Klärwerk.info - Wegweiser

Übersicht

Willkommen bei klaerwerk.info. Produkte suchen können Sie ganz einfach, indem Sie das gesuchte Produkt wie z.B. Pumpen  in das Feld „Produktsuche“ eingeben und dann die Enter-Taste drücken. Übersichtlich werden alle gelisteten Lieferanten angezeigt, die das Produkt führen, alle Artikel in www.Klärwerk.info, die sich mit dem Produkt beschäftigen sowie alle Fortbildungsveranstaltungen mit diesem Thema.

Ansonsten finden Sie alle Artikel geordnet in Sachgebiete. Klaerwerk.info bietet eine umfassende Fülle von Informationen und Links, die man täglich braucht. Damit Sie wissen, wo Sie was finden, nachfolgend eine Übersicht über die einzelnen Sachgebiete:

A. Aktuelles

Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen chronologisch geordnet. Suchen Sie frühere Meldungen, so sehen Sie in den Sachgebieten nach oder geben rechts oben einen Suchbegriff in das Suchen-Feld ein.

1)      Tägliche Meldungen

B. Forum

1)      Fragen und Antworten

Das Forum steht allen Nutzern zur Verfügung. Hier können Sie alle Beiträge lesen, selbst Beiträge erstellen oder auf Beiträge antworten

C. Fachwissen

Hier schreiben Praktiker für Praktiker. Haben Sie auch etwas Interessantes zu berichten, so schreiben Sie uns an Kontakt@Klaerwerk.info .

1)     Abwasserreinigung
2)      Energie- und E-Technik
3)      Kanal- und Entwässerung
4)      Maschinentechnik
5)      Labor
6)      Schlammbehandlung
7)      Gaserzeugung und BHKW
8)      Aus Bund Ländern und EU
         a) Vom Bund
         b) Aus der EU und aller Welt
         c) Aus den einzelnen Bundesländern (geordnet nach Bundesländer)
9)      Recht und Gesetze
         a) Beiträge zum Umweltgesetzbuch
         b) Beiträge zur Wasserrahmenrichtlinie (WWRL)
         c) Beiträge zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
10)    Neue Fachliteratur
         a) Neue Bücher
         b) CD/ DVD's
         c) Downloads
         d) Fachzeitschriften
         e) Lexika und Wörterbücher
11)  Tipps und Tricks

D. Berufliches

Der zweite Schwerpunkt von Klärwerk.info. Hier finden Sie alles für Arbeitnehmer und Vorgesetzte und was Sie persönlich angeht.

1)      Arbeitssicherheit
         a) Unfallverhütungsvorschriften- Regeln und Information
         b) Formulare und Erlaubnisscheine
         c) Gesetze und Verordnungen zur Arbeitssicherheit
         d) Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung
         e) Unterweisungshilfen
         f ) Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung
         g) Ex-Schutz auf Kläranlagen
2)
      Tarif- und Arbeitsrecht
         a) Tarifrecht, Tarifvertrag, Gehaltsrechner und mehr
         b) Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilung
         c) Leistungsorientierte Bezahlung
         d) Tabelle TVöD (West)
         e) Arbeitszeugnisse
3)      Aus- und Weiterbildung
         a) Ansprechpartner
4)      Azubiseite
         a) Ausbildungshilfen für Ausbilder und "Azubis"
         b) Musterkläranlage
         c)  Prüfungsaufgaben
         d) Übungsaufgaben
         e) Informationen für Auszubildende
         f)  UT-Ausbildertreffen Fachkraft für Abwassertechnik
         g) Formeln, PSE und weitere Hilfen
5)      Meisterschüler
         a) Informationen für Meisterschüler
         b) Prüfungsaufgaben
6)        Offene Stellen

E. DWA-Infos

1)      Klärwerksnachbarschaften
         a) Kläranlagennachbarschaften in Bayern
         b) Kläranlagennachbarschaften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
         c) Kläranlagennachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland
2)      DWA-Informationen
         a) DWA Arbeitsblätter
         b) KA-Betriebs-Infos
         c) Mitgliederrundbriefe aus den Landesverbänden
         d) Meldungen der DWA

F. Kläranlagen

1)      Links zu Kläranlagen und Abwasserverbänden
2)      Kläranlagen - Videos
3)      Meldungen von den Kläranlagen

G. Nützliches

1)      Wetter und Hochwasser
2)      Firmennachrichten
3)      Verbandsnachrichten        
4)      Nützliche Links
         a) Umweltschutzorganisationen
         b) Fachzeitschriften, Lexika und Wörterbücher
         c) Behörden
         d) Berufsverbände und Vereinigungen
         e) Fachinformationen
         f) Gesetze und Verordnungen
5)      Meldungen aus der Wissenschaft
6)      Meldungen aus aller Welt
7)      Allgemeine Meldungen und Berichte

H. Fortbildungsdatenbank

1)      Fortbildungen
2)      Fortbildungen in Österreich
3)      Fortbildungen in der Schweiz
4)      Messen und Tagungen

I. Produktsuche/ Lieferanten

J. Kontakt

1)      Impressum
2)      Über Uns
3)      Kontakt

22.11.2019 11:26

Klärwerk.info / Ablage / Vom Bund 2007/2

Vom Bund 2007/2

 

Dezember 2007 

 


Bundesregierung sieht keine Ungleichbehandlung in der Entsorgungswirtschaft

Von dem FDP-Abgeordneten im Deutschen Bundestag wurde die Bundesregierung gefragt, welche Position sie „hinsichtlich der derzeit bestehenden steuerlichen Ungleichbehandlung von privaten und öffentlich-rechtlichen Unternehmen in der Entsorgungswirtschaft" einnehme. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesfinanzminister Karl Diller (SPD) antwortete darauf am 18. Oktober 2007 (Bundestags-Drucksache 16/6744, Seite 12):

„Leistungen der Abfall- und der Abwasserentsorgung, die durch eine juristische Person des öffentlichen Rechts gegenüber dem Bürger erbracht werden, werden als nicht steuerpflichtige hoheitliche Tätigkeit behandelt. Betriebe der privaten Entsorgungswirtschaft, die entsprechende Leistungen im Auftrag der öffentlichen Hand ausführen, werden nicht unmittelbar gegenüber dem Bürger tätig; ihre Leistungen unterliegen als nicht hoheitliche Tätigkeiten der Ertrag- und Umsatzsteuerpflicht. Angesichts dieser nicht vergleichbaren Leistungsbeziehungen sieht die Bundesregierung keine Ungleichbehandlung innerhalb der Entsorgungswirtschaft."

Auf eine weitere Frage hin verneinte Diller die Zulässigkeit eines ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Leistungen der Abwasserentsorgung; eine Ermäßigung sei EU-rechtlich nicht zulässig.

http://dip.bundestag.de/btd/16/067/1606744.pdf           

(zurück)


Chemikaliensicherheit: Erstmals weltweit einheitliche Kennzeichnung vorgesehen 

Neue UBA-Broschüre zur global harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Chemikalien
Welche Chemikalien gefährlich sind, müssen auch Nicht-Fachleute schnell erkennen können. Wann besondere Vorsicht geboten ist, zeigen Warnungen wie "Giftig beim Verschlucken" oder "Giftig für Wasserorganismen" und die dazugehörigen Symbole: etwa "Totenkopf" oder "toter Baum und toter Fisch". Mit dem so genannten "global harmonisierten System - kurz GHS" führt die EU nun erstmals ein weltweit einheitliches System zur Gefahrenkennzeichnung bei Chemikalien. Egal ob in China, Indien, den USA oder Europa, alle Staaten, die das neue System anwenden, stufen Chemikalien in Zukunft nach denselben Kriterien ein und machen die Gefahren kenntlich. Was giftig oder umweltgefährlich ist, trägt überall dasselbe Symbol. Das hilft, Handelsbarrieren abzubauen und die Verbraucherinnen sowie Verbraucher und die Umwelt besser zu schützen.

Ein neuer Leitfaden des Umweltbundesamtes zur Anwendung des Globally Harmonised System (GHS) erläutert, wie das GHS funktioniert und welche Änderungen durch GHS im Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht auf Unternehmen, Arbeitsschützer und Verbraucherinnen sowie Verbraucher zukommen. Das GHS ist Ergebnis langjähriger Verhandlungen auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Die Europäische Union (EU) muss das neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem noch in eine Rechtsverordnung fassen. Fachleute gehen davon aus, dass dies Anfang 2009 geschehen wird; dann sind aber noch mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.
Die Broschüre sowie weitere Informationen über das neue Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht für Chemikalien gibt es unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3332.pdf.
Dessau, den 30.11.2007

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news238145

(zurück)


Feinstaubbelastung aus Öfen und Kaminen muss reduziert werden

Holz ist eine erneuerbare Energiequelle und aus Klimaschutzgründen ein sinnvoller Brennstoff zur Wärmerzeugung. Die Verfeuerung von Holz in kleinen Feuerungsanlagen zur Heizung von Räumen führt jedoch zur Freisetzung verschiedener Luftschadstoffe. Besonders die Feinstaubbelastung aus den Kleinfeuerungsanlagen hat in den letzten Jahren bedenklich zugenommen. Mit der Novelle der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV - verfolgt das Bundesumweltministerium das Ziel, die Vorteile der regenerativen Energie zu nutzen und gleichzeitig die Luftbelastung durch Feinstaub zu reduzieren.
Es besteht dringender Handlungsbedarf. Vor allem Staubemissionen aus kleineren Feuerungsanlagen bereiten Umwelt- und Gesundheitsexperten Sorgen: Rund 97 Prozent des Gesamtstaubs aus Kaminen und Öfen besteht aus gesundheitsgefährdendem Feinstaub. Die Gesamtmenge dieses Feinstaubs übersteigt mittlerweile diejenige aus den Auspuffrohren aller Diesel-Pkw und Lkw.
Der vorliegende Entwurf sieht erstmals Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid vor, die für Heizungsanlagen im Betrieb und für Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kaminöfen oder Kachelofeneinsätze auf dem Prüfstand eingehalten werden müssen. Diese Grenzwerte werden von modernen Pelletheizungen und Einzelraumfeuerungsanlagen ohne Staubfilter erreicht.
Auch für bestehende Anlagen sollen bestimmte Grenzwerte festgelegt werden. Sofern für diese Anlagen eine Herstellerbescheinigung oder durch Vor-Ort-Messung die Einhaltung der Grenzwerte nachgewiesen werden kann, ist ein zeitlich unbegrenzter Betrieb möglich. Erst wenn dies nicht möglich ist, bedürfen die Einzelraumfeuerungsanlagen einer Nachrüstung oder müssen gegen eine emissionsarme Anlage im Rahmen eines langfristig angelegten Sanierungsprogramms in den Jahren 2014 bis 2024 ausgetauscht werden. Den Betreibern wird also genügend Zeit für die individuelle Planung eingeräumt. Denn wenn eine Nachrüstung oder ein Austausch ansteht, sind die Anlagen im Schnitt 30 Jahre alt. Private Kochherde, Backöfen, Badeöfen, offene Kamine sowie Öfen, die vor 1950 errichtet wurden, werden gänzlich vom Sanierungsprogramm ausgenommen.
Der Entwurf zur Novelle soll im Anfang 2008 dem Kabinett zugeleitet werden. Anschließend sieht das Verfahren die Beteiligung des Bundestages und des Bundesrates vor.
Weitere Informationen:
• Fragen und Antworten zur Novellierung der Kleinfeuerungsverordnung (1. BImSchV)
http://www.bmu.de/luftreinhaltung/doc/40075.php
Novellierung der 1. BImSchV Nr. 322/07
http://www.bmu.de/luftreinhaltung/downloads/doc/39616.php
Berlin, 26.11.2007 

