Klärwerk.info - Wegweiser

Übersicht

Willkommen bei klaerwerk.info. Produkte suchen können Sie ganz einfach, indem Sie das gesuchte Produkt wie z.B. Pumpen  in das Feld „Produktsuche“ eingeben und dann die Enter-Taste drücken. Übersichtlich werden alle gelisteten Lieferanten angezeigt, die das Produkt führen, alle Artikel in www.Klärwerk.info, die sich mit dem Produkt beschäftigen sowie alle Fortbildungsveranstaltungen mit diesem Thema.

Ansonsten finden Sie alle Artikel geordnet in Sachgebiete. Klaerwerk.info bietet eine umfassende Fülle von Informationen und Links, die man täglich braucht. Damit Sie wissen, wo Sie was finden, nachfolgend eine Übersicht über die einzelnen Sachgebiete:

A. Aktuelles

Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen chronologisch geordnet. Suchen Sie frühere Meldungen, so sehen Sie in den Sachgebieten nach oder geben rechts oben einen Suchbegriff in das Suchen-Feld ein.

1)      Tägliche Meldungen

B. Forum

1)      Fragen und Antworten

Das Forum steht allen Nutzern zur Verfügung. Hier können Sie alle Beiträge lesen, selbst Beiträge erstellen oder auf Beiträge antworten

C. Fachwissen

Hier schreiben Praktiker für Praktiker. Haben Sie auch etwas Interessantes zu berichten, so schreiben Sie uns an Kontakt@Klaerwerk.info .

1)     Abwasserreinigung
2)      Energie- und E-Technik
3)      Kanal- und Entwässerung
4)      Maschinentechnik
5)      Labor
6)      Schlammbehandlung
7)      Gaserzeugung und BHKW
8)      Aus Bund Ländern und EU
         a) Vom Bund
         b) Aus der EU und aller Welt
         c) Aus den einzelnen Bundesländern (geordnet nach Bundesländer)
9)      Recht und Gesetze
         a) Beiträge zum Umweltgesetzbuch
         b) Beiträge zur Wasserrahmenrichtlinie (WWRL)
         c) Beiträge zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
10)    Neue Fachliteratur
         a) Neue Bücher
         b) CD/ DVD's
         c) Downloads
         d) Fachzeitschriften
         e) Lexika und Wörterbücher
11)  Tipps und Tricks

D. Berufliches

Der zweite Schwerpunkt von Klärwerk.info. Hier finden Sie alles für Arbeitnehmer und Vorgesetzte und was Sie persönlich angeht.

1)      Arbeitssicherheit
         a) Unfallverhütungsvorschriften- Regeln und Information
         b) Formulare und Erlaubnisscheine
         c) Gesetze und Verordnungen zur Arbeitssicherheit
         d) Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung
         e) Unterweisungshilfen
         f ) Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung
         g) Ex-Schutz auf Kläranlagen
2)
      Tarif- und Arbeitsrecht
         a) Tarifrecht, Tarifvertrag, Gehaltsrechner und mehr
         b) Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilung
         c) Leistungsorientierte Bezahlung
         d) Tabelle TVöD (West)
         e) Arbeitszeugnisse
3)      Aus- und Weiterbildung
         a) Ansprechpartner
4)      Azubiseite
         a) Ausbildungshilfen für Ausbilder und "Azubis"
         b) Musterkläranlage
         c)  Prüfungsaufgaben
         d) Übungsaufgaben
         e) Informationen für Auszubildende
         f)  UT-Ausbildertreffen Fachkraft für Abwassertechnik
         g) Formeln, PSE und weitere Hilfen
5)      Meisterschüler
         a) Informationen für Meisterschüler
         b) Prüfungsaufgaben
6)        Offene Stellen

E. DWA-Infos

1)      Klärwerksnachbarschaften
         a) Kläranlagennachbarschaften in Bayern
         b) Kläranlagennachbarschaften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
         c) Kläranlagennachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland
2)      DWA-Informationen
         a) DWA Arbeitsblätter
         b) KA-Betriebs-Infos
         c) Mitgliederrundbriefe aus den Landesverbänden
         d) Meldungen der DWA

F. Kläranlagen

1)      Links zu Kläranlagen und Abwasserverbänden
2)      Kläranlagen - Videos
3)      Meldungen von den Kläranlagen

G. Nützliches

1)      Wetter und Hochwasser
2)      Firmennachrichten
3)      Verbandsnachrichten        
4)      Nützliche Links
         a) Umweltschutzorganisationen
         b) Fachzeitschriften, Lexika und Wörterbücher
         c) Behörden
         d) Berufsverbände und Vereinigungen
         e) Fachinformationen
         f) Gesetze und Verordnungen
5)      Meldungen aus der Wissenschaft
6)      Meldungen aus aller Welt
7)      Allgemeine Meldungen und Berichte

H. Fortbildungsdatenbank

1)      Fortbildungen
2)      Fortbildungen in Österreich
3)      Fortbildungen in der Schweiz
4)      Messen und Tagungen

I. Produktsuche/ Lieferanten

J. Kontakt

1)      Impressum
2)      Über Uns
3)      Kontakt

25.04.2017 10:32

Klärwerk.info / Ablage / Aus der EU-Schweiz

Aus der EU-Schweiz

Zurück zur Übersicht Aus der EU und aller Welt
www.klaerwerk.info/Aus-Bund-Laendern-und-EU/Aus-dem-Ausland 

Schweiz 
Schweizer Seen sind keine Fischzuchten 
SVGW äußert sich kritisch zum Aktionsplan Pflanzenschutzmittel 
Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation in der Schweiz 
In jedem zweiten Sammelsack ein Mobiltelefon 
Grosse Defizite beim biologischen Zustand der Schweizer Fliessgewässer 
VSA-Plattform «Wasserqualität» ist gut gestartet 
Schweizer Atlanten machen den Schritt in die dritte Dimension  
Phosphorrückgewinnung  
Forschungskonzept Umwelt für die Jahre 2017-2020 
Neues Förderprogramm "Wärmeverbünde" für Abwasser  
Spurenstoffe: Übersicht Schweiz  
Verordnung des UVEK zur Überprüfung des Reinigungseffekts von Massnahmen zur Elimination von organischen Spurenstoffen bei Abwasserreinigungsanlagen 
Der VSA/Schweiz hat eine Empfehlung zum Thema "Zu behandelnde Abwassermenge und Redundanz von Reinigungsstufen zur Entfernung von Mikroverunreinigungen" erarbeitet  
Gewässerqualität: Revision der Gewässerschutzverordnung  
Vernehmlassung - Vollzughilfe Finanzierung der Spurenstoffelimination 
Schweiz definiert Kriterien für Kläranlagennachrüstung 
NEST-Aufrichte mit allen Partnern 
Förderprogramm "Effiziente ARA"  
Neue Studie: Phosphatrückgewinnung in Schweizer Abwasserreinigungsanlagen 
Europäischer Umweltbericht: gute und weniger gute Noten für die Schweiz 
Weiterverrechnung der Abwasserabgabe  
Grosse Erfolge und Herausforderungen beim Gewässerschutz 
Schweiz regelt Finanzierung der Spurenstoffelimination in Kläranlagen 
«Wasserqualität in der Schweiz ist sehr gut» 
VSA-KI-Empfehlung zur Einführung der Abwasserabgabe 
Revision der Gewässerschutzverordnung für bessere Wasserqualität 
Genügend Wasser in der Zukunft? Forschung sieht Lösungen für drohende Nutzungskonflikte 
Mehr Phosphor im Vierwaldstättersee? Eawag ist kritisch. 
Wasserversorgung und Uferfiltration - ein System unter Druck? 
Schweiz verabschiedet Anpassungsplan an den Klimawandel  
Bessere Abwasserreinigung 
Eawag: Seit Anfang November ist Pascal Wunderlin als Co-Koordinator in der Plattform aktiv 
Ausbau der Kläranlagen zum Spurenstoffabbau soll überwiegend von Allgemeinheit finanziert werden
Abwasser und Abfall: Der heimliche Standortvorteil der Gemeinden 
"Lehrberuf Entwässerungsanlagen" - so machts die Schweiz 
VSA-Fortbildungskurs 2011: ARA Mikroverunreinigungen und neue Aspekte zu Energie und Stickstoff 
Was kostet die Unsicherheit der Zukunft 
Impulse für den Gewässerschutz 
21. Mai 2011 - Tag des Abwassers 
Stauseen als heimliche Klimasünder? 
Von unseren Nachbarn: Schweizer Tag des Abwassers 
GEWISS - Gewässerinformationssystem Schweiz 
Neue Herausforderungen für die Schweizer Wasserwirtschaft 
Verfahrenstechnische Möglichkeiten zur Verbesserung der Elimination von Mikroverunreinigungen 
Abschluss des Schweizer Nationalen Forschungsprogramms „Hormonaktive Stoffe" 
Wasser-Agenda 21: Lösungen für die Wasserwirtschaft im 21. Jahrhundert 
Netzwerk Wasser-Agenda 21 
Vorsorgliche Aufbereitung des Basler Trinkwassers 
Neues Zentrum für angewandte Ökotoxikologie 
Schweiz wird gegen Fischrückgang aktiv 
Keine Klärschlammdüngung in der Schweiz 
Wärme und Kälte aus Abwasser in Luzern 
Vorbild Schweiz 
Ökobilanz von Energieprodukten - ökologische Bewertung von Biotreibstoffen 
 Reinigung von Autobahnabwasser

 


Schweizer Seen sind keine Fischzuchten

Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA wehrt sich gegen die Forderungen von Berufsfischern, mehr Phosphor in den Schweizer Seen zuzulassen, um die sinkenden Fischerträge zu steigern. Ein See ist weder eine Fischzucht noch eine landwirtschaftliche Produktionsfläche. Mehr:

Quelle: https://www.vsa.ch/aktuell/medienmitteilungen-und-stellungnahmen/
 
(nach oben)


SVGW äußert sich kritisch zum Aktionsplan Pflanzenschutzmittel

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat sich kritisch zum Entwurf des Bundes für einen nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel geäußert. Der Plan enthalte viel zu wenige Vorgaben und Maßnahmen, um die vorhandenen Defizite und Probleme in der Wasserversorgung zu lösen, teilte der Verband mit...mehr:

http://www.euwid-wasser.de/news/international/einzelansicht/Artikel/svgw-aeussert-sich-kritisch-zum-aktionsplan-pflanzenschutzmittel.html

(nach oben)


Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation in der Schweiz

Pro­jekte, die sich auf­grund ihrer Kom­ple­xi­tät nicht im Rah­men von Pro­gram­men umset­zen las­sen, wer­den jeweils ein­zeln vom Bun­des­amt für Umwelt (BAFU) beur­teilt. Vor­aus­set­zung für die Unter­stüt­zung eines Pro­jekts durch die Stif­tung KliK ist, dass es bis Ende 2020 mehr als 1‘000 Ton­nen CO₂-Äqui­va­lent (CO₂e) redu­ziert, damit die erheb­li­chen Trans­ak­ti­ons­kos­ten in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zur Treib­haus­gas­re­duk­tion ste­hen.

Typi­sche Pro­jekte redu­zie­ren zwi­schen 5'000 und 15'000 Ton­nen CO₂e bis 2020, in Aus­nah­me­fäl­len mehr als 25‘000 Ton­nen CO₂e.

Für die Iden­ti­fi­zie­rung und Abwick­lung die­ser Pro­jekte arbei­tet die Stif­tung KliK mit Inter­me­diä­ren zusam­men. Pro­jek­t­eig­ner kön­nen aber auch direkt mit der Stif­tung KliK Kon­takt auf­neh­men. Mehr:

http://www.klik.ch/de/Projekte/Ueberblick.51.html

(nach oben)


In jedem zweiten Sammelsack ein Mobiltelefon

Im Dezember 2015 erhielten alle Basler Haushalte einen Sammelsack für die Rückgabe von Elektrogeräten. Die Auswertung einer Stichprobe von 200 Sammeltaschen zeigt: Pro Beutel wurden im Durchschnitt 1.5 Kilogramm Elektroschrott zurückgegeben, darunter viele Mobiltelefone und erfreulicherweise keinerlei Abfall.
Das Ziel der Sammelaktion für Elektrogeräte war es, an die Rückgabemöglichkeit von Elektroschrott zu erinnern. Diese ist kostenlos, weil mit dem Kauf elektronischer Geräte die vorgezogene Recycling-Gebühr (vRG) erhoben wird, aus der das Sammeln, Transportieren und Rezyklieren finanziert werden.

Die Auswertung einer Stichprobe von 200 Sammeltaschen liegt nun vor. Die Taschen hatten ein Gewicht von insgesamt 312 Kilogramm, im Durchschnitt enthielt ein Beutel 1.56 Kilogramm Rückgabegut. 38 Prozent des Inhalts waren informations- und kommunikationstechnologische Geräte wie Computer, Mobiltelefone und zugehörige Ladegeräte. 40 Prozent entfielen auf elektronische Kleingeräte wie Rasierapparate, Küchen- und andere Haushaltsmaschinen. Die restlichen 22 Prozent waren Kabel, Batterien und lose Kleinelektronik.
Die 200 Sammeltaschen enthielten 80 Mobiltelefone, das heisst, mit fast jeder zweiten Tasche wurde ein Mobiltelefon zurückgegeben. Erfreulicherweise befand sich in keiner einzigen Tasche Abfall. Einige Rückgabestellen meldeten, dass viele Kundinnen und Kunden ihre Sammeltasche vor Ort entleeren und wieder mit nach Hause nehmen. Die Taschen wurden also auch als praktisches Hilfsmittel zum Elektroschrott-Recycling verstanden und bleiben über die Sammelaktion hinaus im Einsatz.

Ob die Sammelaktion dazu beitragen konnte, die Recyclingquote im Jahr 2016 und darüber hinaus zu steigern, lässt sich zurzeit noch nicht beurteilen. Sicher ist, dass beim Sammeln und Zurückbringen von Elektroschrott weiterhin Handlungsbedarf besteht. Pro Jahr landen schweizweit 10‘000 Tonnen Elektroschrott im Abfallsack statt im Recycling. Damit entgehen grosse Mengen kostbarer, endlicher Wertstoffe der Wiederverwertung oder der umweltgerechten Entsorgung.
An Planung und Umsetzung der im Dezember 2015 vom Amt für Umwelt und Energie lancierten Sammelaktion hatten sich die Schweizer Recycling-Organisationen Swico Recycling, SENS eRecycling und die Stiftung Licht Recycling Schweiz gemeinsam beteiligt.

http://www.aue.bs.ch/news/2016-09-02-In-jedem-zweiten-Sammelsack-ein-Mobiltelefon.html
 
(nach oben)


Grosse Defizite beim biologischen Zustand der Schweizer Fliessgewässer

Die erstmaligen Resultate der nationalen Beobachtung der Oberflächengewässer ergeben ein unterschiedliches Bild des Zustands der Fliessgewässer: Die Belastung mit Phosphor und Nitrat hat abgenommen, diejenige durch Mikroverunreinigungen jedoch wächst, und der biologische Zustand weist teilweise erhebliche Defizite auf. Laut Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), bestätigen diese Befunde, dass im Hinblick auf die Wiederherstellung und Erhaltung der Gewässerqualität grosser Handlungsbedarf besteht.

Am 14. Juli 2016 hat das BAFU im Rahmen einer Medienkonferenz die Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) für die Jahre 2011 bis 2014 vorgestellt. NAWA ist das Monitoringprogramm zur gesamtheitlichen Untersuchung des Gewässerzustands, das Bund und Kantone gemeinsam durchführen. Diese biologischen und chemisch-physikalischen Untersuchungen vermitteln erstmals einen Gesamtüberblick (siehe Kasten).
Weniger Phosphor und Nitrat gelangen in die Gewässer

Dank des Baus von Abwasserreinigungsanlagen hat sich die Wasserqualität seit den 1980er Jahren erheblich verbessert. Es gelangen wesentlich weniger Nitrat und insbesondere Phosphor in die Gewässer. Die Belastung in kleinen und mittelgrossen Fliessgewässern, in die grosse Mengen gereinigtes Abwasser eingeleitet werden oder zahlreiche Nährstoffe aus der Landwirtschaft gelangen, sind noch immer zu hoch. Zu hohe Nährstoffkonzentrationen können dazu führen, dass Flüsse und Seen ersticken.

Mehr als 230 Mikroverunreinigungen in den Gewässern nachgewiesen
Die Mikroverunreinigungen stellen ein Problem für die Wasserqualität dar. 2012 wurden in einer systematischen Untersuchung an fünf für das Mittelland repräsentativen mittelgrossen Fliessgewässern über 230 verschiedene Mikroverunreinigungen nachgewiesen. Die teilweise hohen gemessenen Konzentrationen sind für den Menschen ungefährlich. Sie deuten aber auf eine Mitverantwortung für die Defizite in der Artenvielfalt hin, die in den Gewässern festgestellt wurden.

