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ENTWICKLUNG EINES ANAEROBEN HOCHLEISTUNGSREAKTORS ZUR BEHANDLUNG VON KOMMUNALEM ABWASSER MIT HILFE EINER ULTRAFILTRATIONSMEMBRAN IM VAKUUMBETRIEB (BMBF)
Die biologische Reinigung von kommunalem Abwasser erfolgt in aller Regel
aerob/anoxisch mit Hilfe von Mikroorganismen und künstlicher Belüftung.
Diese Technologien sind bewährt und seit Jahrzehnten erfolgreich im
Einsatz. Neben einer guten Reinigungsleistung zeichnen sie sich
allerdings auch durch eine hohe Produktion von Klärschlamm aus. Im
Vergleich zur energieintensiven, aeroben Oxidation vorhandener Schad-
und Nährstoffe im Abwasser bieten anaerobe Prozesse den Vorteil der
Energierückgewinnung aus Abwasserinhaltsstoffen. Die
Klärschlammproduktion ist deutlich geringer; ferner unterliegen die
anorganischen Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor nicht dem
biologischen Abbau. Dadurch können die Nährstoffe der Flüssigphase für
die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt werden. Allerdings benötigen
die anaeroben Verfahren erhöhte Temperaturen, wodurch sich einige
Vorteile relativieren, insbesondere dann, wenn nur geringe
Kohlenstoffkonzentrationen im Abwasser vorliegen. Bisherige
Untersuchungen zur anaeroben Abwasserbehandlung im kommunalen oder
industriellen Bereich zeigen, dass die Elimination der organischen
Kohlenstoffverbindungen (CSB) besonders bei Abwasser mit geringeren
CSB-Konzentrationen und/oder niedrigeren Temperaturen (< 20°C) oft
nur sehr ungünstige Ergebnisse hervorbringt. Ursache hierfür ist, dass
es trotz funktionierendem Anaerobprozess nicht gelingt, für einen
ausreichenden Austrag des Methangases aus der Flüssigphase im Reaktor
selbst zu sorgen. Da der Austrag des Methangases unkontrolliert zu einem
späteren Zeitpunkt z.B. im Gewässer oder bei der Aufbringung auf
landwirtschaftliche Nutzfläche stattfindet, kann diese Technik dann
nicht mehr das Attribut der Nachhaltigkeit für sich in Anspruch nehmen.
Freigesetztes Methan (CH4) hat ein um das 21-fache höheres
Treibhauspotenzial als CO2.
Diesem Problem sollte mit Durchführung des beantragten Vorhabens
Rechnung getragen werden. Unter Einsatz eines neu zu entwickelnden
anaeroben Membranverfahrens im Vakuumbetrieb sollte ein leistungsfähiges
Abwasserreinigungsverfahren ohne zusätzlichen Energieeinsatz für
verschiedene Aufgabenstellungen entwickelt werden, das kurze
Verweilzeiten des Abwassers, geringen Klärschlammanfall und selbst bei
„dünnem Abwasser" eine energetische Nutzung des Biogases bei
entsprechender Größenordnung der Kläranlage erlaubt. Dabei orientierte
sich das Verfahren an den wichtigen Aufgabenstellungen der Reduzierung
des Klärschlammanfalls, Nutzung des keimreduzierten Abwassers und darin
enthaltener Nährstoffe für Bewässerungszwecke, und energetische
Verwertung des Treibhausgases Methan auch bei dünnerem Abwasser und
niedrigen Temperaturen.
Projektleitung an der TUM: Prof. Dr.-Ing. M. Wichern, Prof. Dr. rer.nat. H. Horn
Projektpartner: LS für Siedlungswasserwirtschaft (TU München), Hans Huber AG
Quelle: http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi/Forschung/Forschungsvorhaben%20betreut.html