(zurück)


November2007

Schutz von neuen und bestehenden Anlagen und Betriebsbereichen gegen natürliche, umgebungsbedingte Gefahrenquellen, insbesondere Hochwasser
Nr. 20348362

von
Dipl.-Ing. Hanns-Jürgen Warm & Dr. rer. nat. Karl-Erich Köppke
unter Mitarbeit von
Prof. Dr. W.B. Krätzig & Dr.-Ing. H. Beem

Infolge des Elbehochwassers im August 2002 wurde von der Bundesregierung am 15.09.2002 ein Programm mit dem Titel „Arbeitsschritte zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes" beschlossen, das u.a. folgende Punkte beinhaltet:

  • Entwicklung von Konzepten zur Verminderung des Schadenspotenzials für bereits bebaute Flächen
  • Gewährleistung einer rechtzeitigen und zuverlässigen Hochwasserwarnung und -vorhersage an allen Flüssen
  • Erstellung von Handlungsanweisungen zur Schadensvermeidung bzw. -verminderung im Hochwasserfall
  • Überarbeitung der betrieblichen Anforderungen in Überschwemmungsgebieten
  • Überprüfung von landesrechtlichen Vorschriften zur Verhinderung von Öleinträgen aus Öltanks in hochwassergefährdeten Gebieten
  • Verstärkung der Überwachung geltender Vorschriften

Über diesen Maßnahmenkatalog hinaus wurden folgende Punkte in einer Konferenz des BMU mit den Elbeländern am 4.9.2002 beschlossen:

  • Überprüfung der Anforderungen an eine hochwassergerechte Ausführung von gefährlichen Anlagen
  • Entwicklung von Hochwasserschutzmaßnahmen für Einrichtungen mit hohem Gefährdungspotenzial, die durch Deiche nicht geschützt werden,
  • Durchsetzung von Maßnahmen zur Sicherung von Öltanks in hochwassergefährdeten Gebieten
  • Umsetzung der von der IKSE verabschiedeten Empfehlungen für Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen in Hochwassergebieten
  • Versorgung von Betrieben und Bevölkerung mit Informationen zur Sicherstellung von Vorsorgemaßnahmen und erforderlichen Verhaltensweisen

Zur Förderung der Umsetzung dieser Punkte wurde vom Umweltbundesamt in 2003 das Forschungsvorhaben „Schutz von neuen und bestehenden Anlagen und Betriebsbereichen gegen natürliche, umgebungsbedingte Gefahrenquellen, insbesondere Hochwasser" vergeben.

Darin wurden bezüglich der Gefahrenquelle Hochwasser betrachtet:

  1. Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (§ 19g WHG), insbesondere Anlagen zum Umgang mit Heizölen und Kraftstoffen,
  2. Anlagen zur Lagerung von brennbaren Gasen in Behältern,
  3. Betriebsbereiche, die der 12. BImSchV unterliegen, und deren Anlagen.

Zusätzlich wurden die Gefahrenquellen Sturm, Erdbeben und Bergsenkungen in Verbindung mit Betriebsbereichen, die der Störfall-Verordnung (12. BImSchV) unterliegen, bzw. deren Anlagen untersucht.

Ergebnisse

Wesentliche Erkenntnisse des Vorhabens sind in der Kurzfassung enthalten.

Die Ergebnisse bestehen aus einem Endbericht und 6 Anlagen, in denen sich Informationen für die praktische Anwendung für Behörden und Betreiber befinden.

Weitere Informationen sowie Links zu diesem Bericht finden Sie unter:

http://www.klaerwerk.info/Arbeitssicherheit/Sicherheitsorganisation-und--management

(zurück)


Vor Bali: Umweltbundesamt gibt Überblick über zentrale Aussagen des Weltklimaberichts

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)
 
