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Mehr junge Ältere arbeiten länger
Die Zahl der älteren Erwerbstätigen in Deutschland wächst. Seit 2007
ist über die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen noch im Job; zehn Jahre
zuvor waren es weniger als 40 Prozent. Das zeigt der
Altersübergangs-Monitor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der
Universität Duisburg-Essen. Er untersucht für die Hans-Böckler-Stiftung
und das Forschungsnetzwerk Alterssicherung den Übergang zwischen
Erwerbsleben und Ruhestand.
Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine besondere demografische
Konstellation: Geburtenstarke Jahrgänge beginnen, in die Gruppe der
„Älteren im erwerbsfähigen Alter" (55 bis 64 Jahre) hineinzuwachsen.
Hauptgrund für die steigende Zahl älterer Erwerbstätiger ist, dass sie
länger am Stück beschäftigt sind und auch erst später aufhören zu
arbeiten. „Der Anstieg der Alterserwerbstätigenquote ist aber nicht
gleichzusetzen mit besseren Jobchancen für Ältere", stellt der
IAQ-Arbeitsmarktforscher Dr. Martin Brussig klar. Zwar seien auch das
Erwerbsaustritts- und das Renteneintrittsalter in der Tendenz gestiegen,
liegen aber nach wie vor unterhalb der aktuellen Regelaltersgrenze von
65 Jahren.
Zugenommen hat vor allem die Frauenerwerbsquote - auch in der Gruppe der
Älteren ab 55 Jahre. „Das liegt auch daran, dass es mehr Teilzeit- und
geringfügige Beschäftigung bei Frauen gibt", sagt Brussig.
Was die Forscher außerdem herausfanden: In allen untersuchten Gruppen
(Männer und Frauen aus Ost- und Westdeutschland) stieg die
Erwerbsbeteiligung zwischen 57 und 63 Jahren deutlich; dies war in den
1990er Jahren das Alter der Frühverrentung. Besonders ausgeprägt ist
diese Entwicklung in Ostdeutschland.
Ulrike Bohnsack, Pressestelle
Universität Duisburg-Essen
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/




