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A. Aktuelles

Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen chronologisch geordnet. Suchen Sie frühere Meldungen, so sehen Sie in den Sachgebieten nach oder geben rechts oben einen Suchbegriff in das Suchen-Feld ein.

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B. Forum

1)      Fragen und Antworten

Das Forum steht allen Nutzern zur Verfügung. Hier können Sie alle Beiträge lesen, selbst Beiträge erstellen oder auf Beiträge antworten

C. Fachwissen

Hier schreiben Praktiker für Praktiker. Haben Sie auch etwas Interessantes zu berichten, so schreiben Sie uns an Kontakt@Klaerwerk.info .

1)     Abwasserreinigung
2)      Energie- und E-Technik
3)      Kanal- und Entwässerung
4)      Maschinentechnik
5)      Labor
6)      Schlammbehandlung
7)      Gaserzeugung und BHKW
8)      Aus Bund Ländern und EU
         a) Vom Bund
         b) Aus der EU und aller Welt
         c) Aus den einzelnen Bundesländern (geordnet nach Bundesländer)
9)      Recht und Gesetze
         a) Beiträge zum Umweltgesetzbuch
         b) Beiträge zur Wasserrahmenrichtlinie (WWRL)
         c) Beiträge zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
10)    Neue Fachliteratur
         a) Neue Bücher
         b) CD/ DVD's
         c) Downloads
         d) Fachzeitschriften
         e) Lexika und Wörterbücher
11)  Tipps und Tricks

D. Berufliches

Der zweite Schwerpunkt von Klärwerk.info. Hier finden Sie alles für Arbeitnehmer und Vorgesetzte und was Sie persönlich angeht.

1)      Arbeitssicherheit
         a) Unfallverhütungsvorschriften- Regeln und Information
         b) Formulare und Erlaubnisscheine
         c) Gesetze und Verordnungen zur Arbeitssicherheit
         d) Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung
         e) Unterweisungshilfen
         f ) Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung
         g) Ex-Schutz auf Kläranlagen
2)
      Tarif- und Arbeitsrecht
         a) Tarifrecht, Tarifvertrag, Gehaltsrechner und mehr
         b) Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterbeurteilung
         c) Leistungsorientierte Bezahlung
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         e) Arbeitszeugnisse
3)      Aus- und Weiterbildung
         a) Ansprechpartner
4)      Azubiseite
         a) Ausbildungshilfen für Ausbilder und "Azubis"
         b) Musterkläranlage
         c)  Prüfungsaufgaben
         d) Übungsaufgaben
         e) Informationen für Auszubildende
         f)  UT-Ausbildertreffen Fachkraft für Abwassertechnik
         g) Formeln, PSE und weitere Hilfen
5)      Meisterschüler
         a) Informationen für Meisterschüler
         b) Prüfungsaufgaben
6)        Offene Stellen

E. DWA-Infos

1)      Klärwerksnachbarschaften
         a) Kläranlagennachbarschaften in Bayern
         b) Kläranlagennachbarschaften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
         c) Kläranlagennachbarschaften in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland
2)      DWA-Informationen
         a) DWA Arbeitsblätter
         b) KA-Betriebs-Infos
         c) Mitgliederrundbriefe aus den Landesverbänden
         d) Meldungen der DWA

F. Kläranlagen

1)      Links zu Kläranlagen und Abwasserverbänden
2)      Kläranlagen - Videos
3)      Meldungen von den Kläranlagen

G. Nützliches

1)      Wetter und Hochwasser
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H. Fortbildungsdatenbank

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I. Produktsuche/ Lieferanten

J. Kontakt

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16.07.2018 12:51

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Meldungen der DWA

Übersicht über alle Meldungen und Zugang zum Archiv

DWA Meldungen 2007 
DWA Meldungen 2008 
DWA Meldungen 2009 
DWA Meldungen 2010 
DWA Meldungen 2011
DWA Meldungen 2012 
DWA Meldungen 2013
DWA Meldungen 2014
DWA Meldungen 2015
DWA Meldungen 2016 
DWA Meldungen 2017  

Juni 2018
Berliner Wasserbetriebe und Pariser Abwasserentsorger SIAAP kooperieren  
UBA gibt Empfehlungen gegen Mikroverunreinigungen in Gewässern 
Thüringen: Wassergesetz vom Kabinett beschlossen, Abwasserpakt geschlossen  
Wasserverband-Eifel-Rur nimmt Ozonungsanlage offiziell in Betrieb  
Sammelbox Medibinee für das richtige Entsorgen von Medikamenten  
Deutsch-israelische Wassertechnologie-Kooperation - Projekte gesucht  
Ingenieurpreis 2019 ausgelobt  
Phosphorrückgewinnung mit Hefe  
Fester Dünger aus Gülle - Verfahren kommt auf den Markt  
Wie Grauwasser eine wertvolle Ressource wird  
Abwasserkanal Emscher geht ab September 2018 schrittweise in Betrieb  
CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung  
App für Baustelleninformationen in Berlin  
Mai 2018
Weltwasserbericht 2018: Hälfte der Menschheit von Wassermangel bedroht  
Neue UN-Wasser-Dekade 
Stadtentwässerung Frankfurt erhält TSM Abwasser  
Kläranlage Schwerte: Einfluss von Mikroschadstoffen auf Kleinlebewesen im Gewässer wird untersucht  
Betreiberwechsel in Rostock  
Deutscher Rohstoffeffizienz- Preis 2018: Bewerbungen ab 3. September 2018  
Hamburg Wasser und Remondis gründen Gesellschaft zur Phosphorrückgewinnung 
Die neue DWA-Plattform für digitale Nachbarschaftsarbeit 
Mikroplastik überall in Fließgewässern und Seen in Süd- und Westdeutschland  
Neues DWA-Politikmemorandum vorgestellt  
Ein Nachbarschafts-Sprecher mahnt  
Goldener Kanaldeckel ausgeschrieben  
Bayern: Start der Kampagne „Schau auf die Rohre"  
IFWW-Förderpreis 2019 ausgeschrieben 
Bundesumweltministerium stellt GreenTech-Atlas 2018 vor  
DWA-Gewässerentwicklungspreis ausgelobt  
Forschungsprojekt: Städtische Infrastrukturen unter Schrumpfungsbedingungen 
Bundesregierung: Flüsse in Deutschland in schlechtem Zustand  
Antibiotikaresistente Erreger im Wasser  
Baden-Württemberg: 138 Millionen Euro für Wasserwirtschaft und Altlastensanierung  
April 2018
Neue Online-Plattform für vorsorgende Wasseranalytik  
„Wasser ist Leben" Motto des Umweltpreises 2018  
Baden-Württemberg: Think Tank „Industrielle Ressourcenstrategien" eröffnet 
Mehr Stromeffizienz in Unternehmen - Ausschreibung des Bundeswirtschaftsministeriums  
Drogennachweis im Abwasser: EVS beteiligt sich an EU-weiter Bestandsaufnahme SCORE  
Projektstart: Wie gefährlich ist Reifenabrieb?  
Förderung für regionales Phosphorrecycling  
Deutschlands nachhaltigste Unternehmen und Kommunen gesucht  
Mecklenburg-Vorpommern: Öffentlichkeitsbeteiligung zum Meeresschutz gestartet  
Förderrichtlinie Kleinserien- Klimaschutzprodukte in Kraft  
Schleswig-Holstein beruft Klärschlammbeirat ein  
Niedersachsen: Umweltministerium lässt Gewässer nach multiresistenten Keimen untersuchen  
Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur" nach weiterbildendem Masterstudiengang möglich  
Nur 8 % waschen ihre Hände in korrekter Weise 
Forschungspreis „Transformative Wissenschaft 2018" ausgelobt  
Online-Befragung zu „Fachkraft für Abwassertechnik und Digitalisierung"  
Wassergefährdende Stoffe: Ergebnisse der UBA-Informationsveranstaltung „WGK-Einstufung nach AwSV" online  
März 2018
Wetter 2017: Warm und oft extrem  
„Essen macht´s klar" ist Kampagne des Monats 
Rheinland-Pfalz: neue Förderrichtlinie Wasserwirtschaft vorgestellt  
Nordrhein-Westfalen: Land fördert Innovationen aus Energie- und Umweltwirtschaft mit zusätzlich 14 Millionen Euro 
Neue Verbandsstruktur: aus AZV Pinneberg wird AZV Südholstein - Kommunalunternehmen ist aufgelöst  
Mikroschadstoffe stressen Wasserorganismen  
Sachsen: 2016 deutlich weniger kommunale Klärschlämme landschaftsbaulich verwertet  
Bessere Vorhersage von Dürren und Flutkatastrophen 
Pestizide und Phosphorrückgewinnung Schwerpunkte der Schweizer Wasserpolitik  
Baden-Württemberg: fast der gesamte Klärschlamm wird verbrannt  
Sachsen: 2016 kaum veränderte Trinkwasser-und Abwassergebühren 
Bayern: Besserer Schutz vor Sturzfluten für bis zu 40 Gemeinden  
72 Prozent der Deutschen fürchten Wetter-Extreme 
Stand der EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland  
Februar 2018
rbv und GSTT unterzeichnen Geschäftsbesorgungsvertrag  
Brandenburg: Initiativkreis Siedlungswasserwirtschaft übergibt Verbändeerklärung 
K+S nimmt neue Kainitkristallisations- und Flotationsanlage in Betrieb  
Bau einer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage in Bremen geplant  
Destatis: Hohe Investitionsquote in der Abwasserentsorgung 
Bericht der EU-Kommission über die Behandlung von kommunalem Abwasser erschienen 
Stoffstrombilanzverordnung veröffentlicht  
Bundesumweltministerium gründet Gesellschaft für Projektförderung  
Zukunftsplanung städtischer Wassersysteme  
Neue Schwellenwerte im europäischen Vergaberecht  
Europäische Kommission: Strategie für Kunststoff vorgestellt  
Weltwassertag 2018: Natur für Wasser  
Ruhrverband schließt Repowering-Projekt auf Kläranlagen fristgerecht ab 
Hessen unterstützt Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm  
Gelten PFT-Grenzwerte für Trinkwasser auch für Abwasser?  
Januar 2018
Novellierung des Brandenburgischen Wasserrechts  
TSM Abwasser für Gemeindewerke Trappenkamp  
Oldenburg: Energie aus der Kanalisation beheizt 90 Wohnungen 
BMBF legt Forschungsprogramm zu Naturrisiken auf  
Rheinland-Pfalz: Klärschlamm wird überwiegend in der Landwirtschaft verwertet 
Anteil des verbrannten Klärschlamms 2016 weiter gestiegen 
Sachsen-Anhalt: Weniger Klärschlämme auf die Felder verbracht  
IFAT 2018 mit neuer Zukunftsplattform experience.science. future 
Hessisches Wassergesetz wird novelliert  
Energie aus Abwasser: Potenzial für die Wärmewende  
Europäische Wasserrahmenrichtlinie unter Beibehaltung der Ziele fortentwickeln 
Errichtung einer Großwindanlage auf der zentralen Kläranlage Bocholt  
Aktionsplan zu Wirtschaft und Menschenrechten vorgelegt  

 


Berliner Wasserbetriebe und Pariser Abwasserentsorger SIAAP kooperieren

Die Berliner Wasserbetriebe und der Pariser Wasserversorger SIAAP wollen auf den Gebieten Gewässergüte, weitergehende Abwasserreinigung und Forschungsförderung künftig enger zusammenarbeiten.Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben die beiden Unternehmen auf der IFAT in München unterzeichnet.Zu den gemeinsamen Themen zählen etwa Simulationsmodelle zur Überwachung der Gewässergüte, weitergehende Reinigung und Desinfizierung von Abwasser und die thermische Verwertung von Klärschlamm.Eine ähnliche Kooperation pflegen die Wasserbetriebe bereits mit dem Amsterdamer Wasserver- und Abwasserentsorger Waternet. Der Abwasserentsorger SIAAP (Syndicat Interdépartemental pour l‘Assainissement de l‘Agglomération Parisienne) ist ein öffentliches Unternehmen, das das Abwasser von fast neun Millionen Einwohnern der Île-de-France sowie Regenwasser behandelt.

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UBA gibt Empfehlungen gegen Mikroverunreinigungen in Gewässern

Ein Maßnahmenpaket, um Stoffeinträge in die Gewässer zu minimieren, schlägt das Umweltbundesamt (UBA) vor.Das UBA hat die Eintragspfade analysiert, kritische Stoffeigenschaften benannt und Handlungsempfehlungen abgeleitet.Nach Auffassung des UBA zeigt sich: Nur eine Kombination von Maßnahmen bei der Herstellung, bei den Verwendungen und der Abwasserbehandlung kann einen umfassenden Schutz bewirken.Über die Finanzierung und Umsetzung der vom Umweltbundesamt empfohlenen Maßnahmen sei eine gesellschaftliche Debatte nötig.
Da viele der vom UBA vorgeschlagenen Maßnahmen einen längeren Vorlauf brauchen und nicht alle Einträge von Mikroverunreinigungen verhindern können, müsse auch bei der Abwasseraufbereitung Abwasseraufbereitung angesetzt werden.Chemikalien aus verschiedenen Anwendungen gelangen in die kommunalen Kläranlagen.Mit einer vierten Reinigungsstufe könnte deren Eintrag in die Gewässer effizient reduziert werden.UBA-Schätzungen gehen von Mehrkosten von durchschnittlich 16 Euro pro Person und Jahr für den Ausbau der großen Kläranlagen in Deutschland aus.
Von Arzneimittelherstellern verlangt das UBA, diese müssten alle Umweltdaten für eine Stoffbewertung offenlegen.Dies gelte auch für Arzneimittelwirkstoffe, die bereits lange auf dem Markt sind.Zudem sollte die Forschung zu umweltverträglichen Wirkstoffen verstärkt werden.Tierarzneimittelwirkstoffe mit schädlichen Umwelteigenschaften (persistent, bioakkumulierend, toxisch) sollten generell nicht zugelassen werden.Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker müssten besser über die Umweltaspekte von Arzneimitteln informiert werden.Auch Patientinnen und Patienten müssten besser aufgeklärt werden.
Insgesamt sollten deutlich weniger chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.Um Einträge in Gewässer bei und nach der Ausbringung zu minimieren, sollten dauerhaft bewachsene Gewässerrandstreifen entlang der Flüsse und Bäche angelegt werden, auf denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten ist.
Generell sollte der Einsatz von Bioziden auf das notwendige Maß minimiert werden.Einzelne Anwendungsbeschränkungen und Auflagen bei der Zulassung von Bioziden reichten nicht aus.
 
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Thüringen: Wassergesetz vom Kabinett beschlossen, Abwasserpakt geschlossen

Das Thüringer Kabinett hat am 15.Mai 2018 die Neufassung des Wassergesetzes verabschiedet und an den Landtag weitergeleitet.„Mit dem Gesetz wollen wir drei Probleme der Vergangenheit lösen.Wir wollen bessere Wasserqualität mit Gewässerrandstreifen, besseren Hochwasserschutz mit starken Verbänden und eine faire Kostenverteilung bei Abwasseranschlüssen auf dem Land", so Umweltministerin Anja Siegesmund.
80 Prozent der Thüringer Gewässer weisen wegen Überdüngung zu hohe Nährstoffbelastungen auf.Verschlämmte Gewässersohlen, Sauerstoffmangel und lokale Fischsterben sind die Folge.Damit weniger Düngemittel und Pestizide in die Gewässer gelangen, sollen die Gewässerrandstreifen besser geschützt werden.Bundesweit einmalig ist das neue Optionsmodell für Gewässerrandstreifen, das außerorts Gewässerschutz und landwirtschaftliche Nutzung kombiniert.Der Landwirt kann zukünftig wählen, ob er den gesamten 10-Meter-Streifen als Ackerland nutzt und künftig auf jeglichen Chemie-Einsatz verzichtet.Oder er entscheidet sich für die zweite Option: Die ersten fünf Meter am Gewässer werden dauerhaft begrünt, dann können die anderen fünf Meter ohne Einschränkung bewirtschaftet werden.
Die häufigen Hochwasser und Starkregen der vergangenen Jahre haben große Defizite in der Gewässerunterhaltung, besonders an kleineren Flüssen, sichtbar gemacht.Zukünftig wird die Pflege der Gewässer bei 20 neuen Gewässer-Unterhaltungsverbänden liegen.Alle Thüringer Gemeinden werden entsprechend ihrem Anteil am Flusseinzugsgebiet Mitglied im jeweiligen Verband.Das Land finanziert den Aufbau der Verbände über das kommunale Investitionspaket in den Jahren 2018 und 2019 mit zehn Millionen Euro.Zudem werden zukünftig Schlüsselzuweisungen von mehr als sieben Millionen Euro jährlich direkt an die Verbände gehen.
Das Gesetz wird durch den Abwasserpakt verstärkt, der ebenfalls am 15.Mai zwischen Umweltministerium und dem Thüringer Städte- und Gemeindebund geschlossen wurde.Insbesondere Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum sollen mit dem neuen Gesetz vom Anschluss an zentrale Kläranlagen profitieren.Zukünftig sollen Abwässer aus Orten mit mehr als 200 Einwohnern durch die Abwasserzweckverbände zentral entsorgt werden.Bislang sind nur rund 80 Prozent der Thüringer Haushalte an eine zentrale Kläranlage angeschlossen.Damit ist Thüringen bundesweit Schlusslicht.In den Haushaltsjahren 2018 und 2019 stellt das Thüringer Umweltministerium insgesamt zusätzlich rund 30 Millionen Euro für die Förderung der öffentlichen Abwasserentsorgung bereit.
Wichtig für den Schutz des Grundwassers ist, so das Thüringer Umweltministerium in einer Pressemitteilung, auch beim Thema Fracking Klarheit zu schaffen.Wegen der derzeit nicht absehbaren Risiken dieser Technologie für Menschen und Umwelt verhinderten die Regelungen im Gesetzentwurf die im Bundesgesetz vorgesehenen Erprobungsbohrungen auf Thüringer Boden und sicherten damit langfristig den Schutz der Trinkwasser-Ressourcen.
Neu geregelt wird auch der Umgang mit den 59 sogenannten herrenlosen Speichern in Thüringen.Diese kleinen Talsperren sind vor 1990 entstanden und dienen überwiegend dem Bewässern von Ackerflächen.Der bauliche Zustand vieler Speicher ist mangelhaft.Hinzu kommen Sicherheitsrisiken, wenn die Wasserreservoirs große Mengen an Starkregen aufnehmen müssen.Zukünftig wird die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) Sanierung oder Abbruch der Speicher übernehmen.Dabei bekennt sich das Land klar zum Erhalt der Speicher, an denen Landesinteresse besteht.Zudem wird es faire Übernahmeangebote an Kommunen oder Dritte wie Landwirte oder Anglerverbände geben.Sie können einen Speicher bei Interesse selbst übernehmen und bewirtschaften.Die übrigen Speicher werden durch die TFW Schritt für Schritt zurückgebaut.

http://bit.ly/Abwasserpakt
 
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Wasserverband-Eifel-Rur nimmt Ozonungsanlage offiziell in Betrieb