Treibhausgasausstoß muss weltweit deutlich sinken -Menschheit muss sich schneller an den Klimawandel anpassen
Am 17. November 2007 verabschiedet der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) die Zusammenfassung des 4. Weltklimaberichts. Etwa 3.000 Expertinnen und Experten aus 130 Ländern legten 2007 drei Teilberichte vor. Das Umweltbundesamt (UBA) fasste die wesentlichen Ergebnisse in einem Hintergrundpapier zusammen. Das Fazit der drei Berichte lautet aus Sicht des Umweltbundesamtes (UBA): Der Klimawandel ist bereits heute Realität und droht sich künftig zu verschärfen. Der Mensch hat die Erderwärmung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit verursacht. Im ungünstigsten Fall kann die globale mittlere Temperatur um 6,4 Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts steigen. Starker Wassermangel auf der Südhalbkugel, weiter stark schmelzende Gletscher und Festlandeis, mehr Flutkatastrophen und deutlich stärkeres Artensterben sind voraussichtliche Folgen des Klimawandels.
Der Klimawandel lässt sich allenfalls bremsen, jedoch nicht mehr verhindern. Wichtig ist, dass die Staatengemeinschaft die Erwärmung der Erde auf 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt. Das gelänge nur, falls sich der Gehalt an Klimagasen in der Atmosphäre auf 400 Teilchen pro Million Luftmoleküle stabilisierte. Derzeit liegen wir bei etwa 425 Teilchen. Das erfordert konsequentes internationales Handeln gegen den Klimawandel: Die Treibhausgasemissionen müssen erstens weltweit bis 2050 zwischen 50 und 80 Prozent sinken - und zweitens muss die Welt sich besser an den Klimawandel anpassen.
Deutschland will als seinen Beitrag bis 2020 erstens 40 Prozent weniger Klimagase als 1990 verursachen. Zweitens muss sich Deutschland auf die Folgen des Klimawandels einstellen, soweit sich dieser heute nicht mehr aufhalten lässt. Anpassung lautet das Stichwort: Anpassung an veränderte Temperaturen und Niederschläge, neue Krankheitserreger und häufigere extremere Wetterereignisse. Deutschland hat hier gute Chancen, seine technische und wirtschaftliche Kompetenz auszubauen.
Der erste Teilbericht des IPCC lieferte wissenschaftliche Analysen und Projektionen zum Klimasystem; er zeigte etwa, wie sich Temperaturen und Niederschläge verändern könnten. Im zweiten Teilbericht ging es um die Verwundbarkeiten ökologischer Systeme und damit um die Frage, wie anfällig Regionen auf den Klimawandel reagieren. Der dritte Teilbericht beschreibt konkrete Maßnahmen zur Eindämmung wichtiger nachteiliger Klimafolgen. Weitere Schwerpunkte sind: Denkbare Zukunftsszenarien für die Emissionsentwicklung und mögliche Strategien, mit denen sich Staaten und Regionen an den klimatischen Wandel anpassen können.
Der Synthesebericht des Weltklimarats kommt passgenau zur Weltklimakonferenz auf Bali, die vom 3. bis 14. Dezember 2007 stattfindet. Dort soll der Beschluss für Verhandlungen zu einem künftigen globalen Klimaschutzabkommen gefasst werden. Es soll ab 2013 gelten. Der Synthesebericht des Weltklimarats ist hierfür eine wichtige Richtschnur.
Das Hintergrundpapier "Klimaänderungen, deren Auswirkungen und was für den Klimaschutz zu tun ist" steht unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/ipccsynthese.pdf zum Download bereit.
Die drei Zusammenfassungen der Teilberichte gibt es in deutscher und englischer Sprache unter: www.de-ipcc.de. Die ausführlichen Berichte in Englisch unter: www.ipcc.ch.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news235939

(zurück)


Gabriel: Ostsee-Aktionsplan verbessert den europäischen Meeresschutz

Die Umweltminister der Ostsee-Anrainerstaaten haben heute in Krakau auf der Sondersitzung der Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM) den Ostsee-Aktionsplan verabschiedet. Anlässlich des Beschlusses sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Berlin: "Mit dem Ostsee-Aktionsplan bekräftigt HELCOM ihre Tradition als Vorreiterin im regionalen Meeresschutz. 15 Jahre nach der Zeichnung des revidierten Helsinki-Übereinkommens und der Verabschiedung des Internationalen Ostsee-Aktionsprogramms von 1992 hebt HELCOM den regionalen und europäischen Meeresschutz auf ein noch höheres Niveau."

Der Ostsee-Aktionsplan initiiert konkrete Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt. Mit seinen vier thematischen Schwerpunkten Eutrophierung (übermäßige Nährstoffanreicherung), gefährliche Stoffe, Biodiversität und maritime Aktivitäten konzentriert er sich auf die wesentlichen Belastungen der Ostsee. Alle Eingriffe in das Ökosystem Ostsee werden zukünftig in ihrer Gesamtheit betrachtet, Maßnahmen auf der Grundlage ganzheitlicher Betrachtung ergriffen.

Gabriel: "Die Anreicherung mit Nährstoffen in der Ostsee macht noch immer Sorge. Ich begrüße es daher ausdrücklich, dass der Ostsee-Aktionsplan konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung formuliert". Er erwarte von allen Anrainerstaaten, die gleichzeitig EU-Mitglieder sind, einschlägige EU-Richtlinien wie über die Behandlung von kommunalem Abwasser und die Nitrat-Richtlinie fristgemäß und konsequent umzusetzen. Es gelte die Lasten gerecht zu verteilen.

"Durch eine verbesserte Düngeverordnung, moderne Abwasserreinigung und die Vermeidung von Phosphaten in Waschmitteln hat Deutschland bereits einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität der Ostsee geleistet", so Gabriel.

Auf Initiative Deutschlands konnten sich die Ostseeanrainer darüber hinaus kurzfristig auf Schritte zur Reduzierung von Quecksilber in Produkten und technischen Verfahren verständigen. "Die Entscheidung, Quecksilbereinträge umfassend in Angriff zu nehmen, ist aus meiner Sicht eines der wesentlichen Ergebnisse der Krakau-Konferenz. Es ist längst an der Zeit, diese hochgiftige Substanz aus unseren Gewässern zu verbannen", sagte Gabriel.

Für die Fischerei sprach sich der Minister für klare Regelungen innerhalb der gemeinsamen EU-Fischereipolitik für die Ostsee aus, um weitergehende negative Auswirkungen von Überfischung und Beifang verhindern zu können.

Der Ostsee-Aktionsplan hat eine herausragende politische Bedeutung, weil er eine wichtige Brücke zur Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation bildet. Nur gemeinsam können die Ostsee-Anrainerstaaten dieses hochsensible Ökosystem wirksam schützen. Der Maßnahmenkatalog gilt darüber hinaus als Pilotvorhaben für die in der zukünftigen EU-Meeresstrategie geforderten regionalen Aktionspläne aller europäischen Meeresregionen.