Defizite beim biologischen Zustand an 30 Prozent der Messstellen
Um die Qualität von Gewässern als Lebensräume zu messen, wurden vier Kategorien von Lebewesen untersucht. Aufgrund der Zusammensetzung und Dichte an Wirbellosen und Wasserpflanzen wurde der biologische Zustand an zwei Dritteln der Messstandorte als gut bis sehr gut bewertet. Die Qualität des Gewässer-Ökosystems ist also an mindestens 30 Prozent der betrachteten Messstandorte erheblich beeinträchtigt. Bei den Fischen indessen- sie haben höhere Ansprüche an die Qualität des Lebensraums - sind die Befunde noch schlechter: Nur an einem Drittel der Messstellen war die Qualität des Gewässers gut bis sehr gut, ganze zwei Drittel waren beeinträchtigt.
Diese Resultate bestätigen, dass Handlungsbedarf besteht, um sowohl den Zustand der Fliessgewässer als auch ihre Widerstandskraft - namentlich mit Blick auf den Klimawandel und seine negativen Folgen für die aquatischen Ökosysteme - zu verbessern. Dies erklärte Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamts für Umwelt, an der Medienkonferenz vom 14. Juli 2016.

Umfangreiche Arbeiten in den kommenden Jahrzehnten
Nur in einem guten Zustand könnten die Gewässer alle ihre Funktionen erfüllen, sei es als Trinkwasserlieferanten, als Naherholungsgebiete für die Bevölkerung oder als Lebensräume für Pflanzen und Tiere, führte Chardonnens weiter aus. Besondere Aufmerksamkeit muss dabei den kleinen Fliessgewässern gewidmet werden. Sie machen 75% des Gewässernetzes aus und sind wichtig für die Biodiversität.

Umfangreiche Arbeiten zur Verringerung der Mikroverunreinigungen und zur Renaturierung der Gewässer wurden bereits in Angriff genommen. Zur Minderung der Mikroverunreinigungen hat das Parlament grünes Licht gegeben für die Aufrüstung gezielt ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen. Sie sollen eine zusätzliche Reinigungsstufe für die Elimination von Spurenstoffen im Abwasser erhalten. Um Mikroverunreinigungen aus der Landwirtschaft zu verhindern, müssen Massnahmen an der Quelle getroffen werden. Unter der Federführung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) wird gegenwärtig ein Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausgearbeitet. Er wurde am 5. Juli 2016 in die Anhörung geschickt.

Parallel zur Verringerung der Schadstoffeinträge müssen die Gewässer zudem naturnäher werden. Gemäss Gewässerschutzgesetz müssen die Kantone mit Unterstützung des Bundes bis Ende dieses Jahrhunderts 4000 der insgesamt 15 000 Kilometer Fliessgewässer, die einen schlechten Zustand aufweisen, revitalisiert werden. Zudem müssen bis 2030 die negativen Folgen der Wasserkraftnutzung (z. B. Fischwanderhindernisse oder künstliche Abflussschwankungen) beseitigt werden. Weitere Massnahmen wie etwa die Ausscheidung von Gewässerräumen laufen bereits.

Das Programm NAWA
Die Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) wird vom BAFU und den Kantonen seit 2011 gemeinsam betrieben. Sie stützt sich auf Erhebungen, die an 111 Messstellen an mittelgrossen (z.B. Birs) und grossen (z.B. Rhone) Fliessgewässern in der ganzen Schweiz durchgeführt werden. Es werden sowohl Nährstoffe als auch biologische Parameter (Fische, Wirbellose, Wasserpflanzen und Kieselalgen) untersucht. Zudem wurden in einer Spezialkampagne (NAWA SPEZ) Mikroverunreinigungen an fünf mittelgrossen Bächen gemessen. Eine Übersicht zum Zustand der Seen, basierend auf kantonalen Untersuchungen, wird auf der BAFU-Website publiziert.

Adresse für Rückfragen:
Stephan Müller, Leiter der Abteilung Wasser, BAFU, 079 596 13 65
Elisabeth Maret, Informationsbeauftragte, BAFU, 079 371 62 82

http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/medieninformation/00962/index.html?lang=de&msg-id=62651
 
(nach oben)


VSA-Plattform «Wasserqualität» ist gut gestartet

Während sich der Schweizer Gewässerschutz in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich um die Verminderung von Nährstoffeinträgen bemühte, liegt der Fokus heute unter anderem auf den Mikroverunreinigungen. Die grosse Vielfalt an Stoffen und Eintragspfaden macht dies zu einem komplexen Unterfangen. Um den notwendigen Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen der Forschung, den Behörden und Privatunternehmen zu verstärken, gründeten die Eawag, das Bundesamt für Umwelt und der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) 2015 deshalb die Plattform «Wasserqualität». Bereits im ersten Jahr beantwortete die Geschäftsstelle viele Anfragen, vermittelte Experten und hielt Vorträge und hat verschiedene Projekte angestossen oder fachlich unterstützt. So betreut die Plattform etwa eine Datenbank mit Hintergrundinformationen zu über 1000 Mikroverunreinigungen oder berät verschiedene Kantone im Rahmen sogenannter Ressourcenprojekte bei der Planung von Erfolgskontrollen, mit denen sich die Wirksamkeit von Massnahmen zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern überprüfen lassen.

http://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/vsa-plattform-wasserqualitaet-ist-gut-gestartet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=88666d96e8a0703539a26d55563bff14

(nach oben)


Schweizer Atlanten machen den Schritt in die dritte Dimension

Neu gibt es den „Atlas der Schweiz“ und den „Hydrologischen Atlas der Schweiz“ digital mit dreidimensionalen Darstellungen. Es handelt sich dabei um eine Weltneuheit der Schweizer Kartographie. Verschiedene Datensätze können raumbezogen kombiniert und anschaulich abgebildet werden. Vertreterinnen und Vertreter der ETH Zürich (ETHZ), des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und des Geographischen Instituts der Universität Bern (GIUB) haben heute in Bern den neuen „Atlas der Schweiz – online“ und den neuen „Hydrologischen Atlas der Schweiz“ (HADES) der Öffentlichkeit vorgestellt. Beide kartographischen Werke sind in Zusammenarbeit mit den Schweizer Hochschulen und der Verwaltung entstanden. Die Atlanten können dank der Dreidimensionalität verschiedene Themen anschaulich darstellen, wie zum Beispiel die Entwicklung des Siedlungsraums in den letzten hundert Jahren, die Verteilung der Niederschläge oder die Frage, wo das Wasser knapp ist. Die Kartenwerke stellen somit die verschiedenen von Bundesstellen produzierten Geobasisdaten, aber auch weitere Daten, z.B. aus der Forschung, sowohl für die Fachwelt als auch für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung. Innovation bei der Informationstechnologie Das erste neue Produkt, der „Atlas der Schweiz – online“ gibt einem breiten Publikum einen direkten und einfachen Zugang zu geografischen Informationen gegliedert in zehn Themenkategorien. Der Atlas bietet neue zudem Visualisierungsmöglichkeiten in 3D und in interaktiver Kartographie. So kann beispielsweise gezeigt werden, dass Wälder (zusammen mit den Seen) die grössten Freizeit-Infrastrukturanlagen im Mittelland sind. Dies wird sichtbar, wenn man die Waldfläche mit dem Layer Freizeit (Wanderwege, Vitaparcours, MTB-Strecken etc.) kombiniert. Der auf einer eigens entwickelten Atlas-Plattform und auf Vektordaten basierende Atlas ist eine weitere Innovation der Schweizer Hochschulen auf dem Gebiet der Geoinformationstechnologie. Hydrologischer Atlas HADES Das zweite neue Produkt, der „Hydrologische Atlas der Schweiz“, HADES, ist ein Gemeinschaftsprojekt von GIUB, BAFU und der Schweizer Hydrologie. Er basiert auf der gleichen Technologie wie der „Atlas der Schweiz“. HADES stellt mit Unterstützung des BAFU und zahlreicher weiterer Institutionen seit über 20 Jahren Synthesen, Karten und didaktische Medien zur Ressource Wasser zur Verfügung. Damit behandelt HADES ein zentrales Natur- und Umweltthema. Er ermöglicht auch dank der redaktionell aufbereiteten Daten vertiefte Kenntnisse der Hydrologie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit dem Wasser. Mit den neuen Atlanten positioniert sich die Schweiz an der Spitze bei der kartographischen Visualisierung raumbezogener Information. Beide nationalen Kartenwerke stehen nicht nur Fachleuten, sondern kostenlos auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Adresse für Rückfragen: Barbora Neveršil, Informationsbeauftragte BAFU, Tel. 079 443 48 26

http://www.bafu.admin.ch/uvp/01469/12713/index.html?lang=de&msg-id=62280  

(nach oben)


Phosphorrückgewinnung

Die Schweiz hat als erste Nation weltweit die Phosphorrückgewinnung u.a. aus Klärschlamm verpflichtend gemacht. Es gilt eine Übergangsfrist von zehn Jahren. Dies regelt die revidierte Technische Verordnung über Abfälle, die der Bundesrat ab 1.1.2016 in Kraft gesetzt hat. Dr. Kaarina Schenk, Leiterin der Sektion Bauabfälle und Deponien im Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU), gibt auf der ABWASSER.PRAXIS 2017 einen Einblick in das P-Recycling in der Schweiz.

http://www.abwasserpraxis.de/  

(nach oben)


Forschungskonzept Umwelt für die Jahre 2017-2020

Schwerpunkte, Forschungsbereiche und prioritäre Forschungsthemen

Beschrieb Umweltforschung bildet eine wichtige Grundlage für eine wirksame und effiziente Umwelt- und Ressourcenpolitik und leistet einen Beitrag bei der Früherkennung von Umweltproblemen sowie bei der Entwicklung von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien. Die Umweltforschung des BAFU konzentriert sich auf praxisnahe Projekte, deren Ergebnisse von Politik und Verwaltung direkt für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt werden. Das Forschungskonzept Umwelt 2017-2020 zeigt die vier Schwerpunkte und die 21 Forschungsbereiche des BAFU mit ihrem konkreten Forschungsbedarf auf.

Seiten 70
Nummer UW-1609-D
Hrsg. Bundesamt für Umwelt BAFU
Reihe Umwelt-Wissen

Download
Forschungskonzept Umwelt für die Jahre 2017-2020
http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01843/index.html?lang=de

(nach oben)


Neues Förderprogramm "Wärmeverbünde" für Abwasser

Ab sofort können Projekte zur Abwasserwärmenutzung im Rahmen des neuen Programmes "Wärmeverbünde" auf einfache Art gefördert werden. Gesuche beinhalten wenige grundlegende Angaben und werden innerhalb von zwei Wochen durch InfraWatt kostenlos geprüft. Bei positivem Ergebnis kann sogleich ein Fördervertrag mit der Stiftung KliK abgeschlossen werden. Die Förderung wird dadurch planbar.

Welche Anlagen werden gefördert?
• Wärmeverbund mit Abwasserwärme aus Kanal, auf oder nach der Kläranlage.
• Kalte und warme Fernwärme, mono- oder bivalente Heizanlage mit Spitzenkessel
• Wärmeverbund versorgt bestehende, vorgängig fossil beheizte Gebäude

Wie hoch ist die Vergütung?
• Vergütung: 100 Fr. pro Tonne eingespartes CO2 bis 2020 (mit evtl. Verlängerung)
• Fossil erzeugter Wärmeanteil z.B. für Spitzenlast wird nicht vergütet
• Wärmelieferungen an Neubauten werden nicht gefördert

Welche Bedingungen müssen eingehalten werden?
• Wärmeverbund wird neu gebaut, erweitert oder auf Abwärmenutzung umgebaut.
• Wärmeverbund ist nicht wirtschaftlich: Wird im Programm aufgrund der Angaben über die Wärmelieferung in Abhängigkeit der Leitungslänge erbracht
• Das Gesuch wird vor der Auftragsvergabe (Werkvertrag) eingereicht

Wie erhalte ich Fördergelder?
• Für kostenlose Vorprüfung InfraWatt kontaktieren: info@infrawatt.ch
• Unter www.klik.ch Gesuch einreichen
• Bei positivem Ergebnis Vertragsabschluss mit KliK
• Auszahlung aufgrund der jährlich gemessenen Wärmelieferung

Eine Erweiterung des Förderprogrammes auf Wärmeverbünde mit Holzheizungen, Wärmepumpen, Industrieabwärme, KVA-Fernwärme und Netzerweiterungen ist in Bearbeitung.

Information und Beratung: info@infrawatt.ch, Telefon: 052 238 34 34

http://www.infrawatt.ch/de/node/940
VERFASST VON MICHELE VOGELSANGER

(nach oben)


Spurenstoffe: Übersicht Schweiz

Die grosstechnischen Umsetzungen und die Pilotierungen werden auf einer Übersichtskarte dargestellt (www.micropoll.ch). Die Plattform ist darauf bedacht, diese regelmässig zu aktualisieren. Falls Sie trotzdem ein Projekt, sei es ein Versuch (am Laufen oder abgeschlossen) oder eine grosstechnische Umsetzungen (auch bereits Planungs- und Bauphase), auf der Karte vermissen - melden Sie sich ...mehr:

https://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/01_Berichte/05_Newsletter/Newsletter_7_deutsch_FINAL_23122015.pdf
 
(nach oben)


Verordnung des UVEK zur Überprüfung des Reinigungseffekts von Massnahmen zur Elimination von organischen Spurenstoffen bei Abwasserreinigungsanlagen

- Stand: Ämterkonsultation Ende November 2015 abgeschlossen, Start der Anhörung im Januar 2016, voraussichtliches Inkrafttreten im 3. Quartal 2016.

In der GSchV wird ein Reinigungseffekt von 80% an organischen Spurenstoffen gegenüber Rohwasser gefordert, der anhand ausgewählter Substanzen periodisch überprüft werden soll. Aktuell wird daher in Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen, Fachverbänden und der Forschung eine departementale Verordnung des UVEK erarbeitet, die 12 ausgewählte Substanzen zur Überprüfung des Reinigungseffekts festlegt und Vorgaben zur Berechnung des Reinigungseffekts macht. Die Verordnung wird im Januar 2016 in eine dreimonatige Anhörung gehen.

https://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/01_Berichte/05_Newsletter/Newsletter_7_deutsch_FINAL_23122015.pdf
 
(nach oben)


Der VSA/Schweiz hat eine Empfehlung zum Thema "Zu behandelnde Abwassermenge und Redundanz von Reinigungsstufen zur Entfernung von Mikroverunreinigungen" erarbeitet

(Empfehlung, Grundlagenbericht). Mehr:

https://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/01_Berichte/03_Projektierungshilfen/v4_d_Technischer_Bericht_VSA_MikroPoll.pdf

(nach oben)


Gewässerqualität: Revision der Gewässerschutzverordnung

Der Bundesrat hat heute die revidierte Gewässerschutzverordnung genehmigt. Diese nennt die Kriterien für die Aufrüstung bestimmter Abwasserreinigungsanlagen mit einer zusätzlichen Klärstufe, welche die Elimination von Spurenstoffen sicherstellt. Zudem präzisiert sie die Finanzierungsmodalitäten. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der Massnahmen können zudem schrittweise ökotoxikologisch begründete Anforderungswerte für die wichtigsten in die Oberflächengewässer gelangenden Spurenstoffe eingeführt werden. Die Änderungen treten am 1. Januar 2016 in Kraft.
Um die Belastung der Oberflächengewässer mit Spurenstoffen um 50 Prozent zu senken, müssen rund 100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Beseitigung solcher Substanzen aufgerüstet werden. Die Gewässerschutzverordnung (GSchV) präzisiert, dass diejenigen ARA aufgerüstet werden, die sich in der Nähe von Gewässern befinden, welche zur Trinkwasserversorgung genutzt werden. Weiter sind ARA an Gewässern betroffen, die grosse Mengen Abwasser transportieren. Auf diese Weise wird die Wasserqualität der grossen und mittelgrossen Fliessgewässer spürbar verbessert. Gleichzeitig verringert sich so die Belastung mit Spurenstoffen in den flussabwärts gelegenen Ländern, in denen das Trinkwasser häufig aus Fliessgewässern gewonnen wird.
Finanziert wird diese Aufrüstung zu einem grossen Teil durch eine Abwasserabgabe von 9 Franken pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr, die von allen ARA erhoben wird.

Neue Normen zur Messung der Wasserqualität
Neu können für die wichtigsten Substanzen, die in die Gewässer gelangen, ökotoxikologisch begründete Anforderungswerte festgelegt werden. Diese werden nach einer einheitlichen Methode je nach ihrer Wirkung auf Wasserlebewesen bestimmt und schrittweise als Grenzwerte in der Verordnung verankert. Anhand dieser neuen Normen können die Kantone die Wirksamkeit der Massnahmen und ganz allgemein die Belastung der Oberflächengewässer durch Spurenstoffe überprüfen.
Ferner sieht die revidierte Verordnung vor, dass die Grundwasserschutzzonen in Karstgebieten besser auf die Eigenschaften dieser Grundwasserleiter abgestimmt werden. Diese neue Bestimmung trägt den örtlichen Verhältnissen verstärkt Rechnung und erlaubt es, die Konflikte zwischen Grundwasserschutz und Bodennutzung abzuschwächen.

Präzisierungen zum Gewässerraum
Mit der Verordnungsrevision wurden die Bestimmungen zur Bewirtschaftung des Gewässerraums präzisiert. Die neuen Bestimmungen betreffen die Bestandesgarantie für Dauerkulturen (z. B. Reben und Obstanlagen) sowie Regelungen für das Anlegen von Güterwegen im Gewässerraum. Während der Anhörung zeigte sich, dass weitere Anpassungen nötig sind. Diese werden gemeinsam mit der Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) im Rahmen der Behandlung der Motion «Schaffung von Handlungsspielraum in der Gewässerschutzverordnung» der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) geprüft.

Adresse für Rückfragen
Stephan Müller, Chef der Abteilung Wasser, BAFU, Tel. +41 79 596 13 65

Herausgeber
Generalsekretariat UVEK
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home.html

Bundesamt für Umwelt BAFU
http://www.bafu.admin.ch

Der Bundesrat
https://www.admin.ch/gov/de/start.html

 

(nach oben)


Vernehmlassung - Vollzughilfe Finanzierung der Spurenstoffelimination

Durch den Ausbau ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen (ARA) soll der Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer verringert werden. Zum Schutz der Trinkwasserressourcen und der Pflanzen und Tiere in den Gewässern werden gezielt die grössten Abwasserreinigungsanlagen (ARA), grosse ARA im Einzugsgebiet von Seen sowie ARA an belasteten Gewässern mit Verfahren zur Elimination organischer Spurenstoffe ausgebaut. Das Parlament hat dieses Vorgehen gutgeheissen und mit der Änderung des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) der Schaffung einer gesamtschweizerischen Finanzierung dieser Massnahmen am 21. März 2014 zugestimmt.
Diese Bestimmungen treten am 1. Januar 2016 in Kraft. Zur Finanzierung der Massnahmen wird bei allen ARA eine Abgabe von maximal 9 CHF pro angeschlossener Einwohnerin und angeschlossenem Einwohner in Rechnung gestellt. Da die ARA nach dem Ausbau höhere Betriebskosten zu tragen haben, werden sie ab diesem Zeitpunkt von der Abgabe befreit.
Um den Vollzug der neuen gesetzlichen Bestimmung zu erleichtern, erarbeitete das BAFU eine Vollzugshilfe zum Thema Finanzierung. Sie erläutert, wie die gesamtschweizerische Abgabe erhoben wird, und wer dabei welche Aufgaben hat. Zudem präzisiert sie, welche Massnahmen beitragsberechtigt sind, und zeigt das Verfahren bei der Gewährung von Abgeltungen auf. Die Vollzugshilfe wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern aus den Kantonen, ARA-Betreiber und Fachverbänden erarbeitet.
Die kantonalen Gewässerschutzfachstellen und interessierte Fachverbände wurden zur Stellungnahme bis 4. Januar 2016 eingeladen.

Entwurf: Vollzugshilfe Finanzierung von Massnahmen bei der Elimination von Spurenstoffen bei Abwasseranlagen
Entwurf zur Anhörung bis 4. Januar 2015

Kontakt: info@bafu.admin.ch

(nach oben)


Schweiz definiert Kriterien für Kläranlagennachrüstung

Um die Belastung der Oberflächengewässer mit Spurenstoffen um 50 Prozent zu senken, sollen in der Schweiz rund 100 Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe aufgerüstet werden. Nachgerüstet werden sollen vor allem Kläranlagen, die sich in der Nähe von Gewässern befinden, die zur Trinkwasserversorgung genutzt werden sowie große Kläranlagen. Dies hat die Schweiz jetzt in der novellierten Gewässerschutzverordnung festgeschrieben, die zum 1. Januar 2016 in Kraft tritt. Finanziert werden soll die Nachrüstung zu einem großen Teil durch eine Abwasserabgabe von neun Franken pro Einwohner und Jahr, die von allen Kläranlagenbetreibern erhoben wird. Weiter legt die novellierte Gewässerschutzverordnung neue Nor men zur Messung der Wasserqualität fest. Neu können für die wichtigsten Substanzen, die in die Gewässer gelangen, ökotoxikologisch begründete Anforderungswerte festgelegt werden. Diese werden nach einer einheitlichen Methode je nach ihrer Wirkung auf Wasserlebewesen bestimmt und schrittweise als Grenzwerte in der Verordnung verankert. Anhand dieser neuen Normen können die Kantone dann die Wirksamkeit der Maßnahmen und ganz allgemein die Belastung der Oberflächengewässer durch Spurenstoffe überprüfen. Ferner sieht die revidierte Verordnung vor, dass die Grundwasserschutzzonen in Karstgebieten besser auf die Eigenschaften dieser Grundwasserleiter abgestimmt werden. Diese neue Bestimmung trägt den örtlichen Verhältnissen verstärkt Rechnung und erlaubt es, die Konflikte zwischen Grundwasserschutz und Bodennutzung abzuschwächen.  

(nach oben)


NEST-Aufrichte mit allen Partnern

Rund ein Jahr nach dem Spatenstich ist der Rohbau von NEST fertig. Am 11. September 2015 feierte die Trägerschaft aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand mit sämtlichen Projektpartnern die Aufrichte auf dem Empa-Campus in Dübendorf.

«NEST fördert den Brückenschlag von der Forschung zur Wirtschaft, neue Bau- und Energietechnologien kommen so schneller auf den Markt.» Mit diesen Worten überbrachte die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh an den Aufrichte-Feierlichkeiten die Grüsse des Kantons Zürich. Der Backbone, der die Units mit Wasser, Wärme und Elektrizität versorgt, wird in den nächsten Monaten ausgebaut. Gleichzeitig beginnt der Einbau der ersten Forschungsunits. Mehr:

http://nest.empa.ch/de/news/news/2015/09/11/nest-aufrichte-mit-allen-partnern/
 
(nach oben)


Förderprogramm "Effiziente ARA"

Abwassserreinigungsanlagen haben beträchtliche Energiekosten, vor allem aufgrund des hohen Stromverbrauches. Mit dem Förderprogramm "Energieeffiziente ARA" von InfraWatt in Zusammenarbeit mit dem VSA können ab sofort Massnahmen und Studien zur Stromeinsparung gefördert werden.
Ausgangspunkt für alle Kläranlagen: Grobcheck Kläranlagen tragen zum Schutze unserer Gewässer bei. Dafür braucht eine Kläranlage sehr viel Energie, nämlich mehr Strom als alle Schulen in der Gemeinde. Kläranlagen verfügen aber auch über enorme Mengen an erneuerbarer Energie, dank dem Klärgas, dem Klärschlamm und dem Abwasser. Zudem werden aktuell in einem BFE-Leuchtturmprojekt von InfraWatt die Machbarkeit von Lastverschiebungen und Verkauf an einen Regelpooler untersucht.

Bei den meisten Kläranlagen in der Schweiz wurden in der Vergangenheit bereits Energiemassnahmen untersucht und umgesetzt. Da sich die Technologien jedoch ständig entwickeln verfügen viele Kläranlagen noch über grosse Energiepotenziale. Eine Studie vom Bundesamt für Umwelt (2012) kommt zum Schluss, dass der Fremdstrombezug theoretisch um 40% gesenkt werden kann. Hierbei sind die geplanten Massnahmen gegen Mikroverunreinigungen miteingerechnet. Mit dem Grobcheck kann ein Betreiber rasch herausfinden, ob seine Anlage energetisch auf dem neusten Stand der Technik ist oder ob noch weitere Energiepotenziale vorhanden sind. Der Grobcheck ermöglicht auch eine Erfolgskontrolle der durchgeführten Energiemassnahmen, so dass der Grobcheck auch als Grundlage für die Jahresberichte dient.

Stehen generelle Sanierungen/Erneuerungen auf der ARA an oder weist der Grobcheck auf Energiesparmöglichkeiten hin, lohnt sich eine gezielte Untersuchung und Optimierung der konkreten Energiemassnahmen. Dafür hat sich die Feinanalyse bewährt, welche die konkreten Massnahmen, die Kosten und Einsparungen und die Wirtschaftlichkeit aufzeigt. Die Feinanalyse wird alle 5 Jahre auf den neusten Stand gebracht. Auf der Basis der Feinanalyse kann der Betreiber über die Realisierung entscheiden und einen Budgetplan erstellen. Die Feinanalyse hat sich in der Praxis bewährt:

• Auf den meisten ARA sind Energieeffizienzpotenziale vorhanden. Die Energiekosten lassen sich um bis zu 50% senken.
• Das im Rahmen der Energieanalysen vorgeschlagene Paket an Massnahmen wirft in der Regel einen betriebswirtschaftlichen Gewinn ab.
• Die Kosten für die Energieanalyse amortisieren sich meistens in weniger als einem Jahr.
• Gefördert werden landesweit Massnahmen zur Stromeinsparung durch InfraWatt, erneuerbare Stromproduktion über die KEV und die Abwasserwärmenutzung über Co2-Bescheinigungen

Stromproduktion aus Klärgas lohnt sich
Die Kläranlagen in der Schweiz sind grosse Stromproduzenten, sie erzeugen aus Klärgas über 100 Millionen kWh erneuerbaren Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 50'000 Einwohnern. Strom aus Klärgas hat eine hervorragende Oekobilanz und darf mit dem Label "naturmade star" zertifiziert werden. Den erzeugten Strom kann der Betreiber auf der ARA selbst nutzen, oder als Ökostrom verkaufen. Dabei können die BHKW oder Gasturbinen über die KEV finanziell unterstützt werden, wobei zukünftig Investitionsbeiträge bis zu 20% vorgesehen sind. Dadurch wird die Verstromung vom gesamten anfallenden Klärgas oder der Bau von neuen BHKW mit höheren Wirkungsgraden wieder lukrativer. InfraWatt gibt Auskunft über den aktuellen Stand der KEV, die Vergütung und das Bewilligungsprozedere.

Klärschlamm
Klärschlamm ist ein erneuerbarer Energieträger. Bei der Nutzung von Klärschlamm als Brennstoff können in Zementwerken fossile Brennstoffe ersetzt und CO2-Emmissionen reduziert und in der KVA oder in einer Monoverbrennung erneuerbarer Strom und Abwärme für Fernwärme geliefert werden. Zukünftig muss der im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurückzugewonnen werden (vgl. TVA vom BAFU), was bei der Wahl der Klärschlammentsorgungungswege eine entscheidende Rolle spielen wird. Dazu haben wir ein Tool entwickelt, mit dem die Energiebilanz für eine Kläranlage individuell berechnet und die verschiedenen Entsorgungswege miteinander verglichen werden können.

Klärgas als Treibstoff
Klärgas kann hochwertig im eigenen BHKW auf der ARA genutzt werden. Die Einspeisung ins Erdgasnetz lohnt sich nur für grosse ARA, weil dazu eine Aufbereitungsanlage gebaut werden muss und zusätzliche Energie verbraucht wird. InfraWatt berät Kläranlagen bei der Entscheidungsfindung und beim Energiekonzept bzw. der Frage, wie der eigene Strom- und Wärmebedarf auf der ARA weiterhin mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gedeckt werden kann.

"Médaille d'eau"
Die Auszeichnung "Médaille d'eau" wird alle 5 Jahre für energiebewusste Kläranlagen vergeben. Letztmals wurden 2013 in Bern 24 ARA prämiert (siehe News). Die zentralen Kriterien für die Auszeichnung sind ein energiebewusstes Handeln, die Durchführung einer Energieanalyse und vor allem auch die Umsetzung von Energiemassnahmen.

Abwasserwärmenutzung (für mehr Informationen siehe Abwärme)
Die Kläranlagen können den eigenen Wärmebedarf mit Abwärme aus dem BHKW selbst abdecken. Die Anlagen verfügen aber mit dem Abwasser über eine Energiequelle, mit der ganze Siedlungsgebiete ausserhalb der ARA beheizt werden könnten. Sofern sich in der näheren oder weiteren Umgebung Abnehmer befinden, lohnt es sich den Verkauf von Wärme zu prüfen, wie dies z.B. die ARA Morgental in Steinach/Arbon mit einem Contractor macht. In diesem Fall kann auch überschüssige Wärme aus dem BHKW, den Gebläsen etc. genutzt werden

http://www.infrawatt.ch/de/node/60
 
(nach oben)


Neue Studie: Phosphatrückgewinnung in Schweizer Abwasserreinigungsanlagen

Bern, Schweiz - Phosphat ist ein unverzichtbarer Nährstoff für Menschen, Tiere und Pflanzen. Die abbaubaren Lager werden allerdings weltweit knapper. Eine neue Studie zeigt auf, mit welchen Verfahren auf den Schweizer Kläranlagen der Phosphor aus Abwasser mittelfristig rezykliert werden kann. In einen nächsten Schritt soll eine grosstechnische Pilotanlage erstellt werden.
Die Technische Verordnung über Abfälle (TVA), welche sich gegenwärtig in Revision befindet und aller Voraussicht nach per Anfang 2016 in Kraft gesetzt werden wird, sieht die Pflicht zur Phosphat-Rückgewinnung aus Abwasser vor. Im Hinblick auf die Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgabe hat sich seit Anfang 2014 eine Trägerschaft intensiv mit dieser Thematik befasst. Sie setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesamtes für Umwelt BAFU, der Kantone Aargau und Bern, der Organisation Kommunale Infrastruktur, der ARA Region Bern AG sowie der cemsuisse, des Verbandes der schweizerischen Cementindustrie.
Das Projekt zielte darauf ab, die aus technischer und wirtschaftlicher ..

http://recyclingportal.eu/Archive/12412
 
(nach oben)


Europäischer Umweltbericht: gute und weniger gute Noten für die Schweiz

Bern: Die Luft- und Wasserqualität und die Abfallbewirtschaftung in Europa haben sich verbessert, doch beim Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der Erhaltung der Biodiversität und dem Klimaschutz bleibt noch viel zu tun. Dies geht aus dem Bericht «Die Umwelt in Europa 2015» hervor, der am 3. März 2015 in Brüssel veröffentlicht wurde. Der Bericht liefert einen weitgehend ähnlichen Befund wie der Schweizer Umweltbericht.
Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat am 3. März 2015 den Bericht «Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015» veröffentlicht. Dieser beurteilt die Fortschritte und zeigt die Perspektiven bis 2050 auf. Die Schweiz als Mitglied der EUA hat zum zweiten Mal an dieser Publikation mitgearbeitet. Abgesehen von einigen mit Konsum und Produktion verbundenen Bereichen, die in mehreren EU-Staaten durch die Wirtschaftskrise beeinflusst wurden, lassen sich in Europa ähnliche Fortschritte und Defizite beobachten wie in der Schweiz (siehe Bericht «Umwelt Schweiz 2015» - Link unten).
In Europa wie in der Schweiz hat sich die Verschmutzung dank umweltpolitischer Massnahmen verringert und die Luft- und Wasserqualität deutlich verbessert. Auch die Abfallrecyclingquote ist gestiegen. Doch die biologische Vielfalt geht weiter zurück, und zahlreiche geschützte Arten und einige Lebensraumtypen sind bedroht. Die natürlichen Ressourcen werden effizienter, aber immer noch nicht nachhaltig genutzt. Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf die Umwelt aus (siehe Pressemitteilung der EUA vom 3.3.2015).

Ressourceneffizienz, aber höchstes Abfallaufkommen in der Schweiz
Länderübergreifende Vergleiche im Bericht zeigen, wo die Schweiz im Verhältnis zu den anderen Staaten steht.
Die Schweiz zeichnet sich aus durch eine hohe Ressourcenproduktivität, das heisst einen geringen Verbrauch landeseigener Ressourcen im Verhältnis zu einem hohen Bruttoinlandprodukt. Ihr Treibhausgasausstoss pro Kopf ist europaweit einer der niedrigsten. Diese guten Ergebnisse sind teilweise auf Fortschritte im Inland zurückzuführen, aber auch auf die hohen Importe von Gütern und Produkten. Denn die Umweltbelastung der Schweiz entsteht heute zu mehr als der Hälfte im Ausland (siehe Umwelt Schweiz 2015).
Die Schweiz gehört zu den führenden Ländern, was die Recyclingquote für Hauskehricht, geringe Phosphorkonzentrationen in Gewässern und die Reduktion der Luftschadstoffe anbelangt. Beim Anteil an Biolandbauflächen belegt sie den vierten Platz, doch ist dieser Anteil im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern von 2006 bis 2012 nur geringfügig gestiegen.
Das schlechteste Ergebnis erzielt die Schweiz bei der Biodiversität: Sie hat von allen europäischen Ländern den niedrigsten Anteil an Schutzgebieten im Verhältnis zur Landesfläche. Sie verzeichnet auch das höchste Abfallaufkommen pro Kopf, was mit dem Konsumwachstum in den letzten 20 Jahren zusammenhängt (siehe Umwelt Schweiz 2015). Die Schweiz gehört zu den Ländern, in denen die Mobilität von 2005 bis 2012 am stärksten gestiegen ist. Auch die Autofahrten haben im Unterschied zu den Nachbarländern zugenommen. Die Schweiz ist aber auch das europäische Land mit dem weitaus höchsten Anteil an Zugfahrten (17% in der Schweiz, 5% im europäischen Durchschnitt).

Veränderung der Produktions- und Konsumsysteme
In ihrem Bericht empfiehlt die EUA grundlegende Veränderungen in den Produktions- und Konsumsystemen, um die zunehmenden ökologischen Herausforderungen zu bewältigen. Der Bundesrat verfolgt einen ähnlichen Weg, indem er eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen und die Schaffung einer Grünen Wirtschaft unterstützt. Zudem will der Bundesrat zusammen mit den Kantonen dem Vollzug der geltenden Umweltgesetzgebung mehr Beachtung schenken und die Bevölkerung für den Wert der Umwelt sensibilisieren (siehe Umwelt Schweiz 2015).

Adresse für Rückfragen:
Sektion Medien, BAFU, 058 46 290 00

Herausgeber:
Bundesamt für Umwelt BAFU
Internet: http://www.bafu.admin.ch

 

(nach oben)


Weiterverrechnung der Abwasserabgabe

Der Verband der Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) und die Organisation Kommunale Infrastruktur (OKI) haben eine gemeinsame Empfehlung zur Weiterverrechnung der Abwasserabgabe erarbeitet.
Die Details zur Empfehlung sind hier verfügbar. http://www.micropoll.ch/dokumente/vollzugshilfen/

http://www.micropoll.ch/

(nach oben)


Grosse Erfolge und Herausforderungen beim Gewässerschutz

Am 22. März ist Weltwassertag. 2015 steht er unter dem Motto «Wasser und nachhaltige Entwicklung». In der Schweiz ist der Wasserverbrauch in den vergangenen Jahrzehnten zwar deutlich zurückgegangen, doch wir müssen heute sicherstellen, dass wir auch in Zukunft über genügend qualitativ hochstehendes Trinkwasser verfügen. Eine der grossen Herausforderungen dabei: Mikroverunreinigungen. Rund 100 Abwasserreinigungsanlagen werden aus diesem Grund mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe aufgerüstet.
«Die Gewässerqualität ist in der Schweiz generell gut», heisst es im vom Bundesrat Ende Januar 2015 verabschiedeten Umweltbericht. Diese Publikation gibt einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt und weist unter anderem auf die Erfolge bei der Bekämpfung von Schadstoffen im Wasser hin. Eine der zentralen Aussagen: Sauberere Gewässer sind nicht nur unerlässlich für die Erhaltung der Biodiversität, sie stellen auch einen grossen gesellschaftlichen Nutzen dar. Als Trinkwasserressource, so gut wie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, und nicht zuletzt als von der Bevölkerung hoch geschätzte Badegewässer.
Die Wasserqualität hat sich in der Schweiz seit den 1950er-Jahren bedeutend verbessert, doch nach wie vor bleibt im Gewässerschutz eine grosse Herausforderung bestehen: die sogenannten Mikroverunreinigungen, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Wasserqualität haben können. Wenige Mikro- oder Nanogramm pro Liter dieser Stoffe reichen, um empfindliche Wasserlebewesen zu schädigen und die Fortpflanzung der Fische zu gefährden.
Mikroverunreinigungen sind ein Sammelbegriff für organische Spurenstoffe und Schwermetalle. Im täglichen Gebrauch fallen über 30‘000 solcher Stoffe an, da sie Bestandteile von unzähligen Produkten in Industrie und Gewerbe, im Haushalt sowie in der Landwirtschaft sind. Bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: In herkömmlichen Abwasserreinigungsanlagen (ARA) werden sie kaum entfernt. So gelangen mit dem gereinigten Abwasser zum Beispiel Inhaltsstoffe von Medikamenten und Körperpflegeprodukten, aber auch von Reinigungs-, Pflanzenschutz- und Flammschutzmitteln in die Gewässer.

Effiziente Finanzierung des ARA-Ausbaus
Das Parlament hat im März 2014 beschlossen, ausgewählte ARA in der Schweiz für die Elimination von Mikroverunreinigungen aufzurüsten. Um die für den Ausbau nötigen finanziellen Mittel möglichst effizient einzusetzen, sollen nur die wichtigsten ARA ausgebaut werden. Insgesamt dürfte diese Aufrüstung 1,2 Milliarden Franken kosten. Über 20 Jahre verteilt ergibt dies jährliche Investitionen von 60 Millionen Franken. Vom Ausbau betroffen sind ARA mit mehr als 80‘000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern und solche, die das gereinigte Abwasser in besonders sensible Gewässer einleiten. Das sind zwar nur rund 100 von 700 öffentlichen Kläranlagen der Schweiz, doch zusammen reinigen sie über die Hälfte des gesamten Abwassers.

Finanziert wird der Ausbau hauptsächlich über eine vom Bund bei allen ARA erhobene Abwasserabgabe. Sie beträgt höchstens neun Franken pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr - das entspricht gerade mal dem Konsum von zwei Kaffees im Restaurant. Und sie wird ausschliesslich verwendet für die Aufrüstung der Abwasserreinigungsanlagen. Mit einem kleinen finanziellen Beitrag der Bevölkerung kommt die Schweiz sauberen Gewässern also einen grossen Schritt näher.

Die Abwasserabgabe wird Anfang 2016 in der ganzen Schweiz eingeführt und wird wieder abgeschafft, sobald die ARA aufgerüstet sind. Nachdem eine ARA Massnahmen zur Reduktion der Mikroverunreinigungen getroffen hat, ist sie von der Abgabe befreit, da ihre Betriebskosten nach dem Ausbau höher sind.

ARA-Betreiber und Gemeinden sollen die Abwasserabgabe so einfach wie möglich an die Bevölkerung weiterverrechnen können. Der Mehraufwand hält sich in engen Grenzen, und es gilt, Anpassungen von Gebühren und Reglementen möglichst zu vermieden.

Trinkwasserressourcen schützen
In vielen mittleren und grossen Flüssen stammt der Hauptteil der Mikroverunreinigungen aus den ARA. Rund 4800 km des insgesamt 65'000 km langen Gewässernetzes der Schweiz werden mit gereinigtem Abwasser belastet, das Spurenstoffe enthält. Solche findet man entlang dieser Gewässer auch im Grundwasser. Zwar sind Mikroverunreinigungen nach aktuellem Wissensstand für Menschen nicht gefährlich. Doch eine Belastung des Trinkwassers sollte aus vorsorglichen Gründen so oder so möglichst vermieden werden.

Durch die technische Aufrüstung der ARA werden die Trinkwasserressourcen besser geschützt. Damit werden auch die volkswirtschaftlichen Kosten für die Aufbereitung des Wassers oder für die Erschliessung alternativer Grundwasserfassungen reduziert.

In vielen Schweizer Fliessgewässern liegt die Verschmutzung durch Mikroverunreinigungen über der Schwelle, ab der sie für gewisse Wasserlebewesen giftig sein können. Biologisch aktive Pestizide, Arzneimittel oder hormonähnliche Substanzen können die Fruchtbarkeit und Entwicklung von Fischen und anderen Tieren beeinträchtigen. Aufwändige Pilotversuche bei ARA zeigten, dass sich diese nachteiligen Effekte durch die zusätzlichen Reinigungsstufen beseitigen lassen. Wo von Mikroverunreinigungen gereinigtes Wasser in Gewässer eingeleitet wird, findet man unterhalb von ARA mehr empfindliche Wasserlebewesen als bei konventionell behandeltem Abwasser.

Erste ARA-Aufrüstung 2014 abgeschlossen
Mit der ARA Neugut in Dübendorf (ZH) hat 2014 in der Schweiz die erste zusätzliche Klärstufe zur Behandlung von Mikroverunreinigungen ihren Betrieb aufgenommen. Durch die Behandlung mit Ozon werden Mikroverunreinigungen nicht etwa aus dem Abwasser entfernt, sondern durch einen Oxidationsprozess chemisch verändert und so unwirksam gemacht. In Pilotanlagen war die Ozonung bereits zuvor erfolgreich getestet worden, doch in Dübendorf kommt die Technologie nun erstmals im grossen Stil zur Anwendung.

Der Bund schreibt nicht vor, welche Technologie zur Elimination von Mikroverunreinigungen eingesetzt werden soll. Bei Praxisversuchen erzielten sowohl die Ozonung als auch eine Behandlung des Abwassers mit Pulveraktivkohle gute Resultate. Die technische Aufrüstung von ARA befindet zur Zeit bei diversen Anlagen in Planung. Noch dieses Jahr geht in Herisau (AR) eine Pulveraktivkohle-Anlage in Betrieb, und es werden auch weitere Ozonungsanlagen projektiert.

Kontakt: info@bafu.admin.ch
http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/fokus/15046/15118/index.html?lang=de

(nach oben)


Schweiz regelt Finanzierung der Spurenstoffelimination in Kläranlagen

Die Schweiz regelt die Finanzierung von Maßnahmen zur Spurenstoffelimination. Kläranlagenbetreiber sollen hierfür neun Franken jährlich je angeschlossenen Einwohner erheben dürfen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bereitet derzeit die entsprechende Novellierung der Gewäs-serschutzverordnung vor. Einen entsprechenden Novellierungsvorschlag hat das Eidgenössische Departement für Um-welt, Verkehr, Energie und Kommunika-tion (UVEK) Ende Dezember des letzten Jahres in die Anhörung geschickt. Das UVEK setzt damit die im März 2014 vom Schweizer Parlament beschlossene Ände-rung des Gewässerschutzgesetzes
(GSchG) um. Diese sieht die landesweite Finanzierung der Ausrüstung von rund 100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Beseitigung von Spurenstoffen vor. Durch diesen Ausbau will die Schweiz rund 50 Prozent der Spurenstoffe aus dem Wasser eliminieren. Die vorgeschlagenen Änderungen der Gewässerschutz-verordnung (GSchV) regeln die Gewährung von Bundesbeiträgen an die Sanie-rungsarbeiten und die Kriterien, nach welchen bestimmt wird, welche ARA ausgerüstet werden sollen. Die ARA sollen neu pro Einwohnerin und Einwohner, die ihnen angeschlossen sind, eine Abgabe von neun Franken pro Jahr erheben dürfen. Damit die Kantone die Wirksamkeit der von ihnen getroffenen Maßnahmen in den Oberflächengewässern über-prüfen können, wird in der Verordnungs-änderung zudem vorgeschlagen, die Spurenstoffe neu einheitlich aufgrund ihrer Wirkung auf Wasserlebewesen zu beurteilen. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen vorgesehen, darunter eine Anpassung der Grundwasserschutzzonen in Karstregionen sowie die Erstellung ei-ner nationalen elektronischen Gewässerschutzkarte durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Die Anhörung dauert bis zum 31. März 2015.  

(nach oben)


«Wasserqualität in der Schweiz ist sehr gut»

Anfang 2014 stellte die Eawag einen «Pestizidcocktail» in Schweizer Gewässern fest. Mitte Dezember brachte eine Studie der EPFL an den Tag, dass in Schweizer Flüssen und Seen Mikroplastik gefunden wurde. Aus aktuellem Anlass - die Anhörung zur Revision der Gewässerschutzverordnung hat am 23.12.2014 begonnen - nimmt Franziska Schwarz, Vizedirektorin des BAFU, zum Thema Stellung.

Müssen wir uns um die Wasserqualität der Schweizer Gewässer Sorgen machen?
Franziska Schwarz: Mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Seit den 1980er-Jahren hat sich die Wasserqualität stark verbessert. Dank dem Bau von Kläranlagen gelangen heute kaum mehr überschüssige Nährstoffe, die zu Algenwachstum und Fischsterben führen würden, in die Gewässer. Zwar sind die Nitrat- und Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft punktuell noch immer zu hoch, aber das Problem dieser so genannten Eutrophierung der Gewässer ist, ausser bei einigen Seen im Mittelland, grösstenteils gelöst. Dennoch stehen die Gewässer auch heute noch unter Druck, etwa aufgrund der Siedlungsentwicklung und der Intensivierung der Landwirtschaft. Davon zeugen die Spurenstoffe in den Gewässern, die unmittelbare Folgen für die Lebewesen haben, und das Mikroplastik, welches allerdings ein geringeres Risiko darstellt.

Was unternimmt das BAFU, um die Wasserqualität zu sichern?
Vorab müssen wir die Probleme frühzeitig erkennen können. Deshalb gibt das BAFU Forschungsarbeiten in Auftrag, etwa an die Eawag im Fall der Spurenstoffe oder an die EPFL beim Mikroplastik. In einem zweiten Schritt arbeiten wir Lösungen aus. Bei den Spurenstoffen wurden Lösungsansätze für die Abwasserreinigungsanlagen entwickelt: Pilotprojekte in Regensdorf und Lausanne haben gezeigt, dass durch Ozonierung und Filterung mit Aktivkohle über 80 % dieser Schadstoffe aus dem Abwasser eliminiert werden können. Weitere Studien haben ergeben, dass die Aufrüstung gezielt ausgewählter Abwasserreinigungsanlagen - darunter namentlich die grössten - ausreicht, um die Spurenstoffe in den Gewässern um die Hälfte zu reduzieren. Danach wurde ein landesweites Finanzierungssystem ausgearbeitet. Seine konkrete Ausgestaltung ist nun Gegenstand der laufenden Anhörung. Die Umsetzung der Aufrüstungsmassnahmen steht kurz bevor. Und schliesslich muss die Wirksamkeit der ergriffenen Massnahmen überprüft werden können. Dazu muss die Gewässerüberwachung verbessert werden.

Warum muss die Überwachung der Gewässer optimiert werden?
Wir müssen in der Lage sein, die Auswirkungen der Massnahmen auf die aquatische Fauna und Flora eindeutig nachzuweisen. Bis heute schreibt die Gewässerschutzverordnung (GSchV) für zahlreiche Spurenstoffe keinen Grenzwert vor, und für Pflanzenschutzmittel und organische Biozide nennt sie nur einen pauschalen Anforderungswert (0,1 Mikrogramm pro Liter). Auf dieser Grundlage können die Kantone nicht beurteilen, ob das Wasser verschmutzt ist oder nicht, oder in anderen Worten, ob die gemessenen Konzentrationen Auswirkungen auf Lebewesen und Umwelt haben oder nicht. Deshalb wollen wir wissenschaftlich hergeleitete nummerische Werte in der Gesetzgebung verankern, die der Toxizität der Substanzen für die Umwelt Rechnung tragen. Das UVEK schlägt daher vor, in der GSchV einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der es erlaubt, solche nummerische Werte einzuführen.

Wie will der Bund die übrigen Einträge von Spurenstoffen in die Gewässer begrenzen?
Im Rahmen des Postulats Moser (Po 12.3299) wurde das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) beauftragt, einen Aktionsplan zur Verminderung der gefährlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auszuarbeiten. Eine Gesamtübersicht über die Spurenstoffe in den Gewässern liegt noch nicht vor. Die Studie der Eawag an den mittelgrossen Flüssen wird an kleineren Fliessgewässern wiederholt werden. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Konzentrationen von Spurenstoffen in kleineren Flüssen und Bächen insbesondere nach starken Niederschlägen sehr hoch sein können und dass die kombinierte Wirkung dieser Substanzen für die Organismen schwerwiegende Folgen haben kann.

Kann man Leitungswasser noch bedenkenlos trinken?
Selbstverständlich. Die Wasserqualität in der Schweiz ist sehr gut. Dank den bisherigen Massnahmen können 40 % des Grundwassers, welches für die Trinkwasserversorgung genutzt wird, ohne Behandlung ins Leitungsnetz eingespeist werden. Bei den restlichen 60 % reicht eine einfache Desinfektion aus. Der grösste Aufbereitungsaufwand fällt beim Seewasser an, das als Trinkwasser verwendet werden soll. Wasser ist übrigens eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel überhaupt. Der Gewässerschutz und regelmässige Kontrollen garantieren ein qualitativ einwandfreies Trinkwasser. Das ist ein grosser Reichtum und ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität, den nur wenige andere Länder kennen und den wir bewahren müssen, indem wir weiterhin in den Schutz der Gewässer investieren.

(nach oben)


VSA-KI-Empfehlung zur Einführung der Abwasserabgabe

Ab dem 1. Januar 2016 wird das BAFU bei allen zentralen ARA eine Abwasserabgabe erheben. Die Abgabe dient der Finanzierung der Massnahmen zur Elimination der Spurenstoffe und ist bis 2040 befristet. Das BAFU stellt den ARA jährlich eine Rechnung zu, die zu Beginn der Abgabeerhebung 9 CHF pro Einwohnerin und Einwohner betragen wird. Zur Frage, wie die Abwasserabgabe auf die bestehenden Abwassergebühren überwälzt werden soll wird aktuell vom VSA und der Fachorganisation KI (kommunale Infrastruktur) eine Empfehlung erarbeitet. Die Empfehlung orientiert sich an der Botschaft zur Änderung des Gewässerschutzgesetzes. Darin wird empfohlen, dass bei der Überbindung der Abgabe an die Verursacher die bestehenden Gebührenmodelle zur Anwendung kommen. Das Ziel der Empfehlung ist, dass jede ARA eine der heutigen Situation angepasste pragmatische Lösung findet, die sich mit geringem Aufwand umsetzen lässt. Die Empfehlung wird voraussichtlich im März 2015 vorliegen, publiziert und den zuständigen Stellen zugestellt werden.

http://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Aktuell/Newsletter_5_Dezember_2014_d.pdf  

(nach oben)


Revision der Gewässerschutzverordnung für bessere Wasserqualität

Verschiedene Stoffe gelangen durch menschliche Aktivitäten in die Gewässer, wo sie eine Gefahr für die Umwelt und das Trinkwasser darstellen können. Um Gegensteuer zu geben, will das UVEK die Gewässerschutzverordnung so revidieren, dass Spurenstoffe in den Abwasserreinigungsanlagen beseitigt werden. Zudem dient die Revision der Harmonisierung der Normen für die Beurteilung des Zustands der Gewässer. Das UVEK hat diese Vorschläge am 22. Dezember 2014 in die Anhörung geschickt.

Dank dem Ausbau der Abwasserreinigung seit den 1980er-Jahren ist die Verunreinigung der Gewässer in der Schweiz mit Nährstoffen, insbesondere mit Phosphor, deutlich zurückgegangen. Die Gewässer werden jedoch immer mehr durch Chemikalien, Medikamente und Pflanzenschutzmittel belastet, die bereits in sehr geringen Konzentrationen die Lebewesen in den Gewässern schädigen und das Trinkwasser verunreinigen können.
Im März 2014 hat das Parlament eine Änderung des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) beschlossen. Sie sieht die landesweite Finanzierung der Ausrüstung von rund 100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Beseitigung von Spurenstoffen vor. Durch diesen gezielten Ausbau sollte es möglich sein, rund 50 Prozent der Spurenstoffe aus dem Wasser zu eliminieren und folglich die Wasserqualität zahlreicher belasteter Fliessgewässer deutlich zu verbessern.

Die vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vorgeschlagenen Änderungen der Gewässerschutzverordnung (GSchV) regeln die Gewährung von Bundesbeiträgen an die Sanierungsarbeiten und die Kriterien, nach welchen bestimmt wird, welche ARA ausgerüstet werden sollen. Die ARA sollen neu pro Einwohnerin und Einwohner, die ihnen angeschlossen sind, eine Abgabe von neun Franken pro Jahr erheben dürfen.

Damit die Kantone die Wirksamkeit der von ihnen getroffenen Massnahmen in den Oberflächengewässern überprüfen können, wird in der Verordnungsänderung vorgeschlagen, die Spurenstoffe neu einheitlich aufgrund ihrer Wirkung auf Wasserlebewesen zu beurteilen.

Darüber hinaus sind weitere Massnahmen vorgesehen, darunter eine Anpassung der Grundwasserschutzzonen in Karstregionen sowie die Erstellung einer nationalen elektronischen Gewässerschutzkarte durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Auch werden Bestimmungen zum Gewässerraum präzisiert. Es handelt sich um weitere Regelungen für Anlagen (Dauerkulturen, Güterwege) und sehr kleine Gewässer. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, dass das ackerfähige Kulturland weiterhin zu den kantonalen Kontingenten an Fruchtfolgeflächen angerechnet werden kann.
Die Anhörung dauert bis zum 31. März 2015.

Internet: http://www.uvek.admin.ch/index.html?lang=de
 
(nach oben)


Genügend Wasser in der Zukunft? Forschung sieht Lösungen für drohende Nutzungskonflikte

Die Schweizer Wasserwirtschaft ist nicht optimal für die bevorstehenden klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen gerüstet. Doch wenn die regionale Zusammenarbeit vermehrt gelingt, nachhaltige Lösungen bei Wasserkonflikten gefunden und Anstrengungen im Gewässerschutz weiter geführt werden, steht der Schweiz auch zukünftig genügend Wasser zur Verfügung. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Wassernutzung» (NFP 61).

Wie steht es um das Wasserschloss Schweiz, wenn die Temperaturen in Zukunft steigen, die Niederschläge aber sinken? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, hat der Bundesrat den Schweizerischen Nationalfonds mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Wassernutzung» (NFP 61) beauftragt, das nun nach fünf Jahren die Schlussbilanz zieht (*).

Klimawandel wird vor allem im Hochgebirge sichtbar
Mit den grössten Veränderungen rechnet das NFP 61 im Hochgebirge. Wegen der steigenden Temperaturen schmelzen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts die Gletscher je nach Szenario zu rund 90 Prozent weg. Die Schneefallgrenze wandert weiter nach oben. Dadurch verändert sich der alpine Wasserhaushalt erheblich.
Die schwindenden Gletscher machen neuen Seen Platz. Damit eröffnen sich der Wasserwirtschaft und dem Tourismus neue Chancen, gleichzeitig erhöht sich auch die Gefahr von plötzlichen Seeausbrüchen mit nachfolgenden Flutwellen. Da raumplanerische, organisatorische und bauliche Anpassungsmassnahmen Zeit brauchen, müssen Bergkantone jetzt handeln und etwa bei der Vergabe von Konzessionen zur Wassernutzung verstärkt darauf achten, dass die Nachhaltigkeit im Bereich Wasser auch langfristig gesichert ist.

Zudem geht das NFP 61 davon aus, dass die Wassertemperaturen in den Fliessgewässern der Schweiz in den nächsten Jahrzehnten um durchschnittlich zwei bis vier Grad Celsius steigen. Auch das Grundwasser erwärmt sich sukzessive. Diese Entwicklung ist ein weiterer Stressfaktor für die durch Stoffeinträge bereits stark belasteten Gewässer in Siedlungsgebieten.

Nutzungsdruck vielerorts bedeutender als der Klimawandel
Vielerorts werden jedoch sozio-ökonomische und technische Veränderungen den Wassersektor in der Schweiz stärker beeinflussen als der Klimawandel. Beispielsweise wird die zukünftige Ausgestaltung der Agrarpolitik einen grösseren Einfluss darauf haben, wie bewässerungsbedürftig die Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2050 sein wird, als Klimaveränderungen.

Der Nutzungsdruck auf die Wasserressourcen und Gewässer wird durch das Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung zukünftig weiter zunehmen. Neue Nutzungs- und Interessenskonflikte (z.B. Verdrängung von Grundwasserschutzzonen durch die Siedlungsentwicklung) sind die Folge. Denn Wasser und Gewässer stehen nicht für alle gesellschaftlichen Ansprüche jederzeit und an jedem Ort in beliebiger Menge zur Verfügung.
Um langfristig den Schutz von Wasser und Gewässern sowie deren essentielle Nutzungen sicherzustellen, muss das Thema Wasser frühzeitig in alle Politikbereiche (z.B. Energie oder Landwirtschaft) einbezogen werden. Besonders in der Raumplanung müssen Entscheidungsträger den Wasseraspekten wirksamer als bisher Rechnung tragen. Wegen der Langlebigkeit der Infrastrukturen im Wassersektor - Leitungsnetze und Wasserkraftwerke sind z.B. auf 80 bis 100 Jahre ausgelegt - müssen heutige Planungen auch die Interessen kommender Generationen einbeziehen. Die hohen Prognose-Unsicherheiten und die klimabedingt erwartete Zunahme an Witterungsextremen müssen ebenfalls in die langfristige Planung aufgenommen werden.

Zusammenarbeit wird wichtiger
Zusammenfassend kommt das NFP 61 zum Schluss, dass angesichts der kommenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und klimatischen Veränderungen die Schweizer Wasserwirtschaft nicht optimal gerüstet ist. Die gesetzlichen Grundlagen behandeln Wasserthemen getrennt. Zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden gibt es eine komplexe Aufgabenteilung. Die Strukturen sind nicht gemeinde- und kantonsübergreifend gestaltet. Es fehlen sowohl übergeordnete Visionen und Strategien, als auch konkrete Abstimmungen zwischen Gemeinden und Kantonen.
Ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser ist eine Frage von naturwissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, aber auch - und immer mehr - eine Frage der Mechanismen zur Lösung von Nutzungs- und Interessenskonflikten. Das NFP 61 empfiehlt dem Bund, eine nationale Wasserstrategie zu erstellen und dabei die bestehenden Teilstrategien zusammenzuführen. Alle relevanten Akteure und die breitere Bevölkerung sind bei der konkreten Umsetzung einzubeziehen.
(*)
• Gesamtsynthese
Nachhaltige Wassernutzung in der Schweiz: NFP 61 weist Wege in die Zukunft
Leitungsgruppe NFP 61
• Thematische Synthese 1
Wasserressourcen der Schweiz: Dargebot und Nutzung - heute und morgen
Astrid Björnsen Gurung und Manfred Stähli
• Thematische Synthese 2
Bewirtschaftung der Wasserressourcen unter steigendem Nutzungsdruck
Klaus Lanz, Eric Rahn, Rosi Siber, Christian Stamm
• Thematische Synthese 3
Nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Schweiz: Herausforderungen und Handlungsoptionen
Sabine Hoffmann, Daniel Hunkeler, Max Maurer
• Thematische Synthese 4
Nachhaltige Wassergouvernanz: Herausforderungen und Wege in die Zukunft
Franziska Schmid, Felix Walter, Flurina Schneider, Stephan Rist

(nach oben)


Schweiz: Mehr Phosphor im Vierwaldstättersee? Eawag ist kritisch.

Nach dem Brienzersee werden nun auch am Vierwaldstättersee Stimmen laut, die mehr Phosphor im See verlangen. Der See sei zu sauber, weshalb die Fischer zu wenig Ertrag hätten, wird etwa in der Neuen Luzerner Zeitung argumentiert. Experten der Eawag stehen der Forderung, die Phosphorelimination auf den Kläranlagen zu drosseln, kritisch gegenüber. Sie haben ein Positionspapier erstellt, das aufzeigt, warum.

Mehr:
http://www.eawag.ch/index
 
(nach oben)


Wasserversorgung und Uferfiltration - ein System unter Druck?

Dienstag, 9. September 2014, 9.30 - 16.30 Uhr
Eawag, Forum Chriesbach

Das Trinkwasser in der Schweiz stammt zu rund 80 Prozent aus Grundwasser.
Dieses wiederum wird zu zirka 30 Prozent aus Flusswasser, welches durch das
Gewässerufer infiltriert, gespeist. Das Ufer ist damit oft die einzige Barriere, die
das Grundwasser vom mit Verunreinigungen belasteten Fluss trennt. Die Prozesse
in den Infiltrationszonen sind deshalb entscheidend für die Qualität eines bedeutenden Teils des Rohwassers in unseren Wasserversorgungen. Durch Spurenstoffe in den Flüssen, Klimaveränderungen, Extremhochwasser, aber auch Revitalisierungen, gerät dieses System jedoch immer mehr unter Druck. Wie sehen die Auswirkungen aus und wie können wir sie messen? Haben wir die Möglichkeit, wirksame Uferfiltration zu erhalten und gleichzeitig eine ausreichende Wasserqualität und -menge zu garantieren? Oder braucht es in Zukunft zusätzliche Massnahmen?
Forschende und Vertreter aus der Praxis gehen am Infotag 2014 anhand von Beispielen aus dem Wassersektor diesen Fragen nach und zeigen auf, wie die Prozesse der Uferfiltration beeinflusst werden und wie man in der Praxis damit umgehen kann.
Die Eawag und der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW)
führen diesen Anlass in enger Zusammenarbeit durch.

http://www.eawag.ch/lehre/infotag/2014/index
 
(nach oben)


Schweiz verabschiedet Anpassungsplan an den Klimawandel

Der Schweizer Bundesrat hat Anfang April den zweiten Teil seiner Strategie zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Gemäß der Klimaszenarien CH2011 von MeteoSchweiz werden die mittlere Jahrestemperatur in der Schweiz bis Ende des 21. Jahrhunderts um 1,2 bis 4,8 °C zunehmen und die Sommerniederschläge um 8 bis 28 Prozent abnehmen. Es wird mit einer Zunahme von Extremereignissen und mit deutlichen Veränderungen des Wasserkreislaufs gerechnet. Die Wasserwirtschaft bildet daher einen Schwerpunkt der Anpassungsstrategie. Die Anpassungsmaßnahmen der Wasserwirtschaft zielen zum Beispiel darauf ab, die grundlegenden Schutz- und Nutzungsfunktionen der Gewässer auch in einem veränderten Klima zu gewährleisten. Im Vordergrund stehen die Wasserspeicherung, die Wasserverteilung und die angepasste Wassernutzung. Die Erarbeitung langfristiger Wasserbewirtschaftungspläne sowie die Prüfung der möglichen Rolle künstlicher und natürlicher Seen für die Wasserversorgung und den Hochwasserschutz gehören ebenfalls dazu.  

(nach oben)


Bessere Abwasserreinigung

Verschärfung im Gewässerschutz
Die bisherigen Regelungen im Gewässerschutz reichen nicht mehr aus, um die Umwelt adäquat zu schützen. Das Parlament hat nun Verschärfungen beschlossen.
Von einem «Markstein in der Geschichte des Schweizer Gewässerschutzes» spricht Beat Jans (sp., Basel-Stadt). Nach dem Ständerat hat am ersten Sessionstag auch der Nationalrat die Gesetzesrevision mit 130 zu 49 Stimmen bei 4 Enthaltungen klar angenommen.
Die Änderung des Gewässerschutzgesetzes fokussiert die Eliminierung von schädlichen Spurenelementen, sogenannten Mikroverunreinigungen. Substanzen von Medikamenten, Hormonen, Bioziden, Kosmetika oder Pestiziden sollen

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/verschaerfung-im-gewaesserschutz-1.18255429
 
(nach oben)


Eawag (Schweiz): Seit Anfang November ist Pascal Wunderlin als Co-Koordinator in der Plattform aktiv.

