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A. Aktuelles

Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen chronologisch geordnet. Suchen Sie frühere Meldungen, so sehen Sie in den Sachgebieten nach oder geben rechts oben einen Suchbegriff in das Suchen-Feld ein.

1)      Tägliche Meldungen

B. Forum

1)      Fragen und Antworten

Das Forum steht allen Nutzern zur Verfügung. Hier können Sie alle Beiträge lesen, selbst Beiträge erstellen oder auf Beiträge antworten

C. Fachwissen

Hier schreiben Praktiker für Praktiker. Haben Sie auch etwas Interessantes zu berichten, so schreiben Sie uns an Kontakt@Klaerwerk.info .

1)     Abwasserreinigung
2)      Energie- und E-Technik
3)      Kanal- und Entwässerung
4)      Maschinentechnik
5)      Labor
6)      Schlammbehandlung
7)      Gaserzeugung und BHKW
8)      Aus Bund Ländern und EU
         a) Vom Bund
         b) Aus der EU und aller Welt
         c) Aus den einzelnen Bundesländern (geordnet nach Bundesländer)
9)      Recht und Gesetze
         a) Beiträge zum Umweltgesetzbuch
         b) Beiträge zur Wasserrahmenrichtlinie (WWRL)
         c) Beiträge zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
10)    Neue Fachliteratur
         a) Neue Bücher
         b) CD/ DVD's
         c) Downloads
         d) Fachzeitschriften
         e) Lexika und Wörterbücher
11)  Tipps und Tricks

D. Berufliches

Der zweite Schwerpunkt von Klärwerk.info. Hier finden Sie alles für Arbeitnehmer und Vorgesetzte und was Sie persönlich angeht.

1)      Arbeitssicherheit
         a) Unfallverhütungsvorschriften- Regeln und Information
         b) Formulare und Erlaubnisscheine
         c) Gesetze und Verordnungen zur Arbeitssicherheit
         d) Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung
         e) Unterweisungshilfen
         f ) Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung
         g) Ex-Schutz auf Kläranlagen
2)
      Tarif- und Arbeitsrecht
         a) Tarifrecht, Tarifvertrag, Gehaltsrechner und mehr
         b) Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilung
         c) Leistungsorientierte Bezahlung
         d) Tabelle TVöD (West)
         e) Arbeitszeugnisse
3)      Aus- und Weiterbildung
         a) Ansprechpartner
4)      Azubiseite
         a) Ausbildungshilfen für Ausbilder und "Azubis"
         b) Musterkläranlage
         c)  Prüfungsaufgaben
         d) Übungsaufgaben
         e) Informationen für Auszubildende
         f)  UT-Ausbildertreffen Fachkraft für Abwassertechnik
         g) Formeln, PSE und weitere Hilfen
5)      Meisterschüler
         a) Informationen für Meisterschüler
         b) Prüfungsaufgaben
6)        Offene Stellen

E. DWA-Infos

1)      Klärwerksnachbarschaften
         a) Kläranlagennachbarschaften in Bayern
         b) Kläranlagennachbarschaften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
         c) Kläranlagennachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland
2)      DWA-Informationen
         a) DWA Arbeitsblätter
         b) KA-Betriebs-Infos
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         d) Meldungen der DWA

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3)      Meldungen von den Kläranlagen

G. Nützliches

1)      Wetter und Hochwasser
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6)      Meldungen aus aller Welt
7)      Allgemeine Meldungen und Berichte

H. Fortbildungsdatenbank

1)      Fortbildungen
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I. Produktsuche/ Lieferanten

J. Kontakt

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12.07.2020 14:57

Klärwerk.info / Ablage / Tägliche Meldungen Dezember 2007

Tägliche Meldungen Dezember 2007

Die Themengebiete  im Überblick:
Umwelt und  Forschung
Gesellschaft
Gesundheit

Umwelt und Forschung 
31.12.2007  Klimafragen kompetent kommunizieren 
31.12.2007  Die Natur zum Vorbild: Kohlendioxid praktisch nutzen 
30.12.2007  Anstieg des Meeresspiegels schneller und höher als erwartet? 
30.12.2007  Geothermieanlage im Oberrheingraben erzeugt Strom und Wärme 
29.12.2007  Wie Pflanzen das Land eroberten 
29.12.2007  Fisch im Handy: Ein Verbraucherinstrument für den Meeresschutz 
29.12.2007  Können moderne Technologien in der Landwirtschaft den Eintrag von Stickstoff und Phosphor in die Ostsee eindämmen? 
23.12.2007  KUHSE sorgt für sichere Abwasserreinigung in Kirgistan 
23.12.2007  Was Eiweiße bewegt 
21.12.2007  Märkte für Umweltschutztechnik boomen 
19.12.2007  Neue Forschungskooperation zwischen Universität und südhessischem Energieversorger begründet 
19.12.2007  Erlanger Forscher suchen neue Strategien vor Sturzfluten 
16.12.2007  Wulff, Beck und Binnewies legen Grundstein für Energie-Forschungszentrum Niedersachsen 
16.12.2007  IFAT 2008: Messe im Aufwärtstrend 
14.12.2007  Löchrigen Wasserleitungen auf der Spur 
11.12.2007  Umweltschadstoffe Perfluorierte Tenside (PFT) im Fokus der behördlichen Überwachung 
11.12.2007  Saubere Krankenhausabwässer 
11.12.2007  Chemikaliensicherheit: Erstmals weltweit einheitliche Kennzeichnung vorgesehen 
10.12.2007  Referenzwerte bei Trinkwasservergleichsmessungen 
10.12.2007  Industrieabwässer in Badeseequalität 
07.12.2007  Bayreuther Hydrologen untersuchenr Abbau-Prozesse von Pharmaka im Wasser 
07.12.2007  Bundesumweltministerium weist Vorwürfe der DUH zurück 
05.12.2007  Seegras - vom ungeliebten Strandgut zum Rohstoff der Zukunft? 
04.12.2007  Referentenentwurf des Umweltgesetzbuchs: zu wenig Innovation, keine Impulse für den Klimaschutz, kontraproduktiv für Biodiversität und Flächenverbrauch 
04.12.2007  Energieeffizienz als Herausforderung für die Zukunft - Experten berieten zum Thema "Die Energieoptimierte Stadt" 
03.12.2007  Vorhersagbarkeit von Dürre und Überschwemmungen 
03.12.2007  Kaltes Wasser am Äquator beeinflusst Monsun über Westafrika - Internationales Forschungsprojekt untersucht Ursachen und Mechanismen 
02.12.2007  "Das Verhältnis von Wasserrecht und Forstrecht" - 5. Wasserwirtschaftsrechtlicher Gesprächskreis 
02.12.2007  Erdbeben durch schmelzendes Eis
01.12.2007  9,3 Millionen Euro für Kieler Meeres- und Klimaforschung
01.12.2007  25 Jahre Forschung in den Eismeeren mit dem Forschungsschiff Polarstern
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Gesellschaft 
31.12.2007  "Folge dem Stern!" 
31.12.2007  Der kulturwissenschaftliche Videoblog www.forschungalltag.de ist online 
30.12.2007  Betriebliche Trainingsmaßnahmen bauen Brücken in den Job 
30.12.2007  Damit die Weihnachtsplätzchen nicht auf den Magen schlagen - Tipps zur Vermeidung von Salmonelleninfektionen 
23.12.2007  Jeder zweite Bundesbürger sieht Deutschland im Kreis der Weltmächte 
19.12.2007  Zukunftsstudie "Delphi2017 - Was Menschen morgen bewegt" 
16.12.2007  Das Hirn des Torwarts beim Elfmeter: Spickzettel half Jens Lehmann tatsächlich 
14.12.2007  Die Zehn Gebote heute - eine Gebrauchsanweisung 
10.12.2007  Durch Augenbewegung die Angst vor dem Zahnarzt überwinden 
04.12.2007  Was macht Menschen zu Helfern? 
02.12.2007  InfoBlog des Deutschen Bildungsservers bietet Hilfe zur Selbsthilfe bei der Informationssuche 
01.12.2007  Ein kurzes Verhaltenstraining bekämpft Spinnenangst
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Gesundheit
30.12.2007  Warum zu viel Salz den Blutdruck erhöht 
29.12.2007  Herzkrank durch gestörten Schlaf 
23.12.2007  Mehr als der Glaube: Probiotika wirken 
23.12.2007  Umstellung des Lebensstils oftmals wichtiger als Tabletten 
21.12.2007  Langer Streit um die Wechseljahre beim Mann 
19.12.2007  Actimel kann helfen, durch Antibiotika ver-ursachte Durchfälle zu verhindern 
16.12.2007  Heilende Wirkung der Musik 
14.12.2007  Ultraschall bei offenen Beinen 
11.12.2007  Neue Methode zeigt Risiko für Augenschäden bei Diabetikern 
07.12.2007  Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt? 
03.12.2007  Gelenkverletzungen auf der Spur - Langstreckenläufer für Studie gesucht
02.12.2007  Krebs durch Infektion - gezielte Vorbeugung 
01.12.2007  Migräne: Hormone und Stress sind die häufigsten Auslöse

