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Studie zeigt das große, noch ungenutzte Potenzial von Erneuerbaren Energien in den Bundesländern
Sieben Bundesländer könnten ihren Strombedarf schon heute komplett aus Erneuerbaren Energien decken - also aus Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse. Mecklenburg-Vorpommern könnte sogar seinen vollständigen Verbrauch an Primärenergie (Strom- und Wärmebedarf) durch erneuerbare Energien abdecken. Das haben Wissenschaftler der Forschungsstelle für Umweltpolitik am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität in einer Studie belegt, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Auftrag gegeben hat. Trotz der vorhandenen Ressourcen und der energiepolitischen und rechtlichen Machbarkeit nutzen jedoch alle Bundesländer ihre Kompetenzen und Möglichkeiten zu wenig.
Das Team der Forschungsstelle um Dr. Lutz Mez hat in der
Machbarkeitsstudie "Zukünftiger Ausbau erneuerbarer
Energieträger unter besonderer Berücksichtigung der
Bundesländer" die Wirtschaftlichkeit und die Hemmnisse bei
der Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien untersucht. Entgegen
landläufiger Meinung verfügen die Länder - vom
Baurecht über die Raumordnung bis zur Landesplanung - über
nicht zu unterschätzende rechtliche Kompetenzen, um die
Entwicklung der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Davon werde
aber kaum Gebrauch gemacht, so Lutz Mez, Koordinator der Studie. Die
Wissenschaftler vermissen außerdem eigene energiepolitische
Programme der Länder, die sich in einem Landesenergiegesetz,
aber auch in einem Landesklimaschutzgesetz niederschlagen könnten.
Darin könnten gezielte Vorgaben zur CO2-Reduzierung aufgestellt
werden, um auch auf Länderebene den Klimaschutz zu forcieren.
Mit konkreten Zielvorgaben für den weiteren Ausbau der
Erneuerbaren Energieträger bis 2010 oder 2020 könnte deren
Entwicklung weiter
angeschoben werden.
Um das große
Potenzial an Erneuerbaren Energien der einzelnen Bundesländer zu
nutzen, müsste politisch gezielter gefördert werden: "In
den USA zeigt Kalifornien beispielhaft, wie sich eine Region
energiepolitisch profiliert und dabei auch die heimische Wirtschaft
stärkt", so Lutz Mez. Zwar sei das Beispiel Kaliforniens
nicht 1:1 auf die Bundesrepublik übertragbar, dennoch gebe es in
der Bundesrepublik große Chancen für energiepolitische
Initiativen auch auf Länderebene.
Jedes deutsche
Bundesland hat bei den Erneuerbaren Energien entsprechend den je
eigenen naturgegebenen Bedingungen seine spezifischen Stärken.
Bayern und Baden-Württemberg führen bei der Wasserkraft,
Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern stehen bei der Windenergie an der Spitze. Bei
der Stromerzeugung aus Biomasse dominieren wiederum Bayern,
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das größte Hemmnis,
so die Studie, bestehe noch immer in der Benachteiligung der
Erneuerbaren Energien gegenüber den fossilen und atomaren
Energien, die jahrzehntelang stark subventioniert worden seien.
Die
Wissenschaftler empfehlen eine stärkere Vernetzung der
Bundesländer untereinander, um Kapazitäten zu bündeln.
Die Länder sollten den Strom für ihre landeseigenen
Einrichtungen aus Erneuerbarer Energie beziehen und so Vorbild für
die Bürger sein. Darüber hinaus könnten
Leuchtturmprojekte wie etwa die erste Offshore-Windkraftanlage bei
Rostock, das Bioenergiedorf in Jühnde (Kreis Göttingen)
oder das solarthermische Kraftwerk in Jülich eine
Anschubfunktion übernehmen.
Weitere
Informationen:
Privatdozent Dr. Lutz Mez, Forschungsstelle für
Umweltpolitik am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft,
Telefon: 030 / 838-5 55 85, E-Mail: umwelt1@zedat.fu-berlin.de
Kerrin
Zielke, Kommunikations- und Informationsstelle
Freie
Universität Berlin
14.02.2008




