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"Energiereserven aus Abwassersystem für Klimaschutz nutzen" – Beispielhaftes Projekt in Speyer
Ein
Projekt mit Demonstrationscharakter für Energieeffizienz und
Klimaschutz wird heute am Speyrer Yachthafen auf den Weg gebracht: In
den dort entstehenden Gebäuden wird
Abwärme aus Abwasser
gewonnen und für Heizzwecke
genutzt.
Umweltministerin Margit Conrad stellte anlässlich des ersten
Spatenstich fest: "Dieses Vorhaben steht für ein
Energiekonzept, das Energieeinsparpotentiale konsequent erschließt
und vorhandene Ressourcen und regenerative Energien miteinander
verbindet. Es stellt ein Highlight in der Vielfalt örtlicher
Energiekonzepte dar. Da mehr als 99 Prozent der Einwohner von
Rheinland-Pfalz an öffentliche Kläranlagen angeschlossen sind,
besitzt die Nutzung der im Abwasser gespeicherten Wärmeenergie
großes Potenzial zur Verminderung unserer Energieimporte. Die
Kommunen können damit einen großen Beitrag zu Klimaschutz und
Technologieentwicklung leisten."
Die Firma Steber
Partner Wohnbau GmbH und die Stadtwerke Speyer als Contractor haben
für 5 Hafenvillen mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 5.700
Quadratmeter ein innovatives Konzept entwickelt: durch eine
aufeinander abgestimmte Kombination von energiesparender
Gebäudeausführung, Nutzwärmeerzeugung durch Wärmepumpen,
Solarthermie und individuell angepasster Heizungstechnik werden
Energieeinsparpotenziale konsequent erschlossen. Für die
Wärmeversorgung kommt jeweils eine Wärmepumpe mit je 40 kW zum
Einsatz. Diese beziehen ihre Nutzwärme aus einem nahe gelegenen
Abwasserkanal der Entsorgungsbetriebe Speyer. Dabei wird über einen
Wärmetauscher dem Abwasser Wärme entzogen und zu Heizzwecken
nutzbar gemacht. Die Warmwasserbereitung und die Wohnraumbeheizung
werden zusätzlich durch solarthermische Anlagen auf den Dächern der
Häuser unterstützt.
Unter Zugrundelegung des derzeitigen
deutschen Strommixes kann die Nutzung von Abwärme aus dem kommunalen
Abwassernetz durch Wärmepumpen in Kombination mit einer solaren
Wärmeunterstützung zu einer Absenkung der CO2- Emission um 40
Prozent im Vergleich zu konventionellen Heizungsanlagen führen.
Im gesamten Abwassersystem gebe es
noch große ungenutzte Energiereserven, sei es in der Industrie, im
Gewerbe oder bei den Kommunen, so die Umweltministerin. Conrad: "In
dem Maße wie wir uns auf diese und andere heimische Ressourcen
stützen, vermeiden wir Energieimporte und schützen uns vor
Preissteigerungen in der Zukunft."
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