenverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vorliegen. "Die Zahl der Persönlichen Budgets steigt, insgesamt ist es aber nach wie vor selten", sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. "Wir wollen daher untersuchen, welche Hindernisse es für die Beantragung gibt und ob wir hier zusätzliche Hilfestellung geben können."

Seit Anfang 2008 können rehabilitationsbedürftige Menschen ihre Teilhabeleistungen statt als Sachleistung als Geldleistung beanspruchen, mit der sie selbstständig die Sachleistung kaufen können. Sinn und Zweck des Persönlichen Budgets ist ein Mehr an Selbstbestimmung. Ob und wann das Persönliche Budget geeignet ist, hängt von der Art der Leistung und den Umständen des Einzelfalls ab. Die Qualität der Leistung und die Versorgung dürfen nicht leiden, auch dürfen keine höheren Kosten entstehen.

"Die Unfallversicherung steht dem Persönlichen Budget positiv gegenüber", so Dr. Breuer. "Denn es ist seit jeher unsere Aufgabe, die Teilhabe nach Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen und Berufskrankheiten zu fördern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen." Allerdings gehe der Verband davon aus, dass sich gerade bei Versicherten, die bereits seit Jahren Leistungen der Unfallversicherung erhalten, vieles eingespielt habe. "Die Versicherten kommen daher vielleicht nicht auf die Idee, ein Persönliches Budget zu beantragen."

Daher beteiligt sich die DGUV am Programm der Bundesregierung zur Strukturverstärkung und Verbreitung Persönlicher Budgets mit dem Forschungsprojekt "Pro-Budget". Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Untersucht wird, welche Umstände die Beantragung Persönlicher Budgets fördern oder hindern. Gleichzeitig sollen geeignete Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt werden, die bei der Beantragung und auch dem selbständigen Management Persönlicher Budgets helfen. In der ersten Phase sollen durch einen Arbeits- oder Wegeunfall schwerstverletzte Menschen, die bereits im Leistungsbezug der Unfallversicherung stehen, aufgesucht, informiert und individuell zum Persönlichen Budget beraten werden. In der zweiten Phase sollen diejenigen, die ein Persönliches Budget beantragt und genutzt haben, zu ihren Erfahrungen hierzu befragt werden.

Damit bei diesem Projekt die Interessen der betroffenen Menschen ausreichend wahrgenommen werden, steht dem Projektteam eine Vertreterin des Sozialverbandes VdK e. V. Deutschland beratend zur Seite. Die wissenschaftliche Begleitung wird durch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sichergestellt. Erste Zwischenergebnisse werden für April 2010 erwartet.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Neue umfangreiche Studie zeigt: Intelligenz macht erfolgreich

Frank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Allgemeine Intelligenz ist wichtige Voraussetzung für eine hohe Arbeitsleistung und beruflichen Erfolg - dies hat der Bonner Psychologe Jochen Kramer in einer sogenannten Metaanalyse herausgefunden. 244 Studien aus Deutschland in den letzten achtzig Jahren hat er dafür nach den neuesten Methoden ausgewertet. Deutsche Personalchefs interessieren sich bisher wenig für die Intelligenz ihrer Mitarbeiter. In den USA sind Intelligenztests als Einstellungskriterium dagegen schon lange anerkannte Praxis.
Schon vor zwanzig Jahren zeigte eine amerikanische Studie: Im Vergleich mit anderen Auswahlverfahren zeigen Intelligenztests in den USA die größte Vorhersagekraft für späteren beruflichen Erfolg eines Mitarbeiters. Derartige Tests gehören daher schon lange zum amerikanischen Bewerberalltag. In Deutschland jedoch sind sie als Einstellungskriterium verpönt. Personalchefs zweifeln an ihrer Aussagekraft und sehen auch die schlechte Akzeptanz bei den Bewerbern als Gegenargument. Zudem bewirke unser dreigliedriges Schulsystem schon eine Vorsortierung der zukünftigen Bewerber nach Intelligenz und mache somit solche Tests überflüssig. Doch stimmt das? Dieser Frage ist der Psychologe Jochen Kramer vom Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Universität Bonn in seiner Dissertation auf den Grund gegangen.

Fünf Jahre lang hat Kramer dafür alles verfügbare Datenmaterial zusammengetragen. Dabei berücksichtigte er auch unveröffentlichte Studien. Denn: "Nur wenn mir nichts durch die Lappen geht, kann ich das genauest mögliche Ergebnis erreichen", betont er. 244 deutsche Studien hat er am Ende gesammelt, katalogisiert, bewertet und in einer sogenannten Metaanalyse zusammengefasst. Darunter waren auch solche, die keinen Zusammenhang zwischen Intelligenz und beruflichem Erfolg ergeben hatten. "Insgesamt ist der Zusammenhang aber positiv", ist sich der Arbeitspsychologe sicher. "Je intelligenter ein Mitarbeiter ist, desto eher liefert er gute Arbeit und ist beruflich erfolgreich."

Genauere Aussagen macht die Analyse zu vier Teilbereichen des beruflichen Erfolges: Arbeitsleistung, berufliche Lernleistung sowie - zum ersten Mal in einer deutschen Metaanalyse - Einkommen und berufliche Laufbahn. "Dazu hatten in den Studien zum Beispiel Vorgesetzte die Arbeitsleistung ihrer Angestellten beurteilt", erklärt Kramer. "Außerdem hatten die Wissenschaftler mit Hilfe von Ausbildungs- und Weiterbildungsbewertungen die sogenannte berufliche Lernleistung der Testpersonen dokumentiert." Ergebnis: Mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 80 Prozent erbringen Mitarbeiter eine hohe Arbeits- oder Lernleistung, wenn sie unter Berücksichtigung ihrer Intelligenz ausgewählt wurden - im Vergleich zu 50 Prozent bei reiner Zufallsauswahl. Die Chancen der ausgewählten Bewerber, Karriere zu machen und ein hohes Einkommen zu erzielen, liegen unter Berücksichtigung der Intelligenz bei knapp 70 Prozent. "Gerade für unterschiedlich komplexe Berufe sind bei diesen Werten jedoch Schwankungen zu erwarten", relativiert Kramer. "Zudem wurden in den Studien vor allem Büro-, Industrie- und Handwerksberufe untersucht. Inwieweit Intelligenz bei Berufen wichtig ist, die durch den Umgang mit Menschen geprägt sind, muss noch untersucht werden."

"Intelligenz, also die mentalen Fähigkeiten eines Menschen, wurde in den Tests der Studien auf drei Bereiche eingegrenzt: Zahlen und Rechnen, den sprachlichen Teil der Intelligenz und das räumliche Vorstellungsvermögen, die sogenannte figurale Intelligenz", erklärt der Forscher. "Sie zeigen, wie schnell, wie merkfähig, wie kreativ die Bewerber in den Bereichen sind und ob sie Probleme lösen können." Damit eine Studie in der Bonner Analyse berücksichtigt wurde, mussten in ihr mehrere dieser Disziplinen getestet worden sein. Grundannahme ist nämlich: Im Berufsleben ist allgemeine Intelligenz wichtig statt nur spezifische mentale Fähigkeiten.

Da allgemeine Intelligenz nicht allein ausschlaggebend ist, interessiert den Bonner Wissenschaftler nun, welche anderen Fähigkeiten noch eine Rolle spielen. Wie viel Anteil haben zum Beispiel Motivation, Gewissenhaftigkeit, emotionale Intelligenz oder soziale Kompetenzen? Schon jetzt weiß er aber: "Als Personalchef würde ich mir auf jeden Fall ein Bild von der allgemeinen Intelligenz meines zukünftigen Mitarbeiters verschaffen. Davon profitiert schließlich auch der Arbeitnehmer: Denn nur wer eine Aufgabe hat, die zu seinen Fähigkeiten passt, wird damit zufrieden."

Kontakt:
Dr. des. Jochen Kramer
Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie
Institut für Psychologie der Universität Bonn
Tel. 0228 / 73-4371
E-Mail: jochen.kramer@uni-bonn.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news310621

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Neuerscheinung: Wasserversorgung im Umbruch. Der Bevölkerungsrückgang und seine Folgen für die öffentliche Wasserwirtschaft

Birgit Kullmann, Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE

Alexandra Lux zeigt in ihrer aktuellen Publikation wie demographische Schrumpfung und der anhaltende Trend zum sparsamen Wasserverbrauch zunehmend zu Problemen in der öffentlichen Wasserversorgung führen.
Durch den steten Rückgang der Geburtenzahlen und die Erhöhung der Lebenserwartung ist für die nächsten Jahrzehnte in Deutschland und Europa mit sinkenden Bevölkerungszahlen und einer demografischen Alterung zu rechnen.
Diese Veränderungen werden mehr oder weniger schwer in alle zentralen Gesellschaftsbereiche eingreifen. Wohnungen werden leer stehen und technische und soziale Infrastrukturen, wie Hallenbäder, Schulen oder der öffentliche Personennahverkehr werden nicht mehr ausgelastet sein.
Gleiches gilt für die Wasserversorgung, allerdings bieten sich im Wassersektor Lösungen wie etwa die Ausdünnung des Leistungsangebotes oder die Schließung von Einrichtungen nicht an. Denn es ist gesellschaftlich nicht wünschenswert, Leitungswasser in der Qualität oder der Verfügbarkeit zu reduzieren und beispielsweise auf wöchentliche Wasserlieferungen durch Tankwagen umzusteigen.

Die Folgen demographischer Schrumpfungsprozesse für die öffentliche Wasserversorgung sind in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum wissenschaftlicher Untersuchungen und auch in den Blick kommunaler Entscheidungsträger gerückt. Welche Anpassungsprobleme ergeben sich für die öffentliche Wasserversorgung, wenn demographischer Wandel und siedlungsstrukturelle Veränderungen mit dem anhaltenden Trend zum sparsameren Umgang mit Wasser ineinander greifen?
Dieser Frage geht Lux in ihrem, im Campus Verlag erschienen Buch nach und kommt zu dem Schluss, dass für die Zukunft die zentrale Herausforderung in der Veränderlichkeit und Anpassungsfähigkeit von technischen Systemen und des Infrastrukturmanagements liegen. Doch gibt es dafür keine allgemeingültige Blaupause. Denn die Probleme unterscheiden sich je nach Organisationsstruktur in der lokalen Wasserversorgung, wirtschaftlicher und politischer Situation in Versorgungsunternehmen und Kommune sowie der zukünftigen Entwicklung der Wassernachfrage. Differenzierte und lokal angepasste Entwicklungsmuster sind also notwendig. Darum werden im vorliegenden Buch abschließend mögliche Wege zur Entwicklung von zukünftigen Anpassungsmaßnahmen diskutiert.

