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Weiterentwicklung und Optimierung der Mikrobiellen Brennstoffzellentechnik
Die biologische Reinigung von kommunalem Abwasser erfolgt in aller Regel
aerob/anoxisch mit Hilfe von Mikroorganismen und künstlicher Belüftung.
Diese Technologien sind bewährt und seit Jahrzehnten erfolgreich im
Einsatz. Neben einer guten Reinigungsleistung zeichnen sie sich
allerdings auch durch einen hohen Energieverbrauch aus, der besonders im
Zuge der aeroben Prozesse anfällt. Der Energieverbrauch kann nur zum
Teil durch Energieeinsparmaßnahmen im Betrieb und durch die Nutzung von
Biogas, das im Zuge der Fermentation von Faulschalmm gewonnen wird,
reduziert werden. Das ist insofern bedauerlich, als dass es der
chemische Energiegehalt des Abwassers grundsätzlich ermöglichen würde,
weitaus mehr Energie aus dem Abwasser zu gewinnen und letztendlich zu
energieautarken bzw. energieproduzierenden Kläranlage zu kommen.
Hier setzt das Forschungsvorhaben ein. Mit mikrobiellen Brennstoffzellen
(MBZ) lässt sich die chemische Energie des Abwassers über
elektrochemische Reaktionen direkt in nutzbare elektrische Energie
umwandeln. Die biochemischen Prozesse laufen in zwei Halbreaktionen ab.
An der Anode wird ein kohlenstoffhaltiges Substrat (Abwasser) durch
anaerobe Mikroorganismen in CO2, Protonen und Elektronen umgewandelt. An
der Kathode werden die Protonen und die Elektronen durch die Zugabe von
Sauerstoff zu Wasser (H2O) reduziert. Ziel dieses Projektes ist es, die
biochemischen Prozesse anhand von unterschiedlichen
Elektrodenmaterialien so zu optimieren, dass zum einen die Leistung der
mikrobiellen Brennstoffzelle gesteigert wird und zum anderen eine
Konfiguration entwickelt wird, die sich für einen dauerhaften
kontinuierlichen Betrieb auf Kläranlagen eignet. Es sollen vornehmlich
Kohlenstoff- und Graphit-Elektroden eingesetzt werden, da diese über
Eigenschaften verfügen, die für die biochemischen Prozesse der
mikrobiellen Brennstoffzellen erforderlich sind. Die Materialien sollen
so gewählt werden, dass die Investitionskosten im Hinblick auf den
Aufbau einer Pilotanalage nicht zu hoch werden. Darüber hinaus sollen
verschiedene Einflussfaktoren wie Temperaturschwankungen, Schwankungen
in der Substratbelastung (Abwasserzusammensetzung) betrachtet werden.
Die Effektivität der MBZs wird anhand der elektrotechnischen Kenngrößen
wie der Spannung, Stromstärke und der elektrischen Leistung beurteilt.
Darüber hinaus sind Laboranalysen des Abwassers und der Mikroorganismen
vorgesehen, um die Kohlenstoffelimination anhand des Summenparameters
CSB zu beurteilen. Zusätzlich sollen Wartungskonzepte und
Steuerungssysteme weiterentwickelt werden, um die Leistung der
mikrobiellen Brennstoffzellen im kontinuierlichen Betrieb zu steigern.
Projektträger: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Verbundleitung: Dr.-Ing. Friederich-Wilhelm Bolle, RWTH
Projektleitung am LSU (RUB): Dr.-Ing. M. Lübken, Prof. Dr.-Ing. M. Wichern
Projektbearbeitung am LSU (RUB): Dipl.-Ing. Thomas Kletke
Projektpartner: Emschergenossenschaft/Lippeverband, Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen e.V.
Quelle: http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi/Forschung/Forschungsvorhaben.html