Gabriel: "Für mich ist die zukünftige EU-Meeresstrategie-Richtlinie ein unverzichtbares Instrument für den Meeresschutz. Deutschland setzt sich für eine gleichermaßen ambitionierte wie realistische Richtlinie ein. Nur wenn es gelingt, dieses Instrument schlagkräftig zu gestalten, wird der Meeresschutz in Europa zukünftig eine wirksame Grundlage haben. Der Ostsee-Aktionsplan der HELCOM ist ein politisches Signal für die Zusammenarbeit in den anderen Meeresgebieten in Europa."

Pressemitteilungen des BMU

(zurück)


Weiterentwicklung der Wasserrahmenrichtlinie notwendig - Europäische Experten berieten über Risiken für Flüsse

Leipzig. Experten aus 20 Ländern haben eine Weiterentwicklung der Leitlinien zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gefordert. Die Richtlinie sei ein guter Anfang, aber sie müsse weiter entwickelt werden, so der Konsens unter den Wissenschaftlern und Interessenvertretern, die vergangene Woche am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Risiken für europäische Flüsse diskutiert hatten. Bereits heute sei abzusehen, dass das Ziel, bis 2015 alle natürlichen Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, nicht erreicht werden könne. Aus Sicht der Experten sollten aber nicht die Qualitätsansprüche reduziert, sondern die Instrumente zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie überprüft werden.Durch die zunehmende Biomasseproduktion rechnen die Forscher auch mit einem wieder zunehmenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und damit mit einer steigenden Pestizidbelastung. "Der verstärkte Anbau von Energiepflanzen wird die Gewässer negativ beeinflussen", fürchtet Dr. Peter von der Ohe vom UFZ. Die Wasserrahmenrichtlinie wird also trotz aller Fortschritte der letzten Jahre auch in Zukunft gebraucht und muss auf die aktuellen Entwicklungen reagieren.

Einen Schwachpunkt der momentanen Richtlinie sehen die Wissenschaftler in der Auswahl der Schadstoffe, die in Flüssen europaweit überwacht werden. "Diese Prioritätenliste mit derzeit 41 Stoffen ist nicht geeignet, die Auswirkungen von Chemikalien in den Flüssen ausreichend zu erklären", sagt Dr. Werner Brack, der das EU-Forschungsprojekt MODELKEY leitet, das Schlüsselchemikalien in drei europäischen Modellflüssen untersucht. Diese 41 Chemikalien stellten einen winzigen Ausschnitt der chemischen Belastung dar und seien vielfach Stoffe, die bereits lange gemessen werden, aber zum Teil eine immer geringere Rolle spielten. "Zum Beispiel steht das Insektizid DDT mit auf der Liste, obwohl es in den meisten westlichen Industrieländern bereits in den 1970er Jahren verboten wurde und deshalb nicht mehr benutzt wird. Aus unserer Sicht wäre es besser, in dieser wichtigen Liste nicht nur prioritäre Stoffe mit entsprechenden Qualitätsstandards festzulegen, sondern auch prioritäre Effekte. Auf diese Weise könnten wir zelltoxische, hormonell wirksame oder erbgutverändernde Stoffe überwachen, ohne sie im vorhinein genau zu kennen. Dies würde die Entdeckung neuer Gefahrenstoffe mit schädlichen Wirkungen erleichtern und die Ressourcen dorthin lenken wo sie wirklich gebraucht werden. Die Behörden könnten damit viel flexibler reagieren." Für das Ökosystem entscheidend sei nun einmal nicht die bloße Anwesenheit eines Stoffes, sondern was er verursache.
Giftige Chemikalien sind jedoch nur ein Teil des Problems. Flussökosysteme sind auch vielen anderen Stressfaktoren ausgesetzt, die oft gleichzeitig wirken, wie z.B. bauliche Veränderungen, Sauerstoffmangel durch Überdüngung und eingeschleppte Arten. Durch ihren Fokus auf den ökologischen Zustand statt auf die Betrachtung einzelner Stressfaktoren fördert die Wasserrahmenrichtlinie eine ganzheitliche Betrachtung dieser vielfältig beeinträchtigten Ökosysteme. Diese Stärke kann sich jedoch auch als Schwäche erweisen, wenn Konzepte fehlen, um die Bedeutung und das Zusammenwirken der verschiedenen Stressfaktoren zu bewerten und vorherzusagen. Hier sehen die Wissenschaftler großen Forschungsbedarf für die Zukunft. Dies wurde im Rahmen einer internationalen Konferenz zur Risikobewertung in europäischen Flussgebieten betont, die vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig ausgerichtet wurde. "Die Konferenz hat gezeigt, dass auf vielen Gebieten bessere Bewertungsmethoden zur Verfügung stehen, die nur darauf warten in die Leitlinien zur WRRL integriert zu werden", findet Dr. Michaela Hein.
Eine wichtige Rolle in vielen europäischen Flussgebieten spielt auch die Beeinträchtigung der Durchgängigkeit der Flüsse und der Struktur von Flussbett und Uferzone. Hier steht die Wasserrahmenrichtlinie im Konflikt mit anderen europäischen Vorgaben. So zielt eine EU-Direktive zur Förderung erneuerbarer Energien darauf ab, die Nutzung von Wasserkraft um 10 bis 20 Prozent zu steigern. Studien aus Skandinavien, wo schon seit einem Jahrhundert Strom aus Wasserkraft gewonnen wird, haben gezeigt, dass diese Art der Stromerzeugung große Folgen für den ökologischen Zustand der Gewässer hat. Besonders betroffen sind die Flachwasserbereiche, da der Wasserspiegel im Jahresverlauf stark schwankt. Das schränkt unter anderem das Wachstum von Wasserpflanzen in diesen Bereichen stark ein, die wiederum Fischen als Laichgelegenheit und für die Nahrungssuche fehlen. Die Frage nach dem ökologischen Zustand ist daher in vielen Fällen nicht nur aus der Sicht des Umweltschutzes interessant, die vielfältigen Güter und Dienstleistungen gesunder Ökosysteme für den Menschen wie die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser oder die Aufrechterhaltung von Nährstoffkreisläufen sind auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Werner Brack
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1531
und
Dr. Michaela Hein
Telefon: 0341-235-1529
http://www.ufz.de/index.php?de=6598
und
Dr. Peter von der Ohe
Telefon: 0341-235-1581
http://www.ufz.de/index.php?en=14838
oder über:
Doris Böhme / Tilo Arnhold
Pressestelle Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-2278
E-mail: presse@ufz.de