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hat Mitte April im Zuge der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Verbandsbestehen die großtechnische Ozonungsanlage auf der Kläranlage Soers offiziell in Betrieb genommen.Im Rahmen seines vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts „DemO3AC" (Demonstrationsvorhaben Ozonung des Abwassers auf der Kläranlage Aachen-Soers) reinigt der Verband den kompletten Abwasserstrom der Großkläranlage in einer großtechnischen Ozonungsanlage.Die Ozonungsanlage ist nach Angaben des Wasserverbands Eifel-Rur die größte ihrer Art in der Europäischen Union.Anhand der großtechnischen Ozonungsanlage will der Verband untersuchen, ob eine Reduzierung der menschengemachten Gewässerbelastung sich positiv auf das aquatische Leben, die Biozönose, auswirkt, und ob sich die Gewässerqualität messbar verbessert.Die Kläranlage Aachen-Soers bietet sich für die Errichtung einer Ozonungsanlage an, weil ihr Ablauf einen hohen Anteil der Wasserführung der Wurm ausmacht, bei Trockenwetter bis zu 70 %.Durch diesen hohen Anteil sollte sich zeigen, ob und inwieweit die Entfernung von Spurenstoffen durch eine Ozonungsanlage den Gewässerzustand verbessert.Zur Evaluierung möglicher Effekte wurde der durch den Eintrag aus der Kläranlage belastete Fluss in multidisziplinärer Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen bereits geraume Zeit der Inbetriebnahme der Ozonung überwacht.Dies wird auch mit der Inbetriebnahme fortgesetzt.Neben der Messung von Spurenstoffen und Standardparametern zur Feststellung der Gewässerbeschaffenheit wurden und werden umfassende biologische Testverfahren an ein-und mehrzelligen Lebewesen durchgeführt, um mögliche Wirkungen zu erkennen.Ein weiteres Ziel des Großversuchs ist es, zusammen mit den Erkenntnissen aus einer bisher bereits beim Verband eingesetzten, Versuchsanlage im Pilotmaßstab gegebenenfalls zu errichtende Ozonungsanlagen auf kommunalen Kläranlagen optimal bemessen zu können.
Die Ozonungsanlage behandelt in der Regel den Trockenwetterabfluss von bis zu 1200 l/s.Damit sind 95 % aller tatsächlichen Zuflüsse abgedeckt.Die maximal mögliche Wassermenge, die in der Anlage behandelt werden kann, liegt bei ca.3000 l/s, was der maximal möglichen Aufnahmekapazität der Kläranlage bei Niederschlagsereignissen entspricht.Pro Jahr werden in der Ozonungsanlage ca.25 Millionen Kubikmeter Abwasser behandelt.Die Ozonungsanlage ist hinter der Nachklärung der bestehenden Kläranlage Aachen-Soers angeordnet.Dadurch wird erreicht, dass sie weitestgehend feststofffreies Abwasser behandeln kann.Das Ozon wird aus reinem Sauerstoff vor Ort erzeugt, da es instabil und nicht lagerfähig ist.Zur Gewinnung des Ozons steht ein Sauerstofftank mit einer Kapazität von 50 t Flüssig-Sauerstoff zur Verfügung.Der Sauerstoff wird dann in drei Ozongeneratoren unter Zuhilfenahme von elektrischer Energie in Ozon umgewandelt (maximal 34 kg Ozon in der Stunde).
Die gesamten Errichtungskosten inklusive der noch folgenden Optimierung der Nachklärung belaufen sich auf ca.13,6 Millionen Euro; davon werden 70 % durch die NRW-Bank über das Land Nordrhein-Westfalen als Förderzuschuss getragen.Für die jetzt eingeweihte Ozonungsanlage wurden insgesamt 9,8 Millionen Euro aufgewendet.Davon entfallen 5,6 Millionen Euro auf die Bautechnik, 3,2 Millionen Euro auf die Maschinentechnik und 1,0 Millionen Euro auf die elektro- und automatisierungstechnischen Komponenten (einschließlich Ingenieurleistungen).Für die Mitglieder des WVER ergeben sich dadurch Behandlungskosten in Höhe von ca.5 Cent/m³ (Kapital- und Betriebskosten).Je angeschlossenem Einwohner bedeutet dies eine durchschnittliche Mehrbelastung von 2,65 € pro Jahr.Das parallel durchgeführte Forschungsprojekt DemO3AC wird zu 80 % durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz gefördert.
 
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Sammelbox Medibinee für das richtige Entsorgen von Medikamenten

Für ein innovatives, praktisches Sammelsystem für Arzneimittel engagiert sich die Gelsenwasser AG, gemeinsam mit dem jungen Partnerunternehmen Binee.„Medibinee" ist eine Sammelbox, die Gelsenwasser bei ihren Kooperationspartnern aufstellt, hauptsächlich Apotheken.Dort kann jeder Bürger seine Altmedikamente einwerfen und dabei noch eine Belohnung erhalten.Jede Box ist mit einem interaktiven Display ausgestattet, über das der Nutzer einen von bis zu sechs Gutscheinen wählen kann.Diese werden direkt an seine E-Mail-Adresse gesendet.Die Gutscheine stellen örtliche oder überregionale Partner zur Verfügung, die damit über die Medibinee auch auf sich aufmerksam machen wollen.Entwickelt wurde die Medibinee bei Binee in Leipzig, die ersten acht Boxen sind bereits dort aufgestellt.Noch im Frühjahr folgen weitere Boxen auch in Nordrhein-Westfalen.Eine aktuelle Liste der Aufstellorte gibt es im Internet:

https://www.binee.com/de/medibinee
 
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Deutsch-israelische Wassertechnologie-Kooperation - Projekte gesucht

Bis zum 27.Juni 2018 können Vorschläge eingereicht werden für Forschungs-und Entwicklungsprojekte im Bereich Wassertechnologie, die im Rahmen einer deutsch-israelischen Kooperation gefördert werden könnten.Das übergreifende fachliche Spektrum der Kooperation zwischen dem deutschen BMBF und dem israelischen MOST umfasst:
Erhöhung der Wasserverfügbarkeit und -qualität
Abwasserbehandlung und -wiederverwendung
Energieeffizienz im Wassersektor
Grundwasseruntersuchung und Sanierung
Trinkwasseraufbereitung und gesundheitliche Aspekte der Trinkwasserversorgung
integriertes Wasserressourcenmanagement.

In jährlichen Ausschreibungen werden die Themenfelder für die neu einzureichenden Förderanträge spezifiziert.Im Jahr 2018 fokussiert die Ausschreibung auf Wassertechnologien zur Sanierung verunreinigter Böden und Grundwasser sowie auf neuartige Sensoren und Datenmanagement für Wasserressourcensysteme (Sicherheitsaspekte, verbesserte Was serproduktion, erhöhte landwirtschaftliche Produktivität).

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Ingenieurpreis 2019 ausgelobt

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau verleiht 2019 zum zehnten Mal ihren Ingenieurpreis.Ausgezeichnet werden herausragende Projekte und Leistungen von am Bau tätigen Ingenieuren.Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 19.Oktober 2018.Prämiert werden Ingenieurleistungen, Projekte und Bauwerke, die beispielsweise durch ihre Bauweise, technisch anspruchsvolle Konstruktionsprinzipien oder den Einsatz neuer Baustoffe und innovativer Techniken überzeugen.Ausdrücklich erwünscht sind auch zukunftsorientierte Lösungen, die sich durch ein besonders ressourcenschonendes Planen und Bauen, eine herausragende Energieeffizienz oder den konsequenten Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe auszeichnen.Eingereicht werden können sämtliche aus den Fachbereichen der Ingenieurwissenschaft und -praxis im Bauwesen hervorgegangenen Projekte ohne Größen- und Umfangsregularien.Kleine Detailideen werden dabei ebenso berücksichtigt wie größere Konzepte.

www.bayerischer-ingenieurpreis.de

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Phosphorrückgewinnung mit Hefe

Einen speziellen Weg, bei dem Bierhefe dazu beiträgt, Phosphor aus Klärschlamm wieder als Dünger zur Verfügung zu stellen, verfolgt das Helmholtz- Zentrum für Umweltforschung (UFZ, Leipzig).Nachdem das Verfahren in einem ersten Projekt erfolgreich im Labor getestet worden ist, soll es nun in einer Kläranlage des Abwasserzweckverbands Mittlere Mulde (Eilenburg) erprobt werden.Beide Vorhaben werden fachlich und finanziell mit insgesamt rund 473 000 Euro von der DBU gefördert.
Das am UFZ entwickelte Verfahren ist zweistufig: Der Klärschlamm wird unter Ausschluss von Luft in Wasser gegeben, sodass sich der Phosphor darin löst.Dieses Wasser kommt dann in einen Behälter mit Hefe, die den Phosphor aufnimmt, aber nicht die im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe, und anschließend als Dünger genutzt werden kann.Außer dem Reststoff Hefe, der als Abfall in Brauereien anfällt, benötigt das Verfahren keine chemischen Zusätze.
Beim Abwasserzweckverband Mittlere Mulde sollen nun 3000 Liter Klärschlamm pro Durchgang bearbeitet werden.Dabei sollen auch die im vorangegangenen Projekt entwickelten Sensoren des Projektpartners Centec (Maintal) weiter verbessert werden.Sie messen, wie viel Phosphor sich in den einzelnen Hefeorganismen ansammelt.Das UFZ erwähnt, der Einsatz der mit Phosphor angereicherten Hefe als Dünger werfe noch einige Fragen auf.

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Fester Dünger aus Gülle - Verfahren kommt auf den Markt

Das am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB entwickelte BioEcoSIM-Verfahren zur Aufbereitung von Gülle wird von Suez Deutschland GmbH als Betreiber großtechnischer Anlagen in den Markt eingeführt.Für Agrarbetriebe wird so eine Möglichkeit geschaffen, überschüssige Gülle abzugeben.Produkte der Gülleaufbereitung sind Phosphordünger, Ammoniumdünger und organische Bodenverbesserer.Die Partner gaben ihre Zusammenarbeit zur Markteinführung im Rahmen der IFAT Mitte Mai 2018 in München bekannt.
Eine erste Aufbereitungsanlage mit einem Durchsatz von einem Kubikmeter pro Stunde wird aktuell als „Lebendes Technikum" am Suez-Standort Zorbau in Sachsen-Anhalt errichtet.Die flexibel ausgelegte Anlage soll Rinder- und Schweinegülle, aber auch Gärreste aus Biogasanlagen, verarbeiten und damit als Blaupause für weitere großtechnische Anlagen dienen.Eine durchschnittliche großtechnische Anlage soll stündlich aus zehn Kubikmetern Rohgülle etwa 100 Kilogramm Phosphatdünger, 100 Kilogramm Stickstoffdünger und 900 Kilogramm organische, nährstoffarme Feststoffe produzieren.

www.bioecosim.eu
 
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Wie Grauwasser eine wertvolle Ressource wird

Auf die Entwicklung eines dezentralen nachhaltigen Niedrigenergieverfahrens zur zielgesteuerten Aufbereitung und anschließenden Weiterverwendung von häuslichen und gewerblichen Dusch-und Waschabwässern (Grauwasser) zielt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Energiearme nutzungsorientierte Grauwasseraufbereitung" (EARNINGS) ab.
Bei der Entwicklung einer innovativen Verfahrenskombination aus biologischer Reinigung mittels Mikroorganismen in Form eines Bodenfilters, einer anschließenden Abtrennung der Feststoffe in Form einer Membranstufe und eines neuartigen Sensors zur Erkennung von Krankheitserregern steht ein minimaler Einsatz von Energie im Vordergrund, weshalb das Entwicklungsvorhaben gleichzeitig zur Ressourcen- und Energieeffizienz beiträgt.Im Vergleich zur konventionellen Abwasserreinigung wird eine Verminderung des Energiebedarfs um mehr als zwei Drittel angestrebt.
Das FEZ-Berlin, Europas größtes gemeinnütziges Freizeitzentrum, wird Standort einer Versuchs- und Demonstrationsanlage sein.Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachgebietes Siedlungswasserwirtschaft der TU Berlin unter Leitung von Prof.Dr.-Ing.Matthias Barjenbruch sind für den Betrieb sowie die wissenschaftliche Begleitung und Optimierung der Anlage zuständig.Projektpartner der TU Berlin sind die Ecoglobe GmbH, Martin Membrane Systems AG und der Optotransmitter-Umweltschutz-Technologie e. V.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren im Rahmen der Maßnahme „KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz".Die Fördersumme für das gesamte Projekt beträgt 800 000 Euro.

www.waterbase.de
 
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Abwasserkanal Emscher geht ab September 2018 schrittweise in Betrieb

Neun Jahre nach dem ersten Spatenstich ist es soweit: Die Emschergenossenschaft plant, im September 2018 den Abwasserkanal Emscher schrittweise im Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop in Betrieb zu nehmen.Auf einer Länge von 35 Kilometern wird nach und nach das Emscher-Abwasser eingeleitet werden, der Fluss wird dadurch in den kommenden Jahren immer sauberer.In diesen Teil des modernsten Abwasserkanals Europas investierte die Emschergenossenschaft mehr als eine halbe Milliarde Euro.Der Abwasserkanal Emscher (AKE) ist knapp 51 Kilometer lang.Zwischen Dortmund und Bottrop wurden insgesamt 10 661 Rohr-Elemente mit Innendurchmessern zwischen 1,60 und 2,80 Meter und einem Gesamtgewicht von 213 747 Tonnen vorgetrieben.
Neben dem Abwasserkanal Emscher zwischen Dortmund und Bottrop wird die Emschergenossenschaft im Herbst auch die beiden in rund 40 Meter Tiefe liegenden Abwasserpumpwerke in Gelsenkirchen und Bottrop in Betrieb nehmen.Diese sind notwendig, da der Abwasserkanal in Dortmund in einer Tiefenlage von ca.acht Metern unter der Geländeoberkante beginnt und mit einem stetigen Gefälle von 1,50 Metern je Kilometer bis zu 40 Meter tief in die Erde absinkt.Es war unumgänglich, Pumpwerke zwischenzuschalten, die das Abwasser wieder aufwärts befördern.Ohne sie hätte der Kanal bei Dinslaken eine Tiefe von rund 80 Metern erreicht.Insgesamt gibt es drei neue große Pumpwerke in Bottrop, Gelsenkirchen und Oberhausen.
Der AKE wird zunächst nur bis Bottrop schrittweise in Betrieb gehen, da der Abschnitt bis zur Kläranlage Bottrop inklusive der beiden Pumpwerke bereits fertiggestellt ist.Im westlichen Abschnitt bis Dinslaken arbeitet die Emschergenossenschaft derzeit noch sowohl an den letzten drei Kilometern des AKE sowie am letzten AKE-Pumpwerk in Oberhausen.Diese Abschnitte werden voraussichtlich 2020 fertiggestellt, sodass der gesamte Kanal mitsamt allen drei Pumpwerken voraussichtlich 2020/2021 in Betrieb gehen kann.
 
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CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung

Gemeinsam mit Citizen Scientists sammeln Forschende der Universität Zürich Daten zu Wasserständen von Flüssen und Bächen oder zur Bodenfeuchte.Mit einer App können an beliebigen Flüssen und Standorten weltweit hydrologische Daten erhoben werden.Ziel des Projekts „CrowdWater" ist es, Wassermanagement und -prognosen in Regionen zu verbessern, für die bisher keine oder kaum Daten existieren.
Die frei verfügbare Smartphone-App „CrowdWater | SPOTTERON" ermöglicht es „Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern", so die Universität Zürich, basierend auf eigenen Beobachtungen mit einfachen grafischen Methoden hydrologische Messungen vorzunehmen und in eine zentrale Datenbank einzuspeisen.
In vielen Regionen der Welt, in denen die Infrastruktur zur Erhebung von Wasserdaten fehlt, können die mit CrowdWater gesammelten Daten mit hydrologischen Modellen ausgewertet werden.Diese Modelle helfen, Hochwasser vorherzusagen und das Gewässermanagement zu verbessern.Ob dieser Crowdsourcing-Ansatz zur Datensammlung via App funktioniert, müssen die Forschenden erst noch herausfinden.

www.crowdwater.ch
 
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App für Baustelleninformationen in Berlin

Tiefbaustellen auf Berliner Straßen und Plätzen erklären kann das neue Baustelleninformationssystem (BIS), eine App für Smartphones.Entwickelt wurde das BIS von der infrest - Infrastruktur eStrasse GmbH im Auftrag mehrerer Berliner Infrastrukturbetreiber, darunter die Berliner Wasserbetriebe.Nutzer müssen lediglich die App herunterladen und an der jeweiligen Baustelle eine DIN-genormte Baustellenbake scannen.Mittels Standortbestimmung per GPS und den Baustellendaten aus dem Baustellenatlas der infrest ermittelt das BIS die jeweilige Baustelle.Informiert werden die Nutzer über die Bezeichnung - wie zum Beispiel Reparaturarbeiten am Wassernetz - und das geplante Bau-Ende.Angezeigt wird auch der Auftraggeber der Baustelle.Wo eine Baustelle erkannt wird, bietet die App die Möglichkeit, einen der an den Arbeiten beteiligten Infrastrukturbetreiber zu kontaktieren und Hinweise und Fragen zu übermitteln.
 
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Weltwasserbericht 2018: Hälfte der Menschheit von Wassermangel bedroht

3,6 Milliarden Menschen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung leben in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. 2050 werden es Prognosen zufolge bis zu 5,7 Milliarden sein. Das stellt die UN-Wasserorganisation UN Water im UN-Weltwasserbericht 2018 fest, der den Titel „Naturbasierte Lösungen" trägt. UN Water meint, solche Lösungen wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung können eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Wasserversorgung und -qualität spielen. Diese Ansätze wurden bisher weitestgehend ignoriert, so die Autoren. Der Weltwasserbericht wurde am 19. März 2018 beim 8. Weltwasserforum in Brasilien vorgestellt.
Naturbasierte Lösungen (NBS) sind Formen der Wasserbewirtschaftung, die von der Natur inspiriert und unterstützt sind, die natürliche Prozesse nutzen oder diese imitieren. Der Erhalt und die Renaturierung von Ökosystemen zählen genauso dazu wie die Verbesserung oder Schaffung natürlicher Abläufe in veränderten oder künstlichen Ökosystemen. Naturbasierte Lösungen zeichnen sich durch ihre vielfältigen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile aus. Sie sind zentral für die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda, so die Autoren des Weltwasserberichts.
Weitere Informationen einschließlich Download der Kurzfassung (deutsch) und Langfassung (englisch) des UN-Weltwasserberichts.

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Neue UN-Wasser-Dekade

Die neue Aktionsdekade der Vereinten Nationen „Wasser für nachhaltige Entwicklung" hat begonnen. Laut Beschluss der UN-Vollversammlung vom Dezember 2016 läuft die neue Dekade vom 22. März 2018 bis 22. März 2028. Damit soll dem Wasser mehr Beachtung geschenkt werden. Die neue Dekade soll sich befassen mit der nachhaltigen Entwicklung und dem integrierten Management von Wasserressourcen, um soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Ziele zu erreichen. Ebenso soll es um die Implementierung und Förderung verwandter Programme und Projekte gehen.

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Stadtentwässerung Frankfurt erhält TSM Abwasser

Die Stadtentwässerung Frankfurt am Main ist Mitte März von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) mit dem Qualitätssiegel Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) in der Sparte Abwasser ausgezeichnet worden. Für das Zertifikat hatte sich die Stadtentwässerung im Dezember des vergangenen Jahres einer zweitägigen, freiwilligen Überprüfung durch ein unabhängiges DWA-Expertenteam unterzogen. Geprüft wurden die Fachkompetenz der Mitarbeiter und die organisatorischen Strukturen des Unternehmens. Die DWA-Experten prüften zudem den technischen Zustand der Anlagen, das Störungsmanagement und die Beachtung der Sicherheitsbestimmungen. Die Stadtentwässerung Frankfurt stellte sich der Überprüfung bereits zum 3. Mal erfolgreich.
 
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Kläranlage Schwerte: Einfluss von Mikroschadstoffen auf Kleinlebewesen im Gewässer wird untersucht

Auf der Kläranlage Schwerte des Ruhrverbands startet am 16. April 2018 der Versuchsbetrieb zu einem Forschungsprojekt, mit dem der Ruhrverband gemeinsam mit Prof. Bernd Sures und seinem Team vom Zentrum für Wasser- und Umweltforschung und der Abteilung Aquatische Ökologie an der Universität Duisburg-Essen (UDE) das Ausmaß der Auswirkungen bestimmter Substanzen auf Kleinlebewesen in heimischen Gewässern untersuchen will. Auf der Kläranlage Schwerte durchläuft ein Teil des Abwassers eine Verfahrensstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen, während der andere Teil konventionell behandelt wird. Die Forscher gehen davon aus, dass die Gewässerorganismen hierauf unterschiedlich reagieren.
Für die Untersuchungen stehen sechs separate Durchflussrinnen zur Verfügung, die mit einem Biosensorsystem des dritten Projektpartners, der Firma LimCo GmbH, ausgestattet sind. „Diese Rinnen beschicken wir kontinuierlich mit Wasser der beiden unterschiedlich gereinigten Abwasserteilströme, die wir zusätzlich noch mit Wasser aus der nahegelegenen Ruhr verdünnen können", erläutert Bernd Sures den Versuchsablauf. „Das Biosensorsystem kann dabei sowohl mit Flohkrebsen als auch mit Eintagsfliegen, die wir als Testorganismen ausgewählt haben, bestückt werden." Neben der Reaktion der aquatischen Organismen hinsichtlich ihres Verhaltensmusters und ihrer Atmungsaktivität wird über die Versuchsdauer auch die Beschaffenheit des eingesetzten Wassers ermittelt. Hierzu entnehmen mehrere Probennehmer kontinuierlich Wasser aus den Durchflussrinnen, das im Kooperationslabor des Ruhrverbands auf Arzneimittel, Antibiotika, Pflanzenschutzmittel, Biozide und östrogen wirksame Substanzen analysiert wird.

