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Doppeldecker-Filter säubert Wasser ohne Chemikalien
Aktive Membranen im Filter können Grundwasser effektiv von giftigen Pestiziden und Lösungsmitteln befreien
Lexington (USA) - Mithilfe von Zucker, Enzymen und Eisen lässt sich
Grundwasser effektiv von Pestiziden und giftigen Lösungsmitteln
befreien. Dieser neue Ansatz zur Wasserreinigung könnte die bisher
üblichen Umwelt belastenden Chemikalien überflüssig machen, berichten
US-amerikanische Forscher. Sie packten die hilfreichen Substanzen
geschickt zwischen zwei Aktiv-Membranen. Damit erreichten sie in
Testläufen eine effiziente Entgiftung des Wassers. Auch während der
Reaktion entstehen keine belastenden Nebenprodukte, schreiben die
Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der "Proceedings of the National
Academy of Sciences" (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1101144108). Der Einsatz
der kostengünstigen Filter ist nicht nur für Entwicklungsländer
interessant, auch in Industrieländern wie den USA ist Grundwasser unter
Müllhalden mit organischen Schadstoffen belastet. Obendrein könnte die
neue Filtertechnik auch genutzt werden, um Bakterien oder Viren im
Wasser zu vernichten.
"Zugang zu sicherem Trinkwasser zu schaffen gilt als eine - und
möglicherweise wichtigste - Herausforderung für Forscher im 21.
Jahrhundert", schreibt das Team um Scott R. Lewis und Dibakar
Bhattacharyya von der University of Kentucky. Viele derzeitige Methoden,
um belastete Wasserquellen wieder zu nutzen, seien
Chemikalien-intensiv, Energie-intensiv und erfordern eine
Nachbehandlung, weil unerwünschte Nebenprodukte entstünden. Das Team aus
Chemikern, Biochemikern und Materialforschern hingegen suchte die
einfache Lösung, die umweltverträglich und auch ohne hohen Druck sauber
filterte.
Zwtl: Enzyme und Nanostrukturen.
Bei den Versuchen erkannten die Forscher, dass ihr Filtersystem aus zwei sogenannten reaktiven Membranen mit speziell bestückten Nanoporen das belastete Wasser effizient entgiften kann. An der oberen Membran erzeugen Enzyme aus Glukose unter anderem Wasserstoffperoxid, das dann als chemischer Reaktionspartner für die organischen Schadstoffe bereitsteht. Die untere, eisenhaltige Membran hilft dann, die chemischen Oxidationsreaktionen zu vollenden, indem sie das Peroxid zu effektiven freien Radikalen wandelt, Enzyme immobilisiert und Eisen-Nanopartikel synthetisiert. Am Ende sind die schädlichen Substanzen im Wasser durch einfaches Durchlaufen des Filters schnell und effizient in unschädliche Bestandteile zerlegt.
Im Testlauf mischte das Team das häufig in belastetem Grundwasser vorkommende und als krebserregend geltende Trichlorphenol ins Wasser: Nach dem Filtern war seine Menge deutlich reduziert, berichten die Forscher. Sie zeigten auch die Wirksamkeit ihrer Filtersubstanzen gegen das potenziell krebserregende Trichloräthylen (TCE), das aus Giftmülldeponien austreten kann. Nach dem Erfolg gegen organische Schadstoffe halten Lewis und Bhattacharyya jetzt auch den Einsatz ihrer nanostrukturierten Doppelmembranen für andere Reinigungszwecke für möglich: Passende Substanzen im Filter könnten vermutlich auch Bakterien im Wasser abtöten und Viren unschädlich machen.
Quelle: http://www.techportal.de/de/21/2/news,public,newsdetail_public/1/date_submission+DESC/,,,,/1496/