Er hat an der Eawag eine Dissertation zum Thema Lachgas (N2O) in der biologischen Abwasserreinigung gemacht. Dieses Projekt wird er an der Eawag weiterverfolgen, und daneben in einem 50%-Pensum die Plattform unterstützen.

http://www.micropoll.ch/

(nach oben)


Ausbau der Kläranlagen zum Spurenstoffabbau soll überwiegend von Allgemeinheit finanziert werden

In der Schweiz soll der Ausbau von ausgewählten Kläranlagen zum Abbau von Mikroverunreinigungen überwiegend von der Gesamtheit der Abwassereinleiter finanziert werden. Im Zuge einer Spezialfinanzierung sollen sämtliche Kläranlagen der Schweiz 75 Prozent der Investitionskosten für den Ausbau der ausgewählten Kläranlagen tragen. Dies sieht ein aktueller Entwurf des Schweizer Bundesrates zur Änderung des Gewässerschutzgesetzes vor. Von den 700 Kläranlagen des Landes sollen in den nächsten Jahren rund 100 um eine weitere Reinigungsstufe zum Abbau von Spurenstoffen erweitert werden. Die Investitionskosten hierfür schätzt der Bundesrat auf 1,2 Milliarden Franken (rund eine Milliarde Euro). Die Finanzierung dieser Kosten ausschließlich über die zur Erweiterung vorgesehenen Anlagen lehnt die Schweizer Politik aber ab. Stattdessen sollen alle Kläranlagen eine von der Anzahl der angeschlossenen Einwohner abhängige Abgabe entrichten. Die Höhe dieser Abgabe beziffert der Bundesrat auf maximal neun Franken (7,5 €) pro Person und Jahr. Hierdurch sollen jährlich 45 Millionen Franken (37,5 Millionen €) eingenommen werden, 75 Prozent der bei einem Umsetzungszeitraum von 20 Jahren notwendigen jährlichen Investitionen von 60 Millionen Franken (50 Millionen €). Inwieweit dieser Vorschlag des Bundesrates zum Zuge kommen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Stellungnahmen zum Vorschlag können bis Ende August eingereicht werden.

www.gfa-news.de Webcode: 20120606_002 

(nach oben) 


Schweiz: Abwasser und Abfall: Der heimliche Standortvorteil der Gemeinden

Wasser ist kostbar, aber nicht überall kostet es gleich viel
Abfall, Abwasser und Trinkwasser belasten jedes Haushaltsbudget. Ein Vergleich im Aargau zeigt: Die Unterschiede zwischen den grössten 29 Gemeinden sind riesig. von Marco Wölfli
Es gehört zu den Höhepunkten im Amt eines Gemeinde- oder Stadtammanns: die Ankündigung einer Steuersenkung. Lobende Worte und zufriedene Bürger sind ihm gewiss. Viele Aargauer Gemeinden locken auch explizit mit tiefen Steuern Zuzüger an. Hingegen spricht kaum jemand von den Gebühren für Abfall, Abwasser und Trinkwasser. Diese Gebühren stehen kaum im Fokus und lösen bei den Bürgern auch geringere Emotionen aus. Sie sind aber dennoch ein gewichtiger Kostenfaktor.
Wenn es um Gebühren geht, liefern sich die Gemeinden zwar noch keinen harten Standortwettbewerb wie bei den Steuern, trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Gemeinden. Im April zeigte «Der Sonntag» wie hoch beziehungsweise wie tief die Gebühren in den Schweizer Städten sind. Wenn man den Blick nur auf die Aargauer Gemeinden richtet, zeigt sich ein ähnliches Bild.
Spreitenbach am günstigsten
Der Preisüberwacher erhebt die Gebührendaten für alle Orte mit mehr als 5000 Einwohnern. Im Aargau sind dies 29 Gemeinden. Mit dem Titel gebührengünstigste Gemeinde darf ...mehr:

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/abwasser-und-abfall-der-heimliche-standortvorteil-der-gemeinden-108558061

(nach oben)


"Lehrberuf Entwässerungsanlagen" - so machts die Schweiz

Informationen zur Branchen-Information zum Thema "Neue Berufsbilder" vom 29. März 2011 in Olten
News

Mittels unserer Homepage möchten wir Sie zukünftig über das Projekt "Lehrberuf Entwässerungsanlagen" sowie über allgemeine Weiterbildungsthemen orientieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll sich die Homepage zu einer "Wissensplattform" für Lernende aber auch Branchen-Profis entwickeln. Wir sind daran interessiert, dass die Homepage "lebt" und sich weiterentwickelt. - Wir bitten Sie daher, uns
Inputs zu geben, was Sie vermissen und wo wir die Homepage noch verbessern können.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Entdecken der folgenden Seiten.
Ihr Redaktions-Team
Agenda der Tagung vom März 2011

1.Warum zwei neue Berufe D. Nater
2.Berufsbildung - eine Aufgabe - drei Partner Dr. R. Dörig
3.Ablauf der Arbeiten und Ausblick dito
4.Welche Arbeiten haben wir geleistet, was ist noch zu tun? dito
5.Welches sind die allgemeinen Bildungsziele? Dito
6.Welches sind die Handlungskompetenzbereiche und Handlungskompetenzen? D. Nater
7.Welches sind die Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen? Dr. R. Dörig
8.Wie sind die überbetrieblichen Kurse aufgebaut? D. Nater
9.Wie ist die Lektionentafel der Berufsfachschule aufgebaut? Dr. R. Dörig
10.Wie sind die Qualifikationsverfahren gestaltet? Dito
11.Die Rolles des BBT und der Kantone K. Affolter
12.Klärung offener Fragen alle

Quelle: http://www.advk.ch/#
 
(nach oben)


VSA-Fortbildungskurs 2011: ARA Mikroverunreinigungen und neue Aspekte zu Energie und Stickstoff

Der Eintrag von Medikamenten und Chemikalien in die Gewässer (Mi -
kroverunreinigungen) beeinträchtigt Pflanzen und Tiere der Gewässer
und gefährdet die Qualität der Trinkwasservorkommen in Seen und im
flussnahen Grundwasser. In der Schweiz soll dieser Eintrag durch ein
problemorientiertes Massnahmenpaket und den selektiven Ausbau
von ausgewählten kommunalen Abwasserreinigungsanlag en verringert
werden. Ziel des Kurses ist es, Grundlagen, verfahrenstechnische Perspektiven
sowie deren Umsetzung zu präsentieren.
Im zweiten Teil werden Aspekte des Energieverbrauchs, der Stickstoffelimination
sowie der Emission von Treibhausgasen diskutiert. Dabei
wird die Steigerung des Energieverbrauchs bei der Abwasserreinigung,
welche durch die vorgeschlagenen Massnahmen bedingt ist, Energiesparmassnahmen
gegenüber gestellt. Ausserdem werden bedeutende
Neuerungen im Bereich Faulturmbewirtschaftung, Stickstoffelimination
und Emission von Treibhausgasen präsentiert.Mehr:

http://www.vsa.ch/uploads/media/Newsletter_Mai2011.pdf

(nach oben)


Was kostet die Unsicherheit der Zukunft

Die Schweizer Abwasserinfrastruktur ist hauptsächlich in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet worden. Der Wiederbeschaffungswert aller Anlagen beträgt 108 Milliarden Franken. Rund ein Viertel davon hat heute substantielle Schäden. Diese zu beheben ist teuer. Forschende an der Eawag untersuchen deshalb alternative Konzepte zur Abwasserreinigung und Strategien für bedarfsgerecht anpassbare Systeme. Das neue Wissen hilft, mit Unsicherheiten umzugehen und nachhaltige Entscheidungen im Abwassersektor zu treffen. Mehr:

http://www.eawag.ch/index

(nach oben)


Schweiz: Impulse für den Gewässerschutz

An einer Fachtagung in Bern haben Wasserbauer und Ökologen neue Perspektiven für die Revitalisierung von Bächen und Flüssen vorgestellt. Hintergrund der Veranstaltung ist ein gross angelegtes Forschungsprojekt und das revidierte Gewässerschutzgesetz, das am 1. Januar 2011 in Kraft tritt.

Der Gewässerschutz in der Schweiz steht an einem Wendepunkt. Unter Fachleuten ist von einem eigentlichen Paradigmenwechsel die Rede. Grund für diese Aufbruchstimmung ist das revidierte Gewässerschutzgesetz, das Anfang 2011 in Kraft tritt. Wie gross das Interesse an dieser Neuausrichtung ist, zeigte eine Veranstaltung unter dem Titel «Flussrevitalisierungen: Synergien zwischen Hochwasserschutz und Ökologie» am 25. November in Bern. Mehr als 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Energiewirtschaft, Planung, Verwaltung und von Umweltschutzorganisationen nahmen daran teil - und zahlreichen weiteren Interessenten blieb die Teilnahme aus Platzgründen verwehrt.
Wichtige Etappe im Schweizer Gewässerschutz

Kein Wunder ist das Interesse der Fachwelt gross, das revidierte Gesetz gilt schon heute als eine der wichtigsten Etappen im Schweizer Gewässerschutz. Unter anderem folgende Bestimmungen sollen dafür sorgen, dass Fliessgewässer und Seeufer wieder naturnäher werden: Die Kantone müssen festlegen, welchen Platz es braucht, um die natürlichen Funktionen der Flüsse und den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Dieser Gewässerraum darf künftig nur noch extensiv bewirtschaftet werden. Zudem sind die Kantone verpflichtet, Revitalisierungen strategisch zu planen und umzusetzen, und schliesslich müssen sie durch Sanierungsmassnahmen die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung (Schwall und Sunk) beseitigen.

Gesetzlicher Auftrag und finanzielle Unterstützung
Zu Beginn der Revitalisierungs-Tagung unterstrichen denn auch zwei Vertreter des Bundesamts für Umwelt BAFU die Bedeutung der neuen Gewässerschutzpolitik und die Herausforderungen, welche die Gesetzesrevision mit sich bringt. «Der Handlungsbedarf für die Umsetzung der Revision ist gross», erklärte Stephan Müller, Leiter der Abteilung Wasser, und lieferte entsprechenden Zahlen: Im Mittelland sind rund 40 % der Flüsse und Bäche verbaut, im Siedlungsgebiet sind es über 80 %. Und in mehr als 90 % aller nutzbaren Gewässer der Schweiz wird Energie gewonnen. Folge: «Den Gewässern fehlt der Raum, um ihre natürlichen Funktionen ausüben zu können.» Dem soll das revidierte Gesetz entgegenwirken. Der Bund will aber nicht nur mit gesetzlichem Druck für Besserung sorgen. Er übernimmt 65 % der Kosten, wenn - so das Ziel - in den kommenden Jahrzehnten 4'000 Kilometer Fliessgewässer renaturiert werden. Rund eine Milliarde Franken steht zusätzlich in den nächsten 20 Jahren zur Verfügung, um die negativen Folgen der Wasserkraftnutzung zu beheben. Dieser Betrag wird durch einen Zuschlag geäufnet, der künftig auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze erhoben wird.

Engpass Raumbedarf
Olivier Overney, Chef der Sektion Hochwasserschutz im BAFU, machte deutlich, dass es bei der Umsetzung der neuen Gewässerschutzphilosophie aber keinesfalls nur ums Geld geht: «Ganz gleich, zu welchen Lösungen man kommt, es braucht zur Realisierung immer zusätzliches Land - unsere knappste Ressource.» Der Grund für die zahlreichen blockierten Revitalisierungsprojekte, so Overney, liege meistens bei Interessenkonflikten. «Wir müssen uns vermehrt fragen, welche Funktion dem Gewässerraum in Siedlungsgebieten zukommt, da spielen Hochwasserschutz und Ökologie eine Rolle, aber immer mehr zählt auch das Erholungsbedürfnis der Menschen.»

Integrales Flussgebietsmanagement als Instrument
All diese Ansprüche im Umgang mit Flüssen und Bächen miteinzubeziehen, ist das Ziel des Forschungsprojekts, das den Anlass für die Berner Fachtagung bot. Es nennt sich «Integrales Flussgebietsmanagement» und führte in den vergangen drei Jahren zu einer intensiven Zusammenarbeit von Wasserbauern und Ökologen - eine Schweizer Premiere. Forschende der der Eawag, der WSL sowie der ETH Zürich und Lausanne arbeiteten an rund zehn Teilprojekten mit Bezug zum Oberthema «dynamische Lebensräume und Hochwasserschutz». An der Tagung präsentierten die Wissenschafter erste Resultate, eine Synthese ihrer Ergebnisse soll Ende 2011 folgen. Basis der gemeinsamen Arbeit von Wasserbau- und Umweltspezialisten ist die Erkenntnis, dass Ökologie und Hochwasserschutz eng miteinander verknüpft werden müssen. Kurz: Es darf in Zukunft nicht mehr Hochwasserschutz ohne gleichzeitige ökologische Aufwertung der Fliessgewässer betrieben werden.
Flussmodelle im Labor zeigen Lösungen für draussen
Dass sich dieser Maxime in der Praxis durchaus nachleben lässt, zeigte Anton Schleiss von der ETH Lausanne. An Hand von Modellversuchen untersuchte er, was geschieht, wenn Seitengewässern bei der Einmündung in den Hauptfluss aufgeweitet werden. Hintergrund: Eine Studie die zeigte, wie stark die total 21 verbauten Einmündungen an der Rhone im Wallis zur ökologischen Verarmung des Flusses beitragen. «Hier besteht ein grosses Potenzial für Revitalisierungsprojekte», erklärte Anton Schleiss. «Mit relativ geringem Aufwand, etwa mit Aufweitungen, können die Einmündungen wieder durchlässig gemacht und naturnah gestaltet werden.» Und zwar - so das überraschende Ergebnis der Laborversuche - ohne negative Folgen für die Hochwassersicherheit des Hauptgewässers.

Dynamik und Vernetzung sind zentral
Armin Peter von der Eawag ging bei Untersuchungen im Sensegraben der Frage nach, wie sich die Biodiversität in Flüssen und Bächen erhalten und verbessern lässt. Dabei zeigte sich: Die Wiederherstellung unterschiedlicher Habitate allein reicht nicht aus, um die Biodiversität zu fördern. «Zusätzlich braucht es lokale und gut vernetzte Artenpools sowie ausreichende Geschiebe- und Flussdynamik», betonte Armin Peter, «ohne hydrodynamische Prozesse geht in diesen Ökosystemen praktisch nichts mehr.» Mit anderen Worten: Der Erfolg künftiger Revitalisierungen hängt von intakten Gewässerfunktionen und der Vernetzung der Habitate ab.
In eine ähnliche Richtung weisen auch die Resultate von Christoph Scheidegger an der WSL. Er wollte wissen, wovon der Überlebenserfolg seltener Arten in Fluss- und Auenlandschaften abhängt. Dazu untersuchte er unter anderem die Ansprüche eines in der Schweiz selten gewordenen Strauchs, der Deutschen Tamariske. Resultat: Die Pflanze keimt nur auf feuchten aber nicht überfluteten Sandbänken. Auch während den darauffolgenden zehn Jahren überlebt sie eine Flut nicht, wenn die Sandbank dadurch umgelagert wird.

Computermodelle versachlichen den Dialog
Roland Fäh von der ETH Zürich schliesslich stellte die Einsatzmöglichkeiten des Computermodells BASEMENT vor. Dieses «Dimensionierungsstool» zeigt, wie sich die Aufweitung eines Flusses auf dessen Sohle auswirkt und welche Folgen der Eingriff unter anderem für Wasserpegel und Grundwasserspiegel hat. «Das Modell erlaubt, die verschiedenen Interessen gegeneinander abzuwägen und kann so zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen», sagte Roland Fäh.

Europaweit von den Erfahrungen der anderen lernen
Die Schweiz steht mit der Debatte um eine Versöhnung von Wasserbau und Ökologie nicht etwa alleine da. Ähnliche Fragen werden zur Zeit in vielen europäischen Ländern diskutiert - und entsprechende Massnahmen mancherorts auch bereits umgesetzt. Ausgelöst hat diese Entwicklung die im Jahr 2000 beschlossene sogenannte EU-Wasserrahmenrichtlinie. Der zweite Teil der Berner Revitalisierungs-Tagung ermöglichte deshalb einen Blick auf die Entwicklung in verschiedenen europäischen Ländern. In Nordschweden zum Beispiel hat man breite Erfahrungen mit dem Rückbau von Flüssen gesammelt, die einst zum Holzflössen kanalisiert worden waren. Roland Jansson von der Universität Umeå hat untersucht, wie sich diese Massnahmen auf Ökologie und Biodiversität auswirken. Seine Resultate zeigen ein gemischtes Bild: So wurde zwar die Rückhaltekapazität der Flüsse erhöht, was sich positiv auf die Entwicklung von Pflanzen auswirkt, die über das Wasser verbreitet werden. Dies wiederum hat ein vergrössertes Nahrungsangebot für im Wasser lebende Tierarten zur Folge, auf die Biodiversität allerdings wirkt sich der Rückbau nicht in jedem Fall positiv aus: «Aus Gründen, die uns noch nicht klar sind, haben die Makro-Wirbellosen nicht auf die Renaturierung reagiert», erklärte Roland Jansson, «ihre Vielfalt hat nicht zugenommen.» Bei den Fischen stieg zwar die Zahl der Arten, manche Fische aber, kamen nicht in die renaturierten Flüsse zurück. Eine mögliche Erklärung sieht Jansson in der Beschränkung der Massnahmen auf relativ kleine Gebiete. Dies reiche offensichtlich nicht aus, damit sich beispielsweise die Bachforelle wieder heimisch fühle.

Mathias Jungwirth von der Universität für Bodenkultur in Wien zeigte anhand verschiedener Beispiele aus den vergangen 30 Jahren wie in Österreich Gewässer revitalisiert werden - von lokalen Versuchen in den 1970er Jahren, bis zu jüngsten, mit Blick auf ganze Flussgebiete realisierten Projekte. Sein optimistisches Fazit: «Eine dynamische Entfaltung der Flüsse ist möglich!» Und zwar auch unter ungünstigen Voraussetzungen. Die Donau zum Beispiel, deren Lauf in Österreich von 13 Kraftwerken und Staustufen unterbrochen wird, führt überhaupt kein Geschiebe mehr mit sich. In einem Projekt im Gebiet Wachau wurden deshalb künstliche Kiesinseln geschaffen, um dem Fluss Dynamik und den Fischen zusätzliche Lebensräume zurückzugeben. Mit Erfolg: Die Population der Nasen-Fische etwa hat sich innert kurzer Zeit erholt. «Nachhaltig ist so etwas natürlich nicht», räumte Mathias Jungwirth ein, «aber ein gangbarer Kompromiss.»

