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Aktive Nachbarschaftshilfe für eine bessere Umwelt
Die DWA stellt ihr wasserwirtschaftliches Nachbarschaftskonzept auf der Woche der Umwelt in Berlin vor
Unter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft
- Von der Kläranlage zum Gewässer" beteiligt sich die Deutsche Vereinigung für
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) an der von Bundespräsident
Horst Köhler und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgerichteten Woche
der Umwelt am 5. und 6. Juni 2007 in Berlin. Die DWA gehört damit zu den etwa
190 Unternehmen und Institutionen, die für die Gestaltung dieser zwei
Veranstaltungstage ausgewählt wurden. Sie wird in Berlin ihr Konzept der
Nachbarschaften vorstellen, ein seit Jahrzehnten bewährtes Instrument des
Erfahrungsaustauschs zwischen Mitarbeitern wasserwirtschaftlicher Anlagen. Nach
der Gründung der ersten Kläranlagen-Nachbarschaft im Jahr 1968 hat sich das
Konzept der Nachbarschaften inzwischen auch ins Ausland ausgeweitet. Zudem
veranstaltet die DWA am 6. Juni im Park von Schloss Bellevue ein einstündiges
Fachforum „Berufschancen in der Wasserwirtschaft", auf der hochkarätige
Teilnehmer die Zukunftschancen der umwelttechnischen Berufe diskutieren werden.
Rat und Tat von den Kollegen als Nachbarn
Nachbarschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse
von Betreibern wasserwirtschaftlicher Anlagen oder von Gewässer-Unterhaltungspflichtigen
einer Region und werden von den Landesverbänden der DWA organisiert. Sie dienen
der Förderung des Gewässerschutzes, der Gewässerentwicklung sowie dem fachgerechten
und sicheren Anlagenbetrieb. In regelmäßigen Treffen vor Ort werden die
Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen informiert. Im Mittelpunkt steht der
Erfahrungsaustausch, daneben sollen sich die Teilnehmer kennenlernen, um über
den Nachbarschaftstag hinaus Kontakt zu halten. Ein wichtiges Ziel ist die
Hilfe mit Rat und Tat vor Ort, wann immer der Kollege „den Nachbarn" braucht.
Die Nachbarschaften: Seit fast vier
Jahrzehnten ein Erfolgsmodell
Nach der Gründung der ersten Kläranlagen-Nachbarschaft im Jahr 1968 hat sich
das Konzept der Nachbarschaften inzwischen auch auf die Kanal-, Gewässer,
Deponie-, Abfallwirtschafts-Nachbarschaften sowie auf Sonder-Nachbarschaften -
zum Beispiel für Schlammbehandlung und chemisch ausgebildetes Fachpersonal der
Abfallwirtschaft - ausgeweitet. Allein an den Veranstaltungen der
Kläranlagen-Nachbarschaften nehmen jährlich mehr als 20 000 Teilnehmer teil.
Auch in Österreich sowie im italienischen Südtirol gibt es Kläranlagen- und
Kanal-Nachbarschaften. Eine Besonderheit ist die Bodensee-Nachbarschaft unter
Beteiligung von Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Polen befinden sich
die ersten Nachbarschaftsprojekte in der Versuchsphase. Insgesamt gibt es in
Deutschland rund 500 Nachbarschaften, im deutschsprachigen Ausland sind es mehr
als 60.
Kompetente und aktuelle Helfer der
Nachbarschaftsarbeit: KA-Betriebs-Info und Gewässer-Info
Wichtige Plattform für die Kommunikation innerhalb der
Kläranlagen-Nachbarschaften ist das seit 1971 erscheinende KA-Betriebs-Info.
Mit einer Auflage von mehr als 24 000 Exemplaren wird das Betriebspersonal von
Abwasseranlagen mit Informationen, Kommentaren, Daten und Fakten versorgt.
Hier werden unter anderem praktische Erfahrungen ausgetauscht und eigene
technische Entwicklungen vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt ist hier das
Thema Arbeitsschutz.
Aktuelle Informationen, Praxisberichte und rechtliche Aspekte zur
Gewässerunterhaltung und Gewässerentwicklung werden im gewässer-info
publiziert. Neben Beiträgen über fachgerechte Arbeiten am Gewässer wird über
die Ergebnisse der örtlichen Begehungen und Aussprachen (Ortstermine) sowie
über die laufenden Arbeiten und Veröffentlichungen der Gewässer-Nachbarschaften
berichtet.
Fachforum „Berufschancen in der
Wasserwirtschaft"
Am 6. Juni 2007 veranstaltet die DWA von 15.00 bis 16.00 Uhr im Zelt 5 ein
einstündiges Fachforum „Berufschancen in der Wasserwirtschaft". Hintergrund
ist ein sich abzeichnender Mangel an Fachkräften der Entsorgungswirtschaft auf
allen Qualifikationsstufen. Auf betrieblicher Ebene werden in vier
Fachrichtungen UT-Fachkräfte ausgebildet, ein Berufsbild, das sich in den
letzten Jahren stark gewandelt hat; der „Klärwärter" von heute steuert,
überwacht und bedient komplexe Anlagen und setzt dabei voll auf Informations-
und Elektrotechnik. Bei den Führungskräften, die sich wesentlich aus
Bauingenieuren der Fachrichtung Siedlungswasserwirtschaft rekrutieren, gibt es
ein Paradoxon: Die Studentenzahlen in den Ingenieurwissenschaften sind
rückläufig, wegen vermeintlich schlechter Berufsaussichten insbesondere für
Bauingenieure. Absolventen mit Spezialisierung in Siedlungswasserwirtschaft
oder verwandten Vertiefungsrichtungen finden aber einen guten Arbeitsmarkt vor
- doch müssen sie erst bereit sein, sich für Ingenieurwissenschaften
einzuschreiben. Hier will das Fachforum der DWA Mut machen, berufliche Chancen
in der Entsorgungswirtschaft zu suchen und entsprechende Ausbildungswege zu
beschreiten, die im Übrigen auch exzellente Chancen auf Karrieren im Ausland,
etwa in Entwicklungsländern, bieten.
Weitere Informationen im Internet
DWA-Nachbarschaften: www.dwa.de , Auswahl
„Nachbarschaften"
Woche der Umwelt: www.woche-der-umwelt.de




