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Was ist aus dem sauren Regen geworden? - Indikatoren machen Umweltqualität messbar
Säureeinträge
in empfindliche Ökosysteme sinken weiter, noch keine Entwarnung
bei den Stickstoffeinträgen / Aktualisierung der
Umweltindikatoren im Internet
(Augsburg)
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"Der Regen ist heute deutlich weniger
sauer als vor 20 Jahren"
erläutert Albert Göttle, Präsident des Bayerischen
Landesamtes für Umwelt (LfU), "allerdings haben wir die
Zielmarge des Umweltindikators ‚Säureeintrag' noch nicht
erreicht". Diese Kennzahl ist mittlerweile nur noch halb so hoch
wie 1985. Sie besteht aus zwei
Komponenten, die sich
jedoch unterschiedlich entwickelt haben: Während der
Sulfateintrag
nach Einführung der Rauchgasentschwefelung um 80 Prozent
gesunken ist, stagniert die
Abnahme des Stickstoff-Eintrags
im 10-Jahres-Trend nun wieder. Weil dieser Stickstoff zudem wie ein
Düngemittel
wirkt, führen ihn die LfU-Fachleute als zusätzlichen
Umweltindikator. Göttle: "Viele
der wertvollsten Ökosysteme
werden durch den Stickstoff
aus der Luft gedüngt
und damit stark verändert. Hier können wir noch keine
Entwarnung geben".
Denn noch immer messen die LfU-Fachleute im Mittel pro Jahr mehr als
zehn Kilogramm Stickstoffeintrag pro Hektar, während die
empfindlichsten Biotope - beispielsweise nährstoffarme Moore -
nicht einmal fünf Kilogramm vertragen können. Deshalb
werden auch die tolerierbaren Säureeinträge immer noch
deutlich überschritten, wie LfU-Messungen zeigen. +++
Die
Indikatoren "Säureeintrag" und "Stickstoffeintrag"
gehören zu einem Set von derzeit 20 Kennzahlen, die
Umweltqualität messbar machen: Die Artengefährdung wird
dabei ebenso berücksichtigt wie beispielsweise die
Abwasserbeschaffenheit, die Luftqualität, der
Straßenverkehrslärm oder Betriebe mit einem geprüften
Umweltmanagement. Die Umweltindikatoren sind ein echtes
Gemeinschaftswerk: Zwölf der Indikatoren berechnen die
LfU-Fachleute aus eigenen Daten, für die übrigen Kenngrößen
arbeiten sie mit anderen Behörden bayern- und bundesweit
zusammen, ebenso bei der Weiterentwicklung des Indikatorensystems.
Ziel ist es, Öffentlichkeit und Politik laufend über
langfristige Entwicklungen zu informieren, den Erfolg von
Umweltschutzmaßnahmen zu bewerten und weiteren Handlungsbedarf
aufzuzeigen. Die Erarbeitung von Umweltindikatoren setzt die Vorgaben
der Rio-Agenda 21 und den Aktionsplan von Johannesburg um.
Zwischenzeitlich haben fast alle Bundesländer, aber auch
europäische Regionen und sogar einzelne Kommunen solche
Kenngrößen entwickelt. Ein bundesweit geltender Satz von
Indikatoren soll künftig Ländervergleiche erleichtern. Die
Indikatoren werden jährlich aktualisiert und im Internet
veröffentlicht. Alle vier Jahre wird zusätzlich ein
Umweltbericht erstellt.
Weitere Informationen
Umweltindikatoren:
www.lfu.bayern.de/themenuebergreifend/fachinformationen/umweltindikatoren/index.htm.
Umweltbericht Bayern zum kostenlosen Bestellen oder Download:
www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_all_00058.htm.
Bayerisches
Landesamt für Umwelt
Sekretariat
Telefon
0821/90 71-50 02
Internet:
www.lfu.bayern.de
pressestelle@lfu.bayern.de
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86179 Augsburg
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Thomas Henschel
Telefon: 08 21 / 90 71 - 52 42
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thomas.henschel@lfu.bayern.de