Das Buch ist im Buchhandel zum Preis von 34,90 Euro erhältlich
Onlinebestellung: http://www.campus.de/isbn/9783593388892
Bibliographische Angaben:
Alexandra Lux (2009): Wasserversorgung im Umbrauch. Der Bevölkerungsrückgang und seine Folgen für die öffentliche Wasserwirtschaft. Campus Forschung, Bd. 938. Campus Verlag: Frankfurt am Main/New York
ISBN 978-3-593-38889-2

Kontakt:
Dr. Alexandra Lux
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt
Tel.: 069/7076919-27
E-Mail: lux@isoe.de

Das vorliegende Buch ist die Druckfassung der im Frühjahr 2008 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg angenommenen Dissertation von Alexand-ra Lux. Lux war eingebunden in die am Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) verankerte Nachwuchsgrupppe "Demographic Trends, Needs and Supply Systems". An dem grundlagenorientierten Projekt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen beteiligt (Biologie, Geographie, Ökonomie, Soziologie, Politologie). Sie analysieren gemeinsam die Bedeutung demographischer Veränderungen für krisenhafte Entwicklungen der Wasser- und Nahrungsversorgung. Die empirische Basis bilden Fallstudien in ausgewählten Industrie- und Entwicklungsländern. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" gefördert. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind veröffentlicht in dem bei Campus erschienen Sammelband: Diana Hummel (Hg.) (2008): Population Dynamics and Supply Systems. A Transdisciplinary Approach. Campus Verlag Frankfurt am Main/New York. ISBN 978-3-38545-7

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Arsen und Selen in Lebensmitteln - eine unterschätzte Gefahr?

Dr. Ernst Guggolz, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Arsenverbindungen wirken krebserregend, beim Spurenelement Selen verschwimmt die Grenze zwischen Gut und Böse: Es gilt als essenziell, aber in erhöhter Dosis greift es in die DNA-Reparatur ein. Die richtige Balance zwischen Über- und Unterversorgung ist hier entscheidend. Bisher sind Arsen und Selen noch zu wenig erforscht, berichten die "Nachrichten aus der Chemie". Wie schädlich sind Arsenverbindungen in Sushi und nützen selenhaltige Nahrungsmittelergänzungskapseln wirklich?
Für Arsen im Trinkwasser existieren in Deutschland strikte Grenzwerte - für Arsen in Lebensmitteln nicht. Anorganisches Arsen reichert sich beispielsweise in Reis an und erzeugt in höheren Konzentrationen Krebs. Im Gegensatz dazu galten organische Arsenverbindungen in Fisch und Meeresfrüchten bislang als unbedenklich. Diese Hypothese stellen Wissenschaftler jetzt in Frage: In den letzten fünf Jahren hat man Arsenverbindungen in Lebensmitteln entdeckt, von denen niemand weiß, wie der Körper sie verarbeitet. Einige der Abbauprodukte beispielsweise verändern das genetische Material in Zellen.

Selen ist reich vorhanden in Paranüssen und Vollkornbrot. Ernährungsspezialisten wissen noch nicht genau, wie viel Selen in der Nahrung eigentlich zu viel ist: Über die optimale Versorgung gibt es lediglich Schätzungen. Das Spurenelement stand im Ruf, vor Krebs und Herzkreislaufkrankheiten zu schützen - eine klinische Studie dazu wurde jedoch abgebrochen, da die Teilnehmer vermehrt Typ-II-Diabetes entwickelten. Die Substanz greift zudem in den Zinkhaushalt von Zellen ein und beeinflusst DNA-Reparaturprozesse, indem sie etwa die verantwortlichen Enzyme hemmt. Selenhaltige Nahrungsergänzungspräparate sind daher "eher kritisch zu beurteilen", schreiben die Wissenschaftlerinnen Tanja Schwerdtle und Andrea Hartwig.

In der Märzausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" fassen Schwerdtle und Hartwig den Stand der Forschung zu Selen und Arsen in Lebensmitteln zusammen. Die PDF-Datei des Artikels gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten "Nachrichten aus der Chemie"
http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2009/h03_09.htm Das Märzheft der "Nachrichten aus der Chemie"

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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KLIFWA untersucht Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Wasserressourcen in Niedersachsen

Dr. Stefanie Beier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz Universität Hannover

Ministerium fördert Projekt mit mehr als 1,5 Millionen Euro
Hochwasserrisiko, Trockenheit und Gewässerbelastung: Der Klimawandel beeinflusst weltweit Wasserressourcen und -qualität - auch in Deutschland. Mit den Auswirkungen der Klimaänderungen auf den regionalen Wasserhaushalt in Niedersachsen befasst sich zurzeit ein Projekt am Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau der Leibniz Universität Hannover. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungsvorhaben "Auswirkungen von Klimaänderungen auf Wasserdargebot, Hochwasserrisiko und Gewässerbelastung in Niedersachsen" (KLIFWA) ist Teil des kürzlich gestarteten Forschungsverbundes KLIFF, der sich mit der Klimafolgenforschung befasst. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Teilprojekt mit mehr als 1,5 Millionen Euro.

Das Team unter Leitung von Prof. Uwe Haberlandt untersucht in Zusammenarbeit mit anderen Instituten der Leibniz Universität Hannover sowie Instituten der TU Braunschweig, der Georg-August-Universität Göttingen, dem Ingenieurbüro Prof. Hartung und Partner, den Harzwasserwerken und dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz die regionalen und lokalen Folgen des Klimawandels auf die Wasserressourcen in Niedersachsen. Untersuchungsgebiet ist das Aller-Leine-Einzugsgebiet, dessen rund 15.000 Quadratkilometer große Fläche auch einen Großteil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg umfasst.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich unter anderem mit der Frage, ob die Gefahr von Überschwemmungen steigt und ob es im Sommer häufiger Niedrigwasser geben wird. Dafür führen sie eine integrierte Analyse für die Bereiche Wasserverfügbarkeit, Hochwasserrisiko und Gewässerbelastung durch. Außerdem wenden sie Simulationsmodelle an und entwickeln sie weiter. Dabei gehen sie in drei Schritten vor. Zunächst analysiert das Team den Ist-Zustand und die bisherigen Veränderungen. Dann wollen die Forscherinnen und Forscher eine Prognose der Auswirkungen zukünftiger Klimaänderungen erstellen und einen Katalog möglicher Anpassungsstrategien entwickeln, die die Folgen des Klimawandels abmildern könnten, wie etwa eine veränderte Wasserbewirtschaftung.

Genaue Vorhersagen sind in diesem Bereich nur schwer zu erstellen, daher wollen die Beteiligten vor allem aufzeigen, welche Trends sich abzeichnen und welche Bandbreite der Entwicklung nach heutigem Forschungsstand am wahrscheinlichsten ist. Besondere Beachtung findet die Häufigkeit von extremen Ereignissen wie Hochwasser oder lang anhaltender Hitze mit Niedrigwasser.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Hoher Salzkonsum begünstigt Bluthochdruck!

Joachim Leiblein, Geschäftsstelle
Deutsche Hochdruckliga

Der Welt Hypertonie Tag macht auf Risikofaktoren für Bluthochdruck aufmerksam und unterstreicht in diesem Jahr den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck. Der 17. Mai steht unter dem Motto "Versalzen Sie sich nicht Ihre Gesundheit!"
Bluthochdruck (Hypertonie) ist die Volkskrankheit Nr.1 - die Zahl der Betroffenen nimmt in einem besorgniserregenden Maße stetig zu. Mindestens 30 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits betroffen. Man geht davon aus, dass bei den über 60-Jährigen jeder zweite hyperton ist, also einen zu hohen Bluthochdruck hat.

Die Folgen von Bluthochdruck sind gravierend, denn die Erkrankung geht mit einem deutlich erhöhten Risiko einher, gefährliche (kardio-)vaskuläre Krankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Retinopathie, Demenz) zu erleiden. So werden derzeit in Deutschland pro Jahr rund 200.000 Schlaganfälle registriert, von denen 90.000 tödlich verlaufen. Wenn man bedenkt, dass 40% dieser Schlaganfälle (und der daraus resultierenden Todesfällen) durch eine korrekte Blutdruckeinstellung verhindert werden könnte, wird deutlich, wie wichtig die Prävention sowie eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck sind.

Leider ist die Dunkelziffer der Hypertonie nach wie vor sehr hoch, da sie normalerweise ohne Symptome verläuft. Der hohe Bluthochdruck wird daher oftmals gar nicht bemerkt. Über die Hälfte der Patienten ist nicht diagnostiziert und nur jeder dritte diagnostizierte Patient wird auch behandelt.

Auch die Prävention von Bluthochdruck steckt noch in den Kinderschuhen.
Zwar sind die Ursachen der essentiellen Hypertonie multifaktoriell und nicht endgültig geklärt, aber bestimmte Risikofaktoren sind bekannt und könnten gut beeinflusst werden. Dazu gehört neben dem Rauchen und dem Übergewicht auch die salzreiche Kost. Was den wenigsten Menschen bekannt ist: Ein hoher Salzkonsum stellt einen Risikofaktor dar und kann zu Bluthochdruck führen. Das ist besonders problematisch, da wir oft unwissentlich "verstecktes" Salz zu uns nehmen - und zwar via Konserven, Fertiggerichte oder Fastfood-Essen. Der durchschnittliche pro Kopf-Salzkonsum ist fast doppelt so hoch wie empfohlen. Nach Angaben der Welt Hypertonie Liga könnten weltweit 2,5 Millionen Todesfälle jährlich vermieden werden, wenn die Menschen ihren Salzkonsum auf max. 6 g pro Tag halbieren würden.

