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Meldungen zu Energie- und E-Technik
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Meldungen zu Energie und E-Technik 2008
Meldungen zu Energie und E-Technik 2009
Meldungen zu Energie und E-Technik 2010
Meldungen zu Energie und E-Technik 2011
| März 2012 |
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| 01.03.2012 |
Energie und Phosphor aus Klärschlamm |
| Februar 2012 |
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| 13.02.2012 |
Hessen fördert Energieeinsparungen bei Kläranlagen |
| Januar 2012 |
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| 29.01.2012 |
Alleskönner im Abwasser - Bakterien erzeugen Strom |
| 08.01.2012 |
Tagung: Energieeffizienz von Kläranlagen kann landesweit gesteigert werden |
Energie und Phosphor aus Klärschlamm
Nach erfolgreichem Probelauf wurde in Straubing Ende Januar die neue Klärschlammentsorgung eingeweiht. Die deutschlandweit einzigartige Anlage verbrennt Klärschlamm zu phosphorreicher Klärschlammasche und erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme.
Im Jahr 2008 war der Spatenstich für das 6 Millionen Euro teure Projekt erfolgt, das auf beispielhafte Weise das Entsorgungsproblem von Klärschlamm löst. Ein Großteil des erzeugten Stroms wird direkt an Ort und Stelle für den laufenden Betrieb der gesamten Anlage genutzt, mit dem Überschuss kalkuliert die Stadt bei der Einspeisung immerhin Einnahmen von 220.000 Euro pro Jahr. Noch positiver fällt die Bilanz im Bereich der Wärmegewinnung aus, hier werden Einkünfte von über einer halben Million Euro pro Jahr erwartet. Professor Martin Faulstich, Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftszentrums in Straubing und wissenschaftlicher Leiter des ATZ Entwicklungszentrums, ist Ideengeber des Vorhabens „sludge2energy" und freut sich über den Erfolg des Projekts: „Die Anlage ist schon jetzt ein herausragendes Beispiel, wie die thermische Klärschlammverwertung auch wirtschaftlich profitabel zur Energiewende beitragen kann." Zugleich denkt Faulstich bereits an neue Möglichkeiten, wie die Kläranlage in Straubing einen weiteren wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Industriegesellschaft leisten kann: „Das nächste Projekt, das an der Kläranlage in Straubing in Angriff genommen werden sollte, ist die Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammasche." Phosphor ist ein lebensnotwendiger Dünger, dessen natürliche Vorkommen begrenzt sind, während die weltweite Nachfrage in den kommenden Jahren deutlich steigen wird.
Entwicklung und Bau der Anlage zur thermischen Verwertung des Klärschlamms wurden gemeinschaftlich vom Freistaat Bayern und von der Europäischen Union gefördert. Nach dem erfolgreichen Probelauf konnte diese vom Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber eingeweiht werden.
Mehr:
http://www.atz.de/news/de/energie-und-phosphor-aus-kl%C3%A4rschlamm-0
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Hessen fördert Energieeinsparungen bei Kläranlagen
Der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister, übereichte heute in Bebra dem Abwasserbetrieb der Stadt Bebra einen Förderbescheid über 26.175 Euro. Mit den Landesmitteln soll eine Energieanalyse zur Verbesserung der Energieeffizienz der Abwasserbehandlungsanlage Bebra erstellt werden. Laut einer Studie der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) liegt der Stromverbrauch aller kommunalen Kläranlagen in Deutschland bei 4.400 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr. Sie sind damit die größten kommunalen Energieverbraucher. Im Vergleich verbrauchen Schulen jährlich 3.000 GWh und die Straßenbeleuchtung 3.400 GWh. In der genannten Studie wird geschätzt, dass durch Energiesparmaßnahmen und Optimierung des Betriebes bis zu 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Kläranlagen eingespart werden können. „Mit den Fördermitteln möchte die hessische Landesregierung zur Ausschöpfung dieses Einsparpotentials beitragen", so Weinmeister.
Die Fördermittel aus dem Landesprogramm „Verbesserung der Energieeffizienz kommunaler Kläranlagen", decken 75 Prozent der veranschlagten Investitionskosten in Höhe von etwa 34.900 Euro. Grundsätzlich kann die Energieeffizienz von Kläranlagen durch verstärkte Nutzung regenerativer Energien in Form der Verstromung von Klärgas oder durch die Senkung des Energieverbrauchs verbessert werden. „Für die Erfassung der Möglichkeiten und die Planung von Maßnahmen sind jeweils Untersuchungen vor Ort erforderlich. Die geförderten Analysen sind ein erster Schritt zu Einsparungen beim Energieverbrauch von Kläranlagen", so der Staatssekretär abschließend.