Und ein Vorgehen, das in der Bevölkerung auf breite Unterstützung stösst. Aus Freude über die neuen attraktiven Erholungsgebiete titelte zum Beispiel eine Lokalzeitung: «Wachau statt Mittelmeer». Der Revitalisierungs-Pionier Mathias Jungwirth empfahl seinen Schweizer Kollegen denn auch, Projekte bewusst auf den Mehrwert für die Bevölkerung auszurichten. «Wir müssen nicht nur immer an die Pflanzen und Tiere denken, sondern vermehrt auch an die Menschen.» Es gelte, auch den Politikern den Wert von Ökosystemleistungen bewusst zu machen, in dem man aufzeige, wie revitalisierte Flüsse vielfältig genutzt werden können. Und noch etwas machte Mathias Jungwirth klar: «Das Ziel unserer Arbeit ist, den guten ökologischen Zustand unserer Gewässer wiederherzustellen. Doch wir sollten dabei nicht wilde Flüsse in Alaska vor Augen haben, sondern nachhaltige Flusskulturlandschaften hier bei uns in Mitteleuropa.»

Quelle: http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20101208/index

(nach oben)


21. Mai 2011 - Tag des Abwassers

Wieso ein Tag des Abwassers in der Schweiz?

Um darauf aufmerksam zu machen, dass
es neue Herausforderungen für das Schweizer
Abwasserreinigungssystem gibt:
Die Erneuerung der Infrastruktur, die im Verlauf
der letzten 150 Jahre erstellt wurde, kostet in den
nächsten Jahren mehrere Milliarden Franken;
Mikroverunreinigungen durch Hormone, Medikamente
etc. nehmen zu: ihre Beseitigung ist technologisch
aufwändig und teuer;
Das Potential für Energieeinsparung sowie für die
Produktion von Ökostrom in Kläranlagen ist bedeutend
und muss besser ausgeschöpft werden. Das Tagungsprogramm findet man unter:

http://www.vsa.ch/vsa-veranstaltungen/tag-des-abwassers-2011/

Datum: Samstag, 21. Mai 2011
Was: An diesem Tag steht die Abwasserreinigung im Zentrum
Wo: Überall in der Schweiz
Eine Übersicht der geplanten Veranstaltungen finden Sie auf folgender Webseite: www.siedlungshygiene2008.ch

(nach oben)


Stauseen als heimliche Klimasünder?

Nicht nur die grossen Stauseen in den Tropen, sondern auch Schweizer Fluss-Stauhaltungen produzieren beachtliche Mengen klimawirksames Methangas, vor allem im Sommer bei warmen Temperaturen. Das haben Forschende der Eawag am Wohlensee bei Bern nachgewiesen. Die Wasserkraft verliert damit ein klein wenig vom Nimbus der klimaneutralen Stromproduktion.
Die Umweltchemikerin Tonya Del Sontro und der Betreuer ihrer Doktorarbeit, Prof. Bernhard Wehrli haben den gemessenen Daten zuerst misstraut. Doch die unerwartet hohen Werte hielten der Überprüfung stand: Pro Quadratmeter Seefläche steigen im Mittel täglich über 150 Milligramm Methan (CH4) aus dem Wohlensee in den Himmel. Das ist für Seen in mittleren Breiten die mit Abstand höchste bisher bekannte Ausgasungsrate. Bei einer Wassertemperatur von 17° beträgt die Rate das Doppelte und ist damit vergleichbar mit den Werten von Stauseen in den Tropen.

Soviel wie 25 Millionen Autokilometer
Hochgerechnet auf die gesamte Fläche produziert der Aare-Stausee jährlich 150 Tonnen Methan. Das ist etwa so viel wie rund 2000 Kühe pro Jahr an die Atmosphäre abgeben oder entspricht bezüglich Klimawirksamkeit dem CO2-Ausstoss von 25 Millionen gefahrenen Autokilometern. Denn Methan ist rund 25 Mal stärker am Treibhauseffekt beteiligt als Kohlendioxid. «Ganz so klimaneutral wie bisher angenommen, ist die Wasserkraft also nicht», sagt die Forscherin Del Sontro. Dramatisieren will sie ihre Resultate nicht: Auch wenn die Methanemissionen aus dem Stau in CO2-Äquivalente umgerechnet und ganz dem Aarekraftwerk angelastet werden, stösst ein Kohlekraftwerk bei gleicher Stromproduktion rund 40 mal mehr Kohlendioxid aus. Die Emissionen des Wohlensees zeigen jedoch, dass Fluss-Stauhaltungen auch in mittleren Breiten bedeutende Methan-Quellen sein können. «Das wurde bisher in den Treibhausgasbilanzen übersehen», sagt Bernhard Wehrli.

Es gärt im See
Das Methan im Wohlensee bildet sich, weil die Aare organisches Material mitführt, unter anderem bereits aus dem Thunersee. Im Stau setzt sich das Material rasch ab und wird im Sediment von Bakterien vergärt. «Im Sommer sieht das Wasser des Wohlensees dann manchmal aus wie Champagner», sagt Wissenschafterin Del Sontro, «Unmengen von Gasblasen steigen vom Grund an die Oberfläche.» Um diese Blasen zu untersuchen, haben die Forscher der Eawag Fallen konstruiert, die wie umgedrehte Trichter aussehen. Damit haben sie die im Wasser aufsteigenden Gasblasen abgefangen. Die Analysen ergaben, dass sie vorwiegend Methan enthalten.
Im Winter sind die Methanemissionen temperaturbedingt minimal. Das erklärt laut Bernhard Wehrli, weshalb das Augenmerk der Klimaforscher bisher vor allem auf den riesigen Stauseen in tropischen Regionen lag: Dort ist es immer warm und geflutete Waldstücke liefern viel Nahrung für Mikroben. Die tiefen Wassertemperaturen und der geringe Nährstoffeintrag sind auch der Grund, dass die grossen Speicherseen in den Alpen bezüglich Methanemissionen kaum relevant sind. Als nächstes wollen die Forscher nun an anderen Flusskraftwerken im Mittelland klären, ob der Wohlensee ein Sonderfall ist oder eine Korrektur der gesamtschweizerischen Methanbilanzen angebracht ist.

Mit trichterförmigen Gasfallen fangen Forschende der Eawag das aufsteigende Methan auf, das vom Grund des Wohlensees an die Seeoberfläche aufsteigt.
Weitere Auskünfte über die Medienstelle oder direkt bei:
Bernhard Wehrli, Telefon +41 41 349 2117, Bernhard Wehrli ist Professor für Aquatische Chemie an der ETH Zürich und Mitglied der Eawag-Direktion.
• Originalpublikation [pdf]
http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20101011/delsontro_etal_2010_est.pdf
Del Sontro et al (2010): Extreme Methane Emissions from a Swiss Hydropower Reservoir: Contribution from Bubbling Sediments. Environmental Science and Technology; Seiten 2419-2425
http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20101011/index

(nach oben)


Von unseren Nachbarn: Schweizer Tag des Abwassers

An die Betreiber von Kläranlagen in der Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Aufgrund der positiven Ergebnisse des Wochenendes der sanitären Grundversorgung im Jahr 2008 hat die Schweizer Kampagne vorgeschlagen, einen Schweizer Tag des Abwassers einzuführen, welcher zum ers-ten Mal am 21. Mai 2011 durchgeführt werden soll. Ziel dieses Tages ist es, die Schweizer Bevölkerung für die Problematik der Abwasserentsorgung in der Schweiz und der sanitären Grundversorgung in den Entwicklungsländern zu sensibilisieren. Eine gemeinsame Aktion anlässlich dieses Tages sollte zu einer bedeutenden Medienwirksamkeit beitragen.
Die Schweizer Kampagne wird von folgenden öffentlichen und privaten Partnern durchgeführt: Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), Westschweizer Verband der Betreiber von Klär-anlagen (GRESE), Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bundesamt für Gesundheit (BAG), Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).
Möchten Sie am Tag des Abwassers vom 21. Mai 2011 teilnehmen? Möchten Sie ihr Know-how mit anderen teilen und das Bewusstsein der Einwohner Ihrer Gemeinde für die Problematik schärfen? Zö-gern Sie nicht und öffnen Sie die Türen Ihrer Kläranlage. Laden Sie ein, die Geheimnisse der Schweizer Abwasserentsorgung zu entdecken. Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf (siehe beiliegendes Antwort-formular).
Bereits vor diesem Ereignis sind mehrere Tage der offenen Tür im 2010 geplant. Wir freuen uns, diese Veranstaltungen im Veranstaltungskalender auf der Internetseite der Kampagne aufnehmen zu dürfen. Bitte teilen Sie uns mit beiliegendem Antwortformular die Daten der im 2010 geplanten Veranstaltungen mit.
Wenn Sie dies wünschen, kann die Schweizer Kampagne anlässlich des Tages des Abwassers an Ihrer Veranstaltung oder an den für das Jahr 2010 vorgesehenen Tagen der offenen Tür teilnehmen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

http://www.vsa.ch/fileadmin/user_upload/startseite/ARA_Tag_des_Abwasser_2011.pdf

(nach oben)


GEWISS - Gewässerinformationssystem Schweiz

Das Gewässerinformations-System GEWISS ist ein gesamtschweizerisches Informationssystem mit Daten zu allen Themen im, am und ums Gewässer.
GEWISS wurde aufgebaut, um zum Thema Wasser nationale Übersichten fachübergreifend und über eine Benutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen. Es erleichtert vernetzte Auswertungen und unterstützt die Datenlieferungen an nationale und internationale Organisationen und Fachstellen.
GEWISS baut auf einem Geographischen Informationssystem (GIS) auf.
Die Browserversion steht allen Interessierten zur Verfügung.
http://www.bafu.admin.ch/hydrologie/01835/02114/02116/index.html?lang=de 

(nach oben)


Neue Herausforderungen für die Schweizer Wasserwirtschaft

Der Gewässerschutz in der Schweiz kann auf eine fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zurückschauen. Heute jedoch steht die Schweizer Wasserwirtschaft vor neuen Herausforderungen. Ihnen widmet Pusch das Monatsthema im September.
Die Schweizer Wasserwirtschaft ist geprägt durch eine sektorale Entwicklung über die vergangenen Jahrzehnte. Die einzelnen Sektoren - Wasserkraftnutzung, Wasserversorgung, Schutz vor Hochwasser, Abwasserreinigung und Gewässerschutz - haben jeder für sich viel geleistet. Die aufgebauten strukturellen Rahmenbedingungen und technischen Infrastrukturen führten zu grossen Erfolgen, wie beispielsweise bei der Abwasserreinigung oder bei der Reduktion der Phosphorbelastung in den Seen. Wegen neuer Probleme stösst dieses System jedoch heute an seine Grenzen.
Klimaänderung, Nutzungsdruck und zivilisationsbedingte Belastungen
Die Klimaerwärmung wird die Wasserressourcen in der Schweiz beeinflussen. Eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser, vermehrte Hochwasser und veränderte Lebensbedingungen für Flora und Fauna sind mögliche Konsequenzen. Zudem nimmt der Nutzungsdruck auf die Gewässer weiter zu: Um die Klimaänderung abzubremsen, soll die vermeintlich umweltfreundliche Wasserkraft stärker genutzt werden. Dem stehen die Ansprüche des Gewässer- und Naturschutzes gegenüber (genügend Restwasser für Gewässer). Hinzu kommen weitere zivilisationsbedingte Probleme wie Mikroverunreinigungen, die die Wasserqualität bedrohen.
Interessensausgleich ist Aufgabe von Gesellschaft und Politik
Viele dieser Fragestellungen überlagern sich und für viele Probleme gibt es noch keine praktikablen Antworten. Gefragt sind Abhilfemassnahmen, die koordiniert und sektorübergreifend erfolgen - notwendig ist ein eigentliches Management der Wasserressourcen.
Für dieses Management wurden neue wissenschaftliche Ansätze wie Integrales Einzugsgebietsmanagement IEM und adaptives Management AM entwickelt. Sie unterstützen die Suche nach optimalen Lösungen, können aber nicht alle Nutzungskonflikte aus der Welt schaffen. Das Abwägen zwischen Schutz und Nutzung der Wasserressourcen wird deshalb in Zukunft vermehrt eine Aufgabe von Gesellschaft und Politik sein.
Beispielhaft dafür steht der Raumbedarf für die Gewässer. Wenn die dazu notwendigen rund 275 - 500 Quadratkilometer über die nächsten Jahre und Jahrzehnte den Gewässern zur Verfügung gestellt werden sollen, müsste dazu alle paar Sekunden ein Quadratmeter Land umgenutzt werden. Damit ergibt sich unweigerlich ein massiver Konflikt mit der Landwirtschaft, wenn auch die Siedlungsfläche im bisherigen Ausmass von rund einem Quadratmeter pro Sekunde zulasten der Landwirtschaft zunimmt.
Ein Dauerbrenner bleibt die Nutzung der Wasserkraft. Der Kanton Bern ist zurzeit daran, mit einem neuen Beurteilungsinstrument abzuklären, welche von rund 90 Projekten zur Wasserkraftnutzung (Erneuerung bestehender sowie neue Anlagen) aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht sinnvoll sind. Diese sollen dann bevorzugt weiterverfolgt werden.
Weitere Informationen
«Neue Herausforderungen im Wasserschloss Schweiz», Vortrag Christian Stamm, Präsident Pusch, an der Pusch-Tagung vom 26.8.2009 (pdf, 97.14 KB)
Die Zeitschrift «Thema Umwelt» 4/2009 enthälft die Referate zur Pusch-Tagung vom 26.8.2009 zum Thema «Neue Herausforderungen im Wasserschloss Schweiz».
http://www.umweltschutz.ch/index.php?pid=524&backlink

(nach oben)


Verfahrenstechnische Möglichkeiten zur Verbesserung der Elimination von Mikroverunreinigungen

In diesem Teilprojekt wurden die verfahrenstechnischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Elimination von Mikroverunreinigungen aus dem geklärten Abwasser auf kommunalen Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zusammengetragen und bewertet. Grundlage dafür war eine Literaturstudie, in die auch laufende Forschungsprojekte einbezogen wurden (Fischnetz, REMPHARMAWATER, POSEIDON, usw.).
Resultat ist eine kurze Darstellung der Möglichkeiten, wie Mikroverunreinigungen in den meist bereits vorhandenen Reinigungsstufen einer ARA (Vorklärung und Belebung) besser beseitigt werden können. Die möglichen Verfahren werden nach den Wirkungsweisen chemisch-physikalisch, chemisch-oxidativ, physikalische und biologisch-physikalische unterschieden:

Wichtige Erkenntnisse:
Ab einem Schlammalter von rund zehn Tagen werden bestimmte Mikroverunreinigungen besser eliminiert.
Die Behandlung mit Ozon oder Aktivkohle hat eine breite Wirksamkeit und führt daher zu einer deutlichen Elimination der Mikroverunreinigungen.
Die Kosten für die weitergehende Behandlung schwanken je nach Verfahren und nach ARA-Situation sehr stark. Detailierte Kostenabschätzungen sind in Arbeit.
Eine Gesamtbeurteilung durch die Arbeitsgruppe ergab, dass aus heutiger Sicht ....den ganzen Artikel lesen Sie unter:

Quelle: http://www.bafu.admin.ch/gewaesserschutz/03716/03720/04659/04671/index.html?lang=de

Kontakt: wasser@bafu.admin.ch

(nach oben)


Abschluss des Schweizer Nationalen Forschungsprogramms „Hormonaktive Stoffe"

Das kürzlich abgeschlossene Schweizer Nationale Forschungsprogramm „Hormonaktive Stoffe: Bedeutung für Menschen, Tiere und Ökosysteme" (NFP 50) zeigt unter anderem, dass die Belastung von Flüssen und Trinkwasser in der Schweiz eher tief ist. In Muttermilch aber fanden Forschende beunruhigend hohe Konzentrationen solcher Substanzen. Die Forscher des NFP 50 untersuchten in den vergangenen sechs Jahren in 31 Projekten, ob und wie hormonaktive Chemikalien für Mensch, Tier und Umwelt eine Gefahr darstellen könnten. Die Resultate sind zum Teil beruhigend, legen zum Teil aber auch genauere Risikoabklärungen nahe. Eine gute Nachricht ist beispielsweise, dass die Menge der übers Trinkwasser aufgenommenen hormonaktiven Substanzen im Allgemeinen zu gering ist, um eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darzustellen. Auch die Belastung der in Flüssen des Schweizer Mittellands untersuchten Forellen war allgemein eher tief. Nachweislich erhöhte Werte wurden einzig direkt unterhalb von Kläranlagen gefunden.
Weil hormonaktive Stoffe in geringen Konzentrationen und sehr spezifisch wirken können, nahm die Entwicklung neuer Methoden im NFP 50 eine besonders wichtige Stellung ein. Unter anderem gelang es, ein nun über das Internet zugängliches virtuelles Labor zu entwickeln, mit dem das toxische Potenzial von hormonaktiven Stoffen vorhergesagt werden kann. Auch zwei massenspektrometrische Methoden werden in Zukunft bei der Abschätzung helfen, wie stark sich ein chemischer Stoff im Körper an einen Rezeptor bindet - und damit, wie toxikologisch relevant er ist.

www.biograf.ch
www.nfp50.ch
Prof. Felix Althaus
Präsident der Leitungsgruppe NFP 50
Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260, CH-8057 Zürich
Tel. (00 41-44) 6 35 87 62
E-Mail: fra@vetpharm.unizh.ch

(nach oben)


Wasser-Agenda 21: Lösungen für die Wasserwirtschaft im 21. Jahrhundert

Gemeinsam mit weiteren wichtigen Schweizer Wasserakteuren will die Eawag zukünftige Herausforderungen der Wasserwirtschaft angehen. Am 20. Juni wurde daher die «Wasser-Agenda 21» gegründet. Das Netzwerk ist als Verein organisiert und wird vom Bafu präsidiert. Die Geschäftsstelle ist an der Eawag angesiedelt.

Netzwerk Wasser-Agenda 21
Die wichtigsten Akteure der schweizerischen Wasserwirtschaft haben sich zur
„Wasser-Agenda 21" zusammengeschlossen. Sie wollen damit die zukünftigen
Herausforderungen der Wasserwirtschaft gemeinsam angehen, denn auch in der
Schweiz nimmt der Druck auf die Wasserressourcen stark zu.
Die einzelnen Sektoren der schweizerischen Wasserwirtschaft - Wasserkraftnutzung, Wasserversorgung,
Schutz vor Hochwasser, Abwasserreinigung und Gewässerschutz - haben in den
vergangenen 50 bis 100 Jahren jeder für sich Enormes geleistet. Heute jedoch ist absehbar,
dass beispielsweise durch den Klimawandel, den Druck für eine erhöhte Wasserkraftnutzung
oder durch den Eintrag immer neuer Umweltschadstoffe Herausforderungen auf die
Wasserwirtschaft zukommen, die sektorenübergreifende Lösungsansätze erfordern.
Aus diesem Grund haben sich wichtige Akteure der schweizerischen Wasserwirtschaft am
20. Juni 2008 zur Wasser-Agenda 21 zusammengeschlossen. Die Gründungsmitglieder decken
ein breites Spektrum der im Wasserbereich aktiven Behörden und Organisationen ab: das
Bundesamt für Umwelt BAFU, das Bundesamt für Energie BFE, das Wasserforschungs-Institut
des ETH-Bereichs Eawag, die Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz
KVU, der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW, der Verband Schweizer
Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA, der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband
SWV sowie der WWF und Pro Natura als Umweltschutzorganisationen. Das Netzwerk ist als
Verein organisiert. Der Vorstand wird vom BAFU präsidiert, und die Geschäftsstelle ist an der
Eawag angesiedelt.
Schutz und Nutzungen von Wasser in Einklang bringen
Wasser-Agenda 21 ist vorwiegend auf nationaler Ebene tätig und versteht sich als Dialogplattform
und Think Tank der Schweizer Wasserwirtschaft. Gemeinsam wollen die Wasserakteure
die neuen Herausforderungen der Wasserwirtschaft analysieren und Wege zu ihrer Bewältigung
aufzeigen. Sie streben eine Wasserwirtschaft an, die sich an den Grundsätzen der nachhaltigen
Entwicklung orientiert. Wasser-Agenda 21 wird die Arbeit der schon bestehenden Strukturen
unterstützen und besser aufeinander abstimmen. Zudem will das Netzwerk Einfluss nehmen auf
die Entwicklung der Politik und der rechtlichen Grundlagen im Wasserbereich.
Wasser-Agenda 21 verpflichtet sich, Gesamtstrategien zu entwickeln, die die Wertschöpfungen
aus dem Umgang mit Wasser für Gesellschaft und Umwelt auf Dauer optimieren und Bedrohungen
durch das Wasser so gut wie möglich abwenden und mildern. Diese Strategien
müssen alle wesentlichen Nutzungen von Wasser (z.B. Wasserversorgung, Nahrungsmittelproduktion
und Energiegewinnung), den Schutz vor Hochwassergefahren (Schutz der
Bevölkerung und grosser Sachwerte), die ökologischen Funktionen der Gewässer (als
selbstregulierende Ökosysteme, Habitate von Pflanzen und Tieren und vernetzende
Landschaftselemente) sowie die Erholungsfunktionen und emotionellen Werte der Gewässer
optimal gewährleisten.
Wasser-Agenda 21 hat bereits eine Reihe wichtiger Themen identifiziert:
▪ Wie soll die Schweizer Wasserwirtschaft zukünftig ausgerichtet und organisiert sein?
▪ Wie können die Wasserressourcen und Gewässer im Rahmen von hydrologischen
Einzugsgebieten optimal bewirtschaftet werden?
▪ Wie kann mit den zunehmenden Zielkonflikten zwischen Schutz- und Nutzungszielen
umgegangen werden?

Weitere Informationen:
PD Dr. Stephan Müller,
Präsident Wasser-Agenda 21 und Abteilungsleiter Wasser am BAFU (079 596 13 65)
Stefan Vollenweider,
Geschäftsführer Wasser-Agenda 21 (076 343 32 93)

http://www.eawag.ch/media/20080623/medienmitteilung_wa21_gruendung.pdf

(nach oben)


Netzwerk Wasser-Agenda 21

Die wichtigsten Akteure der schweizerischen Wasserwirtschaft haben sich zur
„Wasser-Agenda 21" zusammengeschlossen. Sie wollen damit die zukünftigen
Herausforderungen der Wasserwirtschaft gemeinsam angehen, denn auch in der
Schweiz nimmt der Druck auf die Wasserressourcen stark zu.
Die einzelnen Sektoren der schweizerischen Wasserwirtschaft - Wasserkraftnutzung, Wasserversorgung,
Schutz vor Hochwasser, Abwasserreinigung und Gewässerschutz - haben in den
vergangenen 50 bis 100 Jahren jeder für sich Enormes geleistet. Heute jedoch ist absehbar,
dass beispielsweise durch den Klimawandel, den Druck für eine erhöhte Wasserkraftnutzung
oder durch den Eintrag immer neuer Umweltschadstoffe Herausforderungen auf die
Wasserwirtschaft zukommen, die sektorenübergreifende Lösungsansätze erfordern.
Aus diesem Grund haben sich wichtige Akteure der schweizerischen Wasserwirtschaft am
Lesen Sie den ganzen Artikel unter:

http://www.eawag.ch/media/20080623/medienmitteilung_wa21_gruendung.pdf

(nach oben)


Vorsorgliche Aufbereitung des Basler Trinkwassers

Die IWB werden ab März das Basler Trinkwasser mit dem Aktivkohle-Filter in den Langen Erlen aufbereiten. Die Inbetriebnahme des Filters ist eine vorsorgliche Massnahme, zu der sich die IWB vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um Spurenstoffe im Trinkwasser entschlossen haben. Die IWB wollen damit einem Vertrauensverlust der Konsumentinnen und Konsumenten in das wichtige Lebensmittel vorbeugen.
Nachdem im Dezember erhöhte Konzentrationen an chlorierten Butadienen im Trinkwasser der Hardwasser AG festgestellt wurden, haben die IWB den Bezug von der Hardwasser AG soweit wie möglich reduziert. Gleichzeitig wurde die Konzentration im Mischwasser (Hardwasser und Wasser aus den Langen Erlen) laufend überwacht. Die Messungen haben jetzt gezeigt, dass Spuren chlorierter Butadiene auch in den Langen Erlen vorkommen. Die Konzentrationen der Stoffe im Mischwasser liegen im Bereich der vom BAG als Vorsorgewert empfohlenen 75 Nanogramm/Liter (75 Milliardstelgramm pro Liter). Die spezifischen Messungen werden bis auf weiteres fortgeführt, auch, um die Herkunft der Spurenstoffe zu identifizieren.

Die Ursache des Auftretens und die weitere Entwicklung ist derzeit noch unklar. Ebensowenig liegen derzeit Hinweise auf die Eintrittspfade der Verunreinigungen vor. Darum haben die IWB nach Information und in Absprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde (Kantonales Laboratorium Kt. Basel-Stadt) beschlossen, vorsorglich den ohnehin für die Hardwasser AG in Betrieb zu setzenden Aktivkohle-Filter auch für das Wasser aus den Langen Erlen zu nutzen.

Damit können ab März täglich maximal 86'000 Kubikmeter Trinkwasser mit Aktivkohle aufbereitet werden. Diese Menge reicht im Normalfall aus, um alle Menschen und Betriebe im Versorgungsgebiet zu beliefern. Lediglich an ca. 35 Tagen mit aussergewöhnlich hohem Verbrauch muss in der Nacht zusätzlich Wasser direkt von der Hardwasser AG in Reservoire geleitet werden, das nicht mit Aktivkohle aufbereitet ist. Dieses Wasser wird in den Reservoiren mit dem aufbereiteten Wasser gemischt, so dass die Konzentration an chlorierten Butadienen auch an Tagen des Spitzenverbrauchs unter dem Vorsorgewert von 75 Nanogramm/Liter liegen wird. Solche ausserordentlichen Betriebssituationen werden mittels zusätzlichen Qualitätsmessungen überwacht.

Weitere Informationen für die Medien:
IWB
Erik Rummer
PR-Projektleiter
Tel. 061 275 96 58
E-Mail: medien@iwb.ch

(nach oben)


Neues Zentrum für angewandte Ökotoxikologie

Das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag mit Sitz in der Nähe von Zürich hat sein Institut ausgebaut. Neue Aufgaben werden die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen und Methoden zur Erkennung und Beurteilung von Chemikalienrisiken seien. Besonders an der Schließung von Informationslücken in Bezug neuer Stoffen soll systematisch geforscht werden. Dazu gehören Medikament, Schwermetalle, Pestizide, hormonaktive Substanzen oder Nanopartikel. Erforscht soll die Wirkung dieser Substanzen auf Lebewesen, wobei vor allem die langfristige Wirkung beobachtet werden soll. Weitere wichtige Aufgabengebiete sind die Aus- und Weiterbildung sowie die Entwicklung neuer ökotoxikologischer Test und Beurteilungsmethoden.

Br 10-07

(nach oben)


Schweiz wird gegen Fischrückgang aktiv

Mit einem 10 -Punkte- Plan will die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz den Behörde in auf kantonale und lokaler Ebene Empfehlungen zum Schutz der Fische geben. Aus Studien geht hervor, dass die Fischbestände stark abgenommen haben. So sei beispielsweise die Anzahl der Bach- Forellen zwischen 1980 und 2001 von etwa 1,5 Millionen auf weniger als eine halbe Million zurückgegangen. Durch gezielte Maßnahmen wie dem Einbau zusätzlicher Behandlungsstufen in Abwasserreinigungsanlagen, soll dem Rückgang begegnet werden. Der Plan sieht weiter vor, dass der Raumbedarf der Gewässer rechtsverbindlich in der Nutzungsplanung verankert wird, Hochwasserschutzprojekte sollen so geplant werden, dass sie auch den Bedürfnissen der Fische gerecht werden. Pufferstreifen müssen eine ausreichender Breite haben und richtig bewirtschaftet werden, sollen. Den Eintrag von abgeschwemmter Erde, Dünger oder Spritzmitteln soll dadurch reduziert werden. Weitere Maßnahmen sind die Bekämpfung von Fischkrankheiten, geringem Fischbesatz sowie die Erstellung von Plänen, die fischfressende Vögel  betreffen.

(nach oben)


Keine Klärschlammdüngung in der Schweiz

Zukünftig soll kein Klärschlamm mehr in der Landwirtschaft verwendet werden, das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation bereitet den Ausstieg aus der Klärschlammverwertung auf der gesetzgeberischen Ebene vor.

In der Vergangenheit wurden rund 40 Prozent der Schlämme als Dünger verwendet, allerdings sinke die Nachfrage auf Grund zunehmender Sorge um den Bodenschutz, die Ökologisierung der Landwirtschaft und auch der BSE Problematik. Man rechnet mit Mehrkosten von SFR 40,- Millionen pro Jahr.

(nach oben) 


Wärme und Kälte aus Abwasser in Luzern

Beim Schweizer Krankenversicherer Concordia ist Ende Juni einer Abwasser-Wärmeanlage in Betrieb genommen worden. Die Anlage gewinnt Wärme und Kälte aus der nahe gelegenen Kanalisation, teilte die Herstellerfirma EBM, Münchenstein, mit. Das Abwasser hat selbst im Winter eine Temperatur von mindestens 10 Grad Celsius und im Sommer selten mehr als 22 Grad, außerdem fließen immer mindestens 50 l pro Sekunde durch den Kanal. Die Wärme wird dem Schmutzwasser durch Tauscherelemente entzogen und Wärmepumpen zugeführt. Im Gegenzug dient das Abwasser auch als Rückkühlung für die Kälteerzeugung. Die 520 MW reichen bis zu 70 Prozent aus, um vier Gebäude mit 300 Arbeitsplätzen zu heizen oder zu kühlen. Die Anlage sei nicht teurer als herkömmlich erzeugte Wärme, im Hinblick auf steigende Preise für nicht erneuerbare Energieträger werde sich die Anlage schnell bezahlt machen.

Das Projekt wird mit Fördergeldern der Stadt und des Kanton Luzern unterstützt. Weitere Informationen unter www.ewm.ch

(nach oben)


Vorbild Schweiz

Das Ergebnis des zweiten Umweltprüfberichts der OECD bescheinigt der Schweiz eine führende Stellung im Kampf gegen Luft- und Gewässerverschmutzung und gegen Lärm. Der Bericht wurde Mitte Mai in Bern vorgestellt, Bundesrat Leuenberger sagte dazu, dass die Schweiz aber vermehrt auf marktwirtschaftliche Instrumente und ökonomische Analysen setzen müsse. Wichtig sei auch, dass Wirtschaft und Landnutzung die Umweltanliegen verstärkt berücksichtigen. Handlungsbedarf bestehe beispielsweise beim Wasser, da in den vergangenen Jahrhunderten viele Flüsse verbaut worden seien. Ein integrierte Gewässerbewirtschaftung, die die verschiedenen Interessen miteinander verbindet, sei unverzichtbar. Bei der integrierten Einzugsgebietsbewirtschaftung und der Erhaltung der Gewässerökosysteme sieht die OECD deshalb für die Schweiz auch den größten Verbesserungsbedarf.

(nach oben) 


Ökobilanz von Energieprodukten - ökologische Bewertung von Biotreibstoffen

" Die energetische Effizienz und die dadurch erzielte Treibhausgasreduktion können nicht die alleinigen Kriterien für eine ökologische Gesamtbewertung von Biotreibstoffen sein " sagte der Wissenschaftler Rainer Zah bei der Vorstellung einer schweizerischen Studie, die von den Bundesämtern für Energie, Umwelt und Landwirtschaft in Auftrag gegeben wurde. Ziel war die Beurteilung der Umweltauswirkungen der gesamten Produktionskette von den in der Schweiz genutzten Treibstoffen aus Biomasse. Dazu wurde eine ökologische Bewertung verschiedener alternativer Treibstoffe - Bioethanol, Biomethanol. Biodiesel und Biomethan-  vom Anbau der Rohstoffe über die Herstellung bis zur Nutzung der Biotreibstoffe durchgeführt.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein Zielkonflikt zwischen Treibhausgasemissionen und einer positiven ökologischen Gesamtbilanz ergibt.

Weitere Informationen kostenlos unter www.empa.ch

(nach oben)


Reinigung von Autobahnabwasser

In der Schweiz muss das schadstoffbelastete Regenwasser, das auf Autobahnen entsteht, künftig gereinigt werden. In einem Pilotprojekt werden derzeit Filteranlagen zur Reinigung von Autobahnenabwasser getestet. Bisher wurden die Abwässer in Absatzbecken gesammelt und gereinigt. In drei Pilotanlagen wird das Wasser jetzt mit unterschiedlichen Filtersystemen gereinigt. Scheibenfilter, Microsiebe sowie in einer so genannten Fluid- Control-Anlage. Nach Projektende wird geprüft, welches System am besten geeignet ist. Für auslaufendes Öl sind aber weiterhin Ölabscheider erforderlich.

(nach oben)