Der Welt Hypertonie Tag 2009 möchte darauf aufmerksam machen und das Bewusstsein für die Erkrankung Bluthochdruck schärfen. Das Motto des internationalen Aktionstages lautet: "Versalzen Sie sich nicht Ihre Gesundheit!"

Die Erkrankung Bluthochdruck stellt eine wachsende Gefahr für unsere Gesellschaft dar und ist bereits jetzt die Haupttodesursache in den westlichen Industrienationen. Bluthochdruck steht daher in diesem Jahr auch im Mittelpunkt des Internistenkongresses der Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. in Wiesbaden unter der Kongresspräsidentschaft von Prof. Dr. med. Rainer E. Kolloch (Bielefeld). Im Rahmen der Kongresspressekonferenz am 20.04.2009 werden die verschiedenen Aspekte der Hypertonie beleuchtet und Präventionsmaßnahmen dargestellt. Prof. Dr. med. Joachim Hoyer (Marburg), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. und der Deutschen Hypertonie Gesellschaft, wird auf der Pressekonferenz zur "weißen Gefahr" sprechen - sein dringender Appell lautet: "Weniger Salz für alle!"

Durch konsequente Präventionsmaßnahmen können Bluthochdruck und die daraus resultierenden schweren Folgeerkrankungen vermieden werden.
Am Welt Hypertonie Tag, am 17. Mai 2009, werden deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen und kostenlose Blutdruckmess-Aktionen durchgeführt, zu denen die Deutsche Hochdruckliga aufgerufen hat (Liste unter www.hochdruckliga.de ). Zudem hat die Hochdruckliga einen Informationsflyer zum Thema "Salz und Bluthochdruck" erstellt, der ebenfalls online eingesehen und angefordert werden kann.

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Helfen Sie uns, die wichtige Präventionsbotschaft des Welt Hypertonie Tages publik zu machen. Sollten Sie noch weitere Informationen oder einen Interviewpartner benötigen, wenden Sie sich bitte an:

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Str. 46
69120 Heidelberg
Tel. 06221/ 58855-0
Fax 06221/ 58855-25
hochdruckliga@t-online.de
Weitere Informationen:
http://www.hochdruckliga.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Zertifizierung von Biokraftstoffen kann Umweltgefahren nur teilweise ausschließen

Tilo Arnhold, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Leipzig. Das geplante Zertifizierungssystem für Biomasse kann die nachhaltige Produktion von importierten nachwachsenden Rohstoffen nur begrenzt sicherstellen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in einer Untersuchung zu den Nachhaltigkeitsanforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die im Dezember 2008 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde. Die Richtlinie stellt Kriterien für die Nachhaltigkeit von Biomasse auf, die als Biokraftstoffe oder andere flüssige Brennstoffe eingesetzt werden.
Die Anforderungen der EU-Richtlinie gelten sowohl für in der EU produzierte als auch für importierte Biomasse und haben die Einsparung von Treibhausgasemissionen, den Schutz von Flächen mit anerkanntem hohen Wert für die biologische Vielfalt sowie den Schutz von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand und Torfflächen zum Gegenstand. Darüber hinaus gelten Anforderungen an die landwirtschaftliche Bewirtschaftung für in der EU angebaute nachwachsende Rohstoffe. Die Produktion von Biosprit ist aufgrund ihrer ökologischen Auswirkungen umstritten, zum Beispiel wegen der Abholzung von Regenwald für den Anbau von Palmöl. Durch die Kriterien kann zwar sichergestellt werden, dass auf der gerade bewirtschafteten Fläche kein ökologisch wertvoller Bestand zerstört wurde. Weicht aber dafür beispielsweise die Produktion von Nahrungsmitteln in sensible Räume aus, so bietet das rechtliche Instrumentarium der Richtlinie dagegen keine Handhabe. Die Untersuchung wird auf dem 14. Leipziger Umweltrechtlichen Symposion am 23. und 24. April 2009 vorgestellt. Dort werden voraussichtlich etwa 100 Juristen die Rechtsfragen der Nutzung Erneuerbarer Energien diskutieren.

Für das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, will die EU fossile Energieträger teilweise durch Erneuerbare Energien ersetzen und die Energieeffizienz in weiten Bereichen verbessern. Deshalb soll bis zum Jahr 2020 der Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtenergiemix der Gemeinschaft von bisher 7 auf 20 Prozent erhöht werden. Auf die Bundesrepublik Deutschland entfällt gemäß der Verteilungsentscheidung in der jüngst beschlossenen EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien ein Anteil von 18 Prozent. Unabhängig davon sieht z.B. das nationale Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor, den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland bis 2020 auf mindestens 30 Prozent zu steigern und danach kontinuierlich weiter zu erhöhen. Die Auswirkungen dieser ehrgeizigen Ziele werden zurzeit in Wissenschaft und Politik heftig diskutiert, denn die Nutzung Erneuerbarer Energien ist nicht nur mit positiven Umweltauswirkungen, sondern auch mit negativen verbunden. Als Beispiele gelten unter anderen der "Landschaftsverbrauch" bei der Windenergie, die weitere Intensivierung der Landnutzung durch Bioenergieproduktion oder der Eingriff in Gewässerstrukturen zwecks Ausbaus der Wasserkraft.
Die neue EU-Richtlinie zu Erneuerbaren Energien sieht für den Anbau von Biomasse in Europa und weltweit Kriterien vor - so zum Beispiel für die Treibhausgasminderungsbilanz und für den Schutz erhaltenswerter Flächen. In ihrer aktuellen Untersuchung kommen die UFZ-Forscher zu dem Schluss, dass der Import von Biokraftstoffen und anderen flüssigen Biobrennstoffen problematisch sei, denn geschriebenes Recht und Wirklichkeit könnten in Entwicklungs- und Schwellenländern weit auseinanderklaffen. Dass nun die Förderfähigkeit von Biomasse sowie deren Anrechnungsfähigkeit auf die Quoten für den Einsatz Erneuerbarer Energien an bestimmte Voraussetzungen geknüpft wird, begrüßen die Forscher. "Die Richtlinie sieht allerdings keine sozialen Kriterien vor, sondern lediglich Berichtspflichten der Kommission hinsichtlich der sozialen Tragbarkeit einer erhöhten Nachfrage nach Biokraftstoffen in der EU und in Drittländern. Andere Probleme, wie indirekte Landnutzungsänderungen oder steigende Nahrungsmittelpreise sind durch Kriterien nicht erfassbar", erläutert Dr. Grit Ludwig vom UFZ. "Insgesamt ist daher beim Einsatz von Biomasse als Energieträger Augenmaß erforderlich. Biomasse sollte zudem dort am stärksten gefördert werden, wo dies am effektivsten ist, nämlich bei der stationären Nutzung für die Strom- und Wärmeerzeugung."

Am 23. und 24. April 2009 findet im Plenarsaal des Neuen Rathauses der Stadt Leipzig das 14. Umweltrechtliches Symposion statt, das dem Thema "Klimaschutz durch Erneuerbare Energien" gewidmet ist. Im Zentrum des ersten Tagungstages werden die raumbezogenen Aspekte der Nutzung Erneuerbarer Energien stehen. Dabei geht es um Steuerungsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteure, aber auch um einzelne Energieträgern (Wind; Biomasse; Geothermie). Am zweiten Tag werden in einem Podiumsgespräch Strategien und Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz aus der Sicht unterschiedlicher Akteure diskutiert. Das Symposion wird veranstaltet von der Universität Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) - im Zusammenwirken mit der Leipziger Vereinigung für Umwelt- und Planungsrecht, dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, der Stadt Leipzig und der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt in Tharandt.
Tilo Arnhold

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Grit Ludwig
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1693
http://www.ufz.de/index.php?de=17131
und
Prof. Dr. Wolfgang Köck
Universität Leipzig / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-9735-109 bzw. 0341-235-1232
http://www.uni-leipzig.de/umweltrecht/institut/koeck/
http://www.ufz.de/index.php?de=1777
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
E-mail: presse@ufz.de

Weiterführende Links:
Klimaschutz durch Erneuerbare Energien -
Programm des 14. Umweltrechtlichen Symposions des Instituts für Umwelt- und Planungsrecht der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ:
http://www.ufz.de/?de=15870

Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (EE-RL):
http://ec.europa.eu/climateaction/key_documents/index_de.htm

OECD- Studie zu den ökonomischen Effekten der Biokraftstoffförderung:
http://www.oecd.org/document/29/0,3343,de_34968570_35008930_41014493_1_1_1_1,00....

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=17986

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Warum "Der Struwwelpeter" bis heute ein Besteller ist

Ulrike Jaspers, Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

FRANKFURT. Kein Bilderbuch der Welt weist eine solch internationale Karriere auf wie "Der Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann. In seinen Lebenserinnerung schreibt der Frankfurter Arzt und Autor, dessen 200. Geburtstag in diesem Sommer in Frankfurt gefeiert wird: "Der Schlingel hat sich die Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen.." Prof. Hans-Heino Ewers, Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, beleuchtet in der soeben erschienenen Ausgabe von "Forschung Frankfurt", wie die Geschichten dieses Klassikers zu einem populären Mythos geworden sind und welche vielfältigen Interpretationen sie zulassen.
Auch Erwachsene werden von diesem einzigartigen Werk angezogen, das inzwischen in über 40 Sprachen und 50 Mundartversionen vorliegt, seine phänomenale Wirkungsgeschichte beschäftigt Medizin- und Literaturhistoriker, Erziehungswissenschaftler und Psychoanalytiker, wie auch die jüngste Ausgabe des Frankfurter Wissenschaftsmagazins zeigt.

