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Anlage zur Algenzucht in Betrieb genommen
Forschungsprojekt von Vattenfall und GMB soll Wachstum von
Mikroalgen mit Braunkohlerauchgas untersuchen
Seit heute filtern Mikroalgen klimaschädliches Kohlendioxid CO2 aus dem
Rauchgas des Heizkraftwerks Senftenberg im Süden Brandenburgs. Ziel des
Forschungsprojekts ist es, zu ermitteln, welche Algenarten sich für die
Zucht mit CO2 aus der Verbrennung von Braunkohlestaub am besten eignen -
und wie sich Energieverbrauch und Klimanutzen darstellen. Zunächst
kommt ein einzelner Anlagentyp zum Einsatz, später soll das Verfahren
mit einem weiteren direkt verglichen werden. Das Vorhaben ist ein
Forschungsprojekt von Vattenfall und dem zum Konzern gehörenden
Ingenieur- und Servicedienstleister GMB. „Die Mikroalgen nutzen das
klimaschädliche CO2, um daraus wertvolle, vielfältig einsetzbare
Biomasse aufzubauen. Damit ist die neue Anlage ein wichtiger Baustein
für die Entwicklung neuer Perspektiven zur Nutzung von CO2. Darüber
hinaus bringt die neue Technik wertvolles Know-how in die Lausitz und
stärkt den Standort als wichtige deutsche Energieregion", bewertet der
Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining & Generation, Dr.
Hartmuth Zeiß, das Vorhaben.
Brandenburgs Aktivitäten im Klimaschutz ausbauen
Das Projekt mit dem Titel „green MiSSiON" (Microalgae Supported CO2
Sequestration in Organic Chemicals and New Energy) hat ein Volumen von
rund zwei Millionen Euro, wovon Vattenfall rund eine Million Euro
finanziert. Eine weitere Million Euro stammt aus Fördermitteln des
Landes Brandenburg und der Europäischen Union. „Mit der Unterstützung
des Projekts fördert die Landesregierung Brandenburg die Entwicklung
neuer Technologien zur Minderung der CO2-Emissionen. Entsprechend den
Zielstellungen aus der Energiestrategie 2020 des Landes Brandenburg kann
das Verfahren im Mix mit anderen Maßnahmen zu mehr Klimaschutz
beitragen. Unsere Ambition ist, den Standort Brandenburg weiter zu
stärken", sagt der Staatssekretär im Brandenburger Ministerium für
Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Henning Heidemanns.
Umweltnutzen der Algenzucht mit Rauchgas ermitteln
Im ersten, heute in Betrieb genommenen Projektabschnitt kommen so
genannte Flachplatten-Airlift-Reaktoren der Subitec GmbH, einer
Ausgründung des Stuttgarter Fraunhofer Instituts, zum Einsatz. Hierbei
vermehren sich die Algen in insgesamt zwölf mit Nährlösung gefüllten
flachen Tanks aus lichtdurchlässigem Kunststoff. Für den zweiten Schritt
ist mit „hanging gardens" der österreichischen ecoduna OG die
Installation eines weiteren Anlagentyps geplant. Diese „Hängenden
Gärten" lassen sich mit der Sonne drehen und erlauben eine
kontinuierliche Ernte der Biomasse. „Wir als GMB freuen uns, für
Vattenfall die komplette Vorbereitung, Projektierung, Ausführung und
Auswertung des Forschungsvorhabens zu übernehmen. Als
Ingenieurdienstleister in der Vattenfall-Gruppe und als Betreiber des
Heizkraftwerks Senftenberg, aus dem das Rauchgas kommt, sind wir hierfür
bestens gerüstet. Gut für uns und die Region: Wertvolles Know-how für
die Algenzucht haben wir mit einer aus der Region stammenden, jungen
Biotechnologin ins Haus geholt, die das Projekt für uns betreut",
beschreibt der Geschäftsführer der GMB GmbH, Werner Fahle, das Vorhaben.
Zahlreiche Anwendungen für die Algenbiomasse denkbar
Das Senftenberger Forschungsprojekt läuft bis Ende Oktober 2011. So
lange stehen praktische Erkenntnisse über die Erzeugung der Algen im
Vordergrund. Eine Herausforderung für die weitere Forschung ist der
Einsatz von Biomasse aus Mikroalgen über die bekannten
Nutzungsmöglichkeiten hinaus. Die Verwendung der in der Senftenberger
Anlage produzierten Biomasse ist abhängig von ihren Eigenschaften. Im
Vordergrund steht eine stoffliche Verwertung von feuchter Biomasse.
Hierzu zählen die Hydrothermale Carbonisierung zur Herstellung von
Biodiesel, der Einsatz in einer Biogasanlage oder die Nutzung als
proteinreicher Zusatz im Fischfutter.
http://www.vattenfall.de/www/vf/vf_de/225583xberx/232127press/232157press/232443press/index.jsp?pmid=191665




