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Gleitdruckregelung des Belüftungssystems
Auf die Drucklufterzeugung der Belebung einer Kläranlage entfallen, je nach Anlagenausstattung, zwischen 40% und 60% der elektrischen Energie.
Eine Möglichkeit an den Gebläsen elektrische Energie einzusparen besteht darin, den Druck den tatsächlichen Erfordernissen anzupassen. Sehr oft wird die Sammelleitung der Gebläse mit einem konstanten Druck betrieben. In belastungsschwachen Zeiten würde ein geringerer Druck vollkommen ausreichen um die benötigte Luftmenge zu fördern. Die Energiekostenersparnis ist näherungsweise gleich dem prozentuellen Anteil der Druckerhöhung im Gesamtsystem [1].
Eine Reduzierung des Drucks um 5% hat eine Reduzierung des Energiebedarfs um 5% zur Folge.
Bild: Sammelleitung eines Belüftungssystems
Beim Betrieb von mehreren Becken an einer gemeinsamen Luftleitung wird, jeweils getrennt, die Sauerstoffkonzentration
mittels eines Regelschiebers eingestellt. Dadurch können gemeinsame
Gebläse nicht mehr sinnvoll direkt angesteuert werden. Es erfolgt in
der Regel eine Zwischenschaltung der Druckregelung für die
Biologiegebläse. Um die Leistungsfähigkeit des Belüftungssystems zu
gewährleisten wird bei der Konstantdruckregelung ein Druck
eingestellt bei dem die Belüfterelemente, bei voll geöffnetem
Regelschieber, den maximal zulässigen Luftdurchsatz durchlassen. Diese
maximale Kapazität des Luftdurchsatzes wird bei der
Konstantdruckregelung ständig vorgehalten. Bei einem geringeren
Luftbedarf drosseln die Regelschieber und erzeugen unnötige
Druckverluste.
Bei der Gleitdruckregelung wird der Druck in
der Sammelleitung variabel anhand des Öffnungsgrads des relevanten
Regelschiebers eingestellt. Dadurch stellt sich ein geringerer
Systemdruck im Belüftungssystem ein.
Grafik: Systemdruck bei Gleitdruckregelung
Dies erreicht man, indem man vermeidet, dass die Luftschieber mit kleinen Öffnungsweiten betrieben werden [2]. Bei Vollöffnung des Regelschiebers wird auch der maximal eingestellte Druck erreicht. Die Auswahl des relevanten Regelschiebers
sollte nach dem Kriterium des am weitesten geöffneten Regelschiebers
stattfinden. Dort wird am meisten Luftdurchsatz benötigt oder der Druckverlust
ist dort am größten. Die Einstellung des minimalen und maximalen Drucks
der Gleitdruckregelung sowie die Begrenzungen des Regelschiebers
richten sich im Wesentlichen nach den Herstellerangaben für die minimalen und maximalen Durchsätze der Belüfterelemente. Die einzelnen Regelkreise sind aufeinander abzustimmen damit der Druck im Belüftungssystem immer den Erfordernissen entspricht.
Mittels der beschriebenen Gleitdruckregelung können Energieeinsparungen
bis zu 5% erzielt werden. Dies zeigen die Erfahrungen der Kläranlagen,
die mit Gleitdruckregelung ausgestattet sind [3].
Der Aufwand besteht lediglich in der Änderung des Programms der
Gebläseregelung, das bedeutet, dass ohne jede Investition so leicht
Beträge von mehr als Tausend Euro gespart werden können. Bei einer
großen Anlage können schnell auch Zehntausend Euro zusammenkommen.
Quellen:
[1] W. Frey: Belüftung von Belebungsbecken, Osnabrück Mai 2006
[2] W. Lieb: Modernisierung der Gebläseregelung auf der Kläranlage Vaihingen, Lehrer- und Obmanntagung DWA 2006
[2] K. Holzenthal: KA Abwasser, Abfall 2003 Nr.9
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