Hoffmanns Blick auf Kinder aus seiner ärztlichen Perspektive hebt sich von der Verniedlichung der Kindheit im Biedermeier deutlich ab. Dazu Ewers: "Für Hoffmann waren undisziplinierte, unbeherrschte, triebgesteuerte, kurz: unartige Kinder etwas völlig Normales. Kinder deshalb zu bewundern oder gar zu Revoluzzern zu erklären, lag Hoffmann dabei gänzlich fern; man musste ihnen im Gegenteil beibringen, mit den eigenen impulsiven Regungen, mit ihren Aggressionen, ihrer Leichtsinnigkeit und Unvorsichtigkeit fertig zu werden - und zwar um des eigenen Überlebens willen." Ewers ist der Auffassung, dass die Struwwelpeter-Geschichten nicht im eigentlichen Sinn moralisch sind, sie wollen vielmehr höchst elementare Verhaltensmaßregeln bieten und tun dies, indem sie warnen und sehr drastisch abschrecken.

Denn - so glaubte Hoffmann - nur so könnten die kindlichen Leser wirklich "frappiert" werden. Dabei greift er zeitgenössische Veränderungen des Alltagslebens auf, die neue Gefahrenquellen für Kinder bedeuteten. So wurde vermutlich die Paulinchen-Geschichte durch die Schwefelstreichhölzer inspiriert, die ab 1834 in Darmstadt produziert wurden und verheerender Brände verursachten. Doch werden die eher vordergründigen Erziehungsabsichten nicht auch durch die Lust an der dargestellten Ungezogenheit konterkariert und durch die karikaturistische Gestaltung dem Ernst moralischer Belehrung enthoben? Der Literaturwissenschaftler Ewers sieht in dieser Interpretation des Augsburger Literaturdidaktikers Kaspar Spinner ein der vielfältigen Wirkungspotenziale, die dieser Kinderbuchklassiker hervorruft.

Inzwischen gibt es verschiedene politische Struwwelpetriaden, die bekannteste ist die von Friedrich Karl Wächter von 1970. Ewers sieht bereits im Hoffmann'schen Original vielfältige Bezüge auf die politischen Verhältnisse der Entstehungszeit, des Vormärz und der 1848er-Revolution. Ist "Der Struwwelpeter" womöglich ein verkapptes politisches Traktat in Wort und Bild? Ist der Titelheld etwa als die Karikatur eines radikalen Achtundvierzigers zu lesen, von denen Hoffmann sich ein Stück weit distanzierte? Geht es in der Geschichte vom wilden Jäger, dem Hasen und dem Hasenkind um das Verhältnis von Adel, Bourgeoisie und Proletariat? Mit seinem satirischen "Handbüchlein für Wühler", 1848 unter dem Pseudonym "Peter Struwwel, Demagog" veröffentlicht, hat sich Hoffmann selber unter die Verfasser politischer Struwwelpetriaden begeben und damit nachträglich den verborgenen politischen Gehalt des Originals bekräftigt.

Informationen: Prof. Hans-Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Tel. (069) 798 32997 oder - 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de
Weitere Informationen:
Forschung Frankfurt 1/2009 im Internet: www.muk.uni-frankfurt.de/Publikationen/FFFM/2009/index.html

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Heizen mit "grüner" Kohle als alternativem Energieträger

Franz-Georg Elpers, Pressestelle
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

DBU unterstützt Entwicklung von pflanzlicher Kohle - Projekte auf Hannover Messe ausgestellt
Hannover. Fossile Energiequellen wie Gas, Öl und Kohle neigen sich dem Ende zu. Erneuerbare Energien erleben deshalb einen regelrechten Boom. Eine Alternative zu Solarzellen, Windkrafträdern und Co. könnte in Nischen Pflanzenkohle werden, die die energetischen Eigenschaften von Braunkohle hat. Zwei Projekte der sogenannten Inkohlung werden am Gemeinschaftsstand der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf der Hannover Messe vorgestellt. Vom 20. bis 24. April in Halle 002/Stand D62 präsentiert die DBU insgesamt neun innovative Projekte, die sich durch Klimaschutz und wirkungsvollen Energieeinsatz in industriellen Prozessen auszeichnen. Die größte Investitionsgütermesse der Welt wird von Bundespräsident Horst Köhler eröffnet. Sie steht unter dem Leitmotiv des wirkungsvollen Einsatzes von Energie in der Wirtschaft.

Die hessische Firma Willi Schlitt entwickelt eine Pflanzenkohle, die am Ende die energetischen Eigenschaften von Braunkohle haben soll und zu Briketts gepresst werden kann. In einem Kessel wird unter starkem Druck und hohen Temperaturen aus einem Brei von Pflanzenreststoffen wie Grünschnitt oder Stroh "grüne" Kohle produziert (Hydrothermale Carbonisierung, HTC, oder Inkohlung). Und das in wenigen Stunden. "Innerhalb kurzer Zeit wird ein Energieträger hergestellt, dessen Entstehung in der Natur eigentlich 50.000 bis 50 Millionen Jahre dauert", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Die "grüne" Kohle habe mehrere Vorteile, so Brickwedde. "Überflüssiger Biomüll findet Verwendung, gleichzeitig wird eine Kohle produziert, die weniger umweltschädliche Stoffe enthält und Ressourcen schont." Das Projekt, an dessen Ende die wirtschaftliche Umsetzung stehen soll, fördert die DBU mit rund 404.000 Euro.

"Wir können anderthalb Tonnen Biomasse am Tag verarbeiten", sagt Rainer Schlitt, Geschäftsführer der Willi Schlitt GmbH. Automatisch werde die Anlage mit Biomasse beschickt und später auch die Kohle entnommen und aufbereitet. Nahezu der gesamte in der rohen Biomasse enthaltene Kohlenstoff sei später auch in der Pflanzenkohle enthalten. Brickwedde: "Schadstoffe könnten am Ende in der Kohle weniger enthalten sein. Das verringert die Luftbelastung."

Ob auch aus Abfällen der Bio-Tonne Naturkohle hergestellt werden kann, wird in einer Machbarkeitsstudie der Hochschule Ostwestfalen-Lippe untersucht. Das Projekt unterstützt die DBU mit mehr als 138.000 Euro. Die Wissenschaftler hätten gezeigt, dass gerade wässrige organische Abfälle wie aus der Biotonne sehr gut für die Inkohlung geeignet seien, so Brickwedde. "Damit lässt sich nicht nur ein heizwertreicher Brennstoff herstellen. Bei geschickter Prozessführung ist auch zu erwarten, dass die Energiebilanz insgesamt günstiger ausfällt als bei bisherigen Verfahren", weiß Prof. Dr. Hans-Günter Ramke.

Als alleiniger Förderer unterstützt Europas größte Umweltstiftung Projekte zur Herstellung alternativer Brennstoffe aus Biomasse mit der Inkohlung. "Somit eröffnet sich ein interessante umweltfreundliche Verwertungsmöglichkeit bisher nicht genutzter Bioabfälle und landwirtschaftlicher Reststoffe in der energetischen und stofflichen Nutzung", sagt Brickwedde. Weitere Projektpartner am DBU-Stand auf der Hannover Messe sind Airmatic (Hemer), Bauer Anlagen (Weißbach), Mirroxx/PSE (Freiburg), PYTEC (Lüneburg), vibro-tec (Unna), die Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Pentagal-Chemie und Maschinenbau (Bochum). Eine aktuelle Sonderveröffentlichung der DBU gibt im Vorfeld der Hannover Messe einen Überblick über neue Technologien in der Energieeffizienz und im Klimaschutz und ist auf www.dbu.de/publikationen kostenlos erhältlich.

Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel28724_335.html

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Beereninhaltsstoffe könnten vor M. Parkinson schützen

Dr./M.A. Rudolf F. Dietze, Referat II/2, Pressestelle
Universität Regensburg

Beeren enthalten in hohen Konzentrationen rote und blaue Farbstoffe, die so genannten Anthocyane. Ihnen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben. Regensburger Wissenschaftler konnten jetzt zeigen, dass neben den bereits bekannten Schutzmechanismen auch weitere Schutzfunktionen für Zellen von Anthocyanen übernommen werden.

Wie Mitarbeiter vom Lehrstuhl für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Pharmacological Research berichten, fungieren die Farbstoffe gleichzeitig als Hemmstoffe von zwei Enzymen, die für den Gehirnstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. In Experimenten an insgesamt 25 verschiedenen Beereninhaltsstoffen fanden sich mehrere Farbstoffe, die eine hemmende Wirkung auf die Monoaminooxidasen (MAO) A und B entfalteten.

MAO-Hemmstoffe zählen seit langem zu den bewährten Medikamenten in der Behandlung von M. Parkinson und von Depressionen. Zwar erreichten die Beerenwirkstoffe nicht die Effektstärke von handelsüblichen Arzneimitteln, doch es ist vorstellbar, dass ihre Einnahme mit der Nahrung gesundheitliche Vorteile bietet. MAO A und B wirken in den Mitochondrien, den Energiekraftwerken der Zelle. Eine Hemmung des Enzyms führt zum verlangsamten Abbau verschiedener Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin sowie einiger Hormone wie beispielsweise Adrenalin. Im Gehirnstoffwechsel stehen dann vermehrt Neurotransmitter zur Signalübertragung bereit.

Gegenwärtig ist noch unklar, welche Menge Beeren täglich zu essen ist, um eine messbare Hemmung von MAO A und B in der Praxis herbeizuführen. Besonders reich an Anthocyanen sind Heidelbeeren und Holunderbeeren, die davon je zwischen 600 und 1400mg pro 100g enthalten. Zu den übrigen Nahrungsquellen mit hohem Anthocyananteil zählen Weintrauben, Kirschen und Rotkohl bzw. Blaukraut.

Mehr Informationen unter:
http://www.sciencedirect.com/science/journal/10436618

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Andrea Dreiseitel
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Andrea.Dreiseitel@klinik.uni-regensburg.de
Tel. 0941-944-8957

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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"Der Schlingel hat die Welt erobert - ganz friedlich, ohne Blutvergießen"

Dr. Anne Hardy, Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Frankfurter Literaturwissenschaftler erklärt, warum "Der Struwwelpeter" bis heute ein Besteller ist
FRANKFURT. Kein Bilderbuch der Welt weist eine solch internationale Karriere auf wie "Der Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann. In seinen Lebenserinnerung schreibt der Frankfurter Arzt und Autor, dessen 200. Geburtstag in diesem Sommer in Frankfurt gefeiert wird: "Der Schlingel hat sich die Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Welt herumgekommen als ich." Prof. Hans-Heino Ewers, Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, beleuchtet in der soeben erschienenen Ausgabe von "Forschung Frankfurt", wie die Geschichten dieses Klassikers zu einem populären Mythos geworden sind und welche vielfältigen Interpretationen sie zulassen. Auch Erwachsene werden von diesem einzigartigen Werk angezogen, das inzwischen in über 40 Sprachen und 50 Mundartversionen vorliegt, seine phänomenale Wirkungsgeschichte beschäftigt Medizin- und Literaturhistoriker, Erziehungswissenschaftler und Psychoanalytiker, wie auch die jüngste Ausgabe des Frankfurter Wissenschaftsmagazins zeigt.