Prof. Dr. Bernd Sures
Tel. 0201/183-2617
E-Mail: bernd.sures@uni-due.de
 
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Betreiberwechsel in Rostock

In Rostock und 28 Umlandgemeinden werden die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ab dem 1. Juli 2018 von der Nordwasser GmbH, einem kommunalem Unternehmen, übernommen. Nordwasser tritt damit an die Stelle des bisherigen privaten Betreibers Eurawasser Nord GmbH. Nach 25 Jahren wird so die Rostocker Wasserwirtschaft aus einem öffentlich-privaten Betreiber-Modell vollständig zurück in die kommunale Hand gegeben. Träger der öffentlichen Wasserversorgung und abwasserbeseitigungspflichtige Körperschaft für die Hansestadt Rostock und für den Zweckverband Wasser-Abwasser Rostock-Land, dem 28 Gemeinden im Landkreis Rostock angehören, ist seit 1994 der Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV). Der WWAV hat mit Nordwasser einen Dienstleistungsvertrag über einen Zeitraum von 20 Jahren geschlossen. Die Nordwasser GmbH war im Frühjahr 2015 vom Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV) und der RVV Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH gegründet worden. Mit der Kommunalisierung der Wasserwirtschaft in der Hansestadt und Umgebung favorisieren die Partner WWAV und RVV „ein in der Kostenstruktur transparentes und deutlich effizienteres Modell als das bisherige öffentlich-private Betreibermodell", so Nordwasser in einer Pressemitteilung.
 
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Deutscher Rohstoffeffizienz- Preis 2018: Bewerbungen ab 3. September 2018

Ab dem 3. September 2018 läuft die Bewerbungsfrist für den Deutschen Rohstoffeffizienzpreis 2018. Mit diesem Preis zeichnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Mitmachen können Unternehmen mit bis zu 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Sitz in Deutschland und gemeinnützige Forschungseinrichtungen, zum Beispiel Hochschulinstitute, Fachhochschulen, Fraunhofer-Einrichtungen, Steinbeis- Zentren. Gesucht werden herausragende Beispiele zur Erhöhung der Rohstoff- und Materialeffizienz, zum Beispiel in den Bereichen Rohstoffgewinnung und -aufbereitung, Recycling, Wiederverwendung und Kreislaufzuführung von Rohstoffen, Produktdesign mit verringertem oder verändertem Rohstoff- und Materialbedarf, Substitution von primären Rohstoffen, Optimierung von Produktionsprozessen oder Einführung neuer Prozesse, Neugestaltung des Produktionsumfelds.

https://www.deutscher-rohstoffeffizienz-preis.de
 
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Hamburg Wasser und Remondis gründen Gesellschaft zur Phosphorrückgewinnung

Hamburg Wasser und Remondis Aqua haben am 26. März 2018 die Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH gegründet. Die neue Gesellschaft setzt den Bau der nach eigenen Angaben weltweit ersten großtechnischen Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor auf dem Klärwerk Hamburg um. 2020 soll die Anlage in Betrieb gehen und aus rund 20 000 Tonnen Klärschlammasche 6500 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewinnen.
Der Gründung der Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH ging eine zweijährige Pilotphase voraus, die Hamburg Wasser und Remondis im Jahr 2015 initiiert haben. Der Probebetrieb bestätigte die technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Damit ist das Remondis TetraPhos®-Verfahren nach Ansicht der Projektpartner das derzeit einzig bekannte am Markt, das Phosphor wirtschaftlich zurückgewinnt. Das Projekt in Hamburg wird seit Herbst 2017 durch das Bundesumweltministerium gefördert.

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Die neue DWA-Plattform für digitale Nachbarschaftsarbeit

DWA-Kläranlagen-Nachbarschaften sind seit nunmehr fast 50 Jahren ein wichtiger Bestandteil und lebendiges Beispiel kollegialer Zusammenarbeit. Die Nachbarschaftsarbeit der Vergangenheit war überwiegend vom Erfahrungsaustausch bei den Nachbarschaftstreffen geprägt. Es ist jedoch eine logische Weiterentwicklung, dass im Zeitalter der dynamischen Sofortkommunikation (WhatsApp, Facebook) vor allem der Nachwuchs sich eine Dynamisierung wünscht.
Die DWA hat sich seit einiger Zeit mit Überlegungen beschäftigt, wie die Nachbarschaftsarbeit digital so unterstützt werden kann, dass einerseits Lehrer- und Obleute mehr und leichtere Möglichkeiten der Kommunikation mit ihren Teilnehmern bekommen, andererseits aber auch die Teilnehmer untereinander eine Kommunikationsmöglichkeit mit Sofortkomponente erhalten. Es war klar, dass - überwiegend aus rechtlichen Überlegungen im kommunalen Bereich - die Verwendung von Apps wie WhatsApp oder Facebook nicht möglich ist. Die Lösung lag im Ausbau der bei der DWA bereits (unter anderem für die Gremienarbeit) vorhandenen elektronischen Distributionsplattform (http://edp.dwa.de), die dem ein oder anderen vielleicht bereits aus der Nutzung des Mitgliederbereichs über DWAdirekt (http://www.dwa.de/dwadirekt) bekannt ist.
In Gesprächen mit ausgewählten Pilot-Nachbarschaften und dem Betriebspersonal...
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2-2018 ab Seite 2728

Autor
Andreas Herberger
Makrolog AG
Patrickstraße 43, 65191 Wiesbaden, Deutschland
E-Mail: a.herberger@makrolog.de

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Mikroplastik überall in Fließgewässern und Seen in Süd- und Westdeutschland

In praktisch allen Flüssen West- und Süddeutschlands kann Mikroplastik nachgewiesen werden. Das stellen die Landesanstalten und Landesämter für Umwelt der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in ihrem gemeinsamen Bericht „Mikroplastik in Binnengewässern Süd- und Westdeutschlands" fest. Die fünf Bundesländer haben im Rahmen eines Pilotprojekts oberflächennahe Wasserproben an 25 Flüssen im Einzugsgebiet von Rhein und Donau auf Mikroplastik analysieren lassen und in jedem einzelnen Gewässer unterschiedliche Konzentrationen von Mikroplastik nachgewiesen. Insgesamt 52 Proben wurden vom Projektpartner, dem Lehrstuhl für Tierökologie an der Universität Bayreuth, mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie untersucht.
Insgesamt mehr als 19 000 Objekte wurden analysiert, 4335 davon als Kunststoffpartikel identifiziert. Der Anteil größerer Kunststoffobjekte (Makroplastik) war sehr gering. Rund 99 Prozent der Kunststoffpartikel waren kleiner als fünf Millimeter und damit Mikroplastik zuzuordnen. Auffallend war, dass sehr kleine Mikroplastikpartikel mit einer Größe zwischen 0,3 Millimeter bis 0,02 Millimeter mit rund 62 Prozent am häufigsten vertreten waren. Die Partikel bestanden zumeist aus den Kunststoffsorten Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP), welche die höchsten Marktanteile vor allem für Verpackungen und die meisten Bedarfsgegenstände aus Kunststoff in Europa haben. Hauptsächlich handelte es sich um Kunststofffragmente, unregelmäßig geformte Partikel, die von größeren Kunststoffobjekten stammen können. Zudem wurden an einem großen Teil der Messstellen auch Plastikfasern gefunden. Andere Partikelformen wie Folienreste, sogenannte Beads (Kügelchen) und Pellets wurden seltener nachgewiesen.
Insgesamt liegen die aktuellen Ergebnisse der Länder in der gleichen Größenordnung wie Befunde aus vergleichbaren europäischen und nordamerikanischen Gewässern. In einem nächsten Forschungsvorhaben wird nun das Mikroplastik in den Sedimenten und in verschiedenen Wassertiefen der untersuchten Flüsse analysiert.
Der Forschungsbericht steht zum Download im Internet bereit.

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Neues DWA-Politikmemorandum vorgestellt

„Die Wasserwirtschaft in Deutschland ist gut aufgestellt, dennoch bedarf es weiterer Schritte, um die bestehenden Herausforderungen wie zum Beispiel Spurenstoffe, Mikroplastik, Nitratbelastungen, antibiotikaresistente Keime zu meistern. Hierzu muss der Gesetzgeber die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und die notwendige Forschung fördern." Das sagte der DWA-Präsident Otto Schaaf anlässlich der Vorstellung des DWA-Politikmemorandums in Berlin. Die DWA hat nach der Regierungsbildung ihre Positionen zur Umweltpolitik in einem Memorandum zusammengefasst. Dieses Politikmemorandum wurde dem Bundesumweltministerium und Mitgliedern des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags am 16. April 2018 im Rahmen des DWA-Dialogs zum Gewässerschutz im Hauptstadtbüro der Vereinigung übergeben.
Mit folgenden zentralen Aussagen tritt die DWA nach den Worten von Rechtsanwalt Stefan Kopp-Assenmacher (Berlin), Leiter der DWA-Politikberatung, an die Entscheidungsträger heran:
Wasserrahmenrichtlinie unter Beibehaltung der Ziele jetzt fortentwickeln
Anthropogene Stoffeinträge in den Wasserkreislauf reduzieren
Digitalisierung in der Wasserwirtschaft gestalten
Hochwasser- und Starkregenvorsorge verbessern
Wasserwirtschaft und Landwirtschaft in Einklang bringen
Anreize für die Wasserwirtschaft effizient gestalten

http://de.dwa.de/politikinformationen. html

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Ein Nachbarschafts-Sprecher mahnt

Vergesst mir die Kleinen nicht!

Ich bin in Niederösterreich Sprecher der Nachbarschaft Zwettl und außerdem Obmann einer Genossenschaft. Da ich die Nachbarschaftstage für ein sehr effektives Mittel zu Weiterbildung halte, organisiere ich mit unserem Vize-Bürgermeister seit vorletztem Jahr auch einen Nachbarschaftstag für die Genossenschaften der Gemeinde Langschlag. Genossenschaften sind bei uns kleinere Ortschaften, die sich aus landwirtschaftlichen Betrieben und Einfamilienhäuser zusammensetzen.
Wir haben vor zwei Jahren erstmals die Obmänner und Klärwärter von 16 Genossenschaften der Gemeinde zu einem Nachbarschaftstreffen eingeladen, die Kleinkläranlagen mit einer Ausbaugröße größer 20 EW betreiben (Abbildung 1).
Schon beim ersten Treffen war ich erstaunt, wie viele Probleme es bei den Genossenschaften gibt und wie oft diese schon durch kleine Tipps gelöst werden konnten.
Beim zweiten Treffen hatte ich eine Präsentation vorbereitetet mit verschiedenen Betriebsproblemen....
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2-2018 ab Seite 2723

Andreas Gundacker, Langschlag, Österreich

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Goldener Kanaldeckel ausgeschrieben

Das IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur in Gelsenkirchen hat den Goldenen Kanaldeckel 2018 ausgeschrieben.
Ziel des Goldenen Kanaldeckels ist es, die Bedeutung der Kanalisation in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Die Auszeichnung wird für eine konkrete, projektorientierte Leistung vergeben. Mögliche Preisträger haben herausragende Leistungen beim Neubau, Sanierung oder Betrieb erbracht. Sie haben ein bestimmtes Projekt entweder in Gang gesetzt oder waren an der Umsetzung maßgeblich beteiligt. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 3. August 2018. Bekanntgegeben werden die Preisträger am 11. September 2018.

http://www.ikt.de/ueber-uns/goldener-kanaldeckel
E-Mail: goldenerkanaldeckel2018@ikt.de
 
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Bayern: Start der Kampagne „Schau auf die Rohre"

Für Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen möchte das Bayerische Landesamt für Umwelt zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden und den wasserwirtschaftlichen Fachverbänden die bayerischen Kommunen sensibilisieren. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind das Rückgrat jeder Gemeinde und elementare Daseinsvorsorge. Damit das so bleibt, müssen die Kommunen ihre Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen regelmäßig überprüfen und wenn notwendig sanieren oder erneuern. Zum Start der neuen Kampagne „Schau auf die Rohre" betont Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt: „Die Leitungsnetze der Wasserver- und Abwasserentsorgung sind oftmals der größte Vermögenswert einer Gemeinde. Ihre Instandhaltung ist enorm wichtig, damit diese wertvolle kommunale Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft zur Verfügung steht und bezahlbar bleibt."
Die Kampagne „Schau auf die Rohre" unterstützt Wasserver- und Abwasserentsorger bei der Planung und schrittweisen Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen der Leitungsnetze und bietet anschauliches Informationsmaterial für die Bürger. Dadurch versachlicht die Kampagne die nötige Diskussion und Entscheidungsfindung vor Ort und bietet zahlreiche erfolgreiche Praxisbeispiele von Kanal- und Trinkwassernetzbetreibern aus ganz Bayern. Informiert wird mit Broschüren, Videos, Ausstellungsmaterial und Veran staltungen auf regionaler Ebene. So kann jede Gemeinde die richtige Sanierungsstrategie maßgeschneidert in eigener Zuständigkeit festlegen und durch rechtzeitiges Handeln Schäden vermeiden und Kosten sparen.

www.schaudrauf.bayern.de
 
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IFWW-Förderpreis 2019 ausgeschrieben

Das Institut zur Förderung der Wassergüte- und Wassermengenwirtschaft e. V. (IFWW) lobt auch für 2019 wieder einen Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus. Dabei werden Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit innovativen Methoden oder Verfahren bzw. neuen Erkenntnissen in den Bereichen Trinkwasser, Grundwasser, Gewässerschutz, Flussgebietsmanagement, Abwasser und Abfall/Altlasten befassen. Der Förderpreis wird für zwei Kategorien ausgeschrieben: Promotionen, Diplom-oder Masterarbeiten.
Die Bewerberinnen und Bewerber können die Arbeiten an Universitäten/ Hochschulen, Fachhochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland angefertigt haben. Zugelassen sind auch Gemeinschaftsarbeiten. Die Arbeiten dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und müssen abgeschlossen sein.
Der Förderpreis ist mit insgesamt 4000 Euro dotiert und wird auf der 52. Essener Tagung (20. bis 23. März 2019, Eurogress Aachen) verliehen. Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 30. September 2018. Die Bewerbungsunterlagen sind über das Internet und die IFWW-Geschäftsstelle zu beziehen.

IFWW, c/o
Niersverband
Am Niersverband 10,
41747 Viersen
E-Mail: wilfried.manheller@ifww-nrw.de
www.ifww-nrw.de 

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Bundesumweltministerium stellt GreenTech-Atlas 2018 vor

Der Anteil der GreenTech-Branche am Bruttoinlandsprodukt lag 2016 bei 15 Prozent und wird bis 2025 - so die Prognose - auf 19 Prozent steigen. Das zeigt der GreenTech-Atlas 2018 des Bundesumweltministeriums, der am 13. April 2018 in Berlin im Rahmen der Konferenz „Umweltschutz - Made in Germany. GreenTech für Nachhaltige Entwicklung" vorgestellt wurde.
Der GreenTech-Atlas 2018 belegt einen Vormarsch von „grünen" Produkten und Dienstleistungen, so das Bundesumweltministerium. Das weltweite Marktvolumen lag 2016 bei 3200 Milliarden Euro. Bis 2025 wird es voraussichtlich um jährlich 6,9 Prozent auf über 5900 Milliarden Euro ansteigen. Deutsche Unternehmen haben insgesamt einen Anteil von 14 Prozent am weltweiten Markt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz.
In Deutschland wird das Marktvolumen der GreenTech-Branche den Prognosen zufolge bis 2025 durchschnittlich pro Jahr um 8,8 Prozent zulegen. GreenTech werde sich damit auch zum Jobmotor entwickeln: In den Unternehmen der sechs Leitmärkte (Energieeffizienz, Umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltige Mobilität, Nachhaltige Wasserwirtschaft, Rohstoff- und Materialeffizienz) sind bereits 1,5 Millionen Menschen beschäftigt - Tendenz steigend.

www.greentech-made-in-Germany.de
 
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DWA-Gewässerentwicklungspreis ausgelobt

Nach der vierten Vergabe im Jahr 2016 soll der DWA-Gewässerentwicklungspreis 2019 erneut vergeben werden. Ausgezeichnet werden vorbildlich durchgeführte Maßnahmen zur Erhaltung, naturnahen Gestaltung und Entwicklung von Gewässern im urbanen Bereich. Die Gewässerentwicklung in diesem Sinne umfasst alle Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die wasserwirtschaftliche und ökologische Funktionsfähigkeit und das innerstädtische/innerörtliche Erscheinungsbild sowie den Erlebniswert der Gewässer zu erhalten, nachhaltig zu entwickeln und zu verbessern.
Der Gewässerentwicklungspreis wird in Form eines Findlings mit einer Ehrentafel vergeben. Zusätzlich können Belobigungen ausgesprochen werden. Der Preis wird aufgrund von Vorschlägen oder Bewerbungen verliehen. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2018. Der Preisträger wird anlässlich des „Tag des Wassers" 2019 verkündet.

Das Formular zur Projektbewerbung steht im Internet bereit und kann per E-Mail angefordert werden:
https://de.dwa.de/de/preise.html
E-Mail: aschenbrenner@dwa.de
DWA, Anne Maria Aschenbrenner
Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef
 
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Forschungsprojekt: Städtische Infrastrukturen unter Schrumpfungsbedingungen

„Städtische Infrastrukturen im Stadtumbau unter Wachstums- und Schrumpfungsbedingungen" heißt ein Projekt, das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert wird. Fallbeispiele, in denen Fördermittel zur Anpassung von städtischen Infrastrukturen eingesetzt wurden, stehen im Fokus dieses Forschungsprojekts. Das Projekt untersucht die Anlässe für, die Planungen zu und die Umsetzung von infrastrukturellen Anpassungsmaßnahmen in Stadtumbaukommunen unter Berücksichtigung von Schrumpfungs- und Wachstumsprozessen. Innerhalb dieses Forschungsprojekts wird zwischen Infrastrukturen der Ver- und Entsorgung und denjenigen, die dem Gemeinbedarf dienen (alle Arten von Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche, Sport- und Bildungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, Begegnungsstätten, Einrichtungen der Verwaltung wie Bürgerämter, Vereins- und Gemeinschaftsräume, Einrichtungen zur medizinischen Versorgung und gesundheitlichen Vorsorge, Mehrgenerationenhäuser usw.), unterschieden. Aus dem Forschungsvorhaben sollen als Ergebnis, Leitlinien für die Praxis abgeleitet werden, die zur weiteren Qualifizierung des Förderprogramms Stadtumbau dienen.
E-Mail: evi.goderbauer@bbr.bund.de
 
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Bundesregierung: Flüsse in Deutschland in schlechtem Zustand

Die biologische Vielfalt und das Ökosystem Fluss sind in Deutschland akut bedroht. Nicht einmal sieben Prozent der bewerteten Flussabschnitte erreichen den guten ökologischen Zustand gemäß den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie. 93 Prozent der Fließgewässer Flüsse weisen keine gewässerspezifischen aquatischen Lebensgemeinschaften auf. Ein Fünftel der Flüsse befindet sich in einem schlechten ökologischen Zustand. Bei den Küstengewässern ist kein einziges in einem guten Zustand. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestags-Drucksache 19/1415) auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Auch der artenreiche Lebensraum entlang der Flüsse wurde weitgehend zerstört, 80 Prozent der Auen sind von einem unterschiedlich hohen Verlustrisiko betroffen. Ökologisch weitgehend funktionsfähig sind aktuell nur noch 10 Prozent der untersuchten Auen. Die Bundesregierung schreibt allerdings auch: „Durch Renaturierung der Flüsse und Auen können die Ökosystemleistungen der Flüsse und Auen wieder verbessert werden."
 
