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Wasserbauer der Universität Siegen erforschen mittleren Meeresspiegelanstieg
Kordula Lindner-Jarchow M.A., Presse- und Informationsstelle
Universität Siegen
25.10.2007
Seit dem 01. Oktober 2007 bearbeiten die Wissenschaftler des Forschungsinstitutes Wasser und Umwelt (fwu) an der Universität Siegen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Jürgen Jensen am Fachbereich Bauingenieurwesen ein Forschungsvorhaben mit dem Titel "Analyse von hochaufgelösten Tidewasserständen und Ermittlung des MSL an der deutschen Nordseeküste (AMSeL)". Erstmalig wird in Deutschland der mittlere Meeresspiegel (MSL, als Ausgleich der Gezeitenwellen) und dessen Entwicklung über einen längeren Zeitraum an vielen repräsentativen Pegelstandorten der Nordsee untersucht. Hierzu werden hochaufgelöste Tidekurven, die an den deutschen Nordseepegeln bis heute aufgezeichneten wurden, ausgewertet.
Obwohl ein Meeresspiegelanstieg als Folge der letzten Eiszeit ein natürliches Phänomen ist, haben Forscher in den letzten Jahren nachgewiesen, dass er durch einen zusätzlich, von uns Menschen verursachten Klimawandel beschleunigt wird. Vor allem seit der Veröffentlichung des neuen Weltklimaberichtes des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 wird der Thematik eine große Aufmerksamkeit geschenkt und verschiedenste Katastrophen¬szenarien werden öffentlich diskutiert.
Mit den Ergebnissen von AMSeL wollen die Forscher der Universität Siegen nicht
nur wesentlich genauere Aussagen zum zukünftig zu erwartenden
Meeresspiegelanstieg treffen, sondern auch bestehende Klimamodelle und die
daraus abgeleiteten Prognosen überprüfen sowie zukünftig stärker belastete
Küstenabschnitte identifizieren, die es entsprechend zu schützen gilt.
"Eine weitere Folge des mittleren Meeresspiegelanstiegs ist die erschwerte
Entwässerung von tiefliegenden Gebieten hinter den Deichen, die so genannte
Binnenentwässerung", so der Projektleiter Prof. Jensen. Da die
Entwässerung ohne die Unterstützung von Pumpen nur bei entsprechend niedrigen
Wasserständen auf der Meeresseite der Deiche möglich ist, müssen in Zukunft
unter Umständen größere Speicherräume geschaffen werden, um die anstehenden
Wassermengen temporär aufnehmen zu können. Da diese Räume jedoch aufgrund
bestehender Nutzungen in vielen Bereichen nicht ohne weiteres zur Verfügung
stehen, soll auch diese Problematik in dem neuen Forschungsvorhaben näher
untersucht werden.
Die Laufzeit des mit über 300.000 € vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens soll drei Jahre betragen. Für
die Bearbeitung wurde eigens eine Arbeitsgruppe bestehend aus mehreren
Wissenschaftlern am Forschungsinstitut Wasser und Umwelt eingerichtet.
Weitere Informationen:
http://www.uni-siegen.de/fb10/fwu/wb/forschung/projekte/amsel/?lang=de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news232336




