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TBC - Erreger vor 115 Jahren entdeckt
Schon als
junger Landarzt richtet Robert Koch
in seiner Wohnung ein Labor ein, in dem er seine freien Abende verbringt. Hier
entdeckte er 1876 die Spuren des Milzbrands.
Möglicherweise, so seine Idee, bereitet sich die gefährliche Tuberkulose, an
der jährlich 80.000 Deutsche sterben, ähnlich aus. Koch wechselt
ins Labor des kaiserlichen Gesundheitsamtes in Berlin. Im Herbst 1881 macht er
sich auf die Suche nach dem Erreger. Proben bekommt er aus der nahen
Charite-Uniklinik. Koch infiziert zwei Meerschweinchen, um zu untersuchen, wie
diese ihre Artgenossen anstecken. Gleichzeitig sucht er nach einem Färbemittel,
das den Erreger unter dem Mikroskop sichtbar macht. Nach vielen Fehlversuchen glückt
ihm das mit Hilfe von Methylenblau.
Unter dem Mikroskop sieht er plötzlich blaue Stäbchen- es ist der tödliche
Tuberkelbazillus, wie Koch es nennt. Am Abend des 24. März 1882 hält der 38-jährige
im Bibliothekszimmer des Hygienischen Instituts einen Vortrag.
" Über Tuberkulose " heißt der Vortrag. Im Publikum sitzen die bekanntesten Ärzte der Stadt. Koch ist kein begnadeter Redner, nur zögernd kommen ihm die Worte über die Lippen. Bescheiden berichtet er zunächst über die Versuche anderer. Erst dann zeigt er seine eigenen Fotografien und Ergebnisse. " In Zukunft wird man es im Kampf gegen diese schreckliche Plage nicht mehr mit einem unbestimmten Etwas, sondern mit einem fassbaren Parasiten zu tun haben ", kündigt er an. Besiegt ist der Erreger auch 115 Jahre später nicht: jedes Jahr sterben 1,7 Millionen Menschen weltweit an Tuberkulose.




