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Neue Wege für die städtische Wasserwirtschaft der Zukunft
Sybille Wenke-Thiem, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik
24.10.2007
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) und Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) entwickeln gemeinsam mit Partnern des Forschungsverbunds netWORKS Lösungsmöglichkeiten für eine "demografieangepasste" Stadttechnik | http://www.networks-group.de
Berlin / Frankfurt/Main. Die Netze und Anlagen der kommunalen
Wasserversorgung werden bisher zentral organisiert, und diese Zentralität gilt
bislang gerade bei mittleren und hohen Siedlungsdichten technisch und
ökonomisch als vorteilhaft. Durch die abnehmende Bevölkerungszahl tritt jedoch
eine völlig neue Problematik auf: Die Funktionalität der Systeme ist durch
Unterauslastung gefährdet. In einigen Städten und Regionen sind Rück- und
Umbaumaßnahmen der Netze notwendig, die an die Grenzen des betriebswirtschaftlich
Machbaren gehen. In Ergänzung dieser Anpassungsstrategien gilt es, neben dem
Rück- und Umbau auch über den Einsatz gänzlich neuer Technologien nachzudenken,
außerdem sind Systemalternativen gegenüber dem Weiterbetrieb vorhandener Anlagen
abzuwägen.
In Deutschland wurden in den letzten beiden Jahrzehnten bereits beachtliche
Innovationen im Bereich alternativer Wasserver- und
Abwasserentsorgungstechnologien entwickelt, die jedoch bisher ausschließlich im
Rahmen weniger kleiner Modellprojekte umgesetzt wurden. Die Pilotvorhaben
zeigten, dass Stofftrennung und neuartige Kombinationen von Ab- und
Frischwasser prinzipiell möglich sind. Da es sich um flexible und nachhaltige
Lösungen handelt, mit denen die Schließung von Nährstoffkreisläufen sowie die
energetische Verwertung von Abwasser angestrebt wird, sind die Verfahren -
angesichts der steigenden Energiepreise - auch volkswirtschaftlich interessant:
Intelligente Systemlösungen zeichnen sich durch Stoffstromreduktion
(Ökoeffizienz), höhere Flexibilität und teils kürzere Leitungswege aus und
lassen langfristig eine ökonomische Effizienzanhebung (Energieverwertung)
erwarten.
Nun gilt es herauszufinden, ob eine breitere Anwendung dieser Technologien
sowie die Kombination mit vorhandenen Anlagen und Netzen auch in größerem
Maßstab sinnvoll sind. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) untersuchen daher - gefördert
durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und in Kooperation
mit weiteren Forschungs- und Praxispartnern - praxistaugliche
Umwandlungsmöglichkeiten der stadttechnischen Systeme. Der interdisziplinär
arbeitende "Forschungsverbund netWORKS" entwickelt gemeinsam mit Ver-
und Entsorgungsunternehmen aus sechs Untersuchungskommunen mit
unterschiedlicher Bevölkerungsentwicklung langfristig tragfähige Angebots- und
Infrastrukturkonzepte.
Einen Untersuchungsschwerpunkt bildet die Frage, ob und inwieweit semi- und
dezentrale Lösungen ökonomisch und ökologisch effizienter sind und wie diese im
existierenden betrieblichen Rahmen sukzessive angewandt werden könnten.
Berücksichtigt wird dabei, dass Strukturanpassungen der Anlagen im Einklang mit
den unternehmerischen Erfordernissen erfolgen müssen. Auch werden die Infrastruktur-
und Stadtentwicklungsplanung integriert betrachtet und der Stand der Technik
berücksichtigt.
Erste Ergebnisse sind Ende 2008 zu erwarten. Sie werden als Publikation
veröffentlicht und als Beratungsinstrument auch auf der Homepage des
Forschungsverbunds zu finden sein.
Nähere Informationen zum Forschungsverbund und zum Projekt
"Transformationsmanagement für eine nachhaltige Wasserwirtschaft"
sind im Internet unter www.networks-group.de/ zu finden.
Weitere Informationen/Projektleitung:
Dipl.-Sozial-Ökonom Jens Libbe
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin,
Telefon: 030/39001-115, E-Mail: libbe@difu.de
PD Dr. Thomas Kluge,
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt/M.,
Telefon: 069/707691918, E-Mail: kluge@isoe.de
Internet: www.networks-group.de
Hintergrund: Der Forschungsverbund netWORKS ...
... entwickelt konzeptionell innovative und nachhaltige Lösungen für die
Wasserver- und Abwasserentsorgung. Praxisbezogen erarbeitet netWORKS Entscheidungshilfen
für Kommunen als Verantwortliche für die Festlegung und Erbringung von
Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie für die diese Leistungen
ausführenden (kommunalen) Ver- und Entsorgungsunternehmen bzw. -betriebe.
Initiiert vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für
sozial-ökologische Forschung (ISOE) wird die Forschungsgruppe von verschiedenen
Forschungseinrichtungen getragen (kooperierende Institute: Arbeitsgruppe für
regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU), Oldenburg, Brandenburgische
Technische Universität Cottbus (BTU), Institut für Städtebau und
Landschaftsplanung, Lehrstuhl für Stadttechnik, Cottbus, COOPERATIVE
Infrastruktur und Umwelt, Darmstadt, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für
Wasserforschung gGMBH, Mühlheim a.d. Ruhr). Das Projekt
"Sozial-ökologische Regulation netzgebundener Infrastruktursysteme"
wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des
Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" gefördert. Im Forschungsverbund
arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Ökonomie,
Soziologie, Recht, Raumwissenschaft, Stadttechnik und Ökologie - je nach
Projekt in unterschiedlicher institutioneller und fachlicher Zusammensetzung:
www.networks-group.de.
Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes
Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-,
Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und
Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftspolitik,
Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen
oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein
umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene
mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in
Zukunft zu bewältigen haben. Rechtsträger ist der Verein für
Kommunalwissenschaften e.V., der zur Sicherung und Stärkung der kommunalen
Selbstverwaltung durch Förderung der Kommunalwissenschaften gegründet wurde.
Der Text ist selbstverständlich frei zum Abdruck - über ein Belegexemplar bzw.
einen Beleglink würden wir uns sehr freuen!
Pressekontakte:
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin,
wenke-thiem@difu.de, www.difu.de
Telefon: 030/39001-209/-208, Telefax: 030/39001-130
Weitere Informationen:
http://www.difu.de
http://www.networks-group.de
http://www.kommunalweb.de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news232107




