Klärwerk.info / Ablage / Aus der EU-England
Aus der EU-England
Zurück zur Übersicht Aus der EU und aller Welt
www.klaerwerk.info/Aus-Bund-Laendern-und-EU/Aus-dem-Ausland
| England | |
| • |
Seepferdchen in der Themse |
| • | Britische Regulierungsbehörde verhängt erstmalig Strafzahlung gegen private Wasserwirtschaft |
Seepferdchen in der Themse
In der Themse in England wurden Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) entdeckt. Dies teilte die Zoological Society of London (ZSL)am 6. April 2008 mit. Die Tiere seien in den vergangenen 18 Monaten im Rahmen routinemäßiger Monitorings des Vorkommens an Wildtieren beobachtet worden. Diese Entdeckungen wurden jedoch erst öffentlich gemacht, als die Seepferdchen und einige andere Spezies unter gesetzlichen Schutz gestellt werden konnten. Die ZSL wertet das Aufkommen von Seepferdchen in der Themse als Zeichen dafür, dass die Wasserqualität der Themse sich verbessert, und verspricht sich davon ein Signal an die Öffentlichkeit zugunsten verstärkter Anstrengungen beim Gewässerschutz.
www.projectseahorse.org
Britische Regulierungsbehörde verhängt erstmalig Strafzahlung gegen private Wasserwirtschaft
Nach dem katastrophalen Bericht des britischen Unterhauses über die Mängel der Regulierungsbehörde Office of Water Services (Ofwat), die sich bisher mit einer effizienten Kontrolle der privaten Wasserwirtschaft schwer getan hatte, ist nun erstmals eine Geldstrafe durch die Owfat verhängt worden. Die bisherige RWE-Tochter „Thames Water" hatte jahrelang ineffizient und teuer gearbeitet, die Rohrleitungssysteme verkommen und Milliarden Liter Wasser versickern lassen.
Thames Water muss 18 Millionen zahlen, den Großteil für das Zurückhalten von Informationen, zwei Millionen für einen schlechten Kundeservice. Auch wenn die Ofwat damit unter der maximalen Strafzahlung zurück blieb, ist die Tatsache der Strafzahlung an sich doch eine neue Qualität. Wird doch so auch erstmalig die Gewinnmaximierungspolitik privater Wasserver- und Wasserentsorger sanktioniert.
Von 2000 an verstieß Thames Water grundsätzlich gegen die Auflagen zur Instandsetzung des Rohrleitungssystems. Das Unternehmen hatte fortlaufend gegen die Ziele, den Wasserverlust zu reduzieren, verstoßen. 2006 kam der Höhepunkt: Die damalige RWE Tochter Thames Water verbot den sieben Millionen Londonern ihren Rasen zu wässern. Dabei ist die Wasserknappheit hausgemacht. Pro Tag versickern 895 Millionen Liter Wasser aus undichten Rohren, etwa 30 Prozent der gesamten Wassermenge. Mangelnde Finanzspielräume waren nicht der Grund der Vernachlässigung, allein 2005 stieg der Gewinn um 30 Prozent. Zu Beginn des Jahres 2007 wurden die Wasserpreise in England und Wales noch einmal erhöht. Mit 3,14 Euro liegt der Höchstpreis für Abwasser mit 344 Prozent weit vom niedrigsten Preis entfernt.
Der RWE-Konzern hatte Thames Water Ende 2006 für umgerechnet 11,9 Milliarden Euro einschließlich der Übernahme von Verbindlichkeiten verkauft.
Pressemitteilung der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. 16.10.2007