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ wurde 1991 gegründet und beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle/S. und Magdeburg rund 830 Mitarbeiter. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften. Die Wissenschaftler des UFZ entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=15562 - weitere Fotos
http://www.modelkey.org/ - EU-Projekt MODELKEY
http://www.ufz.de/index.php?de=5366 - EU-Projekt MODELKEY
http://www.riskbase.info/ - EU-Projekt RISKBASE

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news235986

(zurück)


Gabriel: Bekenntnis zur Steuerbefreiung

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach sich beim Bundeskongress des Verbands kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (VKS im VKU) im September 2007 in Potsdam für die Beibehaltung des Steuerprivilegs kommunaler Unternehmen aus: „Öffentlich-rechtliche Unternehmen der Abfall- und Abwasserentsorgungswirtschaft sind im Gegensatz zu privatrechtlichen Unternehmen zu Recht von der Gewerbe-, Körperschafts- und Umsatzsteuerpflicht befreit." Hier sei die vorgegebene Daseinsvorsorgeaufgabe den Kommunen - steuerrechtlich betrachtet - „eigentümlich und vorbehalten". Kommunen könnten zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch privatrechtliche Unternehmen betrauen, in der rechtlichen Verantwortung blieben jedoch allein die Kommunen, so Gabriel.

http://www.dwa.de/portale/dwa_master/dwa_master.nsf/home?readform&objectid=F14979096A2CC605C125722D0051CABC&editor=no&&submenu=_1_3_3&&treeid=_1_3_3&#Spektrum

Br 11-07

(zurück)


Das Naturschutzgroßprojekt "Uckermärkische Seen" wird fortgeführt

Bundesumweltministerium stellt weitere Finanzmittel zur Verfügung, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat der weiteren Förderung des Naturschutzgroßprojektes "Uckermärkische Seen" in Brandenburg zugestimmt. Bis Ende 2010 wird der Bund insgesamt knapp 2 Millionen Euro für die Sicherung dieses national bedeutenden Landschaftsraumes bereitstellen.

Mit rund 25.000 Hektar Kerngebiet und 92.000 Hektar Projektgebiet sind die

Uckermärkischen Seen das größte Projekt des Bundes-Förderprogramms zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Bereits zwischen 1996 und 2007 hatte der Bund das Projekt, dessen Träger der Förderverein "Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft" ist, mit insgesamt 13,5 Millionen Euro gefördert.

Die Uckermärkischen Seen umfassen eine herausragende Landschaft. Mehr als 170 natürlich entstandene Seen weisen eine enorme Vielfalt an Gewässerlebensräumen auf, eine beeindruckende Artenausstattung sowie eine hervorragende Wasserqualität.

Einbezogen sind auch über 200 Moorflächen und 2000 Hektar Heiden, Dünen oder Trockenrasen. Ausgedehnte alte und naturnahe Buchenbestände und noch weitgehend intakte Moor- und Bruchwälder unterstreichen ebenso den Wert der Landschaft wie das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten. Schreiadler, Fischadler und Seeadler weisen im Projektgebiet jeweils mehrere Brutreviere auf; der Kranich besiedelt das Gebiet mit etwa 100 Brutpaaren. Biber und Otter, verschiedene Fledermäuse und über 800 Schmetterlingsarten gehören ebenso wie die Rotbauchunke, der Laubfrosch oder die Sumpfschildkröte zu der bemerkenswerten Faunenausstattung. Die biologische Vielfalt ist heute weltweit stark bedroht.

 Auf der 7. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt, 2004 in Kuala Lumpur, wurde beschlossen weltweit ein Netz von Schutzgebieten aufzubauen und dieses weiterzuentwickeln, um den Biodiversitätsverlust bis 2010 zu stoppen. Mit dem Projekt "Uckermärkische Seen" leistet Deutschland hierzu einen wichtigen Beitrag.

Mit dem Bundesförderprogramm "Naturschutzgroßprojekte" trägt der Bund seit 28 Jahren zum Schutz des nationalen Naturerbes und zur Erfüllung internationaler Verpflichtungen im Naturschutz bei. Das Förderprogramm verfolgt das Ziel, großflächige, gesamtstaatlich repräsentative Landschaften mit besonders wertvollen Lebensräumen für bedrohte Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern. Insgesamt wurden seit 1979 über 350 Millionen Euro Bundesmittel bereitgestellt. Die Projekte werden durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut.

Weitere Informationen:
www.bmu.de/naturschutz - www.bfn.de: Bundesförderprogramm "Naturschutzgroßprojekte"

(zurück)


Termin für Neue Klärschlammverordnung

Der Referatsleiter des BMU, Claus-Gerhard Bergs sagte im Rahmen der Expertenrunde " Qualitätssicherung von Klärschlamm " in Butzbach, dass Mitte November der Arbeitsentwurf zur Novelle veröffentlichte wird. Bis Mitte 2008 soll dann der Referentenentwurf vorliegen, dadurch sei damit zu rechnen, dass die neue Verordnung frühestens Anfang 2009 in Kraft tritt.

