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Wasserstoff aus Biomasse durch thermophile Mikroorganismen
Inwieweit Mikroorganismen geeignet sind, aus biogenen Roh- und Reststoffen fermentativ Wasserstoff zu gewinnen, untersuchte die Technische Universität Hamburg Harburg in einem von der FNR mit Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministeriums geförderten Projekt.
Thermophile
Bakterien waren für die Forscher der Institute
AbfallRessourcenWirtschaft und des Instituts für technische
Mikrobiologie von besonderem Interesse. Als Substrate wurden Glucose,
Glycerin als Reststoff der Biodieselproduktion, Zucker-, Futter- und
Steckrüben, Maismehl und Kartoffeln getestet, zur Animpfung des
Prozesses diente die Mischkultur Klärschlamm. Bei einer
Hitzevorbehandlung des Klärschlamms bei 80°C
nahm die H2-Bildung deutlich zu, da Wasserstoff bildende
Mikroorganismen im Gegensatz zu Methanbildnern bei diesen
Temperaturen Sporen bilden
und somit angereichert werden.
Zusätzlich wurden sechs
Reinkulturen auf ihr Potenzial zur H2-Bildung untersucht. Die
Ergebnisse zeigen, dass nur mit dem Stamm DSMZ 571 eine hohe
H2-Produktion zu erreichen war. Da der Einsatz von Reinkulturen
jedoch einen deutlich höheren Aufwand und mehr Kosten verursacht,
wird für alle Substrate eine Inokulation des Prozesses mit
Klärschlamm empfohlen.
Die höchste H2-Produktion wurde
erwartungsgemäß mit Glucose (280 Nl H2/kg oTS) erreicht. Dies
entspricht einem H2-Umsatz von 90%. Mit Klärschlamm als Inokulum und
Maisstärke wurden 190 Nl H2/kg oTS erreicht. Auch die untersuchten
Agrarprodukte zeigten hohe H2-Produktionswerte bis 188 Nl H2/kg oTS;
insbesondere Futter- und Zuckerrübe erzielten bei pH-Pufferung mit
Carbonat H2-Umsatzraten von rund 60%. Es empfiehlt sich, Reststoffe
dieser Substrate aus der Verarbeitung z.B. zu Stärke zu verwenden.
Glycerin enttäuschte hingegen, es brachte einen H2-Umsatz von unter
7%.
Fazit: Aus den erfolgreich durchgeführten
semikontinuierlichen Versuchen lässt sich die Eignung der
fermentativen Erzeugung von Biowasserstoff auch für den
kontinuierlichen Betrieb ableiten.
Einziges Problem der
kontinuierlichen H2-Bildung ist die prozessbedingte Versäuerung des
Systems. Daher sollte eine pH-Regelung oder Pufferung (Optimum pH5)
vorgenommen und der ganze Prozess mit einer optimalen hydraulischen
Aufenthaltszeit (HRT - Hydraulic Retention Time; optimal ist eine
HRT von 3 Tagen) betrieben werden.
Die Nebenprodukte der
Wasserstoffstufe, überwiegend organische Säuren, konnten zudem
erfolgreich als Substrat in einer nachgeschalteten
Methanproduktionsstufe verwertet werden.
Der
Abschlussbericht (Förderkennzeichen 22021203) steht in der
Projektdatenbank der FNR
auf http://www.fnr-server.de/ftp/pdf/berichte/22021203.pdf
unter Projekte&Förderung als Download zur Verfügung.




