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Regionale Klärschlammverwertungs-GmbH in Dinkelsbühl. Eine länderübergreifende Kooperation
"Baden-Württemberg
und Bayern wollen den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen und
landbaulichen Klärschlammverwertung", erklärte die Ministerin
Tanja Gönner. Schon im Jahr 2001 hätten sich beiden Länder für
die thermische Entsorgung des Klärschlamms ausgesprochen. Der
Klärschlamm sei eine wichtige Schadstoffsenke für Schwermetalle und
andere ökotoxische Substanzen wie Wirkstoffe aus Arzneimitteln,
Kunststoffweichmacher oder Flammschutzmittel. "Es macht deshalb
keinen Sinn, die Schadstoffe mühsam mit hohem finanziellen und
technischen Aufwand aus dem Abwasser zu reinigen und danach
großflächig auf den Böden wieder zu verteilen."
"Ich
freue mich besonders, dass diesem gemeinsamen Ziel in einer
länderübergreifenden Kooperation entsprochen wird", so Gönner.
Es hätten sich über 20 kommunale Gesellschafter zusammengeschlossen
und eine neuartige Klärschlammmineralisierungsanlage gebaut.
"Dadurch wird der Boden geschützt und durch die energetische
Nutzung des Klärschlamms ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
geleistet", erklärte die Umweltministerin. Mit der innovativen
Wärmeverbundnutzung, durch die die anfallende Wärmeenergie des
Biomasseheizkraftwerks alternativ zur Klärschlammtrockung, zur
Stromerzeugung oder als Fernwärme genutzt werden kann, werde eine
optimale Energienutzung sichergestellt. Diese sei auch ganz im Sinne
der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes und der dort verankerten
Arbeitsgruppe "Abfall als Ressource", die sich besonders
mit der energetischen Optimierung der thermischen Abfallverwertung
beschäftigt habe. Danach gebe es bei den Abfällen noch erhebliche
Potenziale für den Klimaschutz. "Ich sehe die optimale
Energienutzung in der Anlage als ein Beispiel, das Schule machen
sollte", so die Ministerin. "Wir haben die
Wärmeverbundlösung daher gemeinsam mit Bayern finanziell gefördert
und hoffen auf zahlreiche Nachahmer." Auch der Wegfall von
jährlich 400.000 Transportkilometern in die neuen Bundesländer sei
ein umfangreicher Beitrag zum Klimaschutz.
Klärschlamm
stelle darüber hinaus eine wichtige Sekundärrohstoffquelle dar,
indem der im Klärschlamm enthaltene Phosphor wieder verwertet werden
könne. "Phosphor ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die
Herstellung von Düngemitteln und kann aus der Verbrennungsasche
zurückgewonnen werden", erklärte Gönner. Dieser Sache könnte
sich dieses vorbildliche Projekt in Dinkelsbühl in einem nächsten
Schritt annehmen.
Baden-Württemberg liege bei der Bilanz zur
thermischen Klärschlammentsorgung bei den Flächenstaaten bundesweit
mit 81 Prozent an der Spitze. "Der Landkreis Schwäbisch Hall,
der mit 21 Prozent bislang nur wenig Klärschlamm thermisch verwertet
hat, holt mit der neuen Anlage deutlich auf und steht mit jetzt 68
Prozent deutlich besser da", freute sich die Ministerin. Es
bleibe aber trotzdem noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten,
um auf diesem Weg weiter voranzukommen.
http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/54500/