BR 11-07

(zurück)


Wasserrahmenrichtlinie: Die Zeit läuft! 

FAL hat Orientierungshilfe für die Auswahl von Maßnahmen zur Reduzierung von Stickstoffeinträgen in Gewässer erarbeitet
Bis 2015 muss Grund- und Oberflächengewässer in der EU in einem guten quantitativen bzw. ökologischen und chemischen Zustand sein. Signifikante Belastungstrends sind umzukehren. So sieht es die 2000 in Kraft getretene EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor. Für die Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie stellen Gewässerbelastungen durch diffuse Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft eine besondere Herausforderung dar. Welche Wasserschutzmaßnahmen sollten künftig umgesetzt werden? Hierzu wurden am Institut für Ländliche Räume der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro INGUS eine Maßnahmenübersicht erarbeitet und vertiefende Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse sind jetzt als Sonderheft 307 der Landbauforschung Völkenrode publiziert worden. Ausgangspunkt war das Projekt "Kosteneffiziente Maßnahmenkombinationen nach Wasserrahmenrichtlinie zur Nitratreduktion in der Landwirtschaft", das von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) finanziert wurde.

Der erste Beitrag des von Bernhard Osterburg und Dr. Tania Runge herausgegebenen Sonderhefts enthält standardisierte Maßnahmenbeschreibungen und Bewertungen, die für die Auswahl geeigneter Maßnahmen herangezogen werden können. Die Einschätzung der ökologischen Wirksamkeit und der Kosten der Einzelmaßnahmen ermöglicht es, Maßnahmen mit günstiger Kostenwirksamkeit zu identifizieren. Da eine Maßnahmenauswahl nicht allein anhand der Kostenwirksamkeit vorgenommen werden sollte, werden ergänzende Angaben zur Umsetzbarkeit und zu anderen Umwelteffekten gemacht. Darüber hinaus werden geeignete Maßnahmenkombinationen vorgestellt und eine Übersicht über die politischen Instrumente zur Umsetzung der WRRL im Bereich Landwirtschaft gegeben. Die gewählte Vorgehensweise gibt eine schnelle Übersicht über das bisher verfügbare Maßnahmenspektrum, dessen Wirksamkeit und Kosten.

Im zweiten Beitrag werden die Ergebnisse einer ausführlichen Literaturrecherche zur ökologischen Wirksamkeit und Eignung von Wasserschutzmaßnahmen vorgestellt. Demnach gibt es zwar eine Vielzahl von Publikationen zu möglichen Wasserschutzmaßnahmen. Einer Systematisierung von Ergebnissen und der Quantifizierung statistisch signifikanter Wirkungen sind aber Grenzen gesetzt. Eine Expertenbefragung hat zur Absicherung der Maßnahmenbewertung durch fachliche Einschätzungen und Erfahrungswerte beigetragen. Systematische, statistische Nachweise der Maßnahmenwirkung unter Praxisbedingungen stehen bisher aber noch aus.

Vor diesem Hintergrund wurden zwei massenstatistische Analysen durchgeführt, mit deren Hilfe statistisch signifikante Minderungen der N-Belastung für die wichtigsten Grundwasserschutz-Maßnahmengruppen sowie für die Agrarumweltförderung nachgewiesen werden konnten (dritter und vierter Beitrag des Sonderheftes). So ergab die statistische Auswertung langjähriger Herbst-Nmin-Werte aus der niedersächsischen Wasserschutzgebietsberatung deutliche Maßnahmenwirkungen. Die Ergebnisse der Betriebsdaten-Analysen zeigen, dass Agrarumweltzahlungen dort besonders hohe Entlastungswirkungen bezüglich der Stickstoffbilanz und eine günstige Kostenwirksamkeit entfalten, wo sie nicht zur Extensivierung, sondern zur Steigerung der N-Ausnutzung bei hoher Viehbesatzdichte und Produktionsintensität beigetragen haben. Der Steigerung der gesamtbetrieblichen N-Effizienz sollte daher künftig mehr Beachtung geschenkt werden, da sie im Vergleich zur meist auf Grenzstandorte konzentrierten Extensivierung flächendeckend greifen kann. Gerade in Räumen mit hohen Belastungen bietet die N-Effizienzsteigerung ein bedeutendes Potenzial zur Minderung von Stickstoffemissionen.

Die Düngeverordnung nimmt bei der Reduzierung von Stickstoffeinträgen in Gewässer einen besonderen Stellenwert ein. Sie ist als die wichtigste grundlegende Maßnahme der WRRL im Landwirtschaftsbereich anzusehen. Daher werden im fünften Teil des Sonderheftes ausgewählte Aspekte der im Jahr 2006 novellierten Düngeverordnung und ihre zu erwartenden Auswirkungen auf die Stickstoffbilanzen analysiert.

"Mit unserer Studie haben wir keine abschließende Bewertung von Wasserschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft vorgelegt.", so Projektleiter Bernhard Osterburg. "Systematische, auf ein umweltbezogenes Wirkungsmonitoring aufbauende und überregional geltende Wirkungsnachweise liegen bisher nicht in umfassender Weise vor. Zukünftig sollte - ausgehend von den Experteneinschätzungen zur Maßnahmenwirksamkeit - eine verstärkte statistische Überprüfung auf Basis vorhandener Daten erfolgen." Die Implementierung der novellierten Düngeverordnung und die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen, beispielsweise der zunehmende Anbau nachwachsender Rohstoffe und der Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung können das Referenzsystem für die Bewertung von Wasserschutzmaßnahmen verändern und machen eine Fortschreibung der Maßnahmenbewertung notwendig.

