Klärwerk.info / Nützliches / Allgemeine Meldungen und Berichte / Bundeswirtschaftsminister Glos muss Blockade der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung aufgeben
Bundeswirtschaftsminister Glos muss Blockade der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung aufgeben
Berlin: Der Bund
für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos aufgefordert,
die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung
(KWK) nicht länger zu blockieren und den heute im Bundesrat
behandelten Gesetzentwurf zur Förderung von KWK-Anlagen
entscheidend nachzubessern. Die Fördersätze im KWK-Gesetz
müssten deutlich erhöht und die Begrenzung der Förderung
auf maximal 750 Millionen Euro aufgehoben werden. Mit einer
entschlossenen Förderung könne die Strom- und
Wärmeerzeugung in KWK-Anlagen bis 2020 verdreifacht werden. Auch
der Bundesrat habe heute gefordert, den Gesetzentwurf nachzubessern,
damit das bescheidene Regierungsziel einer Verdoppelung der
KWK-Energie erreicht werde.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender:
„Atom- und Kohlekraftwerke müssen schnellstens von umwelt- und
klimaverträglichen Alternativen abgelöst werden. Bisher
betreibt die Bundesregierung die Förderung der
Kraft-Wärme-Kopplung jedoch nur mit angezogener Handbremse.
Deutschland wird seine Klimaschutzziele verfehlen, wenn neben
Stromsparen und den erneuerbaren Energien die Kraft-Wärme-Kopplung
nicht entschieden vorangebracht wird. Wir brauchen ein mutiges
KWK-Gesetz, das einen ebensolchen Boom für die umweltfreundliche
Energieerzeugung auslöst wie das
Erneuerbare-Energien-Gesetz."
In KWK-Anlagen werden 80
Prozent der eingesetzten Energie für die Strom- und
Wärmeerzeugung genutzt, während der Wirkungsgrad von nur
der Stromerzeugung dienenden Kohlekraftwerken lediglich 43 bis 46
Prozent beträgt. Bei Letzteren entweicht mehr als die Hälfte
der Energie ungenutzt über die Kühltürme.
Die
Bundesregierung ist derzeit noch weit von ihrem Ziel entfernt, durch
Nutzung der KWK bis 2010 im Vergleich zu 1998 eine CO2-Minderung
von 20 bis 23 Millionen Tonnen im Jahr zu erreichen. Dazu wäre
mindestens die Verdoppelung des KWK-Anteils erforderlich. Dieser
liegt derzeit bei lediglich 12 Prozent der Stromversorgung, obwohl
laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ein Anteil von
über 50 Prozent möglich wäre.
Weiger: „Jetzt,
wo die geplanten Kohlekraftwerke auf immer stärkeren Widerstand
in der Bevölkerung stoßen, versuchen die Energieriesen
Ängste vor einer angeblichen Stromknappheit zu schüren.
Dabei sind es Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, die in unschöner
Eintracht mit Bundeswirtschaftsminister Glos eine effiziente,
bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung blockieren."
Pressekontakt: Matthias Seiche, BUND-Klimaexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-433, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-464/-489, Fax: -440, presse@bund.net