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Alleskönner im Abwasser - Bakterien erzeugen Strom
Die mikrobielle Brennstoffzelle könnte einen Beitrag zur nachhaltigen Energiewende leisten. Bakterien reinigen dabei in Kläranlagen nicht nur das Abwasser, sondern erzeugen darin zusätzlich noch Strom.
Es ist eine Option für das nächste Jahrzehnt: Die kommunale Kläranlage als neue Energiequelle. Bakterien können nämlich nicht nur Abwasser reinigen, sondern dabei auch Strom erzeugen - vor allem wenn sie Metalle mögen. Forscher arbeiten in aller Welt an der Entwicklung von mikrobiellen Brennstoffzellen, einer Technologie, die einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten könnte.
Eines der führenden Teams forscht an der Technischen Universität Braunschweig und arbeitet dabei eng mit Wissenschaftlern in Marburg, Leipzig und Darmstadt zusammen. Allerdings wird es noch dauern, bis aus den heutigen Mini-Zellen im Labor großtechnische Anlagen werden. Professor Uwe Schröder vom TU-Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie nennt einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren.
Strom aus Urin
Dabei ist das Grundphänomen der Bio-Brennstoffzelle ...mehr:
http://www.n-tv.de/wissen/Bakterien-erzeugen-Strom-article5106616.html
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Tagung: Energieeffizienz von Kläranlagen kann landesweit gesteigert werden
Umweltstaatssekretär Thomas Griese hat heute auf der gemeinsamen Tagung der Technischen Universität Kaiserslautern, der Universität Luxemburg sowie des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten zur Energieeffizienz von Kläranlagen mit dem Tagungstitel „Schlammfaulung statt aerobe Stabilisierung - Trend der Zukunft?" ein Grußwort gesprochen.
Griese erklärte: „Die Steigerung der Energieeffizienz von Kläranlagen ist aus Sicht des Umweltministeriums außerordentlich wichtig. Wasser und Energie sind die beiden Schlüsselthemen der Menschheit, denen wir uns global und national stellen müssen. Die Universität Kaiserslautern hat im Jahr 2007 im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz die Broschüre „Steigerung der Energieeffizienz von Abwasseranlagen" erstellt. Dies hat mit dazu beigetragen, dass viele Kommunen die Optimierung ihrer Abwasseranlagen zielgerichtet angehen. Aber es besteht noch ein beträchtliches Optimierungspotenzial. Es geht darum, für alle 700 Kläranlagen in Rheinland-Pfalz hohe Energieeinsparungen zu erreichen."
Nach derzeitigem Kenntnisstand liegt alleine das Einsparpotenzial im Landesdurchschnitt bei 30 Prozent des Verbrauchs. Die größten Potenziale für Abwasseranlagen liegen hier bei der Umstellung der Verfahrenstechnik und einer Optimierung der Maschinentechnik.
Bei der Kläranlage Kaiserslautern wurde zum Beispiel der Energieverbrauch alleine durch neue Belüfter für die Sauerstoffversorgung um 35 Prozent reduziert.
Das zweite wichtige Standbein ist die Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Als Hauptenergiequelle gilt vor allem die im Abwasser enthaltene organische Biomasse. Das in der Faulungstechnik anfallende Faulgas (Biogas) kann zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Die bei der Verstromung von Faulgas (Biogas) entstehende Abwärme wird überwiegend für die Heizung von Gebäuden, die Faulturmheizung und die Klärschlammtrocknung genutzt.
Das Land Rheinland-Pfalz hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse anlässlich der Tagung präsentiert wurden. Sie zeigt das vorhandene Potenzial in Rheinland-Pfalz bei der Umstellung von Kläranlagen auf die sogenannte Faulungstechnik auf. Die Landesregierung wird in Kürze in einem Landesprojekt weitere Energiekennwerte für die rheinland-pfälzischen Kläranlagen ermitteln. Den Gemeinden wird damit noch gezielter als bisher der Handlungsbedarf aufgezeigt werden können.
Griese: „Ziel ist es, dass auf unseren Kläranlagen nicht nur Energie eingespart sondern auch erzeugt wird. Wir müssen lernen, die im Abwasser und im Klärschlamm vorhandene Energie umweltfreundlich und CO2-neutral zu nutzen, statt Abwasser und Klärschlamm unter hohem Energieeinsatz zu „beseitigen". Einige Standorte werden sich sogar zu energieautarken Kläranlagen entwickeln können."
http://www.mulewf.rlp.de/no_cache/aktuelles/einzelansicht/archive/2011/november/article/umweltstaatssekretaer-griese-tagung-energieeffizienz-von-klaeranlagen-kann-landesweit-gesteigert/