Das Sonderheft 307 kann über die Homepage der FAL zum Preis von 15 € bestellt werden (http://www.fal.de) und ist kostenlos als PDF-Datei erhältlich.
Bernhard Osterburg und Tania Runge (Herausgeber) (2007): Maßnahmen zur Reduzierung von Stickstoffeinträgen in Gewässer - eine wasserschutzorientierte Landwirtschaft zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.
Landbauforschung Völkenrode, Sonderheft 307.

Kontaktadresse: Bernhard Osterburg, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Ländliche Räume, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Tel: 0531 596 5211, E-Mail: bernhard.osterburg@fal.de

Weitere Informationen:
http://www.fal.de/cln_044/nn_787784/SharedDocs/00__FAL/DE/Publikationen/Landbauforschung__Sonderheft/lbf__sh__307.html - hier kann die Studie kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news234468
Margit Fink, Präsidialbüro und Pressestelle
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

(zurück)


Bundesumweltministerium engagiert sich für den Schutz der "Oberen Ahr" in Rheinland-Pfalz

Bundesumweltminister Gabriel hat grünes Licht für die Sicherung und naturnahe Entwicklung der
Oberen Ahr in Rheinland-Pfalz gegeben. Im Rahmen eines auf zehn Jahre angelegten
Naturschutzgroßprojekts soll das Gewässersystem mit den angrenzenden Niederungen
gesichert und naturnah entwickelt werden. Dafür stehen insgesamt knapp 10 Millionen Euro zur Verfügung, wovon der Bund rund 6,5 Millionen Euro aus seinem Förderprogramm zur
"Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit
gesamtstaatlicher Bedeutung" übernimmt. An der Finanzierung beteiligen sich auch das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Ahrweiler, der Träger des Vorhabens ist.
Die reich strukturierte Landschaft Obere Ahr ist Teil einer Mittelgebirgsregion mit geringer Bevölkerungsdichte und hohem Waldanteil. Ein besonderes Merkmal der darin eingebetteten offenen Wiesentäler ist ihre Abgeschiedenheit auf mehreren Kilometern Länge - heute eine Seltenheit. Charakteristisch für die Mäandertalbereiche im Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau sind die Talhänge aus anstehendem Fels mit Vorkommen der in Deutschland stark gefährdeten Mauereidechse und einer speziellen wärmeliebenden Vegetation. Als weitere charakteristische Arten für naturnahe Gewässer und Auen kommen unter anderem Eisvogel, Wasseramsel und Schwarzstorch vor. Eine Reihe von gefährdeten Fledermausarten wie zum Beispiel die Bechsteinfledermaus, das Große Mausohr und die Bartfledermaus haben dort ihre Nahrungshabitate. Bemerkenswert sind auch die Vorkommen des bundesweit gefährdeten Uhus sowie der stark gefährdeten Wildkatze und des Luchses.

Das 2.930 Hektar große Kerngebiet ist durch eine herausragende Arten- und Biotopausstattung gekennzeichnet. Als Fließgewässer der Äschen- und Forellenregion beheimatet das Gewässersystem der Oberen Ahr nahezu alle gewässertypischen heimischen Fischarten, von denen ein großer Teil stark gefährdet ist (z.B. Barbe, Schneider und Groppe). Aktuell noch fehlende Arten wie der vom Aussterben bedrohte Lachs oder die Meerforelle sollen auch mit Hilfe des Bundesprojektes den Weg zurück in die Ahr finden.

Das Projekt "Obere Ahr-Hocheifel" ergänzt die bisherigen Bemühungen des Bundes zum Schutz der Ahr in hervorragender Weise. Das Gebiet grenzt unmittelbar an das gesamtstaatlich repräsentative Projekt "Ahr 2000" in Nordrhein-Westfalen, welches im Jahr 2005 erfolgreich abgeschlossen wurde. Bereits 1979 wurde das Mündungsgebiet der Ahr im Rahmen des oben genannten Bundesprogramms gefördert. Mit dem Förderprogramm "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher Bedeutung" trägt der Bund seit nunmehr 28 Jahren wesentlich zum Erhalt großflächiger, national bedeutsamer Lebensräume des Nationalen Naturerbes bei. Insgesamt wurden seit 1979 mehr als 350 Millionen Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt. Das bundesweit größte Naturschutzförderprogramm wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) fachlich und administrativ betreut.

 

Weitere Informationen:
- Pressemitteilung vom 25.10.2007: Das Naturschutzgroßprojekt "Uckermärkische Seen" wird fortgeführt - www.bfn.de: Bundesförderprogramm "Naturschutzgroßprojekte"
- www.bmu.de/naturschutz

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

(zurück)


Clearingstelle zum EEG eingerichtet

Das Bundesumweltministerium hat eine Clearingstelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingerichtet, die am 15. Oktober 2007 ihre Arbeit aufgenommen hat. Aufgabe der Clearingstelle ist es, Streitigkeiten und Anwendungsfragen zum EEG zu klären. Sie kann von Anlagenbetreibern und Netzbetreibern gleichermaßen angerufen werden und bietet Verfahren zur Einigung und Schlichtung bei potenziellen oder aufgetretenen Konflikten. Sie fungiert als neutrale Mittlerin und bietet neben ihrer Fach- und Sachkompetenz auch Methoden der außergerichtlichen Streitbeilegung an, um langwierige Gerichtsprozesse überflüssig zu machen. Leiter der EEG-Clearingstelle ist der Rechtsanwalt Dr. Sebastian Lovens .

www.clearingstelle-eeg.de
  

(zurück)