Was macht Menschen zu Helfern?

Dr. Christian Jung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung fördert mit rund 348.000 Euro interdisziplinäres Projekt zu altruistischem Handeln unter nationalsozialistischer Herrschaft
Was hat das katholische Kindermädchen Elisabeth Hedwig Leja dazu bewogen, im besetzten Polen die Kinder ihres jüdischen Arbeitgebers für die ihren auszugeben und sie damit unter Einsatz ihres eigenen Lebens zu retten? Sie selbst kann zu ihren Motiven und den Jahren der tödlichen Bedrohung nicht mehr befragt werden, denn sie starb 1983. Erst vor kurzem, im Oktober 2007, wurde sie mit dem israelischen Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet, der - in vielen Fällen posthum - bis heute rund 22 000 Menschen zuerkannt wurde, die ähnlich gehandelt haben.

Untersuchungen zum Holocaust haben sich bisher hauptsächlich auf die Entstehungsbedingungen des Massenmords und auf das Handeln der Täter konzentriert. Das Verhalten derjenigen, die sich in Situationen extremer Gewalt dem Töten verweigerten oder zu Helfern oder Rettern von potenziellen Opfern wurden, ist dagegen bislang kaum beachtet und erforscht worden. Jetzt will man am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen dem Verhalten dieser Menschen auf den Grund gehen: in einem interdisziplinären Vorhaben mit dem Titel "Referenzrahmen des Helfens. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum prosozialen Verhalten unter restriktiven Bedingungen". Die Federführung liegt bei Professor Dr. Harald Welzer; er ist Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Gedächtnisforschung am KWI Essen, einem Forschungskolleg der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen. Das Projekt wird von der VolkswagenStiftung mit rund 348.000 Euro gefördert.

Die Basis der Untersuchung bilden zum einen rund 2500 Fallgeschichten, die in den Jahren 1997 bis 2002 vom Institut für Antisemitismusforschung in Berlin gesammelt wurden und nun bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand archiviert sind. Sie sollen in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte aufbereitet und ausgewertet werden. Zum anderen sind Interviews mit den letzten überlebenden Geretteten und ehemaligen Helfern und Rettern geplant.

In dem Projekt geht es vor allem darum, die sozialen Bedingungen zu entschlüsseln, unter denen geholfen wurde. Hierdurch wird es möglich zu ermitteln, was Menschen in bestimmten Situationen dazu veranlasst zu helfen, obwohl dies nach den Normen der Zeit als abweichendes Verhalten gilt und mit Gefahren für sie selbst verbunden ist. Das bedeutet auch: Die Essener Wissenschaftler müssen in ihrem Vorhaben die - im Vergleich zur bisherigen Forschung über "prosoziales Verhalten" - völlig anderen Rahmenbedingungen für Hilfeverhalten berücksichtigen: Was heute als richtiges, menschliches Handeln bewertet wird, also zum Beispiel das Verstecken jüdischer Flüchtlinge, galt im Nationalsozialismus als antisozial und kriminell. Ziel ist es, die Handlungssituationen der Helfer sowie ihre Situationswahrnehmungen, ihre Hintergrundannahmen und sozialen Verpflichtungen zu rekonstruieren. So sollen die Variablen identifiziert werden, die für selbstloses Handeln entscheidend sind.

Um ihre auf die Bedingungen unter der NS-Herrschaft fokussierten Untersuchungen in einen breiteren Rahmen zu stellen, wollen die Forscher darüber hinaus Material zum Hilfeverhalten aus anderen historischen und kulturellen Kontexten wie zum Beispiel Ruanda, Ex-Jugoslawien und Argentinien zum Vergleich heranziehen. Auf diese Weise kann das Projekt wertvolle Erkenntnisse liefern auch über gegenwartsnahe Fälle von prosozialem, altruistischem Verhalten unter den Bedingungen von Massengewalt und eskalierenden Menschenrechtsverletzungen.

Das Forscherteam geht davon aus, damit eine Forschungslücke im Bereich der Holocaust- und Massengewaltforschung schließen zu können; zugleich sollen die Ergebnisse auch für Strategien der politischen Bildung, der Gedenkstättenpädagogik und des Geschichtsunterrichts relevant sein.

Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Kontakt Projekt
Professor Dr. Harald Welzer
Kulturwissenschaftliches Institut (KWI) Essen
Telefon: 0201 7204 - 211
E-Mail: harald.welzer@kwi-nrw.de

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20071130

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Referentenentwurf des Umweltgesetzbuchs: zu wenig Innovation, keine Impulse für den Klimaschutz, kontraproduktiv für Biodiversität und Flächenverbrauch

Christiane Rathmann, Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

RechtsexpertInnen bewerten Entwurf des Umweltministeriums in einer ersten Einschätzung als insgesamt enttäuschend.

Gemeinsame Pressemitteilung von Öko-Institut, Deutsche Umwelthilfe und Unabhängigem Institut für Umweltfragen

Der gestern vom Bundesumweltministerium veröffentlichte Referentenentwurf für ein Umweltgesetzbuch (UGB) ist inhaltlich enttäuschend und verfehlt das Ziel einer Reform des Umweltrechts, kritisieren einstimmig die RechtsexpertInnen des Öko-Instituts, der Deutschen Umwelthilfe und des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen. Der Entwurf soll als zentrales umweltrechtliches Reformvorhaben des Jahrzehnts eine entscheidende Weichenstellung für die deutsche Umweltpolitik darstellen. Er erschöpft sich aber bedauerlicherweise in einer Zusammenführung bestimmter Teile des zersplitterten Umweltrechts. Diese Konsolidierung ist zwar rechtstechnisch weitgehend gelungen. Das Ziel eines echten Reformwerks, das einen klaren Handlungsrahmen für die dringlichsten umweltpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnten schafft, verfehlt der Entwurf dagegen gleich in mehrfacher Hinsicht. Vor allem in seinem Buch zum Naturschutz ist er sogar kontraproduktiv.

"Der offiziell vorgelegte Entwurf fällt an vielen Stellen hinter die ursprünglich angekündigten positiven Ansätze zurück. Reden und Handeln der Bundesregierung stehen zudem im Widerspruch", betont Umweltrechts-Expertin Regine Barth, Koordinatorin des Institutsbereichs Umweltrecht & Governance im Öko-Institut und Leiterin eines Verbundprojekts zum Umweltgesetzbuch. "Während sich Deutschland auf internationaler Bühne zu Klimaschutz und Biodiversität als Vorreiter positioniert, versäumt es die Bundesregierung, die notwendigen Voraussetzungen im eigenen Umweltrecht zu schaffen, die dort formulierten Ziele einhalten zu können."

Cornelia Nicklas, Leiterin Recht der Deutschen Umwelthilfe kritisiert: "Das Bundesumweltministerium hat in Vorabverhandlungen mit den Ländern Terrain preisgegeben, das nicht mehr gutzumachen sein wird. Die Bedeutung des Naturschutzes für die zentralen Herausforderungen im Umweltbereich wird dabei völlig unterschätzt."

Naturschutz ist nicht in Mode und wird gerne als Beispiel für angeblich überzogene Umweltpolitik herangezogen. Dabei ist seine unerlässliche Funktion nicht nur lokal, sondern auch für die großen aktuellen Herausforderungen auf globaler Ebene Klimaschutz und Biodiversität unbestritten. Gleichwohl gibt nun auch Bundesumweltminister Gabriel im dritten Buch des UGB zum Naturschutz ohne Not Standards dem weiteren Abbau preis. Der Entwurf verzichtet darauf, sicherzustellen, dass keine Standards gesenkt werden.

Besonders unverständlich ist dies angesichts der Tatsache, dass das Bundesumweltministerium gerade erst die Strategie zum Erhalt der Biodiversität verabschiedet hat. Ein Ziel dieser Strategie lautet zum Beispiel, die Grundsätze der guten fachlichen Praxis bis 2008 um Mindeststandards im Hinblick darauf zu ergänzen, dass von allen Flächen ein Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet wird. Gleichzeitig wird genau dieses Ziel aber im UGB nicht mehr weiter verfolgt.

Michael Zschiesche, Geschäftsführer des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen e.V. ergänzt: "Auch die überragende Auswirkung, die beispielsweise Vorgaben für die Landwirtschaft auf die Klimaerwärmung haben, wird völlig ausgeblendet. Als gute fachliche Praxis für die Landwirtschaft können hier beispielsweise Vorgaben über den Düngemittelverbrauch gemacht werden. Dieser hat einen erheblichen Einfluss auf die Emission von klimaschädlichen Gasen."

Auch das Ziel der Bundesregierung, dem sich nun auch die Länder angeschlossen haben, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar täglich zu reduzieren, wird ohne Vorgaben im Bereich Naturschutz nicht erreicht werden können. In der Bundesrepublik werden weiterhin jeden Tag 114 Hektar Fläche für Gewerbe, Wohnungsbau und Verkehr verbraucht, was die Umwelt erheblich belastet.

So sinnvoll es ist, ein solides Grundgerüsts des deutschen Umweltrechts zu schaffen: Ohne wirkungsvolle Instrumente im UGB kann die Bundesrepublik die von der Bundesregierung formulierten Ziele und ihre internationalen Verpflichtungen nicht erfüllen. In der nun folgenden Debatte um diesen Entwurf muss es deshalb darum gehen, die wichtigen strategischen Weichenstellungen zum Beispiel im Naturschutz zu verändern, denn einmal verabschiedet, ist eine zeitnahe Korrektur illusorisch. Der Referentenentwurf muss deshalb dringend nachbessert werden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter http://www.umweltgesetzbuch.org

AnsprechpartnerInnen

Ass. jur. Regine Barth, Koordinatorin Bereich Umweltrecht & Governance, Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt, Telefon 06151/8191-30,
E-Mail r.barth@oeko.de

Dr. Cornelia Nicklas, Leiterin Recht, Deutsche Umwelthilfe e.V., Telefon 030/258986-18, E-Mail nicklas@duh.de

Michael Zschiesche, Unabhängiges Institut für Umweltfragen, Telefon 030/428499332, E-Mail recht@ufu.de

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Energieeffizienz als Herausforderung für die Zukunft - Experten berieten zum Thema "Die Energieoptimierte Stadt"

Ralf-Peter Witzmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachhochschule Lausitz

Wie kann Energie als immer teurer werdende, aber endliche Ressource, effizient eingesetzt werden? Welche technischen, organisatorischen und ökonomisch sinnvollen Lösungsansätze gibt es, Städte und Regionen so zu gestalten, dass so wenig wie möglich Energie - in welcher Form auch immer - eingesetzt werden muss? Wie können Kreislaufprozesse initiiert werden? Fragen, denen sich Experten aus Architektur, Wirtschaft, Versorgungstechnik, Chemie und Städtebau stellen müssen und wollen. Angesichts der Brisanz und Aktualität luden FH Lausitz, Stadt Cottbus und Vattenfall Europe Mining & Generation im Rahmen der 7. Wissenschaftstage der Hochschule zur Tagung "Die energieoptimierte Stadt" nach Cottbus ein. Diese wurde am 22. November im Stadthaus eröffnet und am 23. November an FH Lausitz fortgesetzt wurde. In drei Workshops erarbeiteten die Fachleute interdisziplinäre Lösungsansätze, wie die energieoptimierte Stadt der Zukunft aussehen kann und welche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten dafür notwendig sind. "Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges, den die Experten der verschiedenen Metiers gemeinsam beschreiten müssen", wertet Professor Dr. Kathrin Lehmann, Prodekanin aus dem Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau der FH Lausitz das Ergebnis dieser ersten Bündelung der Kompetenzen in der Region. "Der Konzern Vattenfall sieht seine Rolle dabei ganz klar in der Vernetzung des ausgezeichneten Wissens der Hochschule mit der Industrie", erklärt Honorarprofessor Dr. Detlev Dähnert, Prokurist von Vattenfall Europe Mining & Generation.
Ein langer, schlanker Turm ist zu sehen. Während in einer Hälfte des Turms die gewohnten Glitzerfassaden dominieren, ranken Baumwipfel aus den Etagen der anderen Seite. Ein riesiges Anbaugebiet mitten in einer verkehrsumtosten Stadt, gleich neben Büros, Banken und Einkaufsmeilen. Eine Utopie, gewiss, aber ein möglicher Ansatz, wie Energieeinsatz, Klimaschutz - das urbane Leben der Zukunft - aussehen könnte. Experten der Fachhochschule Lausitz, der Konzern Vattenfall und die Stadt Cottbus hatten zur Tagung an die Fachhochschule Lausitz geladen.

Die Themenvielfalt zeigte sich in drei Workshops, in denen sich die aus ganz Deutschland angereisten Fachleute, Praktiker und Dozenten aus verschiedenen fachlichen Positionen dem drängenden Problem Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz näherten. "Der sparsame Einsatz von Energie steht im Vordergrund - die Suche nach Antworten auf die Frage nach Wegen, Energie so effizient wie möglich zu nutzen, ist eine der drängendsten unserer Zeit. Für ein Unternehmen wie Vattenfall ist es deshalb Bestandteil seiner gesellschaftlichen Verantwortung, die Forschung nach Lösungswegen zu unterstützen", begründet Honorarprofessor Dr. Detlev Dähnert, Prokurist von Vattenfall Europe Mining & Generation, warum sich der Energiekonzern intensiv an Vorbereitung und Moderation der Tagung beteiligt.

Fossile Energieträger sind endlich. Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem breiten Katalog verschiedener Klimaschutzziele. "So soll sich bis 2020 die Energieproduktivität verdoppeln", beschreibt Ministerialrat Wolfgang Ornth, vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wohin der Weg gehen soll. In knapp 13 Jahren soll also die gleiche Menge Energie den doppelten Nutzen erzielen, beispielsweise ein Gebäude mit der Hälfte an Energieverbrauch auf Wohlfühltemperatur gebracht werden können. Wie das technisch umsetzbar ist, diskutierten die Fachleute aus Architektur, Städtebau und Versorgungs- und Bauststofftechnik in einem der Workshops. Passivhäuser, Gebäude, die kaum noch Wärme an die Außenwelt abgeben und deshalb mit einem äußerst geringen Heizwärmeverbrauch auskommen, sind eine Antwort der Architekten und Ingenieure. Die Anforderungen an die Planer nehmen zu, denn das Passivhaus, ganze Städte und Wohngebiete müssen künftig nicht nur ästhetischen und funktionalen, sondern zunehmend auch ökologischen Kriterien genügen. Der Einsatz entsprechender Materialien spielt dabei ebenso eine Rolle, wie Standortwahl und bauliche Ausprägungen. "Hier ist noch ein enormer Diskussionsbedarf vorhanden", resümiert Prof. Dr.-Ing. Ralf-Rüdiger Sommer, Moderator des Workshops von der FH Lausitz.

Mit der Frage, welche Energiesparpotentiale Städte und Gemeinden überhaupt haben, beschäftigten sich die Teilnehmer eines der Workshops unter Leitung von Prof. Dr. Kathrin Lehmann (FH Lausitz). Technische Entwicklungen erschließen ganz neue Möglichkeiten, mit Energie umzugehen. Über die Planung virtueller Minutenreservekraftwerke, die Lastspitzen beim Energiebedarf abdecken bis hin zur Abwägung der Vor- und Nachteile der dezentralen Energieversorgung reichten die Diskussionsbeiträge der Fachleute. "Wir haben heute einen Anfang gemacht und befinden uns auf einem langen Weg", so Professor Dr. Kathrin Lehmann.
Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, die als treibende Kraft der gesellschaftlichen und industriellen Entwicklung gelten. Die Beziehungen zwischen Stadt und Umland sind angesichts knapper werdender Ressourcen und dichter besiedelter Städte wichtiger denn je. Ein weiterer Workshop unter Leitung von Prof. Dr. Uta Steinhardt von der FH Eberswalde postulierte, dass auch im Flächenland Brandenburg, die Fläche eine knappe Ressource ist, die es intelligent zu nutzen gilt. Die Beziehungen Stadt-Umland müssen enger werden, mehr auf Austausch, denn als Einbahnstraße konzipiert sein.

Bereits die Vielfalt der Diskussionsbeiträge zeigte, wie vielschichtig und aktuell das Thema Energienutzung und Ressourcenschonung alle fachlichen Disziplinen durchzieht und wie groß der Diskussionsbedarf ist. "Die FH Lausitz hat in dieser Frage mit ihrer speziellen fachlichen Ausrichtung und der Vernetzung der Fachgebiete einen klaren Vorteil", unterstrich Prof. Eberhard Brandt aus dem Fachbereich Architektur/ Bauingenieurwesen/ Versorgungstechnik der Hochschule. Die Experten waren sich einig: "Dies kann erst der Anfang sein, weitere vertiefende Gespräche und Workshops zum Thema werden folgen."
Informationen sowie alle Vorträge sind im Internet unter www.fh-lausitz.de zu finden.

Teilnehmer und Themen:
Moderation: Prof. Dr. Detlev Dähnert (Prokurist Vattenfall Europe Mining & Generation)
Energiesparpotentiale von Städten und Gemeinden: Moderation: Prof. Dr. Kathrin Lehmann (FH Lausitz, Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau)
Referenten: Dipl.-Ing. Eva Maria Kurscheid (TU Chemnitz), Sebastian Bolay (Universität Potsdam), Prof. Dr. Stefan Zundel (FH Lausitz, Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau, Vizepräsident der Hochschule für Forschung und Technologietransfer), Dipl.-Ing. Rainer Höttecke, GTE GmbH & Co. KG)
Ökologischer Stadtwandel: Moderation: Prof. Dr. Ralf-Rüdiger Sommer (FH Lausitz, Fachbereich Architektur/ Bauwesen/ Versorgungstechnik)
Referenten: Prof. Dr. Eckhart Hahn (Universität Dortmund), Dipl.-Ing. Olaf Reiter (Architektengemeinschaft Reiter und Rentzsch, Dresden), Lür Meyer-Bassin, (meyer und bassin, architekten, Dresden), Dr. Dirk Funhoff (BASF Ludwigshafen)
Umlandressourcen - Erhalt und Nutzung: Moderation: Prof. Dr. Uta Steinhardt, FH Eberswalde
Referenten: Felix Müller (Zentrum für Agrarlandforschung Münchberg), Heiner Petersen (Gut Wilmersdorf), Dr. Michael Rode (Institut für Umweltplanung, Leibnitz Universität Hannover),
Informationen sowie die Vorträge sind ab 3. Dezember im Internet unter http://www.lautt.de zu finden.

Text: Jana Wieduwilt

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Kathrin Lehmann
Fachhochschule Lausitz
Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau
Telefon: 03573 85-511
E-Mail: klehmann@iem.fh-lausitz.de

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Gelenkverletzungen auf der Spur - Langstreckenläufer für Studie gesucht

Ursula Zitzler, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Stuttgart

Wie entstehen Sportverletzungen und Überlastungsfolgen an Beinen und Füßen? Dieser Frage geht der Arbeitsbereich "angewandte Biomechanik" des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart im Rahmen einer Untersuchung zur "Prävention von Gelenkverletzungen" nach. Für die Studie suchen die Wissenschaftler um Prof. Wilfried Alt aktive Läufer, die mindestens 25 Kilometer pro Woche laufen.
Der gesundheitsfördernde Wert einer sportlich aktiven Lebensweise wird nicht ernsthaft bezweifelt. Doch häufig führt Sport auch zu chronischen und akuten Überlastungsfolgen, vor allem der unteren Extremität. Welche individuellen Merkmale und Faktoren dies begünstigen, ist weitgehend ungeklärt. Es wird vermutet, dass die Anatomie der Sprunggelenke zum individuellen Risiko beiträgt.

In einer vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderten Studie wollen die Stuttgarter Wissenschaftler die Anatomie der Sprunggelenke und bisherige Überlastungsschäden an den unteren Extremitäten erfassen. Dabei wird ein an der Universität Stuttgart entwickeltes Messverfahren eingesetzt, das die einfache Untersuchung der Gelenkanatomie ermöglicht. Eine Laufbandanalyse liefert weitere individuelle Merkmale. Das Ziel dieser Untersuchung besteht darin, den Zusammenhang zwischen diesen individuellen Merkmalen und den akuten beziehungsweise chronischen Überlastungsfolgen zu erforschen. Zukünftig könnten dann das individuelle Risiko für Verletzungen ermittelt und spezifische Trainingsempfehlungen abgeleitet werden, um diese zu vermeiden.

Läufer, die selbst Probleme mit Überlastungsschäden haben, wissen, wie wenig über deren Entstehung bisher bekannt ist. Wer an der Studie teilnimmt, erhält nach einer einmaligen Messung auf dem Laufband mit anschließender Sprungge-lenkanalyse Einblicke in die individuelle anatomische Situation. Aufgrund der Forschungsergebnisse soll es künftig möglich sein, die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Verletzungen zu verringern.

Weitere Informationen bei Claudia Reule, e-mail claudia.reule@sport.uni-stuttgart.de.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news238001

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Vorhersagbarkeit von Dürre und Überschwemmungen

Klaus Rümmele, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

Der Monsun Westafrikas und seine Folgen / Internationale Konferenz im
Forschungszentrum Karlsruhe vom 26. bis 30. November

Ziel des internationalen Forschungsvorhabens AMMA ist ein besseres Verständnis des Monsuns und seiner Vorhersagbarkeit. Die im Projekt erzielten Ergebnisse der regionalen Klimamodellierung zeichnen ein beunruhigendes Bild: In Westafrika ist mit einer Verknappung der Wasserressourcen zu rechnen. Andererseits werden Fortschritte bei der Vorhersagbarkeit des Monsuns und der Klimaentwicklung künftig verbesserte Schutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien erlauben.

Die Menschen südlich der Sahara sind auf die jahreszeitlichen Monsun-Regenfälle besonders im Hinblick auf ihre Ernährungs- und Existenzsicherung angewiesen. Die Regenfälle weisen eine im weltweiten Vergleich extrem hohe, weitgehend natürliche Schwankungsbreite auf. Besonders deutlich wurde dies durch die lang anhaltende Trockenheit in der Sahelzone südlich der Sahara in den 1970er und 1980er Jahren, die Millionen von Menschen betraf. Zu dieser für die Monsunregionen der Erde typischen Unzuverlässigkeit der Niederschläge kommt nun die vom Menschen verursachte, zunehmend beschleunigte Klimaänderung hinzu.

Deutsche Forscher beteiligten sich im Sommer 2006 zu Land, zur See und in der Luft maßgeblich an einer Intensivmesskampagne in Westafrika im Rahmen des großen internationalen Forschungsvorhabens AMMA (Afrikanische Monsun Multidisziplinäre Analyse). Ziel von AMMA ist ein besseres Verständnis des Monsuns und die Verbesserung der Vorhersagbarkeit mit Modellen, um gezielte Vorsorgemaßnahmen für die Trinkwasserversorgung, den Ackerbau und das Gesundheitswesen zu ermöglichen.

Regionale Klimamodelle, die im Rahmen von AMMA erstellt wurden, zeichnen ein beunruhigendes Bild: Klimaänderungen und Änderungen in der Landnutzung werden zu einer Verknappung der Wasserressourcen und der Ernährungssicherheit für Westafrika führen. Andererseits erlauben die erzielten Fortschritte der Vorhersage des Monsuns und der Klimaentwicklung verbesserte Schutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien.

Das Forschungsvorhaben AMMA wird von 140 Institutionen aus 25 Ländern getragen. Aus Deutschland sind beteiligt: das Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität Köln, das Meteorologische Institut der Universität Bonn, das Institut für Umweltphysik der Universität Bremen, das Institut für Atmosphärische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Oberpfaffenhofen, der Deutsche Wetterdienst, Offenbach, das Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Forschungszentrums und der Universität Karlsruhe, das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, das Institut für Atmosphärische Physik der Universität Mainz, das Meteorologische Institut der Universität München, das Institut für Geographie der Universität Würzburg und das Zentrum für Entwicklungsforschung, Bonn.

Bei der Konferenz im Forschungszentrum Karlsruhe werden mehr als 400 Teilnehmer, darunter viele aus den betroffenen Ländern, die neuesten Ergebnisse ihrer Arbeiten vorstellen und die Zusammenarbeit für die nächsten Jahre planen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen von AMMA finden Sie im Internet: http://www.amma-international.org
http://www.amma-germany.de/doku.php

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist der Zusammenschluss zwischen der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 600 Millionen Euro. Im KIT bündeln beide Partner ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten und Kapazitäten, richten die dafür optimalen Strukturen für Forschung, Lehre und Innovation ein und entwickeln gemeinsame Strategien und Visionen.

Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaf-ten. KIT soll Attraktionspunkt für die besten Köpfe aus der ganzen Welt werden, neue Maßstäbe in Lehre und Nachwuchsför-derung setzen und das führende europäische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit führende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner für die Wirtschaft zu sein.

Diese Presseinformation ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar: http://www.kit.edu

Das Foto kann in druckfähiger Qualität angefordert werden unter: info@pkm.fzk.de oder +49 7247 82-2861.