Hoffmanns Blick auf Kinder aus seiner ärztlichen Perspektive hebt sich von der Verniedlichung der Kindheit im Biedermeier deutlich ab. Dazu Ewers: "Für Hoffmann waren undisziplinierte, unbeherrschte, triebgesteuerte, kurz: unartige Kinder etwas völlig Normales. Kinder deshalb zu bewundern oder gar zu Revoluzzern zu erklären, lag Hoffmann dabei gänzlich fern; man musste ihnen im Gegenteil beibringen, mit den eigenen impulsiven Regungen, mit ihren Aggressionen, ihrer Leichtsinnigkeit und Unvorsichtigkeit fertig zu werden - und zwar um des eigenen Überlebens willen." Ewers ist der Auffassung, dass die Struwwelpeter-Geschichten nicht im eigentlichen Sinn moralisch sind, sie wollen vielmehr höchst elementare Verhaltensmaßregeln bieten und tun dies, indem sie warnen und sehr drastisch abschrecken.

Denn - so glaubte Hoffmann - nur so könnten die kindlichen Leser wirklich "frappiert" werden. Dabei greift er zeitgenössische Veränderungen des Alltagslebens auf, die neue Gefahrenquellen für Kinder bedeuteten. So wurde vermutlich die Paulinchen-Geschichte durch die Schwefelstreichhölzer inspiriert, die ab 1834 in Darmstadt produziert wurden und verheerender Brände verursachten. Doch werden die eher vordergründigen Erziehungsabsichten nicht auch durch die Lust an der dargestellten Ungezogenheit konterkariert und durch die karikaturistische Gestaltung dem Ernst moralischer Belehrung enthoben? Der Literaturwissenschaftler Ewers sieht in dieser Interpretation des Augsburger Literaturdidaktikers Kaspar Spinner ein der vielfältigen Wirkungspotenziale, die dieser Kinderbuchklassiker hervorruft.

Inzwischen gibt es verschiedene politische Struwwelpetriaden, die bekannteste ist die von Friedrich Karl Wächter von 1970. Ewers sieht bereits im Hoffmann'schen Original vielfältige Bezüge auf die politischen Verhältnisse der Entstehungszeit, des Vormärz und der 1848er-Revolution. Ist "Der Struwwelpeter" womöglich ein verkapptes politisches Traktat in Wort und Bild? Ist der Titelheld etwa als die Karikatur eines radikalen Achtundvierzigers zu lesen, von denen Hoffmann sich ein Stück weit distanzierte? Geht es in der Geschichte vom wilden Jäger, dem Hasen und dem Hasenkind um das Verhältnis von Adel, Bourgeoisie und Proletariat? Mit seinem satirischen "Handbüchlein für Wühler", 1848 unter dem Pseudonym "Peter Struwwel, Demagog" veröffentlicht, hat sich Hoffmann selber unter die Verfasser politischer Struwwelpetriaden begeben und damit nachträglich den verborgenen politischen Gehalt des Originals bekräftigt.

Weitere Beitrag in "Frankfurt Frankfurt" 1/2009, die sich mit Struwwelpeter und seinen Folgen beschäftigen:

- Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Psychoanalyikterin, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts: Der Struwwelpeter: Eine Fundgrube unbewusster Wünsche und Ängste von Kindern
- Prof. Dr. Helmut Siefert, Medizinhistoriker, Goethe-Universität: Heinrich Hoffmann und das Frankfurter "Irrenschloss"
- Prof. Dr. Frank-Olaf Radtke und Prof. Dr. Micha Brumlik, Interview mit den beiden Erziehungswissenschaftlern, Goethe-Universität: Eltern und Kinder unter permanentem Erwartungsdruck - Warum Ratgeber-Bücher Hochkonjunktur haben

Informationen: Prof. Hans-Heino, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Tel. (069) 798 32997 oder - 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 32 66, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail jaspers@ltg.uni-frankfurt.de
Internet: www.uni-frankfurt.de
Weitere Informationen:
http://www.muk.uni-frankfurt.de/Publikationen/FFFM/2009/index.html

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Forschungsprojekt Extremsturmfluten: Wir wirken sich Sturmfluten auf Sylt und in Hamburg aus?

Ulrike Rolf, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg
Sturmfluten haben in der Vergangenheit immer wieder zu Schäden entlang der deutschen Küsten geführt. Es ist damit zu rechnen, dass durch klimabedingte Veränderungen, die Gefahr durch Sturmfluten deutlich ansteigen wird. Um mögliche Folgen der Zunahme extremer Sturmfluten hinsichtlich der Häufigkeit, Intensität und Dauer für den Hochwasser- und Küstenschutz abschätzen und um mögliche Katastrophen abwenden zu können, arbeiten Wissenschaftlern aus mehreren Universitäten und Einrichtungen unter anderem die Technische Universität Braunschweig an diesen Herausforderungen.

Küsten- und Flussmündungsgebiete sind vorrangig gefährdet, aber sind auch bevorzugte Siedlungs- und Wirtschaftsräume, deshalb ist es dringend erforderlich den veränderten Sturmflutverhältnissen vorausschauend und präventiv zu begegnen. Mit den Ergebnissen wollen die Forscher nicht nur vorhandene Wissenslücken hinsichtlich extremer Sturmflutereignisse schließen, sondern auch die Hochwasserrisiken an offenen Küsten und in Großstädten in einem Flussmündungsgebiet bewerten können. Dies wird konkret am Beispiel von Sylt und Hamburg untersucht.

Wissenschaftler der Universitäten Braunschweig, Hamburg-Harburg und Siegen sowie des Landesbetriebs für Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg untersuchen seit Ende 2008 in einem Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter der Leitung von Prof. Hocine Oumeraci des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau der TU Braunschweig das Auftreten und die Auswirkungen extremer Sturmfluten.

Die Laufzeit des mit 1,2 Mio. Euro geförderten Forschungsvorhabens beträgt 45 Monate. In Teilprojekte wird das Risiko von extremen Sturmflutereignissen aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersucht:

o Extreme Sturmfluten
o Belastung, Bruch und Bruchentwicklung von Hochwasserschutzwerken
o Schadensermittlung und -bewertung
o Risikoanalyse, Risikobewertung und Empfehlungen für die Risikobeherrschung

Um die Forschungsergebnisse verstärkt in der Praxis umsetzen zu können, sind auch kooperative Partner eingebunden, wie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Hamburg Port Authority und der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer Hamburg.

Kontakt
Dr. Andreas Kortenhaus
Leichtweiß-Institut für Wasserbau
Abteilung Hydromechanik und Küsteningenieurwesen
Tel.: 0531/391-3181
E-Mail: a.kortenhaus@tu-braunschweig.de
Weitere Informationen:
http://www.xtremrisk.de

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Erstes Hohenheimer Ernährungsgespräch: Unzureichende Vitamin-D-Versorgung in Deutschland - Experten sehen Handlungsbedarf

Florian Klebs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Hohenheim

Digitale Pressemappe unter http://www.uni-hohenheim.de/presse

PRESSEFOTOS unter http://www.uni-hohenheim.de
Kinder aus sozial schwachen Familien, Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen - aber auch die Gesamtbevölkerung leidet generell an einer bundesweiten Vitamin-D-Unterversorgung, die nicht weiter ignoriert werden darf. So das Fazit einer Expertenrunde von Forschungseinrichtungen, die vergangenen Freitag zum ersten Hohenheimer Ernährungsgespräch an der Universität Hohenheim zusammenkam. Ziel der Hohenheimer Ernährungsgespräche ist es, ausgewiesene Fachvertreter zusammen zu führen, um aktuelle Themen der Ernährung in kompetenten, glaubwürdigen und unabhängigen Analysen zu beleuchten. Gastgeber der halbjährlichen Diskussionsrunde ist Prof. Dr. med. Hans K. Biesalski, Direktor des Instituts für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen sollte der Vitamin-D-Spiegel höher liegen, als früher gedacht und gemessen daran sind die Werte in der deutschen Bevölkerung generell zu gering - vor allem im Winter", so die Problemanalyse von Dr. Birte Hintzpeter als Vertreterin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Besonders betroffen seien ältere Frauen sowie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, bei denen die Spiegel sogar im Sommer zu niedrig seien.

Ursache für die unzureichende Versorgung ist die schlechte Verfügbarkeit des Mikronährstoffes: Unter den Nahrungsmittel bildet vor allem fetter Fisch die einzige nennenswerte Vitamin-D-Quelle. Daneben bildet der Körper Vitamin D größtenteils selbst durch Sonneneinstrahlung in der Haut.

Als nördliches Land mit natürlich geringer Sonnenzufuhr sei Deutschland von einer Unterversorgung deshalb besonders betroffen. Dieser verschärfe sich bei Personengruppen mit eingeschränkter Mobilität oder generell schlechter Ernährungsversorgung - was kürzlich erst durch die Nationale Verzehrstudie bestätigt worden sei, so Prof. Dr. med. Biesalski von der Universität Hohenheim.

Von Abwehrschwäche bis erhöhter Sterblichkeit: Unterversorgung mit vielfältigen Auswirkungen

Die Auswirkungen sind vielfältig: "Es mehren sich die Hinweise, dass eine defizitäre Vitamin D-Versorgung bei Personen mittleren und höheren Alters mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht", zitierte PD Dr. Armin Zittermann vom Herz- und Diabeteszentrum NRW, die jüngste Forschung. Außerdem verdichte sich die Datenlage, dass eine inadäquate Vitamin D-Versorgung in jungen Jahren das Auftreten bestimmter chronischer Erkrankungen wie multipler Sklerose und Typ I Diabetes begünstigen könne.

Eine weitere wichtige Personengruppe mit Vitamin-D-Bedarf seien Krebspatienten , erläuterte Prof. Dr. med. Jörg Spitz von der Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention in Wiesbaden: "In der Onkologie bewirkt Vitamin D eine Unterdrückung des Tumorwachstums - einschließlich der Metastasen. So wird zum Beispiel das Risiko für ein Karzinom der weiblichen Brustdrüse oder des Dickdarms reduziert."

Ebenso benötige das Immunsystem einen ausreichenden Spiegel von Vitamin D im Blut. Schon in der vorgeburtlichen Entwicklung führe eine Vitamin-D-Unterversorgung in späteren Jahren zu überschießenden Abwehrreaktionen und vermehrten Allergien. Andererseits regt Vitamin D in den Zellen die Produktion von körpereigener Antibiotika an. Letztendlich schütze Vitamin D die Nervenzellen vor Erkrankungen.

Expertenrunde sieht Handlungsbedarf

Angesichts der diskutierten Auswirkungen sah die Expertenrunde Handlungsbedarf in Politik und bei den Fachgesellschaften. Notwendig seien Präventionsstrategien, die die Vitamin-D-Versorgung erhöhten, wie auch die derzeitige Zufuhrempfehlung zu überarbeiten.

Dass es bei einem derartig vielseitigen Problemkomplex keine einfachen Antworten gäbe, betonte Gastgeber Prof. Dr. med. Biesalski in seinem Beitrag "Prävention als Risiko". Was nütze es - so seine kritische Frage - als Gegenmaßnahme ausgiebige Sonnenbäder zu empfehlen, wenn sich diese dann in einer erhöhten Haut-Krebs-Rate niederschlügen.

Hintergrund: Hohenheimer Ernährungsgespräche

Es gibt kaum einen Menschen, der zum Thema Ernährung nicht eine Meinung hat. Doch in Grundsatzdebatten und oft vordergründigen Diskussionen über Übergewicht bis zum Ruf nach Gesetzesregelungen wird eines meist übersehen: Dass es tatsächlich Risikogruppen gibt, die allgemein schlecht ernährt sind oder an Unterversorgung von einzelnen wichtigen Mikronährstoffen leiden. Um sachlich korrekte und unabhängige Informationen zum Thema Ernährung verständlich aufzubereiten, wollen die "Hohenheimer Ernährungsgespräche" künftig ausgewiesene Fachvertreter zusammenführen, die fachlich kompetent, erfahren, glaubwürdig und unabhängig sind. Veranstaltungsort ist die Universität Hohenheim, die mit ihrem ganzheitlichen Forschungskonzept der Agrar- und Ernährungswissenschaften im Rahmen der Food-Chain eine bundesweit einzigartige Kompetenz aufweisen kann. Auftaktthema der voraussichtlich halbjährlich stattfindenden Runde bildet die Diskussion über die Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie 2009, und eines ihrer Teilergebnisse, das unter anderem Defizite in der Vitamin-D-Aufnahme der Gesamtbevölkerung aufzeigt.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Niederlagen vermeiden

Brigitte Nussbaum, Presse- und Informationsstelle
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Drei-Punkte-Regel im Fußball zeigt nicht die erhoffte Wirkung
Die Sportpsychologen Prof. Dr. Bernd Strauß, PD Dr. Norbert Hagemann und Florian Loffing vom Institut für Sportwissenschaft der WWU Münster zeigen in einer Analyse der Spielergebnisse der ersten Fußballbundesliga über 44 Saisons von 1963/64 bis 2006/2007, dass die Einführung der Drei-Punkte-Regel in der ersten Liga nicht zu den ursprünglich erhofften positiven Wirkungen führt. Die Studie ist aktuell in der renommierten Zeitschrift "Sportwissenschaft", die im Heidelberger Springer Verlag verlegt wird, erschienen.

Die FIFA hatte allen ihren Mitgliedsverbänden vorgeschrieben, spätestens zur Saison 1995/96 die so genannte Drei-Punkte-Regel einzuführen. Das bedeutet, dass der Sieger einer Fußballpartie drei Punkte erhält (vorher zwei Punkte). Die Punktevergabe für Unentschieden (ein Punkt) wurde nicht geändert. Ziel war es, ein offensiveres und attraktiveres Spiel zu fördern. Der Anreiz, ein Spiel für sich zu entscheiden, sollte höher sein als sich mit einem Unentschieden zu begnügen. Damit sollte eigentlich der Anteil der Unentschieden im Fußball nach der Einführung der Drei-Punkte-Regel deutlich sinken oder auch die Anzahl der geschossenen Tore deutlich steigen - würde man einer solchen ökonomischen Argumentation folgen. Nun ist Fußball aber nicht nur Ökonomie, sondern auch Psychologie.

Es hat in den vergangenen Jahren einige nationale und internationale empirische Studien gegeben, die bereits früh Zweifel an den positiven Effekten der Drei-Punkte-Regel aufkommen ließen. Demgegenüber standen und stehen aber auch Studien, die zu einer positiveren Bewertung kommen. Bernd Strauß und seine Co-Autoren vom Institut für Sportwissenschaft haben nun in ihrer aktuellen Studie die Ergebnisse von 13.406 Spielen analysiert. Sie ermitteln unter anderem dass es vor der Einführung einen Anteil an Unentschieden von 25,89 Prozent und danach unter der Drei-Punkte-Regel 26,23 Prozent Unentschieden gegeben hat. Wenn man beispielsweise nur die torlosen Unentschieden betrachtet - als typischen Ausdruck eines besonders defensiven Spiels - ergibt sich kein anderes Bild. Auch hier ist kein relevanter Unterschied erkennbar: 6,37 Prozent vorher zu 7,08 Prozent torloser Spiele nachher.

Der erhofften Wirkungen der Drei-Punkte Regel bleiben in der ersten Bundesliga aus. Praktisch bedeutsame Veränderungen - jedenfalls für die Ergebnisse - sind damit nicht verbunden. Prof. Bernd Strauß: "Man darf nicht vergessen, dass es beim Fußball aus sportpsychologischer Sicht nicht nur um den Gewinn, sondern Trainern und Spielern insbesondere auch um die Vermeidung von Niederlagen geht - allemal in einem so öffentlichen Mediensport wie Fußball. Ein Beispiel: Trainer werden typischerweise nicht nach einer Serie von Unentschieden entlassen, wohl aber nach einer Serie von Niederlagen. Und an dem Prinzip, Niederlagen zu vermeiden, hat sich nichts geändert, ob nun mit oder ohne Drei-Punkte-Regel".

Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Sportpsychologie/ Arbeitsbereich Sportpsychologie der WWU Münster

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Biomasse statt Erdöl - 50 Millionen Euro für einzigartiges Forschungszentrum am Chemiestandort Leuna

Marion Horn, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

Stroh, Holz, Mikroalgen und viele weitere nachwachsende Rohstoffe können Erdöl ersetzen. Das Land Sachsen-Anhalt, der Bund und die Fraunhofer-Gesellschaft planen ein Forschungszentrum in Leuna, das Unternehmen ermöglichen soll, chemisch-biotechnologische Verfahren vom Labor in die technische Anwendung zu bringen.
Die Minister für Finanzen sowie Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn und Dr. Reiner Haseloff, sowie Prof. Dr. Marion Schick, Vorstand Personal und Recht der Fraunhofer-Gesellschaft, haben heute in der Lutherstadt Wittenberg den Aufbau des Chemisch-Biotechnologischen Prozesszentrums CBP angekündigt. Am Chemiestandort Leuna im mitteldeutschen Chemiedreieck sollen das CBP und eine Fraunhofer-Projektgruppe entstehen.

Das begehrte Mineralöl ist Ausgangsstoff für viele Produkte wie Kunststoffe, Lacke, Waschmittel, Klebstoffe oder Kosmetik. Weltweit arbeiten Chemieunternehmen daran, den Rohstoff Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Schon heute werden viele Produkte aus Biomasse hergestellt. Dazu sind ausgefeilte Verfahren notwendig. Viele Inhaltsstoffe der Pflanzen müssen beispielsweise durch Enzyme chemisch verändert werden, bevor sie sich für eine Weiterverarbeitung eignen. Die Pflanzenstoffe müssen jedoch in konstanter Qualität und zu günstigen Preisen verfügbar sein, um im industriellen Maßstab als Rohstoffquelle dienen zu können. Neue Verfahren sollen dabei ohne Lebens- und Futtermittel auskommen.

"Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in industriellen Dimensionen ist selbst für große Unternehmen ein erheblicher finanzieller und technologischer Kraftakt. Viele kleine und mittlere Unternehmen scheitern, obwohl sie im Labor bereits attraktive Produkte erfolgreich entwickelt haben. Mit der Schaffung des CBP unterstützen wir daher gezielt diesen kritischen Schritt auf dem Weg in die industrielle Anwendung innovativer Produkte und Verfahren unter Nutzung der industriellen Biotechnologie. Dadurch stärken wir nicht nur die regionale Kompetenz und schaffen die Grundlage für neue Arbeitplätze in der Region, sondern setzen auch ein Zeichen mit nationaler Signalwirkung", erläuterte Haseloff die herausragende Bedeutung des CBP für das Land Sachsen-Anhalt.

"Das neue Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum CBP schließt die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung", bestätigt Marion Schick. "Das Zentrum in Leuna soll allen Kooperationspartnern für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Die neue Projektgruppe ist eng mit den Fraunhofer-Instituten vernetzt und kann auf die Kompetenzen der Fraunhofer-Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen."

Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB und für Chemische Technologie ICT planen das CPB gemeinsam mit der InfraLeuna GmbH, der Standortbetreibergesellschaft des Chemiestandorts Leuna. Mit diesem sehr flexibel einsetzbaren Bioraffineriekonzept bieten sich neue Möglichkeiten, um in Zukunft biologische Rohstoffe verarbeiten zu können und nach Bedarf Öle, Fette, Cellulose, stärke- oder zuckerhaltige Rohstoffe als Ausgangsstoffe für Produkte zu gewinnen. Durch das Engagement sollen neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und die Ansiedlung von Biotechnologiefirmen gefördert werden. Nach der Aufbauphase werden ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am CBP tätig sein.

