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Per Anhalter durch die Wassersäule
Bakterien, so klein sie auch sind, bilden die Hauptlebensform
biologischer Vielfalt. In Gewässern nehmen sie wichtige Funktionen ein
und tragen wesentlich zum Stoffumsatz und daher zur Selbstreinigung von
Seen bei. Doch wie bewegen sich die Winzlinge zwischen Wasserschichten,
die für sie alleine unüberwindbar sind? Forscher des Leibniz-Institutes
für Gewässerökologie und Binnenfischerei haben in Kooperation mit
Kollegen vom Virginia Institute of Marine Science eine Studie in der
Ausgabe vom 29. Juni in PNAS (Vol. 107: 26: 11959-11964) veröffentlicht,
in der sie ihre „Förderband-Hypothese" belegen: Bakterien benutzen
kleine Wassertiere (Zooplankton) aktiv als Transportgelegenheit, um in
Wasserschichten zu gelangen, die für sie alleine unerreichbar sind.
Tiefe Seen weisen meist Zonen mit unterschiedlichen Lebensbedingungen
auf. So finden sich nahe der Wasseroberfläche Bereiche mit erhöhten
Konzentrationen von Sauerstoff und organischem Material (beispielsweise
von Algen), während in der Tiefe anorganische Nährstoffe in höherer
Konzentration vorliegen. Die meisten größeren Lebewesen im Gewässer
können sich je nach ihren Bedürfnissen in der Wassersäule bewegen, nicht
so Kleinlebewesen, z.B. Bakterien. Für Mikroorganismen sind viele
Grenzschichten im Gewässer, die sich beispielsweise entlang von
Temperatur- oder Salzgradienten bzw. von chemischen Gradienten
ausbilden, ohne fremde Hilfe unüberwindbar.
Forscher der Arbeitsgruppe von Hans-Peter Grossart vom Leibniz-Institut
für Gewässerökologie und Binnenfischerei haben in so genannten
Migrationssäulen untersucht, wie Gewässerbakterien durch -für sie
alleine unüberwindbare Grenzschichten- gelangen können, indem sie
Wasserflohkrebse (Daphnia magna) aktiv als Transportmittel nutzen.
Die Forscher isolierten drei unterschiedliche Bakterienarten ...mehr:




