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Weltneuheit im Klärwerk Schwelm: Schlammentwässerung mit Presse aus der Saftindustrie.
Wupperverband nimmt neue Anlage in Betrieb.
Der
Wupperverband hat heute im Klärwerk Schwelm eine neue Anlage zur
Entwässerung von Klärschlamm offiziell in Betrieb genommen.
Dabei handelt es sich um eine Hydraulikpresse
wie sie bei der Herstellung von Frucht- und Gemüsesäften
bereits seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Im Klärwerk Schwelm
wird eine solche Presse weltweit
erstmals im vollautomatischen
Betrieb zur Klärschlammentwässerung genutzt.
Die
Schweizer Firma Bucher, die das Hydraulikpresssystem entwickelt hat,
der Wupperverband und seine Tochtergesellschaft WiW haben das in der
Saftherstellung seit den 1960er Jahren etablierte System gemeinsam
für die Schlammentwässerung weiterentwickelt und zur
Marktreife gebracht. Hinter dem gemeinsamen Projekt stand die Idee,
das Rad nicht neu zu erfinden, sondern zur Optimierung des
Entwässerungsprozesses auch Ideen und Technologien aus anderen
Industriebereichen aufzugreifen.
Nach ersten Kontakten der
beteiligten Partner in 2001 wurde der Einsatz der Hydraulikpresse im
Klärwerk Schwelm in 2003 zunächst mit einer mobilen
Pilotanlage getestet, ab 2005 dann mit einer technischen Presse.
Da
Früchte und Klärschlamm sehr unterschiedliche Materialien
sind, wurde die Technik im Laufe des Testbetriebs angepasst. So
wurden z. B. das Filtergewebe in der Filterkammer sowie das
Dichtungssystem speziell auf die Anforderungen zur Entwässerung
von Klärschlamm zugeschnitten.
In 2006 wurde diese Maschine
nach den guten Erfahrungen im Testbetrieb dauerhaft installiert und
wird nun anstelle der alten Entwässerungszentrifuge betrieben.
Der letzte Schritt war der Umbau der Entwässerungsanlage für
den voll automatisierten Dauerbetrieb, der jetzt abgeschlossen ist.
Der im Klärwerk Schwelm anfallende Schlamm, der mit mehr
als 95 % aus Wasser besteht, wird in der zentralen Verbrennungsanlage
des Wupperverbandes in Wuppertal-Buchenhofen thermisch entsorgt. Um
die Transport- und Verbrennungskosten möglichst gering zu
halten, muss der Schlamm zunächst entwässert werden. Wie
bei der Saftherstellung lautet daher auch im Klärwerk die
Devise, möglichst viel Flüssigkeit aus dem Rohsubstrat
herauszuholen. Mit der neuen Hydraulikpresse wird im Klärwerk
Schwelm mit bis zu 35 % Feststoffgehalt im entwässerten Schlamm
ein höherer Entwässerungsgrad erreicht als mit der alten
Zentrifuge. Diese erreichte nur Feststoffgehalte von 22 bis 25 %.
Der erhöhte Feststoffgehalt ermöglicht es, dass die
Container für den Transport zur Schlammverbrennungsanlage nun
vollständig gefüllt werden können, während dies
aufgrund der nasseren Konsistenz des Schlamms früher nicht
möglich war. Dadurch sind heute deutlich weniger
Containertransporte erforderlich: die Zahl hat sich von rund 500 auf
ca. 300 Containerladungen (Hochrechnung für 2008) deutlich
reduziert.
Ein weiterer Vorteil ist der reduzierte
Personalaufwand, da die Presse vollautomatisch im 24-Stunden-Betrieb
bei geringem Wartungsaufwand laufen kann. Die Lebensdauer der Presse
liegt bei bis zu 30 Jahren.
Der Wupperverband hat im Klärwerk
Schwelm mit der Hydraulikpresse sehr gute Erfahrungen gemacht.
Inzwischen wird diese Entwässerungstechnologie auch auf den
Klärwerken Radolfzell am Bodensee und Zwillikon (Schweiz)
eingesetzt.
Die WiW mbH wird die neue Technik zur
Schlammentwässerung auch auf der Internationalen Fachmesse für
Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling (IFAT) vom 5. bis zum 9. Mai 2008 in
München vorstellen (Halle B1, Stand 227/328).