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Kaltes Wasser am Äquator beeinflusst Monsun über Westafrika - Internationales Forschungsprojekt untersucht Ursachen und Mechanismen

Dr. Andreas Villwock, Pressestelle
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Nicht nur in Indien sind die Menschen auf den Monsun angewiesen. Auch in Westafrika gibt es diese saisonalen Regenfälle, die starken Schwankungen unterliegen. Ob es in bestimmten Regionen Westafrikas zu starken Regenfällen kommt, oder nur geringfügige Niederschläge auftreten, wird zu einem großen Teil von den Wassertemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Atlantik bestimmt. Ein deutsches Forscherteam unter Federführung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) versucht jetzt mit einem umfassenden Messprogramm im tropischen Atlantik die physikalischen Prozesse besser zu verstehen, die die Schwankungen der Meeresoberflächentemperatur steuern. Das Forschungsvorhaben ist ein Beitrag zum internationalen "Tropical Atlantic Climate Experiment (TACE)", welches zum Ziel hat, die saisonale Vorhersage der Niederschlagsverteilung in den Anrainerstaaten des Golfs von Guinea und den nordöstlichen Regionen Brasiliens zu verbessern. Dadurch könnten zum Beispiel frühzeitig Vorkehrungen gegen durch das Klima beeinflusste Epidemien wie Dengue Fieber, Malaria, Cholera und Meningitis unternommen und die landwirtschaftliche Nutzung besser an die regionalen klimatischen Bedingungen angepasst werden. Erste Ergebnisse dieser Studie werden auf der 2. Internationalen Konferenz des AMMA Programms (African Monsoon Multidisciplinary Analysis) vorgestellt, die mit etwa 400 Forschern vom 26. bis 30. November am Forschungszentrum Karlsruhe stattfindet.
Seit längerem ist die besondere Rolle der Ozeanoberflächentemperatur im äquatorialen Atlantik ? oder genauer in der äquatorialen Kaltwasserzunge - für die Niederschlagsschwankungen über Westafrika bekannt. Unklar ist jedoch welche Rolle die Dynamik des Ozeans im Vergleich zum atmosphärischen Antrieb für die Variabilität der Oberflächentemperatur in dieser Region spielt. Durch die zeitverzögerte Auswirkung von Prozessen im Ozeaninnern auf die Meeresoberfläche, würde sich eine Vorhersagbarkeit der Meeresoberflächentemperatur und damit des Niederschlags von Wochen bis zu einigen Monaten ergeben. "In einem intensiven Messprogramm mit internationaler Beteiligung werden verschiedenste Prozesse von der Turbulenz im Zentimeterbereich bis zur ozeanweiten Zirkulation untersucht", erläutert Projektleiter Dr. Peter Brandt vom IFM-GEOMAR.

Die äquatoriale Kaltwasserzunge befindet sich am Äquator östlich von 20°W (Abbildung 1) und ist besonders im Nordsommer ausgeprägt. Die Oberflächentemperaturen liegen dann zwischen 20 und 25 Grad und sind damit deutlich kühler als polwärts in einigen 100 Kilometern Entfernung. Grund dafür ist ein Aufquellen von kaltem Wasser aus Tiefen von etwa 100m. Dieses Wasser wird im so genannten äquatorialen Unterstrom von Brasilien bis in den Ostatlantik transportiert (Abbildung 1, rechts oben). Dabei strömen im Mittel 20 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde (etwa 100-mal soviel wie der Amazonas) in einer Tiefe von etwa 100 Metern nach Osten.
Im Sommer 2006 wurde während einer Forschungsfahrt unter Leitung von Dr. Peter Brandt vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit dem deutschen Forschungsschiff "Meteor" eine Reihe von am Meeresboden verankerten Messinstrumenten im zentralen äquatorialen Atlantik ausgebracht (Abbildung 2). Hiermit sollen die Schwankungen der Meeresströmungen in der Versorgungsroute zur Kaltwasserzunge über mehrere Jahre bestimmt werden (Abbildung. 1, Fahrtroute und Instrumentierung am Äquator). Diese Messungen sind Teil des vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojektes "Nordatlantik", das sich mit der Warm- zu Kaltwasserzirkulation und deren Auswirkung auf das Klima beschäftigt. Parallel zur Expedition der "Meteor" fanden Forschungsfahrten mit der französischen "R/V L'Atalante" im Golf von Guinea und dem amerikanischen Schiff "R/V Ronald H. Brown" im zentralen tropischen Atlantik statt (Abbildung 1). Dabei wurden erstmals flächendeckend Turbulenzmessungen im Ozean durchgeführt. Turbulente Bewegungen im Ozean sind sehr kleinräumig und finden auf Skalen von Metern bis Millimetern statt. Sie vermischen das relative warme Wasser an der Meeresoberfläche mit dem kälteren Wasser in größeren Tiefen. Ihre Energie beziehen sie dabei aus dem Wind, der mittleren Meeresströmungen und aus internen Wellen im Ozean. Seit September 2005 sind im Rahmen einer DFG Emmy Noether-Nachwuchsgruppe auf insgesamt sechs internationalen Forschungsfahrten zur Kaltwasserzunge Turbulenzmessungen durchgeführt worden. "Unsere ersten Ergebnisse zeigen", so der Leiter der Nachwuchsgruppe Dr. Marcus Dengler vom IFM-GEOMAR, "dass diese kleinskaligen Bewegungen während der Sommermonate eine Abkühlung der Meeresoberflächentemperatur von etwa 2-3 Grad pro Monat hervorrufen. Somit stellt die Turbulenz einen der wichtigsten Prozesse für die Entstehung der Kaltwasserzunge dar".
Die Messungen im tropischen Atlantik liefern darüber hinaus wichtige Vergleichswerte zur Bewertung der Qualität von verschiedenen Modellsimulationen. Durch eine verbesserte Darstellung der verschiedenen beobachteten Prozesse in Modellen und durch die direkte Einbeziehung von Messungen in die Simulationen sollen Vorhersagen der Meeresoberflächentemperatur verbessert werden. Diese sind eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Prognosen der Monsunniederschläge in Westafrika.
Weitere Informationen:
http://www.clivar.org/organization/atlantic/TACE/tace.php - TACE (Tropical Atlantic Climate Experiment)
http://amma-international.org/ - AMMA Programm
http://amma-international.org/meetings/internationalConferences/karlsruhe2007/ - AMMA Konferenz
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=bmbf-ap1_2 - Verbundprojekt Nordatlantik, Teilprojekt äquatorialer Atlantik
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=emmy_noether - Emmy Noether-Nachwuchsgruppe
http://www.pmel.noaa.gov/pirata/ - PIRATA

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Krebs durch Infektion - gezielte Vorbeugung

Dr. Sibylle Kohlstädt, Stabsabteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum

Biowissenschaftler im Gespräch mit Bürgern

Am 4. Dezember 2007 um 18 Uhr spricht der Mediziner und Virologe Professor Harald zur Hausen über die Entstehung von Krebs durch Viren und die Möglichkeiten der Vorsorge in der Heidelberger "Print Media Academy". Interessierte Bürger und Journalisten sind herzlich zu der öffentlichen Diskussionsrunde eingeladen.
Der Vortrag findet anlässlich des Heidelberger Forums für Biowissenschaft und Gesellschaft statt. Damit möchten die Veranstalter interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, gemeinsam mit Forschern über aktuelle wissenschaftliche Themen zu diskutieren.