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Antibiotikaresistente Erreger im Wasser

Nach Ansicht der Bundesregierung kann nicht ausgeschlossen werden, dass antibiotikaresistente Erreger auf in Badegewässern badende Menschen übertragen werden können. Dies gelte insbesondere für „Personen, die nach medizinischen Maßnahmen nur über eine abgeschwächte Immunabwehr verfügen". Es bestehe aber noch weiterer Forschungsbedarf, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (Bundestags-Drucksache 19/1125) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Grünen hatten sich darin auf Medienberichte bezogen, nach denen in Oberflächengewässern in Niedersachsen solche Erreger gefunden wurden. Die Bundesregierung betont in der Antwort, dass für die Gewässerüberwachung die Länder zuständig seien. Sie wolle sich bei den Ländern aber nun kurzfristig nach dem Sachstand bezüglich der Belastung von Gewässern mit antibiotikaresistenten Keimen erkundigen, schreibt die Bundesregierung.
 
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Baden-Württemberg: 138 Millionen Euro für Wasserwirtschaft und Altlastensanierung

Mit rund 138 Millionen Euro aus Mitteln des Kommunalen Investitionsfonds unterstützt das Umweltministerium Baden- Württemberg die Kommunen über das Förderprogramm „Wasserwirtschaft und Altlasten" dieses Jahr. „Maßnahmen, die eine sichere Versorgung mit Trinkwasser, die umweltschonende Entsorgung von Abwasser, die Untersuchung und Sanierung kommunaler Altlasten, Gewässerrenaturierungen und modernen Hochwasserschutz gewährleisten, stellen unsere Städte und Gemeinden vor enorme finanzielle Herausforderungen", sagte Umweltminister Franz Untersteller. „Deshalb ist es wichtig, dass das Land den Kommunen zur Daseinsvorsorge finanziell unter die Arme greift."
Um die Wasserversorgung weiter verbessern zu können, unterstützt das Umweltministerium die Städte und Gemeinden im Land mit insgesamt 15 Millionen Euro. Fast 62 Millionen Euro stehen den Kommunen zur Verfügung, um ihre Abwasserbeseitigung zu modernisieren und so dazu beizutragen, die Qualität der Gewässer im Land weiter zu verbessern.
Für Maßnahmen der Städte und Gemeinden im Bereich Hochwasserschutz und Gewässerökologie gewährt die Landesregierung Zuschüsse in Höhe von 43 Millionen Euro. Die Mittel sind vorgesehen für zahlreiche kleinere Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Verbesserung der naturnahen Entwicklung der Gewässer. Das Umweltministerium möchte aber auch größere Projekte unterstützen.
Für die Erfassung, Untersuchung und Sanierung kommunaler Altlasten sind Fördermittel in Höhe von 18 Millionen Euro eingeplant. Welche größeren Maßnahmen unterstützt werden sollen, wird ein Verteilungsausschuss Mitte des Jahres bewerten und entscheiden.
 
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Neue Online-Plattform für vorsorgende Wasseranalytik

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt
Projekt „FOR-IDENT - Nachhaltigkeit" wird bis zum Jahr 2019 eine offene Softwareplattform entwickeln, die unterschiedliche Strategien zur Auswertung unbekannter Chemikalien im Wasser kombiniert und verlinkt. Die Grundlagen für die Online-Plattform zur vorsorgenden Wasseranalytik haben die beiden Vorgängerprojekte RISK-IDENT und FOR-IDENT gelegt.
In den zwei Vorgängerprojekten wurde die Datenbank STOFF-IDENT mit mehr als 10 000 potenziell gewässerrelevanten Stoffen als Basis für die wissenschaftliche Arbeitsplattform FORIDENT entwickelt. Bis dahin war es nur eingeschränkt möglich, unbekannte Moleküle im Wasser schnell zuzuordnen bzw. zu identifizieren. Doch das Prinzip der vorsorgenden Analytik (Suspected Screening oder Non-Target Screening) ist gerade auch bei der Qualitätsprüfung von Oberflächengewässern wichtig. Durch die bereits erfolgte Ansiedlung der STOFF-IDENT Datenbank beim Bayerischen Landesamt für Umwelt wird sichergestellt, dass die zugrundeliegende Datenbasis aktuell und qualitativ hochwertig bleibt.
 
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„Wasser ist Leben" Motto des Umweltpreises 2018

Rheinland-Pfalz hat den Umweltpreis des Landes in diesem Jahr unter das Motto „Wasser ist Leben" gestellt. „Wir suchen die besten Ideen und herausragende Leistungen aus dem Bereich der Wasserwirtschaft in ihrer ganzen Vielfältigkeit", sagte Ministerin Ulrike Höfken Mitte Februar Mainz anlässlich des Startschusses für die offizielle Bewerbungsphase. Die Vorschläge sollten aus den Bereichen Wasserversorgung oder Abwasserbeseitigung kommen, der nachhaltigen Wirtschaftsweise wie etwa der gewässerschonenden Landwirtschaft, aus dem Bereich Wasser, dem Gewässererlebnis oder der Umweltbildung. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 9000 Euro dotiert. Sie geht zu gleichen Teilen an die drei besten Bewerbungen. Einsendeschluss ist der 18. Mai 2018. Mehr Informationen zu den Teilnahmebedingungen:

http://s.rlp.de/UmweltpreisRLP
 
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Baden-Württemberg: Think Tank „Industrielle Ressourcenstrategien" eröffnet

Einen „Think Tank" ‚Industrielle Ressourcenstrategien‘ hat Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller am 20. Februar 2018 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eröffnet. Der Think Tank soll auf wissenschaftlicher Basis praktische und innovative Lösungen, Konzepte und Handlungsempfehlungen entwickeln und dabei sowohl den Produktionsprozess in den Unternehmen als auch die dabei eingesetzte Energie und natürlichen Ressourcen im Blick haben.
Die Denkfabrik wird sich mit Fragen der Transparenz von Rohstoffen, der gesamtheitlichen Betrachtung einer unternehmerischen Kreislaufwirtschaft unter ökologischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten sowie den Herausforderungen des industriellen Wandels an die Versorgung, Verfügbarkeit und Sicherung von Rohstoffen beschäftigen.
Der Think Tank ist zunächst auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt. Die Kosten von zwei Millionen Euro im Jahr teilen sich das Land Baden-Württemberg und die Industrie.

www.um.baden-wuerttemberg.de/de/ wirtschaft/ressourceneffizienz-und-umwelttechnik/think-tank
 
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Mehr Stromeffizienz in Unternehmen - Ausschreibung des Bundeswirtschaftsministeriums

Vom 1. März bis 31. Mai 2018 läuft die fünfte Ausschreibungsrunde von STEP up!, eines wettbewerblichen Förderprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, mit dem investive Maßnahmen von Unternehmen zur Verbesserung ihrer Stromeffizienz gefördert werden. In der fünften Runde gibt es zwei Ausschreibungen: In der offenen Ausschreibung (technologie- und sektoroffen) können reine Stromeffizienzprojekte gefördert werden. Im Rahmen der geschlossenen Ausschreibung, deren Fokus dieses Mal auf dem Thema „Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in der Wasser- und Abwassertechnik" liegt, werden neben Stromeffizienzprojekten auch investive Projekte gefördert, bei denen zusätzlich wärmeseitig Energieeinsparungen erzielt werden können (Kombi-Projekte „Strom - Wärme"). Gefördert werden dabei auch Maßnahmen, welche die Effizienz bei der Prozesswassernutzung verbessern.
Fördervoraussetzungen bei STEP up! sind, dass die Maßnahme eine strombezogene Amortisationszeit von mehr als drei Jahren aufweist, und dass das Verhältnis zwischen beantragter Fördersumme und prognostizierter Stromeinsparung kleiner ist als 0,1 €/kWh. Gefördert werden bis zu 30 % der Investitionsmehrkosten im Vergleich zu einer Standardanlage. Durchgeführt wird der Wettbewerb vom Projektträger VDI/VDE Innovation  Technik GmbH in Kooperation mit der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH.

https://www.stepup-energieeffizienz.de
 
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Drogennachweis im Abwasser: EVS beteiligt sich an EU-weiter Bestandsaufnahme SCORE

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat sich im vergangenen Jahr mit seinen beiden größten Kläranlagen in Saarbrücken-Burbach und Saarbrücken-Brebach an der europaweiten Studie SCORE zu illegalen Drogenrückständen im Abwasser beteiligt. Über die Konzentrationen von Drogen bzw. deren Abbauprodukten im Abwasser können Rückschlüsse auf den Konsum im Einzugsgebiet geschlossen werden. Nur wenn man die Konsummuster kennt, kann man auch zielgerichtete Maßnahmen entwickeln. Je mehr Kläranlagen sich beteiligen, umso zuverlässiger ist am Ende die Datenbasis und umso zuverlässiger sind auch die daraus abgeleiteten Thesen. Beim EVS wurde in drei jeweils siebentägigen Probenahmezyklen im Juni, September und November 2017 Abwasser im Zulaufbereich der Kläranlagen Burbach und Brebach entnommen.

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Projektstart: Wie gefährlich ist Reifenabrieb?

Den Einfluss von Reifenabrieb auf die Umwelt untersucht Fraunhofer UMSICHT im neuen Verbundprojekt „TyreWearMapping". Denn Reifen verlieren mit der Zeit an Substanz und setzen Kleinstpartikel in Form von Feinstaub oder Mikroplastik frei.
Ein gängiger PKW-Reifen wiegt am Ende seines im Durchschnitt 50 000 km langen bzw. vier Jahre dauernden Lebens gut 1 bis 1,5 kg weniger als zu Beginn. Bei fast 46 Millionen zugelassenen PKW in Deutschland summiert sich der Reifenabrieb innerhalb dieses Zeitraums auf 184 000 bis 276 000 Tonnen, was auf das Jahr gerechnet einer Belastung von 46 000 bis 69 000 Tonnen Reifenabrieb - allein von PKW - entspricht. Hinzu kommt Reifenabrieb durch weitere Verkehrsteilnehmer wie LKW, Busse, Traktoren oder auch Baufahrzeuge, ebenso Krafträder und Fahrräder. Der Abrieb gilt nachweislich als Mitverursacher für Feinstaubbelastungen in den Städten, ist unter anderem verantwortlich für nanopartikulären Ruß und laut einer Studie der Weltnaturschutzunion IUCN eine der größten Quellen für Mikroplastik in der Umwelt.
Umfassende Studien zu Mengen und Verbreitungswegen von Reifenabrieb in Deutschland gibt es bislang nicht. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Verbundprojekt TyreWearMapping will diese wissenschaftliche Lücke schließen.

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Förderung für regionales Phosphorrecycling

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Thema „Regionales Phosphor-Recycling" (RePhoR). Die entsprechende Richtlinie wurde im Bundesanzeiger vom 9. März 2018 veröffentlicht. Die Förderung erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Phase („Konzeptphase") sollen Konzepte für ein regionales P-Recycling erarbeitet werden. Im Anschluss werden aus den vorliegenden Konzepten die besten ausgewählt. Diese erhalten in der zweiten Phase („Umsetzungsphase") eine Förderung zur Realisierung der Konzepte. Ziel der Fördermaßnahme ist es, durch innovative wirtschaftliche Lösungen zum regionalen P-Recycling einen Beitrag zur Umsetzung der neuen Klärschlammverordnung zu leisten. Gefördert werden Projekte mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis. Wichtig ist die Anwendungsnähe; reine Grundlagenforschung wird nicht gefördert. Förderanträge für die Konzeptphase sowie für ein begleitendes Vernetzungs- und Transfervorhaben können bis zum 29. Juni 2018 eingereicht werden.

https://www.bmbf.de/foerderungen/ bekanntmachung-1648.html

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Deutschlands nachhaltigste Unternehmen und Kommunen gesucht

Die Wettbewerbe um den 11. Deutschen Nachhaltigkeitspreis haben begonnen. Mit Europas größter Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement würdigt die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Die Preise werden am 7. Dezember 2018 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen vergeben. Die DWA ist institutioneller Partner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.
Um den 11. Deutschen Nachhaltigkeitspreis können sich Unternehmen bewerben, die sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen erfolgreich den ökologischen und sozialen Herausforderungen der Zukunft stellen. Auch Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und in den wichtigen Themenfeldern der Verwaltung erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisieren, können teilnehmen. Die Wettbewerbe um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung, den DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen" sowie den Next Economy Award für Startups beginnen am 12. März 2018.

www.nachhaltigkeitspreis.de
 
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Mecklenburg-Vorpommern: Öffentlichkeitsbeteiligung zum Meeresschutz gestartet

Bis zum 31. August 2018 sind die Berichtsentwürfe zum aktuellen Umweltzustand der deutschen Nord- und Ostseegewässer öffentlich einsehbar. Bis dahin kann jeder zu den von Bund und Küstenländern gemeinsam vorbereiteten und veröffentlichten Entwürfen Stellung nehmen. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht die beiden Berichtsentwürfe zum Zustand der deutschen Ostseegewässer 2018 und zum Zustand der deutschen Nordseegewässer 2018. Die Berichte sind im Zuge der Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (EG MSRL) anzufertigen.

www.meeresschutz.info
 
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Förderrichtlinie Kleinserien- Klimaschutzprodukte in Kraft

Zum 1. März 2018 ist die am 16. November des letzten Jahres vom Bundesumweltministerium veröffentlichte „Richtlinie zur Förderung von innovativen marktreifen Klimaschutzprodukten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative" in Kraft getreten. Mit drei Modulen ist die Förderrichtlinie auch für die Wasserwirtschaft interessant. So bezieht sich Modul 1 auf Kleinwasserkraftanlagen in technischen Installationen bis 30 kW. Nach Modul 2 können energieeffiziente Geräte zur lokalen Sauerstoffproduktion gefördert werden; als Anwendung werden ausdrücklich Klärwerke genannt. Modul 3 regelt die Förderung von dezentralen Einheiten zur Wärmerückgewinnung aus Abwasser in Gebäuden.
Von der Förderung profitieren können Unternehmen ebenso wie Kommunen und weitere Organisationen. Förderanträge zu der Richtlinie nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entgegen. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich online.

www.klimaschutz.de/ kleinserien-richtlinie  

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Schleswig-Holstein beruft Klärschlammbeirat ein

Um neue Wege der Entsorgung von Klärschlamm zu entwickeln, hat das Umweltministerium Schleswig-Holstein am 9. März 2018 einen Klärschlammbeirat gegründet. Unter Leitung von Staatssekretär Tobias Goldschmidt wollen Land und Kommunen sowie die Landwirtschaft und die Verbände der Entsorgungswirtschaft gemeinsame Strategien zur Neuausrichtung entwickeln. Diese sollen dann in den Abfallwirtschaftsplan Klärschlamm einfließen.
Wesentliche Herausforderung in Schleswig-Holstein nach Inkrafttreten der neuen Klärschlammverordnung wird nach Angaben des Umweltministeriums sein, für den größten Anteil der dort anfallenden Klärschlämme neue Entsorgungswege aufzuzeigen, die thermische Klärschlammbehandlung entsprechend zu berücksichtigen und Maßnahmen für die Phosphorrückgewinnung aufzuzeigen. Neben der mittelfristigen Klärschlammplanung geht es aber auch um aktuelle Entsorgungsfragen, die im Zusammenhang mit der Düngeverordnung gelöst werden müssen.
Der jetzt einberufene Klärschlammbeirat soll sowohl Lösungsstrategien für die Klärschlammentsorgung entwickeln als auch als Informationsplattform für die betroffenen Akteure dienen. Vertreten sind die DWA, der Bauernverband, der Landkreistag, der Gemeindetag, der Städtetag, die Landwirtschaftskammer, der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
 
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Niedersachsen: Umweltministerium lässt Gewässer nach multiresistenten Keimen untersuchen

Um die Verbreitung von antibiotikaresistenten Erregern in der Umwelt zu untersuchen, hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies eine Beprobung von Gewässern in Niedersachsen angekündigt. Insgesamt sollen an die 200 Proben an verschiedenen Stellen genommen werden, darunter Standorte an Kläranlagen, in Regionen mit einer hohen Viehdichte sowie an Stellen, an denen bereits die Gewässergüte beprobt wird. Untersucht werden sollen ebenfalls Stellen im Küs tenbereich sowie vermeintlich unbelastete Standorte. Die Ergebnisse sollen bis zum Sommer vorliegen.
Das Land selbst beschäftigt sich bereits seit 2016 intensiv mit diesem Thema. Damals hat der Interministerielle Arbeitskreis der Niedersächsischen Landesregierung eine Strategie gegen Antibiotikaresistenz beschlossen und 2017 den Abschlussbericht für eine Antibiotikastrategie vorgelegt. Die Strategie verfolgt den „One-Health-Ansatz", nach dem die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in Beziehung stehen und somit auch gemeinsam betrachtet werden müssen.
Für die Verunreinigung von Gewässern durch antibiotikaresistente Keime interessiert sich auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag in einer Kleinen Anfrage (Bundestags-Drucksache 19/815). Die Fraktion möchte von der Bundesregierung wissen, aus wie vielen Oberflächengewässern in Deutschland Trinkwasser gewonnen wird. Zudem fragen die Grünen unter anderem, ob diese Gewässer auf eine Belastung mit diesen Keimen untersucht werden.

www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de

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Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur" nach weiterbildendem Masterstudiengang möglich

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat am 5. März 2018 in einer Grundsatzentscheidung geklärt, dass die Berufsbezeichnung „Ingenieur" in Nordrhein-Westfalen neben weiteren Voraussetzungen auch führen darf, wer ein zweijähriges weiterbildendes technisches oder naturwissenschaftliches Masterstudium an einer deutschen Hochschule mit der Masterprüfung bestanden und insgesamt mindestens drei Studienjahre erfolgreich in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung an einer deutschen Hochschule studiert hat. Ob zuvor ein Bachelorstudium absolviert worden ist, ist dann unerheblich (Aktenzeichen: 4 A 542/15, 4 A 480/14).
Geklagt hatten in den gegen die Ingenieurkammer-Bau NRW gerichteten Verfahren ein Feuerwehrmann aus Haltern und ein langjähriger Beschäftigter bei einem Bauunternehmen aus dem Kreis Borken. Sie waren ohne vorheriges Bachelorstudium aufgrund ihrer Berufserfahrung zu weiterbildenden technischen Masterstudiengängen an der Fachhochschule Kaiserslautern zugelassen worden. Dies setzte in den gewählten Studiengängen bei Studienbewerbern ohne Bachelorabschluss voraus, dass die Hochschule die Gleichwertigkeit der ander weitig erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit denen eines grundständigen Studiums feststellte. Nach zweijähriger Studiendauer und erfolgreichem Masterabschluss verweigerte die Ingenieurkammer-Bau NRW den Klägern die Aufnahme in ihr Mitgliederverzeichnis als freiwillige Mitglieder, weil sie kein einheitliches technisches Grundstudium mit einem Mindestanteil an ingenieurspezifischen Inhalten und einer Mindestdauer von drei Jahren absolviert hätten.
Das Oberverwaltungsgericht hat klargestellt, dass sich derartige Erfordernisse dem geltenden Landesrecht nicht entnehmen ließen. Erforderlich sei danach (nur) das Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung an einer deutschen Hochschule mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren. Bei Änderung des Ingenieurgesetzes im Jahr 2013 habe der Gesetzgeber inländische Studienbewerber gegenüber EU-Ausländern nicht benachteiligen wollen. Deshalb müsse auch deutschen Absolventen entsprechend der seinerzeit maßgeblichen Fassung der Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG die Möglichkeit eröffnet werden, bei Vorliegen eines berufsqualifizierenden Abschlusses nach einer kürzeren Studiendauer die fehlende Studienzeit in einem gesonderten technischen Studiengang abzuleisten.
In der mündlichen Verhandlung hat der Vorsitzende Richter ergänzend darauf hingewiesen, dass die Länder derzeit im Interesse bundesweit vergleichbarer Regelungen ein Muster-Ingenieurgesetz abstimmten. Erwogen werde dabei, künftig zusätzlich einen Mindestanteil des Studiums der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu verlangen. Dies entspreche aber noch nicht dem geltenden Recht in Nordrhein-Westfalen.

