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Neue Ergebnisse des PFT-Untersuchungsprogramms: Trotz Verbesserungen weist immer noch jede fünfte Klärschlammprobe erhöhte Werte der Industriechemikalien auf
Gönner
sieht sich bestätigt: Was mit viel Aufwand aus Abwässern an
Schadstoffen entfernt wird, gehört nicht auf Äcker und
Böden
Umweltministerin
Gönner sieht sich im Werben für einen Ausstieg aus der so
genannten Klärschlammdüngung durch die aktuellen Ergebnisse
eines vor zwei Jahren in Baden-Württemberg angelaufenen
Umweltuntersuchungsprogramms bestätigt: Von in diesem Jahr
insgesamt untersuchten 300 Klärschlämmen wurden in 64
Fällen erhöhte Konzentrationen der Industriechemikalie PFT
(Perfluorierte Tenside) ermittelt. Aus Gründen des vorbeugenden
Boden- und Gesundheitsschutzes ist in Baden-Württemberg bei
Werten von mehr als 100 Mikrogramm (ein zehntausendstel Gramm) der
gesundheitsschädlichen Industriechemikalien pro Kilogramm
Klärschlamm im Trockengewicht die Ausbringung des Klärschlamms
auf Böden untersagt, so Gönner.
Die Situation habe
sich gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich verbessert, erläuterte
Gönner. Im Vorjahr war noch in jeder dritten von seinerzeit 157
untersuchten Klärschlammproben eine zu hohe PFT-Belastung
gefunden worden. "Vor allem bei den im vergangenen Jahr
gemessenen Spitzenbelastungen von über 5.000 Mikrogramm PFT sind
die Werte zurückgegangen." Vereinzelt sei jedoch auch ein
Anstieg der PFT-Werte zu verzeichnen gewesen. "Die Tendenz weist
in die Richtung einer verringerten Belastung. Es gibt jedoch kein
einheitliches Bild." Deshalb müsse auch künftig der
thermischen Verwertung der Klärschlämme der Vorrang vor
einer Ausbringung in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau
gegeben werden. "Schadstoffe, die mit viel Aufwand aus Abwässern
entfernt werden, gehören danach nicht auf Äcker und auch
nicht auf sonstige Böden", so Gönner.
Entwarnung
für das Grundwasser - PFT-Quellen identifiziert:
Entwarnung
könne weiterhin für das Grundwasser gegeben werden. Dort
sei PFT zwar erneut vereinzelt gefunden worden, jedoch seien PFT kein
flächen-deckendes Problem für das Grundwasser. Die
punktuellen Belastungen würden weiter beobachtet und den
möglichen Ursachen nachgegangen, kündigte Gönner an.
"Durch die Erstuntersuchungen im vergangenen Jahr konnten
bereits in einigen Fällen die Quellen der Schadstoffeinleitung
identifiziert werden", so Gönner. Dadurch sei es gelungen
den PFT-Eintrag im Abwasser gezielt anzugehen. Die betroffenen
Betriebe wie auch die Kommunen als Kläranlagenbetreiber zeigten
sich kooperativ und wirkten meist konstruktiv an Alternativen zur
Vermeidung von PFT-Einleitungen mit, lobte Gönner. "Erste
Erfolge sind erkennbar. Jetzt ist es wichtig, weiter dran zu bleiben
und Möglichkeiten zu finden, den Schadstoffeintrag weiter zu
vermindern." Die örtlichen Umweltbehörden seien dazu
im Kontakt mit den Unternehmen, die PFT in Produktionsprozessen vor
allem in der Papier- und der Metallindustrie einsetzten. In einem
Galvanikbetrieb (Firma Hansgrohe AG Schiltach) laufe außerdem
derzeit mit Unterstützung des Umweltministeriums ein
Pilotprojekt zur weiteren Verringerung des Eintrags der Chemikalien.
"Es ist zu begrüßen, dass das Unternehmen sich so
engagiert einbringt", so Gönner.
Untersuchungsprogramm
wird fortgeführt:
Die gesamte Situation sei nicht
dramatisch, betonte Umweltministerin Gönner. "Die weite
Verbreitung der Industriechemikalie in der Umwelt war jedoch auch für
die Fachleute unerwartet." Das Umweltuntersuchungsprogramm werde
deshalb weiter fortgeführt. "Es geht darum etwaige
Veränderungen feststellen und entsprechend reagieren zu können.
Auch wenn es noch keine konkrete Gefährdung gibt, ist es das
Ziel, einer weiteren Verbreitung der Industriechemikalie in der
Umwelt und in den Naturkreisläufen vorzubeugen", so Gönner.
Der Umweltuntersuchungsbericht Perfluorierte Tenside im
Klärschlamm - August 2008 ist im Internet als Anhang zur
Pressemitteilung eingestellt: www.um.baden-wuerttemberg.de
Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg




