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Behandlung von Abwässern mit Ozon führt zur Reduktion chemischer Verunreinigungen
Mit der Zufuhr von Ozon können problematische Mikroverunreinigungen
wie Pharmaka, Pflanzenschutzmittel oder Kosmetika erfolgreich aus
Abwässern entfernt werden
Der Nachweis der Wirksamkeit gelingt mit einer Methode des Instituts für
Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, die in
Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bundesamt für Umwelt im Rahmen
des Schweizerischen Pilotprojektes „Strategie MicroPoll" entwickelt
wurde.
Mit einer Test-Methode des Instituts für Umweltwissenschaften der
Universität Koblenz-Landau, die auf einem ganzheitlichen ökologischen
Ansatz basiert, wird anhand der Laubfraßrate des Bachflohkrebses
Gammarus fossarum ermittelt, wie wirksam Abwässer durch die Ozonierung
gereinigt werden. Bislang wird diese Reinigungstechnologie aufgrund
fehlender gesetzlicher Grundlagen in der Europäischen Union und der
Bildung möglicherweise toxischer Reaktionsprodukte, die aus Sicht des
Gewässerschutzes unerwünscht sind, nicht verbreitet eingesetzt. Dabei
ist es, wie Untersuchungen zeigen, besonders in dicht besiedelten
Regionen aufgrund des hohen Abwasseraufkommens notwendig,
Mikroverunreinigungen aus diesen zu entfernen. Technologien wie
Ozonierung oder Aktivkohle werden daher auf ihre Eignung hin evaluiert.
Das Ergebnis der vorliegenden Studie bescheinigt der Ozonierung
überwiegend positive Eigenschaften.
Moderne Kläranlagen haben es möglich gemacht: In Flüsse, die vor wenigen
Jahrzehnten noch als stark verschmutzte Kloaken durch die Landschaft
strömten, kehrte die Natur zurück. Dieser Erfolg basiert zu einem
wesentlichen Teil auf der dreistufigen Reinigung der Abwässer: Grober
Dreck wird mechanisch mit Rechen und Absetzbecken entfernt, in der
biologischen Stufe fressen Milliarden von Mikroorganismen gelöste Stoffe
und schließlich wird Phosphat chemisch durch Fällung entfernt. Doch
Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Kosmetika und
Industriechemikalien werden in den Kläranlagenausläufen noch in einer
Konzentration im Nano- und Milligramm-pro-Liter-Bereich gemessen.
Insbesondere in dicht besiedelten Regionen können Fließgewässer einen
hohen Anteil an biologisch gereinigtem Abwasser aufweisen. In solch
belasteten Gewässern wirken sich die Mikroverunreinigungen nachteilig
auf die Gesundheit der Wasserlebewesen aus und belasten
Trinkwasservorkommen. Daher werden geeignete Technologien zur
Reduzierung dieser Mikroverunreinigung gesucht, um Einträge in das
Ökosystem und somit negative Auswirkungen auf Gesundheit des Menschen
oder Umwelt zu verhindern.
Bei der Ozonierung wird Ozon in der dritten Reinigungsstufe in die
weitestgehend geklärten Abwässer geleitet. Dort reagiert Ozon
hauptsächlich mit organischen Substanzen und oxidiert diese auf, heißt,
bei dieser chemischen Reaktion werden die Substanzen aufgebrochen und
verlieren damit ihre ursprüngliche Wirkweise.
Mehr:
http://www.organische-chemie.ch/chemie/2011/okt/ozonierung.shtm