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Nur 8 % waschen ihre Hände in korrekter Weise

Kaum einer wäscht seine Hände nach dem Toilettengang richtig. Das stellten Studierende der Fakultät für Angewandte Psychologie der SRH Hochschule Heidelberg im Rahmen einer Beobachtungsstudie an 1000 Menschen fest.
Dabei lasse sich das Infektionsrisiko mit Viren und Bakterien durch eine korrekt ausgeführte Handhygiene um bis zu 99,9 % verringern. Denn rund 80 % aller ansteckenden Krankheiten würden über die Hände übertragen, mit denen ein Mensch im Durchschnitt 16 Mal pro Stunde sein Gesicht berührt. So gelangen Keime durch Mund, Nase und Augen über die Schleimhäute in den Körper und entwickeln sich dort zur Infektion. In ihrem Experimentalpraktikum beobachteten zehn Psychologie-Studierende der SRH Hochschule Heidelberg die Besucher mehrerer öffentlicher Toiletten in und um Heidelberg.
Danach verzichteten rund 7 % gänzlich auf das Händewaschen. 27 % wuschen ihre Hände nur mit Wasser, und rund 58 % benutzten Wasser und Seife, allerdings nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit. Lediglich rund 8 % reinigten ihre Hände vorbildlich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt hierfür eine mindestens 20 Sekunden dauernde Reinigung mit Wasser und Seife nicht nur der Handflächen, sondern auch der Fingerzwischenräume.
Auch zwischen den Geschlechtern bestand ein bedeutender Unterschied im Händewaschverhalten. Während ca. 11 % der Männer auf das Reinigungsritual gänzlich verzichteten, sind es bei den Frauen nur 3 %. Mit Wasser und Seife, allerdings ohne Berücksichtigung der Intensität, rückten immerhin 82 % der untersuchten Frauen den Ansteckungskeimen auf den Leib. Bei den Männern waren es nur 51 %. Der Handkontakt mit Männern birgt also ein höheres Übertragungsrisiko.

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Forschungspreis „Transformative Wissenschaft 2018" ausgelobt

Zum zweiten Mal vergibt das Wuppertal Institut den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft". In diesem Jahr werden Forschungsarbeiten gesucht, die in Reallaboren stattfinden. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird von der Zempelin-Stiftung im Stifterverband gefördert. Bewerben können sich Forscherteams oder einzelne Personen bis zum 14. Mai 2018.
„Reallabore sind wissenschaftlich konstruierte Räume einer kollaborativen Nachhaltigkeitsforschung mit Interventionscharakter", so die Erklärung des Wuppertal Instituts in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Sie verweisen auf Forschung, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Transformationsprozesse anstoßen oder auch aktiv begleiten. Die Spannbreite reicht von Interventionen mit Randomisierung und Kontrollgruppen, über Quasi- und Feldexperimente bis zum Aufbau von Transformationsräumen mit kontinuierlichen Interventionen. Die Begriffsvielfalt rund um Reallabore ist groß, neben Reallaboren sind beispielsweise Begriffe wie Sustainable Living Labs, Urban Transition Labs und Innovation Labs im Gespräch."

https://wupperinst.org/forschung/ forschungspreis

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Online-Befragung zu „Fachkraft für Abwassertechnik und Digitalisierung"

Mit einer Online-Befragung zur Fachkraft für Abwassertechnik sollen derzeitige und absehbare, insbesondere durch die Digitalisierung ausgelöste Veränderungen im Arbeits- und Ausbildungskontext der Berufe erfasst werden, um Schlussfolgerungen für die künftige Aus- und Weiterbildung zu ziehen. Durchgeführt wird die Befragung, an der alle Fachleute teilnehmen können, vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Diese führen ein Berufe- Screening durch, bei dem die Auswirkungen der Digitalisierung auf ausgewählte Ausbildungsberufe untersucht werden.

https://uzbonn.de/bibb4.0
www.berufsbildungvierpunktnull.de  

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Wassergefährdende Stoffe: Ergebnisse der UBA-Informationsveranstaltung „WGK-Einstufung nach AwSV" online

Am 17. November 2017 veranstaltete das Umweltbundesamt (UBA) eine Informationsveranstaltung zur Einstufung von Stoffen und Gemischen nach der neuen Bundesverordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Betroffene Vollzugsbehörden und Anlagenbetreiber waren eingeladen sich interaktiv mit dem neuen Einstufungsverfahren nach AwSV vertraut zu machen. Die Ergebnisse stehen ab nun online zur Verfügung.
Im Rahmen einer Vortragspräsentation wurden Anlagenbetreiber und Vollzugsbehörden über die Neuerungen des Einstufungssystems, über das neue Antragsverfahren und die dadurch hinzugewonnene Rechtssicherheit sowie die Veröffentlichung der Alteinstufungen und zukünftigen Einstufungen im Bundesanzeiger informiert. Dabei stellte das UBA den neuen Einstufungsleitfaden in Form einer Internetseite zu den wassergefährdenden Stoffen vor. Hintergrund ist das Inkrafttreten der neuen Bundesverordnung AwSV am 1. August 2017. Mit der Verordnung ergeben sich Neuerungen bei der Einstufung dieser Stoffe in Wassergefährdungsklassen (WGK), unter anderem die Einführung der Kategorie „allgemein wassergefährdend". Einstufungsanträge werden ab sofort nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz beschieden, außerdem werden die rechtsverbindlichen Stoffeinstufungen vom Umweltbundesamt im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Auch zu der vorangegangenen Informationsveranstaltung im Jahr 2013 sind die Unterlagen verfügbar. Das Umweltbundesamt plant, in Zukunft eine derartige Informationsveranstaltung zu wiederholen.

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Wetter 2017: Warm und oft extrem

Zu warm, ein leichter Überschuss bei den Niederschlägen, aber vor allem oft extrem, mit diesen Eigenschaften kennzeichnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) das Deutschlandwetter im Jahr 2017. Der Januar begann mit teilweise strengen Nachtfrösten, die zahlreiche Gewässer zufrieren ließen. Im Februar schien der Winter bereits auf dem Rückmarsch zu sein: Im Flachland fiel verbreitet keine einzige Schneeflocke. Der März war sogar der wärmste seit Messbeginn 1881. Im April folgte dann jedoch ein jäher Kälterückfall mit Minusgraden, der sich katastrophal auf die schon sehr weit fortgeschrittene Vegetation auswirkte. Nach nass-kühlem Beginn rollte bereits Ende Mai die erste Hitzewelle heran. Der Sommer präsentierte sich im Süden sehr heiß, im Norden eher kühl. Dabei herrschte zunächst Trockenheit, im Juli und August fiel dann oft reichlich Niederschlag. Auch der September verlief nass und dabei etwas zu kühl. Der Oktober gehörte dann wieder zu den wärmsten seit 1881. Die Orkane „Xavier" und „Herwart" forderten Menschenleben und verursachten große Schäden. Anfang November begann eine längere Niederschlagsperiode mit nur wenigen trockenen Tagen, die bis zum Jahresende anhielt. In der Adventszeit fiel gelegentlich auch im Flachland etwas Schnee, der jedoch bei Tauwetter immer wieder rasch verschwand.
Mit 9,6 °C war 2017 1,4 Grad wärmer als der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Bezogen auf die spätere Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 0,7 Grad. Es zählt zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen 1881. Die Niederschlagsmengen waren laut DWD ausreichend. Mit rund 850 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf das Jahr sein Soll von 789 l/m² um acht Pro zent. Die größte 24-stündige Menge fiel in Berlin-Tegel am 29. Juni mit 196,9 l/ m². Auch dadurch bedingt erlebte Berlin mit 815 l/m² (Soll 573,1 l/m²) den nasstesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Große Regenmengen fielen auch im Harz. Die Eckertalsperre im Harz meldete am 25. Juli 163 l/m² und vom 24. bis zum 26. Juli sogar 302 l/m². Am meisten Regen und Schnee fiel am Nordrand der Alpen mit örtlich über 2500 l/m². Am trockensten blieben der nördliche Oberrheingraben und das südöstliche Harzvorland, wo lokal weniger als 500 l/m² im gesamten Jahr zustande kamen.

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„Essen macht´s klar" ist Kampagne des Monats

Auszeichnung für die Essener Kampagne „Essen macht´s klar - weniger Medikamente im Abwasser". Die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) hat die Aufklärungskampagne als Kampagne des Monats Januar ausgezeichnet. Die ZfK hebt in ihrer Auszeichnung des Projekts besonders hervor, dass neben der klassischen Medien- und Marketingarbeit die Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zentraler Bestandteil sind. Die ZfK betont weiter, dass alle Materialien so konzipiert sind, dass in der Zukunft auch andere Institutionen diese adaptieren können. Hinter der Kampagne stehen die Emschergenossenschaft, der Ruhrverband, die Stadt Essen und das nordrhein-westfälische Landesumweltministerium. Seit Herbst 2017 machen u. a. Plakate, Postkarten und Flyer in über 130 Apotheken und knapp 1000 Arztpraxen Essens die Bürgerschaft darauf aufmerksam, dass Tablettenreste nichts in Klo und Spüle zu suchen haben. Passend zum nächsten Weltwassertag am 22. März und der Essener Aktion SauberZauber 2018 geht der zweite Kampagnenteil an den Start. Ziel ist es dann, Essens Einwohner über die Medikamentensammelaktion vom 10. bis 24. März 2018 - und die Rücknahme in sich beteiligenden Apotheken - noch weiter für das Thema zu sensibilisieren.
 
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Rheinland-Pfalz: neue Förderrichtlinie Wasserwirtschaft vorgestellt

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken hat kommunalen Vertretern der Wasserwirtschaft die neue Förderrichtlinie Wasserwirtschaft vorgestellt. Ziel sei, die Versorgung mit Trinkwasser und die Reinigung der Abwässer für Bürgerinnen und Bürger bezahlbar zu halten und gleichzeitig den ökologischen Zustand der Flüsse und Bäche im Land weiter zu verbessern. Als wichtige Themenfelder und neue Förderschwerpunkte wurden beispielsweise festgelegt: die Verbesserung der Energieeffizienz und Eigenenergieerzeugung in der Wasserversorgung bzw. Abwasserbeseitigung, Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur Wasser bzw. Abwasser, Maßnahmen zur gezielten Schadstoffverminderung Gewässermaßnahmen zum Schutz des Lebensraums für Pflanzen und Tiere sowie die Vermeidung hochwasserbedingter Risiken.
Die neugefasste Förderrichtlinie trat am 22. Januar 2018 in Kraft. In diesem Jahr stehen rund 100 Millionen Euro für Maßnahmen bereit. Die Informations broschüre zur Neuauflage der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft ist online abrufbar:
http://s.rlp.de/FoerderrichtlinienWWV
 
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Nordrhein-Westfalen: Land fördert Innovationen aus Energie- und Umweltwirtschaft mit zusätzlich 14 Millionen Euro

Für den „Leitmarktwettbewerb EnergieUmweltwirtschaft.NRW" stehen insgesamt mindestens 4 dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Zusätzlich werden zur Kofinanzierung Landesmittel des Umweltministeriums, des Wirtschaftsministeriums und des Wissenschaftsministeriums bereitgestellt. So haben seit Beginn der Förderperiode bereits 45 Projekte Zuwendungen in einer Höhe von insgesamt 46,6 Millionen Euro erhalten, nunmehr werden zwölf weitere Verbundprojekte mit zusätzlich 14 Millionen Euro gefördert. Das teilte das nordrhein-westfälische Umweltministerium mit.
Mit den Leitmarktwettbewerben sollen der Transfer wissenschaftlichen Know-hows in die wirtschaftliche Nutzung, die Erschließung neuer Märkte, der Abbau von Innovationshemmnissen sowie das Schließen bestehender Lücken in den Wertschöpfungsketten befördert werden. Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Der Wettbewerb wird in vier Einreichrunden durchgeführt. Die nächste und zugleich letzte Einreichungsfrist endet am 17. Mai 2018.
www.leitmarktagentur.nrw
 
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Neue Verbandsstruktur: aus AZV Pinneberg wird AZV Südholstein - Kommunalunternehmen ist aufgelöst

Einen neuen Namen und eine neue Struktur hat der Abwasserentsorger nordwestlich von Hamburg: Als Abwasser-Zweckverband Südholstein übernimmt der bestehende Verband künftig Sammlung, Transport und Reinigung des Abwassers aus dem Kreis Pinneberg, Teilen der Kreise Segeberg und Steinburg sowie für die nordwestlichen Stadtteile von Hamburg. Am 15. Januar 2018 beschloss die Verbandsversammlung eine neue Satzung. Zuvor hatten alle 44 Verbandsmitglieder einen öffentlich-rechtlichen Vertrag unterzeichnet, der die Umstrukturierung ermöglichte.
Bislang existierten zwei Organisationen: Der Abwasser-Zweckverband Pinneberg war für die Abwasserentsorgung ab Gemeindegrenze und für die Klärschlammbehandlung zuständig. Sein Kommunalunternehmen azv Südholstein, Anstalt des öffentlichen Rechts, führte dies operativ aus, verfügte aber zusätzlich über weitere Aufgaben wie die Betreuung innerörtlicher Kanalnetze. Deren Übernahme war durch die Gründung des Kommunalunternehmens im Jahr 2009 vereinfacht worden, allerdings sorgte die Doppelstruktur auch für einen erhöhten Verwaltungs- und Abstimmungsaufwand. Deshalb ist der Abwasserentsorger zum einheitlichen Zweckverband zurückgekehrt und hat das Kommunalunternehmen aufgelöst. Der Sitz des Abwasser-Zweckverbands Südholstein ist das Klärwerk Hetlingen.
 
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Mikroschadstoffe stressen Wasserorganismen

Schon seit dem letzten Jahr untersucht der Erftverband mit dem Forschungsprojekt „Ökologische Auswirkungen von Mikroschadstoffen" gemeinsam mit der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft, dem Niersverband, Wasserverband Eifel-Rur, Wupperverband und der Universität Koblenz- Landau, ob und wie sich Mikroschadstoffe im Wasser auf die Entwicklung von Wasserorganismen und wirbellosen Tieren auswirken.
Erste Ergebnisse von im Labor gehaltenen Wasserorganismen zeigen, dass etwa Köcherfliegen, die in unbelastetem Wasser leben, weniger Energie verbrauchen und daher mehr Reservestoffe wie Fette oder Speicherstärke einlagern können. Dasselbe Ergebnis zeigt sich auch bei Köcherfliegen, die in mit Aktivkohle behandeltem Kläranlagenablauf gehalten wurden. Auch diese Tiere verbrauchten weniger Energie und konnten Reservestoffe einlagern.
Anders die Köcherfliegen, die in unbehandeltem Kläranlagenablauf lebten. Sie konnten im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen weniger Energiereserven einlagern und verbrauchen offensichtlich mehr Energie, um ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Die Analyse wird nun mit Proben aus dem Freiland wiederholt. Hierzu haben Biologen im Frühjahr an insgesamt elf verschiedenen Kläranlagen, darunter die Klärwerke des Erftverbands in Bad Münstereifel-Kirspenich, Euskirchen- Kessenich und Grevenbroich, Insektenlarven, Schnecken und andere wirbellose Tiere entnommen. Die oberhalb und unterhalb der Kläranlagenabläufe vorkommenden Organismen werden derzeit im Labor der Universität Koblenz- Landau hinsichtlich ihres Energiestoffwechsels untersucht. Gleichzeitig analysieren die Labore der Verbände das Vorkommen von rund 200 verschiedenen Mikroschadstoffen, die den Stoffwechsel der Tiere möglicherweise beeinflussen.
Das Forschungsprojekt dauert voraussichtlich bis Ende 2018. Die Kosten belaufen sich auf rund 152 000 Euro, die gleichermaßen von den beteiligten Verbänden getragen werden. Die Ergebnisse des Vorhabens fließen beim Erftverband ein in das Projekt „Spurenstoffagenda Erft".
 
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Sachsen: 2016 deutlich weniger kommunale Klärschlämme landschaftsbaulich verwertet

34 663 Tonnen TM Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen (rund 46 Prozent) wurden in Sachsen im Jahr 2016 verbrannt. Gegenüber dem Vorjahr stieg diese Menge um fast 1000 Tonnen TM. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre zur verstärkten thermischen Entsorgung kommunaler Klärschlämme weiter fort. Bei der Reinigung häuslicher Abwässer fielen 2016 in den kommunalen Kläranlagen Sachsens 74 970 Tonnen TM Klärschlamm an.
Rund 97 Prozent der zuvor entwässerten/getrockneten Klärschlämme gingen zur Mitverbrennung in Kohlekraftwerke, Zementwerke oder ausgewählte Abfallverbrennungsanlagen. Etwa 3 Prozent der Klärschlämme gingen in die Monoverbrennung.
Der überwiegende Mengenanteil der kommunalen Klärschlämme (36 869 Tonnen TM  49 Prozent) wurde stofflich verwertet. Wie sich bereits in den Jahren zuvor abzeichnete, verliert dieser Entsorgungsweg tendenziell weiter an Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich dieser Anteil um reichlich 14 Prozent. So kamen rund 20 266 Tonnen TM (55 Prozent) bei landschaftsbaulichen Maßnahmen zum Einsatz (zum Beispiel Kompostierung, Rekultivierung), 12 954 Tonnen TM wurden als Dünger in der Landwirtschaft ausgebracht - das waren über 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Weitere 3649 Tonnen TM gingen in die sonstige stoffliche Verwertung (zum Beispiel Vererdung).
 
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Bessere Vorhersage von Dürren und Flutkatastrophen

Die Wasserflüsse und Wassermengen auf den Kontinenten der Erde besser zu quantifizieren und somit ein tieferes Verständnis der globalen Wasserkreisläufe zu gewinnen, letztlich, bessere Vorhersagen und Bewältigungsstrategien in Bezug auf Dürren oder auch Flutkatastrophen zu ermöglichen, das ist Ziel der Forschergruppe „Understanding the Global Freshwater System by Combining Geodetic and Remote Sensing Information with Modelling Using Calibration/Data Assimilation Approach" (GlobalCDA), die von der Frankfurter Hydrologin Prof. Petra Döll und dem Bonner Geodäten Prof. Jürgen Kusche koordiniert wird. Globale hydrologische Modelle gibt es zwar bereits, jedoch sollen nun zusätzliche Beobachtungsdaten in Form von Satellitendaten einbezogen werden. Am Projekt sind sieben Gruppen aus der Bundesrepublik beteiligt sowie jeweils eine Gruppe aus der Schweiz und aus Luxemburg. Die deutschen Forscher erhalten für die ersten drei Jahre insgesamt rund 2,9 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
 
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Pestizide und Phosphorrückgewinnung Schwerpunkte der Schweizer Wasserpolitik

Die Gewässerbelastungen durch die Landwirtschaft und die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm stehen im Mittelpunkt des aktuell veröffentlichten Politikmemorandums des Verbandes Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA). Der VSA fordert in dem Memorandum eine umweltschonende landwirtschaftliche Produktion, die die Wasserressourcen optimal schützt. Der Verband betont in dem Zusammenhang vor allem die Schweizer Bemühungen zur Reduzierung von Mikroschadstoffen in den Gewässern. Mit dem Ausbau der Kläranlagen könne der über das Abwasser in die Gewässer eingetragene Teil an Mikroverunreinigungen halbiert werden. Aber auch die Gewässerbelastung durch diffuse Einträge - insbesondere von Pestiziden - müsse deutlich reduziert werden. Um dies zu erreichen, hat der Verband einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der von Lenkungsabgaben für Pestizide bis zu transparenten Zulassungsverfahren reicht.
Ab 2016 müssen in der Schweiz nach der neuen Abfallverordnung alle kommunalen Kläranlagen Phosphor zurückgewinnen. Um dies zu erreichen, plädiert der VSA für gemeinsame Lösungen von Kantonen und Kläranlagen - auch vor dem Hintergrund der Erreichbarkeit wirtschaftlicher Anlagengrößen. Der Verband unterstützt dabei derzeit vor allem eine breit angelegte Forschung, da seiner Einschätzung nach noch kein Verfahren großtechnisch realisiert ist. Bezüglich der Finanzierbarkeit verweist der VSA auch auf das Niveau der Weltmarktpreise für Phosphor. Bleiben die Phosphorpreise langfristig auf dem aktuellen Niveau bedarf es für den VSA einer finanziellen Unterstützung durch den Bund, um den Absatz der heimischen Produkte sicherzustellen.
 
