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Fluorhaltige Feuerlöschschäume schützen – aber leider nicht die Umwelt
Umweltbundesamt, Brandschutzverband und Feuerwehren
veröffentlichen Faltblatt zur umweltschonenden Verwendung
Feuerwehren retten, bergen, löschen, schützen. Oft auch die Umwelt.
Besonders effektiv lassen sich Brände von Chemikalien, Treibstoffen oder
Kunststoffen mit fluorhaltigen Löschschäumen bekämpfen. Das verhindert,
dass giftige Verbrennungsprodukte entstehen.
Die in den Löschschäumen enthaltenen Chemikalien sind jedoch aus
Umweltsicht nicht ohne: „Fluorhaltige Chemikalien sind extrem langlebig
und werden über die Gewässer weltweit verbreitet. Einige Vertreter der
Stoffgruppe haben zudem die Tendenz, sich im Körper anzureichern und
dort giftig zu wirken. Wir sollten daher vermeiden, dass sie in die
Umwelt gelangen. Klar ist aber auch, dass dieser Anspruch im Brandfall
nur teilweise erfüllt werden kann; dort hat der akute Schutz
menschlichen Lebens natürlich Vorrang", so Dr. Klaus Günter Steinhäuser,
Fachbereichsleiter „Chemikaliensicherheit" im Umweltbundesamt (UBA).
Ein neues Faltblatt gibt Feuerwehren und Betreiber stationärer
Löschanlagen praktische Tipps, wie sich geeignete Löschmittel auswählen
lassen und belastetes Löschwasser am besten entsorgt wird.
Das gemeinsam von Umweltbundesamt (UBA), Deutschem Feuerwehrverband e.V
(DFV) und Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. (bvfa) entwickelte
Faltblatt erscheint pünktlich zur Interschutz-Messe in Leipzig. Mit über
1000 Ausstellern und mehr als 100.000 Besuchern ist die Interschutz in
Leipzig die wichtigste Messe für die Bereiche Rettung,
Brand-/Katastrophenschutz und Sicherheit. Organisiert wird die Messe vom
Bundesverband technischer Brandschutz e.V. (bvfa). Parallel zur
Ausstellung findet vom 7. bis 12. Juni 2010 der 28. Deutsche
Feuerwehrtag statt. Ein zentrales Messethema ist deshalb die
Brandbekämpfung.
Hintergrund: Fluorhaltige Löschschäume
Im Jahr 2000 stellte die Firma 3 M, bis dahin einer der größten
Hersteller fluorhaltiger Löschschäume fest, dass ihre Beschäftigten im
Blut hohe Konzentrationen der Chemikalie PFOS (Perfluoroktansulfonsäure)
aufwiesen. Das war für das Unternehmen der Anlass, die Produktion
einzustellen und die marktführende Rolle aufzugeben. Weltweit wurden die
Umweltbehörden aktiv. Heute steht PFOS auf der Liste der sogenannten
persistenten organischen Schadstoffe („Persistent Organic Pollutants",
kurz POPs). POPs sind besonders gefährliche Chemikalien, die ein
weltweites Problem darstellen und die die Vertragsstaaten des
Stockholmer Abkommens - einer internationalen Übereinkunft über
persistente organische Schadstoffe - aus dem Verkehr ziehen wollen.
PFOS war bis dahin die wichtigste Fluorkomponente in Feuerlöschschäumen.
Die Lager der Werkfeuerwehren der Chemischen Industrie und der
Flughafenfeuerwehren waren gefüllt mit PFOS-haltigen Löschschäumen.
Einige Feuerwehren habe die Mittel auch heute noch auf Lager. Seit 27.
Juni 2008 vebietet die EU das Inverkehrbringen und Verwenden von PFOS;
für bereits (gelagerte) Feuerlöschmittel auf Basis von PFOS gilt jedoch
eine Aufbrauchfrist bis zum Juni 2011.
Der neue Ratgeber „Fluorhaltige Schaumlöschmittel umweltschonend
verwenden" kann unter
http://bit.ly/93sCRU
kostenlos heruntergeladen werden - eine gedruckte Fassung kann dort
ebenfalls kostenlos bestellt werden.
Quelle: Umweltbundesamt




