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Vom Weltraum zurück an die Uni - Zoologe der Uni Stuttgart berichtet über Bärtierchen-Forschung
Im September brachte eine
Trägerrakete im Rahmen der FOTON-M3-Mission die Bärtierchen-Experimente des Stuttgarter
Zoologen Dr. Ralph O. Schill sowie dessen schwedischem Kollegen Dr. Ingemar
Jönsson ins Weltall. Inzwischen sind die Tardigraden, wie Bärtierchen
wissenschaftlich heißen, wieder zurück an der Universität Stuttgart und werden
weiter untersucht. Am 15. November um 19.00 Uhr gibt Schill in einem
öffentlichen Vortrag und in Filmsequenzen Einblicke in das Leben der zähen
Winzlinge. Die Veranstaltung mit dem Titel "Das Leben der Bärtierchen -
Biologischer Stillstand in der Natur" findet auf dem Campus Vaihingen der
Uni Stuttgart, Pfaffenwaldring 57, Hörsaal 57.04 statt.
Bärtierchen gehören zu den
wahren Überlebenskünstlern im Tierreich. Sie sind zwar nur einen Millimeter
groß und leben meist versteckt in Moosen, auf feuchten Böden oder im Wasser.
Ihre Fähigkeiten, sich auf schlechte Umweltbedingungen wie Trockenheit oder
Kälte einzustellen, sind jedoch nicht zu übertreffen: Innerhalb weniger Stunden
können sie tönnchenförmige Dauerstadien bilden und so auf bessere Zeiten
warten. In diesem Stadium flogen mehrere hundert Bärtierchen insgesamt 189 Mal
um die Erde. Dabei wurden sie der Kälte, dem Vakuum und der direkten
Weltraumstrahlung ausgesetzt.
Am Biologischen Institut der Uni Stuttgart, Abteilung Zoologie, wird nun
untersucht, wie viele Tierchen den knapp 12-tägigen Weltraumausflug überstanden
haben und ob sie noch in der Lage sind, erfolgreich Nachwuchs zu produzieren.
Hierfür ist eine Vielzahl von Experimenten geplant. Mit den Ergebnissen ist
Anfang 2008 zu rechnen. Schill beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit
diesen faszinierenden Lebewesen. "Ein besseres Verständnis der
Überlebensmechanismen von Bärtierchen kann zur Entwicklung von neuen Methoden
führen, die es in der Zukunft ermöglichen, Zellen und Gewebe zu konservieren
oder entstandene Schäden zu reduzieren", sagt der Wissenschaftler. Die
Forschungen sind beispielsweise für Biobanken von großem Interesse.
Weitere Informationen bei Dr. Ralph O. Schill, Biologisches Institut, Abt.
Zoologie, Tel. 0711/685-69143, e-mail ralph.schill@bio.uni-stuttgart.de, http://www.funcrypta.de.
Ursula
Zitzler, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Stuttgart
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news234073