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Baden-Württemberg: fast der gesamte Klärschlamm wird verbrannt

Der mit Abstand wichtigste Entsorgungsweg für den in Baden-Württemberg bei der kommunalen Abwasserreinigung anfallenden Klärschlamm ist die Mono- und Mitverbrennung. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hierzu mitteilt, wurden im Jahr 2016 rund 96 % des Klärschlamms über Mitverbrennung (zum Beispiel in Zementwerken und Kohlekraftwerken) oder Monoverbrennung (in Klärschlamm-Verbrennungsanlagen) thermisch entsorgt. Rund ein Prozent des Klärschlamms wurde in der Landwirtschaft stofflich verwertet, und rund drei Prozent fanden im Landschaftsbau (zum Beispiel für Rekultivierungen) Verwendung.
Insgesamt fielen in den kommunalen Kläranlagen Baden-Württembergs rund 232 000 t Klärschlamm (Trockenmasse) an. Darunter wurden rund 88 500 t TM außerhalb des Landes entsorgt, womit für knapp 40 % des in Baden-Württemberg erzeugten Klärschlamms keine Entsorgungskapazitäten im Land vorhanden waren. Der überwiegende Teil des in die anderen Bundesländer exportierten Klärschlamms (rund 80 100 t TM) wurde zum Beispiel in Zementwerken, Kohlekraftwerken und in Anlagen von Entsorgungsunternehmen verbrannt oder einer Verwertung in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau zugeführt. Der kleinere Teil (rund 8400 t TM) ging an kommunale Kläranlagen in anderen Bundesländern um dort, zum Beispiel in einer Monoverbrennungsanlage am Standort der aufnehmenden Kläranlage, entsorgt zu werden.
In etlichen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs wurde sogar der gesamte oder annähernd gesamte auf dem Kreisgebiet anfallende Klärschlamm in andere Bundesländer verbracht. Dazu gehören zum Beispiel der Main-Tauber- Kreis und Heidelberg. Insbesondere Kläranlagen im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Biberach gaben Klärschlamm in größerem Umfang an eine in bayrischer Nachbarschaft liegende Kläranlage zur Entsorgung ab. In Baden-Württemberg konnte 2016 an vier Kläranlagenstandorten - so in Stuttgart und Karlsruhe mit den beiden größten Kläranlagen des Landes - eigener oder angelieferter Schlamm über Monoverbrennung (einschließlich Vergasung) entsorgt werden. Darüber hinaus standen im Land zum Beispiel Mitverbrennungskapazitäten in Zementwerken zur Verfügung.
 
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Sachsen: 2016 kaum veränderte Trinkwasser-und Abwassergebühren

Sächsische private Haushalte zahlten 2016 im Schnitt 1,90 Euro für einen Kubikmeter Trinkwasser, das waren 4 Cent weniger als 2014. Die Abwassergebühr, die nach dem Wasserverbrauch bemessen wird, erhöhte sich im selben Zeitraum um 2 Cent und betrug durchschnittlich 2,32 Euro je Kubikmeter.
Regional betrachtet gab es hinsichtlich der Höhe der Wassergebühren und deren Entwicklung erhebliche Unterschiede. So schwankten die Trinkwassergebühren in den Kreisen und kreisfreien Städten 2016 zwischen 1,57 Euro und 2,23 Euro je Kubikmeter. Die Veränderungen zum Jahr 2014 reichten dabei von einer Preissenkung um 52 Cent bis zu einer Erhöhung um 6 Cent je Kubikmeter. Ähnlich sah es bei den Abwasser
gebühren aus: hier reichte die Spanne von 1,45 Euro bis 2,94 Euro je Kubikmeter. Die preislichen Veränderungen zu 2014 bewegten sich zwischen einem Minus von 30 Cent und einem Plus von 28 Cent je Kubikmeter.
Die meisten Kreise und kreisfreien Städte erheben über die Wassergebühren hinaus eine monatliche oder jährliche Grundgebühr für das Vorhalten der Versorgungsinfrastruktur (Bereitstellungs-oder Zählergebühr) sowie eine flächenabhängige Gebühr für Niederschlagswasser. So betrug 2016 in Sachsen die durchschnittliche jährliche Grundgebühr für das Trinkwasser 124,26 Euro und für das Abwasser 91,21 Euro. Die Niederschlagswassergebühr je Quadratmeter abflussrelevanter (überbauter und versiegelter) Fläche betrug 89 Cent. Auch bei den zusätzlich erhobenen Gebühren gab es bezogen auf die einzelnen Regionen große Unterschiede. So reichte die Gebührenspanne beim Trinkwasser von unter 100 Euro bis über 150 Euro im Jahr und beim Abwasser von über 60 Euro bis über 140 Euro. In den kreisfreien Städten Chemnitz und Dresden wurden beim Abwasser keine Grundgebühren erhoben.
 
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Bayern: Besserer Schutz vor Sturzfluten für bis zu 40 Gemeinden

Mit einem Sonderförderprogramm gegen Sturzfluten unterstützt das Bayerische Umweltministerium die Kommunen in Bayern bei der Vorsorge direkt vor Ort. Am 9. Februar 2018 wurde der erste Förderbescheid aus dem Programm an die Gemeinde Fraunberg im Landkreis Erding übergeben. Ziel des von der Gemeinde Fraunberg zu entwickelnden Sturzfluten-Risikomanagements soll sein, neben kommunalen Schutzmaßnahmen insbesondere auch das Risikobewusstsein der Bürger und die Eigenvorsorge zu verbessern.
Die Gemeinde hat vom Bayerischen Umweltministerium für die Entwicklung der Konzepte eine Förderung von 150 000 Euro erhalten. Insgesamt stehen drei Millionen Euro für Fördermaßnahmen in 40 Kommunen zur Verfügung. 24 Gemeinden haben sich derzeit zum Förderprogramm angemeldet. Das Sonderförderprogramm richtet sich insbesondere an kleinere Kommunen, für die Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein können.
Ziel des Sonderförderprogramms ist es, die Hochwassergefahren nicht nur von kleinen Gewässern, sondern auch von sogenanntem wild abfließendem Wasser in einer Kommune zu erkennen. Darauf aufbauend werden individuelle Handlungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen für die Kommunen sowie für die Betroffenen vor Ort aufgezeigt. Nicht nur die klassischen Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes, sondern auch Elemente wie die Hochwasservorsorge bei der Flächennutzung oder Bauleitplanung werden dabei beleuchtet. Das Sonderprogramm ergänzt das bestehende Förderangebot zur ökologischen Gewässerbewirtschaftung und zum Hochwasserschutz an den Gewässern dritter Ordnung.

Informationen zum Sonderförderprogramm:
www.stmuv.bayern.de/themen/ wasserwirtschaft/foerderung/index.htm
 
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72 Prozent der Deutschen fürchten Wetter-Extreme

Die Bundesbürger fürchten sich vor extremen Wetter-Ereignissen und drängen darauf, die kritischen Folgen mit „Umwelt-City-Projekten" einzugrenzen (72 Prozent). Insbesondere um die Trinkwassersicherheit machen sich die Deutschen Sorgen (77 Prozent) - etwa durch auslaufende Öltanks bei Hochwasser. Gut jeder Zweite fordert die Kommunen auf, Umwelt-City-Projekte dringend zu forcieren (56 Prozent). Selbstkritisch sieht sich die Mehrheit auch mit eigenem Bürger-Engagement in der Pflicht (52 Prozent). Das sind Ergebnisse des „IFAT Environment Index 2018", den die Messe München im Januar 2018 auf dem IFAT-Zukunftsdialog vorgestellt hat. Dazu wurden 1049 Bundesbürger über ein Marktforschungsinstitut bevölkerungsrepräsentativ befragt. Smarte Umwelt-City-Projekte verfolgen das Ziel, durch eine enge Kooperation von Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgern definierte Umwelt-Ziele intelligent zu erreichen.
„Gemessen an globalen Wetterkatastrophen war 2017 für die Versicherungsbranche das teuerste Jahr aller Zeiten", sagte Risikoforscher Dr. Eberhard Faust von der Munich Re auf dem IFAT-Zukunftsdialog in München. „93 Prozent aller versicherten Schäden hatten einen Wetterbezug - die Gesamtsumme stieg auf umgerechnet rund 260 Milliarden Euro."
„Die globale Erwärmung führt dazu, dass die Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann", sagte Klimaforscher Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beim IFAT Zukunftsdialog. „Eine Analyse der weltweiten Wetterdaten zeigt, dass seit 1990 die Zahl extremer Niederschläge signifikant gestiegen ist - es ist damit zu rechnen, dass extreme Regenfälle weiter zunehmen,", so Rahmstorf.
 
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Stand der EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland

15 Vertragsverletzungsverfahren im Zuständigkeitsbereich der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission sind derzeit gegen die Bundesrepublik Deutschland anhängig. Das antwortete Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter am 29. Dezember 2017 auf eine Frage einer Grünen-Abgeordneten des Deutschen Bundestags (Bundestags-Drucksache 19/370, S. 56). Mit Bezug zu Wasser sieht die EU dabei folgende Richtlinien nicht ordnungsgemäß umgesetzt: Anwendung FFH-Richtlinie sowie fehlerhafte Naturverträglichkeitsprüfung (Sylter Außenriff; Mahnschreiben), Umsetzung und Anwendung von Umweltschutzbestimmungen im Wasserrecht (Werra Weser; Mahnschreiben), Fehlerhafte Umsetzung der FFH-Richtlinie bei der Ausweisung Besonderer Schutzgebiete (Mahnschreiben), Umsetzung und Anwendung der Nitrat-Richtlinie (Klage), Anwendung der FFH-Richtlinie auf regionaler Ebene (Moorburg; Klage und Urteil), Umsetzung UVP-Richtlinie und Industrieemissionsrichtlinie - Verbandsklage im Umweltrecht (Klage und Urteil). Nicht fristgerecht umgesetzt mit Bezug zu Wasser sollen sein: UVP-Änderungsrichtlinie 2014/52/EU (Mahnschreiben), Anhangsänderung Gewässerschutz, Kommissions-RL 2014/80/EU (Mahnschreiben), Prioritäre Stoffe Wasserpolitik RL 2013/39/EU (Mahnschreiben).
 
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rbv und GSTT unterzeichnen Geschäftsbesorgungsvertrag

Der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv) wird die Geschäftsstelle der German Society for Trenchless Technology e. V. (GSTT) vollumfänglich führen, sobald GSTT-Geschäftsführer Dr.-Ing. Klaus Beyer aus seinem Amt scheidet. Einen entsprechenden Vertrag haben der rbv und die GSTT im Dezember 2017 unterzeichnet. Vorausgegangen war im Mai 2017 der Abschluss eines Kooperationsvertrags zwischen rbv und GSTT. Dieser sieht unter anderem ein gemeinsames Gremium „Verbändekreis Leitungssysteme" vor, das die Politik und Leitlinien für die Mitwirkung bei der Normung, Regelwerkserstellung und allgemeinen technischen Schriften beider Verbände bestimmt. Von dem jetzt abgeschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrag erwarten die Beteiligten eine „Erhöhung der Stabilität in der operativen Durchführung der regelmäßigen Vereins-Geschäfte", wie es anlässlich der Unterzeichnung hieß. Der Knowhow-Transfer solle erleichtert und die administrativen Aufwände reduziert werden. Gleichzeitig gehen die Vertragsparteien davon aus, dass der rbv von dem guten internationalen Netzwerk der GSTT profitieren wird.
rbv und GSTT wollen unter anderem Synergien erschließen, wenn es darum geht, bei der Normung und Regelwerkserstellung sowie bei deutschen und europäischen gesetzlichen Vorlagen mitzuwirken. Gegenüber Auftraggebern, Netzdienstleistern, Behörden und Non-Profit- Organisationen werde man die technischen Belange des Leitungsbaus gemeinsam mit Nachdruck vertreten. Darüber hinaus erstreckt sich die Zusammenarbeit auf die Öffentlichkeitsarbeit, technische Kommunikation, Aus- und Weiterbildung sowie auf die Mitwirkung bei Messen und Kongressen. Zuvor hatten die beiden Verbände bereits einen gemeinsamen „Arbeitskreis BIM" (Building Information Management) gegründet.
 
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Berlins zweitgrößtes Abwasserpumpwerk entsteht neu

Das seit 1890 betriebene Abwasserhauptpumpwerk Charlottenburg in Berlin - es ist das zweitgrößte seiner Art in Berlin - soll bis 2021 durch einen Neubau ersetzt werden. Damit der Übergang vom alten auf das neue Werk nahtlos klappt, müssen zahlreiche Leitungen von Trinkwasser bis Gas um- und neu verlegt werden. Diese Arbeiten beginnen im Januar 2018.

Mit neben dem neuen Pumpwerk entsteht gleichzeitig auch deutlich mehr Speicherkapazität für Abwasser bei Starkregen, um Überläufe in die Spree stark zu verringern. So wird ein 7000 Kubikmeter fassendes Regenbecken gebaut und ein bereits vorhandener, 2,40 Meter mächtiger Abwasserkanal um 210 Meter verlängert, damit er künftig als Stauraumkanal genutzt werden kann.

Insgesamt investieren die Berliner Wasserbetriebe mehr als 60 Millionen Euro in das Vorhaben.
 
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Brandenburg: Initiativkreis Siedlungswasserwirtschaft übergibt Verbändeerklärung

Zehn Verbandsvertreter überreichten im Dezember 2017 in Wildau Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger die Verbändevereinbarung „Initiativkreis Umsetzung Leitbild Siedlungswasserwirtschaft". Der Initiativkreis will insbesondere konkrete Schritte zur Umsetzung des Leitbildes erarbeiten und kommunizieren, die Kommunikation zwischen der Landesregierung dem Landtag, den Aufgabenträgern und den Kommunen fördern und geeignete Dialogebenen schaffen und die Umsetzung des Leitbildes in die Praxis proaktiv unterstützen. Das Leitbild formuliert Ziele einer nachhaltigen Entwicklung in den Themenfeldern „Organisation", „Ressourcenmanagement", „technische Infrastruktur" und „Finanzierung" wie auch Maßnahmen oder weiterführende Ansätze, wie sich diese Ziele erreichen lassen. Der Initiativkreis „Umsetzung Leitbild Siedlungswasserwirtschaft" wird aus zehn Verbänden gebildet, darunter der DWA-Landesverband Nord-Ost.
 
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K+S nimmt neue Kainitkristallisations- und Flotationsanlage in Betrieb

Die Kali und Salz AG hat am 17. Januar 2018 die neue Kainitkristallisations- und Flotationsanlage am hessischen Standort Hattorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) in Betrieb genommen. Damit soll die Gesamtmenge der Salzabwässer aus Produktion und Haldenbetrieb des Werra Werks um 20 Prozent reduziert werden. Die neue Anlage verbindet das Eindampfen der Salzabwässer mit den Aufbereitungsstufen der so genannten Kainit- Kristallisation und Flotation. So wird zugleich eine Rückgewinnung von Wertstoffen aus den Abwässern ermöglicht. Die verbleibenden Produktionsabwässer sollen spätestens ab 2021 nicht mehr im Untergrund versenkt, sondern eingelagert werden.

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Bau einer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage in Bremen geplant

In Bremen soll eine Mono-Klärschlammverbrennungsanlage entstehen: Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), Hansewasser Ver- und Entsorgung (Hansewasser), EWE Wasser und swb Erzeugung (swb) bereiten die Gründung einer Entsorgungsgesellschaft vor. Die zuständigen Gremien der Unternehmen haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Die Umsetzung bedarf noch der Zustimmung durch die Genehmigungsbehörden. Das teilte der OOWV mit.
Die geplante Monoverbrennungsanlage soll eine Kapazität von zirka 50 000 Tonnen Trockenmasse haben. Die Grundauslastung ist durch die Schlammmengen der Partner gesichert. Standort der Anlage soll nach erfolgter Prüfung aller Kriterien, wie Umweltverträglichkeit und Emissionsschutz, ein Kraftwerksstandort der swb in Bremen sein. Der erzeugte Strom und die Abwärme sollen wiederverwertet werden. Auch die Rückgewinnung von Phosphor, die der Gesetzgeber ab 2029 fordert, ist vorgesehen. Städte und Gemeinden müssen dazu ab dem Jahr 2023 ein Zukunftskonzept vorlegen. Läuft alles nach Plan, soll die Anlage in vier Jahren in Betrieb gehen.
 
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Destatis: Hohe Investitionsquote in der Abwasserentsorgung

Die Unternehmen der Energie-, Wasser-und Entsorgungswirtschaft mit 20 und mehr Beschäftigten haben im Jahr 2016 einen Umsatz von 510,1 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber 2015 war das ein Minus von nominal (nicht preisbereinigt) 9,8 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten weiter mitteilt, ist damit der Umsatz das vierte Jahr in Folge gesunken. Der Umfang der Investitionen in Sachanlagen fiel mit 14,7 Milliarden Euro um 3,8 % geringer aus als im Vorjahr. Dagegen stieg im selben Zeitraum die Zahl der Beschäftigten um 2,1 % auf knapp 437 000.

Für die Abwasserentsorgung weist das Statistische Bundesamt für 2016 einen Umsatz von 8,163 Milliarden Euro, 36 000 Beschäftigte und Investitionen in Höhe von 1,653 Milliarden Euro aus (berücksichtigt nur Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten).

Die allgemeine Umsatzentwicklung wird maßgeblich bestimmt durch die Elektrizitätsversorgung, in der rund 80 % der Gesamtumsätze in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft erzielt werden. 2016 sanken die Umsätze in der Elektrizitätsversorgung um 11,1 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Jahr 2016 fiel der Rückgang der absoluten Investitionen mit einem Minus von 3,8 % geringer aus als beim Umsatz (- 9,8 %). Gemessen am Umsatz lag der Anteil der Investitionen im Jahr 2016 mit 2,9 % somit etwas höher als im Vorjahr (2,7 %). Die in Relation zum Umsatz höchsten Investitionen gab es in der Abwasserentsorgung (20,2 %) und der Wasserversorgung (17,6 %). In der Elektrizitätsversorgung lag dieser Anteil bei 2,2 % und somit nahezu auf Vorjahresniveau (2015: 2,0 %). In diesem Bereich gab es mit 9,1 Milliarden Euro die höchsten Investitionen.
Den höchsten Beschäftigtenzuwachs hatte die Wasserversorgung mit  4,4 %. Aber auch die Branchen Abfallbehandlung und -beseitigung ( 4,2 %) sowie Sammlung von Abfällen ( 3,6 %), in denen rund ein Viertel aller Beschäftigten arbeitete, erreichten hohe Zuwächse.

