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Kleinere Reaktoren entlasten die Umwelt
Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Projekte von Chemikern der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wo
einst riesige Kessel standen, Rohrleitungen zischten und Schornsteine
rauchten, da werden in Zukunft
vielerorts kleine, überschaubare Anlagen
stehen. Denn die chemische Industrie setzt verstärkt auf die
Mikroreaktorentechnik. Die Vorteile dieser Miniaturisierung von
Prozessen liegen auf der Hand: Durch kontinuierliche Prozessführung
lassen sich genauso Endprodukte gewinnen, wobei sich jedoch die
Risiken der Anlagen verringern. Eine Havarie beispielsweise ist dann
angesichts der geringen Mengen eingesetzter Chemikalien weitaus
besser beherrschbar. Außerdem ergeben sich Vorteile in der
Prozessführung, weil sich Temperatur- oder Druckmanagement
überschaubar gestalten lassen, was bei Großanlagen weitaus
aufwändiger und teuerer ist.
Wissenschaftler vom Institut
für Technische Chemie und Umweltchemie der
Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen jetzt im Verbund mit
Partnern aus Industrie und Forschung das Umwelt-Entlastungspotenzial
der Mikroreaktoren ausloten. Gefördert werden sie dabei von der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die gerade den
Forschungscluster "Novel Process Windows" gestartet hat.
Insgesamt stellt die DBU dafür etwa 1,5 Millionen Euro zur
Verfügung. Der neue Cluster gehört zum
DBU-Förderschwerpunkt "Nachhaltige Chemie".
"Wir
wollen erforschen, wie sich Salicylsäure-Derivate per
Mikroreaktortechnik herstellen lässt", sagt Prof. Dr. Bernd
Ondruschka. Der Lehrstuhlinhaber für Technische Chemie und
Umweltchemie und seine Mitarbeiterin Dr. Annegret Stark kooperieren
mit dem Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH und weiteren
Projektpartnern. Überschrieben ist das Projekt mit "Neue
Prozess-Fenster für die Prozessintensivierung der
Kolbe-Schmitt-Synthese". Die miniaturisierten Prozesse
versprechen u. a. höhere Ausbeute an Endprodukten und weniger
Abfälle - ergo eine Entlastung der Umwelt.
Prof. Dr.
Günter Kreisel, Hochschuldozent für Technische Chemie, ist
im Forschungscluster mit dem Projekt "Neue Wege in der
Darstellung organischer Halbleitermaterialien durch Einsatz der
Mikroverfahrenstechnik" vertreten. Kreisels Mitarbeiterin Dr.
Dana Kralisch hat sich dabei die Synthese von organischen
Halbleitermaterialien zum Einsatz in der Photovoltaik vorgenommen.
"Unser Ziel ist es, Polymere für Farbstoff-Solarzellen
unter Einsatz der Mikroverfahrenstechnik herzustellen", sagt
Projektleiter Kreisel. Kooperiert wird dabei mit dem POLYMET e. V.
und dem Unternehmen Jenpolymers Ltd., die beide in Jena sitzen. Die
Erkenntnisse zur effizienten Synthese organischer
Halbleitermaterialien können zu einer beschleunigten Entwicklung
auf dem Gebiet der Solarzellen-Technologie führen und so einen
Beitrag zur umweltfreundlichen Energiegewinnung leisten.
Im
Forschungscluster "Novel Process Windows" sind neben dem
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie der
Friedrich-Schiller-Universität Jena deutschlandweit weitere
Forschungseinrichtungen beteiligt. Dazu gehören das Institut für
Mikrotechnik Mainz, die Firma Heppe Medical Chitosan aus Halle, das
Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik der
Universität Braunschweig, das Leibniz-Institut für Katalyse
an der Universität Rostock und das Institut für
Umweltinformatik Hamburg. Alle Projektteilnehmer kooperieren
ihrerseits mit Firmen und Industriepartnern.
Kontakt:
Prof.
Dr. Bernd Ondruschka / apl. Prof. Dr. Günter Kreisel
Institut
für Technische Chemie und Umweltchemie der
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lessingstraße 12,
07743 Jena
Tel.: 03641 - 948400 / 948430
E-Mail:
bernd.ondruschka@uni-jena.de / guenter.kreisel@uni-jena.de
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