Professor Harald zur Hausen spricht in seinem Vortrag "Krebs durch Infektion - Perspektiven einer gezielten Krebsvorbeugung" darüber, wie Viren die Entstehung von Tumoren des Menschen begünstigen und wie Impfungen Krebs vorbeugen. Er wird die Entwicklungen in diesen Forschungsbereichen reflektieren, zu denen er seit fast 50 Jahren durch eigene herausragende Arbeiten beiträgt.

Mittlerweile stehen zwei Impfungen zur Verfügung, die sich gezielt gegen virusbedingte Krebserkrankungen richten: Ein Impfstoff schützt vor dem Hepatitis-B-Virus, das an der Entstehung von Leberkrebs beteiligt ist. Eine zweite Impfung ist seit etwa einem Jahr verfügbar und beugt der Ansteckung mit den humanen Papillomviren HPV 16 und 18 vor, die bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Rolle spielen. Harald zur Hausen hat diesen Zusammenhang als Erster erkannt.

Harald zur Hausen war von 1983 bis 2003 wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Er hat das Zentrum zu einem der weltweit führenden Krebsforschungsinstitute ausgebaut.

Die Vortragsreihe "Heidelberger Forum für Biowissenschaft und Gesellschaft" wird von den Veranstaltern Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Zentrum für Molekularbiologie und Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg durchgeführt und durch die großzügige Unterstützung der Manfred-Lautenschläger-Stiftung gefördert. Für das Jahr 2008 sind drei weitere Vorträge geplant.

Terminhinweis:
4. Dezember 2007, 18 Uhr
Heidelberger "Print Media Academy"
Kurfürstenanlage 52-60

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite: http://www.embl.de/aboutus/sciencesociety/hdforum/upcoming.html

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de
http://www.dkfz.de/pressemitteilungen
http://www.embl.de/aboutus/sciencesociety/hdforum/upcoming.html

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news237677

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InfoBlog des Deutschen Bildungsservers bietet Hilfe zur Selbsthilfe bei der Informationssuche

Christine Schumann M.A., Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung

Blog-Technologie soll Nutzerbeteiligung erleichtern

Frankfurt/M. Hilfe zur Selbsthilfe ist die Devise beim neuen InfoBlog des Deutschen Bildungs-servers. Der am 27. November 2007 frei geschaltete Blog soll Nutzer darin unterstützen, sich bei der Suche nach konkreten Informationen gegenseitig zu helfen, eigene Fragen zu stellen und spezielle Kenntnisse mit anderen zu teilen. Kurz: Er soll der Community des Deutschen Bildungsservers eine noch bessere Grundlage für einen regen Informationsaustausch bieten. Zu finden ist er unter http://blog.bildungsserver.de/infoboerse/. Der neue InfoBlog ist der interaktive Teil der Wiki-InfoBörse (http://wiki.bildungsserver.de/infoboerse/index.php/Hauptseite), die weiterhin als Recherche-Archiv bereit steht.
Mit der Anwendung der Weblog-Technologie wird es Nutzern wesentlich leichter gemacht, Fragen zu stellen und auf Fragen zu antworten. Ausklappbare Inhaltsübersichten und eine sogenannte Tag Cloud, die die Popularität der einzelnen Themen widerspiegelt, unterstüt-zen die Navigation im Themenkatalog - dessen Tiefengliederung dem der Wiki-InfoBörse entspricht. Über die vorgegebenen Kategorien hinaus können die Nutzer ihre Fragen mit eigenen Tags ergänzend verschlagworten. Die neu eingegangenen Fragen werden per RSS-Feed auch auf der Wiki-Plattform aktualisiert und können von dort aus via Hyperlink im InfoBlog direkt beantwortet werden.

Information und Kontakt
Ingo Blees, Deutscher Bildungsserver, E-Mail blees@dipf.de
Öffentlichkeitsarbeit Informationszentrum (IZ) Bildung, Christine Schumann,
Tel. (0) 69.24708-314; E-Mail: schumann@dipf.de, www.dipf.de/bildungsinformation.htm

Der Deutsche Bildungsserver ist ein Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern. Sitz der koordinierenden Geschäftsstelle des Deutschen Bildungsservers ist das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt /M. und Berlin.
Das DIPF gehört mit 83 anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zur Leibniz-Gemeinschaft. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit und reicht von den Natur-, Inge-nieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabtei-lung. Die Institute arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär. Sie sind von überregio-naler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Näheres unter www.wgl.de.
Weitere Informationen:
http://blog.bildungsserver.de/infoboerse/ - Der Infoblog des Deutschen Bildungsservers
http://www.bildungsserver.de - Deutscher Bildungsserver, der Internet-Wegweiser zum Bildungswesen
http://www.dipf.de/bildungsinformation.htm - Informationszentrum (IZ) Bildung des DIPF

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"Das Verhältnis von Wasserrecht und Forstrecht" - 5. Wasserwirtschaftsrechtlicher Gesprächskreis

Heidi Neyses M. A., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Trier

Das Institut für Deutsches und Europäisches Wasserwirtschaftsrecht veranstaltet am 28. November 2007, 15:00 Uhr, im Radisson SAS Hotel Frankfurt (Franklinstraße 65, 60486 Frankfurt am Main) den 5. Wasserwirtschaftsrechtlichen Gesprächskreis zum Thema "Das Verhältnis von Wasserrecht und Forstrecht".
Es sprechen Prof. Dr. Tilman Cosack (FH Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld), Dr. Michaela Schmitz (Bereichsleiterin Wasserwirtschaft des BDEW, Berlin) und Christian Raupach (Friedrichsdorf). Prof. Dr. Tilman Cosack vertritt das Lehrgebiet "Deutsches und Europäisches Umweltrecht sowie Energiewirtschaftsrecht" am Umwelt-Campus Birkenfeld der Fachhochschule Trier. Er ist durch zahlreiche umweltrechtliche Publikationen bestens ausgewiesen. Im Jahre 2003 erschien seine umfassende Studie "Kommunale Abwasserbeseitigung und Abgabenerhebung, Risikomanagement aus rechtlicher Sicht".

Dr. Michaela Schmitz ist Bereichsleiterin Wasserwirtschaft des BDEW, Berlin.

Christian Raupach ist Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbands.

Das Institut für Deutsches uns Europäisches Wasserwirtschaftsrecht wurde im Sommersemester 2006 als wissenschaftliche Einrichtung des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Trier errichtet. Es wird ausschließlich von einem heterogen zusammengesetzten gemeinnützigen Förderverein getragen.