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Bericht der EU-Kommission über die Behandlung von kommunalem Abwasser erschienen

Die EU-Kommission hat am 14. Dezember 2017 ihren neunten Bericht über den Stand des Vollzugs und die Vollzugsprogramme der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser veröffentlicht. Wie in der Vergangenheit schon, liegt Deutschland bei der Einhaltung der Anforderungen der EU-Richtlinie im Spitzenfeld.
Trotz des allgemein hohen Umsetzungsniveaus der Abwasserrichtlinie besteht aus Sicht der EU-Kommission jedoch weiterhin eine Reihe von Herausforderungen, die Folgendes erfordern:

weitere Investitionen in die Abwasserwirtschaft mit dem Ziel, den Umsetzungsgrad zu erhalten oder zu erhöhen
Beschaffung weiterer Nachweise für die Funktionsweise von IGS („alternativ genutzte individuelle oder andere geeignete Systeme")
Verbesserung der Qualität und der Wiedergewinnung von Klärschlamm
Verminderung der Auswirkungen von Regenüberläufen
Verbesserung der Zusammenhänge zwischen den grundlegenden Anforderungen der Abwasserrichtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie
Ausweitung der Wiederverwendung von behandeltem Abwasser
Optimierung des Energieverbrauchs von Abwassersystemen
Sicherstellung der Erschwinglichkeit von Abwasserdienstleistungen in dem Wissen, dass der Investitionsbedarf im Wassersektor sich nicht auf die Sammlung und Behandlung von Abwasser beschränkt, sondern in einigen Regionen auch die Bereiche Trinkwasser, Hochwasserschutz und Wasserverfügbarkeit betrifft.

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Stoffstrombilanzverordnung veröffentlicht

Die Stoffstrombilanzverordnung (Verordnung über den Umgang mit Nährstoffen im Betrieb und betriebliche Stoffstrombilanzen) wurde veröffentlicht (Bundesgesetzblatt I, Nr. 79, 22. Dezember 2017, S. 3942 - 3959). Diese Verordnung ist der letzte Baustein des sogenannten Düngepakets, mit dem die Düngung, die Nährstoffeffizienz insgesamt und der Umweltschutz verbessert werden. Ziel der Stoffstrombilanz ist es, Nährstoffflüsse in landwirtschaftlichen Betrieben transparent und überprüfbar abzubilden. Die Stoffstrombilanzverordnung regelt, wie landwirtschaftliche Betriebe mit Nährstoffen umgehen müssen und wie betriebliche Stoffstrombilanzen zu erstellen sind (im Sinne des § 11a Absatz 1 und 2 des Düngegesetzes).
 
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Bundesumweltministerium gründet Gesellschaft für Projektförderung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat eine bundeseigene Dienstleistungs-GmbH zur Förderung von Umwelt-, Natur- und Klimaschutz gegründet. Die Zukunft - Umwelt - Gesellschaft (ZUG) gGmbH unterstützt das Ministerium dabei, seine förderpolitischen Zielsetzungen zu verwirklichen. Die ZUG wird zunächst vor allem Förderprogramme im Auftrag des BMUB administrativ und inhaltlich begleiten und so eine Vielzahl politischer Schwerpunktthemen im Bereich des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes in Maßnahmen umsetzen helfen.

Der Deutsche Bundestag hat in den vergangenen Jahren die Fördermittel für Umweltschutz deutlich erhöht. Die Gründung der ZUG folgt aus dieser Entwicklung des BMUB zu einem Förderministerium. Das BMUB kann sich damit auf die politisch-strategische Steuerung als ministerielle Kernaufgabe konzentrieren. Nicht-ministerielle Aufgaben aus dem Bereich der Projektförderung werden mit der ZUG flexibler organisiert und gebündelt.
Alleiniger Gesellschafter der ZUG ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Beteiligungsführung liegt beim BMUB. Formal gegründet wurde die ZUG gGmbH am 8. September 2017 mit Sitz in Bonn, derzeit wird sie an den Standorten Bonn und Berlin aufgebaut. Die Gründungsgeschäftsführer Stefan Süste 2018 die Leitung der ZUG an Corinna Enders und Michael Kracht übergeben.

www.z-u-g.org
 
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Zukunftsplanung städtischer Wassersysteme

Um die Entwicklung simulationsgestützter Bewertungsmethoden für städtische Wassersysteme geht es in dem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt CLUWAL, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das israelische Forschungsministerium gemeinsam gefördert wird. Dabei arbeitet das Forschungsinstitut ifak e. V. in Magdeburg eng mit dem Technion in Haifa/Israel zusammen. Die zu entwickelnden Methoden erlauben es Kommunen und Wasserverbänden, eine Bewertung des Wassersystems und möglicher Maßnahmenpakete nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien der Nachhaltigkeit durchzuführen und somit die knappen Wasserressourcen gut zu bewirtschaften. Die geplanten Forschungsarbeiten unterstützen mit ihrem integrierten wasserzyklusbasierten Ansatz die Neue Urbane Agenda, wie sie von den Vereinten Nationen im Herbst 2017 in Quito/ Ecuador verabschiedet worden ist.

Dr. Manfred Schütze ifak e. V. Tel. 03 91/99 01 40 E-Mail: manfred.schuetze@ifak.eu
 
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Neue Schwellenwerte im europäischen Vergaberecht

Zum 1. Januar 2018 sind neue Schwellenwerte im europäischen Vergaberecht in Kraft getreten (Amtsblatt der Europäischen Union, 19. Dezember 2017, L 337, S. 17). Sie gelten für alle europaweiten Vergabeverfahren, die 2018 eingeleitet werden. Die vergaberechtlichen Schwellenwerte wurden von der EU-Kommission mit den in den Mitgliedstaaten direkt geltenden Verordnungen 2017/2364 zur Änderung der Richtlinie 2014/25/EU (Sektorenrichtlinie), 2017/2365 zur Änderung der Richtlinie 2014/24/EU (Allgemeine Vergaberichtlinie) und 2017/2366 zur Änderung der Richtlinie 2014/23/EU (Konzessionsrichtlinie) sowie der Verordnung (EU) 2017/2367 zur Änderung der Richtlinie 2009/81/EG (Vergaberichtlinie für den Bereich Verteidigung und Sicherheit) vom 18. Dezember 2017 erneut erhöht.

Die neuen Schwellenwerte lauten:
Bauaufträge (alle Bereiche): EUR 5 548 000 statt bisher EUR 5 225 000
Liefer- und Dienstleistungsaufträge außerhalb des Sektorenbereichs: EUR 221 000 statt bisher EUR 209 000
Liefer- und Dienstleistungsaufträge der obersten und oberen Bundesbehörden: EUR 144 000 statt bisher EUR 135 000
Konzessionen: EUR 5 548 000 statt bisher EUR 5 225 000
Liefer- und Dienstleistungsaufträge im Sektorenbereich und im Bereich Verteidigung und Sicherheit: EUR 443 000 statt bisher EUR 418 000

Alle Werte sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer. Sie sind von den öffentlichen Auftraggebern, Sektorenauftraggebern und Konzessionsgebern für die Entscheidung, ob für die Vergabe des betreffenden Auftrags oder der betreffenden Konzession ein europaweites Vergabeverfahren durchzuführen ist, vor Einleitung des Vergabeverfahrens heranzuziehen.

Eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Schwellenwerte ist erst wieder zum 1. Januar 2020 vorgesehen.

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Europäische Kommission: Strategie für Kunststoff vorgestellt

Die EU-Kommission will mit einer neuen Strategie, die sie am 16. Januar 2018 vorgeschlagen hat, die Flut von Plastikabfällen bis 2030 eindämmen und die Umwelt besser schützen. Diese Strategie ist Teil des Übergangs zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft. Sie soll die Umwelt vor der Belastung durch Kunststoffe schützen und gleichzeitig Wachstum und Innovation fördern, sodass eine Herausforderung zur positiven Agenda für die Zukunft Europas wird.

Nach den neuen Plänen sollen ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recylingfähig sein; der Verbrauch von Einwegkunststoffen wird reduziert und die absichtliche Verwendung von Mikroplastik beschränkt. Jedes Jahr erzeugen die Europäer 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle, jedoch weniger als 30 % werden für das Recycling gesammelt. Weltweit machen Kunststoffe einen Anteil von 85 % der Abfälle an Stränden aus. Die Auswirkungen des Mikroplastiks in Luft, Wasser und Lebensmitteln auf die Gesundheit der Menschen sind bisher unbekannt.
Im Rahmen der neuen Strategie will die Europäische Union Recycling zu einem lohnenden Geschäft machen, Kunststoffabfälle eindämmen, die Vermüllung unserer Meere aufhalten, Investitionen und Innovationen mobilisieren, einen Wandel in der ganzen Welt bewirken.

Die vorgeschlagene neue Richtlinie wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Annahme vorgelegt. Gemäß den Anforderungen an eine bessere Rechtsetzung wird die Kommission später im Jahr 2018 einen Vorschlag über Einwegkunststoffe vorlegen.

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Weltwassertag 2018: Natur für Wasser

„Nature for Water - Natur für Wasser" lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertags am 22. März. Der Weltwassertag 2018 soll für eine stärkere Berücksichtigung naturnaher bzw. die natürlichen Potenziale von Ökosystemen nutzender Lösungen im Gewässermanagement werben. Dabei geht es auch um die Inwertsetzung der vielfältigen Leistungen, die die Ökosysteme bereitstellen.

Die Wasserspeicher und -filter der Natur sind Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete. Naturnahe Auen stellen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen bereit, zum Beispiel Retentionsraum für Hochwasser. „Grüne Infrastrukturen" können vielfach technische Bauwerke mit ihren Eingriffen in die Natur ersetzen oder diese zumindest sinnvoll ergänzen und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt abmildern. Weltwassertags am 22. März. Der Weltwassertag 2018 soll für eine stärkere Berücksichtigung naturnaher bzw. die natürlichen Potenziale von Ökosystemen nutzender Lösungen im Gewässermanagement werben. Dabei geht es auch um die Inwertsetzung der vielfältigen Leistungen, die die Ökosysteme bereitstellen.

Die Wasserspeicher und -filter der Natur sind Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete. Naturnahe Auen stellen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen bereit, zum Beispiel Retentionsraum für Hochwasser. „Grüne Infrastrukturen" können vielfach technische Bauwerke mit ihren Eingriffen in die Natur ersetzen oder diese zumindest sinnvoll ergänzen und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt abmildern.

www.worldwaterday.org
 
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Ruhrverband schließt Repowering-Projekt auf Kläranlagen fristgerecht ab

Der Ruhrverband hat sein Ziel, in nur 15 Monaten an verschiedenen Standorten im 4500 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet bestehende Blockheizkraftwerke (BHKW) zur Stromgewinnung aus Faulgas durch neue, leistungsstärkere Aggregate zu ersetzen, zum Jahreswechsel erfolgreich vollzogen. Alle neuen Anlagen an fünf Standorten sind vor dem Stichtag 31. Dezember 2017 in Betrieb gegangen, wodurch die ansonsten ab 2018 verpflichtende Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auch weiterhin entfällt. Der erhebliche Zeitdruck war durch die erneute Änderung des EEG in 2017 entstanden. Nach Prognosen von Fachleuten lassen sich dadurch über die Lebenszeit der nun mittels Repowering modernisierten BHKW rund 6,6 Millionen Euro einsparen.
Der Ruhrverband betreibt seit mittlerweile rund 25 Jahren BHKWs auf seinen Kläranlagen. Auf der Kläranlage Gevelsberg zum Beispiel wurde das Faulgas seit 1997 in zwei Gas-Ottomotoren mit jeweils 160 Kilowatt Leistung zur Strom-, Wärme- und Drucklufterzeugung genutzt. Im Rahmen des Repowering-Projekts wurde hier ein neues BHKW mit einer elektrischen Leistung von 200 Kilowatt installiert, das eine erheblich höhere Stromausbeute aus dem anfallenden Faulgas erlaubt. Auch die bestehenden BHKW auf den Kläranlagen Schwerte (Inbetriebnahme 1999), Iserlohn-Letmathe (2000), Iserlohn-Baarbachtal (2001) und auf der Klärschlammbehandlungsanlage Langenbrahm im Essener Süden (2004) brachten bei weitem nicht den Wirkungsgrad, den moderne Aggregate haben, und wurden daher im Rahmen des Repowering-Projekts ausgetauscht.
 
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Hessen unterstützt Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm

Die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) werden vom Land Hessen bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie über die Verwertung kommunaler Klärschlämme als Phosphor-Ressource und klimaneutraler Energieträger für Mittelhessen gefördert. Die Studie soll unter Einbindung von Kommunen und Verbänden Handlungsoptionen für Mittelhessen aufzeigen und auf ähnlich strukturierte Regionen im ländlichen Raum übertragbar sein. Die Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie belaufen sich auf 330 000 Euro. Das Umweltministerium übernimmt die Hälfte der Kosten in Höhe von 165 000 Euro. Das Projekt wird im Rahmen der Ressourcenschutzstrategie umgesetzt, mit der das Land Hessen einen sparsamen Umgang mit und eine effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen anstrebt. Das vom hessischen Umweltministerium geförderte Vorhaben schließt auch die rechtlich nicht verpflichteten Kläranlagen in die Phosphor- Rückgewinnung ein.
 
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Gelten PFT-Grenzwerte für Trinkwasser auch für Abwasser?

Für Perfluortenside (PFT) in Abwasser gelten nicht die gleichen Höchstwerte wie in Trinkwasser. Das hat das Verwaltungsgericht Cottbus Ende November 2017 festgestellt. Vorangegangen war die Klage eines Galvanikbetriebs gegen den Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverband (HWAZ) in Brandenburg. Die Begründung des Urteils ist kurz vor Weihnachten 2017 veröffentlicht worden, wie die Wirtschaftskanzlei Menold Bezler aus Stuttgart, die das Galvanikunternehmen vertreten hat, mitteilte.

Vor rund zehn Jahren ergaben Messungen in Deutschland erstmals auffällige Belastungen von Flüssen und Bächen mit PFT. Die Stoffe waren als Biodünger getarnt über landwirtschaftliche Nutzflächen in das Grundwasser und schließlich in die Fließgewässer gelangt. Auch über Sickerwasser oder Abwasser von Deponien, Feuerlöschschäume oder Abwassereinleitungen von Industriezweigen mit Chemisch-Biotechnologischen Prozessen (CBP) etwa für Biotreibstoffe, Textilproduktion oder Oberflächenveredelung (Galvanik) können sich die PFT-Werte in Gewässern erhöhen. Das Bundesumweltamt hat infolgedessen akzeptable Höchstwerte für PFT im Trinkwasser vorgegeben, nicht jedoch im Abwasser.

Im Juli 2008 wies der Landkreis Elbe- Elster den HWAZ darauf hin, dass bei der Verwertung des Klärschlamms künftig der PFT-Problematik Rechnung zu tragen sei. Daraufhin änderte der HWAZ seine Entwässerungssatzung und setzte einen PFT-Grenzwert für Abwasser von 0,3 μg/l fest, der sich an dem für Trinkwasser orientiert. Im März 2010 untersagte er einem Betrieb in Herzberg, der Messingteile galvanisch veredelt, die Abwassereinleitung in seine zentrale Abwasserentsorgungsanlage und verklagte ihn im April 2011 auf Schadensersatz. Der Galvanikbetrieb müsse für die Mehrkosten der thermischen Entsorgung von Klärschlamm in Höhe von rund 110 000 Euro aufkommen. Diese seien dem HWAZ entstanden, weil der Betrieb Abwässer eingeleitet habe, die über dem PFT-Grenzwert liegen.
Das Verwaltungsgericht Cottbus wies die Klage ab. In der Begründung des Urteils folgen die Richter wie zuvor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im einstweiligen Rechtsschutz der Auffassung des Beklagten, es fehle an einer geeigneten Rechtsgrundlage für die Festlegung eines PFT-Grenzwerts im Abwasser. Die Änderungssatzung des HWAZ, die sich am PFT-Grenzwert für Trinkwasser orientiert, sei zu streng und entbehre einer sachlichen Rechtfertigung. Die Vorgabe des Landkreises Elbe- Elster habe Klärschlamm und nicht Abwasser betroffen. Durch Sachverständigengutachten habe sich ergeben, dass die PFT-Belastung im Abwasser deutlich über dem Grenzwert für Trinkwasser liegen kann, ohne dass daraus Gefahren für Umwelt und Gesundheit entstehen. Dies habe der Kläger nicht widerlegen können. Infolgedessen habe auch keine Pflichtverletzung des Beklagten vorgelegen, als er seine Produktionsabwässer in die Kanalisation eingeleitet habe.

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Novellierung des Brandenburgischen Wasserrechts

Der Landtag von Brandenburg hat am 15. November 2017 die dritte Novelle des Brandenburgischen Wasserrechts verabschiedet. Für die laufende Legislaturperiode hatten sich die Regierung tragenden Parteien darauf verständigt, die Verteilung der Kosten für die Gewässerunterhaltung auf die Grundstückseigentümer gerechter zu gestalten, regionale Besonderheiten sowie das Verursacher-und Vorteilsprinzip stärker zu berücksichtigen. Zudem lag dem Gesetzesverfahren - gewissermaßen als Roter Faden - der Auftrag zu Grunde, rechtssichere und für die Mehrheit der Brandenburgerinnen und Brandenburger bezahlbare Regelungen zu treffen.
Bereits der Entwurf der Landesregierung vom Juni 2016 enthielt 60 Änderungsvorschläge. Der überwiegende Teil ist unverändert in die Beschlussempfehlung des Umweltausschusses des Landtags eingegangen.
Beispiele sind die Neuregelung von Zuständigkeiten und solidarischer Finanzierung für Unterhaltung und Betrieb von Stauanlagen und Schöpfwerken, die seit 1990 immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt haben, die längst überfällige Anpassung der Tarife für Gewässerbenutzungen mit Ausnahme der öffentlichen Wasserversorgung, die Möglichkeit für Grundstückseigentümer, auf Antrag Mitglied in den Gewässerunterhaltungsverbänden zu werden, Regelungen für mehr Transparenz in den Verbänden und zur Vermeidung von Mehrfachmitgliedschaften. Der Landtag beauftragt die Landesregierung zusätzlich durch Rechtsverordnungen die Nutzung von Elektromotorbooten auch auf nichtschiffbaren Gewässern in bestimmten Umfang allgemein zu ermöglichen und eine entsprechend der Grundstücksnutzung vorteilsgerechtere Umlage der Gewässerunterhaltungskosten konkret auszugestalten. Diese Differenzierung soll ab 2021 in Kraft treten.
Die neue Wasserrechtsnovelle setzt bei der Schaffung von Gewässerrandstreifen an Fließgewässern weiterhin auf die freiwillige Kooperation mit Landwirten beziehungsweise Flächeneigentümern. Aus den Möglichkeiten der Agrarförderung sollen freiwillige Ansätze gestärkt werden, um Gewässerrandstreifen zu entwickeln beziehungsweise zu erhalten. So wird auf Vorschlag des Umweltausschusses die Anlage von Agrarholzstreifen in Gewässerrandstreifen besonders unterstützt. Auch der Tausch von potenziell als Gewässerrandstreifen geeigneten Arealen mit anderen Flächen, die zum Beispiel im Eigentum des Landes stehen, kommt in Betracht. Zudem sind fünf Meter breite Gewässerrandstreifen in den Außenbereichen bereits durch Bundesrecht Pflicht.
 
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TSM Abwasser für Gemeindewerke Trappenkamp

Bereits zum dritten Mal sind die Gemeindewerke Trappenkamp von der DWA mit dem Qualitätssiegel Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) in der Sparte Abwasser ausgezeichnet worden. Die TSM-Bestätigung bescheinigt der Technischen Führungskraft Dipl.-Ing. Michael Otto von den Gemeindewerken Trappenkamp eine sichere, wirtschaftliche, nachhaltige und umweltfreundliche Abwasserentsorgung in der Gemeinde Trappenkamp Trappenkamp. Dazu musste sich das Unternehmen im Oktober 2017 einer zweitägigen, freiwilligen Überprüfung durch ein unabhängiges DWA-Expertenteam stellen. Geprüft wurden die Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die organisatorischen Strukturen des Unternehmens. In den Jahren 2007 und 2012 haben die Gemeindewerke Trappenkamp diesen Prozess ebenfalls bereits erfolgreich durchlaufen. Aktuell sind über 100 Unternehmen mit dem Logo „TSM-Bestätigt" in der Sparte Abwasser von der DWA ausgezeichnet, die Gemeindewerke Trappenkamp ist gemessen an der Summe der Ausbaugröße von 14 000 Einwohnerwerten das kleinste dieser bestätigten Unternehmen.