"Als klassischer Chemiestandort sind unsere produzierenden Unternehmen bisher weitgehend von fossilen Rohstoffen abhängig. Mit regenerativen Rohstoffen können wir sowohl diese Abhängigkeit als auch CO2-Emmissionen weiter reduzieren. Das CBP ist ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung" sagt Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH.

Sachsen-Anhalt wird an der Gesamtinvestition von derzeit geplanten 50 Millionen Euro einen Anteil von 20,1 Mio Euro sowie die Anschubfinanzierung der Projektgruppe beitragen. Die restlichen Mittel sollen durch das Engagement der Industrie, mittels Bundeszuwendungen der Fraunhofer-Gesellschaft und im Rahmen mehrerer konkreter Forschungsprojekte mit Unterstützung unterschiedlicher Bundesministerien aufgebracht werden. Erste Projekte sollen von den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziert werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft plant, sich mit 9,6 Mio Euro aus der Grundfinanzierung des BMBF zu beteiligen.

Finanzminister Jens Bullerjahn erklärte in seinem Statement, dass es in der jetzigen Finanzkrise besonders notwendig sei, die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel strategisch so einzusetzen, dass zukunftsfähige Strukturen weiter gefördert und gefestigt werden. "Das CBP verbindet nachhaltige Rohstoffnutzung, moderne Biotechnologie und Chemie. Damit gehört es zu den Vorhaben, die den Standort Leuna und damit den mitteldeutschen Raum strukturell weiter voranbringen"

Gegenwärtig planen 23 Industrieunternehmen sowie 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre Beteiligung an den Projekten. Ihr Ziel ist es, die Prozesse vom Rohstoff über den Biokatalysator und der Skalierung der benötigten Verfahren zum gewünschten Produkt und in die industrielle Umsetzung zu bringen. "Wir möchten nun die im Labor entwickelten Verfahren und Prozesse in Größenordungen testen, die für die Industrie relevant sind. Dazu benötigen wir die Infrastruktur und Anlagen", erklärt Professor Thomas Hirth vom Fraunhofer-IGB. Sobald der Fraunhofer-Senat und der Bund-Länder-Ausschuss zugestimmt haben, kann die Forschungsarbeit losgehen.

Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/04/Presseinformation03A...

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Besser lernen auf dem "Schaukelstuhl"

Gerhild Sieber, Presse- und Informationszentrum
Universität des Saarlandes

Neue Kid-Check-Studie: Schüler arbeiten konzentrierter und ausdauernder auf Stühlen mit beweglichen Sitzflächen und Rückenlehnen

Schulstühle, die sich stufenlos in der Höhe verstellen lassen und mit beweglicher Sitzfläche und Rückenlehne ausgestattet sind, verbessern die Durchblutung von Körper und Gehirn. Das steigert die Leistungsfähigkeit. Die Schüler arbeiten ausdauernder und konzentrierter. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie des interdisziplinären Kid-Check-Projekts an der Universität des Saarlandes sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden.
Herkömmliche Schulmöbel hingegen leisten Haltungsschäden Vorschub, beeinträchtigen durch eine ungünstige Sitzposition die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und mindern dadurch das Denkvermögen der Kinder.

Die Forscher untersuchten im Laufe eines Schultages an 20 Mädchen und Jungen einer achten Klasse des Gymnasiums am Krebsberg in Neunkirchen (Saarland), wie sich verschiedene Stühle auf die Durchblutung auswirken. Dazu setzten die Wissenschaftler eine speziell für medizinische Zwecke entwickelte, hochempfindliche Wärmebildkamera ein. Diese kann Temperaturunterschiede des Körpers auf hundertstel Grad genau bestimmen.

Zu Beginn des Unterrichts wurde mit Hilfe der thermografischen Fotos die Rumpf-Temperatur (Brustbereich und Rücken) der im Durchschnitt 14 Jahre alten Schüler gemessen. Die Raumtemperatur lag bei 23 Grad Celsius, die Hauttemperatur der untersuchten Jugendlichen schwankte zwischen 34,5 und 33,3 Grad. Danach absolvierten die Schüler auf ihren herkömmlichen und unbeweglichen Holzstühlen eine Unterrichtsstunde mit Lesen, Schreiben und Zuhören. Nach diesen 45 Minuten maßen die Wissenschaftler erneut die Temperatur des Oberkörpers. "Die Ergebnisse zeigen, dass bei den meisten Testpersonen in der klassischen, unbewegten Sitzhaltung die Oberkörper-Temperatur abgefallen ist", erläutert der Leiter der Studie, Dr. Oliver Ludwig, vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes.

In den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden mussten sich die Mädchen und Jungen ruhig verhalten. Sie durften nicht laufen und nicht toben, damit sich ihre Temperatur durch die körperliche Aktivität nicht erhöhte. In den nächsten beiden Schulstunden nahm die Hälfte der Schüler auf stufenlos höhenverstellbaren Roll-Drehstühlen mit beweglichen Sitzflächen und Lehnen Platz. Die übrigen Schüler nutzten weiterhin die herkömmlichen Stühle. Nach dieser Unterrichtsstunde war bei den Schülern auf den beweglichen Stühlen die Hauttemperatur wieder angestiegen, teilweise sogar über den Ausgangswert zu Beginn des Unterrichtes. "Bei der Gruppe auf den herkömmlichen Stühlen war das nicht der Fall", berichtet Oliver Ludwig.

Die höhere Temperatur der Jugendlichen auf den beweglichen Stühlen ist darauf zurückzuführen, dass die Haut beziehungsweise die darunter liegende Muskulatur stärker durchblutet wurde. "Auf den beweglichen Stühlen werden die Schüler nicht in eine passive Sitzposition gezwungen, sondern sind ständig, wenn auch kaum merklich, in Bewegung. Das aktiviert die Muskeln und regt die Durchblutung an", erklärt Dr. Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung. "Dieses aktive Sitzen verhindert, dass die Kinder dauerhaft eine nach vorn gebeugte Haltung einnehmen, die die Durchblutung hemmt", sagt der Bewegungswissenschaftler.

Dass durch ungeeignete Schulmöbel die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird, kritisiert auch Professor Dr. Eduard Schmitt von der Orthopädischen Universitätsklinik in Homburg. Er ist der medizinische Leiter der Aktion Kid-Check. "Oft sitzen Kinder mit ganz unterschiedlicher Körpergröße auf den gleichen Stühlen. Sind die Schulmöbel zu klein, nehmen die Schüler eine gebückte Arbeitsposition ein, bei der sich der Oberkörper nach vorn neigt", erklärt Schmitt. In dieser ungünstigen Sitzhaltung hängen Schultern und Kopf nach unten, es bildet sich ein Rundrücken. Viele Mädchen und Jungen sitzen in der Schule und danach bei den Hausaufgaben und vorm Computer acht bis zwölf Stunden am Tag in gebückter Haltung. Dadurch droht der Rundrücken zu einem nicht mehr behebbaren Haltungsschaden zu werden. "Bei Kindern wachsen die Wirbelkörper noch und reagieren sehr empfindlich auf einseitige Belastung", erläutert Eduard Schmitt. "Sitzt ein Kind dauerhaft nach vorne gebeugt, werden vorwiegend die vorderen Abschnitte der Wirbelkörper belastet. Dadurch wird ihr Wachstum an dieser Stelle frühzeitig gestoppt, hinten wachsen die Wirbel jedoch weiter. Die Wirbel werden keilförmig, es entwickelt sich zunehmend ein Rundrücken. Diese Haltungsschwäche wird schließlich zu einem Haltungsschaden, der nicht mehr zu beheben ist", warnt der Experte.

Die Ergebnisse der Wärmebilduntersuchung lassen den Schluss zu, dass diese gebückte Körperhaltung auch zu einer mangelhaften Durchblutung der Rumpfmuskulatur führt.
In der Rundrückenposition üben die an der Wirbelsäule aufgehängten Rippen einen erhöhten Druck auf das Brustbein aus, das dadurch Richtung Lunge gepresst wird. "Der verkleinerte Umfang des Brustkorbs behindert die Atmung", sagt Eduard Schmitt, "die Muskulatur wird weniger durchblutet, und das Gehirn wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. Konzentration und Leistungsfähigkeit lassen nach."

Die herkömmlichen, unbeweglichen Schulstühle mit ihren geraden Sitzflächen und Sitzmulden ermöglichen den Kindern nur eine Sitzhaltung, bei der die Oberschenkel ständig in rechtem oder kleinerem Winkel zum Rumpf stehen. In dieser Position dreht der hintere Teil des Beckens um fast 30 Grad nach unten und zieht dadurch die Wirbelsäule in eine Rundrückenhaltung. Das Kind sitzt auffällig krumm. Stühle mit unbeweglicher Sitzfläche und fester Lehne werden aus der Überlegung heraus gebaut, dass sie den Rücken stützen und die Wirbelsäule entlasten. Doch kein Mensch kann über längere Zeit unbewegt in einer Sitzposition verharren. "Fünf- bis neunjährige Kinder können höchstens zehn Minuten lang still sitzen", erklärt Dieter Breithecker. "Bei Zehn- bis Zwölfjährigen sind es 15 Minuten, bei 13- bis 18-Jährigen allenfalls 25 Minuten." Dann beginnen die Schüler, hin und her zu rutschen und kippeln mit ihren Stühlen. Dabei bewegen die Kinder auch Füße und Beine. Medizinisch gesehen ist das sogar notwendig, denn die angespannte Beinmuskulatur unterstützt die Venen dabei, das Blut wieder nach oben zum Herzen zu pumpen. Der Körper und insbesondere das Gehirn werden folglich besser durchblutet. "Damit ist konzentriertes Arbeiten länger möglich", sagt Dieter Breithecker.

Will ein Schüler am Schreibtisch arbeiten, neigt er den Oberkörper etwas nach vorne. Sitzt er auf einem Stuhl mit beweglicher Sitzfläche, kippt diese durch die Gewichtsverlagerung um bis zu sieben Grad nach vorn. Bildlich gesprochen, sitzt das Kind leicht abschüssig. "Es entsteht ein Sitzkeileffekt", erläutert Dieter Breithecker. "Das ist ausdrücklich erwünscht, weil ein geöffneter Sitzwinkel nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Haltung am besten ausbalanciert." Die Wirbelsäule behält ihre natürliche Krümmung bei und wird entlastet, der Oberkörper bleibt aufgerichtet, was mehr Platz für die inneren Organe schafft. Eine tiefere Atmung mit besserer Blutzirkulation und Sauerstoffversorgung wird unterstützt. "Die natürlichen Bewegungsimpulse der Kinder werden nicht mehr gebremst, sondern gefördert, und ein aktives Sitzen mit rhythmischer Be- und Entlastung des Körpers ist gewährleistet", betont Oliver Ludwig.

Obwohl wissenschaftlich geklärt ist, dass Schulstühle mit beweglichen Sitzflächen und Lehnen gesünder als starre Stühle sind, stehen aus finanziellen Gründen in den meisten Schulen noch immer die unbeweglichen Stühle. Sie kosten nur halb so viel (rund 45 Euro) wie "Dynamikstühle".

Professor Eduard Schmitt betont, dass auch die meisten Schultische zu wünschen übrig lassen. "Optimal sind höhenverstellbare Tische mit neigbarer Platte." Lässt sich der Tisch weder in der Neigung noch in der Höhe verstellen, müssen viele Kinder die Schultern hochziehen, um die Arme auflegen zu können. Zum Schreiben winkeln die Schüler ihre Arme meist weit ab und neigen den Kopf tief über den Tisch. "Eine solche Haltung führt schnell zu Muskelverspannungen vor allem im Nackenbereich", erklärt Schmitt. In der Folge können sogar Spannungskopfschmerzen und Fehlstellungen der Halswirbelsäule auftreten. "Eine zumindest im vorderen Teil schräg- und höhenverstellbare Arbeitsplatte fördert eine aufrechte Sitzhaltung und reduziert somit die belastende Nickhaltung deutlich", informiert Schmitt.

Sitzkissen und Sitzbälle sind keine bewährten Schulmöbel, weil sie zu einem instabilen Sitzen mit viel zu weiten Bewegungen nach allen Seiten hin führen. Schon nach kurzer Sitzdauer - fünf Minuten können bereits genug sein - treten Verspannungen in der Bein- und Rückenmuskulatur auf. Unterer Rücken, Schultergürtel und Kopfregion sind besonders betroffen. Die muskuläre Verspannung belastet zudem Wirbelsäule und Bandscheiben. Auf einem Sitzball die Balance zu halten, erfordert hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, wodurch der Körper schnell ermüdet und eine nach vorn gekrümmte "Schonhaltung" einnimmt.

Beim Projekt Kid-Check erforschen Orthopäden, Neurologen, Humanbiologen, Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten der Universität des Saarlandes sowie Experten der Hochwaldklinik für Orthopädie in Weiskirchen die Ursache von Haltungsschwächen und -schäden im Kindes- und Jugendalter. Zudem entwickeln die Wissenschaftler Programme, um dem Haltungsverfall vorzubeugen und Defizite auszugleichen. Medienpartner des Kid-Check ist die Saarbrücker Zeitung.

Das Projekt im Internet: http://www.kidcheck.de

Ansprechpartner:
Dr. Oliver Ludwig: (01 70) 4 96 11 70
Prof. Dr. Eduard Schmitt: (0 68 41) 1 62 45 03,
E-Mail: oredsc@uniklinikum-saarland.de

Fotos in Druckqualität stehen Ihnen auf unserer Mediendatenbank zur Verfügung:

http://www.uni-saarland.de/mediadb/presse/PM112_Schulstuhl-Studie-Bild1.jpg
Wissenschaftler der Universität des Saarlandes und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (Wiesbaden) haben in einer achten Klasse des Gymnasiums am Krebsberg in Neunkirchen (Saarland) untersucht, wie sich verschiedene Schulstühle auf die Konzentration und Leistungsfähigkeit der Mädchen und Jungen auswirken.

http://www.uni-saarland.de/mediadb/presse/PM112_Schulstuhl-Studie-Bild2.jpg
Mit einer medizinischen Wärmebildkamera misst Dr. Oliver Ludwig, wie sich die Oberkörper-Temperatur von Schülern verändert, wenn sie nicht auf klassischen, starren Stühlen, sondern auf Schulstühlen mit beweglicher Sitzfläche und Rückenlehne unterrichtet werden.

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Die Wärmebildaufnahmen zeigen, dass der Oberkörper auf herkömmlichen, unbeweglichen Schulstühlen (links) weniger gut durchblutet wird als auf Dynamikstühlen mit neigbarer Sitzfläche.

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Eine wissenschaftliche Studie des Kid-Check-Projekts an der Universität des Saarlandes belegt, dass höhenverstellbare Schulstühle mit beweglicher Sitzfläche und Lehne eine aufrechte, rückenschonende Sitzhaltung ermöglichen und eine bessere Durchblutung von Körper und Gehirn bewirken.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft)

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Elektronische Unterschrift

Dipl.-Ing. Stefan Schmidt, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Neue Softwarelösung macht Warenübergabe sicherer

Jeder kennt es: Ware wird über Internet bestellt, vom Paketzusteller geliefert und an der Haustür gegen Unterschrift übergeben. Klappt meist, ist aber rechtlich nicht gesichert, weil dabei der Empfänger nicht zuverlässig identifiziert wird. Ein neuartiges Verfahren schafft Abhilfe. Entwickelt haben es die beiden Dortmunder Fraunhofer-Institute für Materialfluss und Logistik IML und für Software und Systemtechnik ISST gemeinsam mit den Firmen LinogistiX, IdentCom und LogAgency.
Die neue Software mit dem Namen ePOD (Electronic Proof of Delivery at Point of Delivery) reduziert die erforderlichen Belege und damit Transport- und Archivierungskosten ebenso wie die Verkehrshaftung. Das neuartige Instrument unterstützt elektronisch die Warenübergabeprozesse in der Logistik, wie beispielsweise zwischen Kurier-Express-Paketdienstleitern (KEP) und Endkunden.

Heute wird die rechtmäßig durchgeführte Übergabe einer Warensendung im Allgemeinen durch die Unterschrift des Empfängers auf einem Formular dokumentiert. Damit bestätigt dieser, die aufgelistete Ware erhalten zu haben. In der KEP-Branche erfolgt dies in der Regel elektronisch durch die Unterschrift des Empfängers auf dem druckempfindlichen Display eines mobilen elektronischen Erfassungsgeräts. Dabei wird häufig die auf der Ware aufgebrachte Identifikationsnummer (Barcode) von dem Erfassungsgerät eingelesen und der Unterschrift zugeordnet.

"Hierbei besteht allerdings ein Mangel an Rechtssicherheit", erklärt Andreas Trautmann, Geschäftsführer des jungen Unternehmens LinogistiX, ein Anbieter von Open-Source-Softwarelösungen für die Logistik. "Eine Unterschrift über einen elektronischen Stift bietet im Sinne des Deutschen Gesetzes zur elektronischen Signatur keine rechtsgültige Authentifizierung, da nicht überprüft wird, ob der Name wirklich zu dem Unterzeichnenden gehört." Zwar lassen sich die elektronisch abgelegten Belege reproduzieren und werden von Gerichten allgemein als Übergabedokument anerkannt. Die reproduzierte, vorher mit einem mobilen Gerät elektronisch erfasste Unterschrift findet demgegenüber keine gerichtliche Anerkennung.

"Diese Unsicherheit führt seitens des Versenders zu finanziellen Risiken durch Fälschungen und Missbrauch" sagt Trautmann. "Beim Versand zwischen Unternehmen sind diese Risiken deutlich höher als beim Versand an Privatempfänger". Nicht vernachlässigt werden dürften zudem die Prozesskosten durch die Erstellung, Erfassung, Sammlung und Archivierung von Belegen, insbesondere für die Sendungsverfolgung.

Lösungsansatz ePOD

Das neue Verfahren ePOD soll dieses Defizit bei der Authentifizierung beheben und gleichzeitig zu einer Senkung der Prozesskosten bei steigender Prozessqualität beitragen. In Deutschland regelt das Bürgerliche Gesetzbuch mit dem Signaturgesetz die rechtlichen Anforderungen. Eine Signatur muss über eine sichere Signaturerstellungseinheit erstellt werden, so dass ein Duplizieren oder Auslesen des privaten Schlüssels nicht möglich ist.

"Bei der Entwicklung von ePOD orientierten wir uns an der weltweit möglichen Bargeldauszahlung an Geldautomaten ohne Unterschrift", berichtet Fraunhofer-Mitarbeiter Ulrich Franzke. "Es ist lediglich eine Bankkarte und die dazu gehörende PIN-Nummer notwendig." Das Verfahren ist rechtlich anerkannt. Statt eines "Abliefernachweises"" mit Empfängerunterschrift, werden die Transaktionsdaten erfasst und gespeichert und können vom Geldinstitut bei Bedarf herangezogen werden.

Analog dazu wird die Warenübergabe per ePOD gestaltet. Der Nutzer erhält eine Identifikationskarte mit einem Chip darauf, auf dem die Identifikationsdaten gespeichert sind, und ein Kartenlesegerät. Bestellt nun beispielsweise ein Endverbraucher über das Internet in einem eShop einen Artikel, wird die Bestellung mittels der Karte und des mobilen Erfassungsgerätes digital signiert. Die Authentifizierung gegenüber dem Betreiber des eShops erfolgt über ein Trust Center. Nach erfolgreicher Authentifizierung erfolgt die Freigabe der Sendung und Beauftragung des KEP-Dienstleisters, ebenfalls gesichert und authentifiziert. Dieser transportiert die Sendung zum Kunden und übergibt sie. Abschließend muss sich