Die Forschungsgebiete erstrecken sich auf das gesamte deutsche und europäische Wasserwirtschaftsrecht mit seinen drei Säulen der Benutzungsordnung für die Gewässer, des ökologischen Gewässerschutzes und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Institut ist unabhängig und vereint in seiner Arbeit den rechtswissenschaftlichen Ansatz mit den Maximen der Interdisziplinarität und Praxisbezogenheit.

Zum Thema
Die forstwirtschaftliche Bodennutzung ist notwendigerweise mit Einwirkung auf die Gewässer verbunden. Je nach Perspektive werden indes das erforderliche Ausmaß der Einwirkung verschieden eingeschätzt wie auch die Folgen für das betroffene Gewässer unterschiedlich bewertet. Rechtlich im Mittelpunkt steht vor allem die Ausgleichspflicht für erhöhte Anforderungen an eine ordnungsgemäße Forstwirtschaft nach § 19 Abs. 4 WHG und dem noch bestehenden rahmenausfüllenden Landesrecht. Die europarechtliche Dimension der Thematik wird beispielsweise durch das Kostendeckungsprinzip des Art. 9 WRRL mit der Konkretisierung des Begriffs der Wasserdienstleistungen und das Beihilfeverbot des Art. 87 EGV bestimmt.

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Erdbeben durch schmelzendes Eis

Dr. Christina Heimken, Presse- und Informationsstelle
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Abschmelzende Eisschilde führen nicht nur zu einer schnellen Hebung und Aufwölbung der Erdoberfläche als Folge der Entlastung, sondern auch zu starken Veränderungen des Spannungsfeldes in der Erdkruste. Prof. Dr. Ralf Hetzel vom Geologisch-Paläontologischen Institut der WWU Münster zeigt in einer aktuellen Studie gemeinsam mit Dr. Andrea Hampel von der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Alexander L. Densmore von der Universität Durham, dass solche Veränderungen im Spannungsfeld nach der letzten Eiszeit im Teton-Gebirge im Nordwesten der USA mehrere starke Erdbeben ausgelöst haben. Die Arbeit ist in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Geology veröffentlicht.
Die Bergkette des Teton-Gebirges in der "Basin and Range"-Provinz ist berühmt für ihr eindrucksvolles Relief und eine spektakuläre, von Gletschern geprägte Morphologie mit tiefen Tälern. Die Hebung der Bergkette um mehrere tausend Meter in den letzten Millionen Jahren ist auf das wiederholte Auftreten von Erdbeben an der Teton-Störung zurückzuführen, die am Fuß der Teton-Berge entlang läuft. Zurzeit ist die 60 Kilometer lange Teton-Störung seismisch inaktiv, doch bis zu 50 Meter hohe Bruchstufen an der Ostflanke der Bergkette sowie paläoseismologische Daten belegen ein gehäuftes Auftreten von Erdbeben am Ende der letzen Eiszeit.

Die Studie von Prof. Hetzel und seinen Kollegen zeigt mit Hilfe numerischer Modellierungen, dass die zeitliche Häufung von Erdbeben durch das Abschmelzen eines etwa 17.000 Quadratkilometer großen und 900 Meter dicken Eisschildes im Bereich des "Yellowstone Hot Spots" - einem Zentrum vulkanischer Aktivität - sowie der Gletscher in den Teton-Bergen erklärt werden kann. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass Klimaschwankungen die Seismizität der Erdkruste entscheidend beeinflussen können und werfen die Frage auf, ob das derzeitige Abschmelzen von Inlandeis - zum Beispiel in Grönland - in Zukunft Erdbeben auslösen könnte.
Weitere Informationen:
http://www.gsajournals.org/perlserv/?request=index-html&issn=0091-7613 Geology Online Publications
http://www.uni-muenster.de/GeoPalaeontologie/Geologie/Endogen/Welcome.html Arbeitsgruppe Prof. Hetzel

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Ein kurzes Verhaltenstraining bekämpft Spinnenangst

Kim-Astrid Magister, Pressestelle
Technische Universität Dresden

Wissenschaftspreis des "Dresdner Gesprächskreises" für eine Dissertation über die Informationsverarbeitung bei Angststörungen

"Ist das dort nicht eine Spinne?" und schon flüchtet die hochdotierte Professorin, angstvoll quietschend. Die Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Andrea Reinecke, die momentan am Psychiatrischen Institut der Universität Oxford forscht, hat sich in ihrer Doktorarbeit am Institut für Allgemeine Psychologie der TU Dresden mit der veränderten Informationsverarbeitung bei Menschen, die Angst vor Spinnen haben, beschäftigt.

Ausgangspunkt ihrer Dissertation ist, dass Menschen mit Angststörungen angesichts der angstauslösenden Reize nicht nur Panikgefühle, einen beschleunigten Herzschlag oder Schweißausbrüche zeigen, sondern ihre gesamte Informationsverarbeitung merklich verändert ist. Die Verzerrung ihrer Wahrnehmung bedeutet beispielsweise, dass die Aufmerksamkeit des Betroffenen automatisch und bevorzugt auf die gefürchteten Stimuli gezogen wird, aber auch, dass Betroffene sich oft stärker als andere an Begebenheiten mit den angstauslösenden Reizen erinnern. Die Wahrnehmung jedes Menschen ist darauf geeicht, Gefahr - in diesem Beispiel eine Spinne - möglichst schnell zu entdecken, um sich so rasch wie möglich aus der Gefahrenzone zu bringen. Während diese Einstellung etwa angesichts roter Bremslichter eines Autos grundsätzlich nützlich erscheint, ist sie bei Menschen mit Angststörungen überentwickelt: Spinnen, gerade in Deutschland, sind rational betrachtet absolut ungefährlich für Gesundheit und Leben.

Sogenannte Kognitive Theorien der Angst gehen davon aus, dass diese Verzerrungen der Informationsverarbeitung eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Angststörung spielen. Diese Frage hat Frau Dr. Reinecke in ihrer Dissertation untersucht. Mehr als 30 spinnenängstliche Dresdner haben sich bereiterklärt, an ihrer Studie teilzunehmen. In ihren Experimenten überprüfte die Forscherin beispielsweise, ob Spinnenängstliche sich an kurz zuvor gezeigte Bilder von Spinnen besser erinnern als nichtängstliche Kontrollpersonen, und welche Gedächtnisbereiche für diese verstärkte Erinnerung zuständig sind. Tatsächlich, so fand Andrea Reinecke heraus, verändert ein kurzes Training von drei Stunden die Informationsverarbeitung im Gehirn derart, dass dem Probanden gezeigte Spinnbilder weniger intensiv im Arbeitsgedächtnis abgespeichert werden. Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein Nachteil klingt, bedeutet in der Realität, dass die von Spinnenangst Betroffenen ihr Leben entspannter genießen können: in ihrem Leben scheint es einfach plötzlich viel weniger Spinnen zu geben.

Am 30. November