Weitere Informationen zum TSM:
www.dwa.de/tsm
 
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Oldenburg: Energie aus der Kanalisation beheizt 90 Wohnungen

8000 Quadratmeter Wohnfläche sollen im Oldenburger Neubauquartier „Wechloyer Tor" künftig mit Abwasserwärme beheizt werden. Dies ist das zweite Kooperationsprojekt zur Abwasserwärmenutzung, das von der Stadt Oldenburg initiiert wurde. Für das erste Projekt am Alten Stadthafen wurde die Stadt als „Niedersächsische Klimakommune 2016" ausgezeichnet.
Anders als am Stadthafen, wo den Investoren ein begehbarer Abwasserkanal zum Einbau der Wärmeübertragerelemente zur Verfügung steht, erfolgt der Einbau am Wechloyer Tor in einen Kanal, der nur einen halben Meter Durchmesser hat. Stück für Stück werden die einen Meter langen Elemente in den Kanal eingebracht, die sich dann zu einem insgesamt 52 Meter langen Wärmeübertrager zusammensetzen. Durch den Kanal läuft das Abwasser von 20 000 Haushalten aus Ofen und Ofenerdiek Richtung Kläranlage. Das Abwasser hat eine ganzjährige Temperatur von mindestens 9,5 °C, so Reinhard Hövel, Sachgebietsleiter Planung und Bau des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Früh eingebunden war auch das Institut für Rohrleitungsbau (iro) an der Jade Hochschule Oldenburg.
Mithilfe des Abwasserwärmeübertragers erzeugt eine Wärmepumpe eine Wärmeleistung von 55 kW für Heizung und Warmwasserbereitung. Hinzu kommen 16 kW, die aus der Abluft der 90 Wohnungen zurückgewonnen werden. Rund 75 Prozent des Wärmebedarfs der Wohnungen werden damit aus Abwärme gewonnen. Ein Erdgaskessel dient zur Abdeckung der Spitzenlasten von bis zu 200 kW, die nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen auftreten.

 

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BMBF legt Forschungsprogramm zu Naturrisiken auf

Der Schutz von Menschenleben und Infrastruktur vor Naturrisiken wie Starkregen steht im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Mitte Dezember hat das BMBF im Kontext des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA3)" das Thema Naturrisiken aufgegriffen. Mit FONA3 sollen innovative Lösungen für diese Herausforderungen erarbeitet und Entscheidungsgrundlagen für zukunftsorientiertes Handeln geliefert werden. Das Spektrum reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung einsatzbereiter Anwendungen. Um die Grundlagen für Prävention, Risikomanagement und Zukunftsvorsorge zu schaffen, ist dabei eine klare Unterscheidung zwischen meteorologischen bzw. klimatologischen Extremereignissen wie Stürme, Dürren, Starkniederschlägen und Hitzewellen und geologischen Ereignissen wie zum Beispiel Erdbeben notwendig. In der ersten Stufe sind dem Projektträger, der Organisationseinheit Umwelt, Kultur, Nachhaltigkeit im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, zunächst formlose, begutachtungsfähige Projektskizzen bis zum 31. März 2018 einzureichen.

https://secure.pt-dlr.de/ptoutline/ app/climxtreme
 
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Rheinland-Pfalz: Klärschlamm wird überwiegend in der Landwirtschaft verwertet

Der wichtigste Entsorgungsweg für Klärschlamm in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor die Aufbringung auf landwirtschaftliche Flächen. Knapp zwei Drittel des im Jahr 2016 angefallenen Klärschlamms (rund 55 300 Tonnen) wurden auf diese Weise verwertet. Rund 30 Prozent oder 26 100 Tonnen der gesamten Klärschlammmenge wurde thermisch verwertet, die übrige Menge wurde zum Beispiel im Landschaftsbau oder in Vererdungsanlagen genutzt.
Bei der Abwasserreinigung in kommunalen Kläranlagen in Rheinland-Pfalz fielen im Jahr 2016 rund 86 200 Tonnen Klärschlamm an (gemessen als Trockenmasse). Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes knapp fünf Prozent weniger als im Jahr 2015 (90 400 Tonnen). Im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 waren 87 600 Tonnen angefallen.
Die Verwertung des Klärschlamms stellt sich in Rheinland-Pfalz regional sehr unterschiedlich dar. Die kreisfreien Städte Mainz, Speyer und Zweibrücken setzen allein auf die thermische Verwer tung. Eine ausschließliche Nutzung des Klärschlamms in der Landwirtschaft wurde für die Landkreise Südliche Weinstraße und Südwestpfalz sowie die kreisfreie Stadt Pirmasens registriert. In den übrigen kreisfreien Städten und Landkreisen kommen die genannten Verwertungsformen in unterschiedlichem Umfang vor.
 
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Anteil des verbrannten Klärschlamms 2016 weiter gestiegen

Im Jahr 2016 wurden deutschlandweit mit 1,1 Millionen Tonnen Klärschlamm (Trockenmasse) knapp zwei Drittel (65 %) der insgesamt in öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen angefallenen Klärschlammmenge verbrannt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich in den letzten zehn Jahren der Anteil des verbrannten Klärschlamms deutlich erhöht: 2006 waren noch 47 % des Klärschlamms thermisch entsorgt worden. Die restlichen 35 % (624 000 Tonnen) der gesamten Klärschlammmenge wurden überwiegend in der Landwirtschaft (24 %) oder beim Landschaftsbau (10 %) stofflich verwertet. Langfristig geht die Verwertung von Klärschlamm in der Landwirtschaft zurück. Der entsprechende Anteil ist von 2012 (29 %) bis 2016 um 5 Prozentpunkte zurückgegangen. Insgesamt fielen im Jahr 2016 rund 1,8 Millionen Tonnen Klärschlamm in öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen an. Das sind knapp 2 % weniger als im Vorjahr.
Basisdaten und lange Zeitreihen zur Erhebung der öffentlichen Abwasserentsorgung können in der Datenbank GENESIS-Online über die Tabelle „Entsorgungsarten des Klärschlamms" (32214-0001) abgerufen werden:

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Sachsen-Anhalt: Weniger Klärschlämme auf die Felder verbracht

Im Jahr 2016 wurden in Sachsen-Anhalt 57 814 Tonnen Klärschlamm aus den kommunalen Kläranlagen entsorgt. Das waren 582 Tonnen bzw. 1,0 Prozent mehr als im Jahr 2015. Seit 2012 (20 612 t) wurde immer weniger Klärschlamm auf die Felder verbracht. Im Jahr 2016 waren es 15 661 Tonnen. Bezogen auf das Jahr 2015 (16 381 t) verringerte sich das Aufkommen um 720 Tonnen (-4,4 %). Trotz Erhöhung des Gesamtklärschlammaufkommens gegenüber 2015 hat sich der Anteil des Klärschlamms, der auf die Felder aufgebracht wurde, im Jahr 2016 verringert (2015: 42,3 % des stofflich verwerteten Schlamms; 2016: 40,9 %).
Mit 38 255 Tonnen wurden fast zwei Drittel dieses Klärschlammaufkommens (66,2 %) stofflich verwertet. Hiervon wurden 15 661 Tonnen (40,9 %) zu Düngezwecken auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht, 17 181 Tonnen (44,9 %) für landschaftsbauliche Maßnahmen (zum Beispiel Rekultivierung) und Kompostierung eingesetzt und 5413 Tonnen (14,2 %) wurden einer sonstigen stofflichen Verwertung (zum Beispiel Vererdung) zugeführt.
Des Weiteren wurden 17 891 Tonnen Klärschlamm (30,9 %) nach vorheriger Entwässerung/Trocknung verbrannt. Davon gingen mit 9699 Tonnen mehr als die Hälfte (54,2 %) in die Monoverbrennung. In Kohlekraftwerken, Zementwerken oder Abfallverbrennungsanlagen wurden 6952 Tonnen (38,9 %) mitverbrannt. Die thermische Entsorgung nahm damit gegenüber dem Jahr 2015 um 596 Tonnen (3,4 %) zu.
Für landschaftsbauliche Maßnahmen und Kompostierung wurde im Jahr 2016 weniger Klärschlamm verwendet. Im Vergleich zum Jahr 2015 kamen 781 Tonnen (-4,3 %) weniger zum Einsatz.

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IFAT 2018 mit neuer Zukunftsplattform experience.science. future

Die kommende IFAT, Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, wartet mit einer Neuerung auf ihre Besucher: Unter dem Titel experience.science.future gibt es vom 14. bis 18. Mai 2018 auf dem Messegelände in München eine Plattform für Wissenschaft & Forschung, Bildung & Trainings, Jobs & Karriere sowie Start-ups. Auf über 1000 Quadratmetern bündelt die IFAT in der Halle B4 Universitäten, Start-Ups, Verbände und NGOs auf einer Fläche und bietet Raum für die besonders innovativen Technologien, Strategien und Forschungsprojekte aus dem Umweltbereich. In einer parallelen Networking- Lounge können sich Schüler und Studenten über „grüne" Berufe informieren und mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Interessierte Start-ups und Universitäten können sich noch bis zum 1. Februar 2018 für eine Teilnahme an experience.science.future bewerben.

www.ifat.de/esf

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Hessisches Wassergesetz wird novelliert

Das Hessische Wassergesetz (HWG) wird novelliert. Die erste Lesung im Hessischen Landtag fand am 13. Dezember 2017 statt. Im Vordergrund der Novelle steht die Verbesserung der natürlichen Entwicklung der oberirdischen Gewässer. Stoffliche Belastungen aus der Bewirtschaftung der an die Gewässer angrenzenden Flächen sollen reduziert werden.
Konkret wird im neuen HWG der Schutzbereich des Gewässerrandstreifens erweitert. Bislang ist generell nur der Außenbereich im Rahmen eines Zehn-Meter-Streifens erfasst. Mit der Novelle wird grundsätzlich auch ein Fünf- Meter-Streifen am Gewässer im innerörtlichen Bereich einbezogen. Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln soll künftig sogar im Vier-Meter-Bereich des Gewässerrandstreifens untersagt werden. Auch darf künftig auf diesen Flächen kein Pflug mehr eingesetzt werden, um den Eintrag von Boden in angrenzende Gewässer zu verringern. Zudem darf auf Gewässerrandstreifen keine Ausweisung von Baugebieten mehr vorgenommen werden. Ebenfalls gelten strengere Regeln für die Errichtung oder für wesentliche Änderung von baulichen oder sonstigen Anlagen.
Neben ordnungsrechtlichen Vorgaben greift der Gesetzentwurf auch das Prinzip der Freiwilligkeit auf. Bei Aufgabe jeglicher landwirtschaftlicher Nutzung von Ackerflächen in einem Bereich von vier Metern entlang eines Fließgewässers soll ab 2022 ein angemessener Geldausgleich bereitgestellt werden.
Zur Unterstützung der Gewässerentwicklung wird ein Vorkaufsrecht für Flächen im Gewässerrandstreifen zugunsten der gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen aufgenommen. Dies wird aktuell flankiert durch die Bereitstellung finanzieller Förderung des Landes für den Flächenankauf durch die Kommunen. Eine Reihe weiterer Einzelregelungen werden angepasst, um die Erreichung des guten Zustands der Gewässer zu unterstützen. In Anpassung an den Klimawandel werden Wasserentnahmen aus den oberirdischen Gewässern ohne vorherige Erlaubnisse beschränkt. Dies dient insbesondere dem Ziel, ein Trockenfallen kleinerer Gewässer im Sommer zu verhindern. Der Gesetzentwurf umfasst ergänzend Anpassungen des Hessischen Wassergesetzes aufgrund der neuen bundesrechtlichen Regelungen des Hochwasserschutzgesetzes II.

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Energie aus Abwasser: Potenzial für die Wärmewende

Etwa 14 Prozent der zum Heizen von Gebäuden benötigten Wärme könnte in Deutschland mit Energie aus Abwasser gedeckt werden. Dies zeigt eine von der Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau GmbH beauftragte Studie des Beratungsunternehmens enervis. Abwasser kann zum Heizen genutzt werden, indem die im Abwasser gespeicherte Restwärme mithilfe einer Wärmepumpe nutzbar gemacht wird. Da im Vergleich zu konven Kohlendioxid ausgestoßen wird, entsteht ein erheblicher Klimaschutzeffekt, so die Untersuchung.
Die Studie beziffert das brachliegende Potenzial auf rund 100 TWh. Selbst bei einem konservativen Ausbaupfad von 35 TWh bis 2030 könnte etwa 5,5 % der Heizwärme in Deutschland durch Energie aus Abwasser bereitgestellt werden. Das Potenzial von Energie aus Abwasser kann noch gesteigert werden, wenn die Anlagen im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden.
Die Studie „Energie aus Abwasser: Das bislang unentdeckte Potenzial für die Wärmewende" steht im Internet zum Download bereit:

https://www.uhrig-bau.eu/energie-aus-abwasser/referenzen-informationen

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DWA: Europäische Wasserrahmenrichtlinie unter Beibehaltung der Ziele fortentwickeln

„Die DWA setzt sich grundsätzlich für eine Beibehaltung und Fortentwicklung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein. Die WRRL gibt in Europa die zentralen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wasserpolitik vor und prägt mit ihren Tochterrichtlinien maßgeblich das europäische und nationale Wasserrecht", so DWA-Präsident Otto Schaaf. Im Zuge der Umsetzung der WRRL hat sich der Zustand der Gewässer in Deutschland und Europa deutlich verbessert. Spätestens im Jahr 2019 steht jedoch eine Überprüfung der WRRL durch die europäische Kommission an, die dann gegebenenfalls Änderungen vorschlägt. Die DWA hat bereits jetzt Positionen zur Überprüfung der Wasserrahmenrichtlinie schriftlich formuliert und am 22. November 2017 in Essen an Bettina Doeser (Head of Unit Clean Water der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission) übergeben.
Die DWA stellt neun Forderungen zur Wasserrahmenrichtlinie auf, so Stefan Kopp-Assenmacher aus Berlin, der Leiter der Politikberatung der DWA:
Fortgeltung der WRRL auch nach 2027 sicherstellen
Verlässliche Grundlagen für die Gewässerbewirtschaftung schaffen
Qualität und Verbindlichkeit der Bewirtschaftungsplanung stärken
das Prinzip „one out - all out" modifizieren
das Verschlechterungsverbot praxistauglicher gestalten
das Ausnahmeregime anpassen
Relevanz von Schadstoffen für die Bewertung des chemischen Zustands begrenzen

„Phasing out"-Verpflichtung überprüfen
WRRL mit anderen europäischen Regelungen harmonisieren.
Die WRRL sieht vor, dass bis 2027 alle Wasserkörper in Europa in einem „guten Zustand" sein sollen. Es zeigt sich jedoch, dass dieser Zustand mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2027 nicht zu erreichen ist. Die DWA betont, die Fortführung der Wasserrahmenrichtlinie als Grundlage für die Gewässerbewirtschaftung sei über 2027 hinaus erforderlich. Kopp-Assenmacher: „Hierzu sind realistisch erreichbare Zwischenziele für die jeweiligen Bewirtschaftungszyklen festzulegen, um insgesamt Fortschritte zu erzielen und die Erfolge erheblicher Anstrengungen im Gewässerschutz sichtbar zu machen." Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm sind als Instrumente konzeptioneller Gewässerentwicklung zu stärken.
Wenn ein Gewässer in einer Disziplin die Messlatte reißt (also: in einem Parameter die Anforderungen nicht erreicht, wie zum Beispiel bei dem ubiquitär vorkommenden Quecksilber), soll nicht mehr automatisch der Zustand des gesamten Gewässers herabgestuft werden. Vielmehr sollen Verbesserungen einzelner Bewertungskomponenten sichtbarer gemacht werden können. Notwendig ist es auch, das Verbot der Verschlechterung des Zustands eines Gewässers praxistauglicher zu gestalten. So sollte der räumliche Bezugsrahmen des Verschlechterungsverbots vom einzelnen Wasserkörper auf größere Betrachtungsräume ausgedehnt werden können, um eine bilanzierende Betrachtung für das jeweilige Einzugsgebiet zu ermöglichen. Das Ausnahmeregime sollte so angepasst werden, dass es im Zusammenhang mit der jüngsten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs nicht zu einer Verkehrung des Regel-Ausnahme-Verhältnisses kommen muss. Künftig ist auch eine stringentere Trennung der Bewertung des ökologischen Zustands und des chemischen Zustands der Gewässer notwendig.
Die DWA fordert eine stärkere integrative Betrachtung und Harmonisierung der bestehenden europäischen Regelungen mit der WRRL. Kopp-Assenmacher: „Diese Aufgabe, die möglichst bereits innerhalb des anstehenden Review-Prozesses geleistet werden sollte, bietet große Chancen zur Verbesserung des Gewässerschutzes und zum Abbau von Bürokratie."

Die Veröffentlichung und die Übergabe der Position an die Vertreterin der EU-Kommission erfolgte anlässlich des 18. Workshops zum Flussgebietsmanagement in Essen, den die DWA gemeinsam mit anderen Verbänden und maßgeblicher Unterstützung des Ruhrverbands jährlich veranstaltet.
Das DWA-Positionspapier „Überprüfung der Wasserrahmenrichtlinie 2019" steht auf der DWA-Website zum Download bereit:

http://de.dwa.de/ politikinformationen.html

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Errichtung einer Großwindanlage auf der zentralen Kläranlage Bocholt

Auf der zentralen Kläranlage des Entsorgungs- und Servicebetriebs der Stadt Bocholt (ESB) im westlichen Münsterland (Nordrhein-Westfalen) ist eine 126 Meter hohe Großwindanlage mit einer Nennleistung von 2300 kW in Betrieb gegangen. Die erzeugte Strommenge wird auf 3 000 000 kWh/a prognostiziert. Die offizielle behördliche Abnahme und erste Umweltinspektion fanden an Anfang Dezember 2017 statt. Energiesparmaßnahmen und die Nutzung des selbst erzeugten Stromes sorgen zukünftig für eine spürbare Reduzierung der Energiekosten des ESB. Neben dem neuen Windrad erzeugen auch zwei Blockheizkraftwerke, eine kleines Windrad und Photovoltaik-Module Strom, der für die vielfältigen Prozesse der Kläranlage benötigt wird. Nicht selbstverbrauchter Strom fließt in das Netz des örtlichen Stromversorgers BEW und wird dem ESB vergütet. Das Windrad hat inklusive aller Nebenkosten brutto rund 3,25 Millionen Euro (netto rund 2,8 Millionen Euro) gekostet. Die zentrale Kläranlage des ESB reinigt aktuell das Wasser von rund 157 000 Einwohnerwerten bei einer Ausbaugröße von 225 000 Einwohnerwerten.
Als nächster Baustein der energetischen und ökobilanziellen Optimierung befindet sich nun der Bau einer Anlage zur Klärschlammtrocknung in Planung. Neben den eigenen gut 10 000 Jahrestonnen Klärschlamm mit einem TR-Gehalt von ca. 21 % sollen weitere Inputmengen im Wege interkommunaler Zusammenarbeit für eine gute Auslastung der Anlage sorgen. Nach Abschluss der Vorüberlegungen und Erarbeitung von Grobkonzepten sind der ESB und die Nachbarkommune Hamminkeln derzeit auf der Suche nach einem Ingenieurbüro zur Erstellung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie. Von besonderem Interesse sind dabei Angebote von Ingenieurbüros, die spezifische Erfahrungen mit dem Energiemanagement von Kläranlagen mitbringen. Die regenerativen Quellen Wind, Faulgas und Sonne bestmöglich für den Eigenbedarf vor Ort zu nutzen und aufeinander abzustimmen, bildet dabei die besondere Herausforderung.

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Aktionsplan zu Wirtschaft und Menschenrechten vorgelegt

Einen „Nationalen Aktionsplan ‚Umsetzung der VN-Leitprinzipien für Wirt¬schaft und Menschenrechte 2016-2020‘" hat die Bundesregierung veröffentlicht. Mit dem Aktionsplan will die Regierung die Menschenrechtslage entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten ver¬bessern. Der Plan wurde vom Bundeska¬binett bereits im Dezember 2016 verab-schiedet, liegt nun aber auch als Druck¬fassung in deutscher und englischer Sprache vor. Download:
www.wirtschaft-menschenrechte